Gewerkschaftschronik
 Textverzeichnis minimieren

Sie sind hier: Textverzeichnisse > Ort > Deutschland
Suchen Ortsverzeichnis Kapitelverzeichnis Personenverzeichnis Stichwortverzeichnis  

       
 
   
Anzahl gefundene Artikel: 600

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24
 DatumOrtKapitelPersonenStichworteArtikel
31.03.2020 Deutschland
DGB

Coronavirus
Kurzarbeit
Volltext
Ohne Absturz durch die Krise – Kurzarbeitergeld jetzt anheben. Zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen sagt Annelie Buntenbach, DGB-Vorstandsmitglied: „Rund 470‘000 Betriebe in Deutschland haben vorübergehend Kurzarbeit angezeigt – das ist eine immens hohe Zahl, die zeigt, wie groß die Auswirkungen der Corona-Krise auf das Arbeitsleben sind. Erschrecken sollte uns die Zahl aber nicht: Kurzarbeit ist ein Mittel, um Einbrüche zu überbrücken und Beschäftigung zu halten. Wer jetzt Kurzarbeit beantragt, setzt darauf, dass es nach der Krise weitergeht, deshalb ist es gut, dass das Instrument genutzt wird. Gut ist in dieser Situation auch, dass die Bundesagentur ihre Kapazitäten so schnell hochzieht, um den Andrang gut und effektiv bewältigen zu können. Aber nicht nur die Betriebe, auch die Beschäftigten sollen ohne Absturz durch die Krise kommen. Deshalb müssen sich Arbeitgeber und Bundesregierung jetzt endlich bewegen und das Kurzarbeitergeld auf 80 Prozent anheben. Denn für viele tausend Beschäftigte, die nicht unter dem Schutz von aufstockenden Tarifverträgen stehen, bedeutet Kurzarbeit, mit 60 beziehungsweise 67 Prozent ihres bisherigen Nettolohns auszukommen, wobei nicht einmal die sonst gezahlten Zuschläge mit einberechnet werden. Bei den wenigsten Familien reicht das zum Leben und für die Miete. Wer als alleinstehender Beschäftigter vor der Krise nicht mindestens 2‘750 Euro brutto pro Monat verdient hat, hat bei Kurzarbeit null – also einem Arbeitsausfall von 100 Prozent –einen Anspruch auf aufstockende Hartz-IV-Leistungen. (…).
DGB, 31.3.2020.
DGB > Coronavirus. Kurzarbeit. DGB, 2020-03-31.
Ganzer Text
31.03.2020 Deutschland
DGB

Coronavirus
Kurzarbeit
Volltext
Corona-Virus / Covid-19. Ohne Absturz durch die Krise – Kurzarbeitergeld jetzt anheben. Zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen sagt Annelie Buntenbach, DGB-Vorstandsmitglied: „Rund 470‘000 Betriebe in Deutschland haben vorübergehend Kurzarbeit angezeigt – das ist eine immens hohe Zahl, die zeigt, wie gross die Auswirkungen der Corona-Krise auf das Arbeitsleben sind. Erschrecken sollte uns die Zahl aber nicht: Kurzarbeit ist ein Mittel, um Einbrüche zu überbrücken und Beschäftigung zu halten. Wer jetzt Kurzarbeit beantragt, setzt darauf, dass es nach der Krise weitergeht, deshalb ist es gut, dass das Instrument genutzt wird. Gut ist in dieser Situation auch, dass die Bundesagentur ihre Kapazitäten so schnell hochzieht, um den Andrang gut und effektiv bewältigen zu können. Aber nicht nur die Betriebe, auch die Beschäftigten sollen ohne Absturz durch die Krise kommen. Deshalb müssen sich Arbeitgeber und Bundesregierung jetzt endlich bewegen und das Kurzarbeitergeld auf 80 Prozent anheben. Denn für viele tausend Beschäftigte, die nicht unter dem Schutz von aufstockenden Tarifverträgen stehen, bedeutet Kurzarbeit, mit 60 beziehungsweise 67 Prozent ihres bisherigen Nettolohns auszukommen, wobei nicht einmal die sonst gezahlten Zuschläge mit einberechnet werden. (…).
DGB, 31.3.2020.
DGB > Coronavirus. Kurzarbeit. Entschaedigung. DGB, 2020-03-31.
Ganzer Text
28.03.2020 Deutschland
DFGB

Coronavirus
Kurzarbeit
Volltext
Gewerkschaften machen Druck für höheres Kurzarbeitergeld. Viele Beschäftigte werden von 60% Kurzarbeitergeld nicht über die Runden kommen. Das gilt vor allem für Niedrigverdienerinnen und Niedrigverdiener. Über Tarifverträge haben Gewerkschaften bereits in mehreren Branchen ein deutlich höheres Kurzarbeitergeld durchgesetzt. Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann fordert jetzt im SPIEGEL von der Bundesregierung: in Unternehmen ohne Tarifbindung mindestens 80% für die Beschäftigten ermöglichen. Arbeitgeber müssten jetzt mit den Gewerkschaften schnellstmöglich Aufstockungen des Kurzarbeitergelds über Tarifverträge ausverhandeln. Ansonsten sei die Politik gefragt: „Die Bundesregierung fordere ich auf, für Unternehmen ohne Tarifbindung eine Mindestsicherung von 80 Prozent zu ermöglichen und die Rechtsverordnung entsprechend zu korrigieren", sagte Hoffmann dem SPIEGEL. 100% Entlastung für Arbeitgeber - und nichts kommt bei den Beschäftigten an? In der aktuellen Situation bekommen Unternehmen bei Kurzarbeit ihrer Mitarbeiter die Sozialabgaben zu 100% erstattet. Von dieser vollen Erstattung geht aber nichts an die Beschäftigten.““Normalerweise müssen sie [die Arbeitgeber] auch für Kurzarbeiter die Sozialbeiträge weiter zahlen - sowohl die eigenen als auch die der Arbeitnehmer", erläutert der SPIEGEL. „Nun bekommen sie diese vollständig erstattet, so hat es die Bundesregierung per Rechtsverordnung festgelegt. (…)
DGB, 28.3.2020.
DGB > Kurzarbeit. Coronavirus. DGB, 2020-03-28.
Ganzer Terxt
06.03.2020 Deutschland
DGB
Wirtschaft

Coronavirus
Volltext
Wirtschaft
Corona und die Folgen: Jetzt Investitionsoffensive starten. Die Corana-Krise hat Auswirkungen auf die Wirtschaft, viele Jobs sind in Gefahr. „Es ist höchste Zeit, die Investitionen massiv hochzufahren“, sagt DGB-Vorstand Stefan Körzell. Weil viel zu lange viel zu viel gespart wurde, sind auch Gesundheitsämter, die für die Koordinierung von Infektionsschutz- und Quarantänemaßnahmen zuständig sind, oft chronisch unterbesetzt. Aufgrund der weltweiten Corana-Epidemie kriselt es in vielen Branchen und Unternehmen. Um die Folgen abzufangen, muss die Bundesregierung schnell handeln, sagt DGB-Vorstand Stefan Körzell: Gerade angesichts der sich abzeichnenden Corona-Folgen für die Wirtschaft ist es jetzt höchste Zeit, die Investitionen massiv hochzufahren. Die Bundesregierung sollte schnellstmöglich mit Vertretern von Ländern, Kommunen und Sozialpartnern zusammenkommen, um eine koordinierte Investitionsoffensive zu starten. Nur so kann das Geld gezielt dort eingesetzt werden, wo es gebraucht wird. Der Investitionsbedarf ist enorm. Jahrzehntelang wurde zu wenig in Bildung, Krankenhäuser, Verkehrswege und in den Breitbandausbau investiert. Überdies wurde zu viel im öffentlichen Dienst gespart, weshalb heute oft Personal in den Planungs- und Genehmigungsbehörden vor Ort fehlt. Auch die Gesundheitsämter, die für Koordinierung von Infektionsschutz- und Quarantänemassnahmen zuständig sind, sind vielerorts chronisch unterbesetzt. (…).
DGB, 6.3.2020.
DGB > Coronavirus. Wirtschaft. DGB, 2020-03-06.
Ganzer Text
05.03.2020 Deutschland
Frauentag
Personen
Christoph Schlatter
8. März
Gründung
Volltext
Alles Gute für Mutti oder: Wie der 8. März in Berlin zu einem Feiertag wurde. Seit vergangenem Jahr ist der 8. März in Berlin als einzigem Bundesland ein regulärer arbeitsfreier Feiertag. Das Datum war allerdings bestritten. In Baden-Württemberg und im Saarland gibt es 12 gesetzliche Feiertage (zu den handelsüblichen kommen Dreikönigstag, Fronleichnam und Allerheiligen). In den meisten (nämlich den katholischen) Gemeinden Bayerns sind es sogar 13, weil auch an Mariä Himmelfahrt frei ist. Noch einen drauf setzt Augsburg, das alljährlich am 8. August des Westfälischen Friedens gedenkt. Der evangelische Norden Deutschlands liegt punkto Feiertage zurück; immerhin gibt es dort seit einiger Zeit den sogenannten Reformationstag am 31. Oktober. Thüringen begeht zusätzlich den Weltkindertag, Sachsen kennt einen Extra-Buss- und Bettag. Und Berlin? Auf schlappe 9 Feiertage brachte man es in der Bundeshauptstadt bis und mit 2018. „Nicht herbeigesehnt“. Der Wille, das zu ändern, bestand länger schon, auch wenn der Regierende Bürgermeister, Michael Müller (SPD), angab, die Debatte über einen zusätzlichen Feiertag „nicht herbeigesehnt“ zu haben. Wirtschaftsverbände stellten sich sofort gegen das Vorhaben; die Industrie- und Handelskammer sprach von einem „ökonomischen Eigentor“ und berechnete die Einbusse im jährlichen Bruttoinlandprodukt Berlins mit 0,3 Prozent. Auch über das Datum und den zu feiernden Anlass entstand Streit. Die evangelische Kirche plädierte für den Reformationstag, der in den umliegenden Bundesländern begangen wird und der sogar in der DDR bis zur Einführung(…).  Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.3.2020.
Personen > Schlatter Christoph. 8. März. Deutschland. VPOD-Magazin, 2020-03-01
Ganzer Tag
19.02.2020 Deutschland
DFGB

Gewalt
Initiative
Volltext
DGB-Initiative „Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch!“. Zunehmende Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Bereich - mehr Prävention und Investitionen notwendig! Der DGB fordert: Innenministerien sollen Daten zu Übergriffen umfassend erheben. Mehr Investitionen in Personal und Funktionsfähigkeit des öffentlichen Dienstes. DGB startet Initiative gegen Gewalt. Mehr als zwei Drittel der Beschäftigten im öffentlichen Sektor (67 Prozent) wurde in den letzten zwei Jahren während der Arbeit beleidigt, beschimpft, bedroht oder angegriffen. 57 Prozent der Befragten gaben an, die Gewalt habe zugenommen. Dies sind zentrale Ergebnisse einer Studie, die der DGB heute in Berlin vorgestellt hat. Die jahrelangen Sparmaßnahmen der öffentlichen Hand haben dabei offenbar großen Einfluss auf das gestiegene Risikoempfinden: Personalmangel, dürftige Ausstattung, schlechte Services und ein hoher Bürokratieaufwand werden häufig als Auslöser für Aggressionen bei Bürgerinnen und Bürgerinnen erachtet. 86,2 Prozent der Befragten sagen, an ihnen werde der Frust am Staat ausgelebt. Fast alle Betroffenen (92 Prozent) vermissen den gesellschaftlichen Respekt gegenüber anderen Menschen und gegenüber Beschäftigten im Dienst der Gesellschaft. (…).
DGB, 19.2.2020.
DGB > Gewalt. Initiative. DGB, 2020-02-19.
Ganzer Text
11.02.2020 Deutschland
DGB

Antifaschismus
Resolution
Volltext
Resolution des DGB-Bundesvorstands anlässlich der Regierungsbildung in Thüringen. Der r DGB-Bundesvorstand hat eine Resolution anlässlich der Regierungsbildung in Thüringen verabschiedet. Die demokratischen Parteien müssten jetzt klare Kante zeigen, heisst es darin: "Sie müssen die eigenen Reihen gegen die AfD geschlossen halten." Thüringen und Deutschland stünden vor grossen Herausforderungen, die die Politik endlich angehen muss. Angesichts dessen "können es sich die demokratischen Kräfte in Deutschland nicht leisten, den Faschisten auf den Leim zu gehen und sich so politisch selbst zu blockieren". Die Resolution im Wortlaut: Den demokratischen Grundkonsens verteidigen – gegen die Faschisten und ihre Wegbereiter! Der Tabubruch bei der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen markiert für uns Gewerkschaften einen Tiefpunkt in der demokratischen Nachkriegsgeschichte Deutschlands. Die von dem Faschisten Höcke angeführte AfD in Thüringen führt die demokratischen Parteien vor und zielt darauf, demokratische Institutionen zu diskreditieren. Dem stellen wir uns entgegen. Wir Gewerkschaften und alle Demokratinnen und Demokraten in unserem Land sind gefordert, klar Position zu beziehen. (…)..
DGB, 11.2.2020.
DGB > Antifaschismus. Resolution. DGB, 2020-02-11.
Ganzer Text
16.12.2019 Deutschland
Syndicom
T-Systems Schweiz

GAV
T-Systems Schweiz
Volltext
T-Systems Schweiz neu mit Gesamtarbeitsvertrag. Die Gewerkschaft Syndicom hat mit dem Digitaldienstleister T-Systems Schweiz, einem Tochterunternehmen der Deutschen T-Systems, einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) abgeschlossen. Dieser GAV tritt am 1. Januar 2020 in Kraft. Mit dem Abschluss des Vertragswerks bekennt sich T-Systems Schweiz zur Sozialpartnerschaft und nimmt als eines der führenden IT-Unternehmen in der Schweiz seine soziale Verantwortung wahr. Keine Branche wandelt sich so rasant wie die IT-Branche. Innovation bedarf jedoch passender Arbeitsumgebungen und Arbeitsbedingungen. Umso wichtiger sind daher gute Gesamtarbeitsverträge wie jener bei T-Systems, damit auch die Mitarbeitenden von den positiven Aspekten der technologischen Transformation profitieren können. Hans-Jürg Schürch, HR-Chef und Mitglied der Geschäftsleitung bei T-Systems Schweiz unterstreicht: „Mit dem Abschluss des Gesamtarbeitsvertrags wollen wir vor allem auch unsere Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitenden zum Ausdruck bringen. Sie sind das Herzstück des Unternehmens und können jederzeit innerhalb des harten Wettbewerbes den Unterschied ausmachen“. Neue Möglichkeiten mit GAV. Mit dem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) stärkt T-Systems Schweiz das partnerschaftliche Miteinander und die Weiterentwicklung der Anforderungen der Arbeitswelt von morgen. „Der GAV ermöglicht den Mitarbeitenden, auch in der Schweiz tatsächlich mitzubestimmen und ihre Arbeitsbedingungen mitzugestalten“, betont Giorgio Pardini, Leiter Sektor ICT und Mitglied der  (…).
Syndicom, 16.12.2019.
Syndicom > T-Systems Schweiz. GAV. Syndicom, 2019-12-16.
Ganzer Text
01.11.2019 Deutschland
Personen
Work
Christian Egg
Arbeitsbedingungen
Betriebsräte
Velokurier
Volltext
Soziologe Heiner Heiland hat die Essenskurier-Szene erforscht. „In Köln und Hamburg gibt’s jetzt Kurier-Betriebsräte“. Sie sind immer alleine unterwegs und doch gut vernetzt: Essenskuriere. Der Soziologe Heiner Heiland hat ihre Jobs in mehreren deutschen Städten untersucht.Work: Heiner Heiland, viele Essenskurierinnen und -kuriere haben eine Matur oder gar studiert. Wie erklären Sie sich das? Heiner Heiland: Viele arbeiten nicht Vollzeit. Die Kurierfahrten sind nur ein finanzielles Standbein – wenn auch ein prekäres. Sie sind eigentlich Musikerinnen oder Tänzer, verdienen dort aber noch weniger. Oder sie sind Studierende. Ist das durchgehend so? Nein, die soziale Zusammensetzung der sogenannten Rider unterscheidet sich von Stadt zu Stadt. In Berlin sind es viele aus Italien oder Spanien, und die sind meistens gut ausgebildet. Sie sind im Zuge der Eurokrise nach Deutschland gekommen, konnten aber nicht gut Deutsch. Und das ist ein Job, den sie machen können. Es scheint sich aber zu wandeln. Mehr und mehr Leute kommen etwa aus Bangladesh oder Pakistan, also den klassischen Einwanderungsländern für Niedriglohn-Jobs. In Frankfurt hatten diese Fahrerinnen und Fahrer dann auch ihre eigenen Chatgruppen, um sich auszutauschen. Hat Sie das überrascht? Ja, sehr. Auch die Gewerkschaften gingen lange davon aus, dass die Branche schwer zu organisieren sei, weil die Mitarbeitenden ja immer alleine unterwegs seien. Tatsächlich hatten aber 61 Prozent der Befragten häufig oder sehr häufig Kontakt zu (…).
Christian Egg.
Work online, 1.11.2019.
Personen > Egg Christian. Velokuriiere. Arbeitsbedingungen. Work online, 2019-11-01.
Ganzer Text
16.08.2019 Deutschland
Löhne
Personen
Work
Andreas Rieger
Lohnerhöhungen
Volltext
Deutschland: Löhne rauf! „Spektakulär“. So titelte der Deutschlandfunk den Lohnabschluss für den öffentlichen Dienst: Um mehr als drei Prozent steigen die gesamtarbeitsvertraglichen Bruttolöhne in Deutschland in diesem und auch im nächsten Jahr für rund eine Million Mitarbeitende der Bundesländer. Einen richtigen Sprung nach oben machen die Löhne der Beschäftigten in der Krankenpflege. Ihre Arbeit wird endlich aufgewertet – sie erhalten pro Monat 400 bis 700 Euro mehr Lohn! „Das ist der beste Abschluss für die Länder seit Jahren“, bilanziert der Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi, Frank Bsirske. Diese Lohnerhöhung ist kein Einzelfall in Deutschland. Auch in der Industrie und den privaten Dienstleistungen gibt es sehr gute Abschlüsse. Laut der neusten Statistik steigen die kollektivvertraglich ausgehandelten Löhne seit sechs Jahren um durchschnittlich 1,5 Prozent. Real, nach Abzug der Teuerung. Das war nur möglich mit den Streiks, wie sie die Mitarbeitenden in Kitas und Pflegeheimen, in der Maschinenindustrie oder im Detailhandel führten. Welch ein Unterschied zur düsteren Ära unter Ministerpräsident Gerhard Schröder (SPD) ab 2001. Da dumpte Deutschland halb Europa. Die Reallöhne sanken. Nicht so sehr im Bereich der Kollektivverträge, sondern vor allem im prekären Tieflohnsektor, der immer grösser wurde. Dieses Problem ist in Deutschland bis heute nicht gelöst. Der gesetzliche Mindestlohn ist mit 9,19 Euro pro Stunde viel zu tief. Hier gehen nun die Gewerkschaft Verdi, die SPD und die Grünen in die Offensive und verlangen 12 Euro. (…). Andreas Rieger.
Work online,16.8.2019.
Personen > Rieger Andreas. Loehne. Deutschland. Work online, 2019-08-16.
Ganzer Text
01.02.2019 Deutschland
Die Linke
Personen
Work
Michael Stötzel
Nachruf
Todesfall
Volltext
Deutschlands kämpferischste Putzfrau Susanne Neumann ist tot. „Das ist die verdammte Ungerechtigkeit“. Sie wirbelte jahrzehntelang mächtig Staub auf: „Putze“ und Gewerkschafterin Susanne Neumann. Nun hat sie den Kampf gegen den Krebs verloren. Der Linken wird sie fehlen. Vor gut zwei Jahren schien Susanne Neumann im Gespräch mit Work zuvesichtlich. Und machte eine für sie typische Bemerkung zu ihrer Krankheit: „Der Krebs ist männlich, und von einem Mann habe ich mir noch nie was sagen lassen» Am 13.Januar ist sie verstummt. Mit 59 Jahren. In ihren letzten Wochen hat die „Putze“, wie sie sich selbst bezeichnete, noch aufgeräumt: Sie trat Anfang Dezember aus der SPD aus. Diese Partei der „Schlipsträger“ habe ihr «von Anfang an nicht so recht gepasst“, sagte sie in einem Interview. Vergebens hatte sie wohl gehofft, mitzuhelfen, dass die Sozialdemokratie sich auf ihre Wurzeln besinne. Dass die Partei versuchen würde, die Arbeitsmarktreformen des SPD-Bundeskanzlers Gerhard Schröder, der „die eigenen Leute verraten“ habe, zurückzudrehen. Und wenn das nicht gelinge, dass sie zumindest die Grosse Koalition mit der CDU aufkündigen würde. Nach ihrem Tod schrieben praktisch alle deutschen Zeitungen noch einmal über sie. Und noch einmal kamen ihre Themen zur Sprache. Die 16 Millionen, die von Armut bedroht sind, weil sie nur befristete Arbeitsverträge haben oder als Leiharbeitende mit Tiefstlöhnen abgespeist werden. Die Missachtung der Putzfrauen, auf die alle herabschauen. Neumann hatte das vor ihrer Erkrankung 38 Jahre lang selbst erlebt. Minister „Schweinepriester“. (…). Michael Stötzel.
Work, 1.2.2019.
Personen > Stoetzel Michael. Die Linke. Todesfall. Work, 2019-02-01.
Ganzer Text
09.01.2019 Deutschland
DGB

Arbeitsbedingungen
Homeoffice
Volltext
Flexible Arbeitszeiten. Recht auf Home Office: besser regeln. Interessen der Beschäftigten müssen geschützt sein. Arbeiten von zu Hause aus: Das bringt mehr Freiheit und Flexibilität für die Beschäftigten, stösst bei Arbeitgebern aber oft auf wenig Gegenliebe. Deshalb soll es in Zukunft einen Rechtsanspruch darauf geben: „Home Office sollte grundsätzlich für alle Beschäftigten möglich sein, muss aber auch die nötige Sicherheit bieten, um unsichtbare Mehrarbeit und ständige Erreichbarkeit zu vermeiden", sagt DGB-Vorstand Annelie Buntenbach. Anfang des Jahres hat Björn Böhning (SPD), Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, angekündigt, ein gesetzliches Recht auf Home Office für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu schaffen. Dabei will er die Rechtfertigungsrichtung umdrehen: In Zukunft sollen Arbeitgeber begründen müssen, warum sie dem Wunsch der Beschäftigten nach Heimarbeit nicht entsprechen. Der DGB begrüsst das Vorhaben - fordert aber klare Regelungen zum Schutz der Beschäftigten. Denn: Mobiles Arbeiten zu Hause ist alles andere als mit einer Tasse Kaffee auf dem Sofa sitzen und ein paar E-Mails verschicken. In der Praxis machen die Beschäftigten im Home Office oft später Feierabend und haben grössere Schwierigkeiten, abzuschalten. „Home Office sollte grundsätzlich für alle Beschäftigten möglich sein, muss aber auch die nötige Sicherheit bieten, um unsichtbare Mehrarbeit und ständige Erreichbarkeit zu vermeiden", sagt Annelie Buntenbach, Mitglied im DGB-Bundesvorstand. „Ein gesetzlicher Rahmen erhöht die Chance auf mehr Arbeitszeitsouveränität und gibt Rechtssicherheit. (…).
DGB, 9.1.2019.
DGB > Crowdworker. Arbeitsbedingungen. DGB, 2019-01-09.
Ganzer Text
20.12.2018 Deutschland
Personen
WOZ
Fallada Hans
Biografien
Volltext
Hans Fallada. Ausweichen und anschmiegen. Misserfolge, Gefängnis, Sucht: Hans Fallada musste seine Romane dem Leben abringen. Man sollte sie unbedingt wieder lesen - aber in den Originalausgaben. Wer wissen will, wie die Menschen in Deutschland in den zwanziger und dreissiger Jahren lebten, sollte die Romane von Hans Fallada lesen. Kaum jemand hat so genau beschrieben, wie es den arbeitenden Männern und Frauen ging und welche Auswirkungen die Ausbeutung auf ihre Psyche hatte. Etwa auf die des Textilverkäufers Pinneberg. dessen Frau schwanger ist und der unter dem Druck der „Verkaufsquote“ zerbricht: „Ist man dumm, dann geht man zu den Nazis und glaubt, irgendwas würde dadurch anders, wenn man die Juden totschlägt - und ist man gläubig und viel widerstandsfähiger, dann geht man , zur KPD und versucht es anders. Wenn es auch, vielleicht schief geht, aber welche gibt es, die müssen sich wehren.“ Diese Passage aus Falladas Erfolgsroman „Kleiner Mann, was nun?“ fehlte im Erstdruck von 1932. Sie ist erst seit 2016 zu lesen - in der Originalausgabe nach dem handschriftlichen Manuskript. Gekürzt und abgemildert wurde der Roman für einen Vorabdruck in der „Vossischen Zeitung“, der Rowohlt-Verlag behielt manche Änderungen für die Erstausgabe gleich bei. Fallada hatte sich nur zaghaft gewehrt; er war froh, dass er selbst endlich dem Prekariat entronnen war und seine junge Familie ernähren konnte. 1928 war er nach zweieinhalb Jahren aus dem Gefängnis entlassen worden. Wie es dem Exsträfling (…). Eva Pfister.
WOZ, 20.12.2018.
Personen > Fallada Hans. Biografie. WOZ, 2018-12-20.
Ganzer Text
01.12.2018 Deutschland
Junge Welt
Printmedien

Gebühren
Printmedien
Volltext
Post kontra Presse. Faule Tricks bei den Vertriebspreisen: Wie die Deutsche Post AG ihr Monopol nutzt und nebenbei die Existenz der jungen Welt gefährdet. Vor einigen Tagen erhielt die „Junge Welt“ ein Schreiben der Deutschen Post AG, dessen Inhalt sich dramatisch auf den Fortbestand dieser Zeitung als Printprodukt auswirkt. Entgegen allen Zusicherungen sollen die Preise für die Postzustellung der „JW“-Tagesausgabe zum 1. Januar 2019 drastisch angehoben werden. Wenn alles so kommt, wie es sich der Konzern vorstellt, bedeutet das: Der Verlag 8. Mai, in dem „JW“ erscheint, ist mit jährlichen Mehrkosten in Höhe von rund 90‘000 Euro konfrontiert. Für eine grosse Aktiengesellschaft mag das ein läppischer Betrag sein, für diese Tageszeitung ist er existenzbedrohend. Statt der 2016 mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger e.V. (BDZV) für das kommende Jahr vereinbarten Erhöhung um 2,8 Prozent kündigte die Post in dem genannten Schreiben eine Preiserhöhung von faktisch 28,5 Prozent für den „JW“-Vertrieb an. Ein beispielloser Schritt. Zudem erfolgte er so kurzfristig, dass dem Verlag praktisch keine Zeit bleibt, die dadurch erforderlichen ökonomischen Massnahmen zu ergreifen. Die neue Preisliste des Konzerns, der auf dem deutschen Markt im Bereich Pressedistribution als Monopolist agiert, darf zugleich als Signal an die gesamte Branche aufgefasst werden: Print wird zum Auslaufmodell deklariert, auch andere Titel können jederzeit liquidiert werden. Die Vielfalt und Verfügbarkeit des Presseangebots und damit die Pressefreiheit als solche sind in Gefahr. Als Begründung für die Preissteigerung führt die Post u. a. „beschleunigte (…).
Junge Welt, 1.12.2018.
Junge Welt > Printmedien. Zustellgebühren. Junge Welt, 2018-12-01.
Ganzer Text
01.12.2018 Deutschland
Junge Welt
Printmedien

Gebühren
Printmedien
Volltext
Die unsichtbare Hand. Post-Boss Appel zeigt, wie man auf Kosten von Beschäftigten und Kunden Milliarden scheffelt. Die Deutsche Post AG verlangt für die Zustellung der Tageszeitung „Junge Welt“ mal eben 90‘000 Euro mehr pro Jahr. Für den Vorstandsvorsitzenden Frank Appel sind das Peanuts: Sein Ziel ist, mit dem Postkonzern täglich (!) einen operativen Gewinn von 13,7 Millionen Euro zu erzielen. Er selber liess sich seine Tätigkeit im Jahr 2016 mit bescheidenen zehn Millionen vergüten, das sind 27‘000 Euro täglich. Auch an den Wochenenden, versteht sich. Das alles hat natürlich seinen Preis: Da werden mal eben 10‘000 Paketzusteller der Post trickreich in niedrigere Einkommensklassen gedrängt, da spart man bei der Einstellung von Zustellern der Brief- und Zeitungspost, verdichtet Arbeitszeiten, verschlechtert die Qualität der Dienstleistungen und erhöht nebenbei saftig die Preise. Das ist leicht möglich, weil die Post privatisiert und immer mehr den Marktextremisten überlassen wird. Obwohl ja ganz andere Dinge versprochen werden: „Privatisierung wird damit begründet, dass private Unternehmen wirtschaftlicher arbeiten und gleiche Güter und Leistungen kostengünstiger bereitstellen“, meint zum Beispiel die Bundeszentrale für politische Bildung, sie spricht sogar von der „unsichtbaren Hand des Marktes“, die so ihre „segensreiche Wirkung“ entfalten könne. Und: „Eine Abkehr von der Liberalisierung durch zunehmende Staatseingriffe (…) führt zu verschlechterten Wohlfahrtsergebnissen“. Reine neoliberale Propaganda, wie das Beispiel Deutsche Post AG eindrücklich belegt. Appel und sein Vorstand sind jedenfalls gerade dabei, mit saftigen (…). 
Junge Welt, 1.12.2018.
Junge Welt > Printmedien. Gebühren. Junge Welt, 2018-12-01.1.
Ganzer Text
30.11.2018 Deutschland
England
Spanien
Amazon GmbH
Personen
Work
Patricia D Incau
Arbeitsbedingungen
Streik
Volltext
Europaweite Streikwelle beim Online-Giganten. Amazon-Arbeit macht krank. Für den Profit gefährdet Amazon die Gesundheit seiner Angestellten. In der Weihnachtszeit wird's noch brutaler. Auch deshalb wird jetzt gestreikt. Am „Black Friday“ bricht der Wahnsinn aus: Mega-Rabatte für die Schnäppchenjäger, Mega-Umsätze für die Händlerinnen. Und dazwischen Angestellte, die kaum noch wissen, wo wehren. Beim Onlinegiganten Amazon traten sie deshalb in den Streik. Und zwar in ganz Europa: In Spanien, Grossbritannien, Deutschland und Italien haben mehrere Tausend Mitarbeitende protestiert. Vor den Logistikzentren, in denen sie an einem normalen Arbeitstag bis zu 20 Kilometer durch die Gänge hetzen, im Sekundentakt Artikel einpacken und bis vor die WC-Tür überwacht werden. Und das, je nach Standort, für unter 13 Franken in der Stunde - während sich Amazon-Gründer Jeff Bezos, der reichste Mann der Welt, eine goldene Nase verdient (Vermögen: über 137 Milliarden Dollar). Schwangere schikaniert. In der Vorweihnachtszeit wird's noch brutaler. Kevin Douglas, Amazon-Arbeiter in Madrid, sagt: „Wir arbeiten im Moment sechs Tage am Stück. Jetzt sollen es sieben werden.“ Selbst bei werdenden Müttern kennt Amazon keine Gnade: Eine schwangere Arbeiterin meldete der britischen Gewerkschaft GMB, dass sie 10 Stunden am Tag stehen müsse. Eine GMB-Umfrage unter Amazon-Angestellten zeigt: 9 von 10 Personen haben bei der Arbeit Schmerzen. Kranke bestraft. (…).
Patricia D’Incau.
Work online, 30.11.2018.
Personen > D Incau Patricia. Amazon GmbH. Streik. Work online, 2018-11-30.
Ganzer Text
29.11.2018 Deutschland
Arbeitslosigkeit
Junge Welt

Arbeitslosigkeit
Armut
Volltext
Arm trotz Arbeit. Beschäftigtenquote der BRD bei 79 Prozent. Linke kritisiert prekäre Verhältnisse. Deutschland hat EU-weit die zweithöchste Erwerbstätigenquote nach Schweden. 79 Prozent der 20- bis 64jährigen gehen einer bezahlten Tätigkeit nach, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. 2007 waren es noch 73 Prozent. Im EU-Durchschnitt stieg die Quote binnen zehn Jahren nur um zwei Punkte auf 72 Prozent. Spitzenreiter ist Schweden mit aktuell 82 Prozent. „Vor allem die Erwerbsbeteiligung von Frauen hat in den vergangenen Jahren zugenommen“, erklärten die Statistiker. In Deutschland erhöhte sie sich von 67 auf 75 Prozent. Im EU-Durchschnitt gehen rund 78 Prozent der Männer, aber nur 66 Prozent der Frauen einer Arbeit nach. Am häufigsten berufstätig waren Frauen in Schweden (80 Prozent) und Litauen (76 Prozent). Deutschland lag mit 75 Prozent an dritter Stelle. Dabei war hierzulande fast jede zweite erwerbstätige Frau teilzeitbeschäftigt. Die Industriestaaten-Organisation OECD sieht Handlungsbedarf in Deutschland, um mehr Frauen zu einem Arbeitsplatz zu verhelfen. „Durch den Ausbau qualitativ hochwertiger Kinderbetreuung für Kleinkinder aus ungünstigeren sozioökonomischen Verhältnissen und die Ausweitung des Ganztagsangebots an Grundschulen wird das Kompetenzniveau der Bevölkerung auf lange Sicht angehoben“, heisst es im aktuellen Wirtschaftsausblick (Siehe JW vom 22. November). Gleichzeitig könnte dadurch insbesondere Müttern erleichtert werden, Familie und längere Arbeitszeiten miteinander zu vereinbaren. Die Beamten der Bundesagentur für Arbeit sind (…).
Junge Welt, 29.11.2018.
Junge Welt > Arbeitslosigkeit. Armut. Junge Welt, 2018-11-29.
Ganzer Text
24.11.2018 Deutschland
Amazon GmbH
Junge Welt
Verdi

Amazon GmbH
Streik
Volltext
Amazon kann einpacken. Beschäftigte streiken am „Black Friday“. US-Monopol wirbt mit Niedrigpreisen. Arbeiter werden gehetzt und schlecht bezahlt. Am „Black Friday“ warfen Versandhändler mit Rabatten nur so um sich. Der US-Monopolist Amazon warb am Freitag auf seiner Homepage: „Nur bis Mitternacht. Alle fünf Minuten neue Angebote. Nur solange der Vorrat reicht.“ Die Arbeiter des Onlinekonzerns waren allerdings nicht in Shoppinglaune: An mehreren Standorten in Frankreich, Grossbritannien und Spanien traten die Beschäftigten in den Ausstand. In Deutschland rief Verdi die Mitarbeiter im hessischen Bad Hersfeld und im nordrhein-westfälischen Rheinberg zum Streik auf. Die Gewerkschaft kämpft seit Jahren dafür, dass die Amazon-Beschäftigten einen Tarifvertrag bekommen und nach dem Tarif für den Einzel- und Versandhandel bezahlt werden. Das Unternehmen lehnt dies bislang ab und vergütet nach dem deutlich schlechteren Tarif der Logistikbranche. Mit der Angebotswoche rund um den Black Friday als Auftakt des Weihnachtsgeschäfts gehe es in den „Jahresendspurt“, erklärte Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke gegenüber „AFP“ Für die Beschäftigten sei das „die stressigste Zeit, Überstunden inklusive“. Die Arbeiter bei Amazon gehörten besonders an einem solchen Tag in den Mittelpunkt gestellt. „Der Einsatz der Beschäftigten muss besser honoriert werden, durch eine höhere Bezahlung und durch ein tarifliches Weihnachtsgeld.“ Silke Zimmer, die für Verdi für den Handel in NRW zuständig ist, erklärte, die Beschäftigten müssten während der Rabattaktion sowohl die Regale für das Weihnachtsgeschäft (…).
Junge Welt, 24.11.2018.
Junge Welt > Amazon. Streik. Junge Welt, 2018.11.24.
Ganzer Text
23.11.2018 Deutschland
Junge Welt
Personen
Wieland Herzfelde
Biografien
Volltext
Immergrün. Ein Jahrhundertleben – vor dreissig Jahren starb der Dichter und Malik-Verleger Wieland Herzfelde. In den 1970er Jahren lud der Schriftstellerverband der DDR Heinz Hoffmann, General der Nationalen Volksarmee und Minister für Nationale Verteidigung, ein. Hoffmann sprach über die Bedeutung der NVA für den Erhalt des Friedens. Am Ende klopften die Anwesenden höflich auf die Tische. Man ging zur Fragerunde über. Da meldete sich ein älterer Herr. Er habe eigentlich nur eine Frage, ob der Genosse General ihm die nicht beantworten wolle, und seine Augen glänzten, als er dies sagte: „Ich würde gern wissen, wann endlich das Ballett gegenüber der Staatsoper aufhört?“ Hoffmann war verdattert. Ballett, welches Ballett? Ein Murmeln ging durch den Raum. Einige lachten. Offensichtlich waren die Soldaten vor der Neuen Wache in Ostberlin gemeint, die dort an der Prachtstrasse Unter den Linden einmal in der Woche mit knallendem Stechschritt den Wachwechsel durchführten. Der General hob zu einer Erklärung an, sprach von Traditionen, die man auch im Sozialismus weiterführe, als der ältere Herr ihn unwirsch unterbrach. Ja, ja, das kenne er schon, das sei ein alter Hut: „Alle Schlachten gewonnen und alle Kriege verloren.“ Der Mann, der so unverfroren fragte, war nicht irgendwer, sondern ein verdienter Genosse – Wieland Herzfelde, Begründer des Malik-Verlags, Mitglied der KPD seit 1918, Bruder des Grafikers John Heartfield, Initiator der Prager Exilzeitschrift „Neue Deutsche Blätter“ und später des US-Exilverlags (…).
Ronald Weber.
Junge Welt, 23.11.2018.
Personen > Herzfelde Wieland. Biografie. Junge Welt, 2018-11-23.
Ganzer Text
15.10.2018 Deutschland
DGB

Arbeitszeit
Volltext
Buntenbach: Arbeitgeber blockieren Brückenteilzeit. Zur heutigen Bundestagsanhörung zur Brückenteilzeit sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach: „Die geplanten Reformen für eine moderne Arbeitszeitpolitik sind überfällig und zwingend erforderlich – ein weiteres Hinauszögern ist nicht hinnehmbar. Die Vorschläge des Regierungsentwurfs überfordern die Wirtschaft in keiner Weise. Außerdem hat sie seit Jahren von ausschließlich arbeitgeberseitig orientierter Arbeitszeitflexibilität profitiert. Aus Sicht der DGB-Gewerkschaften sind diese Reformvorschläge, gerade weil sie verschiedene Beschäftigtengruppen adressieren, ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Laut Stellungnahme wollen die Arbeitgeber die Ansprüche noch stärker einschränken, wenn die Reform denn schon nicht mehr zu verhindern sei. Abzustellen sei auf den Filial- oder Betriebsbegriff, für den Schwellenwert dürfe nicht nach Köpfen gezählt werden. Außerdem müsse Arbeit auf Abruf weiter erleichtert werden. Würden sich diese Positionen durchsetzen, bliebe ein wirkungsloses Regelungswerk übrig, Vorteile für die Beschäftigten blieben völlig auf der Strecke. Die DGB-Gewerkschaften halten nach wie vor die vorgeschlagenen Schwellenwerte für zu hoch. Es ist nicht einzusehen, warum die Brückenteilzeit nur bei Arbeitgebern mit mehr als 45 Beschäftigten gelten soll. Viele der Beschäftigten würden ausgeschlossen. Ginge es nach den Gewerkschaften, würde der Schwellenwert komplett gestrichen. Gut ist aber, dass die Reform auch die Teilzeitbeschäftigten mit Aufstockungswunsch sowie Beschäftigte, die lediglich die Verteilung ihre Arbeitszeit anpassen (...).
DGB, Medienmitteilung. 15.10.2018.
DHB > Arbeitszeit. DGB, 2018-10-15.
Ganzer Text
29.08.2018 Deutschland
DGB

Altersrente
Volltext
DGB begrüsst Einigung bei der Rente. Zur Einigung der Koalition beim Thema Rente erklären der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann und DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach in Berlin: „Mit diesem Vorhaben stabilisiert die Bundesregierung endlich das Rentenniveau und stoppt damit den Sinkflug der gesetzlichen Rente. Dafür haben der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften lange gestritten“, so DGB-Vorsitzender Reiner Hoffmann. „Dieser erste wichtige Schritt hin zu einem Kurswechsel in der Rentenpolitik stärkt die gesetzliche Rente. Das liegt im Interesse der heute Beschäftigten und der Rentnerinnen und Rentner sowie künftiger Generationen“, ergänzt DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. „Die gleichzeitig gesetzte Beitragssatzgrenze von 20 Prozent liegt allerdings vor allem im Interesse der Arbeitgeber und gefährdet eine nachhaltige Stabilisierung der Rentenversicherung. Ausdrücklich begrüsst der DGB die Leistungsverbesserungen bei den Erwerbsminderungsrenten wie auch die weitere teilweise Angleichung der Kindererziehungszeiten für vor und ab 1992 geborene Kinder - die sogenannte ,Mütter-Rente II'. Bei den Erwerbsgeminderten gilt es jedoch auch, bereits verrentete Menschen zu berücksichtigen. Nur so können die Verbesserungen ihre volle Wirkung entfalten. Dagegen ist es richtig und gerecht, dass die Bundesregierung sich entschieden hat dafür zu sorgen, dass alle Mütter von vor 1992 geborenen Kindern profitieren. Das kann aber nicht davon ablenken, dass die Finanzierung der Mütter-Rente (…).
DGB, 29.8.2018.
DGB > Altersrente. DGB, 2018-08-29.
Ganzer Text
23.08.2018 Deutschland
DGB
Weltbank

Grundeinkommen
Volltext
Weltbank
Weltbank: Frontalangriff auf Arbeitnehmerrechte. Der DGB kritisiert die Weltbank für ihren geplanten Weltentwicklungsbericht 2019 zur Zukunft der Arbeit im digitalen Zeitalter. In einem Entwurf regt sie an, Arbeitnehmerrechte massiv zu schleifen und die soziale Sicherung einzudampfen. Die Weltbank wurde im Dezember 1945 gegründet, um den globalen Wideraufbau nach dem zweiten Weltkrieg zu fördern. Als multinationale Entwicklungsbank will sie auch heute die Welt gerechter machen. Laut Internetseite verfolgt sie zwei Ziele: Sie will extreme Armut beenden und den gemeinsamen Wohlstand nachhaltig fördern. Wie das in Einklang zu bringen ist mit den Inhalten des geplanten Weltentwicklungsberichts (WDR 2019), ist allerdings fraglich. So regen die AutorInnen unter der Leitung des neoliberalen Ökonomen und ehemaligen bulgarischen Finanzminister Simeon Djankov darin an, den Kündigungsschutz zu lockern und Unternehmen generell von ihrer sozialen Verantwortung zu befreien. Massnahmen auf Kosten der ArbeitnehmerInnen. Mindestlöhne sollen gesenkt werden. Stattdessen spricht sich die Weltbank für ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) und private Vorsorge ausbauen. Dies soll durch höhere Steuern finanziert werden, die laut Entwurf aber hauptsächlich Geringverdienende und Ärmere belasten würden. Explizit richtet sich der Entwurf auch gegen Gewerkschaften. Diese hätten unter informell Beschäftigten – also etwa Hausangestellten – wenig Einfluss und seien damit wenig nützlich. Der Bericht legt nah, dass soziale (…).
DGB, einblick September 23.8.2018.
DGB > Grundeinkommen. DGB, 2018-08-23.
Ganzer Text
17.08.2018 Deutschland
DGB

Flüchtlnge
Volltext
Flüchtlinge: Gewerkschaften für Möglichkeit eines „Spurwechsels". Seit einigen Tagen wird ein „Spurwechsel-Modell" für Flüchtlinge diskutiert, die in Deutschland nur geduldet sind oder deren Asylantrag abgelehnt wurde. Die Idee hinter dem „Spurwechsel": Wer als Flüchtling einen Ausbildungsplatz oder eine Arbeitsstelle gefunden hat und integriert ist, darf trotz abgelehntem Asylantrag dauerhaft in Deutschland bleiben. Zur "Spurwechsel-Debatte" erklärt DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach: „Eine sachlich geführte Diskussion über einen möglichen Spurwechsel von Geflüchteten, deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist oder die sich nur geduldet in Deutschland aufhalten, ist wichtig. Zwar begrüssen wir den Vorstoss, jedoch sind wie als Gewerkschaften der Auffassung, dass das Grundrecht auf Asyl nicht angetastet und nicht mit der Erwerbstätigenzuwanderung vermischt werden darf. Deutschland muss weiterhin Menschen, die vor Krieg, Bürgerkrieg oder Verfolgung fliehen, aufnehmen und ihnen Perspektiven bieten. Am Beispiel der Ausbildung, bei der bereits jetzt ein Spurwechsel von einer Duldung in einen Aufenthalt zu Erwerbszwecken möglich ist - und zwar qua Bundesgesetz - zeigen sich die Schwierigkeiten: Ein abgeschlossener Ausbildungsvertrag oder eine begonnene qualifizierte Berufsausbildung bieten den Azubis und auch den Betrieben keine ausreichende Sicherheit vor Ausweisung oder Abschiebung. Es ist nicht akzeptabel, dass junge geflüchtete Menschen - wie in Bayern - aus einer beruflichen (…).
DGB, 17.8.2018.
DGB > Flüchtlinge. DGB, 2018-08-17.
Ganzer Text
11.08.2018 Deutschland
Junge Welt
Luftfahrt

Luftfahrt
Streik
Volltext
Schluss mit billig! Piloten des irischen „Low Cost“Fliegers Ryanair in fünf Ländern im Ausstand. Einsatz von Streikbrechern in den Niederlanden. Billige Flugtickets sind gut für die Kunden. Mit der irischen Fluggesellschaft Ryanair kommt man an günstigen Tagen für unter 15 Euro zum Beispiel von Leipzig/Halle nach London Stansted. Zum Vergleich: Mit den Sparpreisangeboten der Deutschen Bahn AG in ähnlicher Höhe reicht es gerade mal für eine ICE-Fahrt von Leipzig nach Berlin. Die Kosten der Dumpingpreise tragen die Beschäftigten der „Low Cost“-Airline. Doch das soll sich nun ändern. Nachdem Ende Juli die Flugbegleiter des Billigfliegers erstmals länderübergreifend erfolgreich gestreikt hatten, traten am Freitag auch die Piloten in der BRD, in Irland, Schweden, Belgien und den Niederlanden für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen in einen 24stündigen Ausstand. Ryanair musste deshalb rund 400 Flüge streichen. „Betroffen“ waren etwa 55‘000 Passagiere, die jedoch frühzeitig informiert wurden. Mit 250 Ausfällen war die BRD ein Schwerpunktland des bislang grössten Pilotenstreiks in der Geschichte des Unternehmens. Ryanair hat hierzulande elf Basen. In Frankfurt am Main und in Berlin blieben am Freitagmorgen sämtliche Flugzeuge am Boden. Am belgischen Hauptstadtflughafen in Brüssel sollten 26 von 46 Flügen ausfallen, in Charleroi 82. In Schweden strich ¬Ryanair 22 Verbindungen am Airport Skavsta, südlich von Stockholm. In Irland mussten 20 Flüge gecancelt werden. Nach Konzernangaben sollten (…).
Junge Welt, 11.8.2018.
Junge Welt > Streik. Luftfahrt. Junge Welt, 2018-08-11.
Ganzer Text
01.08.2018 Deutschland
Berufsbildung
DGB

Lehrlingswesen
Ratgeber
Volltext
Ausbildungsstart: Die wichtigsten Fragen und Antworten. Am 1. August beginnt für viele Jugendliche das neue Ausbildungsjahr, für andere geht es etwas später los. Gerade zu Beginn der Ausbildung stellen sich viele Fragen: Was ist beim Ausbildungsvertrag zu beachten? Wer regelt, wann und wo ich arbeiten muss? Sind Überstunden erlaubt? Und was ist, wenn es einfach nicht passt – kann ich dann den Ausbildungsplatz wechseln? „Sinnvoll ist auf jeden Fall, sich schon vor Ausbildungsbeginn mit seinen Rechten und Pflichten zu beschäftigen“, sagt Daniel Gimpel, Ausbildungsexperte der DGB-Jugend. „Und falls es Unklarheiten gibt, einfach nachfragen bei Dr. Azubi, unserem kostenlosen Online-Beratungstool.“ Auf www.dr-azubi.de können Auszubildende anonym Fragen stellen, geantwortet wird innerhalb kurzer Zeit. Unterstützung erhalten die neuen Azubis auch bei den Gewerkschaften und auf der Berufsschultour der DGB-Jugend, die in den nächsten Wochen bundesweit startet. Vor Ort und in den Berufsschulen können sich Auszubildende dann direkt über ihre Rechte und Pflichten informieren. Mehr Informationen zur Berufsschultour gibt es hier: www.jugend.dgb.de/-/iBr. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick: Was gilt es beim Abschluss des Ausbildungsvertrages zu beachten? Der Ausbildungsvertrag muss noch vor Beginn der Ausbildung schriftlich geschlossen werden. Er wird von Azubi und Ausbilder unterschrieben und muss, falls der oder die Auszubildende nicht volljährig ist, zusätzlich von den gesetzlichen Vertretern – in der Regel den (...).
DGB, 1.8.2018.
DGB > Lehrlingswesen. DGB, 2018-08-01.
Ganzer Text
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24


  
Copyright 2007 by Beat Schaffer   Nutzungsbedingungen  Powered by dsis.ch    anmelden