Gewerkschaftschronik
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09.12.2019 Schweiz
Nationalrat
Travail.Suisse

Kinderzulagen
Volltext
Nein zur Kürzung der Kinderrente. Die Weiterentwicklung der Invalidenversicherung hat zu Differenzen zwischen National- und Ständerat geführt. Der Nationalrat wird morgen darüber entscheiden, ob er an der Kürzung der Kinderrente festhält. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, fordert die Nationalrätinnen und Nationalräte auf, auf die Kürzung zu verzichten. Neue Studien zeigen deutlich, dass eine Kürzung vor allem jene Kinder treffen würde, die bereits heute in finanzschwachen Familien aufwachsen. Im Rahmen der Weiterentwicklung der Invalidenversicherung bestehen Differenzen zwischen National- und Ständerat. Der Nationalrat hat insbesondere der Kürzung der Kinderrente von 40% auf 30% der IV-Rente zugestimmt. Der Ständerat lehnt sie hingegen ab. Dem Ständerat lagen allerdings zusätzliche Informationen als Entscheidungsgrundlage vor. Sie zeigen, dass eine Kürzung der Kinderrente vor allem jene Kinder treffen würde, die bereits heute in wirtschaftlich schlechter gestellten Haushalten aufwachsen. Die neuen Studien verdeutlichen aber auch, dass Familien mit Kinderrenten und Ergänzungsleistungen weniger Einkommen zur Verfügung haben, als vergleichbare Familien ohne Kinderrenten und Ergänzungsleistungen. Dadurch besteht bereits heute kein Problem hinsichtlich der monetären Erwerbsanreize. „Der Entscheid des Nationalrats basierte auf unvollständigen Informationen, nun kann er ihn dank neuer Erkenntnisse korrigieren“, sagt Thomas Bauer, Leiter Sozialpolitik Travail.Suisse. (…).
Travail.Suisse, 9.12.2019.
Travail.Suisse > Kinderzulagen. Travail.Siuisse, 2019-12-09.
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09.12.2019 Schweiz
Gewerkschaftsbund ZH Kanton
Luftfahrt
Personen
Tiziana Quaglia
Löhne
Luftfahrt
Volltext
Trotz Arbeit arm, in der reichen Schweiz. Gewerkschaftliche Gedanken in der P.S. Vor etwas mehr als sieben Jahren habe ich eine Stelle bekommen, die in den Köpfen der Bevölkerung noch immer als absoluter Traumjob gilt: Ich wurde Flight Attendant, formerly known as Stewardess! Meine damalige WG-Kollegin hoffte, dass sich unser WG Budget nun massiv erhöhen würde. Bei der Swiss würde schliesslich gut verdient! Ich musste sie leider enttäuschen, denn ein Lohn von 3‘400 Franken war noch weniger, als ich als ungelernte Gastronomie Mitarbeiterin verdient hatte. Weil ich aber an der Infoveranstaltung erfahren hatte, dass man noch zusätzlich Spesen erhält und ausserdem Beteiligung am Umsatz des Bordverkaufs, machte ich mir keine grossen Sorgen. Ich war ein knappes Budget gewöhnt. Dann ging es los, ich reiste in fremde Städte, erlebte tolle Dinge – und war ständig pleite. Obwohl ich den Gürtel enger schnallte, auf Kino, Ausgang mit Freunden oder Fairtrade- und Bio-Einkäufe verzichtete und trotz Prämienverbilligung für die Krankenkasse, blieb Ende Monat kaum etwas im Portemonnaie. Die Spesen, die als Lohnbestandteil verkauft wurden, reichten zwar, um wenigstens während der Aufenthalte im Ausland so etwas wie ein Sozialleben zu haben, aber auch nicht für mehr. Während sich der Alltag mit dem tiefen Lohn einigermassen bestreiten liess, war jede ungeplante Ausgabe ein Horror. Als ich einmal das Auto eines Freundes falsch tankte, sass ich eine Stunde heulend in ebendiesem, da mir klar war, dass ich die Reparatur selbst mit Ratenzahlung kaum würde stemmen können. (…). Tiziana Quaglia.
GBKZ, 9.12.2019.
Personen > Quaglia Tiziana. Loehne. Luftfahrt. GBKZ, 2019-12-09.
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07.12.2019 Schweiz
Unia Schweiz

Klimaschutz
Klimawandel
Volltext
Delegiertenversammlung der Unia tagte in Bern. Für einen wirksamen Klimaschutz. Die Delegiertenversammlung der Unia stand heute ganz in Zeichen des Klimastreiks vom 15. Mai 2020. Die Delegierten rufen dazu auf, dass sich die Mitglieder der Unia am Arbeitsplatz und bei den öffentlichen Mobilisierungen des Aktionstages engagieren und unterstützen entsprechende Aktivitäten. Weiter beschlossen die Delegierten die Ja-Parole zum Anti-Diskriminierungsgesetz. Das Gesetz bringt konkrete Verbesserungen für den Schutz vieler LGB-Menschen; Verbesserungen, die auch am Arbeitsplatz bitter nötig sind. Die Klimakrise stand an der heutigen Delegiertenversammlung der Unia im Zentrum der Debatten. Die globale Klimaerwärmung nimmt zunehmend katastrophale Ausmasse an und sie erfordert sofortiges Handeln. Angesichts der Fakten ist es kaum möglich, die künftig drohenden Folgen der Klimaerwärmung zu überzeichnen. Und dennoch bewegt sich die Politik nur quälend langsam in Richtung einer Trendwende. Dank der Klimajugend steht der Klimanotstand nun weltweit oben auf der politischen Agenda. Die Unia steht seit ihrer Gründung für den ökosozialen Umbau der Gesellschaft ein. Wir fordern Investitionen in einen ökologisch nachhaltige Produktions- und Bauweise, die Schaffung von Arbeitsplätzen in der „Green Economy“, eine Energiewende mit dem Ziel der CO2-Neutralität und die Stärkung des Service Public insbesondere im Verkehr und Transportwesen. (…).
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 7.12.2019.
Unia Schweiz > Klimawandel. Umweltschutz. Unia Schweiz, 2019-12-07.
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05.12.2019 Schweiz
SBB
SEV Schweiz

Resolution
Sicherheit
Volltext
Zugspersonal
Zugpersonal übergibt Resolution für die Rückkehr zur Doppelbegleitung. Die SBB muss im Fernverkehr wieder die Doppelbegleitung einführen, die sie Ende 2018 abgeschafft hat. Dies fordert das bei der Verkehrspersonalgewerkschaft SEV organisierte Zugpersonal in einer Resolution, die es gestern an Linus Looser, Leiter Bahnproduktion, und Reto Liechti, Leiter Kundenbegleitung und Cleaning (KBC), übergab. „Die Abschaffung des Prinzips, dass alle Fernverkehrszüge grundsätzlich von einem Zweierteam begleitet werden sollen, war ein Fehle“, erklärt ZPV-Zentralpräsident Andreas Menet. „Denn die Doppelbegleitung hat sich in den zehn Jahren ihrer Existenz bewährt. Sie war ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit von Passagieren und Personal. Und sie erlaubte es uns Kundenbegleiterinnen und Kundenbegleitern, unsere Arbeit einigermassen entspannt zu machen und den Reisenden den bestmöglichen Kundendienst zu bieten, als ‚Gesicht der SBB‘. Als Auskunftspersonen gibt es bei der Bahn ja bald nur noch uns, weil im Zuge der Automatisierung und Digitalisierung immer mehr Personal verschwindet. Ein guter Kundenservice ist für uns aber unmöglich, wenn wir alleine in einem langen Zug, womöglich gar einer Doppelkomposition, Hunderte von Reisenden betreuen müssen. Ganz zu schweigen bei Störungen oder gar bei einer Evakuation in einem Tunnel bei einem Zugbrand…“. Die Resolution verweist denn auch speziell auf die Gotthardachse mit dem längsten Bahntunnel der Welt, wo die Züge zudem oft überfüllt sind. (…).
SEV, Medienmitteilung, 5.12.2019.
SEV > Zugpersonal. Sicherheit. Resolution. SEV, 2019-12-05.
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05.12.2019 Schweiz
Arbeitszeit
SBB-Cargo
SEV Schweiz

Arbeitszeit
SBB-Cargo
Volltext
Gute, sozialpartnerschaftliche Lösung. Neue Arbeitszeitbestimmungen bei SBB/SBB Cargo. Für Mitarbeitende der SBB, die dem Arbeitszeitgesetz (AZG) unterstellt sind, treten per 15. Dezember 2019 und 1. Januar 2020 neue Arbeitszeitbestimmungen in Kraft. Diese hat die SBB heute kommuniziert – siehe Beilage. Der SEV ist mit der neuen Regelung der Zeitguthaben zufrieden. Die Zeitzuschläge für auswärtige Pausen wurden aufgrund der Revision des AZG bereits im Jahr 2018 im Rahmen der GAV-Verhandlungen neu geregelt und kommuniziert. Die Bestimmungen zu den Zeitguthaben und deren Übertragung am Jahresende hingegen wurden von den Sozialpartnern – SBB und Verhandlungsgemeinschaft der Gewerkschaften (VG) – erst 2019 überprüft und angepasst. Anlass dazu war die Aufforderung des Bundesamts für Verkehr (BAV) als Aufsichtsbehörde an die SBB, diese Bestimmungen zu ändern. Dies deshalb, weil es die bisher praktizierte Umwandlung von Jahresarbeitszeit in Überzeit mit nachfolgender Auszahlung unmöglich machte zu kontrollieren, ob der Artikel 4 des AZG eingehalten wird. Dieser besagt, dass die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit innerhalb eines Jahres nicht mehr als sieben Stunden betragen darf. Zu viel gearbeitete Zeit kann in arbeitsfreien Tagen bezogen werde. (…).
SEV, 5,12,2019.
SEV > Arbeitszeit. SBB-Cargo. SEV, 2019-12-05.
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04.12.2019 Schweiz
Ständerat
Travail.Suisse

Betreuungsberufe
Pflegepersonal
Volltext
Betreuende Angehörige: Der Ständerat geht einen Schritt weiter. Der Ständerat ist heute bei der Beratung des Gesetzesentwurfs zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Angehörigenbetreuung seiner Kommission gefolgt. Die Mitglieder der kleinen Kammer haben die vier im Gesetzesentwurf vorgesehenen Massnahmen einstimmig gutgeheissen. Sie haben zudem einer Korrektur bei der Berechnung der Ergänzungsleistungen zugestimmt. Jetzt muss der Nationalrat von der Stichhaltigkeit dieses neuen Elements überzeugt werden. Die Interessengemeinschaft Angehörigenbetreuung IGAB unterstützt die Neuerung vorbehaltlos. Der Entwurf des Bundesrates enthält vier Massnahmen im Hinblick auf die bessere Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Angehörigenbetreuung. Die IGAB hat sich von Anfang an für diese Vorlage eingesetzt, weil sie den betreuenden Angehörigen einige, wenn auch noch zu bescheidene Verbesserungen bringt. Der auf die anderen Familienmitglieder ausgedehnte bezahlte Kurzurlaub von drei Tagen, der bezahlte Urlaub von 14 Wochen für Eltern von schwer kranken oder verunfallten Kindern, die Modernisierung des Systems der Betreuungsgutschriften in der AHV sowie die weitere Ausrichtung der Hilflosenentschädigung und des Intensivpflegezuschlags für Kinder mit Behinderungen bei einem Spitalaufenthalt sind für die erwerbstätigen betreuenden Angehörigen dringend nötig. Die neue vom Ständerat verabschiedete Massnahme sieht eine Anpassung der Mietzinsmaxima (…).
Travail.Suisse, Medienmitteilung, 4.12.2019.
Travail.Suisse > Pflegepersonal. Staenderat. Travail.Suisse, 2019-12-04.
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03.12.2019 Schweiz
Travail.Suisse

Behinderte
Volltext
Heute ist der Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen! Der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung ist ein von der UNO ausgerufener Gedenk- und Aktionstag. Er möchte die Öffentlichkeit für die Probleme von Menschen mit Behinderungen sensibilisieren und den Einsatz für ihre Würde und Rechte fördern. Für Travail.Suisse, dem unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, ist der Zugang zu Bildung und Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderungen ein wichtiges Anliegen. Die Digitalisierung öffnet dabei Türen, die genutzt werden sollen. Die Digitalisierung kann die Situation der Menschen mit Behinderungen verbessern. Morgen diskutiert der Ständerat ein Postulat, das den Zugang für Menschen mit Behinderungen zu modernen Hilfsmitteln sicherstellen soll. Travail.Suisse unterstützt dieses Postulat. Es sind aber auch andere Akteure aufgefordert, ihren Beitrag zur besseren Integration von Menschen mit Behinderungen in die Bildung, in den Arbeitsmarkt und letztlich in die Gesellschaft zu leisten. Gemeint sind alle - die Sozialpartner, die Lehrkräfte von Führungsausbildungen, die Anbieter von Lehrlingstests und die Weiterbildungsanbieter. (…).,
Travail.Suisse, 3.12.2019.
Travail.Suisse > Behinderte. Travail.Suisse, 2019-12-03.
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29.11.2019 Schweiz
Vorwärts

Verdingkinder
Volltext
„Die hei hie de gar nüt z wünsche“. Uell Schärrer, aktives Parteimitglied der PdA Biel/POP Bienne und Gewerkschafter, erzählt „Müschterli“ aus seiner Zeit als Verdingbub vom Kindsalter bis zur Rekrutenschule. Über Ignoranz, Arroganz, Diskriminierung und Gewalt von Gesellschaft, Behörden und Wirtschaft des 20. Jahrhunderts. Im Frühsommer 1954 an einem Sonntag, wurden wir fünf Geschwister vom Frühstückstisch geholt. Kaum Zeit für einen Abschied, ab in drei verschiedene Autos und weg in verschiedene Richtungen. Das Mittagessen bekamen wir in verschiedenen Heimen, wo wir hingebracht wurden. Wir drei Jüngsten hatten das Glück, im selben Heim anzukommen. Die Devise von damals: Sobald die Kinder arbeiten können, müssen sie auf einen Bauernhof! Der steile Schulweg aus Kies brachte mich immer wieder zum Stolpern mit der Folge, dass ich ständig offene Knie hatte. Auch die Hosen litten natürlich und mussten genäht werden. Das war nur das kleinere Übel, nebst dem Schmerz am Knie folgte noch der durch die Schläge, die ich erhielt, weil ja die Hose auf Kniehöhe kaputt war. Irgendwann hatte ich nur noch geflickte Hosen an und die „Plätze“ hatten die verschiedensten Farben. Wenn ich fragte, warum ich bunte Hosen tragen müsse, hiess es: „DU bisch ja nume e Heimeier u die hei hie de gar nüt ds wünsche.“ Kein Stock, keine Haue. Der Lehrer der 3. und 4. Klasse war ein Grobian sondergleichen. Er hatte die schlechte Angewohnheit, während der Stunde durch die Klasse zu gehen, da er das Gefühl hatte, irgendwen bestrafen zu müssen. (…).
Vorwärts, 29.11.2019.
Vorwärts > Verdingkinder. Vorwaerts, 2019-11-29.
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29.11.2019 Schweiz
Personen
Vorwärts
Sabine Hunziker
Feminismus
Sprache
Volltext
Antifeminismus mittet Ideologien ein. Antifeminismus wie auch Anti-Gender-Rhetoriken spielen eine wichtige Rolle bei der Normalisierung rechter Ideologien. Menschenfeindliche Denkweisen werden Mainstream, ohne dass deren rechte Setzung erkannt wird. An einer Veranstaltung in Bern stellte Franziska Schutzbach Ihre Arbeit dazu vor. Zwar ging es bei der Veranstaltung vom 14. November 2019 im Frauenraum in Bern um die Lage der Gender Studies in Europa, doch durch die Referentin und Geschlechterforscherin Franziska Schutzbach gab es eine aktuelle Einschätzung zur feministschen Bewegung und deren Gegnern aus dem rechten Lager. Schutzbach meinte, dass in den vergangenen Jahren - trotz allen Erfolgen bezüglich Frauenbewegung - Kritik gegenüber der Gender-Theorie, Gleichberechtigung und Feminismus stark zugenommen habe. Dieser Trend steht in einem Zusammenhang mit der globalen Erstarkung von rechtspolitischen Kräften, geht aber auch einher mit der Emanzipation der Frauen. Ausgehend von ihrem 2018 publizierten Buch „Die Rhetorik der Rechten. Rechtspopulistische Diskursstrategien im Überblick“ beschäftigte sich Schutzbach mit der Rolle von Antifeminismus und Anti-Gender-Rhetorik, die wichtig ist bei der Normalisierung rechter Ideologien. Hier stellen rechte Aktivistinnen und Aktivisten' grundlegende Rechte für alle in Frage, respektive lehnen sie vehement ab. Durch die Vielzahl der Aussagen beispielsweise in den Medien (…). Sabine Hunziker.
Vorwärts, 29.11.2019.
Personen > Hunziker Sabine. Sprache. Feminismus. Vorwaerts, 2019-11-29.
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29.11.2019 Schweiz
Personen
Vorwärts
Sabine Hunziker
Feminismus
Sprache
Volltext
Feministische Schreibweise ist Kosmetik . Sprache spiegelt gesellschaftliche Machtverhältnisse und Unterdrückungsformen wider: Dazu geh6ren Sexismus und die erzwungene Binarität der Geschlechter. Spätestens seit dem Frauen*strelk wird mit unterschiedlichen Schreibiweisen experimentiert. Kann eine Feminisierung der Sprache zur Emanzipation der Frauen* beitragen? Kürzlich wurde auf der Infoplattform „Barrikade“ die Übersetzung des Textes „Befreit die Feminisierung die Frauen?“ von Maria Desmers heiss diskutiert. Desmers hinterfragt, ob die Herrschaft des Maskulinums in der Sprache in einem derart direkten Verhältnis mit der „Männerherrschaft“ im realen Leben steht. Könnte ein Kräfteausgleich des Geschlechterverhältnisses in der Sprache zu einem Kräfteausgleich in existierenden Geschlechterverhältnissen führen? Fakt ist, dass auf der symbolischen Ebene die Herrschaft dieser Welt auf der Seite der „Männlichkeit“ steht. Die Zweiteilung der Menschen in herkömmliche Geschlechter trägt dazu bei, diese symbolische Herrschaft effektiver zu machen. Historischer Schritt? Die Ausbeutungssituation ist auf unakzeptable Art und Weise von GeschlechterrolIen geprägt, doch kann man heute nicht behaupten, dass „Männer“ die „Fraue“ ausbeuten - so meint Desmers. Vielmehr beuten Chefs Männer und Frauen aus. Dieser Umstand wird in keinerlei Weise berücksichtigt. Vielmehr findet die Feminisierung der Sprache mit Hilfe der Durchsetzung der sogenannten (…).  Sabine Hunziker . .
Vorwärts, 29-11-2019.
Personen > Hunziker Sabine. Sprache. Vorwaerts, 2019-11-20.
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29.11.2019 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Frauen
Volltext
Wahlen
Zum ersten Mal. Die Greta-Wahlen haben uns Frauen ganz schön viele Zum-ersten-Mal-Erlebnisse beschert: Zum ersten Mal haben wir im Nationalrat 84 von 200 Sitzen. Und 12 Ständerätinnen, davon 11 neue. Zum ersten Mal schicken sieben Kantone eine Frau nach Bundesbern. Obwalden und Zug hatten dort überhaupt noch nie eine. Baselland, Freiburg, Tessin, Wallis und Uri noch nie eine Ständerätin. Das ändert sich jetzt schlagartig. Dank der Schubkraft des Frauenstreiks. Mehr noch: Zum ersten Mal sind die Frauen in den Bundeshausfraktionen der Grünen und der SP in der Mehrheit. Und selbst die grösste Macho-Partei hat neuerdings einen Frauenanteil von 24 Prozent in ihrer Fraktion. Wiewohl die SVP im Stöckli zu 100 Prozent testosterongesteuert bleibt. Der Cassis-Angriff ist politologisch. Grüne Bundesrätin. So viele „zum ersten Mal“ – und das im Jahr 2019! Nicht grad ein Pionierdatum für etwas, das selbstverständlich sein sollte: für die politische Gleichstellung der Frau. Fortschrittliche Frauen fordern diese schon seit mehr als 100 Jahren. Doch das Frauenstimmrecht kam erst 1971 in die Schweiz. Und mit ihm betraten erstmals elf Nationalrätinnen und eine Ständerätin das Bundeshaus. Erst 1974 kam die erste Bundesrichterin (Margrith Bigler-Eggenberger). Erst 1977 kam die erste Nationalratspräsidentin (Elisabeth Blunschy, CVP). Erst 1983 kam die erste Regierungsrätin (Hedi Lang in Zürich, SP). Erst 1984 kam die erste Bundesrätin (Elisabeth Kopp, FDP). Erst 1987 kam die erste Bundeshaus- (…).  Marie-Josée Kuhn.
Work online, 29.11.2019.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Nationalratswahlen. Work online, 2019-11-29.
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29.11.2019 Schweiz
Fichenaffäre
Personen
Work
Bruno Bollinger
Jonas Komposch
Fichenaffäre
Volltext
Schnüffelstaat: Vor 30 Jahren flog der Fichen-Skandal auf. Im Visier der Schnüffler. Von der heimlichfeissen Massenüberwachung im Kalten Krieg waren auch Tausende Gewerkschaftsmitglieder betroffen. Ganz besonders auch Migranten und Migrantinnen. Zwei Drittel aller Fichen betreffen sie. Die Schnüffler waren auch sehr interessiert an den teils pointiert linken Verbänden, die heute in der Unia aufgegangen sind. Vier bespitzelte Gewerkschaftsgrössen gaben Work Einblick in ihre Fichen. Bruno Bollinger (66): Der Maiblitzer. Als „unmenschliche Ausbeuter“ habe er die Arbeitgeber beschimpft und „zum Kampf gegen die Kapitalisten“ aufgerufen. So rapportiert es Ende Oktober 1975 ein Spitzel der Zuger Kantonspolizei an die Schweizerische Bundesanwaltschaft in Bern. Das beschert dem 22jährigen Bruno Bollinger einen weiteren Ficheneintrag. Brandgefährlich. Bollingers Dossier ist ziemlich dick. Denn bereits als Lehrling fällt er der Polizei als „Führungsstabsmitglied“ der „linksextremen“ Jugendgruppe Maiblitzer auf, ausserdem als „Kommunenbewohner“. Und nun agitiert der Elek¬tro-Eicher nicht nur als SMUV-Gewerkschafter, sondern – und das macht ihn in den Augen der Staatsschützer brandgefährlich – auch als Mitglied der trotzkistischen Revolutionären Marxistischen Liga. Der Beobachtete macht aber nichts Illegales, sondern verteilt fleissig Flugblätter, organisiert Versammlungen und kandidiert schliesslich als junger Linker für den Nationalrat. Es ist eine Kampfkandidatur. Sein Gegenspieler von der FDP ist ausgerechnet sein ,(…). Jonas Komposch.
Work online, 29.11.2019.
Personen > Komposch Jonas. Fichenaffaere. Work online, 2019-11-29.
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29.11.2019 Schweiz
Personen
Work
Katrin Bärtschi
Briefträgerin
Namensänderung
Volltext
Die Briefträgerin & die Heiraterei. Heiraten ist wieder Mode. Bei gleichzeitig steigenden Scheidungsraten. Das sagt die Statistik. Und das weiss auch die Briefträgerin. Nicht nur wegen diverser Hochzeits-Eventmanagementfirmen auf ihren Touren, die in letzter Zeit neu erstanden und mehrheitlich den Schirm, kaum geöffnet, wieder zumachten. Auf Scheidungen weisen der Nachsendeauftrag nur einer Person des Haushalts oder Post vom Zivilgericht hin. Neukreation. Für Eheschliessungen gibt es mehr Hinweise: Kartenanschrift „an das Brautpaar“, selbstkreierte Webstamps mit den Konterfeis strahlender Brautleute – und die elenden Namensänderungen. Nach von der Briefträgerin geschätzten 97 Prozent der Eheschliessungen trägt die Frau einen neuen Namen. Den Namen des Mannes. Egal, durch welches Quartier die Tour führt, überall dasselbe Bild. Das Eherecht von 2013 schliesst Doppelnamen aus, ermöglicht aber den Heiratenden die Beibehaltung ihres je ursprünglichen Namens (bei gleichzeitiger Bestimmung des Familiennamens der Kinder) oder die Neukreation einer Kombination beider Ursprungsnamen. Ein Schritt in Richtung Selbstbestimmung und Gleichberechtigung der Frauen könnte dieses neue Eherecht sein. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Nicht nur übernehmen in so gut wie allen Fällen die Frauen den Männernamen, ihr bisheriger Name verschwindet auch vom Briefkasten. Retournieren. (…).  Katrin Bärtschi.
Work online, 29.11.2019.
Personen > Baertschi Katrin. Brieftraegerin. Namensaenderungen. Work online, 2019-11-29.
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29.11.2019 Schweiz
Post
Syndicom

Lohnerhöhungen
Post
Volltext
Syndicom fordert Transparenz und faire Lohnerhöhungen bei Swiss Post Solutions. Wie der Blick in der heutigen Ausgabe offenlegt, herrscht bei Swiss Post Solutions (SPS) mindestens eine Zweiklassengesellschaft. Während das Kader regelmässig an kostspieligen Ausflügen opulent verwöhnt wird, wird beim Personal die Sparschraube angesetzt. Mit diesem Verhalten beschädigt die SPS-Führung um Jörg Vollmer das Ansehen der Schweizerischen Post und verliert gegenüber dem Personal jegliche Glaubwürdigkeit. Die Post muss nun die Kosten offenlegen und bei ihrer Tochterfirma für eine neue Firmenkultur sorgen. Unter den enthüllten Kaderfeiern bei SPS, die dieses Jahr in Vietnam stattgefunden haben, leidet das Personal doppelt. Das Personal ist es, das im Kontakt mit den Kunden Häme über das Verhalten der Vorgesetzten über sich ergehen lassen muss und weit schlimmer: bei SwissPostSolutions finanziert es mit deutlich schlechteren Arbeitsbedingungen die Feiern der Chefs. Schlechtere Arbeitsbedingungen bei SwissPostSolutions nicht akzeptabel. Die Angestellten von SwissPostSolutions haben deutlich schlechtere Arbeitsbedingungen als jene des Post-Stammhauses. Dies, obwohl die Post Alleinaktionärin bei SPS ist. Die Unterschiede sind zahlreich: Löhne, Zulagen und Rentenleistungen sind alle tiefer als bei den Angestellten im Stammhaus. Zudem haben sie keinen Schutz durch einen Sozialplan und keine geregelte Frühpensionierung. Post muss für Transparenz sorgen und Reisekosten offen legen. (…).
Syndicom, 29.1.2019.
Syndicom > Post. Lohnerhöhungen. Syndicom, 2019-01-29.
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28.11.2019 Schweiz
Uber
Unia Schweiz

Medienkonferenz
Uber
Volltext
Plattform-Arbeit: So müssen die Behörden die „Uberisierung“ stoppen. Medienkonferenz: Dienstag, 3. Dezember 2019, 9.30 Uhr, Welle 7, Schanzenstrasse 5, 3008 Bern (Raum-Nr. auf Screen im Eingangsbereich). Sehr geehrte Medienschaffende. Das Auftreten von Plattformen-Unternehmen hat einschneidende Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Plattform-Beschäftigte arbeiten oft, wie z.B. bei Uber, als Scheinselbständige ohne Versicherungsschutz – mit gravierenden Auswirkungen. Die Medienkonferenz am 3. Dezember bietet Hintergründe zu arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Fragen rund um die Plattform-Beschäftigung. Erfahren Sie, welche Behörden von Gesetzes wegen aktiv werden müssten, um der „Uberisierung“ Einhalt zu gebieten, und wie der Schutz der Arbeitnehmenden verbessert werden kann. Prof. Kurt Pärli, Professor für soziales Privatrecht an der Universität Basel, stellt seine neue Publikation „Arbeits- und sozialversicherungsrechtliche Fragen der Sharing Economy“ (Schulthess Verlag) vor. Er umreisst die Auswirkungen einer Einstufung von Plattform-Beschäftigten als Selbständige oder Unselbständige und zeigt, dass sowohl Beschäftigte als auch Sozialversicherungen ein grosses Interesse an der Einstufung von Plattform-Arbeitenden als Unselbständige bzw. Angestellte haben. Unia-Präsidentin Vania Alleva analysiert die neuen Erkenntnisse aus gewerkschaftlicher Sicht. (…).
Unia Schweiz, Medieneinladung, 28.11.2019.
Unia Schweiz > Uber. Medienkonferenz. Unia Schweiz, 2019-11-28.
Ganzer Text
28.11.2019 Schweiz
Frauen
Post
Syndicom

Lohngleichheit
Post
Volltext
Ein guter Schritt, aber noch lange nicht am Ziel. Syndicom begrüsst die Bemühungen der Post, durch die Einrichtung einer Meldestelle Lohngleichheit zwischen Frau und Mann herzustellen. Diese Prüfstelle geht auf eine langjährige Forderung der Arbeitnehmervertretungen zurück. Im Jahr des Frauenstreiks muss es Ziel aller Betriebe sein, unerklärbare Lohndifferenzen vollständig zu beseitigen, so, wie es das Gesetz vorschreibt. Dass die Post die bestehenden Lohndifferenzen weiter reduzieren will, ist ein logischer Schritt für einen bundesnahen Betrieb. Der Post als drittgrösste Arbeitgeberin der Schweiz kommt dabei eine besondere Vorbildfunktion zu. Mit der Unterzeichnung der Charta „Lohngleichheit im öffentlichen Sektor“ macht sie einen wichtigen Schritt vorwärts. Am Ziel ist sie aber erst, wenn die 2,2 Prozent unerklärbare Lohndifferenzen nicht mehr vorhanden sind. Matteo Antonini, Leiter Sektor Logistik von Syndicom beurteilt die Situation wie folgt: „Es ist wichtig zu verstehen, dass die 2,2 Prozent ein Durchschnittswert sind. Im Postkonzern finden sich weiterhin Personengruppen und Konzernteile wo grössere Unterschiede bestehen. Dort muss die Post dringend handeln und weitere Massnahmen ergreifen.“Transparentes Lohnsystem ist entscheidend. Auch dank der Entwicklung und Einführung eines neuen Lohnsystems in gewissen Konzernbereichen gelang es der Post, in den letzten drei Jahren die unerklärbaren Lohndifferenzen um 1,5 Prozent zu verringern. Das ist lobenswert. (…).
Syndicom, 28.11.2019.
Syndicom > Post. Lohngleichheit. Syndicom, 2019-11-28.
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28.11.2019 Schweiz
Löhne
Personen
VPOD Schweiz
Elvira Wiegers
Haushalthilfen
Löhne
Volltext
Höhere Löhne für Hausangestellte - ein Tropfen auf dem heissen Stein. Der Bundesrat hat die Verordnung über den Normalarbeitsvertrag für Arbeitnehmende in der Hauswirtschaft um drei Jahre verlängert und die Mindestlöhne um 1,6 Prozent erhöht. Zwischen 2016-2018 betrug die Verstossquote gegen die Lohnbestimmungen des NAV-Hauswirtschaft des Bundes rund zehn Prozent. Der VPOD geht jedoch davon aus, dass es deutlich mehr Missbräuche bei den Arbeitsbedingen in den Privathaushalten gibt, dies insbesondere in der sogenannten 24-Std.-Betreuung. Der Bund weigert sich, diesen Bereich national und verbindlich zu regeln und überlässt die Regulierung den Kantonen. Leider warten wir jedoch bis heute in den meisten Kantonen darauf, dass diese endlich ihre NAV Hauswirtschaft modernisieren. Die kantonalen NAV regeln alle anderen nicht minder wichtigen Bestimmungen, so etwa die Entgeltung der Präsenzzeit. Der Bundesrat begründet die Verlängerung des NAV Hauswirtschaft des Bundes mit den wiederholten Verstössen gegen die Mindestlöhne und der starken Nachfrage nach ausländischen Betreuungskräften. Die Gefahr bestünde, dass beim Wegfall des Mindestlohnes der Druck auf die Löhne und die Missbrauchsgefahr noch mehr steigen würde. (…).
Elvira Wiegers.
VPOD Schweiz, 28.11.2019.
Personen > Wiegers Elvira. Hausangestellte. Loehne. VPOD Schweiz, 2019-11-28.
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27.11.2019 Schweiz
Personen
SGB
Reto Wyss
Arbeitsbedingungen
Pflegepersonal
Volltext
Stärkung der Pflege: Der Nationalrat hat es in der Hand. Die Versicherungslobby muss gestoppt werden. Kein westliches Land beschäftigt mehr im Ausland ausgebildetes Pflegefachpersonal als die Schweiz. Zahlen der OECD zeigen: Jede vierte Pflegefachperson besitzt hierzulande ein ausländisches Diplom, mehr als ein Drittel des gesamten Pflegepersonals ist ausländischer Herkunft. Die Schweiz lässt sich die Ausbildung ihres Pflegepersonals also zu einem beträchtlichen Teil vom (ärmeren) Ausland finanzieren und trägt damit zum Pflegenotstand jenseits der Grenze bei. Und trotzdem konnte man damit nicht verhindern, dass auch hier in der Pflege der Personalmangel immer akuter wird. Und aufgrund der demografischen Entwicklung wird der Bedarf an Pflege(fach)personen auf absehbare Zeit noch weiter steigen. Stress hoch, Löhne tief. Vor diesem Hintergrund ist der heutige Alltag in der Pflege mehr als ernüchternd: Seit Jahren wird der durch die neue Spital- und Pflegefinanzierung ausgelöste Wettbewerb zwischen Spitälern und Heimen auf dem Buckel der Beschäftigten ausgetragen. Gleichzeitig steigt die Komplexität der Pflegefälle kontinuierlich, was zusätzlich zu einem Anstieg der Arbeitsintensität beiträgt. Das Resultat sind Stress, Qualitätsprobleme und eine tiefe Berufsverweildauer von durchschnittlich 15 Jahren. Schon allein die Löhne liefern hierfür eine hinreichende Erklärung: Gemessen am Durchschnittslohn werden Pflegepersonen in der OECD nur noch in Litauen und Lettland schlechter bezahlt als in der Schweiz! (…). Reto Wyss.
SGB, 27.11.2019.
Personen > Wyss Reto. Pflegepersonal. Arbeitsbedingungen. SGB, 2019-11-27.
Ganzer Text
27.11.2019 Schweiz
Migros
Unia Schweiz

Hauslieferdienst
Konsultationsverfahren
Volltext
Einstellung des Dumping-Lieferdienstes „Amigos“. „Amigos“: Migros darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen. Die Migros will ihren Dumping-Lieferdienst „Amigos“ per 11. Dezember einstellen. Dies teilte sie heute ihren „Bringern“ (so heissen die Lieferant/innen) mit. Die Unia begrüsst die Einstellung des Dienstes, der auf scheinselbständiger Arbeit und Dumpinglöhnen beruht. Die Migros darf sich aber nicht aus der Verantwortung stehlen. Sie schuldet den Lieferant/innen Löhne, Auslagenersatz für die Nutzung privater Geräte und Sozialversicherungsbeiträge. Zudem muss die Migros ein Konsultationsverfahren einleiten, da es sich um eine Massenentlassung handelt.Seit eineinhalb Jahren lässt die Migros mit der Plattform „Amigos“ scheinselbständige „Bringer“ Einkäufe ausliefern. Diese erhalten einen Dumpinglohn von 7.90 Franken pro gelieferte Einkaufstasche und sind ohne Unfall-, Krankentaggeld- oder Altersversicherung unterwegs. Die Einstellung dieses Dienstes beendet einen unhaltbaren Zustand. Migros muss nachbezahlen. Für die Migros ist die Geschichte aber nicht erledigt, wenn sie den Dienst einstellt. Sie schuldet den Lieferant/innen auch rückwirkend die Differenz zu einem anständigen Lohn (Richtwert muss der GAV-Lohn der Migros sein), Auslageersatz für die Nutzung privater Geräte (Mobiltelefon) und Fahrzeuge sowie AHV-Beiträge, sofern die Lieferant/innen die Einkommensschwelle von 2'300 Franken pro Jahr überschreiten oder die Entrichtung von Beiträgen wünschen. Gesetz schreibt Konsultationsverfahren vor. (…).
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 27.11.2019.
Unia Schweiz > Migros. Hauslieferdienst. Unia Schweiz, 2019-11-27.
Ganzer Text
26.11.2019 Schweiz
SBB
SEV Schweiz

Kommunikation
Rangierarbeiter
Volltext
Rangierfunk LISA: Noch immer führen Verbindungsunterbrüche zu gefährlichen Situationen. Probleme mit dem Funk LISA: Rangierer sagen Stopp. Der Zentralausschuss des SEV-Unterverbands des Rangierpersonals (RPV) fordert die SBB-Leitung auf, den Einsatz des Funks LISA sofort zu stoppen, weil Mängel des Geräts die Sicherheit gefährden. Schon seit mehreren Jahren ist der Rangierfunk LISA bei der SBB in der Testphase bzw. seit 2015 im Einsatz. Dennoch kommt es bis heute zu Verbindungsunterbrüchen, die zu Unregelmässigkeiten, Beinahe-Unfällen und Unfällen führen. Dass diese bisher keine Schwerverletzten oder gar Todesopfer gefordert haben, ist ein glücklicher Zufall. So ist es im Oktober im Bahnhof Buchs (SG) wegen einem Verbindungsunterbruch zu einer Flankenfahrt mit grossem Sachschaden gekommen. Ursache des Verbindungsunterbruchs war offenbar ein automatisches Update an einem Gerät. Der SEV-RPV verlangt deshalb, das Arbeiten mit dem Funk LISA sofort einzustellen, bis es keine Sicherheitsrisiken mehr in sich birgt. Die Cargo-Leitung hatte bereits am 30. Oktober 2017 nach einem Vorfall in Rümlang ein generelles Einsatzverbot für den Funk LISA verhängt, dieses aber am 1. Februar 2018 wieder aufgehoben. Nach dem neusten Vorfall ist klar, dass die Probleme weiterbestehen, weshalb es unzumutbar ist, mit LISA weiterzuarbeiten. (…).
SEV, 26.11.2019.
SEV > Rangierpersonal. LISA. SEV, 26.11.2019.
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22.11.2019 Schweiz
Ständerat
Travail.Suisse

Ständerat
Überbrückungsrente
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Überbrückungsleistung nimmt erste Hürde - ständerätliche Kommission stimmt zu. Die Sozialkommission des Ständerats (SGK-S) befürwortete heute die Einführung der Überbrückungsleistung. Die Überbrückungsleistung verhindert, dass ausgesteuerte Personen nach einem langen Erwerbsleben kurz vor der ordentlichen Pensionierung zur Sozialhilfe gehen müssen. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, begrüsst diesen Entscheid, fordert aber, dass die Leistung wie vom Bundesrat vorgesehen von der Steuer befreit wird. Die Beschäftigungssituation älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hat sich in den letzten Jahren verschlechtert. Zwar zeigt sich nicht eine allgemein schlechte Lage bei älteren Arbeitnehmenden, aber für Personen, welche ab 55 Jahren ausgesteuert werden, ist eine Rückkehr in ein stabiles Beschäftigungsverhältnis häufig sehr schwer. Die Sozialhilfequote bei älteren Personen ist unter anderem deshalb deutlich angestiegen. „Für diese Personen braucht es eine Überbrückungsleistung, die verhindert, dass Ausgesteuerte nach einem langen Erwerbsleben zur Sozialhilfe müssen“, sagt Thomas Bauer, Leiter Sozialpolitik bei Travail.Suisse. „Die Überbrückungsleistung schützt das Alterskapital aus der beruflichen Vorsorge.“ Die neue Leistung ist eingebunden in ein Massnahmenpaket, das Qualifikationen verbessern und Vermittlung und Beratung von Stellensuchenden effizienter gestalten soll. So erhalten etwa Personen über 40 Jahren eine kostenlose Standortbestimmung, Potenzialanalyse und Laufbahnberatung. Diese Massnahmen brauchen zur Einführung keinen (…).
Travail.Suisse, 22.11.2019.
Travail.Suisse > Ueberbrueckungsrente. Travail.Suisse, 2019-11-22.
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21.11.2019 Schweiz
Personen
SBB
SEV Schweiz
Yves Sancey
Lokomotivführer
Stellenplan
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Lokpersonalmangel. „Aus weniger mehr machen“ ist gefährlich. Züge werden durch Busse ersetzt, andere fallen einfach aus, manche haben Verspätung und Lokführer/innen leisten Überstunden bis zum Umfallen: Der Lokpersonalmangel schadet den Reisenden und der Gesundheit der Mitarbeitenden. Ursache der Misere ist nebst groben Fehlern bei der Personalplanung hauptsächlich der Sparwahn auf allen Ebenen. Für die Reisenden sind die Unannehmlichkeiten längst Alltag geworden: Verspätungen, defekte Türen, geschlossene Toiletten, überfüllte Wagen, Ersatzbusse, Zugsausfälle… Für das Zugpersonal, das fast allein als Blitzableiter für den Kundenfrust herhalten muss, ist das sehr belastend. Das Lokpersonal, das laufend Überstunden machen und an geplanten freien Tagen für eine Sonderzulage von 80 Franken (SBB) bzw. 100 Franken (BLS) einspringen muss, steht erst recht unter Druck, der auch der Gesundheit und der Sicherheit schadet. Eine Besserung der Situation ist nicht in Sicht. Dramatische Fehlplanung. Bis 2024 werden bei der SBB rund tausend Lokführer/innen in Pension gehen. Diese gilt es zu ersetzen. Dumm nur, „dass Lokführer nicht einfach aus dem 3D-Drucker hüpfen“, wie SEV-Gewerkschaftssekretär René Zürcher es sagt. Ihre Ausbildung dauert 14 bis 16 Monate. Die SBB wirbt zurzeit mit Fahrsimulatoren in den Bahnhöfen und will mit einer Kampagne über 40-jährige Quereinsteiger sowie Frauen für den Beruf gewinnen. Das ist gut, kommt aber spät. Laut SBB werden 240 Lokführer/innen 2020 in Ausbildung sein, und 195 im Jahr darauf. Ab 2022 seien pro Jahr 140 Auszubildende vorgesehen, wobei die Zahl je nach Verkehrsentwicklung (…).
SEV, 21.11.2019.
Personen > Sancey Yves. Lokomotivfuehrer. Stellenplan. SEV, 2019-11—21. Nov. 2019.
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21.11.2019 Schweiz
Öffentlicher Verkehr
SEV Schweiz

Fahrvergünstigungen
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Angriff auf die FVP. FVP: Das BAV schwimmt gegen den Strom. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) greift die Fahrvergünstigungen des Personals (FVP) an und will die Leistungen für einen Teil des öV-Personals sowie für die Pensionierten kürzen. Für den SEV ist dies ein inakzeptabler Vorschlag, denn die FVP sind integraler Bestandteil des Lohns und eine wohlverdiente Anerkennung der Pensionierten. In einer Zeit, in der Umweltfragen präsenter sind denn je, schwimmt das BAV mit seinem Vorschlag gegen den Strom. Die Fahrvergünstigungen des Personals sind in einer Vereinbarung zwischen dem Verband öffentlicher Verkehr (VöV) und den Gewerkschaften bzw. Berufsverbänden geregelt. Gespräche mit dem VöV sind angesetzt. Der SEV wird dabei die Interessen der Mitarbeitenden des öffentlichen Verkehrs und der Pensionierten verteidigen und daran erinnern: dass die FVP dem Personal auf unkomplizierte Weise Dienstreisen ermöglichen, dass ohne FVP der administrative Aufwand zur Abrechnung der Dienstreisen und damit die Lohnsumme erheblich steigen würden, dass die FVP kein Geschenk sind, sondern ein Lohnbestandteil, der von den einzelnen Mitarbeitenden sowie den Pensionierten auf ihrer Steuererklärung anzugeben und zu versteuern ist. Weil diese Besteuerung einfach möglich ist, wird sie von den Steuerbehörden auch konsequent durchgesetzt – konsequenter als die Besteuerung anderer Vergünstigungen, dass die Bedingungen für den Bezug des GA-FVP nicht luxuriös sind, sondern den üblichen Fahrvergünstigungen in mittleren und grossen Betrieben entsprechen, dass andere Unternehmen in der Schweiz ihrem  (...). 
SEV, 20.11.2019.
SEV > Fahrverguenstigungen. SEV, 2019-11-20.
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20.11.2019 Schweiz
Stromversorgung
Travail.Suisse

Arbeitsbedingungen
Energieversorgung
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Keine vollständige Strommarktöffnung ohne Begleitmassnahmen für das Personal in der Elektrizitätswirtschaft! Travail.Suisse, die unabhängige Dachorganisation der Arbeitnehmenden, ist nicht grundsätzlich gegen die vollständige Öffnung des Strommarktes; allerdings lehnt sie die Revision des Stromversorgungsgesetzes ab, weil diese keine Begleitmassnahmen zugunsten des Personals in der Elektrizitätswirtschaft vorsieht. Bedingung für die vollständige Strommarktöffnung ist zudem die Inkraftsetzung des Stromabkommens mit der Europäischen Union (EU). Der Revisionsentwurf des Stromversorgungsgesetzes (StromVG) – die Vernehmlassung dazu endet Ende Monat - entspricht den von Travail.Suisse formulierten Bedingungen nicht. Mit der vollständigen Öffnung des Strommarktes wird sich die Konkurrenz verschärfen und auf die Margen der Elektrizitätsversorgungsunternehmen (EVU) drücken. Die EVU gehören zu 90 Prozent der öffentlichen Hand, die Löhne und Arbeitsbedingungen des Personals sind deshalb meist eher gut. „Eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen kommt nicht in Frage“, unterstreicht Denis Torche. „Das beste Mittel, um die Arbeitsbedingungen im Falle einer vollständigen Öffnung des Strommarktes zu erhalten, ist die Stärkung der Sozialpartnerschaft. Im Gesetz muss deshalb der Grundsatz eines Branchengesamtarbeitsvertrags für die Stromwirtschaft verankert werden“. Das neue Stromversorgungsgesetz muss zudem einen Artikel enthalten, der die Bildung und Weiterbildung des  (…).
Travail.Suisse, 29.1.2019.
Travail.Suisse > Strommarkt. Arbeitsbedingungen. Travail.Suisse, 2019-01-29.
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15.11.2019 Schweiz
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Fichen-Affäre
Staatsschutz
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Wenn Mauern fallen. Selbst Max Frisch hatten die Schlapphüte von der Schnüffelpolizei im Visier. Überwachen den Schriftsteller und notieren fleissig: wohin er reist, mit wem er verkehrt, was er unterschreibt und: dass sich seine Tochter „im Kreise der ‹Progressiven Mittelschüler CH›“ tummelt. Selbst im grossen Frisch, diesem Patrioten und Demokraten, sieht der Schweizer Staatsschutz einen Staatsfeind. Es herrscht der Kalte Krieg. Und ätzender Antikommunismus. Auf dem rechten Auge blind, fichieren die Schnüffler blindwütig vor allem Linke, Gewerkschafterinnen, Journalisten, soziale Bewegungen und Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International. Ein Drittel aller in der Schweiz lebenden Ausländerinnen und Ausländer sind erfasst, als der Fichenskandal 1989 auffliegt. Eine parlamentarische Untersuchungskommission war bei ihrer Arbeit auf ein bisher geheimes politisches Überwachungssystem bei der Bundesanwaltschaft gestossen. Diese hat Fichen von 900’000 Menschen angelegt. Die Schweiz erbebt im Schock. Und der 78jährige Frisch ist so was von stinksauer. Mit Schere und Leim macht er sich mehr als ein Jahr danach über seine Staatschutzakte her. Zerschneidet dieses „Dokument der Ignoranz, der Borniertheit, der Provinzialitä“, klebt die Schnipsel auf ein neues Blatt und kommentiert sie hämisch bis harsch. Mit diesem „verluderten“ Überwachungsstaat verbinde ihn nichts mehr ausser dem Reisepass „den er nicht mehr brauchen werde“, tippt er wütend in die Tasten. Drei Wochen später ist er tot. (…).
Marie-Josée Kuhn.
Work online, 15.11.2019.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Fichenskandal. Work online, 2019-11-15.
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