Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 707

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01.11.2018 Biel
Personen
Strassenbau
WOZ
Martin Germann
Volltext
WestAst
Biel ist und bleibt laut. Mehr als zwei Milliarden Franken soll der Bieler Westast kosten, der mitten durch die Stadt führen würde. Noch immer kämpfen zahlreiche BielerInnen einen ungleichen Kampf gegen Bund und Kanton. Eine klaffende Wunde würde der Bau des Westast genannten Autobahnabschnitts in das Zentrum der Stadt Biel reis sen. Der Westast, der Teil der A5-Umfahrung Biel-Bienne ist, soll eine der letzten Lücken im Schweizer Autobahnnetz schliessen. Zu einem hohen Preis: 745 Bäume würden gefällt, 100 Häuser zerstört (siehe WOZ Nr. 11/17). Ein zu hoher Preis, finden viele in Biel und wehren sich seit Jahren heftig gegen dieses Projekt, das auf den „Netzbeschluss“ zurückgeht, mit dem das Parlament 1960 das Autobahnnetz festlegte. Der Widerstand gegen den Westast ist in den letzten Jahren immer stärker geworden, trotz aller Widrigkeiten. „Eigentlich ist gar nicht vorgesehen, dass wir Bielerinnen und Bieler überhaupt mitreden, da es sich um ein nationales Strassenprojekt handelt“, sagt Sabine Kronenberg vom Verein „Biel wird laut!“. Trotzdem wehrt sich der Verein, gegründet von drei Bielerinnen, gemeinsam mit vielen weiteren Initiativen und Umweltverbänden gegen das geplante Projekt. Letztes Jahr organisierte der Verein eine Demonstration mit mehreren Tausend TeilnehmerInnen. Der Baudirektor will es durchstieren. Für diesen Samstag ist die nächste Demonstration angekündigt. Dies, nachdem offenkundig geworden ist, dass Bund und Kanton unverändert am Projekt Westast festhalten wollen. „Wir suchen weiterhin den (…).
Martin Germann.
WOZ, 1.11.2018.
Personen > Germann Martin. WestAst. WOZ, 2018-11-01.
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18.10.2018 Schweiz
Personen
Versicherungen
WOZ
Martin Germann
Überwachung
Versicherungen
Volltext
Wenn die Versicherungslobby das Gesetz schreibt. Das Gesetz zur Überwachung von Versicherten wurde lückenhaft und unsauber ausgearbeitet. Bundesrat und Referendumskomitee streiten sich über die möglichen Folgen. Der Abstimmungskampf um das Gesetz zur Überwachung von Versicherten hat Fahrt aufgenommen. Am Dienstag gab das Referendumskomitee bekannt, dass es bei Bundeskanzlei und Bundesrat eine Abstimmungsbeschwerde hinterlegt habe. Das Bundesbüchlein verbreite Falschinformationen. Am gleichen Tag präsentierte Bundesrat Alain Berset die Vorlage. Danach warfen ihm die GegnerInnen des Gesetzes Verdrehung von Fakten vor. Dass sich BefürworterInnen und GegnerInnen des Gesetzes so uneinig über dessen allfällige Auslegung sind, ist kein Zufall, sondern die Konsequenz der unsauberen Arbeit im Parlament und in den Kommissionen. Die Kehrtwende. Rückblende auf den 26. Januar: Die nationalrätliche Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit informiert über die geplante Regelung zur Überwachung von Versicherten. Im Gegensatz zum Ständerat stellt sich die Kommission des Nationalrats auf den Standpunkt, dass derart heikle Eingriffe in die Privatsphäre von Versicherten zwingend in der Strafprozessordnung geregelt werden müssten. Für die Kommission ist klar: Eine Observation darf es nur mit richterlicher Genehmigung geben. SP-Nationalrätin und Kommissionsmitglied Silvia Schenker erinnert sich: „Das Geschäft wäre für uns damit grösstenteils erledigt gewesen. Es sollte lediglich noch über Details beraten werden.“ Es kommt anders. Am 23. Februar verschicken die Suva (…). Martin Germann.
WOZ, 18.10.2018.
Personen > Germann Martin. Versicherungen. Überwachung. WOZ, 2018-10-18.
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18.10.2018 Schweiz
Personen
Versicherungen
WOZ
Matthias Faessler
Überwachung
Versicherungen
Volltext
Die schleichende Privatisierung der Strafverfolgung. Die Versicherungen wollen selber entscheiden, wann sie Observationen anordnen und mit wem sie zusammenarbeiten. Für die Privatdetekteien eröffnet sich ein lukrativer Markt. „Schon wieder ist ein Mitarbeiter krank? Ist er wirklich krank? Gibt es deutliche Anzeichen für Missbrauch? - Lassen Sie Ihre Mitarbeiter, die Ihnen verdächtig vorkommen, von uns heimlich überprüfen“. Die Schweizerische Agenten-Organisation (SAO), eine Privatdetektei aus Dübendorf bei Zürich, preist ihre MitarbeiterInnen bei Versicherungen und Behörden online als „Sozialdetektive“ an. Die öffentliche Debatte über das Referendum zu Versicherungsspionen läuft Gefahr, sich im juristischen Hickhack zu verlieren. Bundesrat und RechtsexpertInnen sind sich uneinig: Dürfen mit dem neuen Gesetz Drohnen eingesetzt werden? Haben VersicherungsdetektivInnen künftig mehr,Kompetenzen als die Polizei? Und dürfen sie in Schlafzimmern filmen? Kaum Thema war bislang die Tatsache, dass mit dem neuen Gesetz Versicherungen weiterhin ohne richterliche Genehmigung bestimmen können, ob und wen sie überwachen. Ebenso könnten die Versicherungen weiterhin in Eigenregie bestimmen, wen sie mit Observationen beauftragen. Überwachung soll Privatsache bleiben. Das war bereits vor 2016 so, als der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Observation von Versicherten in der Schweiz stoppte, weil eine rechtliche Grundlage fehlte. Und das soll so bleiben. Was heisst „gleichwertig“? An der unternehmerischen Freiheit, private Detekteien zu beauftragen, ändert auch die (…). Matthias Fässler.
WOZ, 18.10.2018.
WOZ > Versicherungen. Überwachung. WOZ, 2018-10-18.
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27.09.2018 Schweiz
Personen
SP Schweiz
WOZ
Yves Wegelin
AHV
Steuern
Volltext
Steuer-AHV-Deal. Die SP hat den Sieg verspielt. Am 12. Februar 2017 stand die linke Politprominenz mit erhobenen Fäusten auf der Bühne des Berner Kulturzentrums Progr. Sie hatte gesiegt – und wie. Die Stimmbevölkerung hatte mit satten 59 Prozent Nein zur Unternehmenssteuerreform III gesagt, die alte Steuerprivilegien für globale Konzerne durch neue ersetzt hätte. Und nun? Eineinhalb Jahre danach hat die SP kürzlich mitgeholfen, eine fast identische Reform durchs Parlament zu bringen. Ende dieser Woche werden die Delegierten der SP und des Gewerkschaftsbunds (SGB) ihre Position zum Deal festlegen. Auch der Steuer-AHV-Deal will die alten Privilegien vor allem durch einen Abzug für Forschungs- und Entwicklungskosten ersetzen sowie durch eine Patentbox, mit der geistiges Eigentum steuerlich privilegiert wird. Einige Verbesserungen gibt es: Die zinsbereinigte Gewinnsteuer (ein fiktiver Zinsabzug auf Eigenkapital) soll nur Zürich einführen können. Zudem werden bestehende Privilegien etwas eingeschränkt: Firmen sollen nur noch gewisse Kapitaleinlagen steuerfrei an AktionärInnen ausschütten können; und GrossaktionärInnen sollen gegenüber dem Bund neu siebzig statt fünfzig Prozent ihrer Dividenden versteuern. Schliesslich soll die AHV durch höhere Beiträge von Bund, Firmen und Angestellten gestärkt werden. Die SP-Führung hat den Sieg verspielt. Nach ihrem Sieg an der Urne waren alle Kameras auf sie gerichtet. Es war der Moment, um eine grundsätzliche Umkehr der Schweizer Steuerpolitik zu fordern. Der globale Wettlauf, den die Schweiz mit rekordtiefen Steuern vorantreibt, ist eines (...). (…). Yves Wegelin.
WOZ, 27.9.2018.
Personen > Wegelin Yves. SP Schweiz. Steuern. WOZ, 2018-09-27.
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13.09.2018 Polen
Amazon GmbH
Gewerkschaften
WOZ

Amazon GmbH
Arbeitsbedingungen
Volltext
Wichtiger als der Lohn von Jeff Bezos. Eine kleine Basisgewerkschaft kämpft in Polen für faire Arbeitsbedingungen bei Amazon, Volkswagen und anderen ausländischen Konzernen. Zwei AktivistInnen erzählen. Roman Lupinski ist müde. Seit vier Jahren arbeitet der 45-Jährige beim Online- und Versandgiganten Amazon im westpolnischen Poznan. Zusammen mit rund 4000 Festbeschäftigten und etwa 1700 ZeitarbeiterInnen an diesem Standort, einem von fünf Amazon-Lagern in Polen. Doch nicht nur die schwere Arbeit ermüdet. Zusätzlich ist er aktiver Gewerkschafter. Und das bedeutet an der Weichsel einen Kampf sondergleichen. „Der Schutz von Gewerkschaftern ist in Polen kaum mehr als eine Illusion“, sagt Lupinski. Der Aktivist, der schon früher Erfahrungen bei Streiks machte, sitzt heute im kleinen Büro der vor zehn Jahren gegründeten Gewerkschaft namens Arbeiter-Initiative (Inicjatywa Pracownicza, kurz: IP) im Zentrum der Stadt. Nachdem der Firmenleitung bekannt geworden war, dass Lupinski Gewerkschafter ist, wurde er an einen Arbeitsplatz versetzt, an dem er weniger Kontakt mit den MitarbeiterInnen hat. Ein Gegenmodell. „Amazon treibt die Ausbeutung der Beschäftigten immer weiter voran, andere Unternehmen orientieren sich am Konzern“, sagt Lupinski, der bei der IP seit ihrer Gründung aktiv ist. Lange Zeit war der heutige Lagerarbeiter arbeitslos, hat später sieben Jahre in Irland gearbeitet. „In Polen sind die Löhne noch geringer, die Arbeitsbedingungen schlechter, und die Arbeit ist schwerer.“ Dann schiebt er kämpferisch nach: „Wenn es uns gelingt, bei Amazon die Lage zu verbessern, dann gelingt es uns auch in (…).
WOZ, 13.9.2018.
WOZ > Polen. Gewerkschaften. Amazon. WOZ, 2018-09-13.
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30.08.2018 Schweiz
Personen
Radio DRS
WOZ
Kaspar Surber
Radio DRS
Redaktion
Volltext
Das kostet der Umzug nach „Bern Ost“. Die Verlagerung der Radioredaktionen von Bern nach Zürich ist politisch umstritten. Ein internes Papier zeigt: Ausgerechnet SRF-Direktor Ruedi Matter, der den Umzug forciert, rechnet mit einem hohen Verlust an Know-how. 148 JournalistInnen sollen nach Zürich: Radiostudio im Berner Monbijou-Quartier. Sei es das „Echo der Zeit“ oder „Rendez-vous“: Wenn im No-Billag-Abstimmungskampf die Qualität der SRG betont werden musste, waren die Informationssendungen des Radios schnell als Beispiele zur Hand. Seit die SRG-Spitze nach der Abstimmung trotz haushohem Sieg ein Sparprogramm verkündete, herrscht bei den MitarbeiterInnen aber Zweifel: Wie ernst ist es der Geschäftsleitung mit dem Bekenntnis zum Journalismus? Insgesamt will die SRG hundert Millionen Franken einsparen. Mittelfristig sollen 250 Stellen verschwinden. Die Sparmassnahme, die am meisten zu reden gibt, ist aber ein Immobiliengeschäft: der Umzug des Radiostudios von Bern nach Zürich. 148 JournalistInnen, darunter die Redaktionen der Sendungen „Echo der Zeit“ und „Rendez-vous“, die Wirtschafts- und die Auslandredaktion sowie SRF 4 News sollen künftig in Zürich Leutschenbach arbeiten. Ihre Produktion soll mit dem dort geplanten Newsroom von TV und Online verschränkt werden. In Bern verblieben noch die Bundeshaus- und die Inlandredaktion sowie das „Regionaljournal“. Der Umzug könnte die Betriebskosten um drei Millionen reduzieren. Gemessen am Sparziel von hundert Millionen geht (…). Kaspar Surber.
WOZ, 30.8.2018.
Personen > Surber Kaspar. Radio. Redaktion. WOZ, 2018-08-30.
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23.08.2018 Schweiz
AHV
Personen
WOZ
Dominik Gross
AHV
Unternehmenssteuer
Volltext
Standpunkt zum AHV-Steuer-Deal Keine Angst vor dem mobilen Kapital! Die Schweiz ist keine harmlose Mitläuferin im Steuerwettbewerb, sie ist vielmehr eine der Lokomotiven, die die globalen Unternehmenssteuern in den Abgrund zieht. Die Folgen des AHV-Steuer-Deals wären aber auch im Inland zu spüren – dabei hätte der Deal nicht einmal die behaupteten Auswirkungen auf die Arbeitsplätze. Das private Wirtschaftsforschungsinstitut BAK Basel legt jedes Jahr eine Weltrangliste der Gebiete mit den tiefsten Unternehmenssteuern der Welt vor. Sie ist als Service für wanderungsfreudige Konzerne gedacht, die sich für eine Ansiedlung in der Schweiz interessieren. 2017 lag in dieser Liste nur Hongkong vor den „besten“ Schweizer Kantonen. In Hongkong zahlten Konzerne im Durchschnitt einen effektiven Steuersatz von 9,9 Prozent, in Nidwalden oder Luzern waren es knapp über 10 Prozent, St. Gallen lag etwas über 14 Prozent. Der Bundesrat, die Wirtschaftslobbys und leider auch eine Vierfünftelmehrheit des Parlaments stellen die Schweiz gebetsmühlenartig als eine harmlose Mitläuferin im internationalen Steuerwettbewerb dar, die schauen muss, dass sie im Kampf der Konzerne um Kapital und Arbeitsplätze nicht den Anschluss verliert und damit die Abwanderung ihrer Firmen riskiert. Die Aufstellung des BAK Basel zeigt: Die Schweiz ist mitnichten eine harmlose Mitläuferin im globalen Steuerwettbewerb, sie ist vielmehr eine der Lokomotiven, die die Unternehmenssteuern in den Abgrund ziehen. (…). Dominik Gross
WOZ, 23.8.2018.
Personen > Gross Dominik. AHV. Unternehmenssteuer. WOZ, 2018-08-23.
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16.08.2018 EU
Schweiz
Löhne
Personen
WOZ
Yves Wegelin
Flankiierende Massnahmen
Löhne
Volltext
Ein Nein für Europa. Die Reaktion war etwas gar klischiert, als Gewerkschaftschef Paul Rechsteiner letzte Woche die Tür zuknallte und verkündete, dass der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) nicht bereit sei, über die flankierenden Massnahmen zu verhandeln: Der SGB sei stur, hiess es – genau wie der Verband Travail.Suisse, der sich dem SGB angeschlossen hat. Der Bundesrat habe doch klargemacht, dass er nicht die Substanz des Lohnschutzes hinterfrage, sondern lediglich dessen technische Umsetzung. Die EU verlangt in den laufenden Verhandlungen über ein Rahmenabkommen entsprechende Änderungen. Die Kritik ist jedoch schnell leiser geworden. Denn es ist zu offensichtlich, dass es sehr wohl um die Substanz des Lohnschutzes geht. Erstens ist die Haltung der EU glasklar: Sie möchte den Schweizer Lohnschutz am liebsten ganz weghaben. Zweitens stellte Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann in seiner Einladung an die Sozialpartner, die die WOZ einsehen konnte, insgesamt sieben Massnahmen zur Diskussion: neben der Achttageregel, nach der EU-Firmen Einsätze in der Schweiz acht Tage zuvor anmelden müssen, auch die Kautionspflicht zur Bezahlung allfälliger Bussen oder die Sperrung sündiger Firmen. Zudem hält das Papier fest, dass die flankierenden Massnahmen im Rahmenabkommen geregelt werden sollen. Das bedeutet, dass sie von nationalem Recht zu Vertragsrecht würden, wodurch die EU über deren Auslegung mitreden könnte. Dass es bei den Gesprächen um die Substanz (…). Yves Wegelin.
WOZ, 16.8.2018.
Personen > Wegelin Yves. Flankierende Massnahmen. WOZ, 2018-08-16.
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16.08.2018 Schweiz
FDP
Personen
WOZ
Sarah Schmalz
Kaspar Surber
EU
Flankiierende Massnahmen
Volltext
Streit ums Rahmenabkommen. Der Freisinn in der Abseitsfalle. Eine ideologische Kehrtwende der freisinnigen Bundesräte führte zum vorläufigen Ende der Verhandlungen um ein Rahmenabkommen. Die Chronologie einer Eskalation. Es war ein Abend fern der grossen Politagenda. Am 12. Juni lud Entwicklung Schweiz, der Branchenverband der Generalbauunternehmer, ins Hotel Bellevue in Bern. Ignazio Cassis sprach zum Stand der Verhandlungen über ein Rahmenabkommen mit der EU. Nur ein Bundeshauskorrespondent von Radio SRF leistete seinen Dienst. Er horchte auf, als der Aussenminister plötzlich von „kreativen Wegen“ bei den flankierenden Massnahmen sprach. Die Voranmeldefrist von ausländischen Firmen könne beispielsweise verkürzt werden. Auf Nachfrage bestätigte Cassis die Aussagen auf Band. Der Radiobeitrag am nächsten Tag war gerade einmal drei Minuten kurz. Doch das Interview war das folgenreichste im laufenden Jahr. Seither orakelt man in Bundesbern: War es Taktik oder ein Versehen? Sprach Cassis, oder sprach es mit ihm? Seine Stellungnahme bedeutete auf alle Fälle den Anfang vom Ende eines Rahmenabkommens zwischen der Schweiz und der EU. Um die Tragweite seiner Aussagen zu verstehen, muss man fast zwanzig Jahre zurückgehen: Im Jahr 2000 wurde im Abkommen über die Personenfreizügigkeit das Prinzip der Nichtdiskriminierung festgeschrieben. ArbeitnehmerInnen aus der Schweiz und der EU waren gleichberechtigt, (…). Kaspar Surber, Sarah Schmalz.
WOZ 16.8.2018.
Personen > Surber Kaspar. Flankierende Massnahmen. WOZ, 2018-08-16.
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16.08.2018 Schweiz
AHV
Personen
WOZ
Mattea Meyer
Fabian Molina
Cédric Wermuth
AHV
Unternehmenssteuer
Volltext
„Für alle statt für wenige geht anders“. Der 12. Februar 2017 ist einer dieser Tage, die in Erinnerung bleiben. Knapp sechzig Prozent der Stimmberechtigten lehnten die Unternehmenssteuerreform III ab, die zu Milliardenausfällen auf Kosten der Bevölkerung geführt hätte. Der geplante Steuer-AHV-Deal führt noch tiefer in diese Sackgasse. Die Abstimmung war eine Schlappe für eine Allianz von der Grünliberalen Partei bis zu Economiesuisse und eine klare Absage an ihre neoliberale Politik des Steuerwettrüstens, die wenige GewinnerInnen und viele VerliererInnen kennt. Eineinhalb Jahre später scheint es so, als habe es dieses Nein nie gegeben. Die Vorlage des Bundesrats – SV 17 genannt – gleicht in wesentlichen Zügen der verworfenen Unternehmenssteuerreform III (USR III). Der ständerätliche Vorschlag, der Steuer-AHV-Deal, macht beim Kapitaleinlageprinzip zwar eine kleine Korrektur der Fehler der USR II. Gleichzeitig kommt die kleine Kammer den GrossaktionärInnen mit einer tieferen Mindestbesteuerung von Dividenden entgegen. Und auch die ersten Beratungen in der nationalrätlichen Wirtschaftskommission zeigen, dass die Rechte an ihrer ideologischen Linie festhält. Der Steuer-AHV-Deal verpasst den Moment, einen Ausweg aus der Steuerdumpingstrategie einzuschlagen, mit der die Schweiz international jährlich bis zu 35 Milliarden Franken an Steuersubstrat vernichtet. Ein Steuerwettbewerb, der nie zum Vorteil der Menschen ist, sondern Reichtum noch stärker bei einer globalen Elite (…). Mattea Meyer, Cédric Wermuth, Fabian Molina.
WOZ online, 16.8.2018.
Personen > Molina Fabian. AHV. WOZ online, 2018-08-16.
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09.08.2018 Schweiz
AHV
Personen
WOZ
Regula Rytz
Sarah Schmalz
AHV
Interview
Volltext
„Hochproblematisch“. Die SP-Spitze hat den AHV-Steuer-Deal gefeiert, Grünen-Präsidentin Regula Rytz jubelt nicht und fordert eine Trennung der Vorlagen. WOZ: Frau Rytz, die Sanierung der AHV und ein neues Steuerrecht sollen zu einem Päckchen geschnürt werden. Dieser Kompromiss sei alternativlos, sagen die Befürworter. Regula Rytz: Zwingend ist nur die Abschaffung des kantonalen Sondersteuermodells. Bei der Ausgestaltung der Steuerreform gibt e natürlich verschiedenste Modelle. Wer hier von Alternativlosigkeit spricht, greift die demokratischen Gestaltungsmöglichkeiten an. Es geht aber auch um die AHV. Die linken Befürworter des Deals sagen, man habe das Beste herausgeholt - bei beiden Vorlagen. Genau das kritisiere ich! 2017 wurde die Unternehmenssteuerreform III an der Urne trotz des damals schon immensen Drucks der OECD abgelehnt. Es wurde nicht goutiert, dass die Reform zu enormen Steuerausfällen geführt und den nationalen und internationalen Wettbewerb weiter angeheizt hätte. Aus meiner Sicht verschenkt die Linke diesen Abstimmungserfolg gerade. Der Deal bringt auf der Steuerseite lediglich kleinste Anpassungen. Die vom Bundesrat gewollte Anhebung der Dividendenbesteuerung in den Kantonen wird weitgehend eliminiert. Natürlich ist die Stabilisierung der AHV zentral, aber man kann dafür doch nicht das Ziel der Steuergerechtigkeit opfern. Sie fordern in einem Vorstoss in der nationalrätlichen (…).
Interview Sarah Schmalz.
WOZ, 9.8.2016.
Personen > Schmalz Sarah. Regula Rytz. Interview. WOZ, 2018-08-09.
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18.07.2018 Algerien
Gewerkschaften
WOZ

Gewerkschaften
Streik
Volltext
Wer protestiert, wird angeklagt. ArbeiterInnen mehrerer Branchen gehen im Maghrebstaat für menschenwürdige Arbeitsbedingungen auf die Strasse. Die Behörden reagieren vor allem mit Repression. „Wir befinden uns in einer Krise, die jederzeit explodieren kann“, sagt Rachid Malaoui, Präsident des staatlich nicht anerkannten Gewerkschaftsbunds Confederation generale autonome des travailleurs en Algerie. Derzeit protestieren in Algerien viele der 87‘000 Angestellten des staatlichen Elektrizitäts- und Gasunternehmens Sonelgaz. Es ist das zweitgrösste Unternehmen Algeriens nach der ÖIförderfirma Sonatrach. Für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen seit Monaten auch die AssistenzärztInnen, die Gemeindeangestellten, das Lehrpersonal, die Armeeveteranen, die StudentInnen der Pharmazie. „Die Bevölkerung ist wütend“, sagt Yamina Maghraoui, Frauenpräsidentin der unabhängigen Gewerkschaft des staatlichen Verwaltungspersonals. Der niedrige Ölpreis habe die schlechten Arbeitsbedingungen allgemein verschärft. Zahlreiche Aushilfskräfte, darunter viele Frauen, verdienten bei befristeten Arbeitsverträgen nur achtzig Euro im Monat, die Hälfte des Mindestlohns. Und vier Fünftel der HochschulabgängerInnen müssten sich von Praktikum zu Praktikum hangeln, ohne je fest angestellt zu werden. In Algerien sind 4,5 der 11 Millionen Beschäftigten im informellen Sektor tätig. Algerien hat mehrere internationale Konventionen zu Gewerkschaftsfreiheiten und den Menschenrechten ratifiziert. (…). Annegret Mathari.
WOZ, 18.7.2018.
WOZ > Algerien. Streik. WOZ, 2018-07-19.
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12.07.2018 Schweiz
Abstimmungen Schweiz
Personen
Wahlen
WOZ
Susan Boos
E-Voting
Volltext
Dann sehen einfach alle, was alle anderen stimmen“. Der Zürcher Datenschutzbeauftragte Bruno Baeriswyl warnt vor E-Voting und E-Government. Er verlangt Risikofolgenabschätzungen - eine Art digitale Umweltberichte. WOZ: Herr Baeriswyl, acht Kantone haben das E-Voting bereits eingeführt. Nun treibt auch die Zürcher Regierung dessen Einführung voran. Was halten Sie als Datenschützer davon? Bruno Baeriswyl: Eigentlich ist E-Voting eine alte Geschichte, vieles wurde schon vor Jahren diskutiert. Aus meiner Sicht kommt es jetzt wieder auf, weil die Post eine E-Voting-Lösung entwickelt hat, die sie verkaufen will. Da steckt viel Lobbyarbeit dahinter. Würden nicht mehr Junge abstimmen, wenn es digital einfach machbar wäre? Das bezweifle ich. Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass das elektronische Abstimmen keine höhere Stimmbeteiligung bringt. Das Papiersystem funktioniert gut, man ist zufrieden - mit dem E-Voting lädt man sich viele Probleme auf. Könnten Sie das ausführen? Beispielsweise punkto Sicherheit. Es ist ein eigenartiges Spiel zwischen Bund und Kantonen: Verantwortlich für die E-Voting-Systeme sind die Kantone, sie müssen die Sicherheit gewährleisten. Wenn es aber darum geht, wie sie das machen wollen, verweisen sie immer auf den Bund und sagen: Die Bundeskanzlei macht Vorgaben und zertifiziert die Systeme, wir halten uns daran. Das genügt aber nicht, denn die Systeme müssen in die bestehende Infrastruktur der Kantone sicher eingebunden werden. Warum sind die Systeme aus Ihrer (…). Interview: Susan Boos.
WOZ, 12.7.2018.
Personen > Boos Susan. E-Voting. Interview. WOZ, 2018-07-12.
Ganzer Text
05.07.2018 Schweiz
Personen
WOZ
Susan Boos
Abstimmung
E-Voting
Volltext
Wahlen
Es wird garantiert gehackt. Der Bund treibt das E-Voting voran. Gleichzeitig formiert sich Widerstand. Es lohnt sich, den GegnerInnen zuzuhören. E-Voting ist sicher. E-Voting ist modern. Deshalb braucht die Schweiz möglichst bald ein Gesetz, das erlaubt, flächendeckend ein digitales Abstimmungs- und Wahlsystem einzuführen. Das war die Botschaft, die Bundeskanzler Walter Thurnherr vergangene Woche an einer Pressekonferenz in Bern verkündete. Mit dabei war auch Barbara Schüpbach, Staatsschreiberin von Basel-Stadt. Sie sagte, mit E-Voting gebe es keine ungültigen Stimmen mehr und es liesse sich Geld sparen. Heute haben acht Kantone bereits ein E-Voting-System im Einsatz (AG, BS, BE, FR, GE, LU, NE, SG). Bei einigen können es nur die AuslandschweizerInnen nutzen, bei anderen wie dem Kanton St. Gallen soll es bald in allen Gemeinden zur Verfügung stehen. Vier weitere Kantone sind daran, E-Voting einzuführen (GL, GR, TG, VD). Doch es gibt Opposition. Mitte Juni wurde die Website stop-evoting.ch aufgeschaltet. Darauf wird eine Volksinitiative zur Debatte gestellt, die die elektronische Stimmabgabe verbieten will. Getragen wird die vorgeschlagene Initiative unter anderem vom Luzerner SVP-Nationalrat und Internetunternehmer Franz Grüter. Massgeblich betreut wird die Website von Hernani Marques vom Chaos Computer Club Schweiz, einem Linken. Als Mitte Juni das St. Galler Kantonsparlament über die definitive Einführung von E-Voting debattierte, war die SVP geschlossen dagegen, (…). Susan Boos.
WOZ online, 5.7.2018.
Personen > Boos Susan. E-Voting. Wahlen. WOZ online, 2018-07-05.
Ganzer Text
28.06.2018 Schweiz
Frauen
Personen
WOZ
Franziska Meister
Gleichstellung
Volltext
Die Karriereleiter in die Luft sprengen. Der jüngste Bildungsbericht schiebt die Lohnungleichheit den jungen Frauen in die Schuhe. Die hingegen wissen, was sie nicht wollen. „Junge Frauen meiden Wettbewerb in Schule und Beruf“, prangerte der „Tages-Anzeiger“ letzte Woche in grossen Lettern auf der Front an. Das erkläre die fortbestehende Lohnungleichheit sowie den Umstand, dass Frauen in den Chefetagen noch immer kaum präsent sind. Schluss also mit Quoten und anderen Formen der Frauenförderung. Frauen sind selber schuld, dass sie schlechter verdienen und weniger Karriere machen. Sie „hätten es in der Hand, ihr Los zu verbessern“, schreibt Inlandredaktor Christoph Aebischer. Denn eines „kann den Mädchen auch die beste Lehrerin nicht abnehmen: Auf den Wettbewerb muss sich jedes selber einlassen.“ Basis für diese Behauptungen ist der· jüngste Bildungsbericht der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung (SKBF), der die „Leistungsfähigkeit“ des Schweizer Bildungswesens überwacht. Im Fokus stehen genau drei Kriterien: „Effektivität, Effizienz, Equity.“ Letzteres bedeutet laut Wörterbuch übrigens Eigenkapital oder Marktwert. Genau genommen kapriziert sich der „Tages-Anzeiger“ auf eine im Bericht integrierte Studie eines Bildungsforschers - pardon, Bildungsökonomen. Dieser liess 1500 AchtklässlerInnen ein Computergame spielen, bei dem es darum ging, Geld zu verdienen, wobei umso höhere Gewinne lockten, je wettbewerbs- und risikofreudiger sich die Schülerlnnen (…). Franziska Meister.
WOZ, 28.6.2018.
Personen > Meister Franziska. Gleichstellung. WOZ, 2018-06-28.
Ganzer Text
21.06.2018 Schweiz
Personen
WOZ
Pablo Rohner
Elektriker
Lohnverhandlungen
Volltext
Überzeugungsarbeit auf Baustellen. Bei den Verhandlungen zu neuen Gesamtarbeitsverträgen für die Elektrobranche und das Bauhauptgewerbe sehen sich die Gewerkschaften Unia und Syna aktuell offensiven Forderungen der Unternehmerverbände gegenüber. Das hat auch mit dem Wandel der Arbeitswelt Bau zu tun. Unterwegs mit einem Werber der Syna. Die Tour von Toni Jurado beginnt auf einer Grossbaustelle im st. gallischen Oberbüren. Dort arbeiten an einem warmen Maimorgen Gipser, Schreiner und Elektromonteure auf mit Gerüsten und bunten Blachen eingepackten Hausskeletten. Eine rohe Betontreppe führt in den ersten Stock eines der Häuser, wo der Werber der Gewerkschaft Syna auf einen Küchenmonteur trifft. Er versucht, ihm Mindestlohn und bezahlte Weiterbildungen schmackhaft zu machen. Der Monteur, ein Akkordant, hört zu, nickt oft, sagt dann aber: „Bis jetzt ist es immer gut gelaufen, wie es ist.“ Ein Bewusstsein für kollektiven Arbeitsschutz kann beim Arbeitsmodell Akkord, bei dem das Einkommen direkt vom Arbeitstempo abhängt, kaum entstehen. Doch auch im Akkord bemisst sich der Mehrlohn für schnelleres Arbeiten am Lohn eines durchschnittlichen Arbeiters und damit indirekt an einem sozialpartnerschaftlich ausgehandelten Mindestlohn. In einem weissen, von einem Scheinwerfer beleuchteten Raum trägt ein Gipser Abrieb auf. Gegen die Kratzgeräusche der Kelle anredend, erklärt ihm Jurado, wie er dank einer von der Syna finanziell unterstützten Weiterbildung vom (…). Pablo Rohner.
WOZ, 21.6.2018.
Personen > Rohner Pablo. Elektrobranche. GAV. WOZ, 2018-06-21.
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14.06.2018 Schweiz
Personen
Versicherungen
WOZ
Noemi Landolt
Überwachung
Versicherungen
Volltext
Versicherungsspione. Wie der Delfin im Thunfischnetz. Nicht nur mutmassliche VersicherungsbetrügerInnen werden von Detektiven observiert. Auf den Aufnahmen sind unweigerlich auch Verwandte und FreundInnen der Verdächtigten zu sehen. Was ist mit ihrer Privatsphäre? „Stefanie Müller und ihr Mitbewohner im Baugeschäft. (...). Müller und ihr Mitbewohner vor einem Regal mit Bodenbelägen. Müller und ihr Mitbewohner im roten Toyota“, steht in einem Artikel der „Republik“. In einem Beitrag der „Rundschau“ wiederum sieht man „Bettina“ im Café mit einer Freundin und „Bettina“ beim Spaziergang mit ihrer Schwester. Es gab in den letzten Wochen immer wieder Medienberichte über Menschen, die von Sozialversicherungen überwacht wurden. Mit auf den Aufnahmen der Detektive nicht .nur die Verdächtigten selbst, sondern auch ihre Freundinnen, Mitbewohner und Angehörige. „Beifang“ nennt man das. Wie der Delfin im Thunfischnetz. Kein Problem fürs BSV. Das von der Versicherungslobby im Parlament durchgepeitschte Gesetz zur Überwachung von Versicherten, gegen das nun das Referendum zustande gekommen ist, legalisiert nicht nur massive Eingriffe in die Privatsphäre von mutmasslichen VersicherungsbetrügerInnen, , sondern unweigerlich auch in jene ihrer Angehörigen. Man könnte jetzt sagen: Das liegt in der Natur der Sache, der Überwachung, dass immer auch Leute davon betroffen sind, die selbst gar nicht unter Verdacht stehen. Kollateralschaden sozusagen. (…). Noemi Landolt.
WOZ, 14.6.2018.
Personen > Landolt Noemi. Versicherungen. Überwachung. WOZ, 2018-06-14.
Ganzer Text
31.05.2018 Schweiz
Initiativen Schweiz
Personen
WOZ
Daniel Stern
Initiativen Schweiz
Vollgeld-Initiative
Volltext
Im Zweifel ein Ja. Die Vollgeldinitiative ist kein Zaubermittel, sie wird die ausser Kontrolle geratenen Finanzmärkte nicht bändigen. Wenn das die InitiantInnen gelegentlich suggerieren, so leisten sie jenen KritikerInnen des Finanzplatzes einen Bärendienst, die viel weiter gehende Forderungen stellen. Die Initiative, über die am 10. Juni abgestimmt wird, ist allenfalls ein kleiner Baustein, um die Macht der Banken einzuschränken. Doch das allein genügt eigentlich schon, um ein Ja einzulegen. Worum es geht: Die Banken sollen laut der Initiative nicht mehr selber Geld schöpfen, also nicht einfach aus dem Nichts jemandem für einen Kredit einen bestimmten Betrag auf sein Konto überweisen können. Das dürften sie nur noch, wenn es Geld wäre, das ursprünglich von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) geschaffen wurde. Diese hätte so viel mehr Kontrolle über die Geldmenge. Die Gelder des Zahlungsverkehrs – zum Beispiel Lohnüberweisungen – dürften die Banken ausserdem nicht für Kredite verwenden. Für die BankkundInnen bedeutet das mehr Selbstbestimmung: Belassen sie ihren Lohn auf dem Zahlungsverkehrskonto, bleibt er unantastbar, transferieren sie ihn hingegen auf ein Sparkonto, erhalten sie einen Zins – da sie damit ein kleines Risiko eingehen, wenn der Betrag verliehen wird. Allerdings werden die Banken auch bei Annahme der Initiative im grossen Stil Kredite für Finanzspekulationen vergeben; für riskante Immobilien- und Aktienkäufe etwa. Das funktioniert auch mit Geld, das die (…). Daniel Stern.
WOZ, 31.5.2018.
Personen > Stern Daniel. Vollgeld-Initiative. WOZ, 2018-05-31.
Ganzer Text
23.05.2018 Schweiz
Personen
WOZ
Amin Samir
Stefan Howald
Biografien
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Samir Amin (1931-2018). Leichenbeschauer des Kapitalismus. Der ägyptisch-französische Ökonom Samir Amin war ein scharfer Kritiker der herrschenden Globalisierung. Als „kreativer Marxist“ vertrat er hartnäckig die Interessen der armen Bevölkerungsmehrheit in Afrika und Asien. Er war für den westlichen Marxismus das Gewissen aus dem Globalen Süden. Wenn die Ausbeutung durch den Kapitalismus in den Zentren verhandelt wurde, reklamierte Samir Amin immer die Sicht der Peripherie. Unter dem Stichwort „Eurozentrismus“ kritisierte er den Universalitätsanspruch westlichen Denkens auch auf der linken Seite scharf. Samir Amin, 1931 in einer ägyptisch-französischen Familie geboren, studierte zuerst in Kairo, danach in Paris, mit Abschlüssen in Politikwissenschaften, Statistik und Ökonomie. Bereits als Sechzehnjähriger, erzählte er später, sei er Kommunist geworden; so schloss er sich der ägyptischen, dann der französischen KP an. Die Bandung-Konferenz der unabhängigen afrikanischen und asiatischen Staaten 1955 gab ihm eine Richtung vor, da sie einen anderen Weg als den der westlich-kapitalistischen Globalisierung versprach. Kurzfristig arbeitete er in der Verwaltung der nationalrevolutionären Regierung von Gamal Abdel Nasser in Ägypten, hierauf in Mai 1966 wurde er Professor in Paris, parallel dazu in Dakar, Senegal, wo er in den letzten vierzig Jahren seinen Lebensmittelpunkt hatte. Er initiierte und leitete (…).
Stefan Howald.
WOZ, 23.8.2018.
Personen > Howald Stefan. Samir Amin. 1931-2018. WOZ, 2018-08-23.
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17.05.2018 Schweiz
IV
Personen
WOZ
Sarah Schmalz
IV
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Die dreiste Integrationslüge. Eingliederung vor Rente: So lautet der Slogan der Invalidenversicherung. Was gut klingt, führt in der Praxis zu immer mehr Druck auf kranke Menschen. Nun wollen rechte Sozialpolitiker allen psychisch Kranken unter dreissig die Rente verweigern. Einer wie Niklas Baer kommt den rechten SozialpolitikerInnen im Bundeshaus gerade sehr gelegen: Der Psychologe von der Psychiatrie Baselland kritisiert öfter die mangelnde Arbeitsmarktintegration von jungen Menschen mit psychischen Problemen. Baers Grundanalyse kann kein vernünftiger Mensch widersprechen: Man müsse die jungen Erwachsenen viel länger und intensiver begleiten, sagt er am Telefon. „Heute unterstützt man junge Menschen mit psychischen Problemen bei ein, zwei Integrationsversuchen, danach gibt man sie auf. Bei der grossen Gruppe der jungen Versicherten mit einer Schizophrenie vergehen zwischen IV-Anmeldung und Berentung gerade zwei Jahre. Ich plädiere dafür, dass man die Betroffenen mindestens bis dreissig intensiv bei der Arbeitsintegration unterstützt und erst danach einen Rentenentscheid fällt.“ Baer will den jungen Betroffenen aber nicht grundsätzlich die Rente verweigern. „Es gibt natürlich Fälle, in denen Integrationsmassnahmen nicht möglich sind und eine IV-Rente die einzige Lösung ist.“ Diese Woche trifft sich in Bern die sozialpolitische Kommission des Nationalrats (SGK), um Alain Bersets Vorlage zur „Weiterentwicklung der IV“ zu beraten. Die rechte Kommissionsmehrheit bezieht sich gerne auf den (…). Sarah Schmalz.
WOZ, 17.5.2018.
Personen > Schmalz Sarah. IV. WOZ, 2018-05-17.
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17.05.2018 Schweiz
Initiativen Schweiz
Personen
WOZ
Yves Wegelin
Vollgeld-Initiative
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Über Sinn und Unsinn des vollen Geldes. Die Vollgeldinitiative, über die Mitte Juni abgestimmt wird, behauptet, den heutigen Casinokapitalismus in die Knie zwingen zu können. Kann sie das wirklich? Es galt seit Ewigkeiten als unverrückbares Gesetz: SozialdemokratInnen wollen, dass die Zentralbank viel neues Geld schöpft. Das animiert Banken dazu, Kredite an Firmen zu vergeben, die damit Arbeit schaffen. Die Rechte war dagegen stets für eine strengere Geldpolitik. Damit profitieren Vermögende unter anderem von hohen Zinsen. So reichten rechte Ideologen rund um Auns-Präsident Lukas Reimann 2013 die später abgeschmetterte Goldinitiative ein, die das Geld wie früher an das rare Edelmetall binden wollte. Spätestens seit der Finanzkrise 2008 ist jedoch alles etwas anders: Damals wurde klar, dass ein weltweit massiver Anstieg der Geldmenge zur Überschuldung von Privathaushalten und Staaten sowie zu einer Explosion von Immobilienpreisen und Börsenkursen beigetragen hatte. 2008 brach alles zusammen, die Wirtschaft tauchte, Millionen Menschen verloren ihr Haus und ihren Job. Seither haben die Zentralbanken die Welt mit noch mehr billigem Geld geflutet. Die Schulden sind weiter gestiegen, genauso die Börsenkurse. Die Schweiz erlebt seit Jahren einen Immobilienboom, der böse enden könnte. Die InitiantInnen der Vollgeldreform, über die am 10. Juni abgestimmt wird, wollen diesen Casinokapitalismus stoppen. Das ist eines ihrer Hauptziele. Was als eher sozialdemokratisches Anliegen daherkommt, (…). Yves Wegelin.
WOZ, 17.5.2018.
Personen > Wegelin Yves. Vollgeld-Initiative. WOZ online, 2018-05-17.
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Über Sinn und Unsinn des vollen Geldes. Die Vollgeldinitiative, über die Mitte Juni abgestimmt wird, behauptet, den heutigen Casinokapitalismus in die Knie zwingen zu können. Kann sie das wirklich? Es galt seit Ewigkeiten als unverrückbares Gesetz: SozialdemokratInnen wollen, dass die Zentralbank viel neues Geld schöpft. Das animiert Banken dazu, Kredite an Firmen zu vergeben, die damit Arbeit schaffen. Die Rechte war dagegen stets für eine strengere Geldpolitik. Damit profitieren Vermögende unter anderem von hohen Zinsen. So reichten rechte Ideologen rund um Auns-Präsident Lukas Reimann 2013 die später abgeschmetterte Goldinitiative ein, die das Geld wie früher an das rare Edelmetall binden wollte. Spätestens seit der Finanzkrise 2008 ist jedoch alles etwas anders: Damals wurde klar, dass ein weltweit massiver Anstieg der Geldmenge zur Überschuldung von Privathaushalten und Staaten sowie zu einer Explosion von Immobilienpreisen und Börsenkursen beigetragen hatte. 2008 brach alles zusammen, die Wirtschaft tauchte, Millionen Menschen verloren ihr Haus und ihren Job. Seither haben die Zentralbanken die Welt mit noch mehr billigem Geld geflutet. Die Schulden sind weiter gestiegen, genauso die Börsenkurse. Die Schweiz erlebt seit Jahren einen Immobilienboom, der böse enden könnte. Die InitiantInnen der Vollgeldreform, über die am 10. Juni abgestimmt wird, wollen diesen Casinokapitalismus stoppen. Das ist eines ihrer Hauptziele. Was als eher sozialdemokratisches Anliegen daherkommt, soll jedoch durch eine strengere Geldpolitik erreicht werden. Es sind unübersichtliche Zeiten. Das Vollgeldsystem. So kompliziert, wie oft gesagt wird, ist die Vorlage nicht: (…).
Yves Wegelin.
WOZ, 17.5.2018.
Personen > Wegelin Yves. Vollgeld-Initiative. WOZ online, 2018-05-17.
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17.05.2018 Indien
Lafarge-Holcim
Personen
WOZ
Florian Blumer
Lafarge-Holcim
Menschenrechte
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„Der Konzern lügt uns direkt ins Gesicht“. Die indische Menschenrechtsanwältin Shalini Gera erkaufte sich mit einer Aktie das Recht, an der Jahresversammlung von Lafarge-Holcim in Dübendorf das Wort zu ergreifen. Sie machte dort auf die Ausbeutung und Todesfälle in den indischen Fabriken des Konzerns aufmerksam. WOZ: Shalini Gera, Sie sind aus Indien angereist, um in Zürich vor den Lafarge-Holcim-Aktionären und -Aktionärinnen zu sprechen. Wie lange liess man Sie gewähren? Shalini Gera: Ich konnte die Redezeit auf vier Minuten strecken, was gar nicht schlecht ist: Ich ging eher von zweieinhalb Minuten aus. Wie lief die Generalversammlung aus Ihrer Sicht? Erst einmal machte Verwaltungsratspräsident Beat Hess klar, dass die Konzernverantwortungsinitiative eine sehr schlechte Sache sei, dass Lafarge-Holcim ein sehr verantwortungsvolles Unternehmen sei und die Initiative sie dazu zwingen wolle, Verantwortung für etwas zu übernehmen, womit sie nichts zu tun hätten. Wie klang das für Sie als Vertreterin einer indischen Leiharbeitergewerkschaft? Wir hatten schon immer den Eindruck, dass es sie nicht wirklich kümmert, was in anderen Ländern in Bezug auf die Menschenrechte geschieht. Nun hat es Hess geradeheraus gesagt: Sie wollen keinerlei Verantwortung dafür übernehmen. In der Einladung zur Generalversammlung heisst es, die Firma setze alles daran, „ihren Mitarbeitenden einen sicheren, gesunden und ethischen Arbeitsplatz zu bieten“. Sicher, gesund, ethisch … Erst Anfang Mai ereignete sich in einer (…). Florian Blumer.
WOZ online, 17.5.2018.
Personen > Blumer Florian. Lafarge-Holcim. Interview. WOZ online, 2018-05-17.
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16.05.2018 Deutschland
Personen
WOZ
Jenni Marx
Karl Marx
Biografien
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Durch den Mai mit Karl Marx (2). Adlige Revolutionärin. Sie ist die Dritte, die Unsichtbare im Marx-Engels-Bund. Ohne Jenny Marx gäbe es die grossen Werke ihres Ehemanns nicht so, wie wir sie heute kennen. Jenny Marx, geborene von Westphalen, wirkte als überzeugte Mitstreiterin in der sozialistischen Bewegung. „Was sie getan hat, wissen nur die, die mit ihr gelebt haben“, schreibt Friedrich Engels im Nachruf auf Jenny Marx, geborene von Westphalen, Anfang Dezember 1881. Er lobt die langjährige Freundin als Frau, die mit „scharfem und kritischem Verstande“, mit einem „politisch sicheren Takt“, mit einer „leidenschaftlichen Energie“ und „grosser Kraft der Hingabe“ für die revolutionäre Bewegung gekämpft habe. Das findet in der ausufernden Karl-Marx-Forschung bis heute kaum Erwähnung: Ohne Marx' Frau Jenny gäbe es die grossen Werke nicht, und der mühsame, aufbrausende Karl wäre vielleicht ein unbekannter, kauziger Querulant geblieben. Die Leben von Jenny und Karl getrennt zu betrachten, ist unmöglich, sind sie doch von klein auf SpielgefährtInnen, in der Jugend Gesprächspartnerlnnen, irgendwann verliebt, sieben Jahre verlobt, nach räumlicher Trennung wegen Karls Studium endlich verheiratet und - nach sieben Kindern, von denen nur drei überleben - gemeinsam begraben auf dem Londoner Friedhof Highgate, samt Töchtern und Dienstmagd. Secrétaire intime. (…).
WOZ, 16.5.2018.
Personen > Marx Jenny. Biografie. WOZ, 2018-05-16.
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16.05.2018 Dübendorf
Lafarge-Holcim
Personen
WOZ

Betriebsunfälle
Lafarge-Holcim
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Arbeitsunfälle: 151 Tote in zwei Jahren. Um die Arbeitssicherheit beim weltgrössten Zementhersteller Lafarge-Holcim ist es schlecht bestellt. Am Dienstag protestierten Gewerkschafterlnnen an der Generalversammlung des Konzerns in Dübendorf. Bereits Anfang März berichtete die WOZ über tödliche Arbeitsunfälle im indischen Distrikt Chandrapur (siehe WOZ Nr. 9/18). Betroffen sind vor allem LeiharbeiterInnen von Subunternehmen in den Ländern des Südens, neben Indien etwa auch Indonesien. Zu tödlichen Arbeitsunfällen kommt es aber selbst in Europa, so im vergangenen Jahr in Belgien. Um den skandalösen Arbeitsbedingungen etwas entgegenzusetzen, handelte die Gewerkschafts-föderation Industriall Global Union mit Lafarge-Holcim mit Sitz in Rapperswil-Jona im vergangenen Jahr ein globales Rahmenabkommen zum Schutz der ArbeiterInnen aus. Doch dann kam der neue CEO Jan Jenisch (vom Sika-Konzern). Der als gewerkschaftsfeindlich bekannte Jenisch verweigerte Anfang 2018 die Unterschrift unter das Abkommen - und dies, obwohl die Konzernführung an der letzten Generalversammlung ihr Wort gegeben hatte, ein solches Rahmenabkommen zu unterzeichnen. Gewerkschafterlnnen aus allen Kontinenten demonstrierten am Dienstag in Dübendorf an der diesjährigen Generalversammlung für einen besseren Schutz. Ausserdem klärten sie die Aktionärinnen und Aktionäre über (…). Andreas Fagetti.
WOZ, 16.5.2018.
Personen > Fagetti Andreas. Lafarge-Holcim. Betriebsunfälle. WOZ, 2018-05-16.
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16.05.2018 Schweiz
Baumeisterverband
Personen
WOZ
Martin Germann
Baumeisterverband
Rentenalter
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Kaputtschuften. In der Baubranche droht ein Wegfall der Frühpensionierung mit sechzig Jahren oder eine Rentenkürzung. Die Stimmung auf dem Bau ist aufgeheizt. Freitagmorgen in einer Baubaracke in der Nähe von Basel. Einen Tag zuvor wurde bekannt, dass die Frührente mit sechzig für BauarbeiterInnen wegzufallen droht. Unia-Sekretär Luden Robischon erklärt den Bauarbeitern die aktuelle Situation, diese sind verunsichert. Auch sie haben gehört, dass es mit der Frühpensionierung ab sechzig Jahren bald vorbei sein könnte. Ein älterer Mann ist empört. Sein ganzes Leben lang habe er auf dem Bau geschuftet, sich kaputtgemacht, und das sei nun der Dank. „Die fehlende Wertschätzung für ihre harte Arbeit macht vielen Bauarbeitern zu schaffen“, sagt Robischon. „Sie haben einen grossen Teil dieses Landes mitaufgebaut. Dass die Verschlechterungen, die der Baumeisterverband nun vorschlägt, der Dank dafür sein soll, empfinden viele als Hohn. „Entsprechend gross sei teilweise der Unmut. Dass nun auch noch die Frühpensionierung angegriffen werde, heize die Stimmung zusätzlich an“, so Robischon. Tatsächlich brodelt es in der Baubranche schon lange. Mit der Ankündigung der Auffangeinrichtung BVG des Bundes, den Vertrag mit der Stiftung FAR zu kündigen, wurde nun zusätzliches Öl ins Feuer gegossen. Die Stiftung FAR sorgte bisher dafür, dass BauarbeiterInnen bereits mit sechzig in Pension (…). Martin Germann.
WOZ, 16.5.2018.
Personen  > Germann Martin. Rentenalter. Baumeisterverband. WOZ, 2018-.05-16
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