Gewerkschaftschronik
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01.07.2018 Burkina Faso
Kinder
VPOD-Magazin

Kinderarbeit
Volltext
Burkina Faso: Kinder sollten zur Schule gehen - und nicht lebensgefährliche Arbeit in Minen verrichten. Gold, das .arm macht. In Burkina Faso schürfen Menschen in 500 Minen auf eigene Faust Gold. Auch viele Kinder schuften dort unter prekärsten Bedingungen. Solidar arbeitet daran, sie zum Schulbesuch oder zur Lehre zu bewegen. „Ich lebe seit vier Jahren in der Goldmine. Hier sammle ich liegengelassene Eisenstücke ein und verkaufe sie. Damit verdiene ich 300 Francs (50 Rappen) im Tag“, erzählt der 14-jährige Ibrahim. Wir befinden uns in der Goldmine Silmiougou nördlich der Hauptstadt Ouagadougou. Mitten in der Einöde steht ein improvisiertes Zeltdorf rund um Erdlöcher von mehreren Dutzend Metern Tiefe. Tausende von Menschen versuchen sich hier ihr mageres Einkommen zu verdienen: Sie graben nach Gold in den Stollen, sie handeln, kochen, bauen Gemüse an oder holen Wasser. Am Rand des Areals befindet sich das Bordel. In Silmiougou gibt es auch viele Kinder. Wegen der Armut oder wegen Problemen in der Familie verlassen sie die Schule, um in der Mine zu arbeiten. Mit leerem Blick seilen sich die jungen Mineurinnen und Mineure ab. Neben fast unerträglicher Hitze und stundenlanger Beklemmung drohen ihnen Unfälle, die in den ungesicherten Gruben regelmässig vorkommen. „Vor ein paar Monaten wurde ein Kind bei einer Sprengung schwer verletzt“, erzählt man uns. Trotzdem ist es schwierig, die Kinder zum Verlassen der Mine zu bewegen. Gefahr und erbärmliche Lebensbedingungen zählen weniger als die (…). Lionel Frei.
VPOD-Magazin, Juli 2018.
VPOD-Magazin > Burkina Faso. Kinderarbeit. VPOD-Magazin, 2018-07-01.
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01.07.2018 Schweiz
Personen
Steuern
VPOD-Magazin
Stefan Giger
Unternehmenssteuer
Volltext
Steuerreform und AHV- Finanzierung („STAF“): Was ist von der Verknüpfung dieser beiden Geschäfte zu halten? Vom Handel mit Kühen. Der Ständerat packt Unternehmenssteuern und AHV in die gleiche Gesetzesvorlage. „Kuhhandel!“, schreien die einen. Sonderbarer Vorwurf im Land der Milchwirtschaft... Die Frage ist eher, ob die Vorteile bei Bund und AHV die kantonalen Nachteile überwiegen. Ich hörte von der Überraschung unterwegs am Radio: Einstimmig hatten die Ständerätinnen und Ständeräte der WAK (Kommission Wirtschaft und Abgaben) einen Kompromiss geschmiedet, der eine Reform der Unternehmenssteuern mit einer Zusatzfinanzierung für die AHV verknüpft. „Sch... „, schoss es mir durch den Kopf: Was soll man davon halten, eine gute Sache, die AHV-Finanzierung, mit einer Steuersenkungsvorlage zu vermengen? Andererseits: Für Sozialpolitik braucht es Geld. Also ist es nicht von vornherein falsch, Sozialpolitik und Steuerpolitik zu verbinden. Wie aber soll das funktionieren, dass man einerseits zusätzliches Geld in die AHV lenken und gleichzeitig Unternehmenssteuern senken kann? So zumindest stellte CVP-Ständerat Konrad Graber, der Architekt der sogenannten „STAF“-Vorlage, das Geschäft am Schweizer Radio dar. Gut für Bund und AHV. Ich brauchte einige Tage um zu begreifen, dass „STAF“ sich von der ursprünglichen Steuervorlage I7 des Bundesrates und auch von der im letzten Jahr gescheiterten Unternehmenssteuerreform III (USR 111) unterscheidet: Die international kritisierten (…). Stefan Giger.
VPOD-Magazin, Juli 2018.
Personen > Giger Stefan. Unternehmenssteuer. VPOD-Magazin, 2018-07-01.
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17.07.2018 Schweiz
Krankversicherungen
Personen
SGB
Reto Wyss
Grundversicherung
Privatisierung
Volltext
Nein zur Privatisierung der Grundversicherung. Einheitliche Finanzierung: Vorgeschlagenes Modell reine Stärkung der Kassenmacht. Die Gesundheitskommission des Nationalrates war wieder einmal der Krankenkassenlobby hörig und hat vor einigen Wochen einen Vorentwurf zur "einheitlichen Finanzierung ambulant/stationär" in die Vernehmlassung geschickt. Durch die Einführung einer einheitlichen Aufteilung zwischen Prämien- und Steuerfinanzierung über alle Leistungsbereiche der Grundversicherung sollen bestehende Fehlanreize beseitigt und damit letztlich Kosten gespart werden. Es ist unklar, wie diese Ziele mit dem vorliegenden Modell erreicht werden sollen. Klar ist hingegen, was sich konkret ändern würde: Die Kantone müssten sämtliche Gelder, die sie heute zur Finanzierung der stationären Versorgung aufwenden (das sind immerhin ca. 8 Milliarden), den Krankenkassen zur Verfügung stellen, welche diese ihrerseits nach eigenem Gutdünken an die Leistungserbringer verteilen könnten. In der Schweiz existiert kein in der Grössenordnung nur annähernd vergleichbares Beispiel der bedingungslosen Umleitung von Steuergeldern in die Privatwirtschaft, vielleicht mit Ausnahme der UBS-Rettung vor zehn Jahren. Beispiele dessen, was geschehen kann, wenn die öffentliche Kontrolle solcher Subventionen nicht ausreichend gewährleistet ist (wie mit dem vorgeschlagenen Modell), gibt es allerdings immer wieder – die Postauto-Affäre lässt leider grüssen. Der SGB ist entschieden gegen die Vorlage zur einheitlichen Finanzierung (…). Reto Wyss.
SGB, 17.7.2018.
Personen > Wyss Reto. Grundversicherung. Privatisierung. SGB, 2018-07-17.
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01.07.2018 Schweiz
Personen
Suva
VPOD-Magazin
Paul Rechsteiner
Geschichte
Suva
Volltext
100 Jahre Suva: Ein Blick zurück und ein Ausblick in die Zukunft. Sozialer Leuchtturm. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt Suva ist 100 Jahre alt. SGB-Präsident Paul Rechsteiner, dessen Jubiläumsrede wir leicht gekürzt wiedergeben, rühmt den Erfolg der Sozialpartnerschaft. Und nennt die Felder, wo heute Handeln angesagt wäre. Die Suva ist aus extremer Not entstanden. Die Zahl der berufsbedingten Todesfälle war mit mehr als 1000 Toten pro Jahr gemessen an der Zahl der Beschäftigten 20-mal höher als heute. Jeder Dritte wurde Opfer eines Betriebsunfalls. Todesfall oder Invalidität bedeutete für die Betroffenen und ihre Familien den Absturz in die Armut. Heute ist das zum Glück nicht mehr so - ein gewaltiger sozialer Fortschritt. Die soziale 'Not allein hätte allerdings nicht zum Umdenken geführt. Es brauchte dafür den jahrzehntelangen Druck der Arbeiterbewegung. Aber letztlich wäre die Gründung der Suva auch ohne Unternehmer und bürgerliche Politiker mit einem starken Sinn für soziale Verantwortung nicht möglich geworden. Herausragend: FDP-Nationalrat und später Bundesrat Ludwig Forrer. Heute – 100 Jahre später - können wir eine Erfolgsgeschichte feiern, die nicht selbstverständlich war. Die Geschichte der Katastrophen, wie Mattmark oder Asbest, erinnert uns auch an den kontroversen und schmerzlichen Prozess ihrer Bewältigung. Die Suva spielte eine unersetzliche Rolle. Das Risiko Unfall gehört zu den existenziellen Risiken, denen die Menschen ausgesetzt sind. Die Suva sorgt für eine (…). Paul Rechsteiner.
VPOD-Magazin, Juli 2018.
Personen > Rechsteiner Paul. Suva. Geschichte. VPOD-Magazin 2018-07-01.
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12.07.2018 BS Kanton
Abstimmungen Basel
Mietwesen
Vorwärts

Abstimmung
Mieterschutz
Volltext
Sabotage gegen Bevölkerung. Am 10. Juni sind die vier „Recht auf Wohnen“-Initiativen von der Basler Bevölkerung angenommen worden. Der Widerstand gegen dieses Resultat wird von den ausbeuterischen Basler Kapitalistinnen geführt. Das Recht auf Wohnen freut die bürgerliche Ausbeuterminderheit nicht, das ist klar. Sie betreiben einen Kampf dagegen mit ihren klassischen Mittel: Repression und Medien. Die bürgerliche Presse und die kapitalistische Regierung und ihre Sturmabteilung, die Basler Polizei, sind allesamt Werkzeuge, mit denen sich die Bürgerlichen erhoffen, den Fortschritt zerschlagen zu können. Denn es muss klar gesagt werden: Die Resultate vom 10. Juni, der Sieg von „Recht auf Wohnen“, sind ein Fortschritt! Woraus genau besteht dieser Fortschritt? Er besteht aus den vier „Recht auf Wohnen“-Initiativen und den Lehren, die wir daraus ziehen können. Konkret sind die vier Initiativen die Wohnschutzinitiative, die Initiative „Ja zu bezahlbaren Neumieten“, „Ja zu bezahlbaren Mietgerichtsverfahren“ und die namengebende Initiative „Recht auf Wohnen“. Aufwertung und Vertreibung. „Dies ist eine deutliche Niederlage. Wir müssen nun bei der Umsetzung schauen, dass wir das Beste herausholen und die Vorlage nicht so scharf umgesetzt wird.“ Das sind die Worte von Klassen- und Volksfeindin Katja Christ, Grossrätin der Grünliberalen Partei. Sie zeigt die wahre Tendenz der AusbeuterInnen, sich gegen den Willen des Volkes und für den Willen und den Profit einer kleinen Minderheit zu stellen. Die Frage, die (…). Lilly Zegdoum.
Vorwärts, 12.7.2018.
Vorwärts > Mieterschutz. Abstimmung BS Kanton. Vorwärts, 2018-07-12.
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16.07.2018 Schweiz
SBB-Cargo
SEV Schweiz
Markus Fischer
Philipp Hadorn
Interview
SBB-Cargo
Stellenabbau
Volltext
„Dieser Abbau kann und muss gestoppt werden“. Am 29. Juni informierte SBB Cargo die Sozialpartner im Begleitausschuss über den Stand des im Februar vom SBB-Verwaltungsrat abgesegneten Abbaus von Arbeitsplätzen und Bedienpunkten: Die Zahl der Mitarbeitenden soll von rund 2200 im Februar 2018 auf noch rund 1400 im Jahr 2023 fallen. Und von den aktuell übrig gebliebenen rund 340 Bedienpunkten soll die Hälfte überprüft werden. Kontakt.sev hat beim zuständigen SEV-Gewerkschaftssekretär Philipp Hadorn nachgefragt, wo der Abbau zurzeit steht und ob sich dieser noch stoppen lässt. Kontakt.sev: Welche Infos hat SBB Cargo dem Begleitausschuss vom letzten Freitag zum Abbau gegeben? Haben schon Mitarbeitende die Stelle verloren oder sind über den Verlust ihrer Stelle orientiert worden? Philipp Hadorn: Das Reorganisationsprogramm Struko (Reduktion der Strukturkosten) ist aus Sicht von SBB Cargo auf Kurs. Von 674,5 Vollzeitstellen (FTE) 2015 sind Ende April 2018 noch 474,6 ordentlich besetzt. Bis Ende Jahr folge noch der Abbau von weiteren knapp 23 FTE. Ebenfalls für 23 Mitarbeitende konnte keine geeignete Lösung gefunden werden. Sie wurden ans Arbeitsmarktcenter (AMC) übergeben. Auch Frühpensionierungslösungen mussten erarbeitet werden. Die Überprüfung der Bedienpunkte im Hinblick auf erste Schliessungen auf den Fahrplanwechsel 2018/2019 ist in voller „Talfahrt“, was wohl der „Rückzugs- und Optimierungspolitik“ von SBB Cargo entspricht. (…). Fragen: Markus Fischer
SEV, 16.7.2018.
Personen > Hadorn Philipp. SBB-Cargo. Stellenabbau. SEV, 2018-08-16.
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16.07.2018 Schweiz
Emigranten
Personen
SGB
Regula Bühlmann
Ausländerpolitik
Volltext
Festlegung der Höchstzahlen für das Jahr 2019. Stellungnahme des SGB zur Teilrevision der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit. Der SGB setzt sich für sichere Löhne und Arbeitsverhältnisse in der Schweiz ein, was wirksame Kontrollen der Löhne und Arbeitsbedingungen sowie stabile Anstellungsbedingungen voraussetzt. Personen ohne Schweizer Pass mit unbefristeten Arbeitsverträgen können sich besser gegen schlechte Arbeitsbedingungen und Willkür durch die Arbeitgebenden zur Wehr setzen als solche mit befristeten Verträgen. Der SGB hat deshalb schon in den Vernehmlassungen der vergangenen Jahre die Ansicht geäussert, dass grössere Kontingente für die Aufenthaltsbewilligungen (B) nötig sind, die Höchstzahlen für die Kurzaufenthaltsbewilligungen (L) jedoch auf tieferem Niveau bleiben können. Wir sind erfreut, dass diese Anliegen zumindest teilweise bei der Kontingentfestlegung für das Jahr 2018 aufgenommen worden sind. Für den SGB können sich die Höchstzahlen für 2019 im gleichen Rahmen bewegen wie 2018. Keinesfalls erhöht werden sollen aus obengenannten Gründen die Zahlen für Kurzaufenthaltsbewilligungen, mit einer Erhöhung der Aufenthaltsbewilligungen wäre der SGB einverstanden. Regula Bühlmann.
SGB, 16.7.2018
Personen > Bühlmann Regula. Ausländerpolitik. SGB, 2018-07-16.
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16.07.2018 FR Kanton
Bundesgericht
VPOD Freiburg

Pflegepersonal
Streik
Volltext
Streiken bleibt erlaubt - vorerst. Der Entscheid über das Streikverbot für das Freiburger Pflegepersonal liegt beim Bundesgericht. Freiburger Pflegepersonal darf einstweilen weiter streiken. Freiburger Pflegepersonal darf einstweilen weiter streiken. Das Bundesgericht stellt klar, dass das Freiburger Streikverbot für das Pflegepersonal noch nicht in Kraft ist. Im November hatte der Grosse Rat des Kantons Freiburg gegen die Opposition der (leider nicht vollzählig anwesenden) Linken beschlossen, seinem Pflegepersonal das Streiken zu verbieten. Dagegen ist der VPOD vor Bundesgericht gezogen. Dieses hat in der Sache noch nicht entschieden, aber klargestellt, dass das Streikverbot bis zum definitiven Urteil nicht in Kraft tritt. Der VPOD begrüsst den vorläufigen Entscheid als «erstes positives Signal»; in der Sache ändert sich allerdings wenig, da auch der Grosse Rat das Inkrafttreten des neuen Verbots ausgesetzt hat. Im Mai gab es am Freiburger Spital einen (erfolgreichen) Streik gegen die Herauslösung aus dem kantonalen Personalrecht. An diesem Tag konnten auch Skeptikerinnen und Skeptiker beobachten, dass sich auch in einem Krankenhaus sehr wohl streiken lässt – unter Aufrechterhaltung der Notfalldienste, aber doch mit spürbaren Einschränkungen bei den nicht dringenden Leistungen.
VPOD Freiburg, 16.7.2018.
VPOD Freiburg > Pflegepersonal. Streik. VPOD Freiburg, 2018-07-16.
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17.07.2018 Katar
Unia Schweiz

Arbeitsbedingungen
Fussball
Volltext
Nach der WM ist vor der WM. Arbeitsbedingungen auf WM-Baustellen in Katar verbessert. Schlusspfiff an der Fussball WM in Russland – in Katar ist der Bau der Stadien für die WM 2022 bereits in vollem Gange. Gemeinsam mit der Bau- und Holzarbeiter Internationalen (BHI) setzt sich die Unia ein, um die Arbeitsbedingungen der Bauarbeiter zu verbessern. Mit Erfolg: Die BHI führt auch 2018 Kontrollen auf den Baustellen durch und schult die Sicherheitsbeauftragten. Mega-Sportanlässe führen zum Bau von Stadien und anderer Infrastruktur. Dabei sind Tausende Bauarbeiter involviert: Oft zu sehr schlechten Arbeitsbedingungen. Oft mit vielen Todesfällen, auch zuletzt in Russland. Das darf sich nicht wiederholen. In Katar ist der Bau der Stadien für die WM 2022 in vollem Gange. Deshalb engagieren sich die Bau- und Holzarbeiter Internationale (BHI) und die Unia gegen Missstände und für die Rechte der Arbeitnehmenden vor Ort. Keine Gewerkschaften in Katar. Die umstrittene Vergabe der WM an Katar liess NGOs und Gewerkschaften gleichermassen aufhorchen. In Katar leben rund 300‘000 Katari und über zwei Millionen Migrant/innen. Gewerkschaften gibt es keine. Zudem herrscht in Katar das Kafalasystem, welches es ausländischen Arbeitnehmer/innen verbietet, den Arbeitgeber zu wechseln oder das Land ohne Einwilligung des Arbeitgebers zu verlassen. Doch dank des internationalen Einsatzes der Gewerkschaften hat sich an der aktuellen Situation in Katar etwas zum Besseren geändert, wie Vania Alleva, Präsidentin der (…).
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 17.7.2018.
Unia Schweiz > Katar. Fussball-WM. Arbeitsbedingungen. Unia Schweiz, 2018-07-17.
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12.07.2018 Schweiz
Abstimmungen Schweiz
Personen
Wahlen
WOZ
Susan Boos
E-Voting
Volltext
Dann sehen einfach alle, was alle anderen stimmen“. Der Zürcher Datenschutzbeauftragte Bruno Baeriswyl warnt vor E-Voting und E-Government. Er verlangt Risikofolgenabschätzungen - eine Art digitale Umweltberichte. WOZ: Herr Baeriswyl, acht Kantone haben das E-Voting bereits eingeführt. Nun treibt auch die Zürcher Regierung dessen Einführung voran. Was halten Sie als Datenschützer davon? Bruno Baeriswyl: Eigentlich ist E-Voting eine alte Geschichte, vieles wurde schon vor Jahren diskutiert. Aus meiner Sicht kommt es jetzt wieder auf, weil die Post eine E-Voting-Lösung entwickelt hat, die sie verkaufen will. Da steckt viel Lobbyarbeit dahinter. Würden nicht mehr Junge abstimmen, wenn es digital einfach machbar wäre? Das bezweifle ich. Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass das elektronische Abstimmen keine höhere Stimmbeteiligung bringt. Das Papiersystem funktioniert gut, man ist zufrieden - mit dem E-Voting lädt man sich viele Probleme auf. Könnten Sie das ausführen? Beispielsweise punkto Sicherheit. Es ist ein eigenartiges Spiel zwischen Bund und Kantonen: Verantwortlich für die E-Voting-Systeme sind die Kantone, sie müssen die Sicherheit gewährleisten. Wenn es aber darum geht, wie sie das machen wollen, verweisen sie immer auf den Bund und sagen: Die Bundeskanzlei macht Vorgaben und zertifiziert die Systeme, wir halten uns daran. Das genügt aber nicht, denn die Systeme müssen in die bestehende Infrastruktur der Kantone sicher eingebunden werden. Warum sind die Systeme aus Ihrer (…). Interview: Susan Boos.
WOZ, 12.7.2018.
Personen > Boos Susan. E-Voting. Interview. WOZ, 2018-07-12.
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06.07.2018 ZH Kanton
Gewerkschaftsbund ZH Kanton
Personen
Michèle Dünki-Bättig
Ferien
Volltext
Schäbig! Gewerkschaftliche Gedanken in der P.S. 26 Stunden länger arbeiten pro Jahr - mehr als drei Arbeitstage. Mit einer Verlängerung der Jahresarbeitszeit von 2184 auf 2210 Stunden soll sich das kantonale Personal ab 2019 eine Woche mehr Ferien erkaufen. Unter dem Strich eine Nullnummer. Unsere Begeisterung über diesen schäbigen Vorschlag hält sich in Grenzen! Wie wichtig Ferien sind, muss ich wohl niemandem erklären. Wir können uns erholen oder aber uns ins Abenteuer stürzen, sind zuhause oder am Strand, aktiv oder bleiben am Morgen einmal länger liegen. Die Vorfreude auf die Ferien, die beginnt meist schon bei der Planung: Wann bezieht man Ferien? Wohin soll es gehen? Der Blick auf die Feriensonne hilft auf dem Weg durch den Tunnel der Arbeitstage. Vorfreude ist ja die schönste Freude, heisst es. Als ich vor ein paar Jahren noch beim Kanton Zürich gearbeitet habe, war die Ferienplanung am Familientisch immer Gegenstand von langen Diskussionen – nicht, weil wir uns über die Destination uneinig gewesen wären, sondern weil wir mehr unternehmen wollten, als wir Ferientage zur Verfügung hatten. Auf unserer Abteilung der kantonalen Verwaltung galt die Devise, dass man zumindest 2 Wochen pro Jahr am Stück Ferien beziehen sollte – damit man sich optimal erholen kann. Nur: bei vier Wochen Ferien bleiben dann nur noch 2 Wochen übrig. Und wenn die Verwaltung zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen bleibt, reichen die zwei geschenkten Tage nicht in jedem Jahr für eine freie Woche aus. (…). Michèle Dünki-Bättig.
GBKZ, 6.7.3028.
Personen > Dünki-Bättig. Ferien. GBKZ, 2018-07-06.
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01.01.2018 Deutschland
Personen
Gregor Gysi
Karl Marx
Publikationen
Volltext
Als linker Politiker hat man ein Verhältnis zu Marx, und angesichts der Niederlage historischen Ausmasses, die die Linke im 20. Jh. erfahren hat, kann dieses Verhältnis nicht völlig ungebrochen sein. Gregor Gysi hat aber auch ein sehr persönliches Verhältnis zu Marx: Das hat mit seinem Leben und Arbeiten in der DDR zu tun sowie damit, dass er die SED „übernommen“ und an vorderster Stelle an deren Umformung zu einer modernen Linkspartei mitgewirkt hat. Ein Prozess, in dem Auseinandersetzungen über den Marxismus eine grosse Rolle spielten. Gysi schildert die Bedeutung, die Marx für seine Biographie, aber auch für linkes Denken und linke Politik und die gesamte Gesellschaft hat. Überdies untersucht er die brennenden Fragen der Gegenwart und in welcher Weise Marx' Denken für ihre Lösung hilfreich sein kann. Marx & wir. Gregor Gysi. 160 Seiten, Leinen. Aufbau-Verlag 2018. Klappentext.
Gregor Gysi.
Personen > Marx Karl. Theorie. Gregor Gysi. Aufbau-Verlag 2018.
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12.07.2018 Schweiz
Uber
Unia Schweiz

AHV
Uber
Volltext
Neues Rechtsgutachten zu Uber-Fahrer/innen. Gutachten: Uber muss Fahrer/innen bei AHV versichern. Ein neues Rechtsgutachten behandelt die sozialversicherungsrechtliche Stellung von Uber-Fahrer/innen. Es kommt zum Schluss, dass die Chauffeur/innen sozialversicherungsrechtlich unselbständig sind, also als Angestellte von Uber behandelt werden müssen. In dem Gutachten im Auftrag der Gewerkschaft Unia legen Prof. Dr. iur. Thomas Gächter und MLaw Michael E. Meier vom Rechtswissenschaftlichen Institut der Universität Zürich detailliert dar, dass im Fall der Uber-Fahrer/innen in der Schweiz sozialversicherungsrechtlich eine unselbständige Erwerbsarbeit vorliegt. So tragen sie nicht das unternehmerische Risiko, was ein zentrales Merkmal einer Selbständigkeit wäre. Zudem befinden sich die Fahrer/innen in einer arbeitsorganisatorischen Abhängigkeit von Uber, etwa indem sie zahlreiche Weisungen befolgen müssen und einem Bewertungssystem unterliegen. Insgesamt überwiegen laut der Studie die Merkmale, die für eine unselbständige Erwerbstätigkeit sprechen. Das bedeutet, dass Uber seine Fahrer/innen bei den Sozialversicherungen (AHV/IV, Unfallversicherung) anmelden und Arbeitgeberbeiträge leisten muss. Uber muss Fahrer/innen ordentlich anstellen. Bisher behandelt Uber seine Fahrer/innen als Scheinselbständige und weigert sich, seine Arbeitgeberpflichten wahrzunehmen. (…).
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 12.7.2018.
Unia Schweiz > Uber. AHV. Unia Schweiz, 2018-07-12.
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10.07.2018 Schweiz
Eurobus
SEV Schweiz

Eurobuas
GAV
Volltext
Fernbusse. Erste Kontaktaufnahme. Am 6. Juli wurde der SEV von Eurobus empfangen. Beim offenen Informationsaustausch ging es auch um einen GAV. Treffen fand auf Anfrage des SEV statt. Die Diskussionen zwischen SEV-Vizepräsidentin Barbara Spalinger, SEV Bus-Koordinator Christian Fankhauser sowie Andreas Meier, Geschäftsführer Eurobus Gruppe, und Roger Müri, Leiter Fernbus, verliefen in freundlicher Atmosphäre und hatten einen ersten offenen Informationsaustausch zum Ziel. Die SEV-Delegation zeigte ihr Interesse an den aktuellen Löhnen der Chauffeure und am Personalreglement. Denn das Unternehmen hat bisher keinen GAV. Der SEV hat deshalb auch angekündigt, bald einen GAV für die Fernbus-Branche verhandeln zu wollen. Die Eurobus-Führung will dazu erst in ein paar Monaten Stellung nehmen, wenn sie die Zukunftsfähigkeit ihrer drei konzessionierten Linien besser kennt. Demnach kann frühestens im Januar 2019 ein nächstes Treffen stattfinden, um darüber zu diskutieren. Die Türen für GAV-Verhandlungen stehen also offen. Der SEV hat Eurobus auch darüber informiert, wie beim BAV in Bezug auf die Branchenüblichkeit vorgegangen werden kann. Denn es braucht eine Abgrenzung der Fernbuslinien in Bezug auf die vom BAV empfohlenen Mindestlöhne. Die Erteilung der Fernbus-Konzessionen im Februar erfordert eine neue Regelung mit eigenen Mindestlöhnen. Eurobus schätzt ihre Löhne höher ein und zeigte sich gelassen. (…). Yves Sancey, chf
SEV, 10.7.2018.
SEV > Eurobus. GAV. SEV, 2018-07-10.
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04.07.2018 Biel
Generalstreik
Personen
SEV Schweiz
Ernst Jakob
Biografien
Volltext
Ernst Jakob – im Herzen rot. Der Generalstreik von 1918 hatte mehrere Epizentren, darunter die Stadt Biel. Deren Anführer: Der Eisenbahner und Gewerkschafter Ernst Jakob (1879 bis 1950). „Als 17-jähriger Lehrling hatte ich das seltene Glück, am 16. Februar 1896 in Aarau an der ersten Landsgemeinde der Eisenbahner dabei zu sein. (...) Zehn Jahre später, als junger Chauffeur, war ich mitten in der Gewerkschaftsbewegung.“ So sprach Ernst Jakob in einem Zeugenbericht, den seine Urenkelin Gabriela Neubaus, eine Historikerin, veröffentlicht hat. Vor 100 Jahren war der Seeländer eine der Speerspitzen des Generalstreiks von 1918. Jakob kam aus bescheidenen Verhältnissen. Sein Vater stirbt 1882 an Tuberkulose. Seine Mutter beschliesst, mit dem 3-jährigen Ernst und seiner kleinen Schwester nach Lyss zu ziehen. Die Mutter findet eine Stelle in einer Uhrenfabrik mit einem Monatsgehalt von 116 Franken. Der kleine Ernst ist ein guter Schüler. Sein Traum: Lokomotiv-Mechaniker zu werden. 1900 zieht er nach Port und heiratet Bertha Nickles aus Jens. Sie werden fünf Kinder haben. Im selben Jahr wird er Lokomotivführer - vier Jahre später Mechaniker. Hungerrevolte. Herbst 1918. Der erste Weltkrieg ist zu Ende. In vier Jahren Kriegswirtschaft wird die Kluft zwischen Arm und Reich immer grösser. In mehreren Städten, besonders in Biel, organisieren die Menschen Hungerdemonstrationen. Als der Bundesrat beschliesst, Truppen gegen die Demonstranten und Streikenden aufzubieten, eskaliert die Situation. Die Truppen (…). Mohamed Hamdaoui.
Biel-Bienne, 4.7.2018.
Personen > Jakob Ernst. Biografie. Biel-Bienne, 2018-07-04.
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05.07.2018 Schweiz
Personen
SGB
Laura Perret Ducommun
Ferienjob
Ratgeber
Volltext
Ferienjobs: das gilt es zu beachten. Tipps zum Arbeitsrecht für SchülerInnen und Studierende. Die Ferien sind da. Und damit für viele Schüler/innen und Student/innen eine Möglichkeit, sich via Ferienjobs Geld zu verschaffen. Wer einen solchen Kurzjob macht, ist Arbeitnehmer/in. Auch für sie gilt das Arbeitsrecht. Das Arbeitsgesetz (ArG) erlaubt Erwerbsarbeit erst ab 15 Jahren. Ab 13 können Jugendliche leichte Arbeiten verrichten. Unter 13 Jahren ist Beschäftigung zulässig in sportlichen und kulturellen Tätigkeiten, dies unter speziellen Bedingungen und mit Bewilligung einer kantonalen Behörde (Art. 30 ArG; Art. 7 ArGV 5). In all diesen Fällen ist die elterliche Einwilligung für die Unterzeichnung des Arbeitsvertrages nötig. Wer darf was (nicht)? Für unter 18-Jährige sind gefährliche Arbeiten verboten, ebenso die Beschäftigung in gewissen Bereichen (Diskotheken, Bars, Nachtlokale, Filmvorführungen, Zirkus und Schaustellerei, vgl. Art. 4 bis 6, ArGV 5). Sonntagsarbeit ist nur zulässig für Jugendliche mit beendeter obligatorischer Schulpflicht, maximal einen Sonntag auf zwei und ausschliesslich im Gastgewerbe (in dem Mindestbeschäftigungsalter 16 herrscht), bei Tierpflegebetrieben und in Bäckereien (ArGV 5, Art 13). In touristischen Zonen ist Sonntagsarbeit möglich in touristisch ausgerichteten Betrieben während der ganzen Dauer der Sommerferien (Art. 15 ArGV 5; Art. 25 ArGV 2). Nachtarbeit ist für unter 18-Jährige verboten, ausser sie sei für die berufliche Grundausbildung unerlässlich (Art. 12 ArGV 5). Wie lange? (…). Laura Perret Ducommun.
SGB, 5.7.2018.
Personen > Perret Ducommun Laura. Ferienjob. Ratgeber. SGB, 2018-07-05.
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29.06.2018 Zürich
Demonstrationen Zürich
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Bauarbeiter
Demonstration Unia
Volltext
Bau: Grösste Arbeiter-Demonstration seit 100 Jahren. 18'000 für Rente 60. Der Baumeisterverband greift die Rente 60 frontal an. Das lassen sich die Bauarbeiter nicht gefallen. Einen solchen Protest hat die Schweiz noch selten gesehen. 10’000 hat Unia-Bauchef Nico Lutz schon erwartet, doch es kommen 18’000 Bauarbeiter mit ihren Familien, Kollegen, Freundinnen und Freunden. Wie ein Tatzelwurm schlängelt sich der wartende Demonstrationszug vom Zürcher Bahnhof übers Central bis auf die Rudolf-Brun-Brücke. Im tiefblau-weisswolkigen Himmel schwebt die magische Zahl 60. Auf einem riesigen roten Ballon. 18’000 aus der ganzen Schweiz sind gekommen, um sich den Rentenabbauplänen der Baumeister entgegenzustellen. Diese greifen die Frühpensionierung auf dem Bau frontal an und fordern: Rentenalter rauf oder Rente runter. Ein dicker Affront auf eine wohlverdiente Errungenschaft. Denn Bauarbeiter leben gefährlich und sterben früher. Deshalb ist auch Maurer Wanja Jakob (27) aus Bern da, „weil Klassenkampf nie endet“. Und Rentner Christian Bringold (69) aus Lenk BE erzählt: „Hätte ich nicht mit 60 gehen können, gäbe es mich heute vermutlich gar nicht mehr.“ Starkes Zeichen. An vorderster Front, mit dem grossen Transparent, protestiert Maurer Pasquale Miele (55) aus Zürich: „Miele wie die Abwaschmaschine!“ Als einziger trägt er kein rotes 60-T-Shirt, sondern Hemd und Krawatte. Immer wenn er an einen wichtigen Anlass gehe, trage er Krawatte, sagt er. Und: Wenn er Unia-Chef wäre, würde er für die Demos rote Krawatten (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 29.6.2018.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Bauarbeiter. Demonstration. Work online, 2018-06-29.
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29.06.2018 Schweiz
Ferien
Personen
Work
Sina Bühler
Ferien
Ratgeber
Volltext
Ferien: Work sagt, was Sie wissen müssen. Sommer, Sonne, Ferien! Die meisten Angestellten machen im Sommer die langersehnten Ferien. Work erklärt, welche Regeln und Gesetze sie kennen müssen, um diese Zeit unbeschwert geniessen zu können. Je heisser es wird, desto unangenehmer wird es an vielen Arbeitsplätzen. Die Sonne brennt auf die Baustelle, die Uniform zwickt, und vor allem lockt die Sonne in die Badi. Aber das Schöne ist: Sommerzeit ist auch Ferienzeit. Das Gesetz garantiert allen Arbeitnehmenden mindestens vier Wochen Ferien im Jahr. Ausser für Jugendliche unter 20 Jahren: sie dürfen jährlich fünf Wochen Pause machen. Und wer unter 30 Jahre alt ist, hat Anspruch auf eine Woche Jugendurlaub. Dabei handelt es sich aber nicht um ¬Ferien im eigentlichen Sinn, sondern um Zeit, ein Ehrenamt in sozialen, kulturellen oder Sportorganisationen auszuüben. Es gibt Einzelarbeitsverträge oder Gesamtarbeitsverträge, die bei den Ferien mehr als das Minimum von vier Wochen vorsehen. Falls Sie nicht sicher sind, was für Sie gilt, schauen Sie nach: Hier finden Sie den Inhalt aller Gesamtarbeitsverträge: gav-service.ch. Rücksicht auf Wünsche. Ferien im Sommer halten wir oft für selbstverständlich. Doch Achtung: Wann Sie Ihre Ferientage beziehen können, entscheidet Ihr Chef oder Ihre Chefin. Sie dürfen das aber nicht willkürlich tun, sondern müssen dabei auf Ihre Wünsche Rücksicht nehmen. Das heisst, sie müssen beispielsweise familiäre Pflichten und damit die Schulferien beachten. Sie haben das Recht, ungefähr drei (…). Sina Bühler.
Work online, 29.6.2018.
Personen > Bühler Sina. Ferien. Ratgeber. Work online, 2018-06-29.
Ganzer Text
29.06.2018 Schweiz
Personen
Work
Jean Ziegler
Entschädigungen
Verdingkinder
Volltext
Verdingkinder: Dringlicher Appell von Jean Ziegler. „Verbrechen gegen die Menschlichkeit kennen keine Verjährung“. Am 31. März lief die Frist ab, um ein Entschädigungsgesuch zu stellen. Jetzt fordert Jean Ziegler eine Fristverlängerung. Der grosse deutsche Dichter und Aufklärer Johann Peter Hebel schrieb: „Merke: Es gibt Untaten, über welche kein Gras wächst.“ Der Umgang der Schweiz mit den Verdingkindern ist ein Musterbeispiel dafür. Den „fürsorgerischen Zwangsmassnahmen“ fielen im Laufe der Jahrzehnte über 300’000 Menschen zum Opfer. Auf Grundlage dieses Nazigesetzes konnten die Behörden bis 1981 Kinder ohne Gerichtsurteil aus ihrer Familie reissen und fremdplatzieren. Eine uneheliche Schwangerschaft konnte ausreichend sein. Die Opfer wurden zur „Nacherziehung“ in Heime und Strafanstalten verfrachtet oder Bauern als Zwangsarbeiter zur Verfügung gestellt. Sie wurden belästigt, geschlagen, vergewaltigt, sterilisiert, von jedem Bildungsweg ausgeschlossen. Man nannte sie „verwahrlost“, „arbeitsscheu“, „liederlich“ oder „asozial“. Es war ein Gesetz zum Schutz der herrschenden moralischen Ordnung und zur Ausgrenzung der wirtschaftlich ärmsten Menschen. Mit achtzehn Jahren entliess man sie aus der Hölle, meist in ein Leben der unsäglichen materiellen Armut, der seelischen Invalidität und der Hoffnungslosigkeit. Erniedrigung und psychische Zerstörung wurden noch befördert durch einen kaum je erwähnten Tatbestand: die Straflosigkeit der Täter. Praktisch kein pädophiler Priester, kein schlagender (…). Jean Ziegler.
Work online, 29.6.2018.
Personen > Ziegler Jean. Verdingkinder. Work online, 2018-06-29.
Ganzer Text
29.06.2018 England
EU
Gewerkschaften
Personen
Work
Andreas Rieger
EU
Gewerkschaften
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Brexit: In der Falle. 52 Prozent der Britinnen und Briten haben in der Volksabstimmung vor zwei Jahren den Austritt aus der EU beschlossen. Seither steckt die Politik in der Falle. Kein Weg vorwärts ist gangbar. Ein Brexit mit harten Grenzen für Waren und Personen wird die Wirtschaft strangulieren. Ein weicher Brexit ohne Grenzen für Waren gegenüber der EU ist für die Rechtspopulisten in der regierenden konservativen Partei inakzeptabel. Ministerpräsidentin Theresa May würde wohl stürzen und Grossbritannien führungslos auf den Austrittstermin vom Frühling 2019 zuschlittern. Aber auch ein Weg zurück ist kaum möglich. Eine zweite Abstimmung über den EU-Austritt würde das Land gänzlich spalten. Wie diese ausgehen würde, ist zudem völlig offen. Hoffnung auf Labour. Die Gewerkschaften sehen schwarz. „Bereits jetzt stagnieren die Löhne. Die Unternehmer investieren weniger und bereiten Verlagerungen vor“, sagt Simon Dubbins, Internationaler Sekretär der Multibranchenorganisation Unite. Mit dem Brexit werden ¬zudem Schutzbestimmungen für Arbeitnehmende wegfallen. Viele Rechte von Arbeitnehmenden und Migrierenden gründen auf EU-Richtlinien. „Die regierende Mehrheit wird viele dieser Errungenschaften nicht ins neue britische Recht übernehmen.“ Umso mehr hofft Dubbins, dass bei den kommenden Wahlen die Labour-Partei unter der Führung des linken Jeremy Corbyn gewinnen wird. „Damit könnten wir die Rechte der Arbeitnehmenden und der Eingewanderten sichern.“ Ob eine Labour-Mehrheit aber (…). Andreas Rieger.
Work online, 29.6.2018.
Personen > Rieger Andreas. EU. Gewerkschaften. Work online, 2018-06-29.
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29.06.2018 Schweiz
Initiativen Schweiz
Personen
Work
Christian Egg
99-Prozent-Initiative
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99-Prozent-Initiative: Jetzt unterschreiben und die Löhne entlasten. Mehr Steuern für Superreiche. Höhere Steuern auf Kapitalgewinnen als auf Einkommen: Das wollen die JUSO - und sammeln Unterschriften für die 99-Prozent-lnitiative. Eine JUSO-Gruppe zieht nach Meilen an die Zürcher Goldküste und blockiert die Zufahrt zum Haus von Magdalena Martullo-Blocher. „Gib uns unser Geld zurück, Magdalena“, so die unmissverständliche Botschaft an die SVP-Vizepräsidentin. Mit der Aktion lancieren die JUSO ihre 99-Prozent-Initiative: gerechte Steuern auf Kapitaleinkommen. Damit wollen die JUSO der wachsenden Ungleichheit Einhalt gebieten. Denn heute besitzt in der Schweiz das oberste Prozent mehr als die gesamte ärmere Hälfte der Bevölkerung. Der Grund: Die Reichen beziehen ihr Einkommen nicht mehr aus Arbeit, sondern aus Kapital. Aus Dividenden, Börsengewinnen und sonstigen Spekulationen. Diese werden weniger stark besteuert als Löhne oder sogar überhaupt nicht. Umverteilung. Die Forderung der Initiative ist einfach: Kapitaleinkommen soll anderthalbmal so stark besteuert werden wie Arbeit. Der Ertrag - die JUSO rechnen mit 5 bis 10 Milliarden pro Jahr - soll an die 99 Prozent der Bevölkerung zurückfliessen. Entweder durch tiefere Steuern oder als „soziale Wohlfahrt“. JUSO-Präsidentin Tamara Funiciello präzisiert: „Das können Prämienverbilligungen für die Krankenkasse oder Beiträge an die Kinderbetreuung sein.“ Rund die Hälfte der nötigen Unterschriften haben die JUSO bisher gesammelt. Das Echo auf der (…). Christian Egg.
Work, 29.6.2018.
Personen > Egg Christian. 99-Prozent-Initiative. Work, 2018-06-29.
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29.06.2018 Luxemburg
OVS
Personen
Work
Oliver Fahrni
Besitzverhältnisse
OVS
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Hinter Oviesse stecken Finanzfonds. Tatort Luxemburg. Das Schicksal der Oviesse-Verkäuferinnen in der Schweiz wurde nicht in Italien besiegelt. Stefano Beraldo, der Chef des Kleiderkonzerns OVS (Oviesse) aus Mestre bei Venedig, wusste, dass die alte Vögele-Kundschaft mit italienischem Chic nichts am Hut hat. Der Aufbau einer neuen Kundschaft würde etwas Zeit brauchen. Schliesslich hat Profi Beraldo seine Sporen bei der italienischen Modekette Benetton verdient. Dass OVS nun doch so blitzartig aus der Schweiz aussteigt und über 1‘000 Arbeitsplätze zerstört, hat mit Kleidergeschmack wenig, mit spekulativen Finanzaktionen aber viel zu tun. Der Schlüssel der OVS-Schweiz-Katastrophe liegt nicht in Venedig, sondern in Luxemburg. Anfang Dezember 2017 fand dort eine Sitzung von Fondsmanagern statt. Sie beschlossen, ihr Investment bei OVS scharf herunterzufahren. Reich und billig. Der Reihe nach: Die OVS-Läden in der Schweiz gehören der Firma Sempione im steuergünstigen Kanton Schwyz. Sie wird von OVS und ein paar Fonds kontrolliert. OVS seinerseits ist Teil der Coin-Gruppe, des grossen italienischen Warenhauskonzerns, der auch Upim, La Standa, Kid’s Planet, Melablu usw. besitzt. Doch wem gehört die Coin-Gruppe? Einer Schachtelkonstruktion von Investmentfonds im Steuerparadies Luxemburg. Die Federführung hat BC Partners. Dieser Fonds hält weltweit Beteiligungen von 127 Milliarden Euro. Hinter BC Partners stehen mehrheitlich (…). Oliver Fahrni.
Work online, 29.6.2018.
Personen > Fahrni Oliver. OVS. Besitzverhältnisse. Work online, 2018-06-29.
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07.07.2018 Schweiz
JardinSuisse
Unia Schweiz

Arbeitsbedingungen
Gartenbau
GAV
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Raus aus der Tieflohnzone. Gärtner/innen-Delegation übergibt Vereinbarungsvorschlag am JardinSuisse-Hauptsitz. Gärtnerinnen und Gärtner verdienen immer noch deutlich weniger und haben schlechtere Arbeitsbedingungen als ihre Kollegen auf dem Bau. Eine Delegation von Gärtner/innen hat heute am Hauptsitz des Arbeitgeberverbands JardinSuisse in Aarau einen Vereinbarungsvorschlag mit der klaren Forderung „keine Löhne unter 4000 Franken!“ deponiert. JardinSuisse steht nun in der Verantwortung. Der Berufsalltag im Gartenbau ist hart. Gerade im Sommer bei Temperaturen über 30 Grad wird den Gärtner/innen alles abverlangt. Dennoch ist der Gartenbau weiterhin eine Tieflohnzone; bis zu 1000 Franken/Monat tiefere Löhne und schlechtere Arbeitsbedingungen als ihre Kolleg/innen in verwandten handwerklichen Berufen sind weit verbreitet. Trotz Berufs-Knowhow und gleich hartem Berufsalltag. Für die Gärtner/innen ist das absolut unverständlich. Ihre Forderungen sind klar: Es braucht fünf Wochen Ferien, eine Frühpensionierung und faire Löhne. Vereinbarungsvorschlag für faire Löhne übergeben. Heute ist deshalb eine Delegation von aktiven Gärtner/innen am Hauptsitz des Gärtnermeisterverbands JardinSuisse in Aarau vorstellig geworden. Zusammen mit einer überdimensionalen Sonnenblume reichten die Gärtner/innen einen Vereinbarungsvorschlag für faire Löhne an JardinSuisse ein: keine Löhne mehr unter 4000 Franken. Dies als erster Schritt, um die Missstände in der Branche anzugehen. (…).
Unia Schweiz, Medienmitteilung. 7.7.2018.
Unia Schweiz > Gartenbau. GAV. Unia Schweiz, 2018-07-07.
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29.06.2018 Thun
OVS
Personen
Work
Christian Egg
Betriebsschliessung
OVS
Volltext
Letzte Tage in den OVS-Filialen. Total-Liquidation. Der oberste OVS-Chef ist schon längst über alle ¬Berge, alle Verkäuferinnen verlieren ihre Stellen. Aber sie müssen noch die Filialen aufräumen – und schwitzen dabei Blut und Tränen. Der Laden ist voll. „Total-Liquidation“ steht in gelb-schwarzen Lettern überall: „70% Rabatt auf alles“. Verkäuferin Daniela Friedrich * und ihre Kolleginnen schwitzen. Es ist ihr letzter Tag in der OVS-Filiale an der Einkaufsstrasse Bälliz in Thun. Erst vor knapp einer Woche haben sie erfahren, dass ihr Laden zugehe. Jetzt versuchen sie, den letzten Tag noch zu überstehen. Friedrich sagt: „Unsere Motivation ist im Keller.“ Zwar gehört sie zu den Glücklichen, die bereits eine neue Stelle gefunden haben. Dass OVS so brutal den Stecker gezogen hat, tut ihr trotzdem weh: „Mit den Kolleginnen hier habe ich fast zwanzig Jahre zusammengearbeitet. Ab heute Abend ist Schluss.“ Auch das Verhalten der Kundinnen und Kunden macht Friedrich zu schaffen. Sie erzählt: „Viele lassen Kleider, die sie nicht wollen, einfach am Boden liegen. Die Wertschätzung uns gegenüber ist gleich null.“ Schliessungsbefehl per Internet. Die Schweizer Tochtergesellschaft des italienischen Modegiganten OVS übernahm das serbelnde Modehaus Charles Vögele vor knapp zwei Jahren. Mit rosigen Versprechungen. Doch diese Woche gab sie bekannt: Alle 1180 Angestellten verlieren ihren Job. Das ist die grösste Massenentlassung, die der Schweizer Detailhandel je gesehen hat. Seit Ende Mai ist das Unternehmen in Nachlassstundung und schliesst (…). Christian Egg.
Work online, 29.6.2018.
Personen > Egg Christian. OVS. Betriebsschliessung. Work online, 2018-06-29.
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29.06.2018 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Elisabeth Joris
Frauenstimmrecht
Geschichte
Volltext
62 Jahre bis zum Frauenstimmrecht: „Man ist nie Mensch. Man ist entweder Mann oder Frau“. Die Geschichte beginnt mit einem Paukenschlag und endet mit einem Trillerpfeifenkonzert. Dazwischen spielen Schubladen die zentrale Rolle. Auf der Forderungsliste des Landesstreiks 1918 belegt das Frauenstimmrecht den zweiten Platz. Die prominente Platzierung schlägt bei den Frauenrechtlerinnen wie «eine Bombe» ein. Ein Paukenschlag. Sofort und per Telegramm empfiehlt die Präsidentin des Schweizerischen Frauenstimmrechtsverbands, Emilie Gourd, dem Bundesrat «wärmstens», das Frauenstimmrecht umzusetzen. Erfolglos. Ebenso erfolglos sind die beiden nationalrätlichen Motionen des Basler Freisinnigen Emil Göttisheim und des Zürcher Sozialdemokraten Herman Greulich. Die Begehren verschwinden in einer Schublade. Wicks Tiraden. Wirkung erzeugt der Paukenschlag aber unter den Frauen. Der Bund Schweizerischer Frauenvereine (BSF, heute Alliance F) setzt 1919 mit einem klaren Bekenntnis zum Frauenstimmrecht ein wichtiges Zeichen. Es folgen Abstimmungen in sechs Kantonen. Sie gehen fast alle auf sozialdemokratische Eingaben zurück. Und alle enden sie mit einem deutlichen Nein der Männer. Auch die Genossen gehören mehrheitlich zur Front der Patriarchen. Einen neuen Anlauf nehmen die Frauen an der Schweizerischen Ausstellung für Frauenarbeit (SAFFA). In Bern (…). Elisabeth Joris.
Work online, 29.6.2018.
Personen > Joris Elisabeth. Frauenstimmrecht. Geschichte. Work online, 2018-06-29.
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