Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 145

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07.11.2018 Schweiz
Personen
SGB
Fritz Reimann
Thomas Zimmermann
Nachruf
SGB
Volltext
Der SGB trauert um Fritz Reimann. Mit Reimann geht einer der prägendsten Gewerkschafter seiner Generation. Fritz Reimann, ehemaliger Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds SGB, ist heute in Thun im Alter von 94 Jahren gestorben, wie seine Familie mitteilte. Damit verliert der SGB einen der prägendsten Gewerkschafter der 1970er bis 90er Jahre. Der 1924 in Oberhof (Fricktal) geborene Fritz Reimann arbeitete nach seiner Lehre als Werkzeugmacher in seinem Beruf und war im Schweizerischen Metall- und Uhrenarbeiterverband (SMUV) organisiert. 1951 wurde er Berufsgewerkschafter, 1973 SMUV-Zentralsekretär, und von 1980-1988 wirkte er als SMUV-Präsident. In diese Jahre fällt auch seine Tätigkeit als SGB-Präsident (1982-1990). Politisch war Fritz Reimann in der SP zuhause, die er von 1979 bis 1991 im Nationalrat vertrat. Fritz Reimann repräsentiert eine ganze Generation Schweizer Gewerkschafter, die in den „goldenen Jahren" der Schweizer Gewerkschaftsgeschichte für den Glauben in Vertragspolitik, Sozialpartnerschaft und die Sicherung steten materiellen Fortschritts der Arbeiterklasse standen. Der SGB trauert um Fritz Reimann und spricht dessen Familie sein Beileid aus. Mit Foto. (…).
Thomas Zimmermann.
SGB, 7.11.2018.
Personen > Reimann Fritz. Praesident SGB. SGB, 2018-11-07.
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21.03.2018 Schweiz
Personen
Syndicom
Erwin Gerster
Konradin Kreuzer
Nachruf
Volltext
Der ehemalige Präsident Erwin Gerster ist von uns gegangen. Am 12. März ist Erwin Gerster im Alter von 98 Jahren gestorben. Erwin machte 1935 in der Buchfabrik Bodan die Setzerlehre, und er konnte den Beruf des Handsetzers bis zu seiner Pensionierung ausüben. Erwin war Initiant der Büchergilde der Schweiz, für die er jahrelang Hausbesuche machte. Bildung der Arbeiter und Lehrlingsausbildung waren für ihn immer wichtige Anliegen in seinem langen Berufsleben, das er bei der Druckerei des "Bund" in Bern beendete. Mit dem Eintritt in die Lehre trat Erwin der Lehrlingsgruppe des damaligen Schweizerischen Typographenbunds (STB) bei, und nach der Lehre wurde er Mitglied des STB. Er hielt seiner Gewerkschaft über alle Fusionen zur Gewerkschaft Druck und Papier (GDP), zu Cmedia und zu Syndicom 83 Jahre die Treue. 22 Jahre lang war Erwin Präsident seiner Gewerkschaft: 1967 bis 1980 im STB und ab 1980 der erste Präsident der GDP. Die internen Auseinandersetzungen um den Wandel der Gewerkschaft zu einer kämpferischen Organisation, die vor dem Streik nicht mehr zurückscheute, vielen in Erwins Präsidialzeit. Die Debatten wurden hart geführt und oft flogen die Fetzen – ruhig war's nie! Auch wenn wir oft unterschiedlicher Meinung waren, welches der richtige Weg ist, sagen wir Erwin alle "danke und tschou": Du warst ein engagierter Vollblutgewerkschafter! (…). Roland Kreuzer
Syndicom, 21.3.2018
Personen > Gerster Erwin. Nachruf Roland Kreuzer. Syndicom, 2018-03-21.
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20.03.2018 Schweiz
Personen
SGB
Ewald Ackermann
Benno Hardmeier
Nachruf
Volltext
Zum Tode von Benno Hardmeier. Während 30 Jahren die Geschicke des SGB mitbestimmt. Am 14. März 2018 ist Benno Hardmeier gestorben. Benno war in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine prägende Figur des SGB. 1960 bis 1990 war er SGB-Zentralsekretär. Benno, 1930 geboren, entstammte einer sozialdemokratischen Familie aus Winterthur. Sein wirtschaftswissenschaftliches Studium schloss er mit einer Dissertation über die "Geschichte der sozialdemokratischen Ideen in der Schweiz 1920 bis 1945" ab. Ab 1957 war Benno auf der Sozialabteilung der Hoesch-Werke in Dortmund beschäftigt. 1959 wurde er als Zentralsekretär der SP gewählt. Dort warb ihn ein gutes Jahr später der SGB ab. Benno folgte dem Ruf, er wollte - in seinen Worten - "die Möglichkeiten wirtschaftspolitischer Gestaltung" nutzen. In seinen 30 Jahren beim SGB war Benno für allgemeine Wirtschaftspolitik zuständig. Er betreute und prägte insbesondere die Bereiche Agrar-, Konsumenten- und Energiepolitik. Er war einer der führenden Köpfe in der Kampagne für die Mitbestimmungsinitiative, die 1976 vom Volk verworfen wurde. Lange Zeit befürwortete er die Kernenergie, angesichts der Katastrophe in Tschernobyl trat er dann im SGB für eine energiepolitische Wende ein. Benno war zudem ein gewandter Publizist. 10 Jahre amtete er als Redaktor der "Gewerkschaftlichen Rundschau". Zudem verfasste er mehrere Beiträge zur Geschichte der Gewerkschaften. Er schrieb leichtfüssig, verständlich und solid, mit einem guten (…). Ewald Ackermann.
SGB, 20.3.2018.
Personen > Hardmeier Benno. Nachruf Ewald Ackermann. SGB, 2018-03-20.
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01.02.2018 Schweiz
Bildarchiv zur Geschichte der Arbeiterbewegung
Personen
WOZ
Roland Gretler
Stefan Howald
Nachruf
Volltext
Roland Gretler (1937-2018). Wie ein Magier durch die Bilder in die Welt sehen. Er war ein Fotograf mit scharfem Blick, ein unermüdlicher Sammler und Chronist. Am 22. Januar ist Roland Gretler gestorben. Sein „Panoptikum zur Sozialgeschichte“ muss als Erbe bewahrt werden. Das Panoptikum als Sammlung von Sehenswürdigkeiten kann barocke Wunderkammer oder aufklärerisches Wissenskabinett sein. „Gretlers Panoptikum zur Sozialgeschichte“ verband die überbordende Fülle mit dem didaktischen Anspruch. Den Grundstein dafür hatte Roland Gretler Ende der siebziger Jahre unter dem Namen „Bildarchiv zur Geschichte der Arbeiterbewegung“ gelegt. Das erwies sich bald als zu eng. Gretler interessierte sich über die Arbeiterbewegung im engeren Sinne hinaus für alle sozialen Bewegungen, ja die Sozialgeschichte generell. Und das Archiv als Ort verstaubender Erinnerung wurde der Sache ebenfalls nicht gerecht. In Gretlers Sammelstil und den Erzählungen über seine Sehenswürdigkeiten belebten sich diese zu Geschichtslektionen. Denn darum ging es ihm auch: Wie lesen wir Fotografien und andere visuelle Dokumente? Und wie liest sich die Geschichte via Fotografien? Roland Gretler wurde 1937 in St, Gallen geboren, in einem Milieu, das er als kleinbürgerlich charakterisiert hat und in dem ihm ein Onkel als währschafter Arbeiter imponierte. Er absolvierte zuerst die Handelsschule und begann dann aufgrund künstlerischer Interessen eine Lehre als Fotograf, unter anderem beim renommierten (…). Stefan Howald.
WOZ, 1.2.2018.
Personen > Gretler Roland. Nachruf Stefan Howald. WOZ, 2018-02-01.
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20.10.2017 Schweiz
Initiativen Schweiz
Personen
Work
Thomas Adank
Marie-Josée Kuhn
99-Prozent-Initiative
Nachruf
Volltext
Geld zurück! Allein dieses Jahr garnieren Ems-Chefin und Blocher-Tochter Magdalena Martullo und ihre Schwester Miriam Blocher sagenhafte 250 Millionen Franken. Die beiden sind die Mehrheitsaktionärinnen des Bündner Chemiekonzerns. Letztes Jahr strich Martullo über 106 Millionen Franken aus Dividenden ein. Damit es nicht so auffällt, lässt sie sich als CEO einen vergleichsweise bescheidenen Lohn von 1,3 Millionen Franken pro Jahr auszahlen. Und kassiert dafür via Anteile umso kräftiger ab. Was auch steuerlich viel interessanter ist, weil Einkommen aus Dividenden stark steuerbegünstigt sind. Ganz im Gegensatz zum Einkommen aus Arbeit: Wir müssen unseren Lohn zu 100 Prozent versteuern. 1 Prozent. Die Blochers gehören zu den Superreichen. Die „Bilanz“ schätzt Martullo-Blochers Vermögen auf rund 4 Milliarden. Seit 1989 haben die reichsten 300 in der Schweiz ihre Vermögen von 82 auf 589 Milliarden Franken versiebenfacht. Heute besitzt 1 Prozent mehr Nettovermögen als 90 Prozent der Bevölkerung. Das sagen nicht die Linken, das sagt die Credit Suisse. Umgekehrt sind in der Schweiz 145‘000 Männer und Frauen trotz Erwerbstätigkeit arm. Tendenz steigend. Seit Beginn der Finanzkrise 2007 hat sich die Umverteilung von unten nach oben rabiat beschleunigt. Ungleichheit explodiert. (…). In eigener Sache. Am 1. Oktober ist work-Mitarbeiter Thomas Adank viel zu früh gestorben. Seit 2014 schrieb er die Kolumne „workwort“ auf Seite 15. Im Gedenken an ihn wiederholen wir unten das workwort „Zeit“, das er im Juli 2016 verfasste, (…).
Work, 20.10.2017.
Personen > Kuhn Marie-Josée. 99-Prozent-Initiative. Work, 2017-10-20.
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14.09.2017 BS Kanton
Partei der Arbeit
Personen
Grosskopf Kurt
Nachruf
Volltext
Kurt Grosskopf zu Ehren. Kurt Grosskopf, ein liebenswerter Genosse, ist am 25. Juni mit 88 Jahren in Basel gestorben. Am 3. September trafen sich am Rheinufer bei herrlichem Wetter gut hundert GenossInnen, FreundInnen und Verwandte zu einem recht weltlichen Gedenkanlass mit Speise und Trank, wie Kurt es gewünscht hatte. In den geselligen Gesprächen kam die Hochachtung vor ihm und die Sympathie für ihn zum Ausdruck. So soll zum Beispiel ein ehemaliger Arbeitskollege gesagt haben: Kurt hat mir das linke Auge geöffnet. Oder eine ehemalige Aktivistin des 1988er Kulturexperiments „Alte Stadtgärtneret“: „Das war ein cooler Alter, er hat mir als Jugendliche aufgezeigt, dass nicht alle Alten reaktionär und nicht alle Jungen progressiv sind. Kurt war und bleibt ein beispielhafter Kommunist. Gebildet und interessiert, mitfühlend und mitdenkend wie er war, entspricht er fast dem Idealbild eines Protagonisten der ArbeiterInnenbewegung. Er hat sich auf vielen Ebenen für unsere Sache eingesetzt: im Parlament, basisdemokratisch und. auch, oft als Schreibender für den Vorwärts. Er war als Mitglied des Vorwärts-Forums einer der ArchitektInnen der Neuen PdA Basel und als aktiver Genosse ein tragender Pfeiler dieser Sektion der PdA Schweiz. Peter Flubacher hielt eine kurze Rückschau auf die letzten dreieinhalb Jahrzehnte des politischen Wirkens von Kurt. Zum Glück hat Kurt vor knapp einem Jahr in einem umfassenden Buch sein Leben dargestellt, sowohl das private als auch das gesellschaftspolitische. Das Buch zeigt authentisch die ehrliche, (…). Mit Foto. Guido Nussbaum.
Vorwärts, 14.9.2017.
Personen > Grosskopf Kurt. Nachruf. Vorwärts, 2017-09-14.
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01.09.2017 Schweiz
Personen
VPOD-Magazin
Eric Décarro
Doris Schüepp
Nachruf
Volltext
Der ehemalige VPOD-Präsident Eric Deccaro ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Unverbesserlich für eine bessere Welt. Am 4. August ist Eric Deccaro, VPOD-Präsident von 1995 bis 2003, im Alter von 77 Jahren nach langer Krankheit gestorben. Ein an- und manchmal aufregender Kollege, beharrlicher Kämpfer für eine bessere Welt, ist von uns gegangen. Eric Deccaro war die Verkörperung des „animal politique“. Während über drei Jahrzehnten hatte er Einsitz in regionalen und nationalen Gewerkschaftsgremien. Unter anderem war er Präsident der VPOD-Sektion Genf und Vorsitzender des Genfer Gewerkschaftsbundes. Vor seiner Wahl zum VPOD-Präsidenten gehörte er während 12 Jahren dem VPOD-Verbandsvorstand und während vier Jahren der Geschäftsleitung an. Seine Ämter bekleidete er mit überdurchschnittlichem kämpferischem Engagement. So auch während seiner Präsidentschaft, in der die Herausforderungen für en VPOD zahlreich waren. Swissair-Grounding, Sparbeschlüsse der öffentlichen Hand, Referendum gegen das Bundespersonalgesetz und gegen das Elektrizitätsmarktgesetz… Soziale Werte. Mit Vehemenz wehrte sich Eric Decarro gegen die Attacken auf den Service public. „Es ist vollkommen falsch und einseitig, die öffentlichen Dienste nur als Kostenfaktor darzustellen, wo sie doch materielle oder soziale Werte erbringen, die weit über die effektiv entstehenden Kosten hinausgehen“, sagte er. Von der „New Public Management“-Welle der 1990er Jahre (...). Doris Schüepp, VPOD-Generalsekretärin von 1994 bis 2007.
VPOD-Magazin, September 2017.
Personen > Deccaro Erich. Nachruf Doris Schüepp. VPOD-Magazin, 2017-09-01.
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31.08.2017 Schweiz
Partei der Arbeit
Personen
Vorwärts
Rösli Weber
Anjuska Weil
Nachruf
Volltext
Rösti Weber. Im Gedenken an Genossin Rösti. Es ist immer traurig, von einem Menschen Abschied zu nehmen, mit welchem man über weite Wegstrecken, ja Jahrzehnte verbunden war. Doch wer Rösti in den letzten Monaten gesehen hat, weiss, dass der Tod für sie eine Erlösung von ihrem sich ständig verschlimmernden Leiden war. Bei meinem Abschiedsbesuch am Tag bevor sie starb, habe ich ihr eine gute Reise gewünscht, denn seit Jahren stand für sie fest, dass sie auf Wolke sieben fliegen würde, wo ihr geliebter Charly sie erwartet. Vor ein paar Monaten hat Rösti mir erzählt, Charly hätte sie besucht. Er habe sie um etwas Geduld gebeten, denn bevor sie, die eine so Ordentliche sei, kommen könne, müsse zuerst noch aufgeräumt werden. Am 17. August um 6 Uhr in der Frühe war es dann so weit: Genossin Rösti ist auf Wolke sieben zu ihrem Charly und hat uns im stolzen Alter von 93 Jahren verlassen. Rosis Kindheit war geprägt durch die Zwischenkriegsjahre. Ihr Vater Luigi Daniele Brunei war nach dem 1. Weltkrieg als sogenannt illegaler Immigrant in die Schweiz gekommen. Hier hat er Rosa Schneider kennengelernt und mit ihr eine Familie gegründet. Zusammen mit ihrem jüngeren Bruder Luigi wuchs Rösti in einem offenen Klima, gleichzeitig jedoch in bescheidenen Verhältnissen auf. Als Tochter eines Italieners lehnte der Wollen-Keller ihren Wunsch, dort eine Lehre zu machen, ab. Der Vater brachte sie dann in der MFO, der Maschinenfabrik Oerlikon, unter. Dort lernte Rösti den harten Arbeitsalltag kennen und verdiente als (…). Anjuska Weil.
Vorwärts, 31.8.2017.
Personen > Weil Anjuska. Rösli Weber. Nachruf. Vorwärts, 2017-08-31.
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28.06.2017 Schweiz
Personen
Syndicom
Uschi Laug
Nachruf
Volltext
Uschi Laug zum Gedenken. Am 1. Juni verstarb Kollegin Ursula Laug Pfander im 74. Lebensjahr. Wir als langjährige Wegbegleiter/innen sind sehr traurig über diesen Verlust. Uschi ist 1970 als Mitarbeiterin in die damaligen PTT- und Zollbeamtenverbände (ab 1999 Gewerkschaft Kommunikation, heute Gewerkschaft Syndicom) eingetreten. Im Jahre 2004 trat Uschi vorzeitig in den Ruhestand. Uschi Laug Pfander war vorzüglich ausgebildet und bewältigte die vielseitigen Aufgaben kompetent, effizient, zielstrebig und oft selbstständig. Und vor allem: Nie war ihr eine Arbeit zu viel und nie klagte sie, wenn der Arbeitsdruck einmal über das Normale hinausging. Sie blieb hilfsbereit, kollegial, freundlich, eben aufgestellt. So kannten nicht nur die unmittelbaren Kolleginnen und Kollegen Uschi, sondern auch viele Mitglieder, die sich in Zentralvorständen, Sektionen, an Tagungen oder Delegiertenversammlungen engagierten. Unvergessen bleiben auch Uschis Loyalität und Freundschaft: Dafür gehört ihr für immer unser Dank. Ehemalige Kolleginnen und Kollegen.
Syndicom, 28.6.2017.
Personen > Laug Uschi. Nachruf. Syndicom, 2017-06-28.
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23.02.2017 Schweiz
Personen
WOZ
Bettina Dyttrich
Al Imfeld
Lotta Suter
Nachruf
Volkszählung
Volltext
Al Imfeld (1935-2017). Blitz und Liebe. Der Journalist, Schriftsteller, Agroexperte, Religionswissenschaftler und Alltagsseelsorger Al Imfeld ist kurz nach seinem 82. Geburtstag gestorben. Er hinterlässt Ideen und Geschichten voller Leben und Esprit. Gäbe es das Leben nach dem Tod, an das der geweihte Priester Imfeld im Übrigen nicht geglaubt hat, würde Al jetzt schmunzelnd dasitzen. Vielleicht schmauchte er wie in jüngeren Jahren eine Pfeife, oder er genehmigte sich seinen allabendlichen Whisky. Jedenfalls hätte es ihn gefreut, dass er seine Biografin ein letztes Mal zu überraschen vermochte. Denn sein Tod trifft mich unterwegs, on the road. Fernab von der reichen Lebensdokumentation, die sich im Lauf der Jahrzehnte bei mir angesammelt hat. Ich habe keinen Zugriff auf all die unveröffentlichten Texte, die mir Al Imfeld regelmässig zusandte. Und es fehlen mir auch seine kleinen Gedichtbändchen: Gedanken über dünnhäutige Elefanten oder schrille Sonnen, seine Mandalas oder seine „Reis Blues“ – Gedichte über Reis –, alles kleine Gesamtkunstwerke, die mir der vielseitige Schreiber Jahr für Jahr anlässlich seines gross und gemeinschaftlich gefeierten Geburtstags überreichte.Die Sturzgeburt. Al Imfeld würde mich ermuntern, sein Leben doch einfach aus dem Stegreif neu zu erfinden oder zu erzählen. Seine Geburt am 14. Januar 1935 im Spital von Lachen würde er vermutlich wieder dramatisch vorverlegen wollen. Das Ehepaar Imfeld, sie hochschwanger, unterwegs mit dem Velo auf tief verschneiter Strasse (…). Bettina Dyttrich, Lotta Suter.
WOZ, 23.2.2017.
Personen > Imfeld Al. Nachruf. WOZ, 2017-02-23.
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03.02.2017 Schweiz
Personen
Syndicom-Zeitung
Daniel Suter
Nachruf
Volltext
Daniel Suter, 1949-2016. Sein Auftreten war ruhig und überlegt, was seiner Empörung nur noch mehr Kraft verlieh. Ungerechtigkeit war ihm unerträglich. Darum ist er wahrscheinlich Jurist geworden und später Journalist, wo er sich immer für die kleinen Leute einsetzte - und für seine KollegInnen, als langjähriger Präsident der Personalkommission des „Tages-Anzeigers“. Am 31. Dezember 2016 ist der Journalist und Buchautor Daniel Suter nach über zweijähriger Krankheit gestorben. Er arbeitete mehr als zwei Jahrzehnte beim „Tages-Anzeiger“, bevor er beim grossen Stellenabbau im Mai 2009 zusammen mit über 50 KollegInnen entlassen wurde. Seit 1979 war Daniel Suter Gewerkschaftsmitglied, anfänglich in der SJU, dann bei Comedia und schliesslich Syndicom. Parallel dazu engagierte er sich von 2011 bis 2015 beim Journalistenverband Impressum als Präsident. Davor war er 12 Jahre lang Mitglied des Schweizer Presserats und setzte sich dafür ein, dass die ethischen Standards in den Medien eingehalten werden. 2009 kämpfte Daniel Suter mit der Belegschaft des „Tagi“ und den Gewerkschaften gegen den Stellenabbau. Im Juli konnte die Verhandlungsdelegation unter seiner Leitung einen wesentlich verbesserten Sozialplan erreichen. Seine Stelle aber war weg. Auf rechtlicher Ebene machte er sich in der Folge dafür stark, dass PersonalvertreterInnen besser vor Kündigung geschützt werden. Die Klage, die er mit Unterstützung von Syndicom führte, hat das Bundesgericht zwar abgewiesen. Sein prominenter Fall hat aber dazu beigetragen, den in der Schweiz mangelhaften Kündigungsschutz auf die politische (...). (nis/svo/rk/sb/sk). Mit Foto.
Syndicom-Zeitung, 3.2.2017.
Personen > Suter Daniel. Nachruf Syndicom. Syndicom-Zeitung, 2017-02-03.
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01.02.2017 Zürich
Personen
VPOD-Magazin
Jim Sailer
Daniel Vischer
Nachruf
Volltext
Daniel Vischer, langjähriger Präsident von VPOD Luftverkehr, ist 67jährig gestorben. Erinnerung an einen Furchtlosen. Am Tag nach seinem 67. Geburtstag ist Daniel Vischer, Gewerkschafter, Rechtsanwalt, Kantonsrat und später Nationalrat, an den Folgen seiner Krebserkrankung gestorben. In den Tagen des Swissair-Groundings hat er Unglaubliches geleistet. Daniel Vischer wuchs in Basel auf Sein Vater war ein berühmter Arbeitsrechtler; es war in der Familie völlig klar, dass man an einer Uni studiert. Die Matura hat der schulisch nicht übertrieben fleissige Daniel mit Ach und Krach geschafft, mit dem Jus-Studium hat er erst 1980 begonnen. Es war dem jungen Mann nicht wohl in seiner Heimatstadt, diesem von protestantischem Arbeitsethos geprägten Zentrum. Er biwakierte auf Bäumen, um sie vor einem Bauprojekt zu retten, er protestierte gegen Trampreis-Erhöhungen. Von der Poch zu den Grünen. Dann breitete sich die 68er-Bewegung sogar in Basel aus. Daniel Vischer arbeitete damals als Regieassistent am Basler Theater. Ab 1969 engagierte er sich bei den Progressiven Organisationen (Poch). Er wurde Sekretär dieser Partei in Zürich. 1970 kämpfte er gegen die Schwarzenbach-Initiative und betei¬ligte sich an der Kaiseraugst-Besetzung. 1974 ging es nach Kuba, wo er mit dem Pressluft-hammer arbeiten und auch Beeren pflücken musste. Anlässlich einer Reise nach Nordkorea erlebte er den irrwitzigen Personenkult; immerhin musste er Kim Il-sung nicht die Hand reichen. In der DDR gingen ihm die naiv gläubig und pfadfinderhaft agierenden Realsozialismusvertreter auf die Nerven. (…). Jim Sailer, bis 2011 Sekretär VPOD Luftverkehr.
VPOD-Magazin, Februar 2017.
Personen > Vischer Daniel. Nachruf Jim Seiler. VPOD-Magazin, Februar 2017-02-01.
Ganzer Text
01.02.2017 Schweiz
Personen
VPOD-Magazin
Jim Sailer
Daniel Vischer
Nachruf
Volltext
Daniel Vischer, langjähriger Präsident von VPOD Luftverkehr, ist 67jährig gestorben. Erinnerung an einen Furchtlosen. Am Tag nach seinem 67. Geburtstag ist Daniel Vischer, Gewerkschafter, Rechtsanwalt, Kantonsrat und später Nationalrat, an den Folgen seiner Krebserkrankung gestorben. In den Tagen des Swissair-Groundings hat er Unglaubliches geleistet. Daniel Vischer wuchs in Basel auf. Sein Vater war ein berühmter Arbeitsrechtler; es war in der Familie völlig klar, dass man an einer Uni studiert. Die Matura hat der schulisch nicht übertrieben fleissige Daniel mit Ach und Krach geschafft, mit dem Jus-Studium hat er erst 1980 begonnen. Es war dem jungen Mann nicht wohl in seiner Heimatstadt, diesem von protestantischem Arbeitsethos geprägten Zentrum. Er biwakierte auf Bäumen, um sie vor einem Bauprojekt zu retten, er protestierte gegen Trampreis-Erhöhungen. Von der Poch zu den Grünen. Dann breitete sich die 68er-Bewegung sogar in Basel aus. Daniel Vischer arbeitete damals als Regieassistent am Basler Theater. Ab 1969 engagierte er sich bei den Progressiven Organisationen (Poch). Er wurde Sekretär dieser Partei in Zürich. 1970 kämpfte er gegen die Schwarzenbach-Initiative und beteiligte sich an der Kaiseraugst-Besetzung. 1974 ging es nach Kuba, wo er mit dem Pressluft-hammer arbeiten und auch Beeren pflücken musste. Anlässlich einer Reise nach Nordkorea erlebte er den irrwitzigen Personenkult; immerhin musste er Kim Il-sung nicht die Hand reichen. In der DDR gingen ihm die naiv gläubig und (…). Jim Sailer.
VPOD-Magazin, Februar 2017.
Personen > Sailer Jim. Daniel Fischer. Nachruf. VPOD-Magazin, 2017-02-01.
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26.01.2017 Schweiz
Personen
WOZ
Thomas Heilmann
Daniel Vischer
Nachruf
Volltext
Daniel Vischer (1950-2017). Das Mittelmeer hat auch ein Südufer. Ein Freund erinnert sich an den am Dienstag vergangener Woche verstorbenen ehemaligen Nationalrat. Mit Daniel Vischer hat uns eine der markantesten Persönlichkeiten der schweizerischen Linken der Jahre nach 1968 verlassen. Seine charakteristischste Eigenschaft war, unverblümt seine Meinung zu äussern - vor wem auch im¬mer. Er schielte nicht darauf, was anderen, auch seinen FreundInnen, missfallen könnte oder was sie von ihm hören wollten. Oft standen auch mir zunächst die Haare zu Berg ob dem, was er verkündete. Die Diskussionen darüber gehörten dann zum Spannendsten und Erhellendsten, voller Überraschungsmomente und unerwarteter gedanklicher Voten. Ein „Enfant terrible“. Dani war einer der belesensten Menschen in meiner Umgebung; aber er hat auch immer gegen den Strich gelesen und nicht einfach die gängigsten Meinungen aus dem Feuilleton oder den Talkshows übernommen. Dabei war Dani keiner dieser so oft und oft zu Unrecht gelobten unabhängigen Linken, die sich ihrer Parteilosigkeit rühmen. Dani war ein „Enfant tejrible“, sowohl im organisatorischen Rahmen der Progressiven Organisationen Schweiz (Poch), für die er 1973 von Basel nach Zürich kam, um am gesamtschweizerischen Aufbau der sich als revolutionär verstehenden Partei an zentraler Stelle mitzuwirken, als auch später bei den Grünen. Aber er war kein Rosinenpicker oder gar eine Politdiva, sondern leistete etwa als Fraktionspräsident der Grünen im Zürcher Kantonsrat politische Kärrnerarbeit.  (…). Thomas Heilmann. Thomas Heilmann, Geschäftsleiter des Rotpunktverlags.
WOZ, 26.1.2017.
Personen > Vischer Daniel. Nachruf Thomas Heilmann. WOZ, 2017-01-26.
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05.01.2017 Schweiz
Personen
WOZ
Stefan Howald
Daniel Suter
Nachruf
Volltext
Daniel Suter (1949–2017). Der kämpferische Brückenbauer. Gerechtigkeit und Anstand: Daran hat sich der Journalist, Gewerkschafter und Schriftsteller Daniel Suter orientiert. An Silvester ist er 67-jährig in Zürich gestorben. Daniel Suter war einer der aufmerksamsten Menschen, die ich gekannt habe. Wenn er gelegentlich bei grösseren Einladungen bei uns zu Besuch weilte, half er immer, wo gerade Hilfe nötig war, und wusste schon bald, wo sich unsere eigenwillig eingeordneten Küchenutensilien befanden. Aufmerksam gegenüber Menschen und aufmerksam gegenüber Dingen: Seine Texte und Romane waren in allen Details minutiös recherchiert. Das mochte auch mit seiner Ausbildung als Jurist zusammenhängen. An dieser schätzte er allerdings vor allem die Genauigkeit, während ihm anderes profund missfiel. Verbindlich, freundlich, hartnäckig. 1949 in Berlin geboren, aufgewachsen im Kanton Zürich, war er nach dem Jusstudium zuerst Sekretär beim Arbeitsgericht, wollte dann aber, wie er der WOZ im Jahr 2009 in einem Interview erklärte, nicht so werden wie andere JuristInnen, denen die Menschen nur noch zu Fällen gerieten. Deshalb ging er zu einer Beratungszeitschrift und kam 1987 zum „Tages-Anzeiger“. Dort lernte ich ihn kennen und schätzen. In schwierigen Situationen konnte man sich auf ihn verlassen, 1989 bei der Entlassung des Korrektors und Gewerkschafters Roland Kreuzer, 1991 bei der Absetzung von Chefredaktor Viktor Schlumpf. Anstand, Gerechtigkeit: Das waren die Tugenden, an denen sich Daniel Suter (…). Stefan Howald.
WOZ, 5.1.2017.
Personen > Suter Daniel. Nachruf Stefan Howald. WOZ, 2017-01-05.
Ganzer Text
03.01.2017 Schweiz
Personen
Syndicom-Zeitung
Daniel Suter
Nachruf
Volltext
Daniel Suter 1949 – 2016. Wir nehmen trauernd Abschied. Der Journalist und Buchautor Daniel Suter ist am 31. Dezember 2016 mit 67 Jahren nach über zweijähriger Krankheit gestorben. Er arbeitete mehr als zwei Jahrzehnte beim „Tages-Anzeiger“ und engagierte sich dort als Präsident der Personalkommission, bevor er beim grossen Stellenabbau des Blattes im Mai 2009 zusammen mit weit über 80 Kolleginnen und Kollegen entlassen wurde. Daniel Suter war seit 1979 Gewerkschaftsmitglied, anfänglich in der SJU, dann in Comedia und schliesslich in Syndicom. Parallel dazu engagierte er sich von 2011 bis 2015 beim Journalistenverband Impressum als Präsident. Davor war er 12 Jahre lang Mitglied des Schweizer Presserats und setzte sich dafür ein, dass die ethischen Standards in den Medien eingehalten werden. Daniel Suter kämpfte zusammen mit der ganzen Belegschaft des „Tages-Anzeiger“ und den Gewerkschaften gegen den Stellenabbau und für eine soziale Abfederung der Entlassungen. Im Juli 2009 konnte die Verhandlungsdelegation unter seiner Leitung einen wesentlich verbesserten Sozialplan erreichen. Seine Stelle aber war weg. Auf rechtlicher Ebene machte er sich in der Folge dafür stark, dass die PersonalvertreterInnen besser vor Kündigung geschützt werden. Die Klage, die er mit Unterstützung von Syndicom führte, hat das Bundesgericht zwar abgewiesen. Sein prominenter Fall hat aber dazu beigetragen, den in der Schweiz mangelhaften Kündigungsschutz auf die politische Agenda zu setzen. (…). Mit Foto
Syndicom, Presse und elektronische Medien, 3.1.2017.
Personen > Suter Daniel. Nachruf Syndicom. Syndicom 2017-01-04.
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26.12.2016 Kuba
Granma
Personen
Fidel Castro
Nachruf
Volltext
Die moralischen Tugenden unseres Volkes. Bereits ein Monat ist vergangen und niemand hat gespürt, dass er nicht unter uns wäre. Die Mehrheit des Volkes erwachte am 26. November dieses Jahres schweren Herzens. Die Brust des Vaterlandes erwachte voller Trauer, denn Fidel hatte sich am Vorabend verabschiedet. Bereits ein Monat ist vergangen und niemand hat gespürt, dass er nicht unter uns wäre. Im Gegenteil, er eröffnet weiterhin im Voranschreiten Wege, wie es in den Versen von Antonio Machado heisst. „Ich bin Fidel“ heisst nicht nur, ihn nicht sterben zu lassen, ihn an unserer Seite zu spüren, sondern das Werk fortzusetzen, dem er sich in Herz und Seele hingegeben hatte. Es heisst, die Revolution fortzuführen, was die einzige Weise ist, ihn für immer lebendig zu erhalten. Was sollen wir tun, um an diesem anderen 26. seiner zu gedenken? Sein Vermächtnis aufsuchen. Und wir werden seine Worte finden, die er vor 58 Jahren in jenem Gründungsmonat Januar aussprach. Wenn wir Fidel sind, müssen wir wie er sprechen und handeln. „…es ist ein Tag des Gedenkens, denn hierher müssen wir alle Jahre wiederkommen, um der Toten der Revolution zu gedenken. Aber es muss wie eine Prüfung des Bewusstseins und des Verhaltens sein, wie eine Bestandsaufnahme dessen, was getan worden ist. Denn die moralische Fackel, die Flamme der Reinheit, die unsere Revolution entzündet hat, muss am Leben erhalten werden, sie muss sauber gehalten werden, sie muss am Brennen gehalten werden, weil wir nicht zulassen können, dass die Flamme der moralischen Tugenden des Volkes jemals wieder erlischt.“ (…). Granma, 26.12.2016,
Personen > Castro Fidel. Nachruf. Granma, 2016-12-26.
Ganzer Text
09.12.2016 Kuba
Granma
Personen
Fidel Castro
Kundgebung
Nachruf
Volltext
Tausende Menschen ehren Fidel in Namibia. Der posthume Tribut, an dem sich sämtliche Führungskräfte der Regierung und der Partei Swapo sowie Vertreter des diplomatischen Korps beteiligten, wurde in den Gärten des namibischen Parlamentssitzes geleistet und live vom Fernsehkanal NBC übertragen. Tausende Menschen beteiligten sich in der Hauptstadt Namibias an einer posthumen Ehrung für den kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro, die unter dem Vorsitz des Präsidenten Namibias, Hage Geingob, stand. Der posthume Tribut, bei dem sämtliche Führungskräfte der Regierung und der Partei Swapo sowie Vertreter des diplomatischen Korps zugegen waren, wurde in den Gärten des namibischen Parlamentssitzes geleistet und live vom Fernsehkanal NBC übertragen, berichtete die Botschaft Kubas in jenem Land. Auch namibische Absolventen kubanischer Hochschulen, sowie kubanische Helfer und Residenten in diesem afrikanischen Land nahmen an der Ehrung teil. Sich auf den Revolutionsführer beziehend, bezeichnete ihn Gein¬gob als seinen Helden und unterstrich, dass Na¬mibia „Kuba und Fidel zu ewigem Dank verpflichtet ist“. Er erinnerte daran, dass das gröste Opfer darin bestand, dass Kuba seine Söhne als Kämpfer für die Verteidigung der afrikanischen Völker entsendete. Der Regierungschef ratifizierte ebenso die unverrückbare Unterstützung Namibias für Kuba in dessen Kampf gegen die Blockade, die von aufeinanderfolgenden Regierungen der USA über mehr als ein halbes Jahrhundert hinweg beibehalten worden ist. (…). Prensa Latina.
Granma, 9.12.2015.
Personen > Castro Fidel. Namibia Trauerkundgebung. Granma, 2016-12-09.
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05.12.2016 Afrika
Junge Welt
Personen
Fidel Castro
Nachruf
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¡Viva Fidel! Fidel Castro Ruz, Vater der siegreichen Kubanischen Revolution von 1959, ist nach einem 90 Jahre währenden Leben als Revolutionär und Widerstandskämpfer gestorben. Er überlebte mehr als elf Mordanschläge, die der US-Auslandsgeheimdienst CIA gegen ihn ausgeheckt hatte. Wie wir heute wissen, waren es sogar weitaus mehr solcher Komplotte, aber zumindest diese elf hat die US-Regierung zugegeben. Als junger Mann schloss Fidel ein Jurastudium ab, konnte sich mit dem Beruf des Rechtsanwalts, den er zwischen 1950 und 1953 ausübte, jedoch nicht identifizieren. Vielmehr schlug er schon sehr früh den Weg der Revolution ein und nahm den Kampf auf gegen den von den USA gestützten Diktator Fulgencio Batista. Die Erhebung des kubanischen Volkes, die schliesslich zum Sturz Batistas führte, wurde zu einer Inspiration für Menschen überall auf der Welt. Zu ihnen gehörte der Mitbegründer der „Black Panther Party“, Huey P. Newton (1942–1989), der als politischer Gefangener 1967 in einem Interview erklärte: „Als Fidel Castro und Che Guevara zusammen mit weiteren Genossen den Plan zur Kubanischen Revolution fassten, war ihnen klar, dass sie es allein nicht schaffen würden, das Unterdrücker¬regime in Kuba zu stürzen. Sie begriffen sich im wesentlichen als eine Kraft, die ein Beispiel geben muss¬te, um dadurch einen erzieherischen Einfluss auszuüben. Indem sie den Kampf gegen die Armee aufnahmen, zeigten sie dem Volk, dass diese Armee nicht unbesiegbar war, dass auch die Polizei nicht unbesiegbar war. (…). Mumia Abu-Jamal. Übersetzung: Jürgen Heiser. Junge Welt, 5.12.2016.
Personen > Castro Fidel. Afrika. Junge Welt, 2016-12-05.
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04.12.2016 Kuba
Granma
Personen
Fidel Castro
Nachruf
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Die bleibende Lehre von Fidel ist, dass es zu schaffen ist. Rede des Armeegenerals Raúl Castro Ruz, Erster Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas und Vorsitzender des Staats- und des Ministerrates, auf der politischen Kundgebung zur posthumen Ehrung des Anführers der Kubanischen Revolution, Fidel Casto Ruz. Rede des Armeegenerals Raúl Castro Ruz, Erster Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas und Vorsitzender des Staats- und des Ministerrates, auf der politischen Kundgebung zur posthumen Ehrung des Anführers der Kubanischen Revolution, Fidel Casto Ruz, auf dem Platz Mayor General Antonio Maceo Grajales, von Santiago de Cuba, am 3. Dezember 2016, „58. Jahr der Revolution“. (Stenografische Versionen – Staatsrat). Verehrte Staats- und Regierungschefs; Bedeutende Persönlichkeiten, die uns begleiten; Landsleute, die heute in Vertretung der Ostprovinzen und Camagüeys zugegen sind; Frauen und Männer von Santiago; Liebes Volk Kubas: Als am heutigen Nachmittag der Trauerzug mit der Asche von Fidel, der sich in umgekehrter Richtung auf dem Weg der Karawane der Freiheit von 1959 bewegt hatte, eine Rundfahrt zu sinnbildlichen Stätten von Santiago de Cuba, Wiege der Revolution, machte, erfuhr er, so wie auch im Rest des Landes, die Bezeugung der Liebe der Kubaner. Morgen wird seine Asche in einer einfachen Zeremonie auf dem Santa Ifigenia Friedhof beigesetzt, sehr nahe zum Mausoleum des Nationalhelden José Martí; seiner Kampfgefährten in der Moncada, der Granma und der Rebellenarmee, der Klandestinität und der (…). Raul Castro Ruz.
Granma, 4.12.2016.
Personen > Castro Fidel. Nachruf Raul Castro. Granma, 2016-12-04.
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03.12.2016 Kuba
Granma
Personen
Fidel Castro
Nachruf
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Mit Fidel im Sturm. Es war der 31. Mai 1977, als es mitten in der Einweihung der ersten 70 Wohneinheiten der neuen Gemeinde zu regnen begann. Plácido Rodríguez, der Präsident der Kooperative für landwirtschaftliche Produkte (CPA), las gerade seine Rede vor, aber jedes Mal, wenn ein Tropfen auf das Manuskript fiel, wurde ein Wort verwischt… Es war der 31. Mai 1977, als es mitten in der Einweihung der ersten 70 Wohneinheiten der neuen Gemeinde zu regnen begann. Plácido Rodríguez, der Präsident der Kooperative für landwirtschaftliche Produkte (CPA), las gerade seine Rede vor, aber jedes Mal, wenn ein Tropfen auf das Manuskript fiel, wurde ein Wort verwischt … Damals ging Fidel zu ihm hin, nahm ihm die Seiten aus der Hand und sagte: „Du wirst feststellen, dass frei sprechen besser ist.“ Jesús Erasmo Yumar, einer der Bauern, der jenen Tag nie vergessen wird, erzählt, dass sich in der Menschenmenge eine alte Frau im Rollstuhl befunden habe, die, wenn sie auch nicht gehen konnte, doch den Revolutionsführer sehen wollte. “Der Comandante mahnte, dass man sie nicht so nass werden lassen dürfe. Eine Gruppe von Männern trug sie zu einem Balkon an einem der Gebäude, von wo aus sie die Tribüne sehen konnte, und dann wurde der Akt fortgesetzt. Es ging ein enormer Platzregen nieder, aber niemand entfernte sich von dort. Einige Jahre früher hatte sich auf Initiative Fidels hin am selben Ort des Bezirks Viñales die erste CPA-Kooperative gegründet und es waren die ersten Steine der Gemeinde verlegt worden. Da nur wenige Tage zuvor der Präsident Salvador Allende ermordet worden war, beschlossen (…). Ronald Suárez Rivas.
Granma, 3.12.2016.
Personen > Castro Fidel. Pinar del Rio. Granma, 2016-12-03.
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03.12.2016 Kuba
Lateinamerika
Junge Welt
Personen
Fidel Castro
Nachruf
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Fidel lebt. Abschied von einem Befreier, der schon vor seinem Tod zur Legende wurde. Fidel Castro Ruz, der am 25. November verstorbene Comandante en Jefe der Kubanischen Revolution, wird in Lateinamerika bereits in einem Atemzug mit den grossen Befreiern Simón Bolívar (1783-1830) und José Martí (1853-1895) genannt. Wie diese steht der schon zu Lebzeiten zur Legende gewordene Revolutionsführer nicht für die Vergangenheit, sondern für die Zukunft des Kontinents, für den Kampf um ein vereintes, unabhängiges und freies Amerika, das nicht mehr von dem „Koloss im Norden“, wie Martí die USA nannte, beherrscht wird. Nachdem das Rebellenheer unter Führung von Fidel und Raúl Castro, Ernesto Che Guevara, Camilo Cienfuegos und anderen Comandantes nach zweijährigem Guerillakrieg 1959 den Diktator Fulgencio Batista verjagt hatte, wurde ein Stück dieser Vision Realität. Aus Kuba, bis dahin Bordell und Vergnügungspark wohlhabender US-Amerikaner, in dem die Mehrheit der Bevölkerung in bitterer Armut lebte, oft an Hunger litt und weder Krankenhäuser noch Schulen kannte, wurde unter Fidel Castro ein Musterland für die vom Westen so genannte „Dritte Welt“. Kuba wurde Vorbild für viele Menschen auf dem durch Kolonialherrschaft, US-Invasionen, Militärdiktaturen, Polizeiterror und Armut geschundenen Kontinent. Doch Fidel Castro veränderte nicht nur das eigene Land und Lateinamerika. Kuba half den Völkern Afrikas und Asiens im Kampf für ihre Unabhängigkeit und schickte später Ärzte und Pädagogen in alle Teile der Welt. (…).
Volker Hermsdorf.
Junge Welt, 3.12.2016,
Personen > Castro Fidel. Lateinamerika. Junge Welt, 2016-12-03.
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03.12.2016 Kuba
Granma
Personen
Fidel Castro
Nachruf
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Maradona: Er ist mein zweiter Vater. „Ich möchte allen Kubanern ganz herzliche Grüsse übermitteln und ihnen sagen, dass ich mit dem Herzen bei ihnen bin. Bevor ich ein Soldat Macris werde, bin ich ein Soldat Kubas. Mein Herz und meinen Körper würde ich für diese Fahne, für Kuba, Fidel und den Che geben“, versicherte er. „Ich bin gekommen, um bei meinem zweiten Papa zu sein, bei der Legende, die von uns gegangen ist, uns aber ein klares Vermächtnis hinterlassen hat, an dem wir nicht Verrat üben dürfen. Wer glaubt, Kuba sei geschwächt, weil der Grösste nicht mehr da ist, der irrt“, sagte der ehemalige Fussballer aus Argentinien Diego Armando Maradona. Nach seiner Ankunft auf der Insel, auf die er reiste, um an den Ehrungen für den Führer der Kubanischen Revolution Fidel Castro teilzunehmen, dankte Maradona dem historischen Leiter, ihm die Türen der karibischen Nation in dem schwierigen Moment geöffnet zu haben, als er, Mardona, sich von seiner Drogenabhängigkeit erholen musste. In gleicher Weise lobte er die Führungsqualität Fidels, indem er sagte, es möge viele Spieler geben, aber er, Fidel, sei der Mannschaftsführer der Weltauswahl der Politiker. Maradona, den mit dem Comandante en Jefe seit 1987, als er Kuba zum ersten Mal besuchte, eine enge Freundschaft verband, fügte hinzu, er sei gekommen, um ihm „Hasta siempre, Comandante!“ zu sagen. (…).
Granma, 3.12.2016.
Personen > Castro Fidel. Nachruf Maradona. Granma, 2016-12-03.
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02.12.2016 Kuba
Granma
Personen
Fidel Castro
Nachruf
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Das tapfere Volk von Camagüey wird ihn nicht enttäuschen. Es war gegen 16 Uhr am Donnerstag als der Trauerzug, der die Asche des Comandante en Jefe Fidel Castro Ruz mit sich führt, die Grenze zur Provinz Camagüey überschritt und dort voller Emotionen von Tausenden Bewohnern Camagüeys empfangen wurde, die sich spontan auf beiden Seiten der Hauptstrasse versammelt hatten. Das Gleiche geschah in den kleinen Gemeinden und Dörfern des Kreises Carlos Manuel de Céspedes und Florida, bis der Zug schliesslich in der Stadt Camagüey ankam, wo die Strassen von einem Volk gesäumt wurden, das stundenlang in Erwartung der Karawane, standhaft dem hartnäckig andauernden Nieselregen trotzte. Und als es im Land von EL Mayor (Ignacio Agramonte) Nacht wurde, erreichte der Zug den Generalmajor Ignacio Agramonte Loynaz Platz, wo ihm eine Menschenmenge, bestehend aus Studenten, Arbeitern, Kämpfern und Bewohnern der Stadt Ovationen darbrachte und in einem gewaltigen Chor die Nationalhymne anstimmte. „Ich singe zusammen mit meiner Mama und meinem Papa, weil es in dem Text heisst – für das Vaterland zu sterben bedeutet zu leben – und das ist, was mit Fidel geschehen ist“, sagte die kleine Lorena, während Lisandra mit einer Geste des Respekts der Asche jenes Mannes Reverenz erwies, der während seines ganzen Lebens soviel für das Glück der neuen Generationen getan hat. „Das ist noch nicht zu Ende“, erklärte die Schülerin und bezog sich damit auf die posthume Ehrenwache, die das Volk, mit großer Beteiligung der Jugend und vielen Künstlern ab 21 Uhr auf dem Platz halten wird. (…). Miguel Febles Hernández.
Granma, 2.12.2016.
Personen > Castro Fidel. Nachruf Miguel Febles Hernandez. Granma, 2016-12-02.
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02.12.2016 Kuba
Granma
Personen
Fidel Castro
Nachruf
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Gesichtspunkte über den Guerrillakämpfer der Zeiten. Mehrere Intellektuelle, Journalisten, Dozenten, Politikanalysten und Freunde aus aller Welt haben ihre Gesichtspunkte über das Vermächtnis des Führers der kubanischen Revolution zum Ausdruck gebracht. Mehrere Intellektuelle, Journalisten, Dozenten, Politikanalysten und Freunde aus aller Welt haben ihre Gesichtspunkte über das Vermächtnis des Führers der kubanischen Revolution Fidel Castro zum Ausdruck gebracht. Jeder auf seine Weise erinnern sie sich an ihn nicht nur als einen Mann, der diese kleine Insel auf der Weltkarte heraushob, sondern sie stimmten auch in der Transzendenz dieser Persönlichkeit überein. Einige von ihnen teilten Granma ihre Meinungen mit. Alicia Jrapko, Aktivistin der Solidaritätsbewegung mit Kuba in den USA. Juan Manuel Karg, Politologe der Universität von Buenos Aires. Forscher im Kulturzentrum der Kooperation. Carlos Alzugaray, kubanischer Diplomat, Dozent und Politikanalyst. Alfredo Serrano, spanischer Ökonom und Direktor des Lateinamerikanischen Strategischen Zentrums für Geopolitik. Patricia Villegas, Journalistin, Direktorin von Telesur. Rafael Ramírez, Botschafter Venezuelas in den Vereinten Nationen, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von PDVSA und ehemaliger Minister für Energie und Erdöl.
Granma, 2.12.2016.
Personen > Castro Fidel. Nachruf. Autoren. Granma, 2016-12-02.
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