Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 395

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31.08.2018 Schweiz
Generalstreik
Personen
Work
Angelica Balabanoff
Ralph Hug
Biografien
Volltext
Angelica Balabanoff mischte im Landesstreik die Schweiz auf. Rebellin, Sozialistin, Feministin. Kaum jemand erinnert sich heute noch an sie: doch Lenins Weggefährtin Angelica Balabanoff war für das Schweizer Bürgertum ein brandrotes Tuch. Zunächst war sie bloss ein „Fräulein“. Dann eine „Anarchistin“, später eine „berühmte Agitatorin“ und schliesslich eine „gefährliche Bolschewistin“. Diese Bezeichnungen widerspiegeln die Karriere von Angelica Balabanoff (1878 bis 1965). Für das Schweizer Bürgertum war sie Staatsfeindin Nummer eins. Im Landesstreik 1918 erreichte die Wut gegen die Russin ihren Höhepunkt. Kurz danach musste Balabanoff die Schweiz verlassen: Ausweisung! Sie habe „mit ihren Umtrieben die Sicherheit des Landes gefährdet“. So der Bundesrat in seinem Beschluss vom 12. November 1918. 14 Tage reichten. Balabanoff war aber nur gerade zwei Wochen in der Schweiz. Im Oktober traf sie mit dem Zug in Zürich ein. In der ¬Tasche einen Diplomatenpass des Roten Kreuzes. Ordentlich meldete sie sich beim Kreisbüro an. Sofort hefteten sich Geheimagenten an ihre Fersen. Die Schlapphüte überwachten sie rund um die Uhr. Im Hotel Central, wo sie ¬logierte, wimmelte es von Spitzeln. Und von Provokateuren. Mehrmals baten sie Unbekannte um Geld: „Ich habe gehört, Sie seien so grosszügig…“. Solche Schnorrereien waren Fallen. Sie sollten den ¬Beweis erbringen, dass die Russin mit einer Menge Geld in die Schweiz gekommen war. Geld für die Revolution. Natürlich fiel Balabanoff nicht (…). Ralph Hug.
Work online, 31.8.2018.
Personen > Hug Ralph. Angelica Balabanoff. Porträt. Work online, 2018-08-31.
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31.08.2018 Murg SG
Heime
Personen
Work
Angelica Balabanoff
Ralph Hug
Frauenarbeit
Religion
Volltext
Balabanoff entlarvte Ostschweizer „Fabrik-Klöster“. Arbeiten, Gehorchen, Schweigen. Der Skandal um die Arbeiterinnenheime war der Start von Angelica Balabanoffs Karriere als Gewerkschafterin. Ein Brief brachte den Stein ins Rollen. Darin schilderten Elvezia Paretti (14) und Ida Pasi (21) ihren Eltern die schrecklichen Zustände im Arbeiterinnenheim Murg SG. Dort wohnten die beiden jungen Italienerinnen unter Aufsicht von katholischen Ordensschwestern. Nach der elfstündigen Plackerei in der Spinnerei mussten sie beten und bis zum nächsten Morgen schweigen. Der Lohn wurde ihnen abgenommen, Briefe und Pakete konfisziert. Beide flehten die Eltern an, sie herauszuholen. Notfalls mit der Polizei. Der erschütternde Brief ¬gelangte zu Angelica Balabanoff. Die Sozialistin arbeitete damals als Gewerkschaftssekretärin in der Schweiz. Die italienischen Sozialisten hatten sie 1905 nach St. Gallen -geschickt, um die vielen Landleute auf dem Bau und in der Industrie zu betreuen. Balabanoff stiess auf sklavenähnliche Zustände: Zu Hunderten hatten die Ostschweizer Textilbarone junge Mädchen aus Italien und dem Tessin rekrutiert und beschäftigten sie zu Hungerlöhnen. Privatsphäre gab es für die Arbeiterinnen im Heim keine. Widerspenstigen drohten die Schwestern, sie kämen in die Hölle. Perfides System. Balabanoff erkannte das perfide System sofort. Sie nannte die Heime „klerikal-kapitalistische Strafanstalten“. Ganz marxistisch, geisselte sie die „Allianz von Kapital und Kirche“ zum Zwecke der Ausbeutung von Arbeitskräften. Ihre Artikelserie im (…). Ralph Hug.
Work online, 31.8.2018.
Personen > Hug Ralph. Angelica Balabanoff. Heime. Work online, 2018-08-31.
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31.08.2018 Schweiz
Personen
Regierung Schweiz
Work
Ralph Hug
Armee-Einsätze
Generalstreik
Volltext
Die Geheimprotokolle zum Landesstreik. Der Bundesrat sieht dunkelrot. Im Bundeshaus war klar: Es steht die Revolution vor der Tür. Das zeigen die für geheim erklärten Protokolle des Bundesrates von 1918. „Kein Auszug, da geheim“: Was der Bundesrat im Vorfeld des Landesstreiks beriet, sollte niemand erfahren. Die Protokolle waren streng geheim. Heute liegen sie im Bundesarchiv. Wer sie liest, begegnet einem Bundesrat in Panik. Er wähnte die Revolution vor der Tür. Über die wahren Gründe der Wut des Volkes – Hunger, Arbeitslosigkeit, Verbitterung, Ohnmacht, Unterdrückung – verlor man wenige Wochen vor dem Streik kein Wort mehr. Es ging nur noch um Militär, Polizei und Repression. Munitionsdepots geräumt. Statt der Unzufriedenheit der Schweizer Lohnabhängigen sahen die Männer – alle durchweg freisinnig-konservativ – ausländische Agitatoren am Werk. Die Bundesanwaltschaft klärte ab, „in welcher Weise gegen die russischen Agenten und Unruhestifter, welche unter dem Deckmantel von russischen Kurieren in die Schweiz kommen, vorgegangen werden kann“. Gemeint waren Leute wie die Russin Angelica Balabanoff In den Protokollen ist ständig von „Brutstätten der Revolution“ und „bolschewistischen Umtrieben“ die Rede. Das Militär räumte schon heimlich die Munitionsdepots in den Städten – damit sie nicht dem „Feind“ in die Hände fielen. Willes Wahn. Zu den grössten Scharfmachern zählte General Ulrich Wille. Er wollte bereits am 2. November ¬Zürich militärisch besetzen lassen. Sein Plan (…). Ralph Hug.
Work online, 31.8.2018.
Personen > Hug Ralph. Generalstreik. Regierung. Work online,2018-08-31.
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17.08.2018 Grenchen
Generalstreik
Personen
Work
Ralph Hug
Armee-Einsätze
Generalstreik
Volltext
Soldaten erschossen drei Arbeiter. Von hinten.^Das Trauma der Grenchner. In Grenchen SO endete der Landesstreik blutig. Füsiliere erschossen die drei Uhrmacher Marius Noirjean (17), Hermann Lenz (29) und Fritz Scholl (21) in einer Seitengasse. Von hinten, in Kopf und Rücken. Sie hatten gar nicht aktiv am Streik teilgenommen. Noirjean wollte für seine Mutter Medikamente in der Apotheke holen, Scholl war auf dem Weg in einen Eisenladen, und Lanz war rein zufällig unterwegs. Die drei waren die einzigen Toten des Generalstreiks vom November 1918. Warum ausgerechnet in Grenchen? Explosive Stimmung. Diese Frage trieb Alfred Fasnacht jahrelang um. Denn der Tod der Arbeiter war ein Tabu. Niemand sprach darüber, auch die Linke nicht. Der Bibliothekar, der aus einer Arbeiterfamilie stammt, recherchierte, trug Forschungsresultate, Dokumente und Zeugnisse zusammen. Das alles ist nun nachzulesen in einem sehr aus führliehen Internetartikel {rebrand.Iyjgrenchen}. In Grenchen hatten sich die sozialen Gegensätze extrem zugespitzt, die Stimmung war explosiv. Die skrupellosen Uhrenpatrons hatten viel Geld mit dem Export von Zündern und Uhren an die Kriegsmächte verdient. Streiks und Aussperrungen häuften sich. Arbeiterfamilien verarmten und verzweifelten. So waren die Grenchner Arbeiter besonders kämpferisch, als das Oltener Aktionskomitee am 14.November 1918 den Landesstreik ausrief. Sie legten Fabriken lahm, zwangen Geschäfte zum Schliessen und errichteten Barrikaden auf den Bahngeleisen. (…). Ralph Hug.
Work 17.8.2018.
Personen > Hug Ralph. Generalstreik Grenchen. Work, 2018-07-17.
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01.07.2018 Schweiz
Mieter- und Mieterinnen-Verband
Mietwesen
Personen
Ralph Hug
Mieter- und Mieterinnen-Verband
Mietrecht
Volltext
Paroli bieten! Hauseigentümerkreise wollen das Mietrecht zu ihren Gunsten aushöhlen. Der MV schaut nicht tatenlos zu. Höhere Mieten, mehr Rendite, weniger Schutz für die Mietenden: Das ist es, was hinter dem jüngsten Angriff der Vermieterlobby steckt. Diese hat im Parlament in Bern ein ganzes Paket von Initiativen eingereicht (M+W berichtete). Diese müssen nächstens beraten werden. Die Immobilienlobby will von der hauseigentümerfreundlichen Mehrheit profitieren, die derzeit im Nationalrat herrscht. Es bietet sich ihr eine günstige Gelegenheit, das Mietrecht zu ihrem Vorteil umzubauen. Der Schweizerische Mieterinnen- und Mieterverband (SMV) schaut diesem Treiben nicht tatenlos zu. Weder gibt es einen Volksauftrag zum Abbau der Mieterrechte noch einen sachlichen Grund für deren Schwächung. Im Gegenteil: Unser Recht hat grosse Lücken beim Kündigungsschutz, beim Schutz vor überhöhten Mieten sowie bei der Transparenz von Mieten und Nebenkosten. Es braucht mehr Schutz, nicht weniger. Der SMV hat im April der Bundeskanzlei rund 20‘000 Unterschriften aus einer Online-Petition eingereicht. Im Offenen Brief an die Mitglieder der Rechtskommission des Nationalrats heisst es: „Sie haben es in der Hand, einen gravierenden Abbau beim Mieterschutz zu verhindern!“ Ohne diesen würden die Mieten noch viel stärker steigen. Und darunter hätten vor allem Familien zu leiden, die keine zahlbare Wohnung mehr finden. Der SMV bietet der Vermieterlobby auch mit parlamentarischen Mitteln die Stirn. SP-Ständerat Didier Berberat aus (…).  Ralph Hug.
Mieten+Wohnen, Juli 2018, Nr. 3
Personen > Hug Ralph. Mietwesen. Mietrecht. M+W, 2018-07-01.
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29.06.2018 Schweiz
FDP
Personen
Work
Ralph Hug
EU
FDP
Volltext
Aussenminister besorgt das Geschäft der Rechten: Das Cassis-Prinzip. FDP-Bundesrat Ignazio Cassis will der Musterknabe sein, der es mit allen kann. Doch im Bundesrat ist er der Rechten immer zu Diensten. Er mimt den Mann, der frischen Mutes ist und fröhlich alles anders macht. Vor der Basler Handelskammer verkündete Cassis kürzlich das Motto seiner Europapolitik: „Einstehen, vorwärts, marsch!“ Fragt sich nur, wohin. Wenn er die flankierenden Massnahmen und den Lohnschutz anzweifelt, fällt die Antwort leicht: nach rechts. Cassis findet, man könne die Anmeldefrist für entsandte Arbeitnehmende problemlos von acht auf vier Tage verkürzen. Unter Mithilfe einer App. Das sagte er Mitte Juni in einem Interview mit Radio SRF. Unbedarft oder absichtlich? Damit desavouiert er nicht nur den Bundesrat, der den Lohnschutz als «rote Linie» in den Verhandlungen mit der EU deklariert hat. Cassis entlarvt sich auch als unbedarft. Jeder Praktiker weiss, dass verkürzte Anmeldefristen die Lohnkontrollen unterlaufen. Bis ein Prüfer auftaucht, sind die Firmen schon wieder weg. Eine Einladung für Lohndumper. Und das ausgerechnet im europäischen Eldorado für Entsende-Büez. In keinem anderen Land sind so viele ausländische Handwerker und Firmen tätig wie bei uns. Sie setzen laut Gewerkschaftsbunds-Chefökonom ¬Daniel Lampart schon zwei Milliarden Franken im Jahr um. Doch womöglich war Cassis Ausfall gar nicht unbedarft, sondern gezielt platziert. Insider sehen eine FDP-Achse am Werk, in die Cassis eingebettet ist. Sie reicht von (…). Ralph Hug.
Work online, 29.6.2018.
Personen > Hug Ralph. FDP. EU. Work online, 2018-06-29.
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15.06.2018 Schweiz
Lebensversicherungen
Personen
Work
Ralph Hug
Abzockerei
Lebensversicherungen
Volltext
Private Lebensversicherer haben in der Altersvorsorge nichts verloren. Swiss Life & Co. zügeln unsere Renten ab. Renten runter, Boni und Dividenden rauf: das ist das Geschäftsmodell der Lebensversicherer. Ein faules Modell für die Versicherten. In weniger als zehn Jahren hat die grösste private Rentenversicherin Swiss Life insgesamt 1,68 Milliarden Franken Gewinne aus dem BVG-Geschäft gezogen. Aus jenem Geld, das den versicherten Erwerbstätigen gehört. Der Gewerkschaftsbund hat diesem Rentenklau jetzt den Kampf angesagt. Präsident Paul Rechsteiner: „Das wahre Rentenproblem sind die immer schlechteren Renten der zweiten Säule.“ Am Pranger stehen neben Swiss Life auch Allianz, ¬Helvetia, Basler und Axa (früher: Winterthur). Denn sie verlangen in ihren Vollversicherungen für kleinere und mittlere Betriebe überrissene Risikoprämien und zahlen den Versicherten immer schlechtere Renten. Gleichzeitig streichen Manager, Aktionäre und Broker jedes Jahr Millionen ein. Renten auf Talfahrt. Rolf Dörig (61) ist Swiss-Life-Präsident und tritt gerne als „Mr. Lebensversicherer“ auf. Insider sagen, er ziehe die Fäden, wenn es um die zweite Säule gehe. Und der einst Freisinnige liebäugelt mit der SVP). ¬Dörigs Swiss Life dominiert mit 34 Prozent den Markt im sogenannten Kollektivleben-¬Geschäft. Über 460’000 Arbeitnehmende aus KMU sind bei der Swiss Life rentenversichert. Und ihre Rentenleistungen sind seit Jahren auf Talfahrt. Hier die Fakten: Swiss Life hat den Umwandlungssatz in nur vier Jahren um mehr als 12 Prozent (…). Ralph Hug.
Work online, 15.6.2018.
Personen > Hug Ralph. Lebensversicherungen. Pensionskassen. Work, 2018-06-15.
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15.06.2018 Schweiz
Denknetz
Personen
Work
Ralph Hug
Karl Marx
Theoriekritik
Volltext
Schweizer Linke sagen in einem neuen „Denknetz“-Reader: „Darum ist uns Karl Marx wichtig“. Reine Marx-Fans sind die 33 Autoren und Autorinnen im neuen „Denknetz“-Buch „MarxnoMarx“ nicht. Aber sie alle sind dem grössten revolutionären Denker des 19. Jahrhunderts verbunden. Von Alleva bis Wermuth: Im Reader „MarxnoMarx“ verraten 33 Linke. was sie von Marx (be)halten. Und dass seine Kapitalismuskritik auch heute noch tragfähig ist. Zweihundert Jahre nach seinem Geburtstag bleibt der Verfasser des „Kommunistischen Manifests“ und des „Kapitals“ eine Provokation: Niemand vor und nach ihm hat unsere Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung so radikal hinterfragt und auf den Prüfstand gestellt. Klasse. Ausbeutung. Proletariat. Entfremdung. Akkumulation: Das sind Grundbegriffe. die Marx geprägt hat. Und mit ihnen ganze Generationen von Denkerinnen und Denkern nach ihm. Macho Marx. Blosse Marx-Fans sind die im Buch versammelten Autorinnen und Autoren nicht. Alle halten gebührende Distanz zum Gross-Philosophen des 19.jahrhunderts. Alle knüpfen an Marx an und befragen ihn aus heutiger Sicht. So untersuchen Unia-Chefin Vania Alleva und Ex-Unia-Co-Präsident Andreas Rieger, ob der Klassenbegriff noch tauge. insbesondere für die Gewerkschaftsarbeit. Die Antwort ist ein Ja mit Vorbehalten. weil sich die Arbeiterklasse stark verändert hat. War Marx ein Humanist. gar ein Liberaler? Dieser Frage gehen der Philosoph Urs Marti, der marxistische Historiker Christoph Jühnke und „Denknetz“- (…). Ralph Hug.
Work, 15.6.2018.
Personen > Marx Karl. Theorie. Ralph Hug. Work, 2018-06-15.
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27.04.2018 Schweiz
Personen
Work
Ralph Hug
Marie-Josée Kuhn
Karl Marx
Interview
Volltext
Exklusiv: Das grosse Work-Interview mit Karl Marx. "Jetzt rede ich!". Zu seinem 200. Geburtstag gelang es work, ein Interview mit dem deutschen Philosophen, Kapitalismuskritiker und Revolutionär Karl Marx zu führen. Exklusiv! Das war möglich, weil wir seine Schriften studierten und das Interview gleich selber schrieben.* Work: Karl Marx, wir dachten, Sie seien schon lange tot?! Karl Marx: Es ist nicht das Bewusstsein der Menschen, das ihr Sein bestimmt, sondern umgekehrt. Bitte? Nicht das Bewusstsein bestimmt das Leben, sondern das Leben bestimmt das Bewusstsein … Soll das heissen, so wie wir leben, müssen wir Sie für tot erklären? … deshalb sind die herrschenden Ideen einer Zeit stets nur die Ideen der herrschenden Klasse. Moment, Moment: Könnten Sie sich uns zuerst kurz vorstellen? Viele Jüngere. wissen doch gar nicht, wer Sie sind. Ich bin am 5. Mai 1818 in Trier geboren, studierte Philosophie und musste später nach London ins Exil, weil mich der preussische Staat verfolgte. Mein Hauptwerk heisst "Das Kapital". Darin erkläre ich, wie der Kapitalismus funktioniert. Und dass er dereinst an seinen inneren Widersprüchen zugrunde gehen wird. Es kommt der Zeitpunkt, an dem das Proletariat die Macht übernimmt und eine klassenlose Gesellschaft ohne Unterdrückung realisiert. Denn die Geschichte aller bisherigen Gesellschaften ist die Geschichte von Klassenkämpfen. (…). Ralph Hug, Marie-Josée Kuhn,
Work online, 27.4.2018.
Personen > Marx Karl. Interview. Work, 2018-04-27.
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27.04.2018 Schweiz
Personen
Work
Ralph Hug
Urs Marti
Karl Marx
Buchbesprechung
Volltext
Der Marx-Kenner Urs Marti rät Jung und Alt: "Lest Marx und zwar im Original". Er kennt das Werk von Karl Marx von A bis Z: Urs Marti, ehemaliger Professor für Politische Philosophie an der Universität Zürich. Work hat ihn gefragt, was heute von Marx bleibe. Was war Karl Marx überhaupt? Ein Philosoph. ein Ökonom? Oder ein Revolutionär und Kommunist? Oder alles zusammen? Diese Frage zu beantworten fällt schwer. denn Marx ist äusserst vielfältig. Für Urs Marti war Marx ein Jurist (er hatte unter anderem Recht studiert), ein Philosoph und auch ein Journalist. Marx sei auf grund seiner jüdischen Herkunft früh für jede Form von Diskriminierung sensibilisiert gewesen. Als wichtigste Leistung von Marx erachtet Marti die Erforschung und Erklärung dessen. wie eine Gesellschaft funktioniert. Wie sie sich (weiter)entwickelt. Mit der zentralen Einsicht: "Es sind die Produktions- und Eigentumsverhältnisse, die die Ordnung einer Gesellschaft prägen". Also etwa die gesellschaftlichen Beziehungen. die Menschen bei der Produktion. bei der Verteilung und dem Verbrauch von Produkten miteinander eingehen. Diese sind eng verknüpft mit den Eigentumsverhältnissen: Wem gehören die Werkzeuge. die Fabriken usw.? Was Ist noch aktuell von Marx? Schliesslich ist der Kapitalismus von heute nicht mehr derselbe wie jener des 19.Jahrhunderts. Urs Marti hält fest: "Im Kapitalismus wird das von den Menschen selbsterarbeitete Eigentum verdrängt vom kapitalistischen Privateigentum. das heisst von der Ausbeutung fremder Arbeit." Der Fabrikbesitzer (…). Ralph Hug.
Work, 27.4.2018.
Personen > Hug Ralph. Marx Karl. Buchbesprechung. Work, 2018-04-27.
Ganzer Text
27.04.2018 Schweiz
Personen
Work
Ralph Hug
Karl Marx
Kommunismus
Volltext
200 Jahre nach seiner Geburt. Marx lebt wieder auf. Seine Gegner sagten ihn tot. Aber Karl Marx, der wichtigste Theoretiker der kommunistischen Bewegung, lebt. Und gewinnt wieder an Auhnerksamkeit. Karl Marx wurde am 5. Mai 1818 im preussischen Trier als Sohn eines Anwalts geboren. Die deutsche Stadt macht jetzt aus ihm ein grosses Geschäft. Es gibt Ausstellungen, Tagungen und Events. Auch gab sie eine "Null-Euro-Note" mit dem Konterfei des bärtigen Philosophen heraus. Für 3 Euro. Im Nu waren alle Nötli weg. Trier hat für die Feierlichkeiten auch eine vier Meter hohe Marx-Statue aufgestellt. Sie ist ein Geschenk von China, der neuen Supermacht, die sich immer noch Volksrepublik nennt. Der ganze Marx-Rummel beweist ungewollt die Aktualität der Kapitalismuskritik von Marx: Der Kapitalismus macht aus allem eine Ware und schlägt daraus Gewinn. Sogar aus seinen grössten Feinden. Finanzkrise als Jungbrunnen. Marx ging davon aus, dass die Geschichte eine Geschichte der Klassenkämpfe sei - und die Revolutionen wären ihre Lokomotiven. Vom idealistischen Philosophen Georg Friedrich Wilhelm Hegel übernahm er die Idee, dass die Geschichte ein Ziel habe. Für ihn war es die klassenlose Gesellschaft. Diese wird erreicht, indem sich das ausgebeutete Proletariat erhebt, den Kapitalismus stürzt und eine neue sozialistische Ordnung installiert. Das Fernziel wäre die freie Gesellschaft, also der Kommunismus. Doch der Tod des Kapitalismus lässt auf sich warten. Immerhin stand der Turbokapitalismus in der Finanzkrise von (…). Ralph Hug.
Work, 27.4.2018.
Personen > Hug Ralph. Marx Karl. Werke. Work, 2018-04-27.
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27.04.2018 Schweiz
Gewerkschaften
Personen
Work
Ralph Hug
Gewerkschaftsrechte
Hausfriedensbruch
Volltext
Wegweisendes Urteil über das Recht des Zutritts in Betriebe: Gewerkschaften dürfen rein. Nix Hausfriedensbruch: Firmen müssen die Gewerkschaften in die Betriebe lassen! Das hat das Bundesgericht entschieden. Ein klares Urteil. Das war dicke Post für die Tessiner Personalverbände: Im November 2011 beschied ihnen der Kantonsregierungen, dass der Zugang zu den kantonalen Gebäuden zwecks gewerkschaftlicher Tätigkeit „grundsätzlich verboten“ sei. Für Raoul Ghisletta vom Tessiner Gewerkschaftsbund war schon damals klar: „Ein Racheakt.“ Denn ein Jahr zuvor hatte der VPOD Flugblätter gegen die Einführung des Leistungslohns verteilt. Prompt lehnten die Stimmberechtigten die Vorlage ab. Der VPOD sagte: „Was der Kanton hier macht, ist verfassungswidrig.“ Die Gewerkschaft, der christliche Verband OSCT und der Tessiner Beamtenverband fochten den Erlass an. Juristen einig. Mit guten Gründen. Schon vor fünfzehn Jahren hielt Anwalt Arthur Andermatt, der Rechtsexperte des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds (SGB) für solche Fragen, in einem Fachartikel fest: „Die Gewerkschaften dürfen in die Betriebe.“ Dies ergebe sich aus dem Koalitionsrecht der neuen Bundesverfassung. Es sei wichtig, dass die Gewerkschaften ihre Mitglieder am Arbeitsplatz aufsuchen und informieren könnten. Nur so könne Sozialpartnerschaft überhaupt funktionieren. (…) Ralph Hug.
Work online, 27.4.2018.
Personen > Hug Ralph. Gewerkschaftsrechte. Work online, 2018-04-27.
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01.04.2018 Schweiz
Mieter- und Mieterinnen-Verband
Personen
Ralph Hug
Natalie Imboden
Geschäftsleitung
Mieter- und Mieterinnen-Verband
Volltext
Sie weiss, was Mietpolitik ist. Der Schweizerische Mieter- und Mieterinnenverbandunter neuer Leitung. Natalie Imboden übernimmt von Michael Töngi. Lange ins Dossier Mietpolitik einarbeiten , muss sie sich nicht. Natalie Imboden (47) ist schon seit vielen Jahren mit Mieterfragen beschäftigt. Vor wenigen Tagen ist sie in die Geschäftsstelle des SMV an der Monbijoustrasse in Bern eingezogen. Als Nachfolgerin von Generalsekretär Michael Töngi, der in die Politik wechselt. Beim 70-Prozent-Pensum bleibt genug Zeit, um weiterhin im Berner Grossen Rat zu politisieren, dem sie seit bald acht Jahren angehört. Zuvor war sie ein Jahrzehnt im Berner Stadtparlament aktiv. Bald zwanzig Jahre in der Politik - Natalie Imboden weiss, wie man Interessen nachhaltig vertritt, Eine Insiderin. Davon wird der SMV profitieren. Imboden kennt die Mieterbewegung von innen. Sie ist nämlich Präsidentin der MV-Regionalgruppe Bern und Umgebung. Im Gespräch mit M+W kommen wir schon bald auf das Thema Wohnbauförderung und bezahlbare Wohnungen. Das Anliegen ist auch in Bern höchst aktuell. „Wir haben vor sieben Jahren mit Erfolg eine Volksinitiative lanciert“, sagt Imboden. Diese verpflichtet die Schweizer Hauptstadt, bei Neu-, Um- und Aufzonungen einen Anteil von 30 Prozent für zahlbare Wohnungen zu reservieren. Das Volk stimmte mit über 70% zu. Einsprachen des Hauseigentümerverbands verhinderten aber bisher (…). Ralph Hug.
Mieterverband, April 2018.
Personen > Hug Ralph. Mieterverband. Natalie Imboden. Mieterverband, 2018-04-01.
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01.04.2018 Schweiz
Mieter- und Mieterinnen-Verband
Personen
Ständerat
Ralph Hug
Mieterschutz
Ständerat
Volltext
Stoppsignal für Ständerat. Mit 20'000 Unterschriften macht der SMV klar: Das Parlament darf den Mieterschutz nicht preisgeben. Dicke Post für den Ständerat. Mitte März reichte die Spitze des Schweizerischen Mieterinnen- und Mieterverbands in Bern eine Petition ein. Mehrere grosse Schachteln mit fast 20'000 Unterschriften aus einer Online-Aktion. Präsident Carlo Sommaruga strahlte: „Wir haben sie in nur sechs Wochen gesammelt!“. Mietende aus der ganzen Schweiz machten mit. Das zeigt einmal mehr, dass der SMV eine äusserst aktive und interessierte Mitgliedschaft hat. Für die Behörden in Bern sollte dies ein deutliches Signal sein. Adressat der Petition ist die Rechtskommission des Ständerats. Sie muss demnächst über eine Einschränkung der Anfechtung der Anfangsmiete entscheiden. Die Immobilienlobby hat nicht weniger als acht Initiativen deponiert. Alle haben nur ein Ziel: das geltende Mietrecht so auszuhöhlen, dass noch höhere Mieten und noch bessere Renditen möglich werden. Bezahlen sollen das die Mietenden im Land. Es muss von einem eigentlichen Sturmangriff aufs Mietrecht gesprochen werden. Eine massive Attacke, und erst noch eine heimtückische: Nie hat die Lobby offen darüber gesprochen oder gar der Öffentlichkeit klar kommuniziert, dass sie das Mietrecht umfassend deregulieren will. Es sollte möglichst ohne grosses Aufsehen geschehen. Weil man weiss, dass dies in der breiten (…). Ralph Hug.
M+W, April 2018.
Personen > Hug Ralph. Mieterschutz. Ständerat. M+V, 2018-04-01.
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29.03.2018 Schweiz
Personen
Unia Schweiz
Work
Ralph Hug
Digitalisierung
Volltext
Digitaler Wandel: Unia präsentiert Umschulungsmodell für die Industrie. Die 4.0-Software fürs Gehirn. Warten, bis der Roboter alle arbeitslos macht? Nein, findet die Unia. Und legt mit der "Berufspasserelle 4.0" ein Weiterbildungskonzept für die Arbeitnehmenden vor. Alle reden von der Digitalisierung. Studien sagen massive Jobverluste voraus. Nur das Ausmass ist umstritten. Dass sich die Arbeitsplätze auch in der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) rasant verändern, ist sonnenklar. Unia-Industriechef Corrado Pardini sagt: "Wir müssen die Arbeitnehmenden in diesem Wandel unterstützen." Es brauche nicht nur eine Agenda für die Industrie 4.0, sondern auch eine für Arbeit und Bildung 4.0. Die Digitalisierung müsse sozial umgesetzt werden. Schon seit längerem denkt man in der Unia-Zentrale darüber nach, wie das geschehen könnte. Pünktlich zum Start der Verhandlungen über den neuen MEM-Gesamtarbeitsvertrag liegt nun das Konzept Berufspasserelle 4.0 vor. Am Schluss winkt Fachdiplom. Der Plan ist, dass Sozialpartner und Staat einen neuen Träger für Umschulungen und Weiterbildung auf die Beine stellen. Dieser soll berufsbegleitende Kurse und Module anbieten. Sie sollen dazu befähigen, den digitalen Wandel in der Industrie zu bewältigen. Manuel Wyss hat am Konzept mitgearbeitet und führt die GAV-Verhandlungen. Er sagt: «Der Besuch der Passerelle 4.0 ist ein Teilzeitstudium.» (...). Ralph Hug.
Work online, 29.3.2018.
Personen > Hug Ralph. Digitalisierung. Unia Schweiz. Work online,2018-03-29.
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29.03.2018 GR Kanton
Italien
Personen
Tunnelbau
Work
Ralph Hug
Mafia
Tunnelbau
Volltext
Italiens drittgrösster Baukonzern im schiefen Licht:  Bohrt am Albula die Mafia mit? Am Albulatunnel im Engadin warten die Büezer auf ihren Lohn. Ihr Arbeitgeber, der Baukonzern Condotte, ist in Schieflage. Der Chef sitzt in Haft, und an Bord ist womöglich die Mafia. Vor zwei Jahren lobte Ingenieur Duccio Astaldi die Schweiz über den grünen Klee: "Wir haben den Schweizer Arbeitsmarkt schätzengelernt." Das war an der Feier zum Durchstich des Ceneri-Basistunnels im Tessin. Heute steht Astaldi unter Haus¬arrest, auf Geheiss des Staatsanwalts von Messina auf Sizilien. Astaldi ist nicht irgendwer, sondern Chef des drittgrössten Baukonzerns Italiens, Condotte SpA aus Rom. Ein Riese, der in der ganzen Welt Grossprojekte baut. Dem Chef und fünf weiteren Beteiligten werden "tangenti" vorgeworfen – Bestechung und Korruption rund um den Bau des Teilstücks Siracusa-Gela der Autostrada A18 auf ¬Sizilien. Es geht um Schmiergelder in Höhe von 1,6 Millionen Euro. Albula-Löhne ausstehend. Astaldi musste zurücktreten. Der Condotte-Konzern versichert: "Tutto in ordine!" Wirklich? Wenn Arno Russi den Namen Condotte hört, verwirft er die Hände: "Uuh!" Und dann erzählt der Unia-Mann in Chur, dass Condotte den Arbeitern Geld schulde. Schätzungsweise 500’000 bis 700’000 Franken. Ausstehend sind die Dezemberlöhne und der Dreizehnte inklusive Ferienanteil sowie ¬Sozialversicherungsbeiträge. (…). Ralph Hug.
Work online, 29.3.2018.
Personen > Hug Ralph. Mafia. Tunnelbau. Work online, 2018-03-29.
Ganzer Text
29.03.2018 Schweiz
Personen
Work
Ralph Hug
Annemarie Schwarzenbach
Fotos
Volltext
Reisefotografie: Annemarie Schwarzenbachs Schätze sind jetzt online. Ein Leben im Rausch. Sie hatte Geld und keine Hemmungen. Die Fotografin Annemarie Schwarzenbach hinterliess mit ihrem Werk das Dokument eines abenteuerlichen Lebens. Mit 34 war alles vorbei. Annemarie Schwarzenbach (1908-1942) endete so tragisch wie banal: mit einem unglücklichen Sturz vom Velo im Engadin. Sie war angeschlagen - Drogenentzug, Depression, Suizidversuche, psychiatrische Klinik, Fehlbehandlung mit Elektroschocks. Hinter ihr lag ein Leben im Rausch. Als Tochter aus reichem Hause - der Vater war ein vermögender Seidenindustrieller - standen ihr alle Möglichkeiten zur Selbstentfaltung offen. Und sie nutzte sie. Im legendären Ford Cabrio fuhr sie in den 1930er Jahren über Istanbul und Teheran nach Afghanistan. Ein Wahnsinn für eine junge Frau - damals. Im Gepäck hatte sie die Rolleiflex. Auch auf ihren Reisen nach Moskau, Nordafrika, Persien, Belgisch-Kongo oder in die USA hielt sie den Finger stets am Auslöser. So entstand ein Riesenwerk von 7'000 Fotos. Rund die Hälfte davon hat das Schweizerische Literaturarchiv kürzlich ins Netz gestellt. Wer sich durchklickt, geht auf eine Zeitreise, die kaum mehr enden will. So sah es damals aus auf der Welt. Faszinierend. Noch faszinierender ist nur die Schöpferin Schwarzenbach selbst. (…). Mit Fotos. Ralph Hug.
Work, 29.3.2018.
Personen > Hug Ralph. Annemarie Schwarzenbach. Fotos. Work, 2018-03-29.
Ganzer Text
02.03.2018 Schweiz
Löhne
Personen
Work
Ralph Hug
Bauarbeiter
Lohnkürzungen
Volltext
Bauvertrag: Chefs wollen für mehr Arbeitsstunden weniger bezahlen. Dieses Jahr wird noch ganz heiss. 50-Stunden-Woche und auch noch Lohnkürzungen? Nein – sagen die Bauarbeiter. Sie wollen mehr Lohn und einen guten Landesmantelvertrag. Und rüsten sich für Protestaktionen. Der Unmut ist gross. An der Konferenz der Unia-Bauarbeiter in Olten ist er klar spürbar. 300 Delegierte sind da. Die Verhandlungen für einen neuen Landesmantelvertrag (LMV) stehen bevor. Am 13. März startet die erste Verhandlungsrunde. Unia-Bauchef Nico Lutz sagt es klar: „Kollegen, es geht um alles!“ Und legt dar, weshalb. Lutz bekommt Applaus. Viel Applaus. Kranführer Pashk Marku aus Sirnach TG bekräftigt: „Jetzt müssen wir kämpfen.“ Alle engagierten Bauleute sehen das genau gleich. Am Ende der Versammlung ist klar: kein neuer Landesmantelvertrag ohne mehr Lohn und eine sichere Rente mit 60. Drei Punkte haben die Bauleute besonders sauer gemacht: Lohn: Seit 2014 stiegen die Löhne nicht mehr. Keine andere Branche war so dreist. Überall gab es Lohnerhöhungen, wenn auch minime von 1 bis 1,5 Prozent. Nur im Bau – niente di niente. Bei den letzten Lohnverhandlungen im Herbst hörten die Arbeitnehmervertreter nichts als ¬Klagelieder über hohe Kosten. Dabei brummt das Geschäft gewaltig. Es herrscht Hochkonjunktur. Sowohl im Hoch- wie im Tiefbau verzeichnen die Umsätze und Erträge Spitzenwerte (siehe Box unten). Doch die Büezer haben nichts davon. Im Gegenteil: Ihr verfügbares Einkommen sinkt, vor allem (…). Ralph Hug.
Work online, 2.3.2018.
Personen > Hug Ralph. Bauarbeiter. Löhne. Work online, 2018-03-02.
Ganzer Text
16.02.2018 Schweiz
Löhne
MEM-Industrie
Personen
Work
Ralph Hug
MEM-Industrie
Mindestlöhne
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Es zieht an: Die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie boomt – davon sollen auch die Arbeitnehmenden profitieren. GAV-Verhandlungen in der Industrie: Es geht los! Gute Zeiten für bessere Löhne. Höhere Mindestlöhne, besseren Kündigungsschutz für Ältere, klare Regelung der Arbeitszeit: Das fordert die Unia für den neuen MEM-Gesamtarbeitsvertrag. Alles zeigt nach oben: Umsätze, Aufträge, Exporte, Gewinn. Die Geschäfte in der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) laufen gut. In den letzten Monaten gingen so viele Bestellungen ein wie noch nie seit zehn Jahren. Und auch der Chef des Arbeitgeberverbandes Swissmem, Hans Hess, sieht die Branche auf einem „soliden Erholungspfad“. Gute Zeiten auch für Unia-Mann Manuel Wyss. Der MEM-Branchenleiter steigt nächste Woche mit 18 Kolleginnen und Kollegen in die Verhandlungen über einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV). Der alte läuft bereits im kommenden Juni aus. Die Zeit drängt also. Industrie-GAV: Das fordert die Unia. Hier die sieben wichtigsten Forderungen der Unia für einen neuen Gesamtarbeitsvertrag in der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie: Höhere Mindestlöhne, neu auch Mindestlöhne für Besserqualifizierte und Auszubildende, verstärkter Vollzug, Gesicherte 40-Stunden-Woche (neu inkl. Pausen), obligatorische Zeiterfassung, Berufsbegleitende Ausbildung zur Bewältigung der Digitalisierung, Mehr Ferien und Elternurlaub (18 Wochen für Mütter, 20 Tage für Väter), Kündigungsschutz für Ältere (6 Monate ab 45, 12 Monate ab 55 Jahren) (…). Ralph Hug.
Work online, 16.2.2018.
Personen > Hug Ralph. Mindestlöhne. MEM-Industrie. Work online, 2018-02-16.
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16.02.2018 Schweiz
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Unia Schweiz
Work
Ralph Hug
Mitgliederbewegung
Unia Schweiz
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Die neuen Mitgliederzahlen sind da: Unia auf hohem Niveau stabil. Mit über 200‘000 Mitgliedern ist die Unia weiterhin die mit Abstand grösste Gewerkschaft der Schweiz. Auch 2017 konnte die Unia die Zahl ihrer Mitglieder halten. Und das auf hohem Niveau: Über 200‘000 Personen sind bei der Unia organisiert. Sie wächst in den Dienstleistungsberufen, dem grössten Sektor der Wirtschaft. Diese vor Jahren eingeleitete Strategie geht auf. Mit 56‘000 Mitgliedern stellt der Tertiärsektor mittlerweile den grössten Anteil an der Basis. Der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr beträgt 2 Prozent. Weil in den Dienstleistungen viele Frauen arbeiten, wird die Unia auch weiblicher und jünger. In zwei anderen wichtigen Bereichen, dem Bau und dem Gewerbe, konnte die Unia im vergangenen Jahr mit -1,3% bzw. -0,4% die Mitgliederzahl nahezu stabil halten. Dagegen ist die Entwicklung im Sektor Industrie rückläufig (-2.9%). Dies entspricht dem allgemeinen Rückgang der Beschäftigung in diesem Wirtschaftszweig. Und verwundert wenig: Die verfehlte Politik der Nationalbank bei der Bekämpfung des überbewerteten Frankens hat in den beiden letzten Jahren zum Verlust von Zehntausenden von Stellen geführt. Aufschwung kommt. Unia-Präsidentin Vania Alleva zieht fürs Geschäftsjahr 2017 eine positive Bilanz. Sie sagt: „Wir sind mit unserem entschiedenen Kampf für faire Löhne und gute Arbeitsplätze auf dem richtigen Weg.“ Allerdings stehe die Gewerkschaft im rauhen Gegenwind: Die politische Rechte schüre gezielt eine antigewerkschaftliche Stimmung (…). Ralph Hug.
Work, 16.2.2018.
Unia Schweiz > Mitgliederbewegung 2017. Unia, 2018-02-16.
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02.02.2018 Schweiz
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Work
Dominik Gross
Ralph Hug
Interview
Vermögen
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Die Ungleichheit war noch nie so gross wie heute. Weshalb ist die Welt so ungerecht? Inzwischen besitzt das reichste Prozent der Weltbevölkerung mehr als die anderen 99 Prozent zusammen. Daran schuld ist auch Finanzminister Ueli Maurer, sagt Globalisierungsexperte Dominik Gross. Work: Dominik Gross, die Ungleichheit wird weltweit immer extremer. Das zeigt der neue Bericht der globalen Entwicklungsorganisation Oxfam. Wie reagieren Sie auf diese News? Dominik Gross: Mich empört die absolute Gleichgültigkeit der grossen Mehrheit in der Schweizer Politik auf diesen Skandal. Das ist manchmal schwer auszuhalten. Gigantische Vermögen konzentrieren sich in immer weniger Händen. Was treibt diese Entwicklung an? Vor allem die Deregulierung der Finanzmärkte. Seit den 1970er Jahren kann das Kapital frei zirkulieren und sich vermehren, ohne dass noch eine produzierende Fabrik im Spiel ist. Heute macht die Mehrheit der Konzerne an der US-Börse die Gewinne nicht mit der Produktion, sondern mit Finanzanlagen. Weiter können gewaltige Daten¬mengen in Sekundenschnelle verarbeitet werden. Die Kapitalvermehrungsmaschine lief in den letzten vierzig Jahren immer schneller. Woran sieht man das? Die grossen Konzerne bilden mittlerweile quasi Parallelstaaten. Sie bestimmen die Preise für ihre Güter selbst. 60 bis 80 Prozent des Welthandels erfolgen gar nicht mehr zwischen eigenständigen Unternehmen, sondern innerhalb von Konzernen mit ihrem globalen Firmennetz. Von einem echten Markt kann (…). Ralph Hug.
Work online, 2.2.2018.
Personen > Hug Ralph. Vermögen. Interview. Work online, 2018-02-03.
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02.02.2018 Schweiz
Personen
Work
Ralph Hug
Vermögen
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Oxfam-Studie schockt mit neuen Zahlen. Alle 48 Stunden gibt es einen Superreichen mehr. Die Reichsten der Reichen konnten ihr Vermögen 2017 um 762 Milliarden Dollar steigern. Nur ein Siebtel davon würde genügen, um alle Menschen aus extremer Armut zu befreien. Wer stört alljährlich die Cüpliparty der Reichen und Mächtigen in Davos? Oxfam. Jedes Jahr pünktlich zum Weltwirtschaftsforum publiziert die Entwicklungsorganisation ihren Bericht über die globale Ungleichheit. So auch dieses Jahr. Doch diesmal schockt der Rapport besonders. Mit Tatsachen wie dieser: Letztes Jahr haben sich die 1 Prozent Reichsten 82 Prozent des entstandenen Reichtums unter den Nagel gerissen. Oxfam illustriert dies mit neuen Daten.* Und weiter: 2017 ist die Zahl der Dollar-Milliardäre so stark gestiegen wie nie zuvor. Alle zwei Tage gab es einen neuen Superreichen. Die Zahl dieser Geldsäcke ist mittlerweile auf insgesamt 2043 angewachsen. Neun von zehn sind Männer. Darunter befinden sich nicht nur Altbekannte wie Jeff Bezos (Gründer von Amazon), Mark Zuckerberg (Facebook) oder Amancio Ortega (Modekonzern Zara). Zunehmend drängen auch Neureiche aus Asien in die erlauchten Kreise. Mit Namen, die keiner kennt, mit Ausnahme vielleicht des Chinesen Jack Ma -(Internetgeschäft Alibaba). Das Vermögen dieser Profiteure des Finanzkapitalismus stieg allein im vorigen Jahr um 762 Milliarden Dollar. Das ist das Siebenfache dessen, was erforderlich wäre, um alle Menschen aus extremer Armut (weniger als 1,90 Dollar pro Person und Tag) zu (…). Ralph Hug.
Work online, 2.2.2018.
Personen > Hug Ralph. Vermögen. Work, 2018-02-02.
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19.01.2018 Schweiz
Personen
Work
Christoph Blocher
Ralph Hug
Generalstreik
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SVP-Führer verbreitet Sowjet-Mythen: Blochers Grimm-Märchen. Zum 100-Jahr-Jubiläum des Landesstreiks serviert Hobby-Historiker Christoph Blocher alte sowjetische Zöpfe über den Schweizer Arbeiterführer Robert Grimm. Robert Grimm (1881-1958) war beim Landesstreik 1918 der Anführer. Er ging als ein bedeutender Sozialist in die Geschichte ein. Einst Revolutionär, wurde er später tüchtiger Beamter. In Pension ging er als Direktor der BLS-Bahn. Nun taucht Grimm wieder auf - und zwar ausgerechnet beim Kommunistenfresser Christoph Blocher. In einem Vortrag am Berchtoldstag in Wetzikon ZH stilisierte der Multimilliardär den Arbeiterführer zum roten Schreckgespenst hoch. Dieser habe einen Bürgerkrieg anzetteln und die Diktatur des Proletariats errichten wollen. Daher habe ihn das Militär bremsen und die Demokratie vor dem Umsturz retten müssen. Konfuse Verdrehungen. Grimm als hitziger Volksverführer und der autoritäre General Ulrich Wille, der die Armee gegen die streikenden Arbeiterinnen und Arbeiter aufbot, als Schutzpatron der Demokratie: So sieht das Blocher. Selbstverständlich durfte bei dieser Geschichtsverdrehung auch die alte These der Rechten nicht fehlen, der Schweizer Landesstreik sei ein bolschewistischer Umsturzversuch gewesen, von Russland aus gesteuert. Und also bös! Mit der Realität hat das nichts zu tun. Grimm-Kenner wie die Historiker Bernhard Degen oder Adrian Zimmermann haben Blochers zahlreiche Verdrehungen bereits richtiggestellt - nachzulesen auf der Website der Grimm-Gesellschaft (...). Ralph Hug.
Work, 19.1.2018.
Personen > Hug Ralph. Blocher Christoph. Grimm. Work, 2018-01-19.
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14.12.2017 Deutschland
Amazon GmbH
Personen
Work
Ralph Hug
Amazon GmbH
Streik
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David ritzt den Goliath. Amazon: Erste Streik-Erfolge für die Gewerkschaft Verdi. Doch die deutsche Gewerkschaft Verdi hält dagegen. Wie das geht, erklärt Verdi-Mann Thomas Voss. Zuständig bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi für den Versand- und Onlinehandel. Er koordiniert den Arbeitskampf bei Amazon. Work: Der „Black Friday“ war für Sie ein guter Tag. Amazon konnte erst verspätet ausliefern. Was haben Sie getan? Thomas Voss: Amazon musste am „Black Friday“ die Kundschaft informieren, dass sie erst später liefern können. Natürlich sagten sie nichts vom Streik. Aber an diesem Tag nahmen 2400 Beschäftigte an Streikaktionen teil. Auch jetzt finden Streiks abwechslungsweise in allen sechs Verteilzentren statt. Wir verfolgen da eine flexible Streiktaktik, die auf Amazon zugeschnitten ist. In allen Zentren gibt es Streikleitungen im engen Kontakt mit den Tarifkommissionen. Wir sind in der Lage, am gleichen Tag über einen Streik zu entscheiden und ihn durchzuführen. So sind wir unberechenbar und dadurch wirksam geworden. Und wie reagiert „Goliath Amazon“ auf „David Verdi“? Sie verdoppeln im Weihnachtsgeschäft die Beschäftigtenzahl mit kurzfristigen Saisonkräften, um Ausfälle zu ersetzen und rechtzeitig liefern zu können. Müssen Streikende die Entlassung fürchten? Nein, das geht bei unserer Rechtslage in Deutschland nicht. Streiken ist ein Recht der Arbeitnehmenden. Man kann (…). Ralph Hug.
Work online, 14.12.2017.
Personen > Hug Ralph. Amazon GmbH. Streik. Work online, 2017-12-14.
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14.12.2017 ZH Kanton
Löhne
Personen
SVP
Work
Ralph Hug
Baudirektion
Lohndumping
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SVP-Baudirektor deckt Lohnklau. Lohndumping auf Baustelle des Zürcher Unispitals. Bei den Zürcher Kantonsbehörden sieht der Kampf gegen Lohndumping so aus: Fall weitermelden, Deckel zu. Verantwortlich: SVP-Regierungsrat Markus Kägi. Tatort Technikzentrale im Unispital Zürich. Vier polnische Arbeiter werden auf dieser Baustelle um den Lohn betrogen und merken es. Sie schalten die Unia ein. Heraus kam, wie Lohndumping heute funktioniert. Die Luzerner Sanitärfirma Schmid Amrhein AG hatte sich vom Kanton einen 3-Millionen-Auftrag ergattert und Arbeiten an eine polnische Firma aus Swiebodzice mit einer Briefkasten-Zweigstelle im zürcherischen Kollbrunn weitergegeben. Diese wirbt Büezer in Polen an und schleust sie dann in die Schweiz. Doppelte Verträge. Auf den polnischen Verträgen ist ein Stundenlohn von 14,50 Euro vermerkt, auf den offiziellen Dokumenten allerdings 22 Franken. So sieht alles korrekt aus. Denn dieser Lohn entspricht dem Gesamtarbeitsvertrag Gebäudetechnik. Das Geld gab’s für die polnischen Kollegen zu Hause in Krakau bar auf die Hand – teils in Euro, teils auch in polnischen Złoty. Aber zu wenig, wie sie klagen. Unia-Expertin Christa Suter weiss: „Die Arbeitsrapporte und Lohnabrechnungen weisen viel weniger Stunden auf, als tatsächlich gearbeitet wurden.“ Die Polen schufteten während sechs Tagen mindestens 8 bis 9 Stunden auf der Baustelle. Die Abrechnungen waren jeweils in Deutsch abgefasst. Die Büezer verstanden nicht, was sie unterschrieben. Bei der behördlichen Kontrolle (…).  Ralph Hug.
Work online, 14.12.2017.
Personen > Hug Ralph. Dumpinglöhne. Baudirektion ZH Kanton. Work, 2017-12-14.
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