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Anzahl gefundene Artikel: 124

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01.10.2018 Schweiz
Generalstreik
Personen
VPOD-Magazin
Adrian Zimmermann
Falschmeldungen
Generalstreik
Volltext
Längst widerlegte Verschwörungstheorien vernebeln bis heute den Blick auf den Landesstreik. Fake News: Bomben aufs Bundeshaus. Der unmittelbare Auslöser des Landesstreiks war der Beschluss des Bundesrats vom 6. November 1918, Zürich und Bern als Präventivmassnahme gegen angebliche Putschpläne militärisch zu besetzen. Die Antwort des Oltener Aktionskomitees auf diese Provokation war der Proteststreik vom 9. November und - nach gescheiterten Verhandlungen mit dem Bundesrat - der Landesstreik vom 12. bis 14. November. Weder damalige polizeiliche Untersuchungen noch die historische Forschung haben je eine Spur irgendwelcher Umsturzpläne gefunden. Nicht Fakten waren es, die Armeeleitung und Bundesrat zu ihrem verhängnisvollen Entscheid bewegten, sondern der mehr oder weniger blinde Glaube an fantasievolle, aber einer seriösen Überprüfung nicht standhaltende Verschwörungstheorien. Einen entscheidenden Anstoss für das Truppenaufgebot gab das Schreiben von General Ulrich Wille vom 4. November 1918 an den Bundesrat. Wille schrieb darin unter anderem, er glaube an die „Möglichkeit eines plötzlichen und unerwarteten Ausbruchs einer Revolution“. Dies schon deshalb, weil er überzeugt sei, dass „in Zimmerwald und Kiental beschlossen worden sei, mit dem Umsturz der staatlichen Ordnung in der Schweiz den Anfang zu machen“. Typisches Beispiel einer unhaltbaren Verschwörungstheorie: Zum einen war an den beiden internationalen sozialistischen Konferenzen im September 1915 und April 1916 nichts Derartiges diskutiert, geschweige denn (…). Adrian Zimmermann.
VPOD-Magazin, 1.10.2018.
Personen > Zimmermann Adrian. Falschmeldungen. Generalstreik. VPOD-Magazin, 2018-10-01.
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31.08.2018 Schweiz
Personen
Regierung Schweiz
Work
Ralph Hug
Armee-Einsätze
Generalstreik
Volltext
Die Geheimprotokolle zum Landesstreik. Der Bundesrat sieht dunkelrot. Im Bundeshaus war klar: Es steht die Revolution vor der Tür. Das zeigen die für geheim erklärten Protokolle des Bundesrates von 1918. „Kein Auszug, da geheim“: Was der Bundesrat im Vorfeld des Landesstreiks beriet, sollte niemand erfahren. Die Protokolle waren streng geheim. Heute liegen sie im Bundesarchiv. Wer sie liest, begegnet einem Bundesrat in Panik. Er wähnte die Revolution vor der Tür. Über die wahren Gründe der Wut des Volkes – Hunger, Arbeitslosigkeit, Verbitterung, Ohnmacht, Unterdrückung – verlor man wenige Wochen vor dem Streik kein Wort mehr. Es ging nur noch um Militär, Polizei und Repression. Munitionsdepots geräumt. Statt der Unzufriedenheit der Schweizer Lohnabhängigen sahen die Männer – alle durchweg freisinnig-konservativ – ausländische Agitatoren am Werk. Die Bundesanwaltschaft klärte ab, „in welcher Weise gegen die russischen Agenten und Unruhestifter, welche unter dem Deckmantel von russischen Kurieren in die Schweiz kommen, vorgegangen werden kann“. Gemeint waren Leute wie die Russin Angelica Balabanoff In den Protokollen ist ständig von „Brutstätten der Revolution“ und „bolschewistischen Umtrieben“ die Rede. Das Militär räumte schon heimlich die Munitionsdepots in den Städten – damit sie nicht dem „Feind“ in die Hände fielen. Willes Wahn. Zu den grössten Scharfmachern zählte General Ulrich Wille. Er wollte bereits am 2. November ¬Zürich militärisch besetzen lassen. Sein Plan (…). Ralph Hug.
Work online, 31.8.2018.
Personen > Hug Ralph. Generalstreik. Regierung. Work online,2018-08-31.
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31.08.2018 Schweiz
Generalstreik
Personen
Work
Anne-Sophie Zbinden
Generalstreik
Theater
Volltext
Theaterspektakel 1918.ch in Olten. Tempo, fulminante Bilder, und eine Irritation. Hunger, Kinderarbeit, Streik und Tote. Das ist der Zündstoff, aus dem das Theaterspektakel zum Landesstreik gemacht ist. Eine der Hauptrollen spielt eine grossartige SBB-Halle. „Der Krieg ist vorbei!“ Das singen die Soldaten von den Dächern der alten SBB-Hauptwerkstätte in Olten. So beginnt das Theater „1918.ch – 100 Jahre Landesstreik“, das Regisseurin Liliana Heimberg mit über 100 Laienschauspielenden inszeniert hat. Die riesige alte SBB-Werkhalle macht das Stück erst möglich: Von den Kindern bis zu den Senioren spielen sie vor, hinter, auf und unter der Bühne. Fenster, Stützpfeiler und alte Arbeitsutensilien kommen zum Einsatz. Draussen fahren die Züge im Bahnhof Olten ein und aus. In schnellem Rhythmus wechseln die Szenen, der Chor singt, die Basler Sinfonietta spielt. Dazwischen immer wieder die Helvetia, als Anführerin, als Schlichterin, als Richterin. Der Erste Weltkrieg ist zwar vorbei, der Schweiz jedoch steht die grösste Zerreissprobe seit der Gründung des Bundesstaates bevor. Während General Ulrich Wille in Solothurn von der Regierung ein Festmahl serviert bekommt, darben die Leute. Sie müssen bei den Suppenküchen anstehen. Aus Protest schlagen sie mit den Löffeln auf den Boden. Den Munitionsfabrikanten geht es hingegen gut, der Krieg beschert ihnen ein dickes Geschäft. Die Fabrikarbeit ist hart, lange und schlecht bezahlt – auch Kinder chrampfen dort. In einer scheinbar endlosen Reihe (…). Anne-Sophie Zbinden.
Work online, 31.8.2018
Personen > Zbinden Anne-Sophie. Generalstreik. Theater. Work online, 2018-08-31.
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17.08.2018 Grenchen
Generalstreik
Personen
Work
Ralph Hug
Armee-Einsätze
Generalstreik
Volltext
Soldaten erschossen drei Arbeiter. Von hinten.^Das Trauma der Grenchner. In Grenchen SO endete der Landesstreik blutig. Füsiliere erschossen die drei Uhrmacher Marius Noirjean (17), Hermann Lenz (29) und Fritz Scholl (21) in einer Seitengasse. Von hinten, in Kopf und Rücken. Sie hatten gar nicht aktiv am Streik teilgenommen. Noirjean wollte für seine Mutter Medikamente in der Apotheke holen, Scholl war auf dem Weg in einen Eisenladen, und Lanz war rein zufällig unterwegs. Die drei waren die einzigen Toten des Generalstreiks vom November 1918. Warum ausgerechnet in Grenchen? Explosive Stimmung. Diese Frage trieb Alfred Fasnacht jahrelang um. Denn der Tod der Arbeiter war ein Tabu. Niemand sprach darüber, auch die Linke nicht. Der Bibliothekar, der aus einer Arbeiterfamilie stammt, recherchierte, trug Forschungsresultate, Dokumente und Zeugnisse zusammen. Das alles ist nun nachzulesen in einem sehr aus führliehen Internetartikel {rebrand.Iyjgrenchen}. In Grenchen hatten sich die sozialen Gegensätze extrem zugespitzt, die Stimmung war explosiv. Die skrupellosen Uhrenpatrons hatten viel Geld mit dem Export von Zündern und Uhren an die Kriegsmächte verdient. Streiks und Aussperrungen häuften sich. Arbeiterfamilien verarmten und verzweifelten. So waren die Grenchner Arbeiter besonders kämpferisch, als das Oltener Aktionskomitee am 14.November 1918 den Landesstreik ausrief. Sie legten Fabriken lahm, zwangen Geschäfte zum Schliessen und errichteten Barrikaden auf den Bahngeleisen. (…). Ralph Hug.
Work 17.8.2018.
Personen > Hug Ralph. Generalstreik Grenchen. Work, 2018-07-17.
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19.06.2018 Schweiz
Generalstreik
Syndicom

Generalstreik
Veranstaltung
Volltext
100 Jahre Landesstreik - Jubiläumsanlass 10. November 2018 in Olten. Rüstet euch! Reserviert den 10. November! 100 Jahre ist es her, seit am 12. November 1918 der Landesstreik in der Schweiz stattfand. Zu diesem Anlass wollen wir uns jenes historischen Ereignisses besinnen und mit dem SGB, der SP und der Robert-Grimm-Gesellschaft gemeinsam am Jahrestag zusammenkommen. Der Jubiläumsanlass bietet neben Reden von SGB-Präsident Paul Rechsteiner, SP-Präsident Christian Levrat, Unia-Präsidentin Vania Alleva und Bundesrätin Simonetta Sommaruga auch Elemente verschiedener Art im Zeichen des Landesstreiks mit musikalischer Umrahmung. Auch Syndicom wird mit einem Stand am Anlass vertreten sein. Unterhaltung, Speis und Trank im historischen Ambiente der alten Fabrikhalle der SBB - ein Reise durch die Zeit von 1918. 100 Jahre Landesstreik, Samstag, 10. November 2018 ab 14 Uhr, Alte Hauptwerkstätte SBB, Gösgerstrasse 46-60 beim Bahnhof Olten. Da die Anzahl Gäste begrenzt ist, solltest du bei Interesse so bald wie möglich den Anmeldetalon ausfüllen. Wenn du mehr erfahren willst, findest du auf der Website zum Landesstreik alles, was du zum Thema oder zum Anlass wissen willst. In diesem Sinne: Rüstet euch! und kommt am 10. November an den Jubiläumsanlass 100 Jahre Landesstreik. Wir würden uns freuen, dich und viele weitere KollegInnen an unserem Stand begrüssen zu dürfen.
Syndicom, 19.6.2018.
Syndicom > Generalstreik. Veranstaltung. Syndicom, 2018-06-21.
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15.06.2018 Schweiz
Generalstreik
Personen
Work
Hans-Ulrich Jost
Generalstreik
Volltext
Landesstreik 1918: Darum suchte die Armeeführung die Konfrontation. Generalstab verwechselte Streik mit Krieg. General Ulrich Wille und seine Hardliner-Obersten waren für den Ausbruch des Landesstreiks mindestens mitverantwortlich, sagt der Historiker Hans Ulrich Jost. „Ein Generalstreik ist ein dem Aufruhr gleichzustellendes Verbrechen und darf nur mit Belagerungszustand (Militär) beantwortet werden.“ Dies schrieb 1907 Carl Hilty, Berner Rechtsprofessor und Oberauditor der Militärjustiz. Seine Ansicht war im Bürgertum weit verbreitet. Vor allem im Generalstab der Armee und unter den höheren Offizieren. Der Landesstreik von 1918 war ein solcher Generalstreik. Verantwortlich gemacht für dieses Ereignis wurden allein die Führer der Arbeiterschaft und der Sozialdemokratischen Partei (SPS). Endlich mal aufräumen. Während des Ersten Weltkriegs ging es mit der Versorgung bergab: Kartoffeln und Kohle wurden knapp in der Schweiz. Der Brotpreis verdoppelte sich innert weniger Jahre. Während die Löhne stagnierten, stieg die Teuerung unerbittlich an. Wer ins Militär musste, bekam keinen Lohnausfall. Tausende Familien drohten zu verarmen, viele litten Hunger. Gleichzeitig lebten Vermögende in Saus und Braus. Unternehmer und Aktionäre strichen sagenhafte Renditen ein. Exportfirmen mutierten zu «Kriegsgewinnlern». Diese scharfen - sozialen Gegensätze liessen die Verbitterung unter den Arbeiterinnen und Arbeitern, aber auch unter Angestellten rapid wachsen. Angesichts dieser gespannten sozialpolitischen Lage (…). Hans Ulrich Jost.
Work, 15.6.2018.
Personen > Jost Hans Ulrich. Generalstreik. Work, 2018-06-15.
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01.06.2018 Schweiz
Funke, Der
Personen
Rosa Bloch-Bollag
Biografien
Generalstreik
Volltext
Die rote Rosa und 100 Jahre Landesstreik. Sie organisierte Marktdemonstrationen, kämpfte für das Frauenstimmrecht und schrieb die Zeitung „Vorkämpferin“. Rosa Bloch war die wichtigste Schweizer Kämpferin für die Frauenbefreiung und leistete entscheidende Aufbauarbeit für den Landesstreik. Rosa Bloch (geboren Bollag) hatte am eigenen Leib erfahren, dass der Kapitalismus nur wenigen zu Wohlstand verhelfen kann. Weil ihre Familie verarmte, musste sie ihr Jura-Studium abbrechen. Eine Anstellung fand sie in einem Juweliergeschäft an der Zürcher Bahnhofstrasse. weswegen sie in späteren Jahren von der bürgerlichen Presse oft als „Brillantenrosa“ verrufen wurde. Die Missstände, die sie in ihrem Arbeitsalltag beobachtete, trieben sie dazu, sich zu organisieren. 1912 trat sie der Sozialdemokratischen Partei bei. Rosa Bloch war das einzige weibliche Mitglied des 1918 gegründeten Oltener Aktionskomitees (OAK). Ihren Sitz in der Forderungskommission gab sie aber schon nach zwei Monaten auf, noch vor Ausrufung des Landesstreiks. Fritz Platten ersetzte sie. Obschon auch er am linken Rand war, wurde Platten von den anderen Mitgliedern präferiert. Der Schritt war sicher schmerzlich für Bloch, die sich stets für eine aktive Beteiligung von Frauen an der Politik einsetzte. Frauen in der Arbeiterinnenbewegung. Nicht nur Bloch, sondern auch andere Frauen in der sozialistischen Bewegung hatten erkannt, dass sich der Missstand in der Geschlechterfrage innerhalb des Kapitalismus nicht abschliessend lösen (…). Noreen Rice.
Der Funke, Juni 2018.
Personen > Bloch Rosa. Biografie. Der Funke, 2018-06-01.
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01.06.2018 Schweiz
Generalstreik
Personen
VPOD-Magazin
Rosa Bloch-Bollag
Elisabeth Joris
Generalstreik
Nahrungsmittel
Volltext
Frauenproteste und Demonstrationen für bessere Lebensmittelversorgung im Vorfeld des Landesstreiks. Stimmrecht, Kochtopf und Tribüne. Auf der Liste der neun Landesstreik-Forderungen figurierte das Frauenstimmrecht auf dem prominenten zweiten Platz. Rosa Bloch war bei der Gründung des Oltener Aktionskomitees (OAK) allerdings die einzige Frau gewesen. Und bereits wenige Wochen später wurde sie vom Zürcher Fritz Platten abgelöst. Von nun an bis zum Landesstreik im November 1918 war das OAK frauenfrei, und vom Frauenstimmrecht war laut Protokollen ausser am 6. November - unmittelbar vor Ausrufung des Streiks - dann auch nie die Rede. Als Präsidentin der Zentralen Frauenagitationskommission der Sozialdemokratischen Partei zog sich Rosa Bloch nach ihrem Austritt aus dem OAK indes keineswegs zurück. Vielmehr sorgte sie im Sommer 1918 mit der Organisation und der aktiven Unterstützung von Aktionen und Demonstrationen gegen den Hunger für öffentliches Aufsehen. Für die Bevölkerung der grösseren Städte und Industriezentren hatte sich im Laufe des Krieges die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln und unentbehrlichen Konsumgütern wegen der galoppierenden Teuerung zunehmend verschärft. Frauen spürten den Mangel direkt in den Kochtöpfen. Es fehlte an Kartoffeln. Eier waren bald unerschwinglich. Der Milchpreis sollte mit dem Segen der Behörden angehoben werden. (…).
Elisabeth Joris.
VPOD-Magazin, Juni 2018.
Personen > Bloch Rosa. Nahrungsmittel. VPOD-Magazin, 2018-06-01.
Ganzer Text
01.05.2018 Schweiz
Generalstreik
Personen
VPOD-Magazin
Christoph Schlatter
Generalstreik
Volltext
Ewige Wahrheiten. Mit diesem Heft beginnt eine Serie über den Landesstreik. 100 Jahre werden es im November sein, dass die Arbeiterschaft auch in der Schweiz genug hatte von Hunger, Krieg und Kriegsgewinnlern. Einige der Forderungen von 1918 betreffen die politische Partizipation. Die Teilhabe der Frauen gelang bekanntlich erst 1971. Schneller ging es mit der verlangten Proporzwahl: Schon 1919 wurde der Nationalrat nach diesem Verfahren gewählt. Die Sozialdemokratie erhoffte sich von der Umstellung ein stärkeres Gewicht gegen den zuvor übermächtigen Freisinn, der damals auch 6 von 7 Bundesräten stellte. Das Erhoffte trat ein, aber nicht im gewünschten Ausrnass. Die FDP stürzte tatsächlich ab, verlor 40 von bisher 103 Sitzen und stellte noch 60 von 189 Nationalräten. Die Katholisch-Konservativen, die späteren Christlichdemokraten, kamen auf 41 Mandate - minus 1. Die sozialdemokratische Fraktion wuchs von 20 auf 41 Köpfe. (Schmachvoll: Robert Grimm, der Führer des Landesstreiks, verlor seinen Sitz und konnte nur dank dem Verzicht eines Genossen nachrücken.) Die grösste Gewinnerin bei der Wahl 1919 war indes die BG B, die Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei. die später zur SVP mutierte. Sie konnte statt bisher 4 nun 29 Nationalräte nach Bern schicken. Ironie der Schweizergeschichte: Ausgerechnet die heutige Blocher-Partei verdankt ihr erstes Erstarken zumindest zu Teilen jenem (…). Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, Mai 2018.
Personen > Schlatter Christoph. Generalstreik. VPOD-Magazin, 2018-05-01.
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05.04.2018 Port
Schweiz
Generalstreik
Personen
WOZ
Ernst Jakob
Gabriela Neuhaus
Generalstreik
Volltext
„Da wir nun einmal das Eisen im Feuer haben…“. Ernst Jakob gehörte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu den PionierInnen der Gewerkschaftsbewegung. Über dreissig Jahre lang amtierte der „rote Lokführer“ auch als Gemeindepräsident einer Berner Landgemeinde. Mittwoch, 13. November 1918. Der zweite Tag des Generalstreiks. Vormittags um halb elf versammeln sich die Bieler Eisenbahner im Café Emch. Die Stimmung ist angespannt: Nach dem erfolgreichen ersten Streiktag sind in der Nacht Soldaten aus der Westschweiz eingetroffen. Sie sollen den Bahnhof besetzen. Der 39-jährige Lokomotivführer Ernst Jakob ergreift das Wort. Die Bieler Eisenbahner haben den bekannten Gewerkschafter und SP-Politiker zu ihrem Streikobmann ernannt. Eben noch hat er mit dem Platzkommandanten Oberst Jordi und dem Berner Regierungsstatthalter verhandelt und erreicht, dass Militär und Justiz vorläufig auf die angedrohten Massnahmen verzichten. Nun appelliert der kleine, drahtige Mann mit dem grossen Schnauz an den Durchhaltewillen seiner Kollegen: „Es geht um das Ganze, es geht um das Wohl unserer Angehörigen, um die zukünftige Besserstellung von unseren Frauen und Kindern! Da wir nun einmal das Eisen im Feuer haben, wollen wir dafür sorgen, dass es auch ausgeschmiedet wird.“ Die Situation der Streikenden ist prekär: Nach vier Jahren Kriegswirtschaft klafft die Schere zwischen Arm und (…). Gabriela Neuhaus.
WOZ, 5.4.2018.
Personen > Jakob Ernst. Biografie. Gabriela Neuhaus. WOZ, 2018-04-05
Gazer Text
01.04.2018 Schweiz
Funke, Der
Personen
SP Schweiz
Lukas Nyffeler
Generalstreik
Volltext
SP und Gewerkschaften feiern den Landesstreik als historischen Erfolg. Dabei übergehen sie unangenehme Fragen. Streikbruch von oben. Im November 2018 jährt sich der Landesstreik zum 100sten Mal. Anlässlich des Jubiläums wollen der SGB und die SP den Streik als nationales, erfolgreiches Ereignis darstellen – als Gründungsmythos für alle sozialen Errungenschaften. Angesichts ausbleibender realer Reformen suchen SP und Gewerkschaften sich über Vergangenes zu legitimieren. Damit das gelingt, trickst die reformistische Linke. Einerseits hilft eine Kombination aus Aussagen, die nicht umstritten sind, und historischen Details Kontroversen zu vermeiden. Beim 90-Jahre-Jubiläum sprach sie selbstbewusst von Klassenkampf, der grossen Tradition der ArbeiterInnenbewegung, und bezeichnete den Streik als fundamentales Kampfmittel. Heute ist es komplexer: Er sei sowohl Sieg wie Niederlage gewesen. Andererseits präsentiert sie die Geschichte steril. Weder Handlungsmöglichkeiten noch Entscheidungen der damaligen Akteure interessiert sie. Der Verlauf der Ereignisse war alternativlos. Das erreicht sie, indem lediglich über Hintergründe und Folgen des Streiks, nicht aber über die konfliktreiche Entstehung gesprochen wird. Nehmen wir das offizielle Bildungsmaterial von SP und JUSO als Grundlage, um diese Sicht näher zu betrachten. Druck von Unten. Bei den Hintergründen des Streiks (…). Lukas Nyffeler.
Der Funke, April 2018.
Funke, Der > Generalstreik. SP. Der Funke, 2018-04-01.
Ganzer Text
21.03.2018 Schweiz
Generalstreik
Personen
SGB
Dore Heim
Generalstreik
Jubiläum
Volltext
Landesstreik: forschen, streiten, schauen, hören, hingehen… Ein Überblick zum 100-Jahre-Jubiläum. Gewerkschaften, SP und Robert-Grimm-Gesellschaft organisieren am 10. November dieses Jahres eine gemeinsame Veranstaltung in der alten SBB-Werkhalle am Bahnhof Olten. 100 Jahre zuvor hatte das Oltener Aktionskomitee den unbefristeten Generalstreik beschlossen... Der Landesstreik bleibt aktuell - und treibt die alten Gegner der Gewerkschaften mächtig um: Gleich zum Jahresbeginn hat Christoph Blocher in seiner Berchtolds-Rede eine erste "Würdigung" des Streikführers Robert Grimm unternommen. Sein Versuch der Diffamierung ging aber gründlich daneben, weil Medienleute dank der Historikertagung des SGB vom letzten November schon so gut informiert waren, dass sie seine mangelhaften Fachkenntnisse aufzeigen konnten. Debatte der grossen Fragen. Heute noch debattieren die Fachleute die grossen Fragen des Generalstreiks intensiv. Unter anderem: War es ein Sieg der Arbeiterschaft, obwohl die Forderungen nicht sofort durchgesetzt werden konnten? Oder doch ein Sieg der reaktionären Kräfte, die anschliessend die Geschicke der Schweiz bestimmten? War der Streik das letzte Mittel aus bitterer Notwendigkeit oder parteipolitisches Kalkül der SP-Führung? Hätte es den Streik gar nicht mehr gebraucht, da sich die Versorgungslage entspannt hatte und die Forderung nach stärkerem Einbezug der politischen Linken schon aufgegleist war? Wurden die Gewerkschaften von radikalen Arbeiterunionen zum (…).  Dore Heim.
SGB, 21.3.2018.
Personen > Heim Dore. Generalstreik. Jubiläum. SGB, 2018-03-21.
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01.02.2018 Schweiz
Funke, Der
Generalstreik

Generalstreik
SP Schweiz
Volltext
Sozialstaat oder Klassenherrschaft. Der Landesstreik von 1918 prägte den Klassenkampf in der Schweiz. Die Interpretation dieser Ereignisse ist hochpolitisch. ArbeiterInnen feiern die Russische Oktoberrevolution, legen das Land mit einem Generalstreik lahm und werden von Soldaten beschossen. Der Landesstreik von 1918 ist bis heute der wichtigste Klassenkampf der Schweizer Geschichte. Bis in die Gegenwart wirkt die Kraftprobe zwischen Proletariat und Bourgeoisie. Der Klassenkampf eskaliert. Bürgerliche und die Bauern strichen während des Krieges hohe Gewinne ein. Für die Arbeitenden verschlimmerten sich die Bedingungen: Die realen Löhne sanken um ein Drittel. Soldaten und ihre Familien erhielten keinen Wehrpflichtersatz. Der Bundesrat lockerte Arbeitsschutzgesetze und intensivierte Zensur und Überwachung. Die Arbeitenden reagierten mit Streiks und Hungerrevolten. Die Bürgerlichen beobachteten die revolutionäre Bewegung in ganz Europa. Sie nahmen die Gefahr einer sozialistischen Revolution ernst - im Gegensatz zur Leitung von SP und Gewerkschaften. Diese drohten zwar gegen Kriegsende mit einem schweizweiten Generalstreik (Landesstreik), hatten aber nicht ernsthaft vor, ihn durchzuführen. Dementsprechend sassen sie in der Klemme, als das Schweizer Militär am 6. November Zürich besetzte. Diese Provokation konnten die Arbeitenden nicht hinnehmen. Um die Kontrolle zu behalten, riefen SP und der Gewerkschaftsbund SGB über das Oltener Aktionskomitee am 11. November den Landesstreik aus. Mehr als 250'000 (…). 
Der Funke, Februar 2018.
Funke, Der > Generalstreik. SPS. Der Funke, 2018-01-02.
Ganzer Text
01.02.2018 Schweiz
Funke, Der
Generalstreik

Generalstreik
Volltext
Forderungen zum Landesstreik. Eine Forderung allein! Nein! Einzelne Forderungen zu formulieren ist verlockend, lässt uns im Kampf für den Sozialismus aber auf halber Strecke stehen. Ein erfolgreicher "Generalstreik Reloaded" braucht ein schlagkräftiges Programm. Bei der Ausrufung des Landesstreiks 1918 stellte das Oltener Aktionskomitee neun sozialpolitische Forderungen auf. Anknüpfend an diese Tradition hat die JUSO Schweiz das Projekt "Generalstreik Reloaded" präsentiert. Ziel ist, neun neue Forderungen für die nächsten 100 Jahre aufzustellen. Das Projekt ist cool, aber ein entscheidender Faktor wird vergessen: Mit isolierten Forderungen bleiben wir im Kampf für den Sozialismus auf halber Strecke stehen. Wir brauchen ein Gesamtprogramm! Forderungen im Interesse der 99% sind immer Angriffe auf die Interessen der KapitalistInnen und sie werden mit Drohungen kontern. Entsprechend brauchen wir ein Netz von zusammenhängenden Forderungen, das diese voraussieht und ihnen entgegengestellt werden kann. Voilä, das Programm ist geboren. Revolutionäre Realpolitik. Im Zentrum unserer politischen Arbeit steht immer die Frage, wie wir von unserer aktuellen Situation zum Sozialismus kommen. Entscheidend zur Beantwortung dieser Frage ist das Verhältnis zwischen Re¬form und Revolution, wie Rosa Luxemburg bereits 1899 festhielt. 1938 ging Leo Trotzki noch einen Schritt weiter und erarbeitete die Methode der Übergangsforderungen: Ein Zusammenschluss von Forderungen, die die Brücke zwischen dem (...).
Der Funke, Februar 2018.
Funke, Der > Generalstreik. Forderungen. Der Funke, 2018-02-01.
Ganzer Text
01.02.2018 Schweiz
Generalstreik
Oltener Aktionskomitee
Vorwärts

Generalstreik
Oltner Aktionskomitee
Volltext
Grundstein des Streiks. Im November 1918 erreichten die sozialen Spannungen der Schweiz im Landesgeneralstreik Ihren Höhepunkt. Der Streik nahm am 4. Februar seinen Anfang, als das „Oltener Aktionskomitee" gegründet wurde. Ein Rückblick. Die beiden Begriffe „Oltener Aktionskornitee“ und „Generalstreik“ lassen sich nicht mehr voneinander trennen. Zu verdanken ist dies einer 50 Jahre anhaltenden bürgerlichen Geschichtsschreibung, welche den „unschweizerischen“ Landesgeneralstreik als revolutionäre und bolschewistische Verschwörung darstellte. Ihr zufolge sei es von Beginn an Ziel und Zweck des Komitees gewesen, den Generalstreik zu organisieren und damit einen revo¬ltionären Umsturz herbeizuführen. Dem ist in der Tat nicht so. Vielmehr bildete der Auslöser zur Gründung des „Oltener Aktionsausschusses“ eine vom Bundesrat geplante Vorlage zur Zivildienstpflicht, die von der Sozialdemokratie bekämpft wurde. Der zufolge sollte der Bundesrat das Recht haben, alle in der Schweiz wohnhaften Personen im Alter zwischen 14 und 60 zu einem zivilen Hilfsdienst aufzubieten. Geplant waren vor allem Arbeiten im Rahmen der Bestellung der von öffentlichen Gemeinwesen bebauten Grundstücke, Einbringung der Ernte und der Durchführungen von Bodenverbesserungen. Die Proteste seitens der Arbeiterschaft blieben nicht aus. Man befürchtete nicht grundlos, dass die Arbeiter auf diesem Wege militarisiert und zwangsweise zu zivilen Arbeiten abkommandiert werden könnten. (…). .Josch Kunz.
Vorwärts, 1.2.2018.
Vorwärts > Generalstreik. Vorwärts, 2018-02-01.
Ganzer Text
19.01.2018 Schweiz
Personen
Work
Christoph Blocher
Ralph Hug
Generalstreik
Volltext
SVP-Führer verbreitet Sowjet-Mythen: Blochers Grimm-Märchen. Zum 100-Jahr-Jubiläum des Landesstreiks serviert Hobby-Historiker Christoph Blocher alte sowjetische Zöpfe über den Schweizer Arbeiterführer Robert Grimm. Robert Grimm (1881-1958) war beim Landesstreik 1918 der Anführer. Er ging als ein bedeutender Sozialist in die Geschichte ein. Einst Revolutionär, wurde er später tüchtiger Beamter. In Pension ging er als Direktor der BLS-Bahn. Nun taucht Grimm wieder auf - und zwar ausgerechnet beim Kommunistenfresser Christoph Blocher. In einem Vortrag am Berchtoldstag in Wetzikon ZH stilisierte der Multimilliardär den Arbeiterführer zum roten Schreckgespenst hoch. Dieser habe einen Bürgerkrieg anzetteln und die Diktatur des Proletariats errichten wollen. Daher habe ihn das Militär bremsen und die Demokratie vor dem Umsturz retten müssen. Konfuse Verdrehungen. Grimm als hitziger Volksverführer und der autoritäre General Ulrich Wille, der die Armee gegen die streikenden Arbeiterinnen und Arbeiter aufbot, als Schutzpatron der Demokratie: So sieht das Blocher. Selbstverständlich durfte bei dieser Geschichtsverdrehung auch die alte These der Rechten nicht fehlen, der Schweizer Landesstreik sei ein bolschewistischer Umsturzversuch gewesen, von Russland aus gesteuert. Und also bös! Mit der Realität hat das nichts zu tun. Grimm-Kenner wie die Historiker Bernhard Degen oder Adrian Zimmermann haben Blochers zahlreiche Verdrehungen bereits richtiggestellt - nachzulesen auf der Website der Grimm-Gesellschaft (...). Ralph Hug.
Work, 19.1.2018.
Personen > Hug Ralph. Blocher Christoph. Grimm. Work, 2018-01-19.
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01.12.2017 Schweiz
Personen
Streik
Work
Dore Heim
Generalstreik
Volltext
Darum brauchen wir Geschichte. Losung Calanda. Wenn wir unsere Geschichten nicht kennen, kennen sie andere für uns - und machen daraus, was sie wollen. Zum Beispiel beim Landesstreik 1918. Oder beim Frauenstreik von 1991. Während meiner ganzen Jugend hatte ich den Calanda vor meiner Nase, einen der hässlichsten Berge Graubündens. Jetzt weiss ich, dass „Calanda“ im Landesstreik das Losungswort der Eisenbahner für den Streikabbruch war. Warum sie ausgerechnet diesen Berg wählten, konnte mir bisher niemand sagen. Aber seither ist jede Rückkehr nach Chur mit dem Landesstreik verbunden. Wenn das meine Lehrer von damals (alle männlich) wüssten, die sich so geflissentlich bemühten, uns auf dem Wissensstand des Rütlischwurs zu halten! Der Landesstreik von 1918 ist eines der gewaltigsten politischen Ereignisse in der Geschichte der Schweiz. Er hatte weitreichende Folgen und ist heute so gut wie unbekannt. Würden wir Leute danach fragen, die die Schulzeit hierzulande absolvierten, viele würden sagen: „Nie stattgefunden“ Na und, könnten wir nun fragen: Was ändert das an meinem Leben? Die simple Antwort: Alles! Denn ohne Geschichte kann sich niemand im Hier und Jetzt zurechtfinden. Niemand weiss das besser als unterdrückte, kolonialisierte Völker, denen man ihre eigene Geschichte geklaut hat. Und niemand weiss das eindrücklicher als die Frauen, die immerhin die Hälfte der Menschheit ausmachen, aber die längste Zeit in der Geschichtsschreibung gar nicht vorkamen. Geschichtsschreibung besteht zu einemr (…). Dore Heim.
Work, 1.12.2017.
Personen > Heim Dore. Generalstreik. Work, 2017-12-01.
Ganzer Text
01.12.2017 Schweiz
Personen
VPOD-Magazin
Christoph Schlatter
Generalstreik
Jubiläum
Volltext
Eine SGB-Tagung macht den Auftakt zum 100-Jahr-Jubiläum des Landesstreiks vom November 1918. Die siegreichen Geschlagenen. Der SGB hat den Startschuss zum 100-lahrJubiläum des Landesstreiks gegeben, das im November 2018 begangen wird. Die schwerste innenpolitische Krise der Schweiz schuf den Boden für sozialen Fortschritt. Es beginnt mit einem Streik der Bankangestellten - ausgerechnet! - und einem lokalen Generalstreik in Zürich. Der Bundesrat lässt die Armee aufmarschieren. Die Antwort des Oltener Aktionskomitees (quasi eine „Exekutive“ der Arbeiterbewegung): eintägiger Generalstreik. Nach Zusammenstössen zwischen Demonstrierenden und der Armee in Zürich wird der Landesstreik unbefristet ausgerufen. Vom 12. bis zum 14. November I9I8 streikt eine Viertelmillion Arbeiterinnen und Arbeiter. Alles bleibt friedlich. Trotzdem mobilisiert der Bundesrat weitere Truppen. Wird daraus ein Bürgerkrieg? Um ein Blutbad zu verhindern, beschliesst das Oltener Komitee contre coeur den Abbruch des Streiks. Dieser Entscheid ist bereits gefallen, als die Armee in Grenchen drei junge Uhrenarbeiter erschiesst. Von hinten. Knirschen im Gebälk. An diese Morde und ihre späte Aufarbeitung erinnert Paul Rechsteiner, SGB-Präsident, zum Eingang der gutbesuchten Tagung im „National“ in Bern. War der Landesstreik von 1918 eine Niederlage? Nur auf den ersten Blick. Adrian Zimmermann spricht mit einem Wort Robert Grimms von den „siegenden Geschlagenen“. Auch Rechsteiner unterstreicht, dass sich bereits mit den (…).. Mit Foto. Christoph Schlatter.
Personen > Schlatter Christoph. Generalstreik. Jubiläum. VPOD-Magazin, 2017-12-01.
Ganzer Text
15.11.2017 Schweiz
Generalstreik
SGB

Generalstreik
Tagung
Volltext
Landesstreik als Programm des Fortschritts im 20. Jahrhundert. SGB-HistorikerInnentagung: Auftakt zum Jubiläumsjahr 100 Jahre Landesstreik. Der Landesstreik vom 12.-14. November 1918 gilt als schwerste innenpolitische Krise der Schweiz seit der Gründung des Bundesstaats von 1848. Trotz Streikabbruch und ohne sofortige Erfüllung des Forderungskatalogs, ist der Landesstreik dennoch die entscheidende Weichenstellung in der Geschichte der modernen Schweiz: Die Streikforderungen, darunter die 48-Stunden-Woche, eine Alters- und Invalidenversicherung und das Frauenstimmrecht, wurden zum Programm des Fortschritts im 20. Jahrhundert, wie SGB-Präsident Paul Rechsteiner zum Auftakt der wissenschaftlichen Tagung zum 100. Jahrestag des Landesstreiks erklärte. An der von 260 Interessierten aus allen Landesteilen besuchten Tagung erörteten Historikerinnen und Historiker die zentralen Fragen rund um den Landesstreik. Sie beleuchteten aus verschiedenen Perspektiven die Ursachen, z.B. die katastrophale Ernährungslage breitester Bevölkerungskreise am Ende des 1. Weltkriegs. Sie gaben spannende Einblicke in den unterschiedlichen Verlauf der Streikbewegung in den verschiedenen Landesteilen. Sie zeigten die Konfliktlinien auf und diskutierten die mittel- und langfristigen Folgen des Streiks. Die Liste der Referentinnen und Referenten, alles ausgewiesene SpezialistInnen für die Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Schweiz im 20. Jahrhundert, finden Sie hier auf der Landesstreik-Website. Die vom Schweizerischen (…).
SGB, 15.11.2017.
SGB > Generalstreik. Tagung. SGB, 2017-11-15.
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07.11.2017 Schweiz
Generalstreik
Personen
SEV Schweiz
Adrian Zimmermann
Generalstreik
Interview
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Ein Blick zurück nach 99 Jahren. Der Generalstreik hat die Schweiz durchgeschüttelt. Vom 12. bis 14. November 1918 haben 250‘000 Lohnabhängige die Schweiz lahmgelegt. Wir befragten zu diesem in der Geschichte der Schweiz einzigartigen Streik Adrian Zimmermann; er ist Historiker und Co-Organisator eines Symposiums, das dem Generalstreik von 1918 gewidmet ist. Adrian Zimmermann, welche Dimension hatte der Generalstreik 1918? 250‘000 Personen haben am Generalstreik teilgenommen, das entspricht etwa einem Viertel aller Angestellten. Das Ausmass war also enorm. Häufig waren es die Eisenbahner, die Strassenbahner, die Metall- und Maschinenindustriearbeiter wie auch die Uhrmacher, die den Grossteil der Streikenden ausmachten. Aber auch Arbeiter fast aller andern Wirtschaftszweige haben sich angeschlossen. Am stärksten war die Bewegung in den Städten und Industriegebieten, und im allgemeinen war die Beteiligung in der Deutschschweiz stärker. In der Romandie war die Mobilisierung in der Industrieregion im Jurabogen am stärksten. In den Kantonen Waadt und Genf waren die Leute schwieriger zum Mitmachen zu bewegen als in den grossen Deutschschweizer Städten: August Huggler, Sekretär des Schweizerischen Eisenbahnerverbandes und Mitglied des Oltner Aktionskomitees, musste persönlich nach Lausanne fahren, um die Eisenbahner vom Streik zu überzeugen – mit Erfolg. In den mehrheitlich ländlich, katholisch und konservativ geprägten Kantonen Wallis und Freiburg fand der Streik praktisch nicht statt. In welcher (…).
SEV, 7.11.2017.
Personen > Zimmermann Adrian. Generalstreik. Interview. SEV, 2017-11-07.
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22.05.2017 Schweiz
SGB

Generalstreik
Programm
Tagung
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100 Jahre Landesstreik: Die Tagung. 100 Jahre Landesstreik: Ursachen, Konfliktfelder, Folgen. Eine historische Tagung für alle Interessierten. Mittwoch, 15. November 2017, 9.15-17 Uhr, Hotel National, Hirschengraben 24, 3011 Bern. Was waren die Ursachen für den Landesstreik und wie ist er in das internationale Geschehen eingebettet? Welche Konfliktfelder akzentuierten sich im Vorfeld und welche Folgen hatte der Streik? Gibt es Auswirkungen bis in die jüngere Geschichte der Schweiz? Welches ist das «Erbe» des Streiks und wie gehen wir damit um? Ein Jahr vor dem 100-jährigen Jubiläum zeigt die Tagung vom 15. November 2017 den aktuellen Forschungsstand zum Landesstreik auf und bietet eine Plattform für alle Interessierten, sich mit HistorikerInnen darüber auszutauschen. Die Tagung wird simultan übersetzt (dt. / frz.). Tagungsgebühr Fr. 150.–, Ermässigung für Studierende und Lernende. Programm: Tagungsleitung: Dore Heim, SGB. 9.15 Begrüssung und Eröffnung. Paul Rechsteiner, Präsident SGB und Ständerat SP/SG. (…).
SGB, 22.5.2017.
SGB > Generalstreik 1917. Tagung. SGB, 2017-05-22.
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21.09.2016 Indien
Gewerkschaften
Junge Welt

Generalstreik
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Alle an einem Strang. Jüngster Generalstreik in Indien schrieb Geschichte und ist Ausdruck einer neuen Aktionseinheit der traditionell zersplitterten Gewerkschaftsbewegung im Land. Viele Forderungen gelten auch für den riesigen „informellen Sektor“. Welche Macht die indischen Gewerkschaften haben, zeigte sich am 2. September: Bis zu 180 Millionen Menschen, überwiegend Angestellte des öffentlichen Dienstes, traten landesweit für 24 Stunden in den Ausstand. Das Ereignis ist nicht nur für Indien selbst bedeutsam, sondern auch weltweit eine der grössten Streikaktionen der Geschichte. Zugleich zeigte der Aufruf der Gewerkschaftsführungen, dass der Konflikt zwischen der Regierung von Premierminister Narendra Modi von der hindunationalistischen Bharatiya Janata Party (BJP) und den Interessenvertretern der Werktätigen eine neue Stufe erreicht hat. Die seit 2014 in Neu-Delhi tonangebende BJP – in den 30 Jahren zuvor hatte es keinen so deutlichen Wahlsieg gegeben – ist dabei, die grösste Privatisierungswelle seit der umfassenden Reform der indischen Wirtschaft Anfang der neunziger Jahre loszutreten. Das wollen die Gewerkschaften, die zugleich um gesicherte Mindestlöhne kämpfen, verhindern. Schon im vergangenen Jahr hatte es einen Massenausstand gegeben. Kurz vor dem Generalstreik waren die Gespräche zwischen Finanzminister Arun Jaitley und den Gewerkschaftsvertretern abgebrochen worden. Jaitley hatte zuletzt angeboten, den Mindestlohn auf 350 Rupien pro Tag (knapp fünf Euro) anzuheben, was pro Monat etwa 9‘100 Rupien ergeben würde. Als Grundlage für einen irgendwie denkbaren Kompromiss reichte das den (…).
Junge Welt, 21.9.2016.
Junge Welt > Indien. Gewerkschaften. Streik. Junge Welt, 2016-09-21.
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18.09.2015 Indien
Gewerkschaften
Personen
Work
Pit Wuhrer
Generalstreik
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Indien: Grösster Generalstreik in der Geschichte. 150 Millionen gegen Modi. Noch nie protestierten in Indien so viele Landarbeiterinnen, Rikschafahrer und Näherinnen für mehr Lohn, mehr Preiskontrollen und weniger Privatisierungen. Und das mit Erfolg! Die Hauptverkehrsstrassen sind wie leergefegt, die Fliessbänder der Autowerke stehen still, vor den grossen Häfen sind Streikposten aufgezogen. Nichts bewegt sich mehr, keine Vorortszüge, keine Busse, keine Lastwagen. In vielen Bundesstaaten bleiben Postämter, Banken, Versicherungen, Schulen und Universitäten geschlossen. Die meisten Behörden haben zu. Transportarbeiter, Mineure, Bauhandwerker, IT-Spezialistinnen, ein Grossteil der Beschäftigten im Service public, selbst Hausangestellte legen für einen Tag ihre Arbeit nieder. Multis kommen vor Bevölkerung. Das war am 2. September. Und noch nie in der indischen Geschichte war ein Generalstreik so umfassend. Denn es streikten auch Unorganisierte, Landarbeiterinnen, Rikschafahrer, Strassenverkäufer und Näherinnen Indiens Zulieferbetrieben. Zum Streik aufgerufen hatten zehn der zwölf grossen Gewerkschaftsverbände Indiens. Und es beteiligten sich weit mehr Lohnabhängige am Protest als erwartet. Der Allindische Gewerkschaftsbund AlTUC bezifferte die Zahl der Streikenden auf 150 Millionen. Das sind weitaus mehr Menschen, als die Gewerkschaften Mitglieder haben. (…). Pit Wuhrer.
Work, 18.9.2015.
Personen > Wuhrer Pit. Indien. Generalstreik. Work, 18.9.2015.
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15.11.2012 Griechenland
Portugal
Schweiz
Spanien
Kapitalismus
Personen
Work
Walter Cerfeda
Marie-Josée Kuhn
Antikapitalismus
Enteignung
Generalstreik
Sozialabbau
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Recht auf Notwehr. Sie waren Zehntausende im Generalstreik. Dem zweiten in Spanien in nur einem Jahr. Allen voran die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter. Sie protestierten gegen „die Regierung der Arbeitslosigkeit und des Elends“ von Ministerpräsident Mariano Rajoy. „Die wollen uns ruinieren. Das müssen wir verhindern!“. Ruinieren ist das richtige Wort. Denn wie sonst, wenn nicht ruinös, soll man den neusten Sparplan der Konservativen um Rajoy bezeichnen? Dieser sieht vor, das Arbeitslosengeld für neue Arbeitslose drastisch zu kürzen. Und dies ausgerechnet im Land mit der höchsten Arbeitslosenquote Europas. Mehr als die Hälfte aller jungen Spanierinnen und Spanier unter 25 sind ohne Job: keine Arbeit, keine Wohnung, keine Zukunft. In Spanien gibt es inzwischen wegen der Krise 200 Zwangsräumungen pro Tag. Auch Selbstmorde. (...). Marie-Josée Kuhn, Editorial Work.

Work online, 15.11.2012.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Generalstreik Europa. Work, 16.11.2012.

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01.11.2012 Zürich
KPS
Personen
SP Zürich
Strassenbahner Zürich
Mario Florin
Christoph Schlatter
Alfred Traber
Biografien
Generalstreik
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Rückblick. „Rückblick auf mein Leben" hat Alfred Traber (1884-1970) seine Lebenserinnerungen betitelt, die nun, vom Zürcher Stadtarchiv bearbeitet (und gekürzt), als schön illustriertes Buch erschienen sind. Traber war eine bedeutende Persönlichkeit in der Zürcher Arbeiterbewegung des frühen 20. Jahrhunderts. Er war beteiligt am ersten Generalstreik von 1912 und am Landesstreik 1918 - Ereignisse, die im Bericht ausführlich gewürdigt werden. Als Kommunist wurde er 1919 Stadtrat und dort gegen seinen Willen erst ins Polizeidepartement geschoben, dann, (...). Christoph Schlatter.

VPOD-Magazin, November 2012.
Personen > Traber Alfred. Biografie. 1.11.2012.

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