Gewerkschaftschronik
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07.12.2018 Schweiz
Gewerkschaftsbund ZH Kanton

Bauarbeiter
Demonstration
Landesmantelvertrag
Volltext
„Kämpfen müssen die Leute selbst“. Gewerkschaftliche Gedanken in der P.S. Seit einigen Tagen ist endlich klar: Die Bauarbeiter haben einen neuen Landesmantelvertrag! Der Gesamtarbeitsvertrag des Schweizer Baugewerbe, um den in den letzten Monat erbittert gestritten wurde, ist in trockenen Tüchern. Die heiss umkämpfte Rente mit 60, die den Bauarbeitern ein Ende ihres Erwerbslebens in Würde garantiert, bleibt; auch die unsäglichen Forderungen der Baumeister nach mehr Flexibilisierung der Arbeitszeiten sind endlich vom Tisch und es gibt sogar eine Lohnerhöhung von 160 Franken. Das ist ein riesiger Erfolg für die Bauarbeiter! Der 6. November 2018 liegt jetzt schon wieder einige Wochen zurück. Dort stand für einmal das Central still. Rund 4‘000 Bauarbeiter legten für einen Tag ihre Arbeit nieder und nahmen sich für ihren Z‘mittag die Brücke vor dem Züricher Verkehrsknotenpunkt. Viele Protestierende haben am frühen Morgen ihre Baustelle in Zürich zu gemacht, um am Protesttag teilzunehmen, dazu waren einige Delegationen aus der übrigen Deutschschweiz und der Waadt angereist, um die Zürcher Kollegen lautstark zu unterstützen. Auf der Brücke am Central ging es zu wie auf einer Chilbi. Trams und Busse standen still, während auf der Brücke hurtig Klapptische und Stühle aufgebaut wurden. Musik schallte aus riesigen schwarzen Musikboxen, überall waren Menschen, zum Teil in Arbeitsjacken und mit Sicherheitsschuhen, die in allen erdenklichen Sprachen miteinander redeten und scherzen. Während Monaten hatten die Baumeister (…).
GBKZ, 7.12.2016.
Gewerkschaftsbund ZH Kanton > Bauarbeiter. Landesmantelvertrag. GBKZ, 2018-12-07.
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07.12.2018 EU
Schweiz
Travail.Suisse

Flankiierende Massnahmen
Personenfreizügigkeit
Volltext
Weiterhin Note ungenügend für das Rahmenabkommen. Der Bundesrat hat heute entschieden, den Vorschlag der Europäischen Union für ein institutionelles Rahmenabkommen in eine Konsultation zu geben. Der Nicht-Entscheid des Bundesrates macht das Abkommen für die Arbeitnehmenden nicht besser. Es wird aber endlich für alle sichtbar, was die EU vorschlägt: Die Schweiz soll aus ihren flankierenden Massnahmen, aus dem Schutz der Löhne und Arbeitsbedingungen, Emmentaler Käse mit vielen Löchern machen. Für Travail.Suisse, den unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, kann der Bundesrat dieses Abkommen, das seine rote Linien mehrfach verletzt, in keinem Fall parafieren und ratifizieren. Travail.Suisse steht zu den bilateralen Verträgen, will aber den Lohnschutz eigenständig ohne Übernahme des EU-Entsenderechts sichern. Für Travail.Suisse sind geregelte Beziehungen zur EU als wichtigste Handelspartnerin und direkte Nachbarin unabdingbar. Den bilateralen Weg und die Personenfreizügigkeit wurde und wird von Travail.Suisse daher explizit unterstützt. Gleichzeitig sind die flankierenden Massnahmen zum Schutz der Löhne und Arbeitsbedingungen integral damit verknüpft. „Das veröffentlichte Rahmenabkommen, das die flankierenden Massnahmen schwächt und die eigenständige Ausgestaltung derselben in Frage stellt, kann keine sinnvolle und mehrheitsfähige Weiterentwicklung der Beziehungen zur EU sein“, sagt Adrian Wüthrich, Nationalrat und Präsident von Travail.Suisse. (…). Adrian Wüthrich.
Travail.Suisse, 7.12.2018.
Travail.Suisse > EU. Flankierende Massnahmen. Travail.Suisse, 2018-12-07.
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07.12.2018 EU
Schweiz
Unia Schweiz

Flankiierende Massnahmen
Personenfreizügigkeit
Volltext
Institutionelles Rahmenabkommen. Personenfreizügigkeit braucht starke Arbeitnehmerrechte. Das heute vom Bundesrat vorgestellte Rahmenabkommen würde den Lohnschutz in der Schweiz grundlegend in Frage stellen. Für die Unia ist klar: Die vorgeschlagene Schwächung der Flankierenden Massnahmen werden die Gewerkschaften nie akzeptieren und entschieden bekämpfen. Es braucht einen Ausbau und keinen Abbau bei den Flankierenden Massnahmen. Das heute vom Bundesrat vorgestellte Institutionelle Rahmenabkommen übertrifft alle Befürchtungen. Innerhalb von drei Jahren sollen die europäischen Richtlinien übernommen werden. Zukünftig würde der Europäische Gerichtshof über der Verhältnismässigkeit der Schutzmassnahmen in der Schweiz entscheiden. Somit würde der Lohnschutz in der Schweiz in wesentlichen Bereichen grundlegend in Frage gestellt. Der einzige positive Punkt: Der Bundesrat hat heute nicht entschieden, diesem Abkommen zuzustimmen, sondern will es in eine Vernehmlassung schicken. Die Unia wird den vorgeschlagenen Abbau des Lohnschutzes keinesfalls akzeptieren können und sich in der Vernehmlassung entschieden dagegen aussprechen. Die von der EU vorgeschlagenen Deregulierungsmassnahmen – generell verkürzte Voranmeldefrist für entsandte Arbeitnehmende, Einschränkung der bestehenden Kautionen, Abbau bei den Kontrollen, faktische Straflosigkeit der Unternehmen bei Vergehen – stellen einen weitreichenden Angriff auf die Löhne (…).
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 7.12.2018.
Unia Schweiz > EU. Flankierende Massnahmen. Unia Schweiz, 2018-12-07.
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06.12.2018 Schweiz
Krankversicherungen
Personen
SGB
Reto Wyss
Krankenkassen-Prämien
Volltext
Monitoring zeigt: Handlungsbedarf bei den Prämien mehr als dringend. Prämienbelastung der Versicherten erwiesenermassen massiv gestiegen. Im soeben neu erschienen „Monitoring"-Bericht des BAG bestätigt sich, was der SGB vor Kurzem bereits in seinem Verteilungsbericht festgehalten hat: Die Nettoprämienbelastung ist in den letzten 10 Jahren in allen Kantonen für sämtliche Haushalte mit tiefen und mittleren Einkommen massiv gestiegen. Im schweizweiten Durchschnitt ist die Belastung von 9% im Jahr 2007 auf 14% im Jahr 2017 gestiegen, wobei der Anstieg für gewisse Haushalte noch wesentlich ausgeprägter war. Nun hat diese Entwicklung natürlich auch etwas mit dem Kostenwachstum in der Grundversicherung zu tun. Sinnvolle Kostendämpfungsmassnahmen, z.B. zur Eindämmung der Überversorgung und zur Senkung der Arzneimittelpreise sind daher unumgänglich. Diese dürfen aber nicht vom Hauptproblem der unsozialen Finanzierung der Krankenversicherung ablenken. Der Monitoringbericht untersucht nämlich nicht den Kosten- bzw. Prämienanstieg, sondern explizit die Wirksamkeit der Prämienverbilligungssysteme. Dass diese in fast allen Kantonen durch Sparpakete massiv nachgelassen hat: darin begründen sich die Resultate dieses Berichts. So gaben im Jahr 2017 elf Kantone insgesamt weniger Geld für die Verbilligung der Prämien aus also noch zehn Jahre zuvor – dies trotz der massiven Prämiensteigerungen und des starken Bevölkerungswachstums. (…). Reto Wyss.
SGB, 6.12.2018.
Personen > Wyss Reto. Krankenkassen-Praemien. SGB, 2018-12-06.
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06.12.2018 Schweiz
Detailhandel
Unia Schweiz

Detailhandel
Digitalisierung
Volltext
Stellen im Detailhandel in Gefahr. Läden ohne Kassen: Menschen und Bildung müssen im Mittelpunkt stehen. Die Einführung von Filialen ohne Kassen führt zu einem weiteren Strukturwandel im Detailhandel. Die Unia steht dieser Entwicklung, die von einem Unternehmen kommt, das für seine schlechten Arbeitsbedingungen bekannt ist, sehr kritisch gegenüber. Um eine Massenentlassung in dieser Branche zu vermeiden, in welcher viele Menschen arbeiten, sind weitreichende Massnahmen für die Aus- und Weiterbildung sowie die berufliche Neuorientierung nötig, und zwar schnell! In Frankreich und anderswo gibt es schon viele Geschäfte ohne Kassen. Nun hat Valora die Eröffnung eines solchen Ladens für 2019 in Zürich angekündigt. Die Unia steht dieser Entwicklung sehr kritisch gegenüber. Sie wird den Verlust von noch mehr Arbeitsplätzen im Detailhandel, noch prekärere Arbeitsbedingungen sowie flexiblere und fragmentiertere Arbeitszeiten zur Folge haben. Die Unia wird sicherstellen, dass Valora das Arbeitsgesetz und die Ruhe- und Pausenzeiten für die Mitarbeitenden einhält. Valora ist bereits für seine schlechten und wenig respektvollen Arbeitsbedingungen bekannt (niedrige Löhne, systematisches Franchising, Druck, Nichteinhaltung von Pausen usw.). Die Verkäufer und insbesondere die Verkäuferinnen, vor allem die niedrigqualifizierten, werden unter diesem negativen Trend leiden, wenn nicht rasch gehandelt wird. Massnahmen sind absolut notwendig. (…).
Unia Schweiz, 6.12.2018.
Unia Schweiz > Digitalisierung. Detailhandel. Unia Schweiz, 2018-12-06.
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06.12.2018 Frankreich
Syndicom
Uber

Arbeitsgesetz
Uber
Volltext
Frankreich unterstellt die Uberisierten dem Arbeitsgesetz. Frankreichs höchstes Gericht hat einen Entscheid gefällt, der für alle scheinselbständigen Plattform-Arbeitenden wegweisend sein wird: Der Kassationshof in Paris qualifizierte einen Foodkurier als ganz normalen Lohnabhängigen. Dieser hatte als Velokurier für die Plattform Take Eat Easy Essen ausgeliefert. Syndicom ist hoch erfreut über diese Nachricht und erwartet von den Schweizer Behörden, endlich in diese Richtung aktiv zu werden. Der Gerichtshof in Paris interpretierte das Verhältnis zwischen den Kurieren und den Plattformen eindeutig als Arbeitsverhältnis, da die Kuriere in ihrer Arbeitsgestaltung nicht frei seien. Die Richter begründen den Entscheid mit dem Einsatz der Geolokalisation in Echtzeit und den Sanktionsmöglichkeiten, die das Unternehmen gegenüber dem Kurier habe. Damit seien die relevanten Kriterien, die ein Arbeitsverhältnis im Sinne des französischen Arbeitsrechts definieren, erfüllt. Bund muss aktiv werden. In der Konsequenz gelten diese Foodkuriere nun als Angestellte und deren bisherige Auftraggeber als Arbeitgeber. Sie müssen also Sozialversicherungen für ihre Angestellten abrechnen und deren Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz schützen. Alle diese Betreiber – egal ob sie Uber, Take Eat Easy oder Deliveroo heissen – sind keine reinen Technologie-Firmen, sondern Arbeitgeber, die eine soziale Verantwortung zu tragen haben. Nach dem Markteintritt von UberEats in die Schweiz letzten Monat ist es bloss eine Frage der Zeit, (...).
Syndicom, 6.12.2018.
Syndicom > Frankreich. Uber. Arbeitsgesetz. Syndicom, 2018-12-06.
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06.12.2018 Schweiz
Personen
WOZ
Daniel Stern
Gian Trepp
Interview
Volltext
Durch den Monat mit Gian Trepp (Teil 1). Wieso verliessen die Walser das Wallis? Der Ökonom und Autor Gian Trepp hat dieses Jahr ein Buch über seine Familiengeschichte veröffentlicht. Er entwickelt dabei auch gleich noch eine These, weshalb die WaiserInnen - mit ihrem eigenen alemannischen Dialekt - im ganzen Alpenraum siedelten und in hoch gelegenen Alpentälern zu überleben verstanden. WOZ: Gian Trepp, bislang haben Sie Bücher über Wirtschaftsthemen geschrieben, jetzt haben Sie eines über Ihre Vorfahren veröffentlicht. Wieso das Interesse an der eigenen Geschichte? Gian Trepp: Das ist wohl eine Alterserscheinung. Bei vielen meiner Generation ist das so. Wer bin ich? Woher komme ich? Das sind grundlegende Fragen. Ich wollte erfahren, in welchem Kontext meine Ahnen gelebt haben. Dass sie als Walser über Jahrhunderte im Bündnerland blieben, erleichterte die Recherche, zumal mein Grossonkel ein Familienarchiv führte. Die eigene Herkunft verzweigt sich doch immer weiter. Allen Linien kann man gar nicht folgen. Wir leben im Patriarchat. Auch nach #MeToo. Ich bin grundsätzlich dem Namen, also der männlichen Linie, gefolgt. Allerdings beschreibe ich in meinem Buch schon auch die Herkunft meiner Mutter. Sie sind als Kind eines Wirteehepaars im Zürcher Arbeiterkreis 5 aufgewachsen. Ihre Eltern betrieben das traditionsreiche Restaurant Vorbahnhof. Sassen Sie viel in der Beiz? Mein Vater hatte es mir verboten. Doch ich sass trotzdem viel dort und habe Zeitungen gelesen. Wir hatten (…). Daniel Stern.
WOZ, 6.12.2018.
Personen > Stern Daniel. Trepp Gian. Interview. WOZ, 2018-12-06.
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05.12.2018 Schweiz
Personen
SGB
Pierre-Yves Maillard
Giorgio Tuti
Präsident
SGB
Volltext
Der SGB ist bereit. Es spricht für unsere Gewerkschaftsbewegung, dass sich für Paul Rechsteiners Nachfolge zwei sehr gute Kandidaten beworben haben. Sowohl Barbara Gysi als auch Pierre-Yves Maillard hatten das ideale Profil, um den SGB zu präsidieren. Bevor ich auf die künftigen Herausforderungen unseres Dachverbandes eingehe, möchte ich kurz auf Paul Rechsteiners Präsidentschaft zurückblicken. 20 Jahre lang hat er den SGB mit Fingerspitzengefühl, Weitsicht und absoluter Integrität geführt. Er wusste die Politik in den Dienst der Gewerkschaften zu stellen, um die Lebensbedingungen der Beschäftigten und Pensionierten zu verbessern. Dass der SGB heute ein wichtiger politischer Akteur ist, ist auch Paul Rechsteiners Wirken in den letzten 20 Jahren zu verdanken. Dazu gehörte diesen Sommer sein entschiedenes Nein zur Teilnahme an einem runden Tisch über ein Rahmenabkommen mit der Europäischen Union auf Kosten des Lohnschutzes. Die Kämpfe, die ich an Paul Rechsteiners Seite ausgefochten habe, gehen mit Pierre-Yves Maillard weiter. In seiner ganzen Wahlkampagne für das SGB-Präsidium hat unser Waadtländer Kollege immer wieder unterstrichen, wie wichtig Gewerkschaftsarbeit bei der Basis und in den Betrieben ist. Diese Botschaft war ihm aufgrund seiner Erfahrung als Gewerkschaftssekretär beim SMUV wichtig. Unermüdlich hat er gewerkschaftliche und politische (…).
Giorgio Tuti, Präsident SEV und Vizepräsident SGB
SGB, 5.12.2018.
Personen > Tuti Giorgio. SGB. Präsident. SGB, 2018-12-05.
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04.12.2018 Schweiz
BLS
Personen
SEV Schweiz
Chantal Fischer
BLS
Stellenabbau
Volltext
SEV bi de lüt. Lieber Cello streichen als Arbeitsplätze. Die BLS setzt auf ihre Unternehmensfitness und will in den nächsten Jahren bis zu 200 Vollzeitstellen streichen. Das Sparprogramm heisst „Best Way“ und stösst auf breite Kritik. Die Mitarbeitenden sind indes verunsichert und wollen Klarheit. Der SEV war am 4. Dezember im Hauptsitz der BLS und hat sich mit ihnen ausgetauscht. Das Thema bewegt die Mitarbeitenden im Hauptsitz der BLS in Bern sichtlich. Zu wenig konkret sind die Informationen des Unternehmens und zu ungewiss die Zukunft der treuen Mitarbeitenden. Die beiden zuständigen Gewerkschaftssekretäre, Michael Buletti und Stefan Marti, und der Vorstand der VPT-Sektion BLS sind vor Ort – „bi de Lüt“ eben. Sie bekommen die Unsicherheiten hautnah mit und führen viele intensive Gespräche. Um die inakzeptablen Sparmassnahmen zu bekämpfen, braucht der SEV vor allem eines: Mitglieder, die einen anderen Weg einschlagen und mit dem SEV gegen den Abbau antreten. BLS-Mitarbeitende, die bis Ende März 2019 dem SEV beitreten, erhalten die ersten drei Monatsbeiträge ab Beitritt geschenkt. Es lohnt sich! (…).
Chantal Fischer
SEV, 4.12.2018.
SEV > BLS. Stellenabbau. SEV, 2018-12-04.
Ganzer Text
03.12.2018 Schweiz
Syna
Unia Schweiz

Landesmantelvertrag
Rentenalter
Volltext
Verhandlungen über Landesmantelvertrag, Lohnerhöhung und Frührente auf dem Bau. Verhandlungsergebnis liegt vor – Gremien entscheiden noch im Dezember. Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) sowie die Gewerkschaften Unia und Syna haben sich heute in Zürich nach langen und intensiven Verhandlungen auf einen neuen Landesmantelvertrag für das Bauhauptgewerbe, die Sicherung der Rente mit 60 sowie Lohnerhöhungen für die kommenden zwei Jahre geeinigt. Den definitiven Entscheid über das Verhandlungsresultat fällen noch im Dezember die jeweiligen Delegiertenversammlungen der Vertragsparteien. Die Delegationen der Gewerkschaften Unia und Syna und des Schweizerischen Baumeisterverbandes SBV haben sich heute auf eine Lösung beim Landesmantelvertrag und für die Frührente mit 60 einigen können. Die Lösung umfasst die bereits im Verlaufe des Herbstes ausgehandelte Massnahmen zur Sanierung der Stiftung FAR, welche die Rente mit 60 garantiert. Der Landesmantelvertrag (LMV) würde um vier Jahre mit gewissen Verbesserungen auf beiden Seiten abgeschlossen. Das Verhandlungsergebnis beinhaltet eine generelle Erhöhung der Effektiv- wie der Minimallöhne von je 80 Franken für die Jahre 2019 und 2020. (…).
Unia Schweiz, 3.12.2018.
Unia Schweiz > Landesmantelvertrag. Rentenalter. Unia Schweiz, 2018-12-03.
Ganzer Text
03.12.2018 Schweiz
Frauen
Unia Schweiz

Frauenstreik
Gleichstellung
Volltext
Revision des Gleichstellungsgesetzes. Völlig unzureichend – Frauen bereiten den Frauenstreik vor. Für die Unia ist die heute vom Nationalrat verabschiedete Revision des Gleichstellungsgesetzes absolut unbefriedigend. Das dürftige Gesetz eignet sich nicht, um die seit mehr als 30 Jahren in der Verfassung verankerte Lohngleichheit endlich umzusetzen. Die Unia engagiert sich deshalb mit voller Kraft für den Frauen*streik am 14. Juni 2019. Für die Unia ist die längst fällige Revision des Gleichstellungsgesetzes völlig ungenügend und eine grosse Enttäuschung. Nur Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitenden (exklusive Lernende) müssen Lohnanalysen durchführen. Das sind nicht einmal 1% aller Firmen und nur 46% der Arbeitnehmenden. Das ist ein Affront gegen die Gewerkschaftsfrauen, welche seit fünf Jahren für eine Änderung des Gesetzes kämpfen. Dazu kommt: Fehlbare Unternehmen müssen lediglich ihre Mitarbeitenden informieren. Sie werden weder sanktioniert, noch dazu verpflichtet, Massnahmen für die Lohngleichheit zu ergreifen. Das ist skandalös! Mit der zusätzlichen Begrenzung der Laufzeit auf 12 Jahren ist dieses Alibigesetz ein Hohn für alle Frauen. Die Verfassung gilt nicht nur auf Zeit! Es gilt ernst. Am 22. September gingen 20‘000 Frauen und solidarische Männer für die Lohngleichheit auf die Strasse. Seit Jahrzehnten kämpfen sie gemeinsam für das Recht auf Lohngleichheit und gegen Diskriminierung. Ihre Geduld ist am Ende! «Das von bürgerlichen Männern dominierte Parlament ignoriert unsere Anliegen (...). ,
Unia Schweiz, 3.12.2018.
Unia Schweiz > Frauen. Gleichstellung. Unia Schweiz, 2018-12-03.
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03.12.2018 Schweiz
Personen
SGB
Syndicom
Pierre-Yves Maillard
Präsident
SGB
Volltext
SGB beschliesst Projekte zur Stärkung der Kaufkraft – Neuer Präsident gewählt. Die Delegierten des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes haben an ihrem 56. Kongress den Waadtländer SP-Regierungsrat Pierre-Yves Maillard zum SGB-Präsidenten gewählt. Er folgt auf Paul Rechsteiner, der nach 20 Jahren sein Amt abgab und von den Delegierten mit langanhaltendem Applaus verabschiedet wurde. Thematisch im Zentrum des zweitägigen Kongresses standen der Kampf für die Gleichstellung von Mann und Frau sowie verschiedene Positionspapiere und Resolutionen, die zum Ziel haben, die Kaufkraft der Menschen mit tiefen und mittleren Einkommen oder Renten zu stärken. (SGB) Einstimmig beschlossen die Delegierten, mit der aktiven Unterstützung des Frauenstreiks am 14. Juni 2019 die Gleichstellung zu einem gewerkschaftlichen Hauptschwerpunkt der nächsten Zeit zu machen. In einer Resolution beschlossen sie zudem, ein Massnahmenpaket gegen die Lohn- und andere Diskriminierungen auszuarbeiten und einer Delegiertenversammlung zu unterbreiten. Zentrales Element der Gewerkschaftsarbeit ist auch der Kampf für anständige Renten. Die Delegierten beauftragten die SGB-Organe, eine Volksinitiative für eine 13. AHV-Rente zu planen. Eine Erhöhung der AHV-Renten ist der einzige sinnvolle Weg, die stetig sinkenden Pensionskassenrenten der künftigen Rentnergenration auszugleichen. Denn die AHV hat das beste Preis-Leistungsverhältnis der Schweizer Altersvorsorge: Über drei Viertel der Versicherten erhalten mehr (…).
Syndicom, 3.12.2018.
Personen > Maillard Pierre-Yves. SGB. Präsident. Syndicom, 2018-12-03.
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01.12.2018 Schweiz
Personen
SGB
Thomas Zimmermann
Kongress
SGB
Volltext
SGB beschliesst Projekte zur Stärkung der Kaufkraft – Neuer Präsident gewählt. Die Delegierten des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes haben an ihrem 56. Kongress den Waadtländer SP-Regierungsrat Pierre-Yves Maillard zum SGB-Präsidenten gewählt. Er folgt auf Paul Rechsteiner, der nach 20 Jahren sein Amt abgab und von den Delegierten mit langanhaltendem Applaus verabschiedet wurde. Thematisch im Zentrum des zweitägigen Kongresses standen der Kampf für die Gleichstellung von Mann und Frau sowie verschiedene Positionspapiere und Resolutionen, die zum Ziel haben, die Kaufkraft der Menschen mit tiefen und mittleren Einkommen oder Renten zu stärken. Einstimmig beschlossen die Delegierten, mit der aktiven Unterstützung des Frauenstreiks am 14. Juni 2019 die Gleichstellung zu einem gewerkschaftlichen Hauptschwerpunkt der nächsten Zeit zu machen. In einer Resolution beschlossen sie zudem, ein Massnahmenpaket gegen die Lohn- und andere Diskriminierungen auszuarbeiten und einer Delegiertenversammlung zu unterbreiten. Zentrales Element der Gewerkschaftsarbeit ist auch der Kampf für anständige Renten. Die Delegierten beauftragten die SGB-Organe, eine Volksinitiative für eine 13. AHV-Rente zu planen. Eine Erhöhung der AHV-Renten ist der einzige sinnvolle Weg, die stetig sinkenden Pensionskassenrenten der künftigen Rentnergenration auszugleichen. Denn die AHV hat das beste Preis-Leistungsverhältnis der Schweizer Altersvorsorge: Über drei Viertel der Versicherten erhalten mehr Rente als sie einzahlen mussten. Nur dank höheren AHV-Renten kann der (…). Thomas Zimmermann.
SGB, 1.12.2018.
Personen > Zimmermann Thomas. SGB. Kongress. SGB, 2018-12-01
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01.12.2018 Deutschland
Junge Welt
Printmedien

Gebühren
Printmedien
Volltext
Post kontra Presse. Faule Tricks bei den Vertriebspreisen: Wie die Deutsche Post AG ihr Monopol nutzt und nebenbei die Existenz der jungen Welt gefährdet. Vor einigen Tagen erhielt die „Junge Welt“ ein Schreiben der Deutschen Post AG, dessen Inhalt sich dramatisch auf den Fortbestand dieser Zeitung als Printprodukt auswirkt. Entgegen allen Zusicherungen sollen die Preise für die Postzustellung der „JW“-Tagesausgabe zum 1. Januar 2019 drastisch angehoben werden. Wenn alles so kommt, wie es sich der Konzern vorstellt, bedeutet das: Der Verlag 8. Mai, in dem „JW“ erscheint, ist mit jährlichen Mehrkosten in Höhe von rund 90‘000 Euro konfrontiert. Für eine grosse Aktiengesellschaft mag das ein läppischer Betrag sein, für diese Tageszeitung ist er existenzbedrohend. Statt der 2016 mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger e.V. (BDZV) für das kommende Jahr vereinbarten Erhöhung um 2,8 Prozent kündigte die Post in dem genannten Schreiben eine Preiserhöhung von faktisch 28,5 Prozent für den „JW“-Vertrieb an. Ein beispielloser Schritt. Zudem erfolgte er so kurzfristig, dass dem Verlag praktisch keine Zeit bleibt, die dadurch erforderlichen ökonomischen Massnahmen zu ergreifen. Die neue Preisliste des Konzerns, der auf dem deutschen Markt im Bereich Pressedistribution als Monopolist agiert, darf zugleich als Signal an die gesamte Branche aufgefasst werden: Print wird zum Auslaufmodell deklariert, auch andere Titel können jederzeit liquidiert werden. Die Vielfalt und Verfügbarkeit des Presseangebots und damit die Pressefreiheit als solche sind in Gefahr. Als Begründung für die Preissteigerung führt die Post u. a. „beschleunigte (…).
Junge Welt, 1.12.2018.
Junge Welt > Printmedien. Zustellgebühren. Junge Welt, 2018-12-01.
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01.12.2018 Deutschland
Junge Welt
Printmedien

Gebühren
Printmedien
Volltext
Die unsichtbare Hand. Post-Boss Appel zeigt, wie man auf Kosten von Beschäftigten und Kunden Milliarden scheffelt. Die Deutsche Post AG verlangt für die Zustellung der Tageszeitung „Junge Welt“ mal eben 90‘000 Euro mehr pro Jahr. Für den Vorstandsvorsitzenden Frank Appel sind das Peanuts: Sein Ziel ist, mit dem Postkonzern täglich (!) einen operativen Gewinn von 13,7 Millionen Euro zu erzielen. Er selber liess sich seine Tätigkeit im Jahr 2016 mit bescheidenen zehn Millionen vergüten, das sind 27‘000 Euro täglich. Auch an den Wochenenden, versteht sich. Das alles hat natürlich seinen Preis: Da werden mal eben 10‘000 Paketzusteller der Post trickreich in niedrigere Einkommensklassen gedrängt, da spart man bei der Einstellung von Zustellern der Brief- und Zeitungspost, verdichtet Arbeitszeiten, verschlechtert die Qualität der Dienstleistungen und erhöht nebenbei saftig die Preise. Das ist leicht möglich, weil die Post privatisiert und immer mehr den Marktextremisten überlassen wird. Obwohl ja ganz andere Dinge versprochen werden: „Privatisierung wird damit begründet, dass private Unternehmen wirtschaftlicher arbeiten und gleiche Güter und Leistungen kostengünstiger bereitstellen“, meint zum Beispiel die Bundeszentrale für politische Bildung, sie spricht sogar von der „unsichtbaren Hand des Marktes“, die so ihre „segensreiche Wirkung“ entfalten könne. Und: „Eine Abkehr von der Liberalisierung durch zunehmende Staatseingriffe (…) führt zu verschlechterten Wohlfahrtsergebnissen“. Reine neoliberale Propaganda, wie das Beispiel Deutsche Post AG eindrücklich belegt. Appel und sein Vorstand sind jedenfalls gerade dabei, mit saftigen (…). 
Junge Welt, 1.12.2018.
Junge Welt > Printmedien. Gebühren. Junge Welt, 2018-12-01.1.
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01.12.2018 Schweiz
Personen
SGB
Pierre-Yves Maillard
Präsident
SGB
Volltext
Pierre-Yves Maillard ist neuer SGB-Präsident. Mit 115 Stimmen im ersten Wahlgang gewählt. Die Entscheidung ist gefallen: Mit absolutem Mehr der Stimmen haben die Delegierten des 56. Kongresses des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds (SGB) Pierre-Yves Maillard im ersten Wahlgang zum neuen Präsidenten gewählt. Er steht die nächsten vier Jahre an der Spitze der grössten Arbeitnehmervertretung in der Schweiz. Er löst Paul Rechsteiner ab, der nach 20 Jahren SGB-Präsident feierlich verabschiedet wurde. An der Wahl nahmen 212 Delegierte teil. 82 stimmten für Barbara Gysi, 115 für Pierre-Yves Maillard, 15 Delegierte enthielten sich. In seiner Bewerbungsrede vor den rund Delegierten plädierte er für eine starke Gewerkschaftsbewegung. Diese zeichne sich durch Vielfalt aber auch durch Einigkeit aus. Er erinnerte zudem den Bundesrat, bei den Flankierenden Massnahmen Wort zu halten und keinen „europaweiten Lohnwettbewerb“ zu betreiben. Der 50-Jährige ist seit 2004 Waadtländer SP-Regierungsrat. Er steht dem Departement für Gesundheit und Soziales vor. Er studierte an der Universität Lausanne und arbeitete als Oberstufenlehrer, bevor er Regionalsekretär der Gewerkschaft SMUV (Schweizerischen Metall- und Uhrenarbeiterverband) wurde. Pierre-Yves Maillard wird als Regierungsrat zurücktreten und sein Amt als SGB-Präsident zwischen Mai und Juni 2019 antreten. Bis dahin leiten die Vizepräsidentin Vania Alleva und der Vizepräsident Giorgio Tuti den SGB. (…).
SGB, 1.12.2018.
Personen > Maillard Pierre Yves. Präsident. SGB. SGB, 2018-12-01.
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30.11.2018 Schweiz
Personen
Rassismus
Work
Martin Jakob
Rassismus
Ratgeber
Volltext
Mit Courage gegen jede Form der Ausgrenzung. Die Arbeitswelt ist besonders häufig Tatort rassistischer Diskriminierung. Das können Sie am eigenen Arbeitsplatz dagegen tun, und so können Sie sich als Opfer wehren. „Wir stellen keine Kopftücher ein“, schreibt ein Firmenchef dem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum. Die konkret betroffene Person ist Schweizerin muslimischen Glaubens. Ein Stammgast sagt zum Wirt, laut genug, damit der dunkelhäutige Kellner Aimé es hört: „Hoffentlich ist dein Entrecôte nicht so schwarz wie dein Kellner!“ Zwei Fälle aus der Arbeitswelt, geschildert im Ratgeber „Stopp Rassismus“ der Unia-Jugend. Fälle von rassistischer Diskriminierung. Plump ausgrenzend im Fall der Schweizer Muslimin. Und pseudowitzig im Fall des Kellners Aimé. Wir alle sind schon Zeugen geworden, wie andere wegen ihrer Andersartigkeit ausgegrenzt, verunglimpft oder gar beschimpft wurden. Vielleicht waren Sie auch schon Opfer einer solchen Handlung – oder ¬Täter? Schnell entschlüpft einem eine Bemerkung, die mindestens unterschwellig rassistisch motiviert ist, oder ist ein Witz erzählt, der klar auf Kosten einer anderen Ethnie geht. Tatort Arbeitsplatz. Die Fachstelle für Rassismusbekämpfung des Bundes fühlt der Schweizer Bevölkerung regelmässig den Puls zu ihren Einstellungen gegenüber Menschen anderer Herkunft, anderer Hautfarbe und anderer Kulturen. Die Ergebnisse der jüngsten Umfrage (2016) liefern ein zwiespältiges Bild. Zwar denken 64 Prozent der Befragten, dass die Wirtschaft ausländische Fachkräfte benötigt. Gleichzeitig fühlen sich aber rund ein Drittel durch (…). Martin Jakob.
Work online, 30.11.2018.
Personen > Jakob Martin. Rassismus. Ratgeber. Work online, 2018-11-30.
Ganzer Text
30.11.2018 EU
Löhne
Personen
Work
Andreas Rieger
Lohndumping
Volltext
Rahmenabkommen CH–EU: Freie Bahn für Dumper. Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Jetzt wissen wir, was die EU-Verhandler beim Rahmenabkommen von der Schweiz verlangen: Nicht nur die Verkürzung der Anmeldefrist bei Entsendungen und die Dezimierung der Kautionen, die vorsorglich hinterlegt werden müssen. Sondern auch eine Reduktion der Lohnkontrollen. Lange wollte man uns weismachen, dass es nur um eine modernere, effizientere Abwicklung von grenzüberschreitenden Aufträgen gehe. Auch FDP-Bundesrat Ignazio Cassis und Chefverhandler Roberto Balzaretti haben diesen Unsinn verbreitet. Doch: Weniger Kontrollen bringen keine Modernisierung, sondern freiere Bahn für Lohndumper. Damit macht sich die EU-Kommission zum verlängerten Arm jener Firmen aus Deutschland und anderswo, welche die Löhne drücken und tricksen wollen. Diese Firmen wollen bei Entsendungen in die Schweiz die Regeln nicht einhalten, die hier gelten. Sie wollen dabei jedoch nicht erwischt werden. Das geht am besten, wenn die Schweizer Kontrollen abgebaut werden. Die Beschissenen wären die Arbeitnehmenden. Dass die Vertreter der EU sich für solches hergeben, ist unverschämt. Dabei geht es ihnen nicht nur um die Schweiz. Der EU-Chefbeamte Joost Korte sagte es mir in Brüssel direkt ins Gesicht: „Wenn wir eure Lohnschutzmassnahmen akzeptieren, wollen andere Länder ähnliches.“ Effektiv haben die deutschen Zöllner, die Lohn- und Sozialdumping bekämpfen sollen, die Situation nicht richtig im Griff. Und die Österreicher werden des Dumpings im Burgenland nicht mehr Herr. Auch (…). Andreas Rieger.
Work online, 30.11.2018.
Personen > Rieger Andreas. EU. Lohndumping. Work online, 2018-11-30.
Ganzer Text
30.11.2018 Frankreich
Demonstration
Personen
Work
Oliver Fahrni
Demonstration
Volltext
Eine Revolte kaschiert eine andere. Meuterei der Gelbwesten. Zehntausende Französinnen und Franzosen blockieren immer wieder Strassen, Kreuzungen und Raffinerien. Das steckt hinter dem Protest gegen die Dieselsteuer. Zuvorderst prügelte auf den Champs-Elysées ein offenbar gut organisierter und ausgerüsteter Trupp in gelben Warnwesten. Sie zündeten Elektroscooter an, rissen Steine aus dem Pflaster, errichteten brennende Barrikaden. Am Abend des 24. November gab es Dutzende Verletzte, und die Pariser Renommiermeile sah mitgenommen aus. Die Identifikation der auffälligsten Täterinnen und Täter fiel leicht. Sie brüllten Slogans gegen die Regierung: „Macron démission“, Macron soll abtreten, aber auch gegen Ausländer, Schwule und Feministinnen, gegen ¬Medienleute und Muslime. Und sie schleppten Monarchistenfahnen und die Banner katholischer Fundamentalisten mit. Eindeutig Rechtsradikale aller Couleur. Ihre politischen Sprachrohre wie etwa Marine Le Pen feierten im TV und auf den sozialen Medien den „Aufstand des Volkes“. Geheimdienst schlägt Alarm. Der französische Inlandgeheimdienst schlug Alarm, Innenminister Christophe Castaner bemühte einen Vergleich mit dem Ende der Weimarer Republik. Tenor: Dumpfe Kleinbürger marschieren für Rechtsaussen. Seit dem 17. November blockieren Zehntausende von Französinnen und Franzosen immer wieder Strassen, Kreuzungen und Raffinerien. Ihr Erkennungszeichen sind die fluoreszierenden gelben Westen, die im Supermarkt für 5 Euro zu haben sind. Was den Gewerkschaften gegen das Arbeitsgesetz, die Abschaffung des Eisenbahner(…). Oliver Fahrni.
Work online, 30.11.2018.
Personen > Fahrni Oliver. Frankreich. Demonstration. Work online, 2018-11-30.1.
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30.11.2018 Schweiz
Personen
Post
Work
Ralph Hug
Direktion
Post
Volltext
Der neue Postchef Roberto Cirillo kommt von französischem Skandalkonzern. Garantiert der Falsche. Ein Hors-sol-Manager aus London wird neuer Postchef. Unter ihm als Generaldirektor kam es im französischen Catering-Konzern Sodexo immer wieder zu Streiks. Hat uns da CVP-Mann Urs Schwaller ein faules Ei gelegt? Der Präsident des Post-Verwaltungsrats zauberte letzte Woche den Tessiner Roberto Cirillo (47) aus dem Hut. Cirillo who? Der Sohn italienischer Einwanderer, der im Tessin aufgewachsen ist, wird ab April 2019 neuer CEO und damit Chef von 60’000 Postangestellten. Er tritt die Nachfolge von Susanne Ruoff an. Sie musste wegen des Postauto-Skandals gehen. Schwaller pries den neuen Unbekannten in einer Medienmitteilung für seine internationalen Erfahrungen im Management. Eine Medienkonferenz hielt Schwaller offenbar nicht für nötig. Also glänzte Cirillo gleich zu Beginn durch Abwesenheit: kein Interview, kein Service public, nichts. Nur ein Foto und eine schöne Phrase: Cirillo wolle „gemeinsam mit den Mitarbeitenden ein Stück Schweizer Identität weiterentwickelt“. Alles für die Aktionäre. Schwaller präsentiert als obersten Postchef also einen Mann, der noch nie mit einem Service-public-Unternehmen zu tun hatte und keinen Fuss im Bundeshaus hat. Da reibt sich sogar die „Handelszeitung“ die Augen: «Entweder ist Cirillo ein unentdecktes Naturtalent. Oder Schwallers Ernennung endet in einem Desaster.» In Frankreich jedenfalls kam es unter Cirillos Führung immer wieder zu Streikaktionen. Cirillo war dort von 2007 bis 2014 bei Sodexo beschäftigt, ab 2009 als Generaldirektor für Frankreich. Sodexo ist ein (…). Ralph Hug.
Work online, 30.11.2018
Personen > Hug Ralph. Post. Direktion. Work online, 2018-11-30.
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30.11.2018 Schweiz
Personen
Sans-Papiers
Work
Patricia D Incau
Ausweise
Sans-Papiers
Volltext
Kommt jetzt die „City Card“ für alle, auch für Sans-papiers? Ein Stadtausweis gegen die Angst. Knochenarbeit und ein Leben in ständiger Angst: Für Sans-papiers ist das Alltag, weil sie keine gültigen Papiere haben. In mehreren Schweizer Städten wird jetzt über einen Stadtausweis diskutiert. Auf diesen Tag hatte sich Juan lange gefreut: FC Zürich gegen Real Madrid, Champions League im Zürcher Letzigrund-Stadion. Ein Spiel, das der Zehntklässler auf keinen Fall verpassen wollte. Doch dann kam alles anders: Juan geriet in eine Polizeikontrolle. Er wurde verhaftet. Nicht, weil er etwas getan hätte. Sondern, weil er sich nicht ausweisen konnte. Juan war ein Sans-papiers. Ein Junge ohne Aufenthaltsbewilligung. Noch während er in Untersuchungshaft sass, wurde seine Mutter, eine „illegale“ Hausangestellte, nach Kolumbien ausgeschafft. Obwohl Juan quasi in Zürich aufgewachsen ist, wurde auch er abgeschoben. Der FC ¬Zürich verlor an jenem Tag 2:5. Juan verlor alles. Leben in Angst. Das war am 15. September 2009. Passieren kann das heute noch genauso. Ein Fussballspiel besuchen, bei roter Ampel über die Strasse gehen, einmal kein Busbillett lösen – die meisten Schweizerinnen und Schweizer riskieren höchstens eine Busse. Für Sans-papiers ist das gefährlich. Für sie gilt: Wer auffällt, wird kontrolliert. Und wer kontrolliert wird, wird ausgeschafft. Das betrifft zwischen 50’000 und 200’000 Personen in der Schweiz. Genaue Zahlen gibt es jedoch nicht. Denn: Sans-papiers ¬leben im Verborgenen. Obwohl sie in der Wirtschaft eine wichtige Rolle spielen. Bea Schwager ist Leiterin der Zürcher Anlaufstelle für Sans-papiers (…). Patricia D'Incau.
Work online, 30.11.2018.
Personen > D’Incau Patricia. Sans-Papiers. Ausweise. Work online, 2018-11-30.
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30.11.2018 Schweiz
Personen
SGB
Work
Elisabeth Soucek
Anne-Sophie Zbinden
Biografien
SGB
Volltext
Der letzte Kongress. Seit 37 Jahren arbeitet Elisabeth Soucek als Assistentin für die Gewerkschaften. Bereits zum vierten Mal hat sie den SGB-Kongress organisiert. Doch dieses Mal ist alles etwas anders. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Begonnen haben sie schon vor einem Jahr. Aber jetzt, so seit ungefähr drei Wochen, lebe sie eigentlich nur noch für den Kongress, träume auch schon davon, sagt Elisabeth Soucek, Leiterin Assistenz beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB). Am Kongress, der alle vier Jahre stattfindet, bestimmen die 16 Verbände die grossen Linien des SGB und wählen das Präsidium. Für Soucek ist es bereits das vierte Mal, dass sie diese administrative Meisterleistung bewältigt: den geeigneten Termin und die Lokalität für 350 Leute findet, Einladungen verschickt, den Kongressordner in drei Sprachen zusammenstellt, die Sitzordnung bestimmt, die Helfer und Helferinnen instruiert, die Spezialgäste betreut und im ganzen Tohuwabohu die Übersicht nicht verliert. Soucek sagt: „Ich mag diese Hektik vor dem Kongress.“ Und hektisch bleibt es, auch wenn der Ablauf der Kongresse immer gleich ist. „Meine Liste, die ich mir für den ersten Kongress gemacht habe, könnte ich auch heute noch verwenden, da wurde nichts verändert.“ So ist sie beispielsweise per Statuten gezwungen, die Kongressunterlagen noch immer mit der Post zu versenden, kiloweise Papier. „Das hätte ich gerne noch geändert!“ Aber das geht nun leider nicht mehr. Denn dieser Kongress ist in vielerlei Hinsicht einzigartig: Nach 20 Jahren wird ein neuer Präsident oder eine Präsidentin gewählt. Es ist die erste Kampfwahl seit (...(. Anne-Sophie Zbinden.
Work online, 30.11.2018.
Personen > Zbinden Anne-Sophie. Elisabeth Soucek. SGB-Sekretariat. Work online, 2018-11-30.
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30.11.2018 Bern
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Bern
Porträt
Volltext
Grüezi, Züri! – Adieu, Post! Bern ist einfach gut: Nein zur SVP-Selbstbestimmungsinitiative, Nein zu den Schlafzimmerspionen und nochmals Nein zu Steuergeschenken für Grossunternehmen. Damit hat die Hauptstadt am letzten Abstimmungswochenende einmal mehr bewiesen: Links von Bern ist nichts. Keine Deutschschweizer Stadt wählt und stimmt vernünftiger als die Aarestadt. Und schon gar nicht Zürich, dessen Journis so gerne auf das oh-wie-uncoole Bern runterpinkeln. Tatsächlich hechelt Zürich Zürich-West Nasenlängen hinterher: Das war bei der Billag-Abstimmung so, bei der erleichterten Einbürgerung der 3. Generation, bei der Atomausstiegsinitiative, bei der Durchsetzungsinitiative und bei der „Keine Spekulation mit Nahrungsmitteln“-Initiative sowieso. Bern nahm diese im Unterschied zu Zürich nämlich an. Bern ist einfach gut. Dabei war der Berner Mutz Jahrzehnte obrigkeitsgläubig unterwegs, bhäbig und schwer bürgerlich. Die Rot-Grünen übernahmen erst 1992. Dann aber für immer. Immer noch darfs äs bitzeli mee sii, wie bei den letzten Wahlen. Sowohl in der Regierung als auch im Stadtparlament gab es damals einen Linksrutsch. Und jetzt, wo die Metropole auch noch die Steuergeschenke für Konzerne versenkt hat, setzt sie ein Zeichen für die ganze Schweiz. Das zeigt Work-Autor Clemens Studer in seiner Analyse. Von Bern lernen, heisst eben siegen. Auch beim Fussballstadion: Grüezi, Züri! Cirillo who. Fragt mich doch unser Pöstler kurz nach der Präsentation des neuen Post-CEO Roberto Cirillo: „Warum berichtet eigentlich der ‚Blick‘ kritischer über diesen McKinsey-Bruder als meine Gewerkschaft?“ Da konnt’ (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 30.11.2018.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Bern. Porträt. Work online, 2018-11-30.
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30.11.2018 Schweiz
AHV
Personen
SGB
Thomas Zimmermann
AHV-Revision
Volltext
SGB-Initiativprojekt: Es braucht eine 13. AHV-Rente. Die Altersvorsorge hat ein Problem: Die Pensionskassenrenten sinken, während die Beiträge steigen. Wer heute und morgen pensioniert wird, erhält weniger von seiner Pensionskasse als die Jahrgänge davor. Der beste und finanziell vernünftigste Weg, für ein anständiges Rentenniveau zu sorgen, ist eine Erhöhung der AHV-Renten. Besonders wichtig ist das für die Frauen, die bei der Rente schlechter gestellt sind. Deshalb haben die SGB-Delegierten am 56. SGB-Kongress die SGB-Organe beauftragt, eine Volksinitiative für eine 13. AHV-Rente zu planen. Der Rentenanspruch in der zweiten Säule sinkt von Jahr zu Jahr, obwohl die Schweiz immer reicher wird und obwohl die Berufstätigen immer höhere Beiträge in ihre Pensionskasse einzahlen. Grund sind die tiefen Zinsen und die Profite der Banken und Versicherungen aus der zweiten Säule. Die AHV-Renten hingegen steigen, weil sie an die Teuerung und teilweise an die Lohnentwicklung angepasst werden. Das ist positiv. Aber sie hinken dennoch den Löhnen hinterher. Zudem fressen die Krankenkassenprämien einen immer grösseren Teil der Rente auf. Immer mehr AHV-RentnerInnen sind deshalb auf Ergänzungsleistungen angewiesen. Angesichts sinkender Pensionskassenrenten bei steigenden Lebenshaltungskosten entfernt sich die Schweiz immer mehr vom Verfassungsziel, wonach Pensionskassen und AHV zusammen „die Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung in angemessener Weise“ ermöglichen sollen. Ein anständiges Rentenniveau können wir in der heutigen Situation nur über eine Stärkung (…). Thomas Zimmermann.
SGB, 30.11.2018.
Personen > Zimmermann Thomas. AHV. Revision. SGB, 2018-11-30.
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30.11.2018 Frankreich
Personen
Wohnungsbau
Work
Oliver Fahrni
Reportagen
Volltext
Wohnungsbau
Einstürze und Aufstände: Frankreich brennt. „Das ist kein Unglück, das ist Politik“. Das haben die Regierenden nicht kommen sehen: Seit mitten in Marseille acht Menschen unter den Haustrümmern sterben mussten, macht sich grosser Zorn breit in der Hafenstadt. Die Reportage. An jenem Morgen weckten ihn seltsame Geräusche. Abdel¬ghani Mouzid sah offene Schränke und frische Risse in der Wand. Die Zimmertür klemmte. Er nahm sein Handy und filmte. Dann eilte er aus seiner Wohnung in der Rue d’Aubagne 65 in Marseille, um beim Verwalter Alarm zu schlagen. Im Korridor lagen Gipsbrocken. Als er gerade unten in die Rue de Rome einbog, sackten die Häuser 65 und 63 krachend in sich zusammen. Die oberen Etagen der Nummer 67 fielen etwas später. Ouloume, Mouzids komorische Nachbarin, hatte weniger Glück. Am Morgen brachte sie ihren kleinen Sohn zur Schule. Abends wartete El Amine vergeblich auf seine Mutter. Acht Menschen starben beim Häusereinsturz. Acht Tode, die man leicht hätte verhindern können. Der Zustand der Häuser war bekannt. Benoît Gilles, der Chefredaktor des lokalen Internetmediums „Marsactu“, hatte die Gefahr im Februar 2016 ausführlich beschrieben. Haus Nummer 65 wurde kürzlich notgeräumt, aber auf Betreiben der Wohnungsbesitzer am 18. Oktober wieder für sicher erklärt. Gaudin hinter Gitter! In Trümmern liegt nun auch die Herrschaft von Bürgermeister Jean-Claude Gaudin, 79. Seit bald einem Vierteljahrhundert regiert der „faule König“ (ein Lokalblatt) Marseille. Am Morgen des 5. November konnte er noch hoffen, das Desaster würde als schlimmer Unfall schnell (…). Oliver Fahrni.
Work online, 30.11.2018.
Personen > Fahrni Oliver. Frankreich. Wohnungsbau. Work online, 2018-11-30.
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