Gewerkschaftschronik
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19.01.2018 Schweiz
Personen
Work
Patricia D Incau
Layout
Volltext
Work
Freude herrscht: Work ganz neu und frisch im Web. Pünktlich zur ersten Ausgabe im neuen Jahr präsentiert Work den rundum erneuerten Webauftritt. Bereits 2003 wagte Work, als eine der ersten Schweizer Zeitungen überhaupt, den Sprung ins Internet. Nach 14 Jahren im Dienst hat der bisherige Webauftritt nun allerdings Staub angesetzt – gestalterisch wie auch technisch. Darum geht er jetzt in den wohlverdienten Ruhestand. Die Nachfolgerin wartet mit mehr Inhalten auf, viel Farbe, grossen Bilder und knalligen ¬Titeln. Auffällig im Stil, klar im Inhalt. Also typisch Work. Das ist neu. Mehrere Monate lang wurde an der neuen Seite getüftelt. Und das nicht nur an der Optik, sondern auch an den Funktionen. Dort hat Work im Netz nun mehr zu bieten. Zum Beispiel: Gesammelte Work-Dossiers: Von der AHV über den Landesstreik bis zu den Abzockern im internationalen Bösencasino – im Work-Dossier werden wichtige Themen, ob historisch oder aktuell, unter die Lupe genommen. Auf der neuen Website sind sämtliche Dossiers nun mit einem Klick abrufbar. Umfassendes Archiv: Ausgabe verpasst? Kein Problem. Ab sofort lässt sich im Work auch nachträglich stöbern. Und zwar Seite für Seite. Denn: Im neuen Onlinearchiv sind alle Ausgaben ab -Januar 2017 als PDF-¬Dateien abrufbar. Rubriken und Kolumnen auf einen Blick: Endo Anacondas SMS an Bankster, Politikerinnen sowie an Cervelat- und andere Promis gehören ebenso (…). Patricia D'Incau
Work online, 19.1.2018.
Personen > D’Incau Patricia. Work. Layout. Work online, 2018-01-19.
Ganzer Text
19.01.2018 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Anita Fetz
Sabine Reber
Interview
Lohngleichheit
Volltext
Lohngleichheit: Bundesrat macht Mini-Schritte. Warum geht es nicht schneller, Frau Fetz? Firmen mit mehr als 50 Angestellten sollen Lohnanalysen machen müssen. Doch FDP, SVP und Wirtschaftsverbände laufen Sturm. Ein Riesenaffront, sagt SP-Ständerätin Anita Fetz. Work: Das neue Rating des britischen Wirtschaftsmagazins „The Economist“ zeigt einmal mehr: die erwerbstätigen Frauen haben es hierzulande schwer. In Sachen Kinderbetreuung, aber auch punkto Lohngleichheit fällt die Schweiz hinter den Durchschnitt der OECD-Staaten zurück. Warum? Anita Fetz: Die Schweiz ist immer noch konservativ, ausser in den grösseren Städten. Das Rollenbild der Mutter, die zu Hause bleibt oder maximal Teilzeit arbeitet, ist enorm hartnäckig und tief verankert – auch bei vielen Frauen selbst. Und unser Steuersystem diskriminiert die verheirateten, erwerbstätigen Frauen, indem es fast ihren ganzen Verdienst wegbesteuert. Wenigstens bei der Lohngleichheit geht nun etwas. Firmen mit mehr als 50 Angestellten sollen Lohnanalysen machen müssen. So will es der Bundesrat. Es sind zahme Forderungen: Wer sie nicht erfüllt, muss keine Sanktionen befürchten. Trotzdem leisten FDP und SVP jetzt schon erbitterten Widerstand. Kommen wir eigentlich nie voran? Sollte das Gleichstellungsgesetz in der ständerätlichen Kommission nicht durchkommen, wäre das ein Riesenaffront für die Frauen. Ein Nichteintreten wäre ein verheerendes Zeichen. Zugleich ist es schwierig, für dieses schwache Gesetz zu mobilisieren: es bietet schlicht zu wenig, als (…). Sabine Reber
Work online, 19.1.2018.
Personen > Reber Sabine. Lohngleichheit. Interview. Work, 2018-01-19.
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19.01.2018 Schweiz
Baumeisterverband
Unia Schweiz

Baumeisterverband
Frühpensionierung
Rentenalter
Volltext
Baumeister verweigern Verhandlungen. Die Rente mit 60 ist schon wieder in Gefahr. In den nächsten Jahren gehen mehr Bauarbeiter in Rente. Darum braucht es vorübergehend mehr Geld. Doch die Baumeister stellen sich quer. Die Frühpensionierung für Bauarbeiter ist ein voller Erfolg. Neue Berechnungen zeigen, dass die Zahl derer, die mit 60 in Rente gehen, gar stärker ansteigt als bisher angenommen. Das hat aber auch seinen Preis. Die Stiftung für den frühzeitigen Altersrücktritt (FAR) im Bauhauptgewerbe braucht für einen begrenzten Zeitraum einen finanziellen Zuschuss. Wie schon vor zwei Jahren (siehe Box). Lief da etwas falsch? „Nein“, sagt Unia-Bauchef Nico Lutz, „aber die Fluktuation ist gesunken. Und das konnten wir nicht voraussehen.“ Sinkende Fluktuation heisst, dass heute immer weniger Bauarbeiter den Beruf wechseln oder ins Ausland abreisen. Sie bleiben im Job. Das ist auch eine – durchaus erwünschte – Folge der Rente mit 60, welche die Bauarbeiter im Jahr 2002 erkämpft hatten. Seitdem können sie nach Jahren harter Arbeit würdevoll in den Ruhestand treten. Die Finanzierungslücke besteht nur vorübergehend. 2024 ist der Höchststand erreicht, dann wird die Zahl der Rentner wieder zurückgehen. Darum sagt Bauchef Nico Lutz: „Das Problem ist lösbar. Die Bauarbeiter sind auch bereit, sich an den Kosten zu beteiligen.“ Die Gewerkschaften wollen über eine befristete Erhöhung der -Beträge von einem halben bis einem Prozent verhandeln sowie über eine moderate Anpassung der Altersgutschriften. Baumeister stur. (…). Ralph Hug.
Work online, 19.1.2018.
Personen > Hug Ralph. Rentenalter. Baumeisterverband. Work, 2018-01-19.
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19.01.2018 Genf
ABB
Unia Genf

ABB
Konsultationsverfahren
Volltext
Das Personal von ABB Sécheron verlangt neue Verhandlungen. Das Personal der ABB Sécheron SA in Genf hat an seiner heutigen Versammlung über die Stellungnahme der Firma zum Konsultationsverfahren diskutiert. Auch wenn es im Vergleich zum ursprünglichen Plan einige Verbesserungen gibt, bleibt der Vorschlag von ABB unter den Erwartungen. Die Belegschaft hat die Firmenleitung formell um die Klärung mehrerer offener Punkte und die Aufnahme von neuen Verhandlungen ersucht. Das Personal erwartet eine Zusage bis Ende nächster Woche. An der Personalversammlung haben rund 100 Angestellte der ABB Sécheron SA die Antwort der Firmenleitung auf das Konsultationsverfahren erörtert. Dieses läuft seit dem 6. November 2017, weil die ABB die Produktion von Traktionstransformatoren nach Polen auslagern will. Die Belegschaft nimmt zur Kenntnis, dass einige ihrer Verbesserungsvorschläge, die während einer sechstägigen kollektiven Konsultation im November erarbeitet wurden, von der Firmenleitung akzeptiert worden sind. Insbesondere verlängert die ABB Sécheron auf Druck des Personals den Zeitraum der Verlagerung von 18 auf 24 Monate. Im Jahr 2018 wird es entgegen den ursprünglichen Plänen keine Entlassungen geben. Nur vage Zusagen von ABB. (…).
Unia Genf, 19.1.2018.
Unia Genf > ABB. Konsultationsverfahren. Unia Genf, 2018-01-19.
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19.01.2018 Schweiz
Frauen
SGB
SGB-Frauenkommission

Lohngleichheit
SGB-Frauenkommission
Volltext
Lohngleichheit. Punkt. Schluss! 13. SGB-Frauenkongress fordert: Verfassung respektieren. Seit 37 Jahren ist in der Schweiz "gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit" für Männer und Frauen Verfassungsgrundsatz. Trotzdem verdienen die Frauen im Schnitt immer noch gut 7 Prozent weniger Lohn als die Männer - ohne dass Berufsanforderungen oder Ausbildung dies erklären könnten. Aufs Jahr hochgerechnet entgehen den Frauen deswegen 7 Mrd. Franken, obwohl es dafür keine objektiven Gründe gibt. Diese hartnäckige Lohndiskriminierung muss nun endlich effektiv bekämpft werden. Freiwillige Massnahmen der Arbeitgeber brachten in den letzten Jahren keine substanzielle Verbesserung. Gelegenheit zu Fortschritten bei der Lohngleichheit bietet die Revision des Gleichstellungsgesetzes, auf welche die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Ständerats (WBK) am Freitag eingetreten ist - wenn auch denkbar knapp. Die vom Bundesrat gemachten Vorschläge reichen jedoch nicht aus, um die Lohngleichheit durchzusetzen. Um den fortwährenden Verfassungsbruch zu stoppen, fordern die Gewerkschaftsfrauen folgende Massnahmen: (…).
SGB, 19.1.2018.
SGB > Frauenkongress. Lohngleichheit. SGB, 2018-01-19.
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19.01.2018 Deutschland
DB Deutsche Bahn
Junge Welt

DB Deutsche Bahn
Fahrplan
Volltext
Bahn mit mehr Verspätungen. Konzern verfehlt Pünktlichkeitsziel 2017 deutlich. Bahnfahrer brauchten im vergangenen Jahr Geduld: Im Nah- und Fernverkehr gab es mehr Verspätungen als im Jahr zuvor. Nur 78,5 Prozent aller ICE und Intercity waren 2017 pünktlich, 0,4 Prozent weniger als im Vorjahr, wie aus Konzernzahlen hervorgeht, die der Deutschen Presseagentur am Donnerstag vorlagen. Dazu trugen demnach auch hauseigene Probleme bei: Störungen am Schienennetz und an den Zügen, zum Beispiel nach der Eröffnung der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Berlin und München im Dezember. Hinzu kam die lange Streckensperrung nach einer Baupanne bei Rastatt. Konzernchef Richard Lutz kippte daraufhin schon im November das Jahresziel von 81 Prozent fahrplanmässig ankommender Züge. Für 2018 hat die Bahn das Ziel ausgegeben, die Quote auf 82 Prozent zu erhöhen. 2021 sollen es dann 85 Prozent sein. Auch im Nahverkehr lief es 2017 etwas schlechter. Dort waren 94,4 Prozent der Züge pünktlich, 0,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Bahn wertet ihre Züge bis zu einer Verspätung unter sechs Minuten als pünktlich. Grosse Teile der Infrastruktur sind marode. Um den Sanierungsstau im 33‘000 Kilometer langen Streckennetz abzubauen, hatte die Bahn 2017 7,5 Milliarden Euro investiert, um etwa Gleise, Weichen und Signale zu erneuern. Zu Spitzenzeiten im Sommer gab es bis zu 1‘000 Baustellen gleichzeitig. Höhepunkt war die Sperrung der Rheintalbrücke im August und September. Weil während des Betriebs unter (…).
Junge Welt, 19.1.2018.
Junge Welt > DB. Fahrpläne. Junge Welt, 2018-01-19.
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19.01.2018 Schweiz
Nationalbank
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Direktion
Nationalbank
Volltext
Die Wende. Vor drei Jahren war er ein einsamer Rufer in der Wüste des ökonomischen Unverstandes: SGB-Chefökonom Daniel Lampart. Niemand mochte damals so richtig in seine Kritik an der Nationalbank einstimmen. Lampart warnte und warnte und warnte. Bereits einen Monat nach der plötzlichen Aufhebung des Frankenmindestkurses erklärte er im Work: „Mit dem Mindestkurs waren die Arbeitnehmenden sicher. Ohne Untergrenze kommen sie unter Druck.“ Und so kam es: Ohne Frankenschock hätte die Schweiz heute 100’000 Arbeitsplätze mehr. Das schätzt der St. Galler Wirtschaftsprofessor Franz Jaeger und fordert einen neuen Mindestkurs. Es stand im Work. Jaeger kritisiert aufgrund von Untersuchungen der Uni St. Gallen die falsche Geldpolitik von Nationalbank-Chef Thomas Jordan. Und nicht nur er. SNB-Kritiker Lampart bekommt Recht. Selbst Jordans oberster Chef, Bundesrat Johann Schneider-Ammann findet, ein fairer Frankenkurs läge „klar über 1.20 Franken“. Zwar hat der Volkswirtschaftsminister nie etwas gegen den überbewerteten Franken getan. Doch seine Kritik an Jordans Kurs ist massiv, wenn auch indirekt. Nach drei Jahren Lohndruck, Arbeitsplatzabbau, und Einkaufstourismus bekommt Lampart, bekommen die Gewerkschaften, Recht. Die Aufhebung des Mindestkurses war ein Riesenfehler und verheerend für die Schweiz. Im grossen Work-Interview (Seite 3) über den Aufschwung gibt Daniel Lampart sich zwar bescheiden, aber der politische Umschwung ist ein, auch sein Erfolg! Krawatte. (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 19.1.2018.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Nationalbank. Wolk online, 2018-01-19.
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17.01.2018 Schweiz
Impressum
SDA Schweizerische Depeschenagentur
Syndicom

Offener Brief
Sda
Volltext
SDA-Personal stellt klare Forderungen an die Direktion. und beschliesst, nötigenfalls Kampfmassnahmen zu ergreifen. An der Redaktionsversammlung vom Dienstagabend hat das Personal der SDA Position bezogen zum massiven Stellenabbau, den die Direktion am 8. Januar bekanntgegeben hat. Die Redaktion akzeptiert den geplanten Abbau von 35 bis 40 von 150 Vollzeitstellen nicht. Das Konsultationsverfahren, in dem die Arbeitnehmenden das Recht haben, Vorschläge zu machen, wie Kündigungen vermieden, deren Zahl beschränkt und wie die Folgen aufgefangen werden sollen, ist bis anhin eine Alibiübung. Dies, weil die Direktion der gewählten Personalvertretung (Redaktionskommission, ReKo) die nötigen Informationen zum tatsächlichen Stand der Unternehmensfinanzen und zur geplanten Umsetzung des Abbaus verweigert oder nur unvollständig Einsicht gewährt hat. Zudem lehnt die Direktion bis anhin ab, die kurze Konsultationsfrist von 10 Tagen zu verlängern auf Ende Januar. Trotz dieser widrigen Umstände hat das Personal unter Leitung der ReKo einen Katalog von Vorschlägen zusammen gestellt, mit denen Einsparungen getroffen und damit Stellen gerettet werden sollen. Die Forderung nach Verlängerung der Konsultationsverfahrens bleibt aber aufrechterhalten. Das Personal stellt fest, dass die Direktion keinen Plan hat, wie Umfang und Qualität der SDA-Dienstleistungen künftig aussehen sollen. Der «Masterplan», in den die ReKo Einsicht bekam, umfasst knapp eine Seite und lediglich einige Finanzeckdaten. Was das Kerngeschäft und die (…).
Syndicom, Presse und elektronische Medien, Medienmitteilung, 17.1.2018.
Syndicom > sda. Offener Brief. Syndicom, 2018-01-17.
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17.01.2018 Deutschland
Junge Welt
Verdi

Volltext
Zeitungszustellung
Erfolgreich um die Stellen gekämpft. Nach anhaltenden Protesten können sich die Nordkurier-Zusteller freuen: Sie behalten ihre Jobs. Die Zusteller der Nordkurier-Logistik in der Mecklenburgischen Schweiz können aufatmen: 60 Beschäftigte, die das Unternehmen ab Februar auf die Strasse setzen wollte, werden ihre Stelle behalten. Das teilte das Unternehmen am Montag mit. Künftig würden die Kollegen jedoch nicht mehr in einer, sondern in zwei Firmen angestellt werden. Mit der Ankündigung findet ein Arbeitskampf sein vorläufiges Ende, der in der Region hohe Wellen schlug. Publik wurde die Geschichte am Dienstag vor einer Woche. An dem Tag verschickte die Gewerkschaft Verdi eine Pressemitteilung mit diesem langen Titel: „Nordkurier entlässt 60 Brief- und Paketzusteller in Mecklenburg unmittelbar nach erstmaliger Bestellung eines Wahlvorstandes zur Einleitung von Betriebsratswahlen“. Nach Darstellung der Gewerkschaft sei den Beschäftigten demnach zum Jahresende die Kündigung überreicht worden; ihr Betrieb sollte Ende Januar geschlossen werden. Nordkurier-Logistik – eine Tochtergesellschaft der Nordkurier-Mediengruppe, die eine Regionalzeitung herausgibt – begründete den Schritt mit Qualitätsmängeln bei der Zustellung. Für Verdi war das nur ein vorgeschobenes Argument. Wenige Wochen vor den Kündigungen waren die Kollegen erste Schritte gegangen, einen Betriebsrat zu gründen. „Der Nordkurier hat miserable Arbeits- und Einkommensbedingungen. Anstatt sich mit Betriebsräten und Verdi sachorientiert (…).
Junge Welt, 17.1.2018.
Junge Welt > Zeitungszustellung. Verdi. Junge Welt, 2018-01-17.
Ganzer Text
17.01.2018 Schweiz
Junge Welt
Unternehmerverbände

Ausbeutung
Volltext
Arbeitmitgeber des Tages: Schweizer Kapitalisten. Laufende Nase, Halsschmerzen, Fieber – die Grippe hat die Schweiz fest im Griff. Das geht natürlich ins Geld. Aber die Unternehmerverbände haben eine tolle Idee: Die Leute sollen doch einfach krank weiterarbeiten. Damit sie niemanden anstecken, halt in der Quarantäne – also von zu Hause aus. Vielleicht ist der Vorschlag eine Reaktion auf den in der Schweiz grassierenden Präsentismus, also dass Arbeiter aus Angst vor Arbeitsplatzverlust krank zur Arbeit kommen. Laut einer Gewerkschaftsstudie hält es ein Drittel der Beschäftigten so. Dadurch entstehen aber höhere volkswirtschaftliche Kosten als bei Kollegen, die gleich daheim bleiben. Der Vorschlag mit dem Home Office für Kranke ist also wohl ein gutschweizerischer Kompromiss: das Bett hüten müssen, aber trotzdem Profit für den Chef generieren dürfen. Auch Gewerbeverbandspräsident Jean-François Rime findet den Gedanken super. Der Parlamentsabgeordnete der erzrechten SVP und Besitzer eines Sägewerks ist der Meinung, dass es doch die Chefs selber entscheiden sollen, ob es ihren kranken Mitarbeitern zuzumuten sei, von zu Hause weiterzuarbeiten. Denn he, wer weiss schon besser als der Chef, was gesundheitlich für Arbeiter zumutbar ist? Schützenhilfe erhalten die Unternehmer von einem Arzt. Claude Sidler, seines Zeichens Arbeitsmediziner, hat ihnen mit einem Beitrag im Apothekenblättchen Astrea Apotheke überhaupt erst die Inspiration geliefert. Sidlers Devise im Krankheitsfall scheint zu sein: (…). Florian Sieber.
Junge Welt, 17.1.2018.
Junge Welt > Schweiz. Ausbeutung. Krankheit. Junge Welt, 2018-01-17.
Ganzer Text
16.01.2018 Deutschland
Junge Welt
VW

Betriebsräte
Volltext
VW
Zu den Chefs übergelaufen. Während der Tarifverhandlungen bei VW wechselt Betriebsrat ins Management. Zeichen stehen auf Warnstreik. In den sechs Werken der Volkswagen AG in Wolfsburg, Braunschweig, Salzgitter, Kassel, Hannover und Emden verhandelt die IG Metall für die gut 100‘000 Beschäftigten einen Haustarifvertrag. Die „fairen Forderungen“, so der Betriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh, umfassen die Erhöhung des Entgelts um sechs Prozent für zwölf Monate, eine Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung und die Verpflichtung zur Einstellung von Auszubildenden. Zur Begründung der Forderungen erklärt die IG Metall in einem Flyer für die Beschäftigten: „Mit Blick auf Inflation, Produktivität und die nötige Umverteilung ist das ein gerechter Ausgleich.“ Mehr Geld zur Verfügung zu haben, sei nicht nur persönlich erstrebenswert, sondern tue der gesamten Wirtschaft gut. „Bei Volkswagen haben wir ein faires Forderungspaket geschnürt: Die Beschäftigten wollen Sicherheit, Teilhabe und Gerechtigkeit.“ Diese Forderungen seien untrennbar miteinander verbunden und träfen den Nerv der Zeit. Statt der Sorge um die „gesamte Wirtschaft“ wäre es angebracht, immer wieder auf die ausserordentlichen Gewinne des Unternehmens als Begründung für eine kräftige Umverteilung hinzuweisen, die bei der Forderung von sechs Prozent doch nur recht bescheiden ausfällt. Der niedersächsische IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger, Verhandlungsführer für das Tarifgebiet der Volkswagen AG, kommentierte den Verlauf der ersten (…).
Junge Welt, 16.1.2018.
Junge Welt > VW. Betriebsrat. Junge Welt, 2018-01-16.
Ganzer Text
15.01.2018 Deutschland
Gewerkschaften
Junge Welt

Streikrecht
Volltext
Kollision in Karlsruhe. Streikverbot für Beamte widerspricht internationalem Menschenrecht. Am Mittwoch wird das Bundesverfassungsgericht darüber diskutieren, wie dieser Konflikt aufzulösen ist. Als „Vater des Berufsbeamtentums“ gilt der preussische Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. Während des Kaiserreichs, bis zur Revolution von 1918, war Beamten schon die blosse Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft verboten. Die Weimarer Reichsverfassung gewährte ihnen in Artikel 130 zwar die „Vereinigungsfreiheit“, das Streikrecht – das in der Regel aus der Koalitionsfreiheit abgeleitet wird – mochte man ihnen jedoch nicht zugestehen. Seit Jahrzehnten ist den Gewerkschaften das Streikverbot für Beamte ein Dorn im Auge. Vor allem bei Tarifauseinandersetzungen in den Bundesländern – wo das Gros der fast 1,7 Millionen Beamten angestellt ist – bereitet es Verdi, GEW und Co. Probleme. In Schulen, aber auch in Verwaltungen und anderswo können die verbeamteten Beschäftigten stets nur symbolisch ihre Solidarität mit den gewerkschaftlichen Forderungen bekunden, obwohl auch ihre eigenen Arbeitsbedingungen und ihre Besoldung indirekt von den Ergebnissen der Tarifverhandlungen abhängen. Das soll sich nun ändern. Am Mittwoch wird sich das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe in einer mündlichen Anhörung mit dem Thema befassen. Viele Jahre haben es die Gewerkschaften vermieden, den Konflikt durch die Instanzen zu klagen. Zu gering waren die Erfolgsaussichten in Anbetracht einer vorherrschenden Auffassung der Rechtsgelehrten, die sich auch (…).
Junge Welt, 15.1.2018.
Junge Welt > Streik. Streikrecht. Junge Welt, 2018-01-15.
Ganzer Text
15.01.2018 Griechenland
Gewerkschaften
Junge Welt
Syriza

Demonstration
Streik
Volltext
Lautstark gegen Tsipras. Griechische Regierung peitscht Einschränkung des Streikrechts durch das Parlament. Tausende protestieren. Das Parlament in Athen hat am Montag über einen Gesetzentwurf der Regierung debattiert, durch den das Streikrecht in Griechenland eingeschränkt werden soll. Nachdem bereits im Dezember und in der vergangenen Woche Tausende Menschen gegen die Novelle protestiert hatten, legte ein weiterer Generalstreik der Gewerkschaften das öffentliche Leben in vielen Städten des Landes weitgehend lahm. Der Antrag der aus der Linkspartei Syriza von Ministerpräsident Alexis Tsipras mit der nationalistischen Anel gebildeten Regierungskoalition sieht vor, dass die Gewerkschaften künftig für einen Streikbeschluss die Zustimmung von mindestens 51 Prozent aller regelmässig zahlenden Mitglieder einholen müssen, die zudem bei der Abstimmung persönlich anwesend sein müssen. Bisher genügte bei der Abstimmung die Anwesenheit von einem Drittel der Mitglieder, bei einer zweiten oder dritten Abstimmungsrunde mussten sogar nur noch 20 Prozent anwesend sein. Die Arbeiterorganisationen sehen deshalb ihre Flexibilität gefährdet und fürchten um ihre Druckmittel. Die Gesetzesnovelle soll den Abschluss des dritten Kreditprogramms ermöglichen, das Athen von der sogenannten Troika aus EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds diktiert wurde. Die Einschränkung des Streikrechts ist eine von 60 Forderungen der Gläubiger, die bis zum Frühjahr umgesetzt werden sollen. Daran hängt (…).
Junge Welt, 15.1.2018.
Junge Welt > Griechenland. Demonstration. Streik. Junge Welt, 2018-01-15.
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15.01.2018 Deutschland
Armut
Junge Welt

Armut
HartzIV
Volltext
Widerstand gegen Willkür. Jobcenter mussten 2017 erneut Hunderttausende rechtswidrige Hartz-IV-Bescheide revidieren. Zahl der Sanktionen steigt wieder. Hartz IV ist ein Dschungel unklarer Regeln. Kaum verständliche Gesetze eröffnen Sachbearbeitern in Jobcentern weite Ermessensspielräume. Auf der anderen Seite stehen existenzielle Grundbedürfnisse von Betroffenen zur Debatte. Die Folgen: Auch im vergangenen Jahr war die Gegenwehr groß. Jobcenter und Gerichte mussten erneut Tausende fehlerhafte Bescheide aufheben. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten neuen Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor, über die zuerst „Bild“ berichtete. Demnach gingen 2017 rund 640‘000 neue Widersprüche bei den juristischen Abteilungen der Jobcenter ein, etwa 1,4 Prozent weniger als 2016. In gut 226‘000 Fällen gingen sie zugunsten der Betroffenen aus. 184‘000 Eingaben waren im Dezember noch unbearbeitet. 112‘000 abgelehnte Widerspruchsführer zogen weiter vor ein Sozialgericht. Damit schrumpfte die Zahl der neuen Klagen um knapp drei Prozent gegenüber 2016. Insgesamt waren 46‘400 Kläger erfolgreich. Etwa 40 Prozent der ihnen vorgelegten Bescheide erklärten die Gerichte insgesamt für rechtswidrig. Es trifft die Schwächsten. Etwa ein Drittel der Kläger und 43 Prozent der Widerspruchsführer wehrten sich dagegen, dass Jobcenter ihnen Vermögen angerechnet und aus diesen oder anderen Gründen Leistungen eingestellt oder zurückgefordert hatten. Zweithäufigster Grund für juristische Gegenwehr waren die Ausgaben für (…).
Junge Welt, 15.1.2018.
Junge Welt > Armut. Hartz-IV. Junge Welt, 2018-01-15.
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15.01.2018 Berlin
Junge Welt
Personen
Karl Liebknecht
Rosa Luxemburg
Demonstration
Gedenkfeier
Volltext
Luxemburg, Liebknecht und die „Freiheit der Andersdenkenden“. Tausende Menschen zog es auch in diesem Jahr zur Gedenkstätte der Sozialisten. Gedenken heisst kämpfen. Luxemburg, Liebknecht und die „Freiheit der Andersdenkenden“. Tausende Menschen zog es auch in diesem Jahr zur Gedenkstätte der Sozialisten. Die Gedenkstätte der Sozialisten im Berliner Stadtteil Friedrichsfelde ist auch nach fast einem Jahrhundert ein magischer Ort. Denn mehr als zehntausend Menschen zog es auch am Sonntag zu dem Friedhof, auf dem Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und zahlreiche weitere deutsche Arbeiterführer ihre letzte Ruhestätte fanden. 99 Jahre nach ihrer Ermordung am 15. Januar 1919 gedachten sie der beiden Führer der damals neugegründeten Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Getrennt oder vereint? Wie in den Jahren zuvor war das Erinnern geteilt. Bei der traditionellen Gedenkdemonstration vom Frankfurter Tor im Stadtteil Friedrichshain zum Zentralfriedhof Friedrichsfelde marschierten alte und junge Kommunisten, Aktivisten antifaschistischer Gruppen und Vertreter verschiedener Gliederungen der Partei Die Linke gemeinsam. Andere Menschen zog es direkt zur Gedenkstätte, die ein Teil des Friedhofs ist. Dort wurden von vielen Teilnehmern Kränze und rote Nelken niedergelegt. Auch Spitzenpolitiker der Linkspartei gedachten der von Freikorps-Söldnern umgebrachten Arbeiterführer, darunter die Bundestagsfraktionschefs Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch, die Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger. (…).
Junge Welt, 15.1.2018.
Junge Welt > Luxemburg Rosa. Gedenkfeier. Junge Welt, 2018-01-15.
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13.01.2018 Deutschland
Junge Welt
Personen
Karl Liebknecht
Rosa Luxemburg
Demonstration
Gedenkfeier
Volltext
Traditionsreiche Demo. Tausende werden am Sonntag wieder an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht erinnern. Am Sonntag werden wieder Tausende Menschen an der traditionellen Demonstration zum Gedenken an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht teilnehmen. Und viele weitere werden direkt zur Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde gehen, um an dem Stein mit dem Schriftzug „Die Toten mahnen uns“ und an den Tafeln mit den Namen bekannter und heute weniger bekannter Revolutionäre Blumen niederzulegen. Die Tradition der Ehrung reicht 99 Jahre zurück. Am 15. Januar 1919 wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht von Freikorps ermordet. Zehn Tage später trugen mehr als 100‘000 Menschen Liebknecht und 32 während der Januarkämpfe in Berlin getötete Revolutionäre zu Grabe. Der Berliner Magistrat hatte der Kommunistischen Partei jedoch verboten, sie im Friedrichshain zu bestatten, wo auch die Opfer der Revolution von 1848 begraben sind. Er wies der KPD einen hinteren Bereich des Friedhofs Friedrichsfelde zu, der damals für Kriminelle vorgesehen war und „Verbrecherecke“ genannt wurde. Nachdem am 1. Juni 1919 auch der Leichnam Rosa Luxemburgs gefunden worden war, der nach dem Mord in den Landwehrkanal geworfen worden war, gaben am 13. Juni auch ihr Tausende das letzte Geleit. Ab 1920 erinnerte vor allem die KPD alljährlich im Januar mit Gedenkveranstaltungen und Demonstrationen an den Doppelmord und die Niederschlagung der Revolution. Als am 21. Januar (…).
Junge Welt, 13.1.2018.
Junge Welt > Luxemburg Rosa. Gedenktag. Junge Welt, 2018-01-13.
Ganzer Text
12.01.2018 Schweiz
Swisscom
Syndicom

GAV
Swisscom
Volltext
Erfolgreicher Abschluss der Verhandlungen zum GAV Swisscom. Swisscom und ihre Sozialpartner, die Gewerkschaft Syndicom und der Personalverband transfair, haben sich auf einen neuen Gesamtarbeitsvertrag für die Mitarbeitenden von Swisscom geeinigt. Swisscom befindet sich in einem Umfeld, das von fundamentalen Umwälzungen geprägt ist: Das Kerngeschäft ist unter Druck, der Markt gesättigt. Gleichzeitig verändert die Digitalisierung nicht nur Technologien, sondern zunehmend auch Politik, Gesellschaft und Wirtschaft grundlegend. Wie die Arbeitswelt in ein paar Jahren aussehen wird, lässt sich heute noch nicht mit Sicherheit sagen. Erste Veränderungen prägen jedoch bereits den Arbeitsmarkt: lebenslanges Lernen wird immer wichtiger, flexible Arbeitsformen nehmen zu, Jobprofile und Organisationsmodelle verändern sich. Wichtiges Ziel der GAV-Verhandlungen war deshalb, den Gesamtarbeitsvertrag (GAV) mit Blick auf die Anforderungen der Arbeitswelt der Zukunft weiterzuentwickeln und an die Marktgegebenheiten anzupassen. Die wichtigsten Anpassungen lassen sich folgenden Themenfeldern zuordnen: Arbeitsmarktfähigkeit. Die Aus- und Weiterbildung ist angesichts der Digitalisierung und der damit verbundenen Veränderungen unserer Arbeitswelt sowohl für die Sozialpartner als auch für Swisscom ein Schwerpunktthema. Swisscom will ihre gesellschaftliche Verantwortung als Arbeitgeberin wahrnehmen und die Arbeitsmarktfähigkeit ihrer Mitarbeitenden erhalten und stärken. (...). Syndicom, 12.1.2018.
Syndicom > Swisscom. GAV. Syndicom, 2018-01-12.
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12.01.2018 Genf
ABB
Unia Genf

ABB
Konsultativabstimmungen
Volltext
Ergebnisse der Konsultation bei der ABB Sécheron SA. Vorschläge von ABB zum Standort Genf erfüllen Erwartungen nicht und lassen viele Fragen offen. Die ABB hat der Gewerkschaft Unia und dem Personal der Genfer Niederlassung heute Mittag ihre offizielle Stellungnahme zu deren Vorschlägen im Rahmen des Konsultationsverfahrens bekanntgegeben. Dank der fundierten Vorschläge der Belegschaft und deren Entschlossenheit konnten gegenüber dem ursprünglichen Plan der Firma einige Verbesserungen erreicht werden. Insgesamt bleibt die Antwort der ABB aber weit hinter den Erwartungen des Personals zurück. Da in mehreren Punkten ausserdem weiter Klärungsbedarf besteht, fordert die Unia Nachverhandlungen. Nachdem die Belegschaft der ABB Sécheron SA am 15. Dezember 2017 ihre Vorschläge zur Verhinderung des am 6. November angekündigten Stellenabbaus eingereicht hatte, hat die Firma heute gegenüber den Angestellten und der Gewerkschaft ihre Stellungnahme dazu präsentiert. Mehrere Forderungen der Belegschaft, die diese insbesondere in einer sechstägigen kollektiven Konsultation im November erarbeitete, wurden aufgenommen. Keine Entlassungen im 2018. Insbesondere wird der Zeitraum, in dem die ABB die Auslagerung nach Polen durchführen will, auf Druck der Beschäftigten auf 24 Monate verlängert. Das bedeutet, dass es im Jahr 2018 entgegen den ursprünglichen Plänen keine Entlassungen geben wird. Zudem hat sich das (…).
Unia Genf, Medienmitteilung, 12.1.2018,
Unia Genf > ABB. Konsultationsverfahren. Unia Genf, 2018-01-12.
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12.01.2018 Zürich
Gewerkschaftsbund ZH Kanton
Personen
Markus Bischoff
Stadtratswahlen
Volltext
Gewollt ungewöhnlich. Gewerkschaftliche Gedanken zur Wahlkampfunterstützung. Von „mutig“ bis „goht’s no“ gingen die Kommentare, nachdem der GBKZ auch einen Kandidaten der SVP zur Wahl in den Stadtrat von Zürich empfohlen hatte. Ungewohnte Empfehlungen regen zum Nachdenken an. Welchen Wert haben Wahlempfehlungen, welche Rolle Gewerkschaften und sollen sie überhaupt Exekutivkandidaten unterstützen? Die Gewerkschaften haben die Rechte der Arbeitnehmenden zu stärken. Sie engagieren sich für gerechte Löhne, Lohngleichheit von Frau und Mann, gute Arbeitszeiten, die Sicherheit des Arbeitsplatzes und für die Gleichbehandlung von ausländischen und inländischen Arbeitnehmenden. Die Bandbreite der Mitglieder von Gewerkschaften ist gross: Sie reicht von oftmals wert- und strukturkonservativen SBB-Mitarbeitenden, über eine reformfreudige Lehrerschaft bis zu bürgerlichen Bankmitarbeitenden. Die Gewerkschaften dienen sich bewusst keiner Partei oder einem Parteispektrum an. Denn auch rot-grüne Parteipolitik ist kein Garant für eine Politik im Interesse der Arbeitnehmenden. Nur wer unabhängig ist, hat die nötige Distanz zur Macht. In der Gewerkschaft kann jede und jeder mitmachen. Bedingung ist der Einsatz für gewerkschaftliche Ziele. Roger Bartholdi ist Präsident der Personalvertretung einer Grossbank und zugleich Vizepräsident des nationalen Personalverbandes. Er ist ohne Zweifel gewerkschaftlich aktiv und ständig mit den politisiert. (…).. Markus Bischoff.
GBKZ, 12.1.2018.
Personen > Bischoff Markus. GBKZ, 2018-01-12.
Ganzer Text
12.01.2018 Schweiz
SEV Schweiz

Dienstpläne
Lokomotivführer
Volltext
Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. SEV-LPV fordert Ausstieg aus Problemsoftware Sopre. Seit November 2017 sorgt die Software Sopre bei der Einsatzplanung des SBB-Lokpersonals für Chaos und Ärger, und eine wirkliche Verbesserung ist noch immer nicht abzusehen. Dennoch will die SBB erst Ende April über die Zukunft des Systems entscheiden und es auf jeden Fall bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 weiter benutzen. Doch für die Mitarbeitenden, die täglich mit Sopre arbeiten müssen, sind die Probleme eine Zumutung. Ihre Geduld ist schon mehr als genug strapaziert worden. Deshalb fordert die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV, dass die SBB endlich die Konsequenzen zieht und die Sopre-Übung abbricht. Die Probleme mit Sopre sind eine Geschichte ohne Ende: Schon seit mehr als sechs Jahren arbeitet die SBB mit der Herstellerfirma daran. Dennoch war im Juni 2016 die Einführung des Systems bei der Einsatzplanung des Zugpersonals mit grossen Schwierigkeiten verbunden, die bis heute nicht vollständig behoben sind. Trotzdem wurde Sopre im November beim Lokpersonal eingeführt im Wissen, dass dort die Rahmenbedingungen noch komplexer sind. Prompt trieben in der Folge die ungenügende Performance (lange Wartezeiten) und schlechte Qualität der Daten die Disponenten und das Lokpersonal psychisch und physisch an ihre Grenzen. „Auf dem Spiel steht die Fahrplanstabilität und die Gesundheit des Personals“, warnt SEV-Gewerkschaftssekretär (…).
SEV, 12.1.2018.
SEV > Lokführer. Sopre. SEV, 2018-01-12.
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12.01.2018 Sowjetunion
Junge Welt
Perspektive
W. I. Lenin
Imperialismus
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„Der Bourgeois macht sich zunehmend überflüssig“. Lenin lesen: Wer vom Imperialismus spricht, sollte das Monopolkapital nicht vergessen. Gespräch mit Lena Kreymann, stellvertretende Bundesvorsitzende der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ). Bevor am Wochenende der Revolutionäre Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und Wladimir Lenin gedacht wird, wollen wir über die Aktualität von deren Werk sprechen. In Ihrer Organisation, der SDAJ, wird zum Beispiel noch heute Lenins 1917 erschienene Schrift „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“ studiert. Warum? Das Werk hat mindestens zwei, vermutlich aber mehr ganz grosse Stärken. Die grundlegende Analyse der gesellschaftlichen Verhältnisse stimmt nach wie vor. Man kann aus der Schrift aber auch viel darüber lernen, wie man an politische Arbeit herangehen sollte. Denn was tut Lenin? 1916, der erste Weltkrieg tobt, und die Lage spitzt sich in allen Ländern unglaublich zu, schreibt er dieses Buch – und wälzt dafür Statistiken. Er nimmt sich eine Unmenge an Daten vor. Das tut er nicht, weil er sich von der politischen Praxis entfernt hätte. Im Gegenteil: Er betrachtet die Situation genau, macht langfristige Entwicklungstendenzen aus und schlussfolgert, wie die revolutionäre Arbeit aussehen muss. Auch wir müssen so an die Überwindung des Kapitalismus herangehen. Lenin verweist darauf, dass die Grundlage des Imperialismus die Existenz gewaltiger Monopolkonzerne ist. Er wendet sich gegen ein Verständnis, nach dem Imperialismus (…).
Junge Welt, 12.1.2018.
Junge Welt > Lenin W.I. Imperialismus. Junge Welt, 2018-01-12.
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12.01.2018 Deutschland
Junge Welt

Krankenkassen
Löhne
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Was die Krankenkassen wollen. Die Pläne der Unionsparteien, Tariferhöhungen in Kliniken auszufinanzieren, stösst bei den Kostenträgern nicht auf Gegenliebe. Eine neue Regierung ist noch nicht gebildet, doch schon jetzt fürchten die Krankenkassen, dass ihre Interessen nicht genügend berücksichtigt werden. Angeblich wollen CDU und CSU, dass Lohnsteigerungen in den Kliniken künftig vollständig von den Krankenkassen bezahlt werden. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hatte im Dezember der „Rheinischen Post“ gesagt, dass Tariferhöhungen für Pflegekräfte künftig von den Kassen gänzlich gegenfinanziert werden müssten. Das gefällt diesen nicht. „Wer meint, mit zusätzlichem Geld für eine angeblich nicht finanzierte Tarifsteigerung Personalprobleme bei der Pflege im Krankenhaus zu lösen, der irrt“, sagte Johann-Magnus Stackelberg, Vize-Chef des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung, am Donnerstag der Nachrichtenagentur „dpa“. Schon heute, so Stackelberg, würden die gesetzlichen Krankenkassen den Häusern für deren laufende Kosten mehr zahlen, als für den kompletten Ausgleich der Tarifsteigerungen notwendig wäre. Hintergrund des Konflikts ist die komplexe Finanzierung der Kliniken. Diese besteht im wesentlichen aus zwei unterschiedlichen Systemen, differenziert wird zwischen Investitions- und Betriebskosten. Für die Investitionskosten – etwa Ausgaben für Neubauten oder Geräte – kommen die Länder auf. Die Betriebskosten, zu denen etwa die Ausgaben für das Personal gehören, werden (…).
Junge Welt, 12.1.2018.
Junge Welt > Krankenkassen. Löhne. Junge Welt, 2018-01-12.
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11.01.2018 Schweiz
Personen
Unia Schweiz
WOZ
Sarah Schmalz
Strafanzeige
Unia Schweiz
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Der ungemütliche Angeschuldigte. Der Unia droht erneut Ungemach: Nach einem Korruptionsfall entliess sie zwei Angestellte fristlos – trotz Unschuldsvermutung. Nun wirft einer der beiden der Gewerkschaft vor, sie habe Persönlichkeitsrechte verletzt. Die Unia erachtet ihr Vorgehen als korrekt. Ist Kerim Haziri ein Betrüger oder naiv in eine schlimme Geschichte hineingeraten? Für die Unia scheint der Fall schon vor einem allfälligen Prozess klar zu sein. Ein Freund hat ihm das Büro zur Verfügung gestellt, in einem flachen Bürobau in Bern-Bethlehem, zwischen Autogeschäften, Kebabläden und Brautkleidgeschäften. Das Bürozimmer gehört zu einem Kleinkreditunternehmen mit einer düsteren Rezeption. Das also ist nun die Realität von Kerim Haziri*: Vorstadtmief statt schicker Altstadtbüros. Haziri hat Ansehen und Anerkennung verloren. „Das Schlimmste“, sagt er, „sind die Leute, die mich auf der Strasse beäugen. Ich bin hier ziemlich bekannt. Und nun fragen sich alle, was ich getan habe.“ Haziri war bis im Frühling 2017 Gewerkschaftssekretär bei der Unia-Sektion Oberaargau-Emmental. Seine Karriere bei der Unia endete am 25. April nach fünfzehn Jahren mit seiner Festnahme. Neben Haziri setzte die Waadtländer Kantonspolizei dreizehn weitere Personen fest: Sie werden beschuldigt, einen Sozialversicherungsbetrug im grossen Stil begangen zu haben. Laut der Staatsanwaltschaft meldeten die mutmasslichen Betrüger der Arbeitslosenkasse des Kantons Waadt fiktive Angestellte. So kamen sie bei einem (…). Sarah Schmalz.
WOZ online, 11.1.2018.
WOZ > Unia Schweiz. Strafverfahren. WOZ online, 2018-01-11.
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11.01.2018 Deutschland
Armut
Junge Welt

Armut
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Wohnungsmieten
Wohnen macht arm. Caritas-Umfrage: Angst um bezahlbare Mieten wächst. Zahl der Obdachlosen auch. Warnung vor „gesellschaftlichem Konfliktpotential.“ Wo Mangel den Konkurrenzkampf auf die Spitze treibt, lässt sich gut Kasse machen. Zum Beispiel auf dem Wohnungsmarkt. Die Kosten schnellen seit einigen Jahren in die Höhe. Etwa drei von vier Menschen in Deutschland sorgen sich darum, morgen noch ihre Miete zahlen zu können. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage der Caritas hervor, die der Verband am Mittwoch zum Start ihrer diesjährigen Kampagne unter dem Motto „Jeder Mensch braucht ein Zuhause“ vorstellte. „Das Problem hat die Mitte der Gesellschaft erreicht“, konstatierte Caritas-Präsident Peter Neher. Danach halten es 83 Prozent der befragten unter 30jährigen, 80 Prozent der über 50jährigen und etwa zwei Drittel der mittleren Altersgruppen für äusserst oder sehr wichtig, das Menschenrecht auf eine Wohnung durchzusetzen. Besonders Geringverdiener und Erwerbslose brachten ihre Sorge zum Ausdruck, keine angemessen grosse und bezahlbare Bleibe zu finden. In Deutschland fehlten etwa eine Million Wohnungen, so die Caritas. Vorhandene würden luxussaniert und stark verteuert. „Menschen müssen ihr langjähriges Zuhause verlassen und am Ende sitzen sie vielleicht auf der Straße“, kritisierte der Verband. Laut Neher würden Arme zusehends in bestimmte Stadtteile verdrängt. Das berge „gesellschaftliches Konfliktpotential“, warnte er. Mit der Kampagne will die Caritas zeigen, wo Wohnungsmangel herrsche und wie er (…).
Junge Welt, 11.1.2018.
Junge Welt > Armut. Wohnungsmieten. Junge Welt, 2018-01-11.
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09.01.2018 Schweiz
SDA Schweizerische Depeschenagentur
Syndicom

Sda
Stellenabbau
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Drastischer Stellenabbau bei der Nachrichtenagentur SDA. Der Redaktion der Schweizerischen Depeschenagentur (SDA) ist am Montag ein Abbau von 35 bis 40 Vollzeitstellen angekündigt worden. Dieser betrifft ausschliesslich Journalistinnen und Journalisten. Auf sämtlichen Ressorts in drei Landessprachen soll abgebaut werden. Dies wird die journalistische Leistung der traditionsreichen Schweizer Nachrichtenagentur auf Dauer massiv beschneiden und hat gravierende Folgen für die Informationsversorgung der Schweizer Bevölkerung und die Demokratie. Die schlechte Nachricht zum Jahresbeginn wird rasch umgesetzt: Bereits Ende Januar sollen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Gespräche über Frühpensionierungen, Pensumsreduktionen und Entlassungen aufgenommen werden. Die Nachrichtenagentur, die bisher in Inland-, Ausland- und Wirtschaftsressorts aufgeteilt war, wird zudem umgebaut. Das Wirtschaftsressort wird aufgelöst und die Leistungen zukünftig beim Tochterunternehmen AWP eingekauft. Einzig die Regionalbüros der sda sollen weiterhin Wirtschaftsmeldungen verfassen. Diese werden dann über die AWP publiziert. In der SDA-Zentrale in Bern werden das Inland- und das Auslandressort zusammengelegt. Die Regionalbüros werden vorerst beibehalten, wie auch die Korrespondentenstellen in der französischsprachigen, der deutschsprachigen und der italienischsprachigen Schweiz sowie bei der UNO in Genf und der EU in Brüssel. Der nach Sydney verlagerte Nachtdienst wird derzeit übergeprüft. Auch der Sport ist betroffen, dort (…).
Syndicom, 9.1.2018.
Syndicom > sda. Stellenabbau. Syndicom, 2018-01-09.
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