Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 346

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02.11.2018 Schweiz
Generalstreik
Personen
Vorwaerts
Marino Bodenmann
Generalstreik
Volltext
Ruhmreiche Tage des grossen Streiks. Vom 12. bis 14. November 1918 fand der Landesgeneralstreik statt. Dieser Streik war der grösste und bedeutungsvollste Kampf seit dem Bestehen einer organisierten ArbeiterInnenbewegung in der Schweiz. Während dem Streik fehlte es der ArbeiterInnenklasse jedoch an einer ihr ergebenen und kampfentschlossenen Führung. Der Landesgeneralstreik wuchs aus einer Stimmung der Unzufriedenheit, die die gesamte Arbeiterschaft erfasste. Diese Unzufriedenheit hatte ihre Hauptursache in den ständig sich verschlechternden Lebensbedingungen des werktätigen Volkes. Die Teuerung stieg am laufenden Band, von Juli 1914 bis im Sommer 1918 um mehr als das Doppelte, während der Bundesrat den Schwarzmarkt gewähren liess. Der Reallohn sank immer tiefer. Für Familien mit kleinem Einkommen waren selbst Kartoffeln kaum mehr erschwinglich. Auch die Mietpreise gingen ungehindert in die Höhe. Während grosse Teile des Volkes in eine immer schwierigere Lage gerieten, führten die KriegsgewinnlerInnen und SpekulantInnen ein Prasserleben. Dem Generalstreik gingen eine grosse Zahl von Kampfaktionen voraus. Teuerungsdemonstrationen, halbtägige Generalstreiks mit grossen Kundgebungen in den wichtigsten Städten, Streiks in Zürich, im Tessin, in Genf, in Chippis (VS) und vielen anderen Orten fanden Zustimmung und Sympathie im ganzen Lande. Die Zürcher Frauen marschierten unter der Führung der Genossin Rosa Bloch in einer mächtigen Demonstration (…). Marino Bodenmann.
Vorwärts, 2.11.2018.
Personen > Bodenmann Marino. Generalstreik. Vorwaerts, 2018-11-02.
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02.11.2018 Schweiz
Personen
Vorwaerts
Nico Lutz
Bauarbeiter
Protestversammlung
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Unsere Geduld ist zu Ende! Für die BauarbeiterInnen geht es dieses Jahr um sehr viel: Ende Jahr läuft der Landesmantelvertrag (LMV) für das Bauhauptgewerbe, der Branchen-Gesamtarbeitsvertrag, aus. Die Bosse wollen die Arbeitsbedingungen verschlechtern. Die BauarbeiterInnen treten deshalb in den Ausstand. Der Baubranche geht es derzeit ausgezeichnet. Die Erträge der Firmen sind in den letzten Jahren gestiegen, es stehen so viele Kräne wie nie zu vor, die BauarbeiterInnen machen eine riesige Arbeit. In der Schweiz wurde in den letzten 10 Jahren mit weniger festangestellten BauarbeiterInnen über 20 Prozent mehr Umsatz erzielt. Das heisst auch: Der Druck auf den Baustellen in der Schweiz ist brutal gestiegen: Nach wie vor verunfallt jeder fünfte Bauarbeiter pro Jahr. In den letzten fünf Jahren liessen über 100 BauarbeiterInnen ihr Leben auf den Baustellen der Schweiz. Auch darum verlangen die BauarbeiterInnen einen Gesamtarbeitsvertrag mit mehr Schutz. Vertragsbruch des Baumeisterverbandes. Es gibt noch einen zweiten Gesamtarbeitsvertrag für die BauarbeiterInnen: den GAV FAR (flexibler Altersrücktritt), also die Rente mit 60 für die BauarbeiterInnen. Dieser GAV ist auf unbestimmte Zeit abgeschlossen. Hier geht das darum, dass wir vorübergehend die Finanzierung verstärken müssen. Bis 2024 steigt die Zahl der RentnerInnen an: Erstens weil die BabyboomerInnen der (…).
Nico Lutz.
Vorwärts, 2.11.2018.
Personen > Lutz Nico. Bauarbeiter. Protestaktion. Vorwäerts, 2018-11-02.
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02.11.2018 Biel
Personen
Strassenbau
Vorwaerts
Damian Bugmann
Volltext
WestAst
Besser gar keine Autobahn. Die vierspurige Autobahnumfahrung Westast Biel und Nidau ist trotz grossem Widerstand aus der Bevölkerung noch nicht vom Tisch. Das kantonale Baudepartement, die Bieler Stadtregierung sowie Interessengruppen streiten um Autobahnvarianten. Aktivistinnen und Solidarische bereiten sich auf eine bunte Grossdemo in Biel vor. Für den vollständigen Verzicht auf die Autobahn durch die Stadt und für sozial und ökologisch verträgliche Verkehrslösungen setzen sich vor allem die Gruppe „Häb' Sorg zur Stadt“ und die Partei der Arbeit ein. Das Komitee „Westast so nicht“ hält an seinem gemilderten Alternativvorschlag fest, der den A5-Westast retten soll. Der ehemalige Bundesrat und Verkehrsminister Moritz Leuenberger distanziert sich vom offiziellen Projekt. Die Stiftung für Landschaftsschutz fordert einen Übungsabbruch oder ein Moratorium. Für den regierenden und oft neoliberal inspirierten Bieler Gemeinderat mit „rot-grüner“ Mehrheit ist das ein No Go, der Westast habe grosse Bedeutung für die Entwicklung der Stadt. „Städtebauliche Chancen“. Im Sommer schmetterte der Regierungsrat des Kantons Bern kurzerhand die Alternativlösung ohne die beiden riesigen Zufahrtslöcher am Bahnhof und am See und mit yierspurigen Tunnels im Grundwasser (wie im offiziellen Projekt) ab. Die Kompromisslerinnen hegten trotzdem weiter die Hoffnung auf die Realisierung der gemilderten Autobahn-Alternative. Die Hoffnung wurde erfüllt, denn eine Mehrheit des Grossrats (…). Damian Bugmann.
Vorwärts, 2.11.2018.
Personen > Bugmann Damian. WestAst. Vorwaerts, 2018-11-02.
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02.11.2018 Biel
Personen
Stadtrat Biel
Vorwaerts
Peter Heiniger
Stadtrat Biel
Stellenabbau
Volltext
Keine Stellen streichen. Im Rahmen der Budgetdebatte im Bieler Stadtrat wurde Mitte Oktober die Stellenschaffung in der Sozialbehörde diskutiert. Die Stadtregierung machte den Vorschlag, 14,5 neue Stellen zu schaffen. Dies wurde von der Ratslinken nicht bestritten. Die Bürgerlichen stemmten sich gegen den gemeinderätlichen Vorschlag. Mit völlig absurden Begründungen wollte die SVP den Stellenausbau verhindern. Wieder mal wurde das SVP-typische Vokabular zur Anwendung gebracht. Von Schmarotzerinnen, Betrügerinnen und unnötigen Ausgaben - für eben diese - wurde gesprochen. Die FDP wiederum brachte wirtschaftliche Aspekte ins Spiel und bestritt den Ausbau an Hand der allgemeinen finanziellen Situation der Stadt Biel. In dem Sinne sollten in der aktuellen Aufschwungsphase das Eigenkapital vergrössert und Rückstellungen getätigt werden. Die Wirtschaftsliberalen haben offenbar noch nicht begriffen, dass es sich bei einer Kommune nicht um ein „Profit-Center“ handelt. Um Gegensteuer zu geben, brachte ich folgendes Argumentarium ein: Ich präsentierte dem Rat das Beispiel von Winterthur. Im Wortlaut: „Winterthur hat bei der bei der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften eine Studie in Auftrag gegeben. Im Anschluss hat die Stadt Winterthur beschlossen, den Sozialdienst personell auszubauen. Während der Kanton Bern den Grundbedarf von Sozialhilfebezügern um acht Prozent kürzt, geht Winterthur den entgegengesetzten Weg. Durch den Ausbau sollen (…). Peter Heiniger.
Vorwärts, 2.11.2018.
Personen > Heiniger Peter. Stellenabbau. Stadtrat. Vorwaerts, 2018-11-02.
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02.11.2018 Uster
SVP
Vorwaerts

Generalstreik
SVP
Volltext
Uster bleibt solidarisch. Christoph Blocher wird in Uster gegen den Landesstreik hetzen. Wer die Geschichte der Arbeitenden für rechte Propaganda missbraucht, hat mit Widerstand zu rechnen: Demo am 13. November in Uster! „Ein Dank an Bevölkerung, Behörden und Soldaten“ das ist Christoph Blochers Position zum Landesstreik von 1918 und dient als Titel seiner Veranstaltung am 13. November im Stadthofsaal in Uster. Seine Intervention zum Landestreik zeigt die Politik der SVP unter dem Brennglas: Hetze gegen . ArbeiterInnen im Interesse der Reichen. In einer Zeit, in der rechte und rechtsextreme Parteien auf dem Vormarsch sind, ist es wichtig, deren arbeiterInnenfeindliche Politik zu entlarven und sie zu bekämpfen. Dass die SVP, und die Rechte überhaupt, Politik für die Besitzenden betreibt, zeigt Blocher mit seinem Dank ans Militär sehr deutlich. Die über 250‘000 Streikenden mit linken Forderungen wurden vom Militär mit Gewalt unterdrückt. In Grenchen wurden am 14. November 1918 drei Arbeiter von Soldaten erschossen, in Zürich wurde der Handgranatenbefehl erlassen und ebenso auf Demonstrierende gefeuert. Diese Gewalt ist ein Beispiel dafür, was Staat und Kapital bereit sind zu tun, wenn sich ArbeiterInnen zusammenschliessen, um für ihre Interessen zu kämpfen. Blocher zieht nun über die Bewegung her, welche für die AHV, die 48-Stunden-Woche und das Frauenstimmrecht auf die Strasse ging - wir (…).
Vorwärts, 2.11.2018.
Vorwaerts > Generalstreik. SVP. Vorwaerts, 2018-11-02.
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02.11.2018 Schweiz
Kapitalismus
Vorwaerts

Kapitalismus
Volltext
Die Mär vom Fortschritt. Der Kapitalismus hat seine Fähigkeit zur grundlegenden Erneuerung verloren. Er bremst den Fortschritt Insgesamt aus und zerstört die Lebensgrundlagen der Menschheit. Zur Zeit wird viel über eine vermeintliche vierte industrielle Revolution (Industrie 4.0) gesprochen. Die vorgebrachten Argumente sind dabei nicht so neu, wie man meint. Die Vorstellung eines intelligenten Computers reicht zurück bis zu Alan Turing (1912 bis 1954) und dessen Idee einer lernfähigen Maschine. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Frage, ob wir vor der Einführung der automatisierten Produktion und damit einer neuen industriellen Revolution stehen, periodisch immer wieder diskutiert: in den 1950er und 1960er Jahren angesichts der Entwicklung von Mikroprozessoren, in den 1970ern vor dem Hintergrund der Einführung digital programmierbarer Maschinen (Produktionsroboter), in den 1980er Jahren war es der Durchbruch der Heim-PCs, der die Debatte befeuerte, schliesslich das Aufkommen des Internets in den frühen 2000er Jahren, und heute sind es hochleistungsfähige. tragbare Endgeräte. Allein die Tatsache, dass in den letzten siebzig Jahren der ersehnte Durchbruch ausblieb, sollte Grund genug sein, angesichts der neuen «smarten» Geräte nicht in Euphorie zu verfallen. Es kommt darauf an, Sein von Schein zu unterscheiden und den Kapitalismus auf seine reale Innovationsfähigkeit hin zu untersuchen. Welche der vier industriellen Revolutionen war nun wirklich eine? Die erste trennte die Arbeitsleistung von der (…).
Vorwärts, 2.11.2018.
Vorwaerts > Kapitalismus. Vorwaerts, 2018-11-02.
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19.10.2018 Schweiz
Initiativen Schweiz
Personen
Vorwaerts
Willi Egloff
Selbstbestimmungs-Initiative
Volltext
Eine Mogelpackung. „Schweizer Recht statt fremde Richter (Selbstbestimmungsinitiative)“ lautet der Titel der SVP-Initiative, über die wir am 25. November abstimmen werden. Mit dem Inhalt der Initiative hat diese Überschrift so gut wie nichts zu tun. Es ist eine reine Mogelpackung. Im Falle einer Annahme der sogenannten Selbstbestimmungsinitiative würden die Schweizer Behörden und die Stimmberechtigten keine einzige Kompetenz erhalten, die sie nicht heute schon hätten. Schweizer Recht wird von den zuständigen Schweizer Behörden erlassen, mit oder ohne Initiative. Auch Völkerrecht ist nicht ein Recht, das von irgendeiner ausländischen Behörde verordnet würde, sondern es besteht aus Verträgen, welche die Schweiz bewusst mit ausländischen Staaten oder Organisationen abgeschlossen hat. Die Schweiz bestimmt schon heute ihr «Völkerrecht» ausschliesslich selbst. Auch die «fremden Richter» sind von uns selbst bestimmt. Gerichte, die verbindlich für die Schweiz etwas anordnen können, gibt es auf internationaler Ebene ohnehin nur ganz wenige. Der EFTA-Gerichtshof gehört dazu und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte, allenfalls noch die von Fall zu Fall bestellten Schiedsgerichte der Welthandelsorganisation WTO. Alle diese Gerichte sind für die Schweiz nur zuständig, weil die Schweiz dies gewollt und autonom in einem völkerrechtlichen Vertrag festgelegt hat. Und in allen diesen Gerichten ist die Schweiz auch personell direkt vertreten. Worum es wirklich geht. Um die (…). Willi Egloff.
Vorwärts, 19.10.2018.
Personen > Egloff Willi. Selbstbestimmungs-Initiative. Vorwaerts, 2018-10-19.
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18.10.2018 Schweiz
Partei der Arbeit
Personen
Vorwaerts
Edgar Woog
Biografien
Volltext
Immer vorwärts schreitend. Edgar Woog hat sein ganzes Leben in den Dienst der kommunistischen Bewegung gestellt. Von 1949 bis 1968 stand Woog als Sekretär an der Spitze der Partei der Arbeit der Schweiz. Für kurze Zeit war er sogar in der Regierung der Stadt Zürich, bis ihn eine Intrige aus dem Amt entfernte. Dieses Jahr feiern wir seinen 120. Geburtstag. Edgar Woog wurde am 24. April 1898 in Liestal geboren, als siebter, jüngster Sohn einer wohlhabenden jüdischen Kaufmannsfamilie. !m weltoffenen, grossbürgerlichen Elternhaus verlebte er eine glückliche Kindheit und Jugendzeit. Die Schulen besuchte er im nahegelegenen Basel. Gemäss der Familientradition sollte der hoffnungsvolle jüngste Sohn der Familie Woog den Kaufmannsberuf ergreifen, und der Vater schickte ihn schon früh in eine kaufmännische Lehre nach Hamburg. Woog fühlte sich nicht glücklich an dieser Lehrstelle. Da unterbrach der ausbrechende erste imperialistische Weltkrieg die Ausbildung. Woog musste im Sommer 1914 in die Schweiz zurückkehren. 1916 trat Woog, der sich zum Sozialisten entwickelt hatte, der Freien Jugend bei. 1918 wurde er Mitglied der Sozialdemokratischen Partei von Basel. Zweifellos haben die Eindrücke, die der verbrecherische Weltkrieg hervorriefen, und der Ausbruch der Revolution in Russland, die persönliche politische Entwicklung des jungen, sensiblen und Gerechtigkeit liebenden Menschen stark beschleunigt. Gründer der KP Mexikos. (…). Redaktion Vorwärts.
Vorwärts, 18.10.2018.
Vorwaerts > Woog Edgar. Biografie. Vorwaerts, 2018-10-18.
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18.10.2018 Schweiz
Personen
Vorwaerts
Clément Moreau
Manfred Vischer
Biografien
Volltext
Proletarische Kunst. Wer kennt heute noch Clement Moreau, der sich als Künstler den aktuellen Problemen seiner Zeit stellte und für seine Arbeit eine unverkennbare, eigene künstlerische Form entwickelte? Clement Moreau hatte es immer abgelehnt hatte, als Künstler bezeichnet zu werden. Er wollte nur ein „menschlicher Gebrauchsgrafiker“ sein: „Jedermann, der meine Arbeit gebrauchen kann, dem gehört sie.“ Während seines langen Lebens - er starb 1988 im Alter von 85 Jahren - hat er sich mit der harten Wirklichkeit auseinandergesetzt, die ihn seit seiner Jugend begleitete und die er bildnerisch gestaltete. Er wollte die Menschen aufklären, sie erschüttern und betroffen machen und ihnen zeigen, unter welchen Umständen sie leben und wie sie die Zustände verändern können. Gewalt, Unterdrückung und Verelendung waren das beherrschende Thema seiner Arbeiten. Unermüdlich kämpfte er für Menschlichkeit und gegen den Faschismus in all seinen Erscheinungsformen. Oft stand er an vorderster Front der Auseinandersetzungen. In einem Interview 1977 formulierte er das Wesen seiner Arbeit: „Das, was ich zu sagen habe, will ich auf die einfachste Art sagen, so einfach wie eine Schrift. Dazu brauche ich eine absolut konzentrierte Form. Eine Form, die alles Überflüssige weglässt und nur das Essentielle sagt, damit es unmissverständlich wird. Ich versuche, einen Inhalt zu illustrieren, den ich erfahren oder erlebt habe, den ich wirklich kenne ... Der erste Schritt ist der: Kann ich Verständnis wecken, so kann es gelingen, Kontakt herzustellen. Das ist die Voraussetzung. Ich möchte den Menschen zum Denken anregen; wenn mir das (…). Manfred Vischer.
Vorwärts, 18.10.2018.
Vorwaerts > Moreau Clement. Biografie. Vorwaerts, 2018-10-18.
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18.10.2018 Schweiz
Initiativen Schweiz
Personen
Vorwaerts
Willi Egloff
Menschenrechte
Selbstbestimmungs-Initiative
Volltext
Eine Mogelpackung. „Schweizer Recht statt fremde Richter“ (Selbstbestlmmungs-lnitiative). lautet der Titel der SVP-Initiative, Über die wir am 25. November abstimmen werden. Mit dem Inhalt der Initiative hat diese Üèberschrlft so gut wie nichts zu tun. Es Ist eine reine Mogelpackung. Im Falle einer Annahme der sogenannten Selbstbestimmungsinitiative würden die Schweizer Behörden und die Stimmberechtigten keine einzige Kompetenz erhalten, die sie nicht heute schon hätten. Schweizer Recht wird von den zuständigen Schweizer Behörden erlassen, mit oder ohne Initiative. Auch Völkerrecht ist nicht ein Recht, das von irgendeiner ausländischen Behörde verordnet würde, sondern es besteht aus Verträgen, welche die Schweiz bewusst mit ausländischen Staaten oder Organisationen abgeschlossen hat. Die Schweiz bestimmt schon heute ihr „Völkerrecht“ ausschliesslich selbst. Auch die „fremden Richten“ sind von uns selbst bestimmt. Gerichte, die verbindlich für die Schweiz etwas anordnen können, gibt es auf internationaler Ebene ohnehin nur ganz wenige. Der EFTA-Gerichtshof gehört dazu und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte, allenfalls noch die von Fall zu Fall bestellten Schiedsgerichte der Welthandelsorganisation WTO. Alle diese Gerichte sind für die Schweiz nur zuständig, weil die Schweiz dies gewollt und autonom in einem völkerrechtlichen Vertrag festgelegt hat. Und in allen diesen Gerichten ist die Schweiz auch personell direkt vertreten. Worum es wirklich geht. Um die Selbstbestimmung, die auf dem Titel steht, kann es bei dieser Initiative daher von vornherein nicht gehen. Worum (…). Willi Egloff.
Vorwärts, 18.10.2018.
Personen > Egloff Willi. Selbstbestimmungs-Initiative. Vorwaerts, 2018-10-18.
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18.10.2018 NE Kanton
Löhne
Vorwaerts

Mindestlöhne
Volltext
Mindestlohn im Test. Im Kanton Neuenburg gibt es nun schon seit einiger Zeit einen Mindestlohn. Bei der Umsetzung gibt es einige Probleme: Betroffene wehren sich nicht Immer und ohne Sanktionen fehlen dem Kanton die Massnahmen zur Durchsetzung. Der Mindestlohn im Kanton Neuenburg wird im nächsten Jahr 20,02 Franken pro Stunde betragen. Es ist eine Erhöhung um mehr als 30 Rappen, um die Preisentwicklung auszugleichen. Die Erhöhung, die im kantonalen Amtsblatt kürzlich angekündigt wurde, wird etwa 2‘700 Menschen, mehrheitlich Frauen, zugutekommen. die den Mindestlohn im Kanton erhalten. Für manche von ihnen wird die Erhöhung jedoch nur auf dem Blatt vollzogen. Auch wenn es keine offiziellen Zahlen dazu gibt, wurde von verschiedenen AkteurInnen darauf hingewiesen, dass es Schwierigkeiten gibt, den Mindestlohn, der im August 2017 eingeführt wurde; durchzusetzen. „Nach neun Monaten seit der tatsächlichen Anwendung - der Staatsrat hatte eine Übergangsperiode bis Anfang 2018 verordnet - können wir einige erste Erkenntnisse aus unseren Erfahrungen ziehen“, sagt Catherine Laubscher, Regionalsekretärin der Unia Neuenburg. „Es gibt wirklich ein Problem bei der Anwendung des Mindestlohn, hauptsächlich in den Freizeitbranchen wie Fitness, Kino oder Gastgewerbe. Wir begleiten Dutzende Fälle von Menschen, die den unbezahlten Teil ihres Gehalts einklagen.“ Dass diese Zahl niedrig erscheint, erklärt die Gewerkschafterin mit zwei Gründen: Bei allen Fällen, die wir betreuen, handelt es sich um Personen, die das Unternehmen schon verlassen haben. Niemand von (...). Mohamed Musadak.
Vorwärts, 18.10.2018.
Vorwaerts > Mindestlöhne. NE Kanton. Vorwaerts, 2018-10-18.
Ganzer Text
18.10.2018 Schweiz
Personen
SBB-Cargo
Vorwaerts
Damian Bugmann
Liberalisierung
SBB-Cargo
Volltext
Neoliberaler Kahlschlag. Von hoher gesellschaftlicher Relevanz ist Denis de la Reussilles Interpellation „Kahlschlag bei SBB Cargo“ im Nationalrat. Er will verhindern, dass Transporte auf Strassen verlagert, 800 Stellen abgebaut und Hunderte von Bedienpunkten in Randregionen aufgegeben werden. Interpellation Nummer 18.3811 betreffend „Kahlschlag bei SBB Cargo“, wurde vom Bundesrat noch nicht beantwortet. Im Folgenden der Originaltext: „Diesen Frühling kündigte die SBB-Cargo-Leitung ein Umstrukturierungsprogramm an, das bis 2023 einen Abbau von 800 Stellen vorsieht. Die Umstrukturierung soll in Etappen durchgeführt werden. Der Neuenburger Jura, der Kanton Jura sowie der Berner Jura und das Berner Oberland gehören zu den ersten Regionen, in denen eine Reduktion des Angebots und der Stellen geprüft wird. Die Ankündigungen der SBB-Cargo-Leitung sind umso alarmierender, als es nicht um eine blosse Umstrukturierung geht; in den kommenden Wochen steht ein regelrechter Kahlschlag unter den Bedienpunkten bevor. Die Entscheidungen wurden erneut ohne wirkliche Rücksprache getroffen und könnten für die betroffenen Regionen in wirtschaftlicher wie ökologischer Hinsicht schlimme Folgen haben.“ Holz und Kehricht. „Ein erstes Beispiel, das dies gut veranschaulicht, ist das Unternehmen, das sich um die· Kehrrichtverbrennung für den Jurabogen (Kantone Neuenburg, Bern, Jura und Waadt) kümmert“, so die Interpellation weiter. „Es transportiert jedes Jahr 45‘000 Tonnen Abfall auf der Schiene und verhindert so, dass über 4500 Lastwagen auf den bereits überlasteten Strassen zirkulieren. Die (...). Damian Bugmann.
Vorwärts, 18.10.2018.
Personen > Bugmann Damian. SBB-Cargo. Liberalisierung. Vorwaerts, 2018-10-18.
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08.10.2018 Schweiz
AHV
Personen
Vorwaerts
Siro Torresan
AHV
Steuersenkungen
Volltext
Nicht mit uns! Das Parlament verabschiedete am 28. September die Steuervorlage 17 mit dem AHV-Deal. Milliarden von Staatseinnahmen für Bund, Kantone und Gemeinden in Form von Steuergeschenken an die Unternehmen stehen auf dem Spiel. Das Referendum ist beschlossene Sache und wird auch von der PdA aktiv unterstützt. „Die Vorlage bringt durch die Steuergeschenke an die Unternehmen massive Einnahmenausfälle für den Bund, für die Kantone und für die Gemeinden. Was daran gut sein soll, ist mir schleierhaft. Wir werden alles dafür tun, um diese Steuerreform zu versenken“, erklärt Denis de la Reussille, Nationalrat der Partei der Arbeit der Schweiz (PdAS), auf Anfrage des vorwärts. Somit ist auch gesagt, dass die Steuervorlage 17 (SV17) praktisch die Fotokopie der Unternehmenssteuerreform III (USRIII) ist, die im Februar 2017 vom Stimmvolk verworfen wurde. Auch bei der SV17 werden sich die Steuerausfälle beim Bund auf mindestens zwei Milliarden Franken belaufen. Und was es für die Kantone bedeutet, zeigen folgende konkrete Beispiele: Im vorauseilenden Gehorsam hat der Halbkanton Basel-Stadt bereits eine Vorlage durch das Parlament gepeitscht. Das Resultat: Die Gewinnsteuer wird von 22 auf 13 Prozent (!) gesenkt, durch die sogenannte Patentbox können Unternehmen bis zu 40 Prozent an Steuern sparen und der Kapitalsteuersatz wird von 5,25 auf 1 Promille gesenkt. Unter dem Strich ergibt sich ein Verlust von 150 Millionen bei den Staatseinnahmen. Gegen diese kantonale Vorlage wurde von verschiedenen linken Organisationen, darunter Basels starke Alternative und die Kommunistische (…). Siro Torresan.
Vorwärts, 8.10.2018.
Personen > Torresan Siro. Steuersenkungen. Nationalrat. Vorwaerts, 2018-10-09.
Ganzer Text
04.10.2018 Schweiz
Initiativen Schweiz
Krankversicherungen
Personen
Vorwaerts
Tarek Idri
Initiativen Schweiz
Krankenkassen-Prämien
Volltext
Gegen die Prämienbelastung. Die SP will eine Initiative lancieren, die die Krankenkassenprämien auf maximal 10 Prozent des Einkommens beschränken soll. Angesichts ständig steigender Prämien und Immer weniger Prämienverbilligung scheint das Vorhaben in die richtige Richtung zu gehen. Im Laufe der letzten 20 Jahre haben sich die Krankenkassenprämien mehr als verdoppelt, während die Löhne und Renten nur leicht angestiegen sind. Die Frage, wie man die Prämien bezahlen kann, ist zu einem der Hauptprobleme für viele Menschen in der Schweiz geworden. Das soziale Ziel bei der Einführung des Krankenversicherungsgesetz - also, dass die Prämienbelastung eines Haushalts nicht mehr als acht Prozent des steuerbaren Einkommens betragen darf - wurde nie wirklich erreicht. Im Gegenteil: Die Prämienbelastung nahm seit 2010 im Durchschnitt über alle Kantone hinweg von 10 auf knapp 12 Prozent zu. Es gibt sogar Haushalte, die mehr als 20 Prozent ihres Einkommens für Krankenkassenprämien ausgeben müssen. Die individuellen Prämienverbilligungen hätten Abhilfe schaffen sollen. Auch Personen, die nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind, werden unterstützt. Allerdings wurden die Kantone damit beauftragt, für die Umsetzung der Prämienverbilligung zu sorgen. In der Folge resultieren beträchtliche kantonale Unterschiede, unter anderem bezüglich des Einkommens, das zur Berechnung der individuellen Prämienverbilligung verwendet wird. Die eigene Beteiligung der Versicherten an den Gesundheitskosten machen fast 30·Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben aus und drücken neben (…). Idri Tarek.
Vorwärts, 4.10.2018.
Vorwaerts > Krankenversicherung. Initiative. Vorwaerts, 2018-10-04
04.10.2018 BS Kanton
Novartis
Personen
Vorwaerts
Tarek Idri
Entlassungen
Novartis
Volltext
Katzbuckeln nützt nichts. Basel macht den Grossunternehmen ein Steuergeschenk nach dem anderen, um sie bei Laune zu hal-ten. Diese kümmert das offenbar nicht: Novartis wird übel' 2000 Arbeitsplätze in Basel und der Schweiz vernichten. Der Pharmariese Novartis will in der Schweiz über 2100 Stellen vernichten. Dabei sollen 1400 Stellen in der Produktion und 700 Stellen im Dienstleistungsbereich gestrichen werden. Der Abbau soll gestaffelt über vier Jahre erfolgen, wie der Pharmakonzern mitteilte. Der Stellenabbau kommt nicht völlig überraschend. Novartis- Verwaltungsratspräsident Jörg Reinhardt hatte bereits anfangs September entsprechende Andeutungen gegenüber der „NZZ am Sonntag“ gemacht. Reinhardt kündigte im Interview Rationalisierungen in Produktion und Verwaltung an. Als Vorwand dafür dienen die sinkenden Nettopreise in den USA. Der tatsächliche Grund wurde vom CEO Vas Narasimhan gegenüber der „AZ“ verraten: „Gegenüber unseren Konkurrenten hinken wir hinterher. Einige von ihnen haben eine deutlich höhere operative Gewinnmarge als wir.“ In geheimen Gesprächen wurden die Kantonsbehörden sowie der Bundesrat schon im Vorfeld vom Kahlschlag bei Novartis informiert. Beat Käser, Gemeindeammann von Stein, zeigt sich allerdings vom Umfang des Abbaus überrumpelt. „Mit so vielen Stellen habe ich nicht gerechnet“, gibt er offen zu. Insgesamt werden in Stein 700 Stellen bis 2022 abgebaut. Dass Novartis Umschulungen anbietet und in Stein neue Stellen schaffen will, erinnere ihn an die Redewendung vom „Zuckerbrot und der Peitsche“. Kein gutes Timing? (…). Tarek Idri.
Vorwärts, 4.10.2018.
Vorwaerts > Novartis. Entlassungen. Vorwaerts, 2018-10-01.
Ganzer Text
21.09.2018 Schweiz
Frauen
Personen
Vorwärts
Sabine Hunziker
Demonstrationen Bern
Lohngleichheit
Volltext
Für Lohn und Wertschätzung. Auch 27 Jahre nach dem ersten Frauenstreik der Schweiz besteht noch immer Lohndiskriminierung zwischen den Geschlechtern. Der Kampf der Frauen für Gleichheit geht weiter: am 22. September in Bern. Die Rechnung zur Lohngleichheit ist noch offen: PolitikerInnen und UnternehmerInnen interessiert es nicht, dass der Inhalt der Lohntüten Ende Monat bei gleicher Arbeit unterschiedlich ist. Seit 1981 gibt es den Grundsatz für Gleichberechtigung und 1996 trat das Gleichstellungsgesetz in Kraft, das auf die Beseitigung von Benachteiligungen der Frauen im Erwerbsleben wie geringe Löhne oder ungleiche Anstellungschancen hinzielt. In der Bundesverfassung heisst es im Artikel 8: „Mann und Frau sind gleichberechtigt.“ Das gilt für rechtliche und tatsächliche Gleichstellung in Familie, Ausbildung und Arbeit. Und: „Mann und Frau haben Anspruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit.“ 10‘000 Franken pro Jahr. Es ist also durch die Bundesverfassung und das Gleichstellungsgesetz eindeutig verboten, wenn Frauen für gleichwertige Arbeit weniger erhalten. In der Praxis wird dieses Verbot missachtet. Auch Jahre später verdienen Frauen 20 Prozent weniger als Männer in einer vergleichbaren Position. Eine Rechnung zeigt, um welche Beträge Frauen hier von den Unternehmen betrogen werden: Verdient der Mann 4500 Franken, so erhält die Frau bei gleichwertiger Arbeit nur 3600 Franken. Zusammengerechnet bedeutet dies eine Einbusse von rund 10 000 Franken (…). Sabine Hunziker.
Vorwärts, 21.9.2018.
Vorwärts > Frauen. Lohngleichheit. Vorwärts, 2018-09-21.
Ganzer Text
20.09.2018 Schweiz
Sowjetunion
Vorwärts

Oktoberrevolution
Publikation
Volltext
Das Buch ist da. Jetzt bestellen! Die sozialistische Revolution im Jahr 1917, angeführt von Lenin, hat die Welt verändert. Darüber besteht kein Zweifel. Doch welche Bedeutung hat sie 100 Jahre später in einer im Vergleich zu damals völlig anderen Welt? Welche Lehren und Schlüsse können heute für die Zukunft noch gezogen werden? Oder ganz einfach: Was bleibt von ihr heute? Die Suche nach Antworten, denn es kann unmöglich nur eine geben, ist der rote Faden dieses Buchs. Welchen Beitrag soll und kann der Vorwärts zum 100. Jahrestag der Oktoberrevolution leisten? Als wir uns ab Mitte 2016 mit dieser Frage beschäftigten, wurde uns schnell eines klar: Es sollte mehr sein als „nur“ eine einmalige Sache wie etwa eine Sonderbeilage von acht Zeitungsseiten oder ein Diskussionsabend, denn zu wichtig ist dieses historische Ereignis für jene Linke, die weiterhin die Überwindung des Kapitalismus und den Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft auf ihre roten Fahnen geschrieben hat. Und zu dieser Linken gehören wir, seit es uns gibt, und wir sind stolz darauf Die Oktoberrevolution ist somit Bestandteil unserer eigenen Geschichte, die des Vorwärts und die der Trägerin dieser Zeitung, der Partei der Arbeit. Daher war es ein Ansporn, die eigene Geschichte „selber“ zu schreiben; wenn es unsere Gegnerinnen tun, wissen wir genau, was dabei herauskommt. Aber wir wollten nicht nur einen geschichtlichen Rückblick, denn: „Politisches Handeln ist mehr als nur die Umsetzung von Theorie in Praxis. Es ist vor allem auch Vergegenwärtigung historischer Erfahrung, der Erfolge und Fehler der eigenen Geschichte“, schreibt (…). Redaktion Vorwärts.
Vorwärts, 20.9.2018.
Vorwärts > Oktoberrevolution. Publikation. Vorwaerts, 2018-09-20.
Ganzer Text
20.09.2018 Schweiz
Personen
Vorwärts
Damian Bugmann
Ergänzungsleistungen
Volltext
Leistungsentzug und Bevormundung. Das neue Gesetz zu den Ergänzungsleistungen (EL) sieht unter anderem Kürzungen vor, wenn AHV- und IV-Bezügerinnen ausbezahltes Pensionskassenkapital oder ein Erbe zu schnell aufbrauchen. Auch bisherige Rentnerinnen sollen einer der Lebensführungskontrolle unterzogen werden. Gut betuchte BundesparlamentarierInnen drohen damit, den Mittelstand und den Grossteil der RentnerInnen zu sozial Benachteiligten zu machen und finanziell zu bevormunden. Das Zauberwort des Missbrauchs wird wieder gewichtig beschworen. Im fortschreitenden Sparwahn wollen sie in Wirklichkeit den Weg freimachen für neue Steuererleichterungen und Zuwendungen zugunsten ihrer Firmen und Kapitalgesellschaften. Im Grundsatz sind sich National- und Ständerat einig, dass ein nach ihren Vorstellungen zu hoher Vermögensverbrauch finanzielle Konsequenzen haben soll. Der Nationalrat will mehr sparen als der Ständerat: Wer mehr als 10 000 Franken pro Jahr verbraucht, soll weniger EL bekommen, bei einem Vermögen von über 100‘000 Franken soll's gar keine EL mehr geben. Deftige Sparreform. Die nationalrätliche Rückwirkungsklausel will nicht nur NeurentnerInnen, sondern auch bisherige RentnerInnen einer Lebensführungskontrolle, einer Art finanziellen Bevormundung unterziehen. Das heisst, auch sie müssten ihr Vermögen und ihre Einnahmen und Ausgaben der vergangenen zehn Jahre offen legen und hohe Ausgaben hochnotpeinlich belegen und begründen - auch Menschen, die zum Zeitpunkt ihres Vermögensverbrauchs noch gar nicht wissen konnten, dass ihnen (…). Damian Bugmann.
Vorwärts, 20.9.2018.
Personen > Bugmann Damian. Ergänzungsleistungen. Vorwärts, 2018-09-20.
Ganzer Text
12.07.2018 BS Kanton
Abstimmungen Basel
Mietwesen
Vorwärts

Abstimmung
Mieterschutz
Volltext
Sabotage gegen Bevölkerung. Am 10. Juni sind die vier „Recht auf Wohnen“-Initiativen von der Basler Bevölkerung angenommen worden. Der Widerstand gegen dieses Resultat wird von den ausbeuterischen Basler Kapitalistinnen geführt. Das Recht auf Wohnen freut die bürgerliche Ausbeuterminderheit nicht, das ist klar. Sie betreiben einen Kampf dagegen mit ihren klassischen Mittel: Repression und Medien. Die bürgerliche Presse und die kapitalistische Regierung und ihre Sturmabteilung, die Basler Polizei, sind allesamt Werkzeuge, mit denen sich die Bürgerlichen erhoffen, den Fortschritt zerschlagen zu können. Denn es muss klar gesagt werden: Die Resultate vom 10. Juni, der Sieg von „Recht auf Wohnen“, sind ein Fortschritt! Woraus genau besteht dieser Fortschritt? Er besteht aus den vier „Recht auf Wohnen“-Initiativen und den Lehren, die wir daraus ziehen können. Konkret sind die vier Initiativen die Wohnschutzinitiative, die Initiative „Ja zu bezahlbaren Neumieten“, „Ja zu bezahlbaren Mietgerichtsverfahren“ und die namengebende Initiative „Recht auf Wohnen“. Aufwertung und Vertreibung. „Dies ist eine deutliche Niederlage. Wir müssen nun bei der Umsetzung schauen, dass wir das Beste herausholen und die Vorlage nicht so scharf umgesetzt wird.“ Das sind die Worte von Klassen- und Volksfeindin Katja Christ, Grossrätin der Grünliberalen Partei. Sie zeigt die wahre Tendenz der AusbeuterInnen, sich gegen den Willen des Volkes und für den Willen und den Profit einer kleinen Minderheit zu stellen. Die Frage, die (…). Lilly Zegdoum.
Vorwärts, 12.7.2018.
Vorwärts > Mieterschutz. Abstimmung BS Kanton. Vorwärts, 2018-07-12.
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12.07.2018 Schweiz
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Unfallversicherung
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Vom Unfall zur Krankheit. In Tausenden von Fällen pro Jahr werden aus Unfällen Krankheiten gemacht. Dabei könnten Unfälle und Krankheiten bei der gleichen Gesellschaft versichert werden. Das hätte tiefere Prämien zur Folge. Warum ist nicht dieselbe Versicherung für Unfall und Krankheit zuständig? Dies zeigt ein Beispiel der Axa. An einem Sommertag vor fünf Jahren: Eine Velofahrerin aus Faulensee im Berner Oberland stürzt. Laut Unfallmeldung erleidet sie eine Prellung des Schleimbeutels. Einige Monate später hat sie immer noch Schmerzen in der Schulter. Das Spital Interlaken führt eine genauere Untersuchung (Arthroskopie) durch. Dann die überraschende Meldung aus Winterthur: Die Axa, bei der die Frau durch ihren Arbeitgeber versichert ist, teilt mit, dass sie die Operationskosten nicht übernimmt. Der Eingriff sei nicht auf den Velounfall zurückzuführen. Die Röntgenbilder zeigten „degenerative Veränderungen mit osteophytären Ausziehungen“. Kurz: Arthrose. Einspruch erhoben. Die meisten Unfallopfer machen die Faust im Sack und lassen die Operationskosten von der Krankenkasse bezahlen. Hier beginnt das Fatale an der Geschichte. Die Verunfallten müssen nun den Selbstbehalt übernehmen und die Franchise der Krankenkasse auch gleich aus dem eigenen Sack bezahlen. Die Frau aus Faulensee und ihre Krankenkasse erhoben Einspruch. Tatsächlich hatte die Frau zwanzig Jahre vorher schon mal die Schulter ausgerenkt. Laut Axa war dieses Ereignis „überwiegend wahrscheinlich“ der Grund, (...).Ueli Schärrer.
Vorwärts, 12.7.2018.
Vorwärts > Unfallversicherung. Vorwärts, 2018-07-12.
28.06.2018 Schweiz
Personen
Rüstungsindustrie
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Damian Bugmann
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Waffenexport
Komplizen der Rüstungsfirmen. Der Bundesrat änderte auf Druck der Lobby der Rüstungsindustrie die Kriegsmaterialverordnung, die neu Exporte in Bürgerkriegsregionen erlaubt. Die soeben eingereichte Kriegsgeschäfte-Initiative will Investitionen In die Rüstungsindustrie verbieten. Angesichts von mehr Aufträgen, mehr Umsatz und mehr Jobs in der hiesigen Industrie frohlockte im Februar die „Handelszeitung“: „Selbst Rüstungsfirmen rüsten auf!“ Als Beispiel für die „neu erlangte Schaffenskraft“ nannte die Zeitung den Thurgauer Panzerhersteller General Dynamics European Land Systems, früher Mowag, der hundert neue Jobs schaffe. Laut dem neusten Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri nehmen die weltweiten Rüstungsexporte seit 2003 stetig zu. Die kleine Schweiz befindet sich 2017 auf Platz 14 der weltweiten Exporteure. Genug ist offenbar nicht genug: Die Rüstungsindustrie klagte seit Jahren über zu wenig steigende Umsätze und verlangte von Bundesbern eine Lockerung der Kriegsmaterialverordnung, die es erlaube, Kriegsmaterial in Bürgerkriegsländer zu exportieren. Bei diesen Anliegen schläft Unternehmerbundesrat Johann Schneider-Ammann nicht, er ist immer engagiert und bereit für die Umsetzung der Begehrlichkeiten seiner KollegInnen. Der weitherum ignorierte Brief der 28 NGOs mahnte unter anderem: „Ein Export von Kriegsmaterial in Bürgerkriegsländer bringt die grosse Gefahr mit sich, dass die Waffen eingesetzt, Menschen getötet  (…). Damian Bugmann.
Vorwärts, 28.6.2018.
Personen > Bugmann Damian. Rüstungsindustrie. Waffenexporte. Vorwärts, 2018-06-28.
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28.06.2018 Schweiz
Antikommunismus
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Antikommunismus
Repression
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„Eine abgrundtiefe Ungerechtigkeit“. Im Kalten Krieg wurden Staatsangestellte und Beamte entlassen aufgrund Ihrer kommunistischen Einstellung oder ihrer Nähe zur PdA. Ein Postulat forderte In Waadt, dass diese Geschichte im Kanton aufgearbeitet werden sollte. Es wurde abgelehnt - aus politischen Gründen. Der Grosse Rat im Kanton Waadt wird nicht Licht in ein dunkles Kapitel der Geschichte des Kantons bringen. Im Kalten Krieg wurden kantonale Angestellte entlassen oder Personen nicht angestellt, weil sie der PdA angehörten und/oder KommunistInnen waren. Vor zwei Wochen lehnte das waadtländische Parlament mit 63 zu 48 Stimmen ein Postulat des ehemaligen PdA-Grossrats Julien Sansonnens ab, das die Schaffung einer historischen Kommission oder die Finanzierung einer universitären Forschung zum Thema forderte. Das Ziel wäre gewesen, die betroffenen Personen moralisch zu rehabilitieren, deren „persönliches und berufliches Leben geschädigt wurde, weil ihre gesellschaftlichen Ideale von der allgemeinen Norm abwichen“. Als unzuverlässig eingestuft. Auf eidgenössischer Ebene hatte eine Untersuchung nach der Fichenaffäre zehn Fälle von Entlassungen festgestellt und 24 Fälle, bei denen der Beamtenstatus mit einem schlechter geschützten Status ausgetauscht wurde. Die Fälle fanden während der Zeit der Angst vor dem Osten und des starken Antikommunismus statt. Kündigungsdrohungen wurden auch oft von den ZeitzeugInnen erfahren. Die Fälle erfolgten insbesondere nach der Verabschiedung einer (…).
Vorwärts, 28.6.2018.
Vorwärts > Antikommunismus. Repression. Vorwärts, 2018-06-28.
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28.06.2018 Japan
Frauen
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Gleichstellung
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Unzufrieden mit der· Gleichstellung. Japan bildet vielfach ein Schlusslicht bezüglich der Gleichstellung im internationalen Vergleich. In der Politik sind Frauen in extremen Ausmass untervertreten. Die Kommunistische Partei Japans fordert eine Änderung des Wahlsystems, um dagegen anzukämpfen. Ein Gesetz zur Förderung von Gleichstellung der Geschlechter in der Politik wurde im vergangenen Monat in Japan eingeführt. Es verlangt, dass politische Parteien und Gruppierungen eine gleiche Anzahl an männlichen und weiblichen KandidatInnen bei lokalen und nationalen Wahlen anstreben sollen. 72 Jahre sind vergangen, seit der ersten Parlamentswahl 1946, in der die japanischen Frauen wählen und sich zur Wahl stellen konnten. In der Wahl wurden 39 weibliche Kandidatinnen gewählt. Seit damals forderten die japanischen Frauen die vollständige Gleichstellung, weibliche Ermächtigung und die stärkere Beteiligung in der Politik. Um Letztere steht es nicht gut: Im Unterhaus des japanischen Parlaments sind nur 10,1 Prozent der Abgeordneten weiblich, im Oberhaus sind es 20,7 Prozent. Japan steht auf dem 160. Platz von 193 Ländern bezüglich der Geschlechtergleichheit im Parlament. In der Lokalpolitik sieht es nicht besser aus: In den Präfekturräten sind 9,9 Prozent Frauen, in den Stadträten 14,6 Prozent und in den Quartier- und Dorfräten 9,8 Prozent. Japan steht damit weit hinter anderen Ländern. Ein Schritt vorwärts. Von der Kommunistischen Partei Japans (KPJ) sind 30,8 Prozent der Parlamentsabgeordneten Frauen, 36,1 (…).
Vorwärts, 28.6.2018.
Vorwärts > Japan. Gleichstellung. Vorwärts, 2018-06-28.
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26.06.2018 Schweiz
Initiativen Schweiz
Vorwärts

Initiativen Schweiz
Konzernverantwortungs-Initiative
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Zu zaghaft. Der Nationalrat hat einen Gegenvorschlag zu Konzernverantwortungsinitiative angenommen. Er weicht deutlich von den ursprünglichen Zielen der Initiative ab, weil er nicht die gesamte Lieferkette der Konzerne zur Verantwortung zieht und bloss 700 Unternehmen betrifft. Es war ein erstaunliches Spektakel, dass sich im Nationalrat abspielte. Normalerweise zeigt sich dieser - gelinde gesagt - sehr vorsichtig mit der Einführung von neuen Vorschriften für Unternehmen, nun hat er aber einen indirekten Gegenvorschlag zur Volksinitiative „Für verantwortungsvolle Unternehmen - zum Schutz von Mensch und Umwelt“, der sogenannten Konzernverantwortungsinitiative, akzeptiert. Fern vor einer urplötzlichen Gewissenskrise muss man dahinter die Angst vor einer Volksabstimmung erkennen, die sich als gefährlich erweisen könnte. Eine Umfrage vom letzten November zeigte, dass sich 77 Prozent der Befragten für eine Initiative aussprechen, die die Unternehmen für die Einhaltung der Menschenrechte zur Verantwortung zieht - auch im Ausland. Imperialismus? Es gab natürlich auch Widerstand gegen den Gegenvorschlag, vor allem und wenig überraschend aus den Reihen der SVP. Der Genfer Yves Nidegger eröffnete das Feuer: „Es wird dazu führen, dass der Schweizer Wirtschaftsstandort weniger attraktiv wird im Vergleich mit anderen Standorten auf der Welt. Es ist ein masochistischer Modernismus, der einer ineffizienten Moral entstammt“. Sein SVP-Parteikollege Claudio Zanetti zog den Vergleich zu einer anderen Initiative: „Es ist (…). Philippe Castella.
Vorwärts, 26.6.2028.
Vorwärts > Konzernverantwortungs-Initiative. Vorwärts, 2018-06-26.
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14.06.2018 Schweiz
Demonstrationen Zürich
Personen
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Tarek Idri
Demonstration
Rentenalter
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Rente mit 60 retten. Die Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und BaumeisterInnen kommen seit Monaten nicht vorwärts. Dabei geht es um die Sicherung der Frühpensionierung, die für BauarbeiterInnen dringend n6t1g bleibt. Mit einer grossen Baudemo und Streikdrohungen versucht man, Druck zu machen. Bauarbeit ist Knochenarbeit. Verletzungen sind häufig, Todesfälle nicht selten: Jedes Jahr sterben durchschnittlich um die 20 Bauarbeiterinnen auf Baustellen in der Schweiz. Unter diesen miserablen Bedingungen wünschen sich viele MaurerInnen, Eisenlegerinnen und Strassenbauerinnen mit 60 in Rente zu gehen. Seit 15 Jahren ist das für sie möglich. Doch die Frührente wird von den Bossen infrage gestellt. Vorwand ist, dass die zuständige Kasse finanziell unter Druck steht. Seit Monaten verhandeln die BauarbeiterInnen und Gewerkschaften mit den Chefinnen darüber, auf welche Weise die Frührente gesichert werden soll. „Wir hatten bereits drei Verhandlungsrunden und wir sind keinen Millimeter weitergekommen. Die Baumeister wollen nur auf der Seite der Leistungen sanieren: Rentenkürzungen oder eine Erhöhung des Rentenalters. Das kommt für uns definitiv nicht infrage“, erklärt der Unia-Gewerkschafter Lucien Robischon. Die Unia fordert von den BaumeisterInnen auch eine Lohnerhöhung für die BauarbeiterInnen um 150 Franken, weil es in den letzten vier Jahren keine gegeben hat. Und noch immer braucht es einen angemessenen Schlechtwetterschutz auf den Baustellen. 10‘000 für  (…). Tarek Idri.
Vorwärts, 14.6.2018.
Personen < Idri Tarek. Bauarbeiter. Rentenalter. Vorwärts, 2018-06-14.
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