Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 433

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16.08.2019 Reconvilier
Personen
Swissmetal
Work
Ralph Hug
Besitzverhältnisse
Swissmetal
Volltext
Legendäre Buntmetallfirma in Reconvilier im Berner Jura bleibt bestehen. 160 Jobs bei Swissmetal gerettt. Monatelang mussten die Büezer von Swissmetal zittern. Jetzt ist endlich klar: Sie können ihre Jobs behalten. Eine neue Trägerschaft namens Swissmetallindustries SA hat den Betrieb übernommen. Dahinter steht der Unternehmer Andre Rezzonico mit seiner Firma Lemco Precision SA. Rezzonico fertigt in Monthey und Vionnaz VS Präzisionsdrehteile und ist ein Hauptkunde von Swissmetal. Er hat die Buntmetallfirma mit Standorten in Reconvilier im Berner Jura und in Dornach SO zusammen mit einem pensionierten Banker gekauft. Besitzer war bis anhin der chinesische Baoshida-Konzern. Der neue Verwaltungsratspräsident Xingjun Shang entpuppte sich jedoch als Betrüger: Er verpfändete vor drei Jahren die Gebäulichkeiten in Reconvilier illegal und trieb das Unternehmen damit in die Verschuldung. Der Chinese wurde im Mai zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Der Fortbestand von Swissmetal hing plötzlich von einer kreditgebenden Bank in China ab. Diese hat nun in eine Nachfolgelösung mit Investor Rezzonico eingewilligt. Offene Fragen. gegenüber den beiden Betriebskommissionen hat Andre Rezzonico versichert, er wolle alle Arbeitsplätze erhalten. Auch will er den Gesamtarbeitsvertrag der Maschinenindustrie respektieren, so dass es für die Mitarbeitenden zu keinen Verschlechterungen kommt. Manuel Wyss, Industrieverantwortlicher bei der Unia, sagt: „Damit sind unsere beiden (…). Ralph Hug.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Hug Ralph. Swissmetal. Eigentumsverhaeltnisse. Work online, 2019-08-16.
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16.08.2019 Le Lieu
Dubois Dépraz SA
Personen
Unia Schweiz
Work
Ralph Hug
Dubois Dépraz SA
Entlassung
Gewerkschaftsrechte
Volltext
Neuer Fall einer antigewerkschaftlichen Kündigung. Ist Unia-Mann Mickael Béday das letzte Opfer der Brutalo-Chefs? Eine Schande: Die Schweiz stand wegen antigewerkschaftlicher Kündigungen auf der schwarzen Liste der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Das jüngste Opfer ist ein Uhrmacher aus dem Jura. Mickael Béday (28) wollte eine Betriebskommission auf die Beine stellen. Und in der Uhrenfirma Dubois Dépraz SA im Vallée de Joux dafür sorgen, dass der Gesamtarbeitsvertrag auch bei Überstunden korrekt angewendet wird. Aber das missfiel der Direktion. Am 24. Juni entliess sie den Gewerkschafter aus fadenscheinigen Gründen. Für Pierre-Yves Maillard, Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds (SGB), ein klarer Fall von antigewerkschaftlicher Kündigung: „Niemand darf entlassen werden, bloss weil er seine Rechte als Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer wahrnimmt“, kritisierte er Anfang Juli an einer Solidaritätskundgebung. Rund hundert Protestierende verlangten die Wiedereinstellung von Mickael Béday. Die Unia hat inzwischen eine Petition lanciert. Wende in Sicht. Der Fall Béday ist der jüngste in einer langen Geschichte. Denn die Schweiz schützt Arbeitnehmende nur höchst ungenügend vor missbräuchlicher Kündigung. Das ist der Grund, weshalb sie die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) im Mai auf eine schwarze Liste gesetzt hat. Mit dem fehlenden Schutz verstösst die Schweiz gegen die ILO-Konvention Nr. 98, die sie selber unterschrieben (…). Ralph Hug.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Hug Ralph. Dubois Dépraz SA. Entlassung. Work online, 2019-08-16.
16.08.2019 Schweiz
Personen
SBB
Work
Ralph Hug
Betriebsunfall
SBB
Todesfall
Volltext
Einklemmschutz funktionierte nicht: Tragischer Tod von Zugführer Bruno R. Der SEV will umfassende Sicherheitskontrolle. Die Bähnlergewerkschaft SEV machte bei den SBB Druck für eine schnellere Überprüfung der Zugtüren-Sicherheit. Was war verantwortlich für den tödlichen Unfall des Zugbegleiters Bruno R. (54)?. Klar ist bis jetzt nur: Die Türe schloss und klemmte den Arm des Zugführers ein. Dieser konnte nicht mehr einsteigen und wurde vom Zug mitgeschleift. Der Einklemmschutz, der genau solche Unfälle verhindern soll, hat nicht funktioniert. Eine Untersuchung der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle läuft. SBB-Mitarbeitende, aber auch Reisende kennen den Mangel. Laut offizieller SBB-Statistik sind seit 2014 insgesamt 86 Fahrgäste und seit 2016 zehn Zugbegleiter eingeklemmt und teilweise verletzt worden. Kein Risiko. Bruno R.s tragischer Tod hat die Bähnlerinnen und Bähnler tief getroffen, Vor einer Woche stand punkt 13 Uhr im Zürcher Hauptbahnhof alles still. Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen des Verunfallten hielten eine Gedenkminute mit Trillerpfeifen und Zughörnern ab. Ein deutliches Signal für mehr Sicherheit. Gleichzeitig macht die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV Druck. Vizepräsident Manuel Avallone forderte, dass sämtliche 493 Wagen des fraglichen Zugtyps mit fast zweitausend Türen aus dem Betrieb genommen und durchgecheckt werden. Man dürfe kein Risiko eingehen. (…). Ralph Hug.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Hug Ralph. Betriebsunfall. Todesfall. Work online, 2019-08-16.
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01.07.2019 Schweiz
Mieter- und Mieterinnen-Verband
Personen
Ralph Hug
Mietzinse
Volltext
Wucher
Herr Parmelin, bitte ins Kino! Leilani Farha propagiert das Wohnen als Menschenrecht. Hört Bundesrat Parmelin ihre Botschaft? Sie war mit ihrem Team schon in Chile, Indien, Serbien und Kosovo auf Recherche. Der Uno lieferte sie Berichte über Obdachlosigkeit und die Folgen von Finanz-Akteuren auf dem Wohnungsmarkt ab. Rechtsanwältin Leilani Farha aus Kanada ist eine Expertin für Wohnfragen. Vor allem in ihrer Funktion als Sonderberichterstatterin der Weltorganisation für das Recht auf Wohnen. Vorher war dieses Amt kaum bekannt. Seit sie es 2014 antrat, hat sich das geändert. Weil Farha eine Botschaft und einen Willen hat, diese auch umzusetzen. Diese Botschaft lautet: Wohnen ist ein Menschenrecht, und ein Menschenrecht muss geschützt sein. Sonst ist es kein Recht. Jetzt hat Farha ein Projekt mit dem programmatischen Namen „The Shift“ gestartet. Das heisst so viel wie „Verschiebung“, aber auch „Wechsel“. Gemeint ist ein Wechsel der Perspektive. Denn in den vergangenen Jahren hat ein gefährlicher Prozess eingesetzt: Auf den Wohnungsmärkten tummeln sich immer mehr Finanz-Akteure. Für sie sind Wohnungen nur eine Anlage, die Gewinn abwirft. Und weil alle irgendwo wohnen müssen, sind das todsichere Anlagen. Man muss nur den Zugriff auf die Märkte haben. Mietende mutieren dann bald zu Zitronen, die man durch Mieterhöhungen auspressen kann. Die Miete wird auf diese Weise zu einem lukrativen Rohstoff wie Öl oder Gold. Fachleute nennen diesen Prozess „Finanzialisierung“. (…). Ralph Hug. Mieten+Wohnen, 1.7.2019.
Mieterinnenverband > Mietzins. Wucher. M+W, 2019-07-01.
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28.06.2019 St. Gallen
Personen
Work
Ralph Hug
Frauenstreik
Volltext
St. Gallen rappt. Der Demozug will nicht enden. 5‘000 sind es mindestens. Wieder und wieder hallt ein Ohrwurm durch die Gassen: „Ufe mit de Frauelöhn, abe mit de Boni!“ Dieser Slogan hat Evergreen-Qualität. Vor allem, weil sich das „Boooni“ beim Marsch so schön in die Länge ziehen lässt. Queerfeministisch. Jetzt ist das Kollektiv „Die Leiden der jungen Bertha“ am Zug. Das sind fünf clevere junge Frauen. Sie nennen sich queerfeministisch. Will heissen: Das Geschlecht spielt keine Rolle, denn es hat viele Gesichter und kann sich wandeln. Die Berthas stehen mit Megaphonen bewaffnet auf der Bühne. Sie üben mit den Demonstrierenden das Parolenrufen ein: „Uufe mit de Frauelöööhn, aabee mit de Booooni!“ Die Berthas sind in Fahrt. Sie legen auch noch eine Performance hin. Eine feministische Polit-Performance direkt unter den Augen von Vadian, dem Stadtheiligen. Einen solchen Aufstand der Weiber hat der Reformator noch nie gesehen. Die Berthas rappen rhythmisch ins Megaphon: „Wir stören, was uns stört!“ Sie haben farbige Perücken aufgesetzt. Da explodiert die Kreativität einer neuen Generation. Gallus-Frauenpower. Und dieser legt die Stadt lahm. Nichts läuft mehr in der Innenstadt, die Polizei kapituliert. Alles steht still, wenn Frau will. Auf Facebook schreiben die Berthas zwei Tage später: „Bertha weiss, dass das Gras grüner ist auf der anderen Seite.“ Tausende andere wissen es jetzt auch.
Ralph Hug.
Work online, 28.6.2019.
Personen > Hug Ralph. Frauenstreik St. Gallen. Work online, 2019-06-28.
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14.06.2019 Schweiz
Personen
Work
Margarethe Faas-Hardegger
Ralph Hug
Biografien
Volltext
Gewerkschafterin Margarethe Faas-Hardegger (1882-1963) forderte die Männer heraus. Die macht einfach, was sie will! Der Gewerkschaftsbund entliess vor 100 Jahren seine erste Arbeitersekretärin. Weil sie eine Frau war. Und rhetorisch brillant, ungestüm, erfolgreich. Durchs Wallis schallte ein Ruf: „Die rote Margrit kommt!“ Schreck für die einen, Freude für die andern. Margarethe Faas-Hardegger war auf Agitationstour. Am 28. Juni 1908 kam sie nach Sitten. Dort referierte sie in der „Auberge des Alpes“ zum Thema „Die Arbeiterbewegung, die Frauenbewegung und der Antialkoholismus“. Es herrschte striktes Alkoholverbot. Trotzdem war der Saal voll. Alle wollten jene Frau hören, die den Gewerkschaftsbund (SGB) aufmischte. Faas-Hardegger war die erste Arbeitersekretärin des SGB, erst seit 1904 im Amt. Eine Sensation, die aber nur fünf Jahre lang währte. Denn es wurde den behäbigen Gewerkschaftern zu bunt: Sie schmissen die rastlose Kollegin raus, die lieber bei den Leuten an der Front war als bei ihnen im Büro sass. Das war im April des Jahres 1909. Neid und Schikanen. Margarethe Faas-Hardegger war jung, ungestüm, gebildet, intellek¬tuell und rhetorisch brillant, erfolgreich. Und die einzige Frau in einem ¬Gewerkschaftsapparat, in dem stets die Männer sagten, wo’s langgeht. „Von Anfang an herrschte dicke Luft auf dem Sekretariat“, schreibt Biographin Regula Bochsler. Die Kollegen deckten die 22jährige Neo-Gewerkschafterin nach Kräften mit Papierkram ein. Sie verwehrten ihr Auftritte, wo es ging, trotz ihrer Top- (…). Ralph Hug.
Work online, 14.6.2019.
Personen > Hug Ralph. Faas-Hardegger Margarerthe. Biografie. Work online, 2019-06-14.
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12.04.2019 England
EU
Löhne
Personen
Work
Ralph Hug
Lohnschutz
Volltext
Grossbritannien versinkt immer tiefer im Brexit-Chaos. Land ohne Lohnschutz. Grossbritannien hat stets flankierende Massnahmen zum Schutz der Löhne abgelehnt. Ein kapitaler Fehler, wie die britische Lohnstatistik zeigt. 2016 beschloss eine knappe Mehrheit der Britinnen und Briten den Brexit – den Ausstieg aus der Europäischen Union. Kurz darauf wollte Mike Carter wissen, warum. Der Journalist der britischen Tageszeitung „The Guardian“ wanderte zu Fuss von Liverpool nach London. Und sah: geschlossene Minen, leere Industrieparks, Städte mit verriegelten Ladengeschäften. Fastfoodketten, Wettbüros und, gleich nebenan, Pfand- und Kreditleiher. Plus viele „charity shops“, Läden von Hilfsorganisationen mit Billig-Lebensmitteln. Was Carter beobachtete, sind die verheerenden Folgen von Deindustrialisierung und Sparpolitik. Das schwere Erbe von Margaret Thatcher und den regierenden Konservativen (Tories). Aber auch von Tony Blair und einer Sozialdemokratie, welche die neoliberale Politik ihrerseits fortführte. Auch der britische Gewerkschaftsbund Trades Union Congress (TUC) spielte damals gar keine gute Rolle. Das sagt Vasco Pedrina, früherer Co-Präsident der Unia. Der TUC habe versagt: „Der grösste Fehler war, dass er kein Veto gegen eine Personenfreizügigkeit ohne jegliche sozialen Schutzmassnahmen einlegte“, so Pedrina. Anders in der Schweiz: Hier setzten sich SP und Gewerkschaften erfolgreich für flankierende Massnahmen zur Personenfreizügigkeit ein. Für das Prinzip: „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort»“ um Lohndumping durch die Firmen zu verhindern. Gleicher Lohn am gleichen  (…). Ralph Hug.
Work online, 12.4.2019.
Personen > Hug Ralph. England. Lohnschutz. Work online, 2019-04-12.
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01.04.2019 Schweiz
Mietwesen
Personen
Ralph Hug
Mietwesen
Rassismus
Volltext
Ungleiche Chancen. Wer einen fremd klingenden Namen hat, hat es schwerer auf dem Wohnungsmarkt. Das beweist eine neue Studie. Es war immer wieder zu hören. Doch meist fehlt der konkrete Beweis. Als M+W im September 2009 den Fall einer exjugoslawischen Familie aufrollte, die eine Wohnung offenkundig nur wegen ihrer Herkunft nicht bekam, hiess es: Das ist ein Einzelfall! Leider nicht. Jetzt beweist eine Studie, dass es ethnische Diskriminierung auch auf dem Schweizer Wohnungsmarkt gibt. Oder mit anderen Worten: Wer zum Beispiel einen kosovarischen oder türkischen Namen trägt, hat signifikant weniger Chancen, zu einer Besichtigung eingeladen zu werden. Dies ist das Fazit eines Berichts, den das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) bei einem Forscherteam der Universitäten Neuenburg, Lausanne und Genf in Auftrag gegeben hat. Und so ist das Team vorgegangen: Es hat zwischen März und Oktober 2018 über 11'000 Anfragen an gut 5‘700 Vermieterinnen und Vermieter in allen Teilen der Schweiz verschickt. Sowohl in Ballungszentren als auch in eher ländlichen Regionen. Die Anfragen waren natürlich fiktiv, und die anfragenden Personen auch. Wichtig waren nur die Namen. Und die hiessen dann etwa Berisha, Krasniqi und Gashi, um eine kosovarische Herkunft zu signalisieren, oder Celik, Kaya oder Yilmaz, um eine türkische Abstammung anzuzeigen. Dies kontrastierte dann mit anderen Nachnamen aus der Schweiz (z.B. Aebischer, Gerber, Steiner), aus Deutschland (Hoffmann, Schulz, Wagner) oder aus Frankreich (Aubry, Gaillard, Rochat). Die Rückmeldungen der Vermieter wurden verglichen (…). Ralph Hug.
Mieten+Wohnen, Nr. 2, April 2019.
Personen > Hug Ralph. Rassismus. Mietwesen. M+W, 2019-04-01.
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01.04.2019 Schweiz
Mietwesen
Personen
Ralph Hug
Mietwesen
Rassismus
Volltext
Ungleiche Chancen. Wer einen fremd klingenden Namen hat, hat es schwerer auf dem Wohnungsmarkt. Das beweist eine neue Studie. Es war immer wieder zu hören. Doch meist fehlt der konkrete Beweis. Als M+W im September 2009 den Fall einer exjugoslawischen Familie aufrollte, die eine Wohnung offenkundig nur wegen ihrer Herkunft nicht bekam, hiess es: Das ist ein Einzelfall! Leider nicht. Jetzt beweist eine Studie, dass es ethnische Diskriminierung auch auf dem Schweizer Wohnungsmarkt gibt. Oder mit anderen Worten: Wer zum Beispiel einen kosovarischen oder türkischen Namen trägt, hat signifikant weniger Chancen, zu einer Besichtigung eingeladen zu werden. Dies ist das Fazit eines Berichts, den das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) bei einem Forscherteam der Universitäten Neuenburg, Lausanne und Genf in Auftrag gegeben hat. Und so ist das Team vorgegangen: Es hat zwischen März und Oktober 2018 über 11'000 Anfragen an gut 5‘700 Vermieterinnen und Vermieter in allen Teilen der Schweiz verschickt. Sowohl in Ballungszentren als auch in eher ländlichen Regionen. Die Anfragen waren natürlich fiktiv, und die anfragenden Personen auch. Wichtig waren nur die Namen. Und die hiessen dann etwa Berisha, Krasniqi und Gashi, um eine kosovarische Herkunft zu signalisieren, oder Celik, Kaya oder Yilmaz, um eine türkische Abstammung anzuzeigen. Dies kontrastierte dann mit anderen Nachnamen aus der Schweiz (z.B. Aebischer, Gerber, Steiner), aus Deutschland (Hoffmann, Schulz, Wagner) oder aus Frankreich (Aubry, Gaillard, Rochat). Die Rückmeldungen der Vermieter wurden verglichen (…). Ralph Hug.
Mieten+Wohnen, Nr. 2, April 2019.
Personen > Hug Ralph. Rassismus. Mietwesen. M+W, 2019-04-01.
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29.03.2019 Schweiz
ILO
Personen
Work
Ralph Hug
ILO
Jubiläum
Volltext
Stachel im Fleisch des Kapitalismus. 100 Jahre Internationale Arbeitsorganisation (ILO). Und immer wieder kassiert die Schweiz von der ILO eine Rüge. Mag sie den Geburtstag dieser wichtigen Uno-Tochter deshalb nicht feiern? Grosse Party in Berlin: Am 12. März feierte die Prominenz den hundertsten Geburtstag der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) lobte die Institution als «Vorkämpferin für menschenwürdige Arbeit». Und die Schweiz? Hier ist der runde Geburtstag der Uno-Tochter kein Thema. Obwohl sie in Genf zu Hause ist. Auch dass die ILO derzeit eine neue Norm gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ausarbeitet, ist den Medien keine Notiz wert. Trotz #MeToo. Arbeit ist keine Ware. Kein Wunder, denn die offizielle Schweiz hat zur ILO ein eher gespanntes Verhältnis. Jährlich kassiert sie von ihr nämlich eine Rüge, weil sie die Normen für den Schutz von gewerkschaftlichen Vertrauensleuten verletzt (siehe Artikel unten). Auch kritisiert die ILO regelmässig das geschönte Bild der Arbeitslosigkeit. Nach ihrer international anerkannten Messmethode ist diese in der Schweiz doppelt so hoch, als sie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) verkündet. Denn das Seco rechne die Ausgesteuerten und Älteren auf Arbeitssuche nicht ein. Seit je ist die ILO ein Stachel im Fleisch des Kapitalismus. Ihre Aufgabe ist es, Standards für menschenwürdige Arbeit aufzustellen. Damit steht sie im Dauerkonflikt mit der Wirtschaft. ILO-Generaldirektor Guy Ryder muss auch im Jubiläumsjahr anmahnen: „Arbeit ist keine Ware!“ (…).  Ralph Hug.
Work online, 29.3.2019.
Personen > Hug Ralph. ILO. Jubiläum. Work online, 2019-03-29.
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15.03.2019 Kleindöttingen
Pensionskasse
Personen
Stiftung Phoenix
Work
Ralph Hug
Konkurs
Stiftung Phoenix
Volltext
Die Aargauer Sammelstiftung Phoenix steht am Abgrund. Im Aargau platzt ein Pensionskassen-Skandal: Die Renten sind in Gefahr. Die Pensionskasse Phoenix aus Kleindöttingen AG steht vor dem Aus. Betroffen sind Arbeitnehmende aus der Industrie, aber auch aus dem Taxigewerbe. Die Sammelstiftung wurde 2012 vom Geschäftsmann Serge Aerne gegründet. Dabei scharte er Leute aus der Treuhandszene um sich. Mit Hilfe von Brokern und flotter Werbung akquirierte die Stiftung Firmen mit über dreitausend Versicherten. Im Prospekt heisst es: „Phoenix bringt Schwung in die berufliche Vorsorge.“ Aerne & Co. versprachen „angepasste Anlagestrategien“ sowie ein Vollversicherungsmodell „mit hundertprozentiger Zins- und Kapitalgarantie“. Doch schon im ersten Jahr gab es fragwürdige Geschäfte. Die Stiftung kaufte eine Liegenschaft im sanktgallischen Toggenburg von einer Firma, an der der Phoenix-Gründer selber beteiligt war. Das ist zwar nicht verboten. Aber bald musste der Immobilienwert nach unten korrigiert werden. Dasselbe geschah bei weiteren Immobiliendeals in Salez SG und Menziken AG. Phoenix hat eine Witwenrente um mehr als die Hälfte gestrichen. Krumme Geschäfte. Es folgten Verträge mit Beratungs- und Verwaltungsfirmen, an denen der Gründer ebenfalls beteiligt war. So flossen Gelder aus der Sammelstiftung ab, und es gab hohe Verwaltungskosten. Zu etlichen Geschäften existierten weder schriftliche Beschlüsse, ordentliche Protokolle noch Konkurrenzofferten, wie vom Gesetz gefordert. Interessenbindungen waren auch nicht offengelegt, und dem Grundbuchamt wurden Kaufverträge verschwiegen. (…). Ralph Hug.
Work onine, 15.3.2019.
Personen > Hug Ralph. Pensionskassen. Stiftung Phoenix. Work online, 2019-03-15.
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15.02.2019 Schweiz
Nationalbank
Personen
Work
Ralph Hug
Pensionskassen
Rente
Volltext
Nationalbank soll Minuszinsen auszahlen statt bunkern. Der Vorschlag des Gewerkschaftsbundes, wie man die sinkenden Pensionskassenrenten stoppen könnte, sorgt für Wirbel. Zwei hatten eine Idee: Wie wär’s, wenn man den Tresor der Nationalbank (SNB) anzapfen würde, um die ständig fallenden BVG-Renten aufzubessern? Denn mit ihren Negativzinsen setzt die SNB die Renten zusätzlich unter Druck. Soll sie also auch dafür geradestehen! Die zwei – das sind Daniel Lampart und Paul Rechsteiner, der Chefökonom und der Ex-Präsident des Gewerkschaftsbunds. Ihre Idee entstand, wie so viele in der Politik, im Zug nach Bern. Und zwar schon vor längerem. Nun steht sie in einem Forderungskatalog, den der Gewerkschaftsbund im Januar der Öffentlichkeit präsentierte. Aber nur als letzter Punkt in einer ganzen Palette von Massnahmen, um die Kaufkraft der Bevölkerung zu sichern. Niemand schenkte dem Beachtung. Lenkungsabgabe. Doch seit die „Sonntagszeitung“ eine grosse Story draus machte, schlägt das Wellen – im Bundeshaus, in der Nationalbank, in der Pensionskassenszene. Worum geht’s genau? Die SNB kassiert jedes Jahr zwei Milliarden Franken an Negativzinsen von - 0,75 Prozent. Das müssen Banken und Versicherungen zahlen, wenn sie Geld bei der SNB deponieren. Negativzinsen sollen den Franken weniger attraktiv machen und sind deshalb geldpolitisch nötig. Für Daniel Lampart sind solche Zinsen eine Art Lenkungsabgabe. Aber er findet es falsch, wenn diese Einnahmen bei der SNB (…). Ralph Hug.
Work online, 15.2.2019.
Personen > Hug Ralph. Nationalbank. Pensionskasse. Work online, 2019-02-15.
Ganzer Text
15.02.2019 Schweiz
Personen
Work
Ralph Hug
Trotzkismus
Volltext
Das waren und wollten die Schweizer Trotzkisten. Sibir: Die wahre Revolution. Die Trotzkisten-Bewegung in der Schweiz war klein, aber einflussreich. Jetzt liegen ihre Memoiren und Dokumente vor. Er war der „eiskalte Revolutionär“. Aber nur in der Werbung. Der junge Ingenieur Hans Stierlin erfand 1944 den geräuschlosen Kühlschrank. Er gründete die Firma Sibir und begann, in Schlieren einen günstigen Kühlschrank fürs Volk zu produzieren. Das Gerät veränderte Tausende von Schweizer Haushalten. Eine echte Revolution. Doch die Umwälzung, die Stierlin eigentlich im Sinne hatte, blieb aus. Er war Trotzkist und glaubte an einen unbürokratischen Sozialismus. Heimliche Finanzierung. Stierlin war seit der Jugend ein Anhänger des russischen Revolutionärs Leo Trotzki, der die „permanente Revolution“ propagierte. Heimlich finanzierte Stierlin die Gruppierung „Marxistische Aktion Schweiz“. Geld gab er auch dem Publizisten Heinrich Buchbinder, einst der bekannteste Trotzkist im Land. Als Unternehmer lieb er aber im Hintergrund. In seiner Fabrik experimentierte er mit wirtschaftlichen Arbeitsbedingungen. Es gab Einheitslöhne und reduzierte Arbeitszeiten. So düpierte der linke Patron die rechte Metallgewerkschaft SMUV. Sibir gibt's immer noch, wenn au.ch nur noch als Handels- und Servicefirma. Ebenso lebt die trotzkistische Bewegung weiter, vor allem in der Westschweiz mit dem „Mouvement pour le socialisme“ oder bei einer jüngeren Generation mit der Zeitschrift „Der Funke“. (…). Ralph Hug.
Work online, 15.2.2019.
Personen > Hug Ralph. Trotzkismus Schweiz. Work online, 2019-02-15.
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01.02.2019 Genf
ABB
Personen
Work
Ralph Hug
ABB
Ausgliederung
Volltext
ABB wird zerlegt, Aktionäre machen Kasse. Der „Schlächter von Stockholm“. Bei ABB zittern Tausende um ihren Job. Der Konzern ist zum Opfer einer Heuschrecke geworden. Lange wehrte sich ABB-Chef Ulrich Spiesshofer gegen die Aufspaltung: Das sei falsch, bringe nichts und zerstöre nur Synergien. Jetzt aber verkauft er das Herzstück des Konzerns, das Geschäft mit den Stromnetzen, an Hitachi. Die Demontage des Schweizer Industrie-Flaggschiffs wird Tatsache. Spiesshofer sagt jetzt, man müsse mit der Zeit gehen und sich auf die „Industrie 4.0“ konzentrieren, das heisst, auf die Automatisierung. Er entpuppt sich damit als Wendehals. Und zeigt, dass das, was ein CEO verkündet, nur so lange gilt, als es seinen Kapitalgebern passt. Drei Leuten passte es nicht mehr: Lars Förberg (53): Der Schwede ist Chef des aggressiven Fonds Cevian Capital. Seine Devise heisst: Firmen aufkaufen, zerlegen und Kasse machen. Cevian hält gut 5 Prozent der ABB-Aktien. Förberg sitzt seit einem Jahr im ABB-Verwaltungsrat. Jacob Wallenberg (63): Der Chef aus der reichsten schwedischen Industriellenfamilie hält mit seiner Investor AB zehn Prozent der ABB-Aktien. Peter Voser (60): Der Verwaltungsratspräsident ist die graue Eminenz bei ABB. 2002 rettete er als Finanzchef das Unternehmen aus der Krise. Danach krempelte er den Ölriesen Shell um. Der Spitzname von Cevian lautet „Schlächter von Stockholm“. Diesem Ruf wird der Fonds auch bei ABB gerecht. Vor vier Jahren stieg Förberg mit Aktienkäufen ein. Sogleich forderte er die Aufspaltung. Der Konzern sei nicht rentabel genug. Dabei steigerte ABB noch 2017 den Gewinn auf 2,2 Milliarden Dollar, (…). Ralph Hug.
Work online, 1.2.2019.
Personen > Hug Ralph. ABB. Auslagerung. Work online, 2019-02-01.
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01.02.2019 Bellinzona
Industriewerke Bellinzon
Personen
Work
Ralph Hug
Industriewerk Bellinzona
Neubau
Volltext
SBB-Werk Bellinzona: Zehn Jahre nach Mega-Streik fühlen sich die Mitarbeiter betrogen. Und wieder kämpfen sie für ihre „Officine“. Jetzt ist das grosse SBB-Unterhaltswerk in Bellinzona schon wieder in Gefahr: es soll neu gebaut werden. Aber mit viel weniger und schlechteren Jobs. Das grosse Industrie- und Unterhaltswerk der SBB soll neu errichtet werden. Aber nicht in Bellinzona, wo es jetzt steht. Sondern in der Nachbargemeinde Arbedo-Campione auf der grünen Wiese. Dafür sprachen Bellinzona und der Kanton Tessin 120 Millionen Franken. Viel schwerer wiegt jedoch, dass es in der „modernsten Bahnwerkstätte Europas“ markant weniger Arbeitsplätze geben wird - nur noch gut 200 statt 400. Die Mitarbeitenden fühlen sich hintergangen. In einem grossen Streik vor zehn Jahren hatten sie die damaligen Schliessungspläne der SBB gestoppt und Zusicherungen für den Erhalt der Arbeitsplätze erreicht. Steter Abbau. Diese Niederlage hat SBB-Chef Andreas Meyer nicht vergessen: Nach dem Streik änderte er die Strategie. Statt eines Brutalo-Abbaus folgte ein steter Soft-Abbau. Bellinzona hatte auf einmal weniger Aufträge, die Auslastung der Anlage sank kontinuierlich. Unia-Sekretär und Grossrat Matteo Pronzini (Bewegung für den Sozialismus-Kommunistische Partei) kritisiert: „Die SBB haben den Betrieb gezielt geschwächt und damit seine Weiterentwicklung untergraben“. Schon dies sorgte unter den Mitarbeitenden für Unmut. Der Ärger wuchs noch an, als letztes Jahr das Neubauprojekt bekannt wurde. (…). Ralph Hug.
Work, 1.2.2019.
Personen > Hug Ralph. Industriewerke Bellinzona. Work, 2019-02-01.
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18.01.2019 Schweiz
Personen
Work
Ralph Hug
Rosa Luxemburg
Ermordung
Volltext
Der rechtsextreme Offizier Waldemar Pabst liess Luxemburg töten. Mörder-Chef lebte straflos in der Schweiz. Ein vergessener Skandal: Die Schweiz deckte jahrelang den Mörder von Rosa Luxemburg. Sie warfen die Leiche in den Berliner Landwehrkanal. Zwei Schergen der Garde-Kavallerie-Schützen-Division brachten die Sozialistin Rosa Luxemburg am 15. Januar 1919 brutal um. Der wahre Mörder war aber Waldemar Pabst, der Chef dieses Elite-Freikorps. Pabst hatte die Tötung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht veranlasst. Und zwar unter Billigung des damaligen Wehrministers Gustav Noske (SPD), genannt „Bluthund“. Nie wurde Pabst dafür zur Rechenschaft gezogen. Waldemar Pabst (1880-1970) gilt als Schlüsselfigur der deutschen Gegenrevolution. Er war Offizier, Waffenhändler und Strippenzieher im Rechtsextremismus. Vergeblich putschte er 1923 gegen die Weimarer Republik. Nach Hitlers Machtergreifung baute er seinen Einfluss aus. Für Hitler organisierte er den Import verbotener Rüstungsgüter. Unter anderem aus der Schweiz mit einer Tarnfirma namens Sfindex in Sarnen OW. Besonders scharf war Pabst auf hochpräzise Werkzeugmaschinen. Auch in der von Deutschen gegründeten Waffenfabrik Solothurn war er aktiv. Mächtig. Die Historikerin Doris Kachulle sagt: „Pabst war eine wichtige Scharnierfigur zwischen der deutschen und der Schweizer Kriegswirtschaft.“ Dass er unbehelligt blieb, hatte politische und wirtschaftliche Gründe. Pabst war mit der Schweizer Wirtschaftselite verbandelt. Er hatte auch beste Kontakte zu Schweizer Rechten, allen voran zu Eugen (…). Ralph Hug.
Work online, 18.1.2019.
Personen > Hug Ralph. Rosa Luxemburg. Ermordung. Work online, 2019-01-18.
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18.01.2019 Schweiz
Baumeisterverband
Personen
Work
Ralph Hug
Landesmantelvertrag
Volltext
Das alles bringt der neue Landesmantelvertrag den Bauleuten: Mehr Lohn, mehr Kündigungsschutz und Rente mit 60 gesichert. Der entschlossene Protest der Bauleute hat sich gelohnt: Die Baumeister mussten ihre wahnwitzigen Forderungen fallenlassen. Anfang 2018 sah es böse aus. Die Baumeister waren drauf und dran, die wichtigste soziale Errungenschaft der Branche zu kippen: die Rente mit 60. Hätten die Bauleute sich nicht gewehrt, hätten sie plötzlich bis 62 oder noch länger arbeiten müssen. Oder sie hätten sich mit einer mickrigen Übergangsrente bis zum ordentlichen Pensionsalter schleppen müssen. Mehr im Portemonnaie. Doch dann machten Proteste. Demos und Streiks den Baumeistern Beine. Insgesamt gingen über 30‘000 Bauleute auf die Strasse. Jetzt ist die Frührente für alle gesichert. Mit einem leicht erhöhten Lohnabzug für die Bauarbeiter, der aber erst ab April fällig ist. Voraussichtlich dann wird der Bundesrat die geänderten Bestimmungen für allgemeinverbindlich erklären. Seit dem Januar bereits in Kraft ist der neue Landesmantelvertrag (LMV). Er gilt bis 2022. Und zwar mit höheren Löhnen für alle. Die Bauleute erhalten 80 Franken mehr Lohn und 2020 kommen nochmals 80 Franken mehr dazu. Unia-Bauchef Nico Lutz sagt: „Im Schnitt haben alle je 64 Franken und nächstes Jahr 66 Franken mehr im Portemonnaie.“ Dies ergibt sich, wenn man die Lohnerhöhung den Sanierungsbeitrag der Arbeitnehmenden an die Frühpensionierung sowie eine geringere Suva-Prämie gegeneinander aufrechnet. Bezogen auf die Teuerung, die 0,9 Prozent beträgt, resultiert Somit eine moderate Reallohnerhöhung. (…). Ralph Hug.
Work, 18.1.2019.
Personen > Hug Ralph. Landesmantelvertrag Bau. Work, 2019-01-18.
Ganzer Text
18.01.2019 Schweiz
Personen
Rhätische Bahn
Tunnelbau
Work
Ralph Hug
Lohnnachzahlung
Rhätische Bahn
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Geprellte Albulatunnel-Bauer können aufatmen. Bauherrin Rhätische Bahn schiesst Geld vor. Jetzthaben die Tunnelbauer am Albula ihren Dezemberlohn doch noch erhalten. Dank dem Druck der Unia. Der Dezember 2017 war für die Tunnelbauer am Albula ein schwarzer Monat. Wenigstens für jene zwei Dutzend, die beim italienischen Baukonzern Condotte angestellt waren. Sie erhielten keinen Lohn. Condotte war finanziell ins Schlingern geraten. Der CEO stand wegen Verdachts auf mafiöse Praktiken unter Hausarrest (die Work-Recherche gibt's hier: rebrand.ly/condotte). Seither ist der Konzern unter staatlicher Zwangsverwaltung. Wegen der Tausende von Arbeitsplätzen kann es sich die Regierung in Rom nicht leisten, das Unternehmen pleitegehen zu lassen. Tauziehen. Ein Jahr später gibt es für die Tunnelbauer Grund zur Freude: Sie erhalten endlich den fehlenden Dezemberlohn. Dazwischen gab es ein monatelanges Tauziehen. Anke Gähme, Leiterin der Unia Ostschweiz-Graubünden, erzählt: „Niemand wollte für die unbezahlten Löhne aufkommen. Deshalb mussten wir ordentlich Druck machen“. Und das ging so: Condotte ist in einem Konsortium mit Walo und der österreichischen Porr am Bau des zweiten Albulatunnels der Rhätischen Bahn (RhB) beteiligt. Allerdings wollte das Konsortium nicht für den Schaden aufkommen. Trotz Solidarhaftung. Immerhin übernahmen die beiden Partner der Arbeitsgemeinschaft die Condotte-Leute. Es sind nämlich Spezialisten aus dem Veltlin, aber auch Fachkräfte aus Deutschland und Österreich, auf die nicht verzichtet werden kann. Ihr Job war gerettet. Mit Hilfe der (…). Ralph Hug.
Work, 18.1.2019.
Personen > Hug Ralph. Albula. Lohnnachzahlung. Work, 18.1.2019.
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14.12.2018 Schweiz
Baumeisterverband
Personen
Unia Schweiz
Ralph Hug
Baumeisterverband
Landesmantelvertrag
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Neuer Bau-Vertrag noch im alten Jahr: Geschafft? Für die Bauleute hat sich der intensive Kampf gelohnt: ein erneuerter Landesmantelvertrag, mehr Lohn und eine sichere Rente mit 60 – darauf haben sich die Verhandlungsdelegationen geeinigt. Die definitiven Entscheide fallen demnächst. Es brauchte noch eine Extra-Sitzung. Doch dann, in der 20. Verhandlungsrunde, war der Durchbruch da. Die Gewerkschaften und der Baumeisterverband einigten sich im Verhandlungsmarathon um Lohn, Rente und einen neuen Landesmantelvertrag (LMV) auf ein gemeinsames Resultat. Und so sieht es aus: Rente 60. Die wichtigste Errungenschaft der Bauleute bleibt erhalten. Und zwar ohne Abstriche: Es gibt keine Erhöhung des Rentenalters und auch keine Rentenkürzungen. Um die finanzielle Belastung durch die in Rente gehende Generation der Babyboomer aufzufangen, steigen die Beiträge der Arbeitnehmenden vorübergehend an: im 2019 um 0,5 Lohnprozent und im 2020 nochmals um 0,25 Lohnprozent. Der flexible Altersrücktritt (FAR) steht damit in Zukunft auf einer sicheren Grundlage. Landesmantelvertrag: Der LMV wird erneuert, mit einigen Verbesserungen für beide Seiten. So muss ein Patron ältere Bauarbeiter vor einer Entlassung zwingend anhören. Neu gilt der LMV auch bei Asbestsanierungen. Und künftig können die paritätischen Berufskommissionen die Arbeitnehmenden über geldwerte Verstösse von fehlbaren (…). Ralph Hug.
Work online, 14.12.2018.
Personen > Hug Ralph. Bauhauptgewerbe. LMV. Work online, 2018-12-14.
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14.12.2018 Schweiz
Personen
Work
Ralph Hug
Ausstellung
Fotos
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Ausstellung: Emil Acklins Fotos des Büezer-Alltags der 1920er Jahre. Mit der Leica in den Klassenkampf. Emil Acklin war Lehrer und wurde entlassen, weil er Kommunist war. Dann zückte er die Kamera und fotografierte Zürich von unten. Dank Emil Acklin (1889-1976) wissen wir, wie ein Büezerleben in den 1920er Jahren aussah. Acklin streifte mit der Leica in der Hand durch die Stadt Zürich und fotografierte Teerkocher, Kesselflicker, Weichenputzer, Schienenleger, Strassenwischer und Paketpöstler bei der Arbeit. Vor die Linse kamen ihm aber auch Bettler, Obdachlose und arme Leute auf der Schattenseite der Gesellschaft. Seine Fotos feiern die Werktätigen und klagen gleichzeitig die Reichen an, die es zulassen, dass es so viele Arme gibt. Acklin war Kommunist und glaubte an eine gerechte Ordnung. Das bekam ihm aber schlecht. Weil er an den Novemberkrawallen von 1917 gegen Krieg und Militarismus teilgenommen hatte, kam er für sieben Monate hinter Gitter. Seinen Job als Lehrer war er los. Und die Armee degradierte ihn, der einst sogar Oberleutnant gewesen war. Fortan musste er sich als Privat- und Musiklehrer durchschlagen. Da hatte er Zeit, 1.Mai-Demos, Streiks und Protestaktionen sowie das Leben der Arbeiterinnen und Arbeiter in Aussersihl und in der Altstadt zu fotografieren. Aber nicht einfach zum Spass. Acklin wollte das arbeitende Volk dokumentieren, nach Marx der Motor der Geschichte. Für ihn war die Fotografie ein Mittel des Klassenkampfs. Er sagte: „Wir nennen uns Arbeiterfotografen, (…). Ralph Hug.
Work, 14.12.2018.
Personen > Hug Ralph. Emil Acklin. Foto-Ausstellung. Work, 2018-12-14.
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01.12.2018 Schweiz
Mieter- und Mieterinnen-Verband
Personen
SBB
Ralph Hug
Liegenschaften
SBB
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Die SBB und ihre Goldgruben. Die SBB scheffelt Millionen mit Immobilien. Niklaus Scherr hat nachgerechnet. Die SBB ist zum zweitgrössten Immobilienkonzern der Schweiz herangewachsen. Sie macht das Geld mit Grundstücken, die sie einst für ein Butterbrot der Öffentlichkeit abgekauft hat. Den bisher grössten Profit zog sie aus der Zürcher Europaallee. Allein die UBS musste dort für ihr Grundstück im Baufeld C 199 Mio. Franken auf den Tisch legen: Das sind 26'930 Franken pro Quadratmeter. Die SBB-Vorgängerin Nordostbahn hatte für das Land vor 150 Jahren noch 10 Franken pro Quadratmeter bezahlt. Noch viel mehr holte die Bundesbahn im Baufeld G heraus. Dort stehen heute 46 superteure Eigentumswohnungen. Bei einem geschätzten Erlös von 95 Mio. Franken ergibt sich ein exorbitanter Quadratmeterpreis von 70'000 Franken. „Die Euopaallee ist die SBB-Goldgrube par excellence“, sagt Niklaus Scherf. Der ex-Geschäftsleiter des MV Zürich hat nachgerechnet. Und zwar gegen den Willen der SBB. Diese rückt, wenn überhaupt, nur höchst ungern Zahlen zu ihren Immobiliendeals heraus. Scherr hat jetzt seine umfangreiche Recherche in einem sehr erhellenden Bericht publiziert.* Dieser bestätigt die Kritik, dass die SBB auf Höchstrenditen aus ist. Dadurch entstehen vorwiegend teure Büros und Appartements. Nur unter Druck willigen die SBB-Manager ein, auch preisgünstige Wohnungen für die breite Bevölkerung zu bauen. Die Bahn verteidigt sich mit dem Argument, sie müsse mit den Gewinnen (…). Ralph Hug.
Mieter- und Mieterinnenverband, Nr. 6, Dezember 2018.
Personen > Hug Ralph. SBB. Liegenschaften. M+W, 2018-12-01.
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30.11.2018 Schweiz
Novartis
Personen
Work
Ralph Hug
Novartis
Stellenabbau
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Novartis-Manager wollen Ex-CEO Daniel Vasella beim Stellenstreichen noch toppen. Protest gegen Brutalo-Abbau. Novartis plant den Kahlschlag. Im Grossraum Basel sollen 2150 Stellen sollen verschwinden. Nur wegen des Profits. Doch es gäbe ein besseres Rezept. Das gefällt Novartis nicht. Letzte Woche machten 800 Personen auf dem Basler Theaterplatz ihrem Ärger über die Arroganz der Pharmakönige Luft: „Menschen vor Marge!“ hiess es auf Transparenten. Daniela Neves von der Unia geisselte den Konzern für seine brutalen Jobvernichtungspläne: „Sieben Milliarden Gewinn machen und zweitausend Leute auf die Strasse stellen – das geht nicht!“ Es war nicht die erste Demo gegen Novartis. Aber die erste, zu der alle drei Vertragsgewerkschaften Unia, Syna und Angestellte Schweiz gemeinsam aufgerufen hatten. Thomas Leuzinger, Kommunikationschef der Unia Nordwestschweiz, freut sich: „Das gab es noch nie.“ Der Brutalo-Abbau von 2‘150 Stellen sprengt alles Dagewesene. Brigitte Martig, Personalvertreterin bei Novartis und Unia-Mitglied, sagt: „Es ist der grösste für die Schweiz angekündigte Abbau seit der Gründung des Konzerns vor zwanzig Jahren.“ Der Hintergrund: VR-Präsident Jörg Reinhardt will weg von der Massenproduktion von Tabletten und hin zu höherwertigen Gen- und Zelltherapien. Damit lässt sich viel Geld machen. Zum Beispiel mit einem Krebsmittel gegen Leukämie. Es heisst Kymriah. Und eine einzige Behandlung kostet 475’000 Franken. Oder mit einem Mittel gegen schweren Muskelschwund, das nächstes Jahr auf den Markt kommen soll. Dafür will Novartis gar 4 Millionen Franken (!) verlangen. (…). Ralph Hug.
Work online, 30.11.2018.
Personen > Hug Ralph. Novartis. Stellenabbau. Work online, 2018-11-30.
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30.11.2018 Schweiz
Personen
Post
Work
Ralph Hug
Direktion
Post
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Der neue Postchef Roberto Cirillo kommt von französischem Skandalkonzern. Garantiert der Falsche. Ein Hors-sol-Manager aus London wird neuer Postchef. Unter ihm als Generaldirektor kam es im französischen Catering-Konzern Sodexo immer wieder zu Streiks. Hat uns da CVP-Mann Urs Schwaller ein faules Ei gelegt? Der Präsident des Post-Verwaltungsrats zauberte letzte Woche den Tessiner Roberto Cirillo (47) aus dem Hut. Cirillo who? Der Sohn italienischer Einwanderer, der im Tessin aufgewachsen ist, wird ab April 2019 neuer CEO und damit Chef von 60’000 Postangestellten. Er tritt die Nachfolge von Susanne Ruoff an. Sie musste wegen des Postauto-Skandals gehen. Schwaller pries den neuen Unbekannten in einer Medienmitteilung für seine internationalen Erfahrungen im Management. Eine Medienkonferenz hielt Schwaller offenbar nicht für nötig. Also glänzte Cirillo gleich zu Beginn durch Abwesenheit: kein Interview, kein Service public, nichts. Nur ein Foto und eine schöne Phrase: Cirillo wolle „gemeinsam mit den Mitarbeitenden ein Stück Schweizer Identität weiterentwickelt“. Alles für die Aktionäre. Schwaller präsentiert als obersten Postchef also einen Mann, der noch nie mit einem Service-public-Unternehmen zu tun hatte und keinen Fuss im Bundeshaus hat. Da reibt sich sogar die „Handelszeitung“ die Augen: «Entweder ist Cirillo ein unentdecktes Naturtalent. Oder Schwallers Ernennung endet in einem Desaster.» In Frankreich jedenfalls kam es unter Cirillos Führung immer wieder zu Streikaktionen. Cirillo war dort von 2007 bis 2014 bei Sodexo beschäftigt, ab 2009 als Generaldirektor für Frankreich. Sodexo ist ein (…). Ralph Hug.
Work online, 30.11.2018
Personen > Hug Ralph. Post. Direktion. Work online, 2018-11-30.
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30.11.2018 Schweiz
Personen
Work
Ralph Hug
Alexander J. Seiler
Nachruf
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Filmemacher Alexander J. Seiler ist tot. Pionier des sozial engagierten Films. Mit „Siamo Italiani“ setzte Alexander J. Seiler den italienischen Migrantinnen und Migranten in der Schweiz ein Denkmal. 1964 entstand der Dokumentarfilm. der Alexander J. Seiler berühmt machte. Er drehte ihn zusammen mit seiner Frau June Kovach und Kameramann Rob Gnant. Ein Werk. das gegen eine selbstzufriedene und fremdenfeindliche Schweiz gerichtet war. Noch heute aktuell. zeigt es Leben und Kultur von Leuten. die nach Max Frisch nur als Arbeitskräfte kamen. aber Menschen waren. Fast vierzig Jahre später holte Seiler die gleichen Leute wieder vor die Kamera. Er wollte wissen. was aus ihnen geworden war. „Septemberwind“ aus dem Jahr 2002 zeigt. wie er den Dingen auf den Grund gehen wollte. Simple Heroisierungen lehnte er ab. Unbeugsamer Linker. Mit dieser Haltung wurde „Xandi“, wie ihn die Freunde nannten, zu einer Ikone der kritischen Schweiz. Wie Peter Bichsel oder Niklaus Meienberg: ein trotziger. unbeugsamer Linker, der sich nie mit den Mächtigen arrangierte. Als seinen wichtigsten Film sah er „Die Früchte der Arbeit“ von 1977 an. Dies ist ein zweieinhalbstündiger Dokumentarfilm über die Geschichte der schweizerischen Arbeiterbewegung im 20. Jahrhundert. Erzählt anhand eines Bohrwerkarbeiters bei der BBC. Während andere noch brave Unterhaltungsfilme drehten. wurde Seiler zum Pionier des sozial engagierten Films. Stachel im Fleisch. Sein letztes Werk war „Geysir und Goliath“ aus dem Jahr 2010. (…). Ralph Hug.
Work, 30.11.2018.
Personen > Hug Ralph. Seiler Alexander J. Nachruf. Work, 2018-11-30.
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16.11.2018 Schweiz
Personen
SGB
Work
Barbara Gysi
Ralph Hug
Interview
Präsidium
SGB
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SGB-Präsidium: Das hat Kandidatin Barbara Gysi zu bieten. „Die Bewegung muss breiter werden“ Für Barbara Gysi ist die Gewerkschaftsbewegung zu einseitig aufgestellt und nur in gewissen Branchen stark. Etwa bei der Eisenbahn oder in der Industrie. Das möchte sie ändern, wenn sie gewählt wird. Work: Barbara Gysi, machen Sie bitte einen kurzen Werbespot in eigener Sache: Warum sollen Sie die Delegierten am SGB-Kongress wählen? Barbara Gysi: Weil ich mich mit aller Kraft für eine überzeugende Gewerkschaftspolitik für alle Lohnabhängigen in diesem Land einsetze. Ich will bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne erreichen. Sehr am Herzen liegt mir die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Ich bringe 25 Jahre politische und gewerkschaftliche Erfahrung mit und bin in Bundesbern sehr gut vernetzt. Das ist wichtig, weil es sich beim SGB-Präsidium ja auch um eine politische Aufgabe handelt. Und ich möchte die Leute in den politischen Prozess einbinden. Viele an der Basis sagten mir, dass sie dies in den letzten Jahren etwas vermisst hätten. Und natürlich hat für mich die Frauen- und Lohngleichheitsthematik einen wichtigen Stellenwert. Als Frau habe ich hier einen breiteren Blick, und ich kann diese Aufgabe besser wahrnehmen. In bisher gewerkschaftlich schlecht abgedeckten Bereichen wie der Pflege und der Care-Arbeit habe ich ein grosses Repertoire, das ich einsetzen kann. Was meinen Sie denn mit Repertoire? Ich bin ausgebildete Sozialpädagogin und habe im (…). Ralph Hug.
Work online, 16.11.2018.
Personen > Hug Ralph. Barbara Gysi. Interview. Work online, 2018-11-16.
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