Gewerkschaftschronik
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15.10.2018 Schweiz
Medien
SGB
SSM Schweizer Syndikat Medienschaffender
Syndicom

Gesetze
Medien
Volltext
Die Schweiz braucht ein mutigeres Mediengesetz. Für eine starke Medienlandschaft im digitalen Zeitalter reichen die Vorschläge bislang nicht. Autor/in: Arbus, fög, impressum, media FORTI, Médias pour tous, SGB, SSM, Suisseculture, Syndicom, UNIKOM und Verband Medien mit Zukunft. Das neue Bundesgesetz über elektronische Medien (BGeM) setzt die Leitplanken für die künftige Entwicklung der Schweizer Medienlandschaft. Angesichts der Digitalisierung ist die Ablösung des veralteten Radio- und Fernsehgesetzes dringend nötig. Doch das neue Gesetz ist nur ein halber Schritt in die richtige Richtung. Trotz wichtiger Neuerungen reichen die Vorschläge des Bundesrates bei weitem nicht aus, um eine innovative und vielfältige Medienlandschaft zu erhalten. Zahlreiche Verbände und Vereine aus Medien und Zivilgesellschaft setzen sich deshalb für ein mutigeres Mediengesetz ein und stellen folgende Forderungen auf: 1. Onlinejournalismus muss unabhängig davon gefördert werden, ob es sich um Audio-, Video- oder Textangebote handelt. Das gilt auch für Onlineangebote von Lokal- und Regionalzeitungen. Die Beschränkung auf eine Förderung von Audio- und Videoangeboten im Internet ergibt keinen Sinn. Inhalte müssen auf die Bedürfnisse des Publikums zugeschnitten sein. Zudem kann ohne eine Förderung von Textangeboten die Finanzierungskrise im Schweizer Journalismus nicht bewältigt werden. Voraussetzung für eine Förderung sind eine Selbstverpflichtung auf die Regeln des Presserates und die Einhaltung branchenüblicher Arbeitsbedingungen. 2. Die Mindestanforderungen im Gesetz (…).
SSM, 15.10.2018.
SSM > Medien. Gesetz. SSM, 2018-10-25
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12.10.2018 Schweiz
Personen
Syndicom
Stephanie Vonarburg
Streik
Volltext
Kämpfen wirkt. Streiken lohnt sich. Sich wehren gibt Würde zurück. Ausgerechnet in den Medien! 40 Jahre nach dem letzten bedeutenden Streik in Schweizer Redaktionen führen im laufenden Jahr die Belegschaften in zwei Medienunternehmen intensive Arbeitskonflikte und legen zeitweise die Arbeit nieder. Blick zurück: Im September 1978 protestierten die JournalistInnen der „Tat" gegen die Entlassung des Chefredaktors und die Neuausrichtung der Tageszeitung. Darauf entscheidet der Verleger und Migros-Chef, das Blatt sofort einzustellen. Im Konflikt bekämpft die Belegschaft die fristlosen Entlassungen und erstreitet sich auf dem Rechtsweg die Löhne während der Kündigungsfrist. Streik! Ein legitimes Mittel im Arbeitskampf der SDA-RedaktorInnen. Vierzig Jahre später, 100 Jahre nach dem Landesstreik, erlebt die Schweiz zwei grosse Arbeitskonflikte in den Redaktionen. Am 23. Januar kommt es bei der Schweizerischen Depeschen-Agentur SDA zu einem Warnstreik. Grund: Die Anfang Januar angekündigte Massenentlassung mit einem Stellenabbau von 36 Vollzeitstellen, rund einem Viertel der Redaktion. Dass die Unternehmensleitung im Konsultationsverfahren rücksichtlos vorgeht und schnell zu den Entlassungen schreitet, empört das gesamte Personal. Vor allem auch weil kein Plan existiert, wie die Arbeit mit durch weniger Personal bewältigt werden kann. Nachdem der CEO dann in den Medien abfällige, wenig respektvolle Äusserungen über die eigenen Angestellten macht, beschliessen die RedaktorInnen mit über 100 Stimmen, am 30. Januar in den Streik zu treten. Nach vier Streiktagen, (…). Stephanie Vonarburg.
Syndicom, 12.10.2018.
Personen > Vonarburg Stephanie. Streik. Syndicom, 2018-10-12.
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11.10.2018 Schweiz
Detailhandel
Unia Schweiz

Detailhandel
Digitalisierung
Volltext
Mehr Stress für das Verkaufspersonal. Eine von der Gewerkschaft Unia in Auftrag gegebene Studie der Universität Bern zeigt, dass die Folgen der Digitalisierung der Kassensysteme in den Supermärkten für die Angestellten gravierend sind. Mit den automatischen Kassen sparen die Grossverteiler Platz und Personal. Der Preis, den die Verkäuferinnen und Verkäufer zahlen, ist jedoch hoch: Mehr Stress, eine wachsende Zahl von Aufgaben, körperliche Belastungen, Veränderung des beruflichen Selbstverständnisses, Zukunftsängste und Verschlechterung des Kontakts zu Kundinnen und Kunden. Die Unia fordert bessere Löhne und Arbeitsbedingungen, mehr Weiterbildungen und einen besseren Schutz des Personals. Die Studie der Universität Bern befasst sich mit den „Auswirkungen des Self-Checkout und des Self-Scanning auf die Arbeitsbedingungen, die Gesundheit und das berufliche Selbstverständnis des Verkaufspersonals im Detailhandel“. Sie wurde von der Unia in Auftrag gegeben und beleuchtet den Aspekt der Digitalisierung in der Detailhandelsbranche erstmals aus dem Blickwinkel des Personals. Schwerwiegende Folgen. Die Studie zeigt, dass das Personal an den Selbstbedienungskassen immer mehr Aufgaben in immer kürzerer Zeit bewältigen muss. Insbesondere hat es die Kontrolle und Überwachung zu gewährleisten, was nicht mehr viel mit dem Beruf einer Verkäuferin oder eines Verkäufers zu tun hat. Der Stress nimmt zu und der Kontakt zu den Kundinnen und Kunden wird schwieriger. Die Angestellten, vor allem die Frauen, sind vermehrt mit aggressivem und unangemessenem Verhalten der Kundschaft exponiert. (…).
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 11.10.2018.
Unia Schweiz > Detailhandel. Digitalisierung. Unia Schweiz, 2018-10-11.
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11.10.2018 Schweiz
Personen
PostCom
SGB
Dore Heim
Mindestlöhne
PostCom
Volltext
PostCom Mindestlohn ist viel zu tief und illegal. SGB kritisiert Regulierunnsbehörde. Der SGB ist empört über die Absicht der PostCom, den Mindestlohn im Postmarkt ab Januar 2019 bei Fr. 18,27 festlegen zu wollen. Die Regulierungsbehörde ignoriert geltendes Recht und öffnet dem Lohndumping im boomenden Onlinehandel Tür und Tor. Das Bundesgericht hat letztes Jahr entschieden, dass der Mindestlohn von Fr. 20.00 im Kanton Neuenburg rechtens ist. Daran haben sich alle Arbeitgeber im Kanton zu halten, auch dort tätige Logistikunternehmen. Dazu steht der Entscheid der PostCom in einem krassen Widerspruch, der nicht zu dulden ist. Die prekären Arbeitsbedingungen und skandalös tiefen Löhne in den umliegenden Ländern bei den Onlinehändlern Amazon, Zalando etc. sind bekannt. Die ausländischen Onlinehändler sind auf einheimische Logistikunternehmen angewiesen, um ihre Ware in der Schweiz auszuliefern. Die PostCom hat die Pflicht und Aufgabe, dafür zu sorgen, dass hierzulande branchenübliche Arbeitsbedingungen eingehalten werden. Stattdessen betreibt die PostCom nun staatlich legitimiertes Lohndumping! Denn tatsächlich sind die Löhne im hiesigen Postmarkt aktuell viel höher als der von der PostCom definierte Mindestlohn. Sogar der tiefste Lohn für einen ungelernten Fahrer/Zusteller beträgt bei einer 42-Stunden-Woche Fr. 22,30. Dies zeigt eine Studie, die PostCom selbst in Auftrag gegeben hat, die sie nun aber konsequent ignoriert. Denn auch die Arbeitszeit will die PostCom bei einer 44-Stunden-Woche festlegen. Auch dies entspricht nicht den aktuellen Gegebenheiten auf dem (...). Dore Heim.
SGB, 11.10.2018.
Personen > Heim Dore. PostCom. Mindestlöhne. SGB, 2018-10-11.
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11.10.2018 Schweiz
Abstimmungen Schweiz
Krankversicherungen
Personen
SGB
Reto Wyss
Krankenversicherungen
Überwachung
Volltext
Am 25. November Nein zum Observationsartikel! Sozialversicherungen haben andere Probleme. Missbrauch von Sozialleistungen muss bekämpft werden. Bei der vorgeschlagenen Revision des Sozialversicherungsrechts geht es aber um etwas ganz anderes: Mit der Schaffung völlig unverhältnismässiger Befugnisse für private Observationen würde die gesamte Bevölkerung unter Generalverdacht gestellt. Es braucht deshalb am 25. November ein klares Nein zur Einschränkung unserer Grundrechte. Sozialversicherungen: Missbrauch selten, Bekämpfung funktioniert. Die Sozialversicherungen stellen soziale Errungenschaften dar, weil sie uns vor sozialen Risiken wie Unfall, Krankheit und Arbeitslosigkeit schützen. Es handelt sich dabei um Risiken, die jede und jeden treffen können. Die Sozialversicherungen sind für uns alle da und werden von uns allen mitfinanziert. Mit unseren Beiträgen erwerben wir deshalb ein Recht auf Leistungen im Risikofall. Gerade Arbeitnehmende sind darauf angewiesen, dass Sozialversicherungen ihren Zweck erfüllen können und nicht missbraucht werden. Betrugsbekämpfung ist folglich bei allen Sozialversicherungen eine Notwendigkeit. Das Sozialversicherungsrecht enthält deshalb ein gut funktionierendes Instrumentarium zur Bekämpfung und Bestrafung von missbräuchlichem Leistungsbezug. Das System funktioniert gut: Missbräuche geschehen selten, nehmen nicht zu und können mit den bestehenden Mitteln aufgedeckt und geahndet werden. Es braucht keine neuen Instrumente. Keine harmlose „Gesetzesgrundlage". (…). Reto Wyss.
SGB, 11.10.2018.
Personen > Wyss Reto. Versicherungen. Überwachung. SGB, 2018-10-11.
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10.10.2018 Schweiz
SRG
SSM Schweizer Syndikat Medienschaffender

Konsultationsverfahren
SRG
Volltext
Sparmassnahmen SRG: SSM wehrt sich gegen Alibi-Konsultationsverfahren. Das durch die Geschäftsleitung der SRG beschlossene Konsultationsverfahren ärgert das Schweizer Syndikat Medienschaffender SSM. Das SSM weist das geplante SRG-Konsultationsverfahren als ungenügend zurück. SSM fordert Respektierung des ordentlichen Konsultationsverfahren. Im Interesse der Angestellten verlangt das SSM schon seit dem 4. März 2018, als die No-Billag Initiative mit 71.6% wuchtig verworfen wurde, dass die SRG dem Personal genügend Zeit und alle notwendigen Mittel zur Verfügung stellt, um ein anständiges Konsultationsverfahren zu den Sparmassnahmen und allen strategischen Zukunftsprojekten durchzuführen. Den Angestellten und ihren VertreterInnen muss dabei Zugang zu allen relevanten Informationen gewährt werden. Das SSM verlangte dabei immer, nicht nur die simple Umsetzung der Mitwirkungsrechte gemäss Gesamtarbeitsvertrag (GAV Art. 36), sondern eine Konsultation im Sinne des Obligationenrechtes (OR Art. 335). Nur so ist es den Mitarbeitenden möglich, die Sparpläne zu prüfen und valable Alternativen vorzuschlagen. Das SSM verlangt hiermit von der SRG erneut und mit Nachdruck eine seriöse Konsultation des Personals durchzuführen. Mit den angekündigten Sparmassnahmen und dem Stellenabbau steigt der Druck auf die Angestellten erneut. Der Produktivitätsdruck ist bereits durch die Sparrunden der vergangenen Jahre massiv erhöht worden und es stellt sich die Frage, ob die Qualität des Angebotes noch gewährleistet werden kann, ohne dass die Mitarbeitenden dabei riskieren, krank zu (…).
SSM, 10.10.2018.
SSM > SRG. Sparmassnahmen. SSM, 2018-10-10.
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09.10.2018 Schweiz
Nationalrat
Personen
SEV Schweiz
Françoise Gehring
Lohngleichheit
Nationalrat
Volltext
Lohngleichheit: Wieder ein Affront. Der Nationalrat hat entschieden, auf eine abgeschwächte Revision des Gleichstellungsgesetzes einzutreten. Doch bis sich beide Kammern darüber einig sind, wie die Lohngleichheit zu behandeln ist, müssen wir uns noch bis zur Wintersession gedulden – wieder einer der unzähligen Angriffe auf die Frauen! Beträfe das Gleichstellungsgesetz nur Männer, wäre es schon längst umgesetzt. Seit 22 Jahren ist das Gleichstellungsgesetz in Kraft, doch wird es bis heute mit Füssen getreten. Gemäss dem „Global Gender Gap Report 2017“ steht die Schweiz auf Platz 21, hinter den nordischen Ländern, Frankreich, Deutschland und sogar Ruanda. Doch diese Zahlen, die jährlich am Equal Pay Day publiziert werden, interessieren den Grossteil des Nationalrats nicht. Im Gegenteil: Die grosse Kammer scheint das Problem gar nicht erst anerkennen zu wollen, geschweige denn eine Lösung zu finden. Dabei gibt es noch mehr interessante Zahlen: Alle Schweizer Frauen zusammen verdienen jährlich 7,7 Milliarden Franken weniger als die Männer, wovon 2,9 Milliarden auf reiner Diskriminierung basieren. Damit arbeiten Frauen im Schnitt an 44 Tagen im Jahr gratis. Peanuts, oder? Zumindest für die bürgerliche Mehrheit, die so tut, als gäbe es das Gesetz nicht, als wäre die Verfassung und die darin verankerte Gleichstellung nur ein Stapel Altpapier. Zwei Tage nach der imposanten Lohngleichheitsdemo erhalten wir Frauen eine Kriegserklärung aus dem Bundeshaus. In Island wurde ein Gesetz akzeptiert, das die Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen bis 2020 aus (…). Françoise Gehring, Katrin Taglang.
SEV, 9.10.2018.
SEV > Nationalrat. Lohngleichheit. SEV, 2018-10-09.
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08.10.2018 Schweiz
GAV
Unia Schweiz

Landesmantelvertrag
Protest-Kundgebung
Volltext
Bau-Protesttage ab Mitte Oktober. Der Druck wirkt: Erst nach der grossen Bau-Demo vom Juni 2018 sind die Baumeister endlich zu Verhandlungen bereit. Auf den Baustellen steht ein heisser Herbst bevor. Der LMV läuft aus und für die Sicherung der Rente mit 60 braucht es eine Lösung. Mit ihren Maximalforderungen verhindern die Baumeister einen Vertragsabschluss. Den Bauarbeitern reicht’s: Sie werden für ihre Rechte kämpfen – mit Protestaktionen in der ganzen Schweiz ab Mitte Oktober. Der Konflikt auf dem Bau spitzt sich weiter zu. Während Monaten hat der Baumeisterverband Verhandlungen verweigert und versucht nun, mit unhaltbaren Forderungen zu erpressen. Bewegung nach grosser Bau-Demo. Nachdem im Juni 18‘000 Bauarbeiter demonstriert hatten, war der Baumeisterverband endlich zu Verhandlungen bereit. Bei der Rente mit 60 und bezüglich Lohnerhöhung sind Lösungen in Sicht. Doch die Baumeister sind nur bereit, diese umzusetzen, wenn die Gewerkschaften einem Kahlschlag beim LMV zustimmen. Bauarbeiter lassen sich nicht erpressen. „Die Bauarbeiter sind ob der Erpressung wütend“, so Unia-Bauchef Nico Lutz vor den Medien, „die Forderungen der Baumeister sind gefährlich und verantwortungslos!“ Die geforderte völlige Deregulierung der Arbeitszeit ist ein totaler Angriff auf die Gesundheit der Bauarbeiter. 12-Stundentag als Normalfall. (…).
Unia Schweiz, 8.10.2018.
Unia Schweiz > Bauarbeiter. Protestaktionen. Unia Schweiz, 2018-10-08.
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08.10.2018 Schweiz
Personen
SGB
Steuern
Paul Rechsteiner
Steuersenkungen
Volltext
Ja zur STAF – Nein zu Steuersenkungsprojekten in den Kantonen. Gewerkschaftliche Gedanken in der P.S. Am vergangenen Freitag hat die SGB-Delegiertenversammlung zur Steuer- und AHV-Vorlage (STAF) zunächst ein knappes Ja und danach Stimmfreigabe beschlossen. Für ein Ja, für das ich eintrete, spricht insbesondere, dass die Vorlage auf Bundesebene gegenüber dem Status quo nur Vorteile bringt. Erstens müssen Aktionäre und Firmen mehr zahlen als bisher. Das ist ein grosser Unterschied zur gescheiterten Unternehmenssteuerreform III, die für den Bund zu Steuerausfällen geführt hätte. Zweitens wird das massive Steuerdumping gegenüber international tätigen Firmen abgestellt. Damit würde sich die Schweiz – nach dem Fall des Bankgeheimnisses – auch auf dem Gebiet der Firmenbesteuerung im Rahmen international anerkannter Standards bewegen. Drittens werden die skandalösen Steuervorteile für Grossaktionäre in der Folge der Unternehmenssteuerreform II wenigstens teilweise beseitigt (Kapitaleinlageprinzip). Zur Erinnerung: Das Bundesgericht hatte in einem bisher nie dagewesenen Entscheid festgestellt, dass Bundesrat Merz die Bevölkerung vor der Volksabstimmung irregeführt hatte. Dazu käme, dass die AHV bei einer Annahme der Vorlage eine Finanzspritze von über 2 Milliarden Franken pro Jahr erhält. Und zwar mit der sozialsten Finanzierung, die möglich ist: einer Kombination von Steuermitteln des Bundes verbunden mit Lohnpromillen, die in erster Linie auf Kosten der Firmen und der hohen Einkommen gehen. Die Finanzierung der AHV wäre auf Jahre hinaus (…). Paul Rechsteiner.
SGB, 8.10.2018.
Personen > Rechsteiner Paul. Steuersenkungen. SGB, 2018-10-08.
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08.10.2018 Schweiz
Unia Schweiz

Arbeitszeit
Bauarbeiter
Mindestlohn
Volltext
12-Stundentag und Abschaffung der Mindestlöhne für ausländische Firmen: Geduld der Bauarbeiter am Ende! Es steht auf den Baustellen ein heisser Herbst bevor. Der Landesmantelvertrag für das Bauhauptgewerbe (LMV) läuft Ende Jahr aus und für die Sicherung der Rente mit 60 braucht es Massnahmen. Eigentlich liegen die Lösungen auf dem Tisch. Doch der Baumeisterverband verhindert mit Maximalforderungen einen Vertragsabschluss. Die Bauarbeiter haben genug: Sie werden für ihre Rechte kämpfen – mit Protestaktionen in der ganzen Schweiz ab Mitte Oktober. Zuerst hat sich der Schweizerische Baumeisterverband neun Monate lang geweigert, mit den Sozialpartnern über die Sicherung der Rente mit 60 zu verhandeln. Das Problem sei im Stiftungsrat FAR zu lösen, das Rentenalter auf 62 zu erhöhen oder die Rente um 30 Prozent zu senken. Bauarbeiter lassen sich nicht erpressen. 18‘000 Bauarbeiter an der grossen Bau-Demo im Juni 2018 und eine Klage der Gewerkschaften wegen Vertragsverletzung haben den Baumeisterverband zum Umdenken gebracht: Seit August 2018 wird über die Sicherung der Rente mit 60 verhandelt. Eine Lösung liegt auf dem Tisch: Die Rente mit 60 bleibt, die Bauarbeiter übernehmen die Kosten der Sanierung, wenn im Gegenzug der Baumeisterverband eine anständige Lohnerhöhung zahlt. Aber: Der Baumeisterverband ist nur bereit, diese Lösung umzusetzen, wenn die Gewerkschaften einem Kahlschlag im Landesmantelvertrag zustimmen. (…).
Unia Schweiz, 8.10.2018.
Unia Schweiz > Bauarbeiter. Rentenalter. Streik. Unia Schweiz, 2018-10-08.
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08.10.2018 Schweiz
AHV
Personen
Vorwaerts
Siro Torresan
AHV
Steuersenkungen
Volltext
Nicht mit uns! Das Parlament verabschiedete am 28. September die Steuervorlage 17 mit dem AHV-Deal. Milliarden von Staatseinnahmen für Bund, Kantone und Gemeinden in Form von Steuergeschenken an die Unternehmen stehen auf dem Spiel. Das Referendum ist beschlossene Sache und wird auch von der PdA aktiv unterstützt. „Die Vorlage bringt durch die Steuergeschenke an die Unternehmen massive Einnahmenausfälle für den Bund, für die Kantone und für die Gemeinden. Was daran gut sein soll, ist mir schleierhaft. Wir werden alles dafür tun, um diese Steuerreform zu versenken“, erklärt Denis de la Reussille, Nationalrat der Partei der Arbeit der Schweiz (PdAS), auf Anfrage des vorwärts. Somit ist auch gesagt, dass die Steuervorlage 17 (SV17) praktisch die Fotokopie der Unternehmenssteuerreform III (USRIII) ist, die im Februar 2017 vom Stimmvolk verworfen wurde. Auch bei der SV17 werden sich die Steuerausfälle beim Bund auf mindestens zwei Milliarden Franken belaufen. Und was es für die Kantone bedeutet, zeigen folgende konkrete Beispiele: Im vorauseilenden Gehorsam hat der Halbkanton Basel-Stadt bereits eine Vorlage durch das Parlament gepeitscht. Das Resultat: Die Gewinnsteuer wird von 22 auf 13 Prozent (!) gesenkt, durch die sogenannte Patentbox können Unternehmen bis zu 40 Prozent an Steuern sparen und der Kapitalsteuersatz wird von 5,25 auf 1 Promille gesenkt. Unter dem Strich ergibt sich ein Verlust von 150 Millionen bei den Staatseinnahmen. Gegen diese kantonale Vorlage wurde von verschiedenen linken Organisationen, darunter Basels starke Alternative und die Kommunistische (…). Siro Torresan.
Vorwärts, 8.10.2018.
Personen > Torresan Siro. Steuersenkungen. Nationalrat. Vorwaerts, 2018-10-09.
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05.10.2018 Schweiz
Lehrlingswesen
Personen
SGB
Thomas Fastermann
Lehrlingswesen
Ratgeber
Volltext
„Ich kenne meine Rechte“. Neuer Online-Ratgeber für Lernende und junge Arbeitnehmende. Gewerkschaftsjugend stellt Online-Angebot vor. In der Ausbildung oder im ersten Job ist vieles neu. Bei den ersten Schritten trifft man auf viele Regeln, Fragen oder Unsicherheiten, mit denen man bislang nichts zu tun hatte. Darum hat die Gewerkschaftsjugend des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes ein neues Online-Angebot geschaffen. Das Nachschlagewerk «Ich kenne meine Rechte» hilft jungen Menschen, in Ausbildung und Beruf ihre Rechte zu kennen und durchzusetzen. Die Webseite, die unter www.rechte-der-lernenden.ch zu erreichen ist, richtet sich an Lernende, junge Arbeitnehmende, aber auch an Jugendliche, die keine Arbeit haben oder sich in einem Zwischenjahr befinden. Über 400'000 junge Menschen in der Schweiz befinden sich derzeit in der Berufsausbildung, rund die Hälfte davon im dualen Modell, also im Betrieb und in der Schule. Und dort trifft man auf viele neue Herausforderungen und Fragen. Zum Beispiel: „Wie viel Tage Bildungsurlaub stehen mir zu?“ „Was sind erlaubte und verbotene Tätigkeiten?“ „Wie ist die Internetnutzung im Betrieb geregelt?“ Das neue Online-Angebot der Gewerkschaftsjugend hilft dabei, die richtigen Antworten zu finden. In einem übersichtlichen Nachschlagewerk von A wie Absenzen bis Z wie Zwischenlösungen finden sich in rund 400 Schlagworten wichtige und wertvolle Hinweise. Eine bequeme Suchfunktion erleichtert jungen Menschen zudem das Finden. (…). Thomas Fastermann.
SGB, 5.10.2018.
Personen > Fastermann Thomas. Lehrlingswesen. Ratgeber. SGB, 2018-10-05.
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04.10.2018 Schweiz
Personalverleih-Branche
Syna
Unia Schweiz

GAV
Temporärarbeit
Volltext
Faire Arbeitsbedingungen für temporär Beschäftigte: GAV Personalverleih soll verlängert werden. Der Gesamtarbeitsvertrag (GAV) Personalverleih soll bis 2020 verlängert werden. Die Mindestlöhne sollen im gleichen Zeitraum in zwei Schritten um jeweils 60 bis 75 Franken steigen. Ab 2021 beabsichtigen die Sozialpartner die Einführung eines Equal Minimum Pay-Prinzips im GAV Personalverleih und setzen zur Prüfung dieses Vorhabens eine paritätische Arbeitsgruppe ein. Der seit 2012 bestehende GAV Personalverleih ist als erster GAV der Temporärbranche eine historische Errungenschaft. Das massgeschneiderte Vertragswerk für über 360‘000 Arbeitnehmende soll mit der Verlängerung weitergeführt und verbessert werden und gilt für alle Personalverleiher in der Schweiz. Der GAV Personalverleih enthält: Verbindliche Minimalstandards für Lohn- und Arbeitsbedingungen, moderne Regelungen im Bereich der Weiterbildung und der beruflichen Vorsorge sowie eine Branchenlösung für die Krankentaggeld-Versicherung. Dank dem Weiterbildungsfonds „temptraining“ können Temporärarbeitende neue berufliche Perspektiven entwickeln und erhalten bis zu 4000 Franken für Weiterbildungskurse sowie Lohnausfallentschädigung. Seit seinem Bestehen wurden über 43 Mio. Franken in die berufliche Zukunft von mehr als 26‘000 Temporärarbeitenden investiert. Ein eigentliches Erfolgsmodell. (…).
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 4.10.2018.
Unia Schweiz > Personalverleih. GAV. Unia Schweiz, 2018-10-04.
Ganzer Text
04.10.2018 Schweiz
Initiativen Schweiz
Krankversicherungen
Personen
Vorwaerts
Tarek Idri
Initiativen Schweiz
Krankenkassen-Prämien
Volltext
Gegen die Prämienbelastung. Die SP will eine Initiative lancieren, die die Krankenkassenprämien auf maximal 10 Prozent des Einkommens beschränken soll. Angesichts ständig steigender Prämien und Immer weniger Prämienverbilligung scheint das Vorhaben in die richtige Richtung zu gehen. Im Laufe der letzten 20 Jahre haben sich die Krankenkassenprämien mehr als verdoppelt, während die Löhne und Renten nur leicht angestiegen sind. Die Frage, wie man die Prämien bezahlen kann, ist zu einem der Hauptprobleme für viele Menschen in der Schweiz geworden. Das soziale Ziel bei der Einführung des Krankenversicherungsgesetz - also, dass die Prämienbelastung eines Haushalts nicht mehr als acht Prozent des steuerbaren Einkommens betragen darf - wurde nie wirklich erreicht. Im Gegenteil: Die Prämienbelastung nahm seit 2010 im Durchschnitt über alle Kantone hinweg von 10 auf knapp 12 Prozent zu. Es gibt sogar Haushalte, die mehr als 20 Prozent ihres Einkommens für Krankenkassenprämien ausgeben müssen. Die individuellen Prämienverbilligungen hätten Abhilfe schaffen sollen. Auch Personen, die nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind, werden unterstützt. Allerdings wurden die Kantone damit beauftragt, für die Umsetzung der Prämienverbilligung zu sorgen. In der Folge resultieren beträchtliche kantonale Unterschiede, unter anderem bezüglich des Einkommens, das zur Berechnung der individuellen Prämienverbilligung verwendet wird. Die eigene Beteiligung der Versicherten an den Gesundheitskosten machen fast 30·Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben aus und drücken neben (…). Idri Tarek.
Vorwärts, 4.10.2018.
Vorwaerts > Krankenversicherung. Initiative. Vorwaerts, 2018-10-04
01.10.2018 Schweiz
Frauen
VPOD-Magazin

Frauenstreik
Lohngleichheit
Volltext
Demonstration für Lohngleichheit und gegen sexistische Diskriminierung: 20‘000 Frauen haben genug! Auftakt zum Frauenstreik 2019. 20‘000 Personen haben in Bern für Lohngleichheit und gegen sexistische Diskriminierung demonstriert - Frauen, aber auch solidarische Männer. Ein gelungener Auftakt zum Frauenstreik 2019. Auch wenn Berufe kein Geschlecht haben, bleibt die Arbeitswelt doch segregiert. In der Kinderbetreuung arbeiten beispielsweise zu 90 Prozent Frauen: Die Qualifikationen werden nicht wirklich anerkannt, die Löhne sind niedrig und der Sektor steht unter einem starken Druck, die Kosten weiter zu senken. „Wir wollen mehr Wertschätzung der Frauenberufe und ein Ende der Geschlechtertrennung am Arbeitsmarkt“, sagt VPOD-Präsidentin Katharina Prelicz-Huber. Frauen verdienen im Durchschnitt ungefähr ein Fünftel weniger als die Männer. Diese Differenz ist auf der Grundlage eines Vollzeitjobs berechnet. Da die meisten Frauen Teilzeit arbeiten, weil sie neben der Erwerbsarbeit zwei Drittel der unbezahlten Arbeit schultern, beträgt der durchschnittliche Unterschied auf der Lohnabrechnung 32 Prozent. Diese Lohnungleichheit muss endlich behoben werden - denn sie hat Folgen für die Rentenbildung. Die Renten der Frauen liegen 37 Prozent unter denjenigen der Männer. „Damit Frauen überhaupt die Möglichkeit haben, auf anständige Renten zu kommen, braucht es höhere Löhne, nicht ein höheres Rentenalter, und endlich auch echte Vereinbarkeit“, fordert Christine Flitner, VPOD-Sekretärin und zuständig für die Frauenkommission. Dies bedeutet eine Reduktion der Vollarbeitszeit und mehr (…). Mit Fotos.
VPOD-Magazin, 1.10.2018.
VPOD-Magazin > Frauenstreik. Lohngleichheit. VPOD-Magazin, 2018-10-01.
Ganzer Text
01.10.2018 Schweiz
Emigranten
Personen
VPOD-Magazin
Christoph Schlatter
Einwanderung
Saisonnierstatut
Volltext
Die Schweiz und ihre ausländischen Arbeitskräfte. „Quer durch die Arbeiterschaft“. Von 1914 bis zur Jahrtausendwende versuchte die Schweiz, die Zuwanderung nach ihren wirtschaftlichen Bedürfnissen zu steuern - ohne Rücksicht auf Menschenwürde. In diese „Barackenschweiz“ kann niemand zurückwollen. „Gegen die Zuwanderung von Ausländern gibt es nichts einzuwenden. Dies allerdings unter der Voraussetzung, dass sie sich nicht in der Schweiz niederlassen wollen.“ Was der Bundesrat 1924 schrieb, war im Wesentlichen bis in die 1990er Jahre eine Konstante der schweizerischen Politik. Bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs waren Europas Grenzen offen gewesen. Nach 1918 blieb die kriegsbedingte Abschottung bestehen, später unterstützt von der Weltwirtschaftskrise und von nationalistischen und faschistischen Strömungen. Auch als nach dem Zweiten Weltkrieg ein beispielloser Wirtschaftsaufschwung die Schweiz erfasste, wollte man keine dauerhafte, sondern eine „rotierende“ Zuwanderung, die zugleich, wie dann in der Krise der 1970er Jahre, als Konjunkturpuffer diente. Hier arbeiten, nicht hier leben. Ausländische Arbeitskräfte sollten ins Land kommen: zum Arbeiten, nicht zum Leben. Integration wurde unterbunden, namentlich durch das unselige Saisonnierstatut. Dieses war schon 1934 „erfunden“ worden, es entfaltete seine Wirkung aber vor allem zwischen 1951 und 1970, als insgesamt 3 Millionen Saisonnierbewilligungen ausgestellt wurden. Die Zuwanderer, mehrheitlich Männer, kamen aus Italien, später vermehrt auch aus Spanien, Portugal, aus dem damaligen Jugoslawien (…). Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.10.2018.
Personen > Schlatter Christoph. Einwanderung. VPOD-Magazin, 2018-10-01.
Ganzer Text
01.10.2018 Schweiz
Generalstreik
Personen
VPOD-Magazin
Adrian Zimmermann
Falschmeldungen
Generalstreik
Volltext
Längst widerlegte Verschwörungstheorien vernebeln bis heute den Blick auf den Landesstreik. Fake News: Bomben aufs Bundeshaus. Der unmittelbare Auslöser des Landesstreiks war der Beschluss des Bundesrats vom 6. November 1918, Zürich und Bern als Präventivmassnahme gegen angebliche Putschpläne militärisch zu besetzen. Die Antwort des Oltener Aktionskomitees auf diese Provokation war der Proteststreik vom 9. November und - nach gescheiterten Verhandlungen mit dem Bundesrat - der Landesstreik vom 12. bis 14. November. Weder damalige polizeiliche Untersuchungen noch die historische Forschung haben je eine Spur irgendwelcher Umsturzpläne gefunden. Nicht Fakten waren es, die Armeeleitung und Bundesrat zu ihrem verhängnisvollen Entscheid bewegten, sondern der mehr oder weniger blinde Glaube an fantasievolle, aber einer seriösen Überprüfung nicht standhaltende Verschwörungstheorien. Einen entscheidenden Anstoss für das Truppenaufgebot gab das Schreiben von General Ulrich Wille vom 4. November 1918 an den Bundesrat. Wille schrieb darin unter anderem, er glaube an die „Möglichkeit eines plötzlichen und unerwarteten Ausbruchs einer Revolution“. Dies schon deshalb, weil er überzeugt sei, dass „in Zimmerwald und Kiental beschlossen worden sei, mit dem Umsturz der staatlichen Ordnung in der Schweiz den Anfang zu machen“. Typisches Beispiel einer unhaltbaren Verschwörungstheorie: Zum einen war an den beiden internationalen sozialistischen Konferenzen im September 1915 und April 1916 nichts Derartiges diskutiert, geschweige denn (…). Adrian Zimmermann.
VPOD-Magazin, 1.10.2018.
Personen > Zimmermann Adrian. Falschmeldungen. Generalstreik. VPOD-Magazin, 2018-10-01.
Ganzer Text
01.10.2018 Schweiz
Funke, Der
Kapitalismus

Volltext
Wirtschaftskrise
10 Jahre Krise – und ein neuer Einbruch am Horizont. Zehn Jahre sind vergangen, seit der Zusammenbruch der US- Investmentbank Lehman Brothers die Weltwirtschaft in ihre tiefste Krise seit den 1930er Jahren gestürzt hat. 2008 leitete eine neue Epoche ein. Wir haben zehn Jahre der permanenten Krise hinter uns, zehn Jahre der aggressiven bürgerlichen Krisenpolitik. Die Profite der Reichen wurden gerettet, bezahlen mussten die Lohnabhängigen. Doch selbst mit diesem hohen sozialen Preis: gelöst wurde kein einziges der grundlegenden Probleme. Der Kapitalismus befindet sich in der Sackgasse. Die Zentralbanken hatten als Antwort auf die Krise Milliarden von Franken in die Wirtschaft gepumpt, um diese wieder „anzukurbeln“. Die. Leitzinsen wurden auf ein Rekordtief gesenkt. Dafür musste die massive Verschuldung der Staaten, der Unternehmen und der Haushalte in Kauf genommen werden. Gerade das droht aber einen neuerlichen Einbruch auszulösen. Wann also die Zinsen anheben, wenn nicht jetzt, wo die Wirtschaft sich zumindest oberflächlich gesehen leicht erholt? Aber den aktuellen Weg zu verlassen birgt ebenso das Risiko eines erneuten Einbruchs. Bereits die kleinen Zinserhöhungen durch die US-Notenbank haben die „aufstrebenden“ Schwellenländer in die Krise geschleudert. Ihre Schuldenkrise hat das Potenzial, sich wie ein Flächenbrand auszubreiten. Die Krisenpolitik der letzten zehn Jahre bereitet den Boden für die nächste Krise - und raubt sich dabei auch gleich noch die Instrumente, um gegen sie anzukämpfen. „Doch was sind die Alternativen?“ (…). Die Redaktion.
Der Funke, 1.10.2018.
Funke, Der > Wirtschaftskrise. Der Funke., 2018-10-01.
Ganzer Text
01.10.2018 Schweiz
Personen
VPOD-Magazin
Paul Rechsteiner
Christoph Schlatter
Flankiierende Massnahmen
Interview
Volltext
Interview mit Paul Rechsteiner. SGB-Präsident, über Lohnschutz und unser Verhältnis zur EU. „Im Herzen der Auseinandersetzung“. Die Gewerkschaften halten an den „roten Linien“ fest: Die flankierenden Massnahmen sind nicht verhandelbar. Paul Rechsteiner erklärt dem VPOD-Magazin, wieso. Und was aus Europa werden soll. VPOD-Magazin: Paukenschlag zum Ende der Sommerpause. Der SGB schletzt die Tür beim Dossier „flankierende Massnahmen“ und verabschiedet sich von einem Rahmenabkommen mit der EU. Paul Rechsteiner: Wir sind für die bilateralen Verträge mit der EU. Aber wir machen nicht mit, wenn es darum geht, den Schweizer Lohnschutz mittels 8-Punkte-Programm nach den Anforderungen der EU-Kommission herunterzufahren - und das in substanziellen Teilen, vom (…).
Interview: Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 201810-01.
Personen > Schlatter Christoph. Paul Rechteinher. Interview. VPOD-
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01.10.2018 Schweiz
Personen
SGB
VPOD-Magazin
Paul Rechsteiner
Christoph Schlatter
Präsidium
SGB
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Paul Rechsteiner. Rechtsanwalt, SP-Ständerat, scheidender SGB-Präsident, St. Gallen. Eingetragene Marke. Vor 20 Jahren hat Paul Rechsteiner das 5GB-Präsidium übernommen; jetzt tritt er zurück. Zeit für eine Bilanz - und-für den (nur beschränkt erfolgreichen) Versuch, den Menschen hinter dem Markenzeichen „Schnauz“ zu ergründen. Bei Paul Rechsteiner gibt sich derzeit die Weltpresse die Klinke in die Hand: NZZ, Financial Times, VPOD-Magazin... Die Nachfrage hat zwei Gründe: Die Weigerung des SGB, an der von Bundesrat Schneider-Ammann betriebenen „Weiterentwicklung“ der flankierenden Massnahmen teilzunehmen, schafft Gesprächsbedarf. Und: Rechsteiner tritt beim Kongress Ende November von seinem Amt als SGB-Präsident zurück. Das Gefühl eines Epochenendes stellt sich nicht allein wegen der langen Amtszeit ein (Rechsteiner präsidiert den Gewerkschaftsbund seit 20 Jahren und liegt damit im ewigen Ranking an zweiter Stelle). Die Aufmerksamkeit beruht auch darauf, dass Rechsteiner nicht nur Marken gesetzt hat, sondern geradezu selber zur Marke geworden ist. Ohne Hausmacht. Er war, als er 1998 in Davos gewählt wurde, der einzige Kandidat. Und er war der erste SGB-Vorsitzende, der nicht als Präsident eines der grossen Mitgliedsverbände ins Amt kam. „Ohne Hausmacht schaffst du das nie“, sei ihm damals zugeraunt worden. Aber der junge Rechtsanwalt machte aus dem vermeintlichen Manko eine Tugend und aus dem SGB eine schlagkräftige Organisation. Es gelang ihm, neue Verbände (…). Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.10.2018.
Personen > Schlatter Christoph. Paul Rechsteiner. Biografie. VPOD-Magazin, 2018-10-01.
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28.09.2018 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Demonstrationen Bern
Feminismus
Lohngleichheit
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Oben ohne. Die junge Frau mit dem „Vulva“-Schriftzug auf der Brust stand einfach da. Und erhob ihre Faust. Auf ihrem selbstgemalten Plakat stand: „Das Geld kennt kein Geschlecht.“ An die 20’000-Menschen-Demo war sie gekommen, weil es jetzt reicht, weil es Lohngleichheit braucht. Als Minimum! Neben ihr tanzten sechs barbusige Girls, sie lachten und strahlten vor Lebensfreude. Und verlangten nichts weniger als das „Ende der Schnäbi-Diktatur“ (Seiten 8-11). Es war keine geplante Aktion, sie hatten sich nicht einmal gekannt vorher. Doch Mut und Leichtigkeit sind ansteckend: „Es war extrem schön, befreiend und verbindend“, sagte eine von ihnen. Selbst ist die Frau. Marianne und Hannah. Oben ohne protestierte schon die Marianne, die französische Helvetia. Auf dem Gemälde von Eugène Delacroix, auf dem sie das Volk mit wehendem Busen in die Julirevolution von 1830 führt. Sie ist göttlich, und sie ist so frei, sich von Normen und Obrigkeit zu befreien. Wie Hannah Weitemeier. Ihre Obrigkeit war der Frankfurter Philosophie- und Soziologieprofessor Theodor W. Adorno. Radikal in seiner Theorie, in der politischen Praxis aber nicht so sehr. Als er 1969 den Hörsaal betritt, kommt ihm die Studentin entgegen. Sie trägt eine Jacke, aber nichts darunter. Die Aktion geht als „Busenattentat“ in die Geschichte der feministischen Protestkultur ein. Körper und Politik. Körperpolitik ist eng mit der Frauenbefreiungsbewegung verbunden. Sie ist ein grundlegendes Moment der Emanzipation: „Mein Körper gehört mir!“ Selbst ist die Frau. Dazu gehört auch die Idee, den nackten Körper als Waffe einzusetzen. So, wie dies die Femen-Frauen tun, (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 28.9.2018.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Feminismus. Lohngleichheit. Work online, 2018-09-28.
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27.09.2018 Schweiz
Personen
SP Schweiz
WOZ
Yves Wegelin
AHV
Steuern
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Steuer-AHV-Deal. Die SP hat den Sieg verspielt. Am 12. Februar 2017 stand die linke Politprominenz mit erhobenen Fäusten auf der Bühne des Berner Kulturzentrums Progr. Sie hatte gesiegt – und wie. Die Stimmbevölkerung hatte mit satten 59 Prozent Nein zur Unternehmenssteuerreform III gesagt, die alte Steuerprivilegien für globale Konzerne durch neue ersetzt hätte. Und nun? Eineinhalb Jahre danach hat die SP kürzlich mitgeholfen, eine fast identische Reform durchs Parlament zu bringen. Ende dieser Woche werden die Delegierten der SP und des Gewerkschaftsbunds (SGB) ihre Position zum Deal festlegen. Auch der Steuer-AHV-Deal will die alten Privilegien vor allem durch einen Abzug für Forschungs- und Entwicklungskosten ersetzen sowie durch eine Patentbox, mit der geistiges Eigentum steuerlich privilegiert wird. Einige Verbesserungen gibt es: Die zinsbereinigte Gewinnsteuer (ein fiktiver Zinsabzug auf Eigenkapital) soll nur Zürich einführen können. Zudem werden bestehende Privilegien etwas eingeschränkt: Firmen sollen nur noch gewisse Kapitaleinlagen steuerfrei an AktionärInnen ausschütten können; und GrossaktionärInnen sollen gegenüber dem Bund neu siebzig statt fünfzig Prozent ihrer Dividenden versteuern. Schliesslich soll die AHV durch höhere Beiträge von Bund, Firmen und Angestellten gestärkt werden. Die SP-Führung hat den Sieg verspielt. Nach ihrem Sieg an der Urne waren alle Kameras auf sie gerichtet. Es war der Moment, um eine grundsätzliche Umkehr der Schweizer Steuerpolitik zu fordern. Der globale Wettlauf, den die Schweiz mit rekordtiefen Steuern vorantreibt, ist eines (...). (…). Yves Wegelin.
WOZ, 27.9.2018.
Personen > Wegelin Yves. SP Schweiz. Steuern. WOZ, 2018-09-27.
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25.09.2018 Schweiz
Medien
SSM Schweizer Syndikat Medienschaffender

Medien
Vernehmlassung
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Neues Bundesgesetz über elektronische Medien (BGeM). Der nationale Vorstand hat das Fachsekretariat Medienpolitik mandatiert, die Vernehmlassungsantwort zum Entwurf des Bundesgesetzes über elektronische Medien (BGeM) zu verfassen. Die definitive Stellungnahme wird bis zum 15. Oktober erstellt. In Anbetracht der fortschreitenden Konvergenz, unterstützt das SSM die Absicht, das bisherige Radio- und Fernsehgesetz (RTVG) durch ein neues Bundesgesetz über elektronische Medien zu ersetzen. Wir begrüssen das eindeutige Bekenntnis zu einem starken medialen Service public und die Anerkennung der Verbreitungskanäle Radio, Fernsehen und Online als gleichwertig. Das SSM freut sich über den Stellenwert, welcher im neuen Gesetz für die indirekte Medienförderung vorgesehen ist und wird sich dafür einsetzen, dass sich die Gleichwertigkeit der Vektoren Radio, Fernsehen und Online auch bei der Vergabe von Fördergeldern niederschlagen wird. Wir fordern, dass die Einschränkung, wonach nur Medienangebote gefördert werden, die im Wesentlichen mit Audio- und audiovisuellen Medienbeiträgen erbracht werden, aufgehoben wird. Die Schaffung einer unabhängigen Regulierungsbehörde unterstützen wir grundsätzlich, vermissen aber beispielsweise Regelungen zur Transparenz der Arbeitsweise der Kommission. (…).
SSM, 25.9.2018.
SSM > Medien. Vernehmlassung. SSM, 2018-09-25.
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25.09.2018 Schweiz
Personen
SEV Schweiz
Barbara Gysi
Pierre-Yves Maillard
Präsidium
SGB
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Rennen ums SGB-Präsidium: SEV nominiert Maillard. Für die Wahl des Präsidiums des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) hat der SEV-Vorstand Pierre-Yves Maillard nominiert. Die Wahl findet am SGB-Kongress vom 1. Dezember statt. Am Freitag, 21. September hatte der SEV-Vorstand die Gelegenheit, die beiden Kandidierenden für das SGB-Präsidium, Barbara Gysi und Pierre-Yves Maillard, anzuhören. Allen war klar, dass der Entscheid zwischen diesen Persönlichkeiten mit gleichfalls überzeugenden Leistungsausweisen nicht einfach sein würde. Die sozialdemokratische Nationalrätin hob ihre berufliche und politische Erfahrung für den Service public hervor. Zu den Prioritäten des SGB merkte sie an: „Der SGB muss sich mit mehr Nachdruck gegen die Lohndiskriminierungen einsetzen.“ In der Lohnpolitik gehe es darum, «im öffentlichen und privaten Sektor angemessene Löhne zu verteidigen“. Als Trumpf rief sie ihre Mitarbeit in der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates in Erinnerung: „Dort werden Geschäfte behandelt, die für die Gewerkschaften besonders wichtig sind.“ Von Mitgliedern des SEV-Vorstandes nach den Herausforderungen für die Gewerkschaftsbewegung befragt, betonte sie: „Gewinne, die dank neuer Technologien erwirtschaftet werden, müssen den Angestellten zugutekommen. Die Verbesserungen, die im GAV SBB zu diesem Thema erzielt wurden, sind beispielhaft dafür.“ Und wie will sie dem Mitgliederschwund beim SGB entgegenwirken? „Der Fokus muss vor allem auf die Frauen gerichtet werden, die noch unzureichend gewerkschaftlich organisiert sind“, hielt die(…).
SEV, 25.9.2018.
Personen > Maillard Pierre-Yves. SEV, 2018-09-25.
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25.09.2018 Schweiz
Syndicom

Arbeitslosenkasse
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Arbeitslosenkasse. Willkommen bei der ältesten Arbeitslosenkasse der Schweiz! Die öffentliche Arbeitslosenversicherung, von der heute alle profitieren, geht auf die Gewerkschaftsbewegung zurück. Die allererste Arbeitslosen-Hilfskasse rief 1884 der Schweizerische Typographenbund ins Leben, ein Urahne von Syndicom. In dieser Tradition steht die Arbeitslosenkasse Syndicom auch heute. Sprechen Sie uns an! Ob Syndicom-Mitglied oder nicht, unsere Arbeitslosenkasse ist für alle Arbeitssuchenden da. Wir freuen uns, Ihnen helfen zu können. So kommen Sie in die Arbeitslosenkasse Syndicom. Wenn Sie arbeitslos werden und möchten, dass wir Ihren Fall betreuen, gehen Sie wie folgt vor: Melden Sie sich bei Ihrem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) oder bei Ihrer Gemeindeverwaltung arbeitslos – sprechen Sie gleich nach der Kündigung persönlich vor. Link zu FAQ: Wo muss ich mich melden? Bei der Anmeldung zur Arbeitsvermittlung müssen Sie angeben, welche Arbeitslosenkasse für Sie zuständig sein soll – wählen Sie dann einfach die Syndicom. Hinweis: Wir arbeiten kantonsübergreifend. Die Syndicom-Kasse können Sie immer wählen, auch wenn sie nicht auf der kantonalen Liste steht! Link zu FAQ: Welche Kasse ist für mich zuständig? Kontaktstellen : Die Arbeitslosenkasse Syndicom ist in allen Landesteilen mit regionalen Kontaktstellen vertreten. Tipp: Keine Zeit verlieren – Dokumente und Formulare immer per A-Post an die Hauptstelle in Bern schicken! Dort ist unser Scan-Center.
Syndicom, 25.9.2018.
Syndicom > Arbeitslosenkasse. Syndicom. 2018-09-25.
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