Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 355

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20.12.2018 Schweiz
Personen
Vorwaerts
Hans-Peter Gansner
Alexander J. Seiler
Nachruf
Volltext
Adios y Salud, Xandi Seiler! Das letzte Buch von Alexander J. Seiler war wie ein Testament der Schweizer Linken. Er verstarb 90-Jährlg am 22. November 2018. Er wurde als Freund und Genosse sehr geschätzt. Es ist bestimmt dem Filmemacher und Kinotheoretiker Georg Radanowicz, einem langjährigen Freund von Seiler, zu verdanken, dass der über 300-seitige Reader „Daneben geschrieben“, der als Manuskript ursprünglich das dreifache Volumen aufwies, noch vor seinem Tod in dieser perfekten, handlichen Form im Verlag „Hier + Jetzt“ herauskommen konnte. Daneben geschrieben. ist dabei aber nur die bildliche Ausdrucksweise für die Tatsache, dass Xandi Seiler das Schreibhandwerk eigentlich nie, nämlich seit er die alte, unbenutzte Underwood im Zimmer seiner Mutter entdeckte, als Hauptberufung betrachtete, sondern immer „à part“, oder wie die EngländerInnen sagen „by the way“, geschrieben hat: Denn die Texte, seien es Essays, Interviews, Reden, Aufsätze usw. sind literarisch äusserst präzis und treffen politisch immer ins Schwarze. Grosser Denker und Dichter. Die Anthologie, die ein halbes Jahrhundert Publizistik umfasst, bildet zudem für den Filmspezialistinnen und Schweizer Linken wie einen Rahmen um seine grossen filmischen Werke, welche das politische Klima der Schweiz eingefangen und auch tief geprägt haben: „Siamo Italiani. Die Italiener“ (1964), die Zeit, in der wir Wohlstandskinderchen eben in die Vorort-Einfamilienhäuschen. „aui glych“, eingezogen sind, dann „Die Früchte der Arbeit“ (…). Hans Peter Gansner.
Vorwärts, 20.12.2018.
Personen > Gansner Hans Peter. Alexander J. Seiler. Nachruf. Vorwaerts, 2018-12-20.
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20.12.2018 Schweiz
Baumeisterverband
Personen
Vorwaerts
Alain Seger
Bauarbeiter
Landesmantelvertrag
Volltext
Bauarbeiterinnen stimmen LMV zu. Viel stand auf dem Spiel beim Landesmantelvertrag (LMV) des Bauhauptgewerbes. Am Ende hat die BauarbeiterInnenkonferenz der Gewerkschaft Unia dem Verhandlungsresultat fast einstimmig zugestimmt. Der Frontalangriff der Baumeister wurde abgewehrt, es gibt eine Lohnerhöhung, ein Sieg ist es trotzdem nicht. Eine Reportage. Samstag, 15. Dezember, 8.00 Uhr, beim Treffpunkt am Hauptbahnhof in Zürich. Alle KollegInnen sammeln sich bei. der roten Fahne der Gewerkschaft Unia. Es ist ein schöner, wenn auch kalter Morgen. Wir alle haben einen harten Arbeitskampf hinter uns und heute steht die Entscheidung an. Mit dem Zug fahren wir nach Bern. In Bern schliessen sich immer mehr Kumpels uns an. In der Nähe des Helvetiaplatzes fragt ein Passant auf Französisch: „Na sag mal, was ist denn hier los?“ Ein Kollege aus Portugal antwortet: „Wir sind Bauarbeiter und mit der Gewerkschaft unterwegs. Die Patrons wollen uns nicht richtig zahlen und uns sogar noch länger arbeiten lassen!“. Der Passant: „Das geht doch nicht! Ich wünsche euch viel Glück!“ Heftiger Arbeitskampf. Die Baukonferenz, sprich das Parlament der Bauarbeiterinnen der Unia, beginnt. Zur Begrüssung wird allen Bauarbeitern gedankt, die sich dieses Jahr so stark engagiert haben. „Es war ein hartes Jahr“ , hält Nico Lutz, Leiter Sektor Bau, fest und fügt hinzu: „Ihr habt aber auch einen harten und gefährlichen Job! Jedes Jahr sterben 20 Kollegen bei der Arbeit. Um ihnen zu gedenken, legen wir eine (…). Alain Seger.
Vorwärts, 20.12.2018.
Personen > Seger Alain. Bauarbeiter. Landesmantelvertrag. Vorwaerts, 2018-12-20.
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20.12.2018 Schweiz
Generalstreik
Oltener Aktionskomitee
Vorwaerts

Generalstreik
Interview
Volltext
Früchte für die Zukunft? Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs fand vom 12. bis 14. November 1918 auf Veranlassung des Onener Komitees der einzige Generalstreik in der Schweizer Geschichte statt. Ein Gespräch mit dem Dozenten für Zeitgeschichte an der Universität Zürich, Pierre Eichenberger, der das Ereignis erforscht • Was sind die internationalen und nationalen Gründe, die zum Landesstreik geführt haben? Pierre Eichenberger: Der Hauptgrund für den Ausbruch dieses Generalstreiks ist auf die massive Verarmung eines grossen Teils der Bevölkerung während des Ersten Weltkriegs zurückzuführen. Die Preise stiegen schneller als die Löhne. Damit sank der Reallohn gegenüber der Vorkriegszeit um rund dreissig Prozent. Während die Versorgung der Schweiz sowohl durch die Kräfte der Entente (Frankreich, England, das zaristische Russland) als auch durch die Mittelmächte (Deutschland, Österreich-Ungarn und Italien) stark eingeschränkt war, organisierten der Bundesrat und die Kantone bis 1917 keine Lebensmittelrationierung, um den Schwarzmarkt und die steigenden Preise einzudämmen. Die Armut wurde noch verschärft durch die Tatsache, dass die Männer, die vom Militär aufgeboten wurden, keine Kompensation für ihren Arbeitslohn bekamen. Ihr Sold - der bloss dazu reichte, um eine Schachtel Zigaretten oder ein Bier zu bezahlen - erlaubte es ihnen nicht, ihre Familien zu unterstützen. Die Frauen ihrerseits, die die Männer in den Fabriken oder Werkstätten ersetzten, erhielt (…). Joel Depommier.
Vorwärts, 20.12.2018.
Vorwärts > Generalstreik. Bundesrat. Vorwaerts, 2018-12-20.
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20.12.2018 Bern
Generalstreik
Personen
Vorwaerts
Damian Bugmann
Generalstreik
Volltext
Militär besetzt Druckerei. Mit Informativen Texttafeln und zahlreichen zeitgenössische Plakaten, Fotografien, Zeitungsseiten und Schriftstücken gibt das Kornhausforum Bern ein Bild der Novembertage und der Hauptstadt Im frühen 20. Jahrhundert von der Landesausstellung in Bern 1914 bis zur neuen Epoche von Sozialpartnerschaft und sozialem Frieden. Es war relativ ruhig in Bern in diesen bewegten Tagen. Das Militär zeigte Präsenz in Strassen und auf Plätzen, die Bevölkerung sah sich die Behelmten auf Pferden an und posierte für Fotografen. Trotz grossflächiger militärischer Besetzung von Bundeshaus und Hotel Bellevue, wo sich die hohen Offiziere wichtig machten, bis zum Botanischen Garten jenseits der Lorrainebrücke, war es friedlich in der Hauptstadt im November 1918. Andernorts, im Kanton Zürich oder im Kanton Solothurn etwa, dominierte die Linke in der Sozialdemokratischen Partei. Im Bezirk Lebern zwischen. Bellach. und Grenchen war die solothurnische Linke besonders aktiv. Bürgerliche und ihre Zeitungen hatten im Vorfeld Gerüchte gestreut, wonach zum Jahrestag der Oktoberrevolution ein bolschewistischer Umsturzversuch stattfinden solle. In Solothurn sei sogar der Regierungsrat abgesetzt worden, es herrsche Chaos und in Grenchen eine Sowjetdiktatur. Deshalb sah sich das Militär berufen, in Zürich (ein Toter) und Grenchen (drei) besonders hart gegen die vermeintlichen PutschistInnen vorzugehen. „Arbeiterunion hat Leute in der Hand. Ein Eindruck der moderaten, (…). Damian Bugmann.
Vorwärts, 20.12.2018.
Personen > Bugmann Damian. Generalstreik Bern. Vorwaerts, 2018-12-20.
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29.11.2018 Schweiz
Generalstreik
Personen
Vorwaerts
Fritz Brupbacher
Generalstreik
Volltext
Man wollte handeln. Was geschah nach dem Landesstreik von 1918? Frltz Brupbacher erzählt, wie es in Zürich und Basel zu weiteren Generalstreiks kam. Die Geschichte des Landesstreiks aus Sicht von Fritz Brupbacher aus dem Jahr 1928, zweiter Tell. Redaktion Vorwärts. Nach dem Landesstreik merkte mit Ausnahme der revolutionären FührerInnen kaum jemand, dass die breiten Schichten der Arbeiterschaft wohl noch voll Unwillen und Wut waren, dass aber der frohe Glauben an die nahe soziale Revolution Unwillen und Wut nicht mehr stützen. Diesen festen Glauben hatte der Abbruch des Landestreikes gebrochen; er lebte freilich noch weiter in der ziemlich zahlreichen proletarischen Avantgarde und speziell in den zürcherischen und baslerischen Gewerkschaften. Der Reallohn der ArbeiterInnen erreichte Ende 1918 und Anfang 1919 fast den Tiefstand. Dazu begann schon Ende 1918 eine steigende Arbeitslosigkeit, und im Januar 1919 fand eine Protestversammlung in Zürich statt in Sachen Arbeitslosenunterstützung. Zudem steigerte sich die Wohnungsnot. Immer noch waren Fett, Reis, Mais, Teigwaren, Hafer, Gerste rationiert. Im März erfolgte eine weitere bundesrätliche Einschränkung des Fleischkonsums. Der Milchpreis wurde erhöht. Nirgends trat der erhoffte Preisabbau ein. Bürgerwehr und StreikbrecherInnen. Das Bürgertum bezeugte eine unbändige Freude über den Ausgang des Landesstreiks und begann nun Bürgerwehren zu organisieren. Das Militär blieb noch ein gutes Jahr in und um Zürich. Jeden Augenblick wurde provokatorisch mobilisiert, den Dragonern scharfe Munition verabreicht. (…). Fritz Brupbacher.
Vorwärts, 29.11.2018.
Personen > Brupbacher Fritz. Generalstreik. Vorwaerts, 2018-11-29.
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15.11.2018 Schweiz
Streik
Vorwaerts

Bauarbeiter
Streik
Volltext
„Mit sechzig sind das alles Krüppel“. Am 6. November haben die Protesttage vom Bauhauptgewerbe gegen den Frontalangriff des Baumeisterverbands ihren Höhepunkt gefunden. Nach Streiks in der ganzen Schweiz war nun auch der Kanton Zürich an der Reihe: 4000 BauarbeiterInnen streikten. Eine Reportage. „Buongiorno! Bon dia! Guete Morge“ Fast die komplette Mannschaft hat sich morgens um sieben Uhr auf der Baustelle versammelt. Doch anstelle des Poliers sind VertreterInnen der Gewerkschaft Unia da. Bei uns hört man keine Hammerschläge und auch kein Kran dreht sich. Nur von der anderen Strassenseite ist ein Spitzhammer zu hören. Allen ist klar: Da wird gearbeitet! Während der Bus der Gewerkschaft bei uns einfährt, stehen wir bereits bei der Nachbarsbaustelle und rufen: „Hey, es ist Streik! Hört auf zu arbeiten!“. Die GewerkschafterInnen verhandeln mit deren Polier und wir versuchen, die Kumpels zu überzeugen: „Es geht um eure Rechte, es geht um unsere Rente mit sechzig. Uns drohen bis zu Zwölf-Stunden-Arbeitstage.“ Mitkommen wollen sie, das sieht man ihnen in ihren Augen. Gleichzeitig sieht man ihnen aber auch die Angst an; die Angst vor Entlassung, die Angst vor Repression. Diese Baustelle können wir leider nicht knacken. „Mit sechzig sind das alles Krüppel“, so ein anderer, älterer Maurer zu mir. „Wir Schweizer haben eine Chance auf einen anderen Beruf, wir können ins Büro. Die Handlanger sind schon Jahre vor der Rente hinüber.“ Handlanger sind BauarbeiterInnen ohne Fachausbildung, oft (…). Alois Seger.
Vorwärts, 15.11.2018.
Vorwaerts > Bauarbeiter. Streik. Vorwaerts, 2018-11-15.
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15.11.2018 Schweiz
Easyjet
Vorwaerts

Arbeitsbedingungen
Easyjet
Volltext
Stress am Flughafen. Das Personal des Billigfliegers Easyjet kündigte Kampfmassnahmen für den Dezember an. Gespräch mit Jamshid Pouranpir, VPOD-Gewerkschaftssekretär. In einem Kommunique habt ihr erklärt, dass der Sommer 2018 der schlimmste gewesen sei, der das Personal von Easyjet erlebt hat. Was sind die Gründe dafür? Jarnshid Pouranpir: Während des Sommers waren die Hauptprobleme Stornierungen und Verspätungen bei der Ankunft von Flügen und die Umleitung an Flughäfen wie Lyon oder Mailand aufgrund des nächtlichen Flugverbots in Genf oder Basel. Diese Vorfälle haben einen Einfluss auf die Passagiere, aber auch auf die Arbeitsverhältnisse der Angestellten. Deren Arbeitstag wird dadurch verlängert. Die Angestellten, die ihre Arbeit normalerweise um 23.00 Uhr beenden, mussten im Ausland bleiben oder frühmorgens in die Schweiz zurückkehren und dann manchmal am gleichen Tag wieder um 17.00 Uhr zur Arbeit gehen. In dieser Branche ist es aus Sicherheitsgründen sehr wichtig, dass sich die Beschäftigten gut ausruhen können. Eine mögliche Lösung wäre, mehr Personal einzustellen. Haben die Beschäftigten des Unternehmens in der Schweiz weitere Schwierigkeiten? Wir verurteilen auch die tiefen Löhne, die unter dem Schweizer Niveau liegen. Neu Angestellte müssen für einen Lohn von unter 4000 Franken arbeiten. Der Pünktlichkeits-Bonus für die Beschäftigten ist seit mehreren Jahren gestrichen wegen der vielen Verspätungen und annullierten Flügen. Ihr Gehalt können die (…). Joel Depommier.
Vorwärts, 15.11.2018.
Vorwaerts > Easyjet. Arbeitsbedingungen. Vorwaerts, 2018-11-15.
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15.11.2018 Schweiz
Generalstreik
Personen
Vorwaerts
Damian Bugmann
Generalstreik
Volltext
Massive Verlustängste des Bürgertums. Der Generalstreik in der Schweiz im November 1918 und die gleichzeitige Novemberrevolution in Deutschland nutzten den politischen Massenstreik im Kampf gegen das Ancien Régime. In der Eidgenossenschaft strebte die ArbeiterInnenbewegung Reformen an, im Reich war sie gespalten zwischen Reform und Revolution. Im auslaufenden Deutschen Reich und im schweizerischen freisinnig dominierten Staat ging es um die Disziplinierung der selbstbewussten, antikapitalistischen und radikaldemokratischen Arbeiterschaft. In Deutschland stützten die Führungen von Sozialdemokratie und Gewerkschaften den feudalen Militarismus und die liberalen Wirtschaftsmächtigen gegen die revolutionären Soldaten und ArbeiterInnen. In der Schweiz forderte die Arbeiter-Innenbewegung den bürgerlichen Staat und die Armeeführung heraus, die während des Krieges starke Präsenz und Dominanz in Staat und Gesellschaft zeigte. Der Forderungskatalog des Oltener Komitees verlangte Proporz-Wahlrecht (das Majorzsystem sorgte dafür, dass der Freisinn über- und die Sozialdemokratie unterrepräsentiert war), Frauenstimmrecht, 48-Stunden-Woche, AHV, bessere Lebensmittelversorgung, Tilgung der Staatsschulden durch die Besitzenden und die Armee als Volksheer ohne Soldatenschinderei und Einsätze gegen ArbeiterInnen. Das war den Herrschenden schon Bolschewismus und Revolution genug. Das Bürgertum in der Schweiz hatte Angst vor einem massiven Verlust (…). Damian Bugmann.
Vorwärts, 15.11.2018.
Personen > Bugmann Damian. Generalstreik. Vorwaerts, 2018-11-15.
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15.11.2018 Schweiz
Generalstreik
Personen
Vorwaerts
Fritz Brupbacher
Generalstreik
Volltext
Voll Begeisterung und Glauben. Im November vor genau hundert Jahren streikten die ArbeiterInnen der Schweiz. Die unsichere SP-Führung brachte die Niederlage und nachhaltig den Glaubensverlust an die Revolution unter der Arbeiterschaft. Die Geschichte des Landesstreiks aus Sicht von Fritz Brupbacher* aus dem Jahr 1928, erster Teil. Die Redaktion. 400’000 ArbeiterInnen streikten am 12., 13. und 14. November in der schweizerischen Eidgenossenschaft. Lange verhaltene Wut, der Wille zur Vergeltung, der Traum von einer Welt, wo Recht und Gerechtigkeit herrscht, wanderten vom Hirn in die Glieder und stellten alle Räder still. Endlich hatte das längst ersehnte Signal des immer wieder zögernden Oltener Aktionskomitees erklungen und wenn einmal das blosse Niederlegen der Arbeit zum Sieg des Proletariats hätte führen müssen, wäre es im November 1918 gewesen. Wenn einmal das blosse passive Verweigern der Arbeit an die bürgerliche Gesellschaft den Sieg bringen konnte, hätte ihn der Novemberstreik gebracht. ie fast restlos der Streik war, sieht man aus der lächerlich kleinen Anzahl von Nötigungs- und Sabotageprozessen, die dem Landesstreik folgten. Auch der unorganisierte Arbeiter, der in den Teilstreiken nur auf Drängen seiner organisierten KollegInnen die Arbeit verliess, streikte von sich aus, aus seinem eigenen Interesse heraus, begeistert mit. Was wäre wenn… In friedlichen Zeiten, wo der Kapitalist nur an sein tägliches Äufnen von Mehrwert denkt, da mag ihn der Streik erschrecken, als grad den Tagesgewinn (…). Fritz Brupbacher.
Vorwärts, 15.11.2018.
Personen > Brupbacher Fritz. Generalstreik. Vorwaerts, 2018-11-15.
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02.11.2018 Schweiz
Generalstreik
Personen
Vorwaerts
Marino Bodenmann
Generalstreik
Volltext
Ruhmreiche Tage des grossen Streiks. Vom 12. bis 14. November 1918 fand der Landesgeneralstreik statt. Dieser Streik war der grösste und bedeutungsvollste Kampf seit dem Bestehen einer organisierten ArbeiterInnenbewegung in der Schweiz. Während dem Streik fehlte es der ArbeiterInnenklasse jedoch an einer ihr ergebenen und kampfentschlossenen Führung. Der Landesgeneralstreik wuchs aus einer Stimmung der Unzufriedenheit, die die gesamte Arbeiterschaft erfasste. Diese Unzufriedenheit hatte ihre Hauptursache in den ständig sich verschlechternden Lebensbedingungen des werktätigen Volkes. Die Teuerung stieg am laufenden Band, von Juli 1914 bis im Sommer 1918 um mehr als das Doppelte, während der Bundesrat den Schwarzmarkt gewähren liess. Der Reallohn sank immer tiefer. Für Familien mit kleinem Einkommen waren selbst Kartoffeln kaum mehr erschwinglich. Auch die Mietpreise gingen ungehindert in die Höhe. Während grosse Teile des Volkes in eine immer schwierigere Lage gerieten, führten die KriegsgewinnlerInnen und SpekulantInnen ein Prasserleben. Dem Generalstreik gingen eine grosse Zahl von Kampfaktionen voraus. Teuerungsdemonstrationen, halbtägige Generalstreiks mit grossen Kundgebungen in den wichtigsten Städten, Streiks in Zürich, im Tessin, in Genf, in Chippis (VS) und vielen anderen Orten fanden Zustimmung und Sympathie im ganzen Lande. Die Zürcher Frauen marschierten unter der Führung der Genossin Rosa Bloch in einer mächtigen Demonstration (…). Marino Bodenmann.
Vorwärts, 2.11.2018.
Personen > Bodenmann Marino. Generalstreik. Vorwaerts, 2018-11-02.
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02.11.2018 Schweiz
Personen
Vorwaerts
Nico Lutz
Bauarbeiter
Protestversammlung
Volltext
Unsere Geduld ist zu Ende! Für die BauarbeiterInnen geht es dieses Jahr um sehr viel: Ende Jahr läuft der Landesmantelvertrag (LMV) für das Bauhauptgewerbe, der Branchen-Gesamtarbeitsvertrag, aus. Die Bosse wollen die Arbeitsbedingungen verschlechtern. Die BauarbeiterInnen treten deshalb in den Ausstand. Der Baubranche geht es derzeit ausgezeichnet. Die Erträge der Firmen sind in den letzten Jahren gestiegen, es stehen so viele Kräne wie nie zu vor, die BauarbeiterInnen machen eine riesige Arbeit. In der Schweiz wurde in den letzten 10 Jahren mit weniger festangestellten BauarbeiterInnen über 20 Prozent mehr Umsatz erzielt. Das heisst auch: Der Druck auf den Baustellen in der Schweiz ist brutal gestiegen: Nach wie vor verunfallt jeder fünfte Bauarbeiter pro Jahr. In den letzten fünf Jahren liessen über 100 BauarbeiterInnen ihr Leben auf den Baustellen der Schweiz. Auch darum verlangen die BauarbeiterInnen einen Gesamtarbeitsvertrag mit mehr Schutz. Vertragsbruch des Baumeisterverbandes. Es gibt noch einen zweiten Gesamtarbeitsvertrag für die BauarbeiterInnen: den GAV FAR (flexibler Altersrücktritt), also die Rente mit 60 für die BauarbeiterInnen. Dieser GAV ist auf unbestimmte Zeit abgeschlossen. Hier geht das darum, dass wir vorübergehend die Finanzierung verstärken müssen. Bis 2024 steigt die Zahl der RentnerInnen an: Erstens weil die BabyboomerInnen der (…).
Nico Lutz.
Vorwärts, 2.11.2018.
Personen > Lutz Nico. Bauarbeiter. Protestaktion. Vorwäerts, 2018-11-02.
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02.11.2018 Biel
Personen
Strassenbau
Vorwaerts
Damian Bugmann
Volltext
WestAst
Besser gar keine Autobahn. Die vierspurige Autobahnumfahrung Westast Biel und Nidau ist trotz grossem Widerstand aus der Bevölkerung noch nicht vom Tisch. Das kantonale Baudepartement, die Bieler Stadtregierung sowie Interessengruppen streiten um Autobahnvarianten. Aktivistinnen und Solidarische bereiten sich auf eine bunte Grossdemo in Biel vor. Für den vollständigen Verzicht auf die Autobahn durch die Stadt und für sozial und ökologisch verträgliche Verkehrslösungen setzen sich vor allem die Gruppe „Häb' Sorg zur Stadt“ und die Partei der Arbeit ein. Das Komitee „Westast so nicht“ hält an seinem gemilderten Alternativvorschlag fest, der den A5-Westast retten soll. Der ehemalige Bundesrat und Verkehrsminister Moritz Leuenberger distanziert sich vom offiziellen Projekt. Die Stiftung für Landschaftsschutz fordert einen Übungsabbruch oder ein Moratorium. Für den regierenden und oft neoliberal inspirierten Bieler Gemeinderat mit „rot-grüner“ Mehrheit ist das ein No Go, der Westast habe grosse Bedeutung für die Entwicklung der Stadt. „Städtebauliche Chancen“. Im Sommer schmetterte der Regierungsrat des Kantons Bern kurzerhand die Alternativlösung ohne die beiden riesigen Zufahrtslöcher am Bahnhof und am See und mit yierspurigen Tunnels im Grundwasser (wie im offiziellen Projekt) ab. Die Kompromisslerinnen hegten trotzdem weiter die Hoffnung auf die Realisierung der gemilderten Autobahn-Alternative. Die Hoffnung wurde erfüllt, denn eine Mehrheit des Grossrats (…). Damian Bugmann.
Vorwärts, 2.11.2018.
Personen > Bugmann Damian. WestAst. Vorwaerts, 2018-11-02.
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02.11.2018 Biel
Personen
Stadtrat Biel
Vorwaerts
Peter Heiniger
Stadtrat Biel
Stellenabbau
Volltext
Keine Stellen streichen. Im Rahmen der Budgetdebatte im Bieler Stadtrat wurde Mitte Oktober die Stellenschaffung in der Sozialbehörde diskutiert. Die Stadtregierung machte den Vorschlag, 14,5 neue Stellen zu schaffen. Dies wurde von der Ratslinken nicht bestritten. Die Bürgerlichen stemmten sich gegen den gemeinderätlichen Vorschlag. Mit völlig absurden Begründungen wollte die SVP den Stellenausbau verhindern. Wieder mal wurde das SVP-typische Vokabular zur Anwendung gebracht. Von Schmarotzerinnen, Betrügerinnen und unnötigen Ausgaben - für eben diese - wurde gesprochen. Die FDP wiederum brachte wirtschaftliche Aspekte ins Spiel und bestritt den Ausbau an Hand der allgemeinen finanziellen Situation der Stadt Biel. In dem Sinne sollten in der aktuellen Aufschwungsphase das Eigenkapital vergrössert und Rückstellungen getätigt werden. Die Wirtschaftsliberalen haben offenbar noch nicht begriffen, dass es sich bei einer Kommune nicht um ein „Profit-Center“ handelt. Um Gegensteuer zu geben, brachte ich folgendes Argumentarium ein: Ich präsentierte dem Rat das Beispiel von Winterthur. Im Wortlaut: „Winterthur hat bei der bei der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften eine Studie in Auftrag gegeben. Im Anschluss hat die Stadt Winterthur beschlossen, den Sozialdienst personell auszubauen. Während der Kanton Bern den Grundbedarf von Sozialhilfebezügern um acht Prozent kürzt, geht Winterthur den entgegengesetzten Weg. Durch den Ausbau sollen (…). Peter Heiniger.
Vorwärts, 2.11.2018.
Personen > Heiniger Peter. Stellenabbau. Stadtrat. Vorwaerts, 2018-11-02.
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02.11.2018 Uster
SVP
Vorwaerts

Generalstreik
SVP
Volltext
Uster bleibt solidarisch. Christoph Blocher wird in Uster gegen den Landesstreik hetzen. Wer die Geschichte der Arbeitenden für rechte Propaganda missbraucht, hat mit Widerstand zu rechnen: Demo am 13. November in Uster! „Ein Dank an Bevölkerung, Behörden und Soldaten“ das ist Christoph Blochers Position zum Landesstreik von 1918 und dient als Titel seiner Veranstaltung am 13. November im Stadthofsaal in Uster. Seine Intervention zum Landestreik zeigt die Politik der SVP unter dem Brennglas: Hetze gegen . ArbeiterInnen im Interesse der Reichen. In einer Zeit, in der rechte und rechtsextreme Parteien auf dem Vormarsch sind, ist es wichtig, deren arbeiterInnenfeindliche Politik zu entlarven und sie zu bekämpfen. Dass die SVP, und die Rechte überhaupt, Politik für die Besitzenden betreibt, zeigt Blocher mit seinem Dank ans Militär sehr deutlich. Die über 250‘000 Streikenden mit linken Forderungen wurden vom Militär mit Gewalt unterdrückt. In Grenchen wurden am 14. November 1918 drei Arbeiter von Soldaten erschossen, in Zürich wurde der Handgranatenbefehl erlassen und ebenso auf Demonstrierende gefeuert. Diese Gewalt ist ein Beispiel dafür, was Staat und Kapital bereit sind zu tun, wenn sich ArbeiterInnen zusammenschliessen, um für ihre Interessen zu kämpfen. Blocher zieht nun über die Bewegung her, welche für die AHV, die 48-Stunden-Woche und das Frauenstimmrecht auf die Strasse ging - wir (…).
Vorwärts, 2.11.2018.
Vorwaerts > Generalstreik. SVP. Vorwaerts, 2018-11-02.
Ganzer Text
02.11.2018 Schweiz
Kapitalismus
Vorwaerts

Kapitalismus
Volltext
Die Mär vom Fortschritt. Der Kapitalismus hat seine Fähigkeit zur grundlegenden Erneuerung verloren. Er bremst den Fortschritt Insgesamt aus und zerstört die Lebensgrundlagen der Menschheit. Zur Zeit wird viel über eine vermeintliche vierte industrielle Revolution (Industrie 4.0) gesprochen. Die vorgebrachten Argumente sind dabei nicht so neu, wie man meint. Die Vorstellung eines intelligenten Computers reicht zurück bis zu Alan Turing (1912 bis 1954) und dessen Idee einer lernfähigen Maschine. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Frage, ob wir vor der Einführung der automatisierten Produktion und damit einer neuen industriellen Revolution stehen, periodisch immer wieder diskutiert: in den 1950er und 1960er Jahren angesichts der Entwicklung von Mikroprozessoren, in den 1970ern vor dem Hintergrund der Einführung digital programmierbarer Maschinen (Produktionsroboter), in den 1980er Jahren war es der Durchbruch der Heim-PCs, der die Debatte befeuerte, schliesslich das Aufkommen des Internets in den frühen 2000er Jahren, und heute sind es hochleistungsfähige. tragbare Endgeräte. Allein die Tatsache, dass in den letzten siebzig Jahren der ersehnte Durchbruch ausblieb, sollte Grund genug sein, angesichts der neuen «smarten» Geräte nicht in Euphorie zu verfallen. Es kommt darauf an, Sein von Schein zu unterscheiden und den Kapitalismus auf seine reale Innovationsfähigkeit hin zu untersuchen. Welche der vier industriellen Revolutionen war nun wirklich eine? Die erste trennte die Arbeitsleistung von der (…).
Vorwärts, 2.11.2018.
Vorwaerts > Kapitalismus. Vorwaerts, 2018-11-02.
Ganzer Text
19.10.2018 Schweiz
Initiativen Schweiz
Personen
Vorwaerts
Willi Egloff
Selbstbestimmungs-Initiative
Volltext
Eine Mogelpackung. „Schweizer Recht statt fremde Richter (Selbstbestimmungsinitiative)“ lautet der Titel der SVP-Initiative, über die wir am 25. November abstimmen werden. Mit dem Inhalt der Initiative hat diese Überschrift so gut wie nichts zu tun. Es ist eine reine Mogelpackung. Im Falle einer Annahme der sogenannten Selbstbestimmungsinitiative würden die Schweizer Behörden und die Stimmberechtigten keine einzige Kompetenz erhalten, die sie nicht heute schon hätten. Schweizer Recht wird von den zuständigen Schweizer Behörden erlassen, mit oder ohne Initiative. Auch Völkerrecht ist nicht ein Recht, das von irgendeiner ausländischen Behörde verordnet würde, sondern es besteht aus Verträgen, welche die Schweiz bewusst mit ausländischen Staaten oder Organisationen abgeschlossen hat. Die Schweiz bestimmt schon heute ihr «Völkerrecht» ausschliesslich selbst. Auch die «fremden Richter» sind von uns selbst bestimmt. Gerichte, die verbindlich für die Schweiz etwas anordnen können, gibt es auf internationaler Ebene ohnehin nur ganz wenige. Der EFTA-Gerichtshof gehört dazu und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte, allenfalls noch die von Fall zu Fall bestellten Schiedsgerichte der Welthandelsorganisation WTO. Alle diese Gerichte sind für die Schweiz nur zuständig, weil die Schweiz dies gewollt und autonom in einem völkerrechtlichen Vertrag festgelegt hat. Und in allen diesen Gerichten ist die Schweiz auch personell direkt vertreten. Worum es wirklich geht. Um die (…). Willi Egloff.
Vorwärts, 19.10.2018.
Personen > Egloff Willi. Selbstbestimmungs-Initiative. Vorwaerts, 2018-10-19.
Ganzer Text
18.10.2018 Schweiz
Partei der Arbeit
Personen
Vorwaerts
Edgar Woog
Biografien
Volltext
Immer vorwärts schreitend. Edgar Woog hat sein ganzes Leben in den Dienst der kommunistischen Bewegung gestellt. Von 1949 bis 1968 stand Woog als Sekretär an der Spitze der Partei der Arbeit der Schweiz. Für kurze Zeit war er sogar in der Regierung der Stadt Zürich, bis ihn eine Intrige aus dem Amt entfernte. Dieses Jahr feiern wir seinen 120. Geburtstag. Edgar Woog wurde am 24. April 1898 in Liestal geboren, als siebter, jüngster Sohn einer wohlhabenden jüdischen Kaufmannsfamilie. !m weltoffenen, grossbürgerlichen Elternhaus verlebte er eine glückliche Kindheit und Jugendzeit. Die Schulen besuchte er im nahegelegenen Basel. Gemäss der Familientradition sollte der hoffnungsvolle jüngste Sohn der Familie Woog den Kaufmannsberuf ergreifen, und der Vater schickte ihn schon früh in eine kaufmännische Lehre nach Hamburg. Woog fühlte sich nicht glücklich an dieser Lehrstelle. Da unterbrach der ausbrechende erste imperialistische Weltkrieg die Ausbildung. Woog musste im Sommer 1914 in die Schweiz zurückkehren. 1916 trat Woog, der sich zum Sozialisten entwickelt hatte, der Freien Jugend bei. 1918 wurde er Mitglied der Sozialdemokratischen Partei von Basel. Zweifellos haben die Eindrücke, die der verbrecherische Weltkrieg hervorriefen, und der Ausbruch der Revolution in Russland, die persönliche politische Entwicklung des jungen, sensiblen und Gerechtigkeit liebenden Menschen stark beschleunigt. Gründer der KP Mexikos. (…). Redaktion Vorwärts.
Vorwärts, 18.10.2018.
Vorwaerts > Woog Edgar. Biografie. Vorwaerts, 2018-10-18.
Ganzer Text
18.10.2018 Schweiz
Personen
Vorwaerts
Clément Moreau
Manfred Vischer
Biografien
Volltext
Proletarische Kunst. Wer kennt heute noch Clement Moreau, der sich als Künstler den aktuellen Problemen seiner Zeit stellte und für seine Arbeit eine unverkennbare, eigene künstlerische Form entwickelte? Clement Moreau hatte es immer abgelehnt hatte, als Künstler bezeichnet zu werden. Er wollte nur ein „menschlicher Gebrauchsgrafiker“ sein: „Jedermann, der meine Arbeit gebrauchen kann, dem gehört sie.“ Während seines langen Lebens - er starb 1988 im Alter von 85 Jahren - hat er sich mit der harten Wirklichkeit auseinandergesetzt, die ihn seit seiner Jugend begleitete und die er bildnerisch gestaltete. Er wollte die Menschen aufklären, sie erschüttern und betroffen machen und ihnen zeigen, unter welchen Umständen sie leben und wie sie die Zustände verändern können. Gewalt, Unterdrückung und Verelendung waren das beherrschende Thema seiner Arbeiten. Unermüdlich kämpfte er für Menschlichkeit und gegen den Faschismus in all seinen Erscheinungsformen. Oft stand er an vorderster Front der Auseinandersetzungen. In einem Interview 1977 formulierte er das Wesen seiner Arbeit: „Das, was ich zu sagen habe, will ich auf die einfachste Art sagen, so einfach wie eine Schrift. Dazu brauche ich eine absolut konzentrierte Form. Eine Form, die alles Überflüssige weglässt und nur das Essentielle sagt, damit es unmissverständlich wird. Ich versuche, einen Inhalt zu illustrieren, den ich erfahren oder erlebt habe, den ich wirklich kenne ... Der erste Schritt ist der: Kann ich Verständnis wecken, so kann es gelingen, Kontakt herzustellen. Das ist die Voraussetzung. Ich möchte den Menschen zum Denken anregen; wenn mir das (…). Manfred Vischer.
Vorwärts, 18.10.2018.
Vorwaerts > Moreau Clement. Biografie. Vorwaerts, 2018-10-18.
Ganzer Text
18.10.2018 Schweiz
Initiativen Schweiz
Personen
Vorwaerts
Willi Egloff
Menschenrechte
Selbstbestimmungs-Initiative
Volltext
Eine Mogelpackung. „Schweizer Recht statt fremde Richter“ (Selbstbestlmmungs-lnitiative). lautet der Titel der SVP-Initiative, Über die wir am 25. November abstimmen werden. Mit dem Inhalt der Initiative hat diese Üèberschrlft so gut wie nichts zu tun. Es Ist eine reine Mogelpackung. Im Falle einer Annahme der sogenannten Selbstbestimmungsinitiative würden die Schweizer Behörden und die Stimmberechtigten keine einzige Kompetenz erhalten, die sie nicht heute schon hätten. Schweizer Recht wird von den zuständigen Schweizer Behörden erlassen, mit oder ohne Initiative. Auch Völkerrecht ist nicht ein Recht, das von irgendeiner ausländischen Behörde verordnet würde, sondern es besteht aus Verträgen, welche die Schweiz bewusst mit ausländischen Staaten oder Organisationen abgeschlossen hat. Die Schweiz bestimmt schon heute ihr „Völkerrecht“ ausschliesslich selbst. Auch die „fremden Richten“ sind von uns selbst bestimmt. Gerichte, die verbindlich für die Schweiz etwas anordnen können, gibt es auf internationaler Ebene ohnehin nur ganz wenige. Der EFTA-Gerichtshof gehört dazu und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte, allenfalls noch die von Fall zu Fall bestellten Schiedsgerichte der Welthandelsorganisation WTO. Alle diese Gerichte sind für die Schweiz nur zuständig, weil die Schweiz dies gewollt und autonom in einem völkerrechtlichen Vertrag festgelegt hat. Und in allen diesen Gerichten ist die Schweiz auch personell direkt vertreten. Worum es wirklich geht. Um die Selbstbestimmung, die auf dem Titel steht, kann es bei dieser Initiative daher von vornherein nicht gehen. Worum (…). Willi Egloff.
Vorwärts, 18.10.2018.
Personen > Egloff Willi. Selbstbestimmungs-Initiative. Vorwaerts, 2018-10-18.
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18.10.2018 NE Kanton
Löhne
Vorwaerts

Mindestlöhne
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Mindestlohn im Test. Im Kanton Neuenburg gibt es nun schon seit einiger Zeit einen Mindestlohn. Bei der Umsetzung gibt es einige Probleme: Betroffene wehren sich nicht Immer und ohne Sanktionen fehlen dem Kanton die Massnahmen zur Durchsetzung. Der Mindestlohn im Kanton Neuenburg wird im nächsten Jahr 20,02 Franken pro Stunde betragen. Es ist eine Erhöhung um mehr als 30 Rappen, um die Preisentwicklung auszugleichen. Die Erhöhung, die im kantonalen Amtsblatt kürzlich angekündigt wurde, wird etwa 2‘700 Menschen, mehrheitlich Frauen, zugutekommen. die den Mindestlohn im Kanton erhalten. Für manche von ihnen wird die Erhöhung jedoch nur auf dem Blatt vollzogen. Auch wenn es keine offiziellen Zahlen dazu gibt, wurde von verschiedenen AkteurInnen darauf hingewiesen, dass es Schwierigkeiten gibt, den Mindestlohn, der im August 2017 eingeführt wurde; durchzusetzen. „Nach neun Monaten seit der tatsächlichen Anwendung - der Staatsrat hatte eine Übergangsperiode bis Anfang 2018 verordnet - können wir einige erste Erkenntnisse aus unseren Erfahrungen ziehen“, sagt Catherine Laubscher, Regionalsekretärin der Unia Neuenburg. „Es gibt wirklich ein Problem bei der Anwendung des Mindestlohn, hauptsächlich in den Freizeitbranchen wie Fitness, Kino oder Gastgewerbe. Wir begleiten Dutzende Fälle von Menschen, die den unbezahlten Teil ihres Gehalts einklagen.“ Dass diese Zahl niedrig erscheint, erklärt die Gewerkschafterin mit zwei Gründen: Bei allen Fällen, die wir betreuen, handelt es sich um Personen, die das Unternehmen schon verlassen haben. Niemand von (...). Mohamed Musadak.
Vorwärts, 18.10.2018.
Vorwaerts > Mindestlöhne. NE Kanton. Vorwaerts, 2018-10-18.
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18.10.2018 Schweiz
Personen
SBB-Cargo
Vorwaerts
Damian Bugmann
Liberalisierung
SBB-Cargo
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Neoliberaler Kahlschlag. Von hoher gesellschaftlicher Relevanz ist Denis de la Reussilles Interpellation „Kahlschlag bei SBB Cargo“ im Nationalrat. Er will verhindern, dass Transporte auf Strassen verlagert, 800 Stellen abgebaut und Hunderte von Bedienpunkten in Randregionen aufgegeben werden. Interpellation Nummer 18.3811 betreffend „Kahlschlag bei SBB Cargo“, wurde vom Bundesrat noch nicht beantwortet. Im Folgenden der Originaltext: „Diesen Frühling kündigte die SBB-Cargo-Leitung ein Umstrukturierungsprogramm an, das bis 2023 einen Abbau von 800 Stellen vorsieht. Die Umstrukturierung soll in Etappen durchgeführt werden. Der Neuenburger Jura, der Kanton Jura sowie der Berner Jura und das Berner Oberland gehören zu den ersten Regionen, in denen eine Reduktion des Angebots und der Stellen geprüft wird. Die Ankündigungen der SBB-Cargo-Leitung sind umso alarmierender, als es nicht um eine blosse Umstrukturierung geht; in den kommenden Wochen steht ein regelrechter Kahlschlag unter den Bedienpunkten bevor. Die Entscheidungen wurden erneut ohne wirkliche Rücksprache getroffen und könnten für die betroffenen Regionen in wirtschaftlicher wie ökologischer Hinsicht schlimme Folgen haben.“ Holz und Kehricht. „Ein erstes Beispiel, das dies gut veranschaulicht, ist das Unternehmen, das sich um die· Kehrrichtverbrennung für den Jurabogen (Kantone Neuenburg, Bern, Jura und Waadt) kümmert“, so die Interpellation weiter. „Es transportiert jedes Jahr 45‘000 Tonnen Abfall auf der Schiene und verhindert so, dass über 4500 Lastwagen auf den bereits überlasteten Strassen zirkulieren. Die (...). Damian Bugmann.
Vorwärts, 18.10.2018.
Personen > Bugmann Damian. SBB-Cargo. Liberalisierung. Vorwaerts, 2018-10-18.
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08.10.2018 Schweiz
AHV
Personen
Vorwaerts
Siro Torresan
AHV
Steuersenkungen
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Nicht mit uns! Das Parlament verabschiedete am 28. September die Steuervorlage 17 mit dem AHV-Deal. Milliarden von Staatseinnahmen für Bund, Kantone und Gemeinden in Form von Steuergeschenken an die Unternehmen stehen auf dem Spiel. Das Referendum ist beschlossene Sache und wird auch von der PdA aktiv unterstützt. „Die Vorlage bringt durch die Steuergeschenke an die Unternehmen massive Einnahmenausfälle für den Bund, für die Kantone und für die Gemeinden. Was daran gut sein soll, ist mir schleierhaft. Wir werden alles dafür tun, um diese Steuerreform zu versenken“, erklärt Denis de la Reussille, Nationalrat der Partei der Arbeit der Schweiz (PdAS), auf Anfrage des vorwärts. Somit ist auch gesagt, dass die Steuervorlage 17 (SV17) praktisch die Fotokopie der Unternehmenssteuerreform III (USRIII) ist, die im Februar 2017 vom Stimmvolk verworfen wurde. Auch bei der SV17 werden sich die Steuerausfälle beim Bund auf mindestens zwei Milliarden Franken belaufen. Und was es für die Kantone bedeutet, zeigen folgende konkrete Beispiele: Im vorauseilenden Gehorsam hat der Halbkanton Basel-Stadt bereits eine Vorlage durch das Parlament gepeitscht. Das Resultat: Die Gewinnsteuer wird von 22 auf 13 Prozent (!) gesenkt, durch die sogenannte Patentbox können Unternehmen bis zu 40 Prozent an Steuern sparen und der Kapitalsteuersatz wird von 5,25 auf 1 Promille gesenkt. Unter dem Strich ergibt sich ein Verlust von 150 Millionen bei den Staatseinnahmen. Gegen diese kantonale Vorlage wurde von verschiedenen linken Organisationen, darunter Basels starke Alternative und die Kommunistische (…). Siro Torresan.
Vorwärts, 8.10.2018.
Personen > Torresan Siro. Steuersenkungen. Nationalrat. Vorwaerts, 2018-10-09.
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04.10.2018 Schweiz
Initiativen Schweiz
Krankversicherungen
Personen
Vorwaerts
Tarek Idri
Initiativen Schweiz
Krankenkassen-Prämien
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Gegen die Prämienbelastung. Die SP will eine Initiative lancieren, die die Krankenkassenprämien auf maximal 10 Prozent des Einkommens beschränken soll. Angesichts ständig steigender Prämien und Immer weniger Prämienverbilligung scheint das Vorhaben in die richtige Richtung zu gehen. Im Laufe der letzten 20 Jahre haben sich die Krankenkassenprämien mehr als verdoppelt, während die Löhne und Renten nur leicht angestiegen sind. Die Frage, wie man die Prämien bezahlen kann, ist zu einem der Hauptprobleme für viele Menschen in der Schweiz geworden. Das soziale Ziel bei der Einführung des Krankenversicherungsgesetz - also, dass die Prämienbelastung eines Haushalts nicht mehr als acht Prozent des steuerbaren Einkommens betragen darf - wurde nie wirklich erreicht. Im Gegenteil: Die Prämienbelastung nahm seit 2010 im Durchschnitt über alle Kantone hinweg von 10 auf knapp 12 Prozent zu. Es gibt sogar Haushalte, die mehr als 20 Prozent ihres Einkommens für Krankenkassenprämien ausgeben müssen. Die individuellen Prämienverbilligungen hätten Abhilfe schaffen sollen. Auch Personen, die nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind, werden unterstützt. Allerdings wurden die Kantone damit beauftragt, für die Umsetzung der Prämienverbilligung zu sorgen. In der Folge resultieren beträchtliche kantonale Unterschiede, unter anderem bezüglich des Einkommens, das zur Berechnung der individuellen Prämienverbilligung verwendet wird. Die eigene Beteiligung der Versicherten an den Gesundheitskosten machen fast 30·Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben aus und drücken neben (…). Idri Tarek.
Vorwärts, 4.10.2018.
Vorwaerts > Krankenversicherung. Initiative. Vorwaerts, 2018-10-04
04.10.2018 BS Kanton
Novartis
Personen
Vorwaerts
Tarek Idri
Entlassungen
Novartis
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Katzbuckeln nützt nichts. Basel macht den Grossunternehmen ein Steuergeschenk nach dem anderen, um sie bei Laune zu hal-ten. Diese kümmert das offenbar nicht: Novartis wird übel' 2000 Arbeitsplätze in Basel und der Schweiz vernichten. Der Pharmariese Novartis will in der Schweiz über 2100 Stellen vernichten. Dabei sollen 1400 Stellen in der Produktion und 700 Stellen im Dienstleistungsbereich gestrichen werden. Der Abbau soll gestaffelt über vier Jahre erfolgen, wie der Pharmakonzern mitteilte. Der Stellenabbau kommt nicht völlig überraschend. Novartis- Verwaltungsratspräsident Jörg Reinhardt hatte bereits anfangs September entsprechende Andeutungen gegenüber der „NZZ am Sonntag“ gemacht. Reinhardt kündigte im Interview Rationalisierungen in Produktion und Verwaltung an. Als Vorwand dafür dienen die sinkenden Nettopreise in den USA. Der tatsächliche Grund wurde vom CEO Vas Narasimhan gegenüber der „AZ“ verraten: „Gegenüber unseren Konkurrenten hinken wir hinterher. Einige von ihnen haben eine deutlich höhere operative Gewinnmarge als wir.“ In geheimen Gesprächen wurden die Kantonsbehörden sowie der Bundesrat schon im Vorfeld vom Kahlschlag bei Novartis informiert. Beat Käser, Gemeindeammann von Stein, zeigt sich allerdings vom Umfang des Abbaus überrumpelt. „Mit so vielen Stellen habe ich nicht gerechnet“, gibt er offen zu. Insgesamt werden in Stein 700 Stellen bis 2022 abgebaut. Dass Novartis Umschulungen anbietet und in Stein neue Stellen schaffen will, erinnere ihn an die Redewendung vom „Zuckerbrot und der Peitsche“. Kein gutes Timing? (…). Tarek Idri.
Vorwärts, 4.10.2018.
Vorwaerts > Novartis. Entlassungen. Vorwaerts, 2018-10-01.
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21.09.2018 Schweiz
Frauen
Personen
Vorwärts
Sabine Hunziker
Demonstrationen Bern
Lohngleichheit
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Für Lohn und Wertschätzung. Auch 27 Jahre nach dem ersten Frauenstreik der Schweiz besteht noch immer Lohndiskriminierung zwischen den Geschlechtern. Der Kampf der Frauen für Gleichheit geht weiter: am 22. September in Bern. Die Rechnung zur Lohngleichheit ist noch offen: PolitikerInnen und UnternehmerInnen interessiert es nicht, dass der Inhalt der Lohntüten Ende Monat bei gleicher Arbeit unterschiedlich ist. Seit 1981 gibt es den Grundsatz für Gleichberechtigung und 1996 trat das Gleichstellungsgesetz in Kraft, das auf die Beseitigung von Benachteiligungen der Frauen im Erwerbsleben wie geringe Löhne oder ungleiche Anstellungschancen hinzielt. In der Bundesverfassung heisst es im Artikel 8: „Mann und Frau sind gleichberechtigt.“ Das gilt für rechtliche und tatsächliche Gleichstellung in Familie, Ausbildung und Arbeit. Und: „Mann und Frau haben Anspruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit.“ 10‘000 Franken pro Jahr. Es ist also durch die Bundesverfassung und das Gleichstellungsgesetz eindeutig verboten, wenn Frauen für gleichwertige Arbeit weniger erhalten. In der Praxis wird dieses Verbot missachtet. Auch Jahre später verdienen Frauen 20 Prozent weniger als Männer in einer vergleichbaren Position. Eine Rechnung zeigt, um welche Beträge Frauen hier von den Unternehmen betrogen werden: Verdient der Mann 4500 Franken, so erhält die Frau bei gleichwertiger Arbeit nur 3600 Franken. Zusammengerechnet bedeutet dies eine Einbusse von rund 10 000 Franken (…). Sabine Hunziker.
Vorwärts, 21.9.2018.
Vorwärts > Frauen. Lohngleichheit. Vorwärts, 2018-09-21.
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