Gewerkschaftschronik
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16.04.2019 Schweiz
Ständerat
Travail.Suisse

Ständerat
Vaterschaftsurlaub
Volltext
Sozialkommission hält am indirekten Gegenvorschlag für zwei Wochen Vaterschaftsurlaub fest. Heute hat die Sozialkommission des Ständerates (SGK-S) über die Volksinitiative für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub und ihren Gegenentwurf beraten. Sie lehnt die Initiative ab, hält aber am Gegenentwurf für 10 Tage Vaterschaftsurlaub fest. Der Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ ist erfreut, dass die SGK-S das Bedürfnis der Familien endlich anerkennt, hält aber an der Initiative fest, die 20 Tage Vaterschaftsurlaub fordert. Die Schweiz hat als einziges Land in Europa noch immer keinen Vaterschaftsurlaub. Mit dem heutigen Entscheid der SGK-S, die Initiative für 20 Tage Vaterschaftsurlaub, flexibel beziehbar innert dem ersten Lebensjahr des Kindes, abzulehnen und ihr den Gegenentwurf mit 10 Tagen Vaterschaftsurlaub gegenüberzustellen, anerkennt die Kommission zwar die Notwendigkeit eines Vaterschaftsurlaubs, die konkrete Umsetzung ist aber noch zu bescheiden. In der am 2. März beendeten Vernehmlassung hat sich offenbar gezeigt, dass ein Vaterschaftsurlaub gewünscht wird. 20 Tage Vaterschaftsurlaub sind vernünftig, bezahlbar und organisierbar. Nun wird der Ständerat in der Sommersession als Erstrat über die Einführung eines Vaterschaftsurlaubs entscheiden. Klar ist: Die Schweiz braucht endlich einen Vaterschaftsurlaub, der seinen Namen auch verdient. Adrian Wüthrich, Nationalrat und Präsident des Vereins „Vaterschaftsurlaub jetzt!“: „Zwanzig Tage Vaterschaftsurlaub wie ihn unsere Initiative fordert, sind bereits ein Kompromiss. (…).
Travail.Suisse, 16.4.2019.
Travail.Suisse > Vaterschaftsurlaub. Staenderat. Travail.Suisse, 2019-04-16.
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16.04.2019 Schweiz
BLS
SEV Schweiz

BLS
Jahresrechnung
Volltext
Bei der Reorganisation der BLS-Schifffahrt darf es keine Entlassungen geben! Ein Stellenabbau soll nicht im Vordergrund stehen und muss zwingend über die ordentliche Fluktuation erfolgen. BLS-Jahresergebnis 2018: Wo bleibt das Personal? Die BLS hat heute ihr Jahresergebnis 2018 kommuniziert und in allen vier Geschäftsfeldern einen Gewinn ausgewiesen. Die Mitarbeitenden haben zu diesem positiven Resultat wesentlich beigetragen. Die BLS dankt es ihnen aber – leider nicht zum ersten Mal – mit keinem Wort. Hingegen will die BLS nun auch in der Sparte Schiff noch mehr Personal abbauen. Sowohl im Passagier- als auch im Güterverkehr konnte die BLS 2018 stark zulegen. Sie erwirtschaftete in ihren vier Geschäftsfeldern Güterverkehr, Infrastruktur, Personenmobilität und Immobilien ein positives Ergebnis. Dieses wird allerdings getrübt durch die Kompensation aufgelaufener Zinsdifferenzen und Wertberichtigungen im Bereich Schifffahrt. Die BLS schreibt deshalb 2018 ein negatives Konzernergebnis von -12,6 Mio. Franken. Personal wertschätzen. Nicht zuletzt dank ihren Mitarbeitenden ist die BLS so erfolgreich. Die BLS findet es allerdings nicht nötig, ihrem Personal für den geleisteten Einsatz im vergangenen Jahr zu danken. Im Gegenteil: Es soll durch Sparmassnahmen weiter abgebaut werden. So kommunizierte die BLS mit dem Geschäftsergebnis auch gleich ein zusätzliches Paket im Rahmen von «Best Way» bei der Schifffahrt. Die Flotte und damit auch der Personalbestand sollen verkleinert (…).
SEV, Medienmitteilung, 16.4.2019.
SEV > BLS. Jahresrechnung 2018. SEV, 2019-04-16.
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16.04.2019 Schweiz
Löhne
Personen
SGB
Thomas Fastermann
Lohnrechner
SGB
Volltext
Zuverlässige Orientierung für Angestellte und Arbeitssuchende in der Schweiz: Der SGB-Lohnrechner in neuem Kleid. Beliebtes Serviceangebot des SGB startet heute neu. Ist mein Lohn eigentlich angemessen? Was würde ich wohl verdienen, wenn ich in Zürich arbeite? Oder: Was kann ich im Vorstellungsgespräch verlangen? Vor solchen und ähnlichen Fragen stehen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer immer wieder – ob auf Arbeitssuche oder auch, wenn sie schon fest im Sattel sitzen. Denn das Lohnsystem in der Schweiz ist sehr komplex. Gute Antworten und eine zuverlässige Orientierung liefert seit 14 Jahren der SGB-Lohnrechner. Er wird Tag für Tag von Arbeitnehmenden, Personalbüros und Gewerkschaften rege genutzt und verzeichnet täglich rund 2000 Aufrufe. Nun hat das Angebot des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds eine vollständige Überarbeitung erfahren. Wesentlicher Kern sind die aktuellsten verfügbaren Daten aus der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamts für Statistik. Neben den aktuellsten Lohndaten gibt es auf www.lohnrechner.ch auch neue, praktische Funktionen, eine komfortablere Bedienung und eine universelle Erreichbarkeit. Neben einem zeitgemässen Erscheinungsbild ist die Benutzerführung optimiert worden. So gelangt man in wenigen Schritten zum Vergleichslohn. Die Auswahl von Beruf, Branche, Ausbildung, Alter und Erfahrung genügt, so dass der SGB-Lohnrechner in Sekundenschnelle aus zigtausenden vorhandenen Lohndaten die ortsüblichen (…). Thomas Fastermann.
SGB, 16.4.2019.
Personen > Fastermann Thomas. Lohnrechner. SGB, 2019-04-16.
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15.04.2019 Schweiz
Personen
SGB
Gabriela Medici
AHV
Volltext
Solidarisch für die AHV – Rentensicherheit statt Diktat der leeren Kassen. Negatives Gesamtergebnis der AHV 2018. Die AHV entwickelt sich grundsätzlich stabil. Das heute publizierte Gesamtergebnis der AHV verdeutlicht aber, dass die AHV in die Jahre eingetreten ist, in welchen sie aufgrund des Renteneintritts der Babyboomer-Generation vorübergehend einen finanziellen Mehrbedarf aufweist. Dies ist aber für den SGB kein Grund für Alarmismus. Anstatt mit einem Diktat der leeren Kassen das wichtigste Sozialwerk der Schweiz auszuhöhlen, geht es nun darum, sowohl das finanzielle Gleichgewicht der AHV als auch die ausbezahlten Leistungen zu sichern. Diese Rentensicherheit sind wir den Rentnerinnen und Rentnern von heute und morgen schuldig. Entgegen der Vorstellungen der Arbeitgeber und der Bürgerlichen, die seit ihrer Einführung gegen eine Stärkung der AHV kämpfen. Welche Sparmassnahmen sie bei steigenden Defiziten einsetzen möchten, ist bereits bekannt: Rentenalter 67 für alle. Weil ihnen die Solidarität zwischen Arm und Reich in der AHV zu stark ist. Die Leute sollen für sich alleine vorsorgen. Und dazu das Geld zu den Banken und Versicherungen tragen. So steigen die Profite der Finanzwirtschaft. Eine solide und solidarische Finanzierung der AHV ist deshalb unerlässlich. Über eine mögliche Finanzierungsquelle werden die StimmbürgerInnen bereits am 19. Mai 2019 abstimmen. Im Rahmen der Steuerreform und AHV-Finanzierung (STAF) will das Parlament der AHV jährlich 2 Mrd. Franken zusätzlich (…). Gabriela Medici.
SGB, 15.4.2019.
Personen > Medici Gabriela. AHV. SGB. 2019-04-15.
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15.04.2019 Schweiz
SGB
Syndicom

AHV
Rentenalter
Vernehmlassung
Volltext
Schlechtes AHV-Ergebnis und STAF-Abstimmung: Debatte über AHV-Finanzierung spitzt sich zu. In diesen Wochen gerät die Finanzierung der AHV immer mehr ins Zentrum der öffentlichen Debatte über die Altersvorsorge. Weil nach dem schlechten Anlageresultat des letzten Jahres nun auch das negative Gesamtergebnis der AHV im Jahr 2018 bekannt gegeben wird. Treiber der Debatte ist auch die Abstimmung über das AHV-Steuerpaket (STAF) vom 19. Mai. Zeit für eine Standortbestimmung. (SGB) Für Bundesrat Alain Berset ist die nächste AHV-Reform dringend notwendig und die Anhebung des Frauenrentenalters unvermeidbar, unabhängig vom Ausgang der Abstimmung im Mai. Der SGB stimmt dem Bundesrat nur darin zu, dass die AHV in den nächsten Jahren mehr Geld braucht und in diesem Sinne ist eine Reform notwendig. Der Bundesrat verkennt aber, dass die Erhöhung des Frauenrentenalters einer der Hauptgründe für das Scheitern der letzten Reform war. Der SGB lehnt eine Angleichung der Rentenalter ab. Weil die Situation der Frauen auf dem Arbeitsmarkt nicht mit jener der Männer vergleichbar ist. Zudem ist die Diskussion über eine Erhöhung des Rentenalters ohnehin müssig, solange es für ältere Arbeitnehmende schwierig bleibt, nach einem Stellenverlust zwischen 50 und 60 wieder eine Arbeitsstelle zu finden. Gerade bei den Frauen hat der Arbeitsmarkt die Herausforderung noch lange nicht gemeistert, möglichst vielen eine Beschäftigung bis zum ordentlichen Rentenalter zu ermöglichen. Klares Nein (...).
Syndicom, 15.4.2019.
Syndicom > AHV. Finanzen. Syndicom, 2019-04-15.
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15.04.2019 Schweiz
Abstimmungen Schweiz
Travail.Suisse

Abstimmung
AHV
Steuern
Volltext
Umlageergebnisse von AHV, IV und EO: Es braucht ein Ja zur AHV-Steuervorlage. Die Umlage- und Betriebsergebnisse 2018 von AHV, IV und EO zeigen die momentane Verfassung der wichtigsten Sozialwerke des Landes und bringen keine Überraschungen. Für Travail.Suisse, den unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, bekräftigen die Ergebnisse die Wichtigkeit der AHV-Finanzierung durch die AHV-Steuervorlage. Zudem ist die EO in einer stabilen Verfassung, was die Einführung eines Vaterschaftsurlaubs begünstigt. Das Umlageergebnis 2018 der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) ist um eine Million besser als 2017. Die AHV gab aber auch im letzten Jahr rund eine Milliarde mehr Geld für Renten aus, als sie mit Lohnbeiträgen einnahm. Die AHV braucht also zusätzliches Geld, um ihre finanzielle Lage zu stabilisieren. Doch bis die aktuelle Reform AHV21 alle Hürden genommen hat, dauert es noch mehrere Jahre. Zu lange, wie Adrian Wüthrich, Nationalrat und Präsident von Travail.Suisse, bekräftigt: „Mit der AHV-Steuervorlage, über die das Schweizer Stimmvolk am 19. Mai abstimmt, können sofort über 2 Milliarden Franken der AHV zugeführt werden, um deren Finanzen kurz- bis mittelfristig zu sanieren.“ Damit würde genügend Zeit für eine ausgeglichene AHV-Reform bleiben. Travail.Suisse ruft deshalb dazu auf, am 19. Mai ein Ja aus Vernunft abzugeben. (…).
Adrian Wüthrich, Präsident Travail.Suisse.
Travail.Suisse, 15.4.2019.
Travail.Suisse > AHV. Abstimmung. Parole. Travail.Suisse, 2019-04-15.
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12.04.2019 England
EU
Personen
Marie-Josée Kuhn
Austritt
EG
Volltext
Brexit ist Exit. Raus, aber wie: hart? weich? Oder doch nur halb? Grossbritannien versinkt im Brexit-Chaos. Denn das Vereinigte Königreich und die EU sind eng verzahnt. Wirtschaftlich und politisch. Selbst die britische Regierung weiss es: Der Ausstieg aus der EU schadet der Wirtschaft. Brexit ist Exit: Bereits planen die Banken die Verschiebung von Arbeitsplätzen und Kundengeldern nach Kontinentaleuropa. Kommt dazu, dass England „den schlimmsten Lohnabbau seit 200 Jahren“ erlebt. Das hat der britische Gewerkschaftsbund Trades Union Congress (TUC) berechnet. Dies, während die Banker und Fondsmanager in Londons Finanzcity mit immer wahnwitzigeren Salären davongaloppieren. Ohne Lohnschutz. Britannien stürzte sich einst kopfüber in die Personenfreizügigkeit. Ohne Schutz gegen Sozialdumping. Auch die Gewerkschaften wollten nichts von flankierenden Massnahmen wissen. Blinder Marktglaube hatte in den 1990er Jahren nicht nur Tony Blairs Sozialdemokratie in die neoliberale Irre geführt, sondern auch den britischen Gewerkschaftsbund. Ein Kapitalfehler, wie dieser inzwischen eingesteht. Denn der fehlende Lohnschutz war der Anfang vom Brexit. „Viele stimmten Ja zum Brexit, weil sie über das Lohndumping besorgt waren“, sagt Europa-Lohnschutzexpertin Esther Lynch. Die Regierung habe es versäumt, Gesetze gegen Tieflöhne zu erlassen. Und die Firmen nützen das aus. Zu Tausenden stellten sie Polinnen und Polen zu Tiefstlöhnen ein. Das war die Gelegenheit für die fremdenfeindliche Rechte im Land: Sie hetzte gegen die EU, predigte die Abschottung. Genau wie die SVP. (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 12.4.2019.
Personen > Kuhn Marie-Josée. England. Brexit. Work online, 2019-04-12.
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12.04.2019 England
EU
Löhne
Personen
Work
Ralph Hug
Lohnschutz
Volltext
Grossbritannien versinkt immer tiefer im Brexit-Chaos. Land ohne Lohnschutz. Grossbritannien hat stets flankierende Massnahmen zum Schutz der Löhne abgelehnt. Ein kapitaler Fehler, wie die britische Lohnstatistik zeigt. 2016 beschloss eine knappe Mehrheit der Britinnen und Briten den Brexit – den Ausstieg aus der Europäischen Union. Kurz darauf wollte Mike Carter wissen, warum. Der Journalist der britischen Tageszeitung „The Guardian“ wanderte zu Fuss von Liverpool nach London. Und sah: geschlossene Minen, leere Industrieparks, Städte mit verriegelten Ladengeschäften. Fastfoodketten, Wettbüros und, gleich nebenan, Pfand- und Kreditleiher. Plus viele „charity shops“, Läden von Hilfsorganisationen mit Billig-Lebensmitteln. Was Carter beobachtete, sind die verheerenden Folgen von Deindustrialisierung und Sparpolitik. Das schwere Erbe von Margaret Thatcher und den regierenden Konservativen (Tories). Aber auch von Tony Blair und einer Sozialdemokratie, welche die neoliberale Politik ihrerseits fortführte. Auch der britische Gewerkschaftsbund Trades Union Congress (TUC) spielte damals gar keine gute Rolle. Das sagt Vasco Pedrina, früherer Co-Präsident der Unia. Der TUC habe versagt: „Der grösste Fehler war, dass er kein Veto gegen eine Personenfreizügigkeit ohne jegliche sozialen Schutzmassnahmen einlegte“, so Pedrina. Anders in der Schweiz: Hier setzten sich SP und Gewerkschaften erfolgreich für flankierende Massnahmen zur Personenfreizügigkeit ein. Für das Prinzip: „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort»“ um Lohndumping durch die Firmen zu verhindern. Gleicher Lohn am gleichen  (…). Ralph Hug.
Work online, 12.4.2019.
Personen > Hug Ralph. England. Lohnschutz. Work online, 2019-04-12.
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12.04.2019 Schweiz
Migros
Personen
Work
Christian Egg
Amigo
Haus-Service
Volltext
Die Migros lässt Leute für ein Sackgeld arbeiten. Der orange Amigo-Kapitalismus. Der neue Migros-Lieferdienst Amigos macht auf Nachbarschaftshilfe. Work hat ihn getestet und zeigt, was wirklich dahintersteckt. Bananen, Hackfleisch, Papiertaschentücher: Mit einem Klick landet alles im Warenkorb. Die neue Einkaufsplattform der Migros unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht von anderen Webshops. Die Einkäufe liefert aber nicht ein Paketdienst nach Hause oder ein Migros-Fahrer, sondern ein Amigo, ein Freund. So persönlich heisst denn auch die Plattform: Amigos, Freunde. Seit knapp einem Jahr läuft das Pilotprojekt in den Kantonen Bern und Zürich. Die Migros schreibt dazu wohlklingend, im Vordergrund stehe nicht das Geld, sondern „das Bestreben, Migros-Kundinnen und -Kunden einander näherzubringen“. Die Gebühr für die Lieferung komme voll und ganz den „Bringern“ zugute: „Die Migros erzielt keinen Gewinn.“ Sie bemüht sogar ihren Gründer Gottlieb Duttweiler und sein Engagement für das Gemeinwohl: „So lebt auch Amigos vom sozialen Gedanken, dass die Leute füreinander da sind und sich gegenseitig unterstützen können.“ „Social Shopping“ sagt die Migros dem. Die Amigos erhalten keinen regulären Lohn, sondern nur ein „Taschengeld“ – wie der orange Riese wörtlich schreibt. Es sei auch „nicht die Idee, dass jemand Amigos als Nebenjob nutzt“. Viele Bringer würden die Auslieferung «mit dem eigenen Einkauf verbinden» oder „machen sie in der Freizeit“. 30 bis 40 Minuten betrage der Zeitaufwand pro Lieferung, so die Migros. So weit die orange Eigenwerbung. Aber wie sieht die Wirklichkeit aus? (…). Christian Egg.
Work online, 12.4.2019.
Personen > Egg Christian. Migros. Amigo. Work online, 2019-04-12.
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12.04.2019 BE Kanton
Personen
Unia Berner Oberland
Work
Clemens Studer
Präsidium
Volltext
Unia Berner Oberland: Delegierte wählen Präsidenten ab. „Wir haben genug vom Gschtürm“. Die Wirren in der Unia Berner Oberland machen national Schlagzeilen in der bürgerlichen Presse. Jetzt haben die Delegierten den Präsidenten abgewählt. Basismitglieder sagen, wie es dazu kam. 6. April 2019, 9.30 Uhr, Restaurant Freienhof, Thun: Die Delegiertenversammlung (DV) der Unia Berner Oberland beginnt. Regiopräsident Hans Ulrich Balmer eröffnet die Versammlung mit einer Brandrede. Darin wiederholt er die Vorwürfe gegen die Unia-Zentrale, die er seit rund einem Jahr auch in der Lokalpresse und am Tag der DV in der „Schweiz am Wochenende“ aus dem Aargau verbreitet (siehe unten). Ebenfalls in dieser Zeitung kündigt er an, was er nach seiner Rede tut: Balmer verlässt mit sechs Getreuen die Versammlung. Die Delegierten übertrugen daraufhin das Tagespräsidium an Giuseppe Reo, Regiosekretär ad interim. Und für die Wahlgeschäfte an Unia-Präsidialsekretär Philipp Müller. Sachliche Diskussionen. So laut der Auftakt war, so ruhig, konzen¬triert und gesittet ging die Versammlung dann weiter. Walter Fischer, pensionierter Zimmermann und Schreiner, Gewerkschafter seit 1964, sagt zu Work: „Nach dem Auszug des Präsidenten waren die Diskussionen sachlich, korrekt und ohne Provokationen. Man liess sich gegenseitig ausreden.“ Fischer war es, der im Auftrag seiner Ortsgruppe „Brienz-Oberhasli“ den entscheidenden Antrag einbrachte: Der bisherige Präsident soll per sofort sowohl als Präsident ausscheiden wie auch aus „allen sonstigen Ämtern innerhalb und ausserhalb der Unia im Namen der Unia“. (…). Clemens Studer.
Work online, 12.4.2019.
Personen > Studer Clemens. Unia Berner Oberland. Work online, 2019-‚04-12.
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12.04.2019 BE Kanton
Personen
Unia Berner Oberland
Vania Alleva
Interview
Präsidium
Unia Berner Oberland
Volltext
Wirren im Berner Oberland: Was nun, Frau Alleva? Unia-Chefin Vania Alleva zu den neusten Entwicklungen in der Unia-Region Berner Oberland. Work: Frau Alleva, ist der Konflikt im Berner Oberland mit der Abwahl von Hansueli Balmer gelöst? Vania Alleva: Nein. Es wäre falsch zu glauben, das Problem liege nur bei einzelnen Personen. Für mich ist der Konflikt Ausdruck einer grundsätzlichen Herausforderung, der wir uns stellen müssen. Was meinen Sie damit? Wir sind eine breit aufgestellte ¬Organisation mit gegen 200’000 Mitgliedern aus über 100 verschiedenen Branchen. Unsere Basismitglieder mit all ihren vielfältigen Interessen sollen die Orientierung der Unia bestimmen. Dafür haben wir eine komplexe Struktur von Milizgremien mit starken demokratischen Rechten. Gleichzeitig müssen wir für ein professionelles Funktionieren sorgen. Nur so können wir die von unserer Basis gesetzten Ziele auch erreichen. Es ist kein Zufall, dass der Konflikt im Berner Oberland an der Nachfolgefrage um die Leitung der Region aufgebrochen ist. Eine Regiosekretärin, ein Regiosekretär muss beides können: die demokratischen Ambitionen der Basis verstehen und das professionelle Funktionieren der Unia-Mitarbeitenden sicherstellen. Darum gibt es jeweils eine Auswahlkommission, die die besten Kandidatinnen und Kandidaten nach professionellen Kriterien vorschlägt. Und eine Wahl durch die regionale Delegiertenversammlung (DV), welche die Verankerung in der Basis sicherstellt. Die notwendige Anstellung durch die nationale Geschäftsleitung sollte dann eigentlich nur noch eine Form¬sache sein. Für all das braucht es eine optimale Verständigungsleistung aller (…).
Work online, 12.4.2019.
Personen > Alleva Vania. Unia Berner Oberland. Interview. Work online, 2019-04-12.
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12.04.2019 Schweiz
Personen
SVP
Work
Christoph Blocher
Clemens Studer
SVP
Volltext
javascript:WebForm_DoPostBackWithOptions(new WebForm_PostBackOptions("dnn$ctr728$dsisArticleEdit$cmdUpdate", Krise nach Wahlschlappe: Die SVP verliert – und entlarvt sich so deutlich wie noch nie. Ein alter Mann sitzt auf einem Heuballen. Auf dem Heuballen liegt ein weisses Tuch. Der Heuballen steht auf einem Anhänger. Ein Traktor zieht den Anhänger über eine Wiese. Der alte Bauer besucht ein Familienfest: So sieht’s aus, so soll’s aussehen. Doch der Gegenschnitt entlarvt die Inszenierung: Hinter Traktor, Anhänger, Heuballen-Thron und altem Mann steht ein Helikopter auf der Wiese. Damit ist der alte Mann ein- und die Inszenierung aufgeflogen. Der alte Mann ist Christoph Blocher, gelernter Bauer, studierter Jurist – und Unternehmer. 1983 war er unter merkwürdigen Umständen (er trickste die Besitzerfamilie aus) und mit einem Millionenkredit der damaligen Schweizerischen Bankgesellschaft in Besitz der Ems-Chemie gekommen. Doch den grössten Teil seines Milliardenvermögens verdiente er nicht als Industrieller, sondern als Finanzspekulant. Gemeinsam etwa mit seinem Freund, dem Banker Martin Ebner. Die beiden wollten ab den 1990er Jahren sogar die AHV in der bewährten und soliden Form abschaffen und mit dem Altersvermögen der Werktätigen im internationalen Finanzcasino spielen. Millionen kassierte Blocher auch mit der Zerschlagung und Verhökerung der Alusuisse. Auf der Strecke blieb ein Schweizer Traditionsunternehmen und Tausende von Arbeitsplätzen. Gleichzeitig baute Blocher die kleine Bauern- und Gewerblerpartei SVP innert (…). Clemens Studer.
Work online, 12.4.2019.
Personen > Studer Clemens. Blocher Christoph. SVP. Work online, 2019-04-12.
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12.04.2019 Schweiz
Personen
Work
Katrin Bärtschi
Briefträger
Volltext
http://www.textverzeichnisse.ch/Textverzeichnisse/tabid/183/ctl/EditArticle/mDie Briefträgerin & Herr S. Herr S. sei gestorben. Die Briefträgerin erfährt es von einem Kollegen und merkt überrascht, dass sie dem alten Mann nachtrauert. Seiner Freundlichkeit und Aufmerksamkeit. Trotz dem SVP-Heftli, das sie ihm regelmässig bringen musste, trotz seinen faulen Sprüchen über die Frauen. Sprüche, die nie anzüglich waren, eher Ausdruck anhaltender Verwunderung über das andere Geschlecht. Der Kollege sagte, er habe es von der Nachbarin erfahren. Diese habe weiter gewusst, dass Herr S. keine Angehörigen habe. In solchen Situationen füllt sich manchmal der Briefkasten, bis die Wohnung geräumt ist. Erst einige Tage nachdem der Name vom Kasten verschwunden ist, wird er im Adressmanagement der Post als ¬inaktiv erfasst, und die Post wird retourniert. Manchmal erteilt eine Behörde einen befristeten Nachsendeauftrag. Was mit der Post von Herrn S. geschieht, weiss die Briefträgerin nicht. Sie ist nicht mehr auf der Tour, die seine ehemalige Wohnung bedient. Aber sie sprach mit P. einem andern Quartieroriginal. „Mister Spock ist tot?“ fragte P. „Wir nannten ihn so, wegen der Form seiner Ohren.“ Die Briefträgerin fragt sich schmunzelnd, ob Herr S. diesen Übernamen wohl kannte. Sie erfährt noch dies und das, P. ist ein freigebiger Erzähler. Ob es den Leuten bewusst ist, dass es jemanden gibt, der oder die einiges über ihr Leben weiss? Postgeheimnis. (…).
Katrin Bärtschi.
Work online, 12.4.2019.
Personen > Baertschi Katrin. Brieftraegerin. Work online, 2019-04-12.
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12.04.2019 Schweiz
Personen
Work
Sandra Künzi
Männer
Volltext
Für mehr Weicheier. Im Tram sagte ein Mann einem andern Mann, er habe würkli gnueg von diesem Genderzeug und diesem MeToo-Seich, und dann noch Frauenstreik, das sei doch alles nur ein Luxus-Getue von ein paar verwöhnten Emanzen. Man habe heutzutage ganz andere Probleme als das. Und von wegen Benachteiligung, hah! Im Regierungsrat vom Kanton Thurgau seien drei von fünf Mitgliedern weiblich. Im Kanton Bern drei von sieben, im Kanton Zürich vier von sieben und im Kanton Waadt neuerdings sogar fünf von sieben, also Hallooo? „Aber i de Kantonsregierige vo Luzern, Graubünden, Tessin und Appenzell Ausserrhoden sitzen im Fall nur Männer“, parierte der andere. Der Schimpfi sah ihn entgeistert an: „Bisch du iz öppe au no für de ganz Wiiberwahn, Max?“ Schleglete. Max verdrehte die Augen. „Chum obenabe, Schorsch: Mee als d Helfti vo de Bevölkerig sind Fraue. Und jetzt eifach logisch dänke!“ Das schien Schorsch nicht zu gefallen. Ich weiss nicht, ob es ihn mehr aufregte, dass mehr als die Hälfte der Bevölkerung Frauen sind oder dass Max gesagt hat, er müsse einfach logisch denken. Das hörte sich natürlich schon so an, als habe Schorsch bisher noch nie logisch gedacht. Schorsch stand auf und sagte, Max sei ein verdammtes Weichei, kein Wunder, dass ihm d Chrige davon sei, er wäre an ihrer Stelle auch ab. Da stand Max ebenfalls auf, obwohl es sehr eng war so am Fyrabig, und als das Tram abbremste, müpfte Max den Schorsch, und der liess sich kein bisschen bitten, sondern schlug dem Max voll eins auf die Nase. Die beiden schlegleten drauflos und liessen sich nicht trennen. (…). Sandra Künzi.
Work online, 12.4.2019.
Personen > Kuenzi Sandra. Maenner. Work online, 2019-04-12.
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12.04.2019 Schweiz
Finanzdepartement
Personen
Work
David Gallusser
Finazdirektion
Volltext
Tiefe Zinsen: Schulden heute, Erträge morgen. Für die öffentliche Hand war es kaum je günstiger, Geld aufzunehmen, als heute. Das zeigt ein Blick auf die Zinsentwicklung von Schweizer Staatsanleihen. Bund, Kantone und grössere Städte leihen sich in der Regel Geld, indem sie Anleihen an Anleger wie Pensionskassen, Banken oder auch an Privatpersonen verkaufen. Im Gegenzug verpflichten sie sich, nach einer bestimmten Zeit das Geld mit Zinsen zurückzuzahlen. Wie die Grafik zeigt, ist die Rendite auf 10jährigen Bundesanleihen – sinnigerweise „Eidgenossen“ genannt – seit den 1990er Jahren und vor allem nach der Finanzkrise 2008 gesunken. Zuletzt ist sie mit - 0,3 Prozent sogar negativ. Rendite mit Schulden. Eine Anlegerin, die heute einen „Eidgenossen“ für über 1000 Franken erwirbt, bezahlt also jährlich 3 Franken effektiven Zins, bevor sie ihr Geld nach 10 Jahren wiedersieht. Umgekehrt heisst das: Der Bund verdient Geld, wenn er sich verschuldet. Auch bei „normalen“ Zinsen im positiven Bereich kann die öffentliche Hand mit Schulden gute Erträge erzielen. Zu diesem Schluss kommt eine neue Untersuchung der Uni Lausanne. Sie zeigt, dass die Zinsen, die Kantone zahlen müssen, weit unter den üblichen Renditen der Finanzmärkte liegen und zusätzliche Schulden diese Zinsen kaum erhöhen. ¬Kantone könnten sich deshalb verschulden, um Geld auf den Finanzmärkten anzulegen. Sie würden damit mehr Kapitalerträge erzielen als Schuldzinsen zahlen. Wenn die Kantone das geliehene Geld wie Pensionskassen anlegen würden, könnten sie ihre Einnahmen unter dem Strich im Durchschnitt um 5 Prozent (…). David Gallusser.
Work online, 12.4.2019.
Personen > Gallusser David. Staatsfinanzen. Zinse. Work online, 2019-04-12.
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12.04.2019 Zürich
Personen
Uber
Work
Christian Egg
Arbeit auf Abruf
Uber
Volltext
Uber & Co.: Prekäre Arbeit, Dumpinglöhne – und keine AHV. Die Migros ist nicht das erste Unternehmen in der Schweiz, das Leute für ein Taschengeld beschäftigt. Der mittlerweile eingestellte Dumping-Taxidienst „Uber Pop“ funktionierte ebenfalls nach diesem Muster. Die Swisscom schickt unter dem Label „Mila Friends“ technisch versierte Anwenderinnen und Anwender aus der Nachbarschaft zu ihrer Kundschaft, etwa um den neuen Internet-Router zu installieren. Der Preis für die Dienstleistung wird direkt mit dem „Friend“ (Freund) abgemacht. Plattform-Prinzip. Und Ikea arbeitet fürs Ausliefern der Möbel in Genf mit der Lieferfirma Trusk zusammen, die vorwiegend Grenzgängerinnen und Grenzgänger aus Frankreich beschäftigt. Monats-{Dumping-)Lohn: 1‘900 Franken. All diesen Diensten gemeinsam ist das Plattform-Prinzip: Ein Algorithmus sucht für jede neue Aufgabe eine Arbeitskraft. Das ist Kapitalismus in Reinkultur. Früher, ohne Computer, war es nicht rationell, für jede kleine Aufgabe eine Person zu suchen und danach wieder zu entlassen. Deshalb entstanden Firmen, die ihre Arbeiterinnen und Arbeiter mit einem Vertrag längerfristig anstellen. Doch heute ist es möglich, mit ein paar Klicks selbst winzigste Aufträge an einen Markt mit Tausenden Arbeitskräften zu vergeben. Damit verschiebt sich das Machtgefüge in der Arbeitswelt noch mehr zugunsten der Firmen: Mindestlohn, Kündigungsschutz, Ferienanspruch, Streikrecht - davon wollen solche Plattformen meist nichts wissen. Sarah Schilliger, Expertin für prekäre Arbeitsverhältnisse an der Uni Basel, sagt: „Arbeit gibt's dort nur auf Abruf, befristet, flexibilisiert und ohne (…). Christian Egg.
Work online, 12.4.2019.
Personen > Egg Christian. Uber. Arbeit auf Abruf. Work, 2019-04-12.
Ganzer Text
12.04.2019 EU
Gewerkschaften
Personen
Work
Andreas Rieger
EU
Lohnschutz
Volltext
Lohnschutz und EU: Die Aufholjagd. Der politische Kampf um den Lohnschutz tobt in der Schweiz mit offenem Ausgang. Aber die Gewerkschaften haben hier die Nase vorn. Auf dem europäischen Parkett hingegen galt die Debatte lange als verloren: Die EU-Kommission und einzelne Staatschefs der EU forderten unisono den Abbau der flankierenden Massnahmen (FlaM) in der Schweiz. Dann trat mit dem Europäischen Gewerkschaftsbund (EGB) ein neuer Player auf, widersprach und stärkte den Schweizer FlaM den Rücken. Es begann eine spannende Aufholjagd im Europäischen Parlament. Achtungserfolg. Bei der ersten Abstimmung über den Lohnschutz in der Binnenmarktkommission im Januar konnte der süddeutsche FlaM-Gegner und CDUler Andreas Schwab noch triumphieren: Mit 32:0 Stimmen folgte die Kommission seiner Verurteilung des Schweizer Lohnschutzes als „unverhältnismässig einseitig“. Im Februar, bei einer zweiten Abstimmung im Handelsausschuss, war die Sache schon nicht mehr so klar. Eine dritte Abstimmung fand im Plenum des Europäischen Parlaments am 26. März statt. Jetzt unterstützten 264 Abgeordnete ausdrücklich die Schweizer FlaM. Der deutsche Grüne Reinhard Bütikofer hatte einen entsprechenden Antrag gestellt. Ein Streichungsantrag, der die Schweizer FlaM nicht kritisieren wollte, erreichte 302 von 330 Stimmen. Dahinter standen die Fraktionen der Grünen, der Linken, der SP. „Ein gewerkschaftlicher Achtungserfolg“, konstatierte die NZZ zähneknirschend. Dranbleiben. (…).
Andreas Rieger.
Work online, 12.4.2019.
Personen > Rieger Andreas. EU. Gewerkschaften. Lohnschutz. Work online, 2019-04-12.
Ganzer Text
11.04.2019 Schweiz
Personen
SGB
Luca Cirigliano
Arbeitszeit
Gesundheitsschutz
Volltext
Krank wegen langer Arbeitswoche: Betroffen sind vor allem Frauen und Eltern!. Studienergebnisse klar: Mehr als 40-Stunden pro Woche können fatal sein. Wer regelmässig mehr als 40-Stunden pro Woche arbeitet, wird schneller krank. Dies gilt besonders für Frauen. Dass nun das Parlament die 80-Stunden-Arbeitswoche einführen und die Arbeitszeiterfassung abschaffen will, könnte sich für viele Arbeitnehmende als fatal erweisen. Dagegen kämpft die Allianz gegen Burnout und Gratisarbeit! Zwei jüngst publizierte Studien[1] zeigen, dass jede zusätzliche Stunde, die über ein Pensum von 40 Stunden hinaus gearbeitet wird, schädlich für die Gesundheit ist. Und dies gilt besonders für Frauen mit Mehrfachbelastungen wie Care-Arbeit! Für die Untersuchung wurden 7‘065 Kanadier und Kanadierinnen in einem Zeitraum von 12 Jahren beobachtet. Das erschreckende Ergebnis: Das Risiko an Diabetes zu erkranken, lag bei den Teilnehmerinnen mit einer regelmässigen 45-Stunden-Arbeitswoche oder mehr bei satten 63 Prozent! Sie wurden mit Probandinnen, die 35 bis 40 Stunden arbeiten, verglichen - diese wiesen ein solches Risiko nicht auf. Schon geringfügige Verlängerungen der Arbeitszeit wirken sich auf die Gesundheit aus. Stieg die wöchentliche Arbeitszeit um eine Stunde, stieg die Zahl der Arztbesuche um 13 Prozent, stellte die Studie fest. Der selbst eingeschätzte Gesundheitszustand habe sich durch die Arbeitszeiterhöhung um 2 Prozent verschlechtert. Dass der „Killer-Faktor“ in den (zusätzlichen) Arbeitszeiten zu finden ist, wurde von den ForscherInnen auch bewiesen: andere schädliche Gesundheitsfaktoren wurden (…). Luca Cirigliano.
SGB, 11.4.2019.
Personen > Cirigliano Luca. Arbeitszeit. Gesundheitsschutz. SGB, 2019-04-11.
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11.04.2019 Schweiz
Postautobetriebe
Syndicom

Innovationen
Postautobetriebe
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Innovationsfonds statt partielle Zusammenarbeit im subventionierten öffentlichen Verkehr. Syndicom begrüsst die angekündigte Zusammenarbeit zwischen den SBB und PostAuto bei Innovationsprojekten. Entscheidend dabei ist, dass die Projekte tatsächlich dazu dienen, der Schweizer Bevölkerung einen besseren Service public bieten zu können und keine versteckten Rationalisierungsprojekte sind. Es müsste aber im Sinne des Service public weiter gedacht werden: Der subventionierte öffentliche Verkehr braucht einen gemeinsamen Innovationsfonds. Ein Fonds im Innovationbereich könnte die absurde Konkurrenzsituation von Service-public-Unternehmen verhindern. Die Kosten der Konkurrenzsituation tragen heute die Unternehmen, die Kantone, Gemeinden und am Ende die Steuerzahler. Ein Innovationsfonds würde weiter Kompetenzen bündeln und zu einem besseren Service public im öffentlichen Verkehr beitragen. Das Beispiel der Verkehrs-Apps zeigt die Situation exemplarisch auf. Jedes ÖV-Unternehmen entwickelt ihre eigene App mit dem gleichen öffentlichen Geld, das Kantone und Bund zur Verfügung stellen. Davon profitieren aber weniger die Bevölkerung, Kantone oder Gemeinden, sondern vielmehr die IT-Unternehmen, die für solche Entwicklungen beauftragt werden. Ein Innovationsfonds würde derartige Mehrspurigkeiten verhindern und eine gesamtheitliche Sicht ermöglichen - so, wie der Service public gesamtheitlich gedacht werden muss. Digitalisierung soll Service public verbessern. (…).
Syndicom, 11.4.2019.
Syndicom > Postautobetriebe. Innovationen. Syndicom, 2019-04-11.
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10.04.2019 Stans
Müller Martini AG
Unia Zentralschweiz

Betriebsschliessung
Müller Martini AG
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Müller Martini Maschinen & Anlagen AG will Standort in Stans schliessen. 115 Stellen auf der Kippe. Die Firma Müller Martini Maschinen & Anlage AG will am Standort Stans rund 60 Arbeitsstellen abbauen. Weitere 55 Arbeitsstellen sind an anderen Standorten in der Schweiz gefährdet. Die Unia fordert einen Verzicht auf den Stellenabbau und wird sich zusammen mit den Angestellten für den Erhalt der Arbeitsplätze einsetzen. Schocknachricht heute bei der Müller Martini Maschinen & Anlage AG. Das Traditionsunternehmen will seinen traditionellen Standort in Stans per Ende Jahr aufgeben. Das wurde den schockierten Angestellten im Rahmen des heute lancierten Konsultationsverfahrens eröffnet. Für die Gewerkschaft Unia ist klar: Statt einem Kahlschlag braucht es beim Familienunternehmen Massnahmen, um den Produktionsstandort langfristig zu sichern. Dazu soll auch das Konsultationsverfahren genützt werden. Zukunftsgerichtete Industriepolitik nötig. Das Beispiel Müller Martini Maschinen & Anlagen AG zeigt aber auch einmal mehr: Will die Schweiz die Chancen des ökologischen Umbaus nutzen, braucht sie endlich eine zukunftsgerichtete Industriepolitik. Die Unia hat mit dem „Pakt für eine produktive Schweiz“ schon längst konkrete Instrumente für eine solche Industriepolitik vorgeschlagen. (…).
Unia Zentralschweiz, Medienmitteilung, 10.4.2019.
Unia Zentralschweiz > Mueller-Martini AG. Betriebsschliessung. Unia, 2019-04-10.
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10.04.2019 Schweiz
Migros
Unia Schweiz

Arbeitsbedingungen
Promoterin
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Lohnfortschritte bei Trade Marketing Intelligence. Etappensieg für die Promoterinnen und Promoter der Migros. Die Angestellten des Unternehmens Trade Marketing Intelligence (TMI), die für die Migros in der Produktepromotion tätig sind, werden neu jeden Monat einen Durchschnittslohn erhalten. Die Angestellten und Unia begrüssen, dass TMI damit endlich die gesetzlichen Vorgaben umsetzt. Sie sehen es als Beweis dafür, dass sich ihr gemeinsamer Einsatz gelohnt hat. TMI ist ein ehemaliges Start-up der Migros, das bis heute für den orangen Riesen tätig ist. Da sich die ohnehin schon prekären Arbeitsbedingungen der Angestellten von TMI massiv zu verschlechtern drohten, forderten sie zusammen mit Unia die Einhaltung ihrer elementarsten Rechte. Im Zentrum stand dabei vor allem die Forderung, dass sie statt einem monatlich stark schwankendem Lohn, wie gesetzlich vorgeschrieben jeden Monat einen Durchschnittslohn erhalten. Die Angestellten und Unia nehmen nun erfreut zur Kenntnis, dass TMI hier eingelenkt hat und sie damit in Zukunft zumindest etwas grössere finanzielle Sicherheit haben.Migros und TMI stellen sich taub. Es brauchte etliche Interventionen seitens Unia und viel Mut einiger betroffenen Promoterinnen, um diesen Fortschritt zu erreichen. Dennoch beantwortete die Migros als Aktionärin und Sprecherin ihres früheren Start-ups in der gestrigen Sendung ABE des westschweizer Fernsehens nur einen Teil der zahlreichen Bedenken und Fragen der TMI-Angestellten. Angesichts der unsicheren Situation haben deshalb viele Angestellte resigniert und seit dem Übergang des Unternehmens am 1. Januar 2019 gekündigt. Noch (…).
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 10.4.2019.
Unia Schweiz > Promoterin. Arbeitsbedingungen. Unia Schweiz, 2019-04-10.
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10.04.2019 Schweiz
SGB
Ständerat

Lohndumping
Ständerat
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javascript:__doPostBack('dnn$ctr728$dnnACTIONBUTTON1$ctl00$ctl00$ctl01','')Unverständlicher Angriff auf Löhne und Arbeitsbedingungen. Fehlentscheid der WAK-S beim Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen (BöB). Die Wirtschaftskommission des Ständerats (WAK-S) will aus unverständlichen Gründen im öffentlichen Beschaffungswesen eine Abwärtsspirale bei Löhnen und Arbeitsbedingungen in Gang setzen. Sie hat bei der Beratung über die Revision des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen (BöB) am Entscheid des Ständerats festgehalten, das bewährte Leistungsortsprinzip zugunsten des Herkunftsprinzips aufzugeben. Firmen, die in der Schweiz niedergelassen sind, sollen demnach bei öffentlichen Aufträgen nicht mehr die Löhne und Arbeitsbedingungen einhalten müssen, die am Ort wo sie den Auftrag ausführen als orts- und branchenüblich gelten. Geht es nach der WAK-S sollen sie die Löhne bezahlen können, die in der Region gelten, in der sie niedergelassen sind oder ihren Sitz haben. Konkret könnte eine Firma aus dem Tessin, die sich in Genf oder Zürich für einen öffentlichen Auftrag bewirbt, mit den Tessiner Löhnen offerieren und so die lokalen Genfer oder Zürcher Anbieterinnen unlauter unterbieten. Das Herkunftsortprinzip würde eine Spirale nach unten eröffnen. (Lokale) Anbieterinnen aus Kantonen mit guten Arbeitsbedingungen wären im Vergleich zu Anbieterinnen aus "Niedriglohn-Kantonen" schlechter gestellt und könnten damit eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen im eigenen Unternehmen rechtfertigen. Der vom Ständerat und von seiner (…).
SGB, 10.4.2019.
SGB > Lohndumping. Staenderat. SGB, 2019-04-10.
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10.04.2019 Schweiz
SGB
Ständerat

Lohndumping
Ständerat
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javascript:__doPostBack('dnn$ctr728$dnnACTIONBUTTON1$ctl00$ctl00$ctl01','')Unverständlicher Angriff auf Löhne und Arbeitsbedingungen. Fehlentscheid der WAK-S beim Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen (BöB). Die Wirtschaftskommission des Ständerats (WAK-S) will aus unverständlichen Gründen im öffentlichen Beschaffungswesen eine Abwärtsspirale bei Löhnen und Arbeitsbedingungen in Gang setzen. Sie hat bei der Beratung über die Revision des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen (BöB) am Entscheid des Ständerats festgehalten, das bewährte Leistungsortsprinzip zugunsten des Herkunftsprinzips aufzugeben. Firmen, die in der Schweiz niedergelassen sind, sollen demnach bei öffentlichen Aufträgen nicht mehr die Löhne und Arbeitsbedingungen einhalten müssen, die am Ort wo sie den Auftrag ausführen als orts- und branchenüblich gelten. Geht es nach der WAK-S sollen sie die Löhne bezahlen können, die in der Region gelten, in der sie niedergelassen sind oder ihren Sitz haben. Konkret könnte eine Firma aus dem Tessin, die sich in Genf oder Zürich für einen öffentlichen Auftrag bewirbt, mit den Tessiner Löhnen offerieren und so die lokalen Genfer oder Zürcher Anbieterinnen unlauter unterbieten. Das Herkunftsortprinzip würde eine Spirale nach unten eröffnen. (Lokale) Anbieterinnen aus Kantonen mit guten Arbeitsbedingungen wären im Vergleich zu Anbieterinnen aus "Niedriglohn-Kantonen" schlechter gestellt und könnten damit eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen im eigenen Unternehmen rechtfertigen. Der vom Ständerat und von seiner (…).
SGB, 10.4.2019.
SGB > Lohndumping. Staenderat. SGB, 2019-04-10.
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05.04.2019 ZH Kanton
Personen
SVP
Unia Zürich
Lorenz Keller
Lohnschutz
SVP
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Löhne schützen, nicht Grenzen. Gewerkschaftliche Gedanken in der P.S. Beginnen wir dort, wo wir uns alle einig sind: Eine Annahme der SVP-Kündigungsinitiative wäre verheerend und würde den bilateralen Weg mit der EU beenden. Die ganze Debatte um das Rahmenabkommen könnten wir uns dann schenken. Die Gewerkschaften stehen für die Personenfreizügigkeit ein. Sie ist ein Grundrecht und verhindert Diskriminierungen. Aber wir bestehen auch darauf, dass die Freiheit mit starken Arbeitnehmerrechten verbunden wird. Das Prinzip „gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort muss durchgesetzt werden können. Den Arbeitnehmenden auf Baustellen, in Zulieferbetrieben oder im prekarisierten Teil des Dienstleistungssektors, wo Bschiss, Dumping und Tiefstlöhne an der Tagesordnung sind, müssen wir nicht erklären warum. Für diese Beschäftigten sind Lohndruck und Existenzängste real. Und diese öffnen Rechtspopulisten Tür und Tor. Die Frage, ob die Schweiz die Personenfreizügigkeit mit einem glaubwürdigen und wirksamen Lohnschutz verbinden kann, ist darum nicht nur sozial- sondern auch europapolitisch zentral. Deswegen verträgt es keine Kompromisse, wenn es um die Sicherstellung von gesamtarbeitsvertraglichen oder branchen- und ortübliche Löhne geht. Und damit kommen wir zur Kernfrage: Was für eine Schweiz wollen wir? Eine Schweiz der Mauern der SVP? Oder eine offene und soziale Schweiz? Gewerkschafter*innen und Progressive in ganz Europa verstehen, dass diese Fragen unweigerlich mit dem Lohnschutz verknüpft ist und unterstützen uns deshalb in (…). Lorenz Keller. 
GBKZ, 5.4.2019.
Personen > Keller Lorenz. Lohnschutz. SVP. GBKZ, 2019-04-05.
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04.04.2019 Schweiz
Arbeitslosenkasse
Unia Schweiz

Arbeitslosenkasse
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Zertifikat für Business-Exzellenz. ALK für Qualität ausgezeichnet. Die Unia Arbeitslosenkasse erhält als erste Arbeitslosenkasse der Schweiz das EFQM Qualitätslabel "Committed to Excellence". Damit wurde die erste Stufe des europaweiten Anerkennungsprogramms nach EFQM erreicht. Das EFQM Excellence Modell zertifiziert Organisationen, die im Rahmen eines externen Prüfungsprozesses aufzeigen können, dass sie sich systematisch und konsequent für die Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung einsetzen. Referenzpunkt der Zertifizierung sind keine theoretischen Modelle, sondern so genannte Good-Practice-Beispiele anderer Organisationen. Auf Basis dieser guten Praktiken soll eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung mit dem Ziel exzellenter Leistungen erarbeitet und etabliert werden. Wissensmanagement, Kund/innenzufriedenheit und Social Media im Fokus. Die Unia Arbeitslosenkasse hat bereits vor über einem Jahr beschlossen, einen wichtigen Grundstein für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozesses zu legen und sich für das Qualitätslabel „Committed to Excellence“ zu bewerben. Um dies zu erreichen wurden drei Verbesserungsprojekte identifiziert, mit Erfolg umgesetzt und während einer Validierung durch einen externen Experten geprüft und bewertet. Es handelt sich dabei um die Reorganisation des internen Wissensmanagements, den Aufbau eines Kundenzufriedenheitsmanagements sowie um den Social Media Auftritt. ALK als kompetente Partnerin während der Arbeitslosigkeit. Die Unia Arbeitslosenkasse ist erfreut, dass sie als erste Arbeitslosenkasse der Schweiz mit „Committed to Excellence“ zertifiziert wurde. (…).
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 4.4.2019.
Unia Schweiz > Arbeitslosenkasse. Unia Schweiz, 2019-04-04.
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