Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 14922

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04.10.2019 Zürich
1. Mai Zürich
Gewerkschaftsbund ZH Kanton
Personen
Barbara Gysi
1. Mai Zürich
Referate
Volltext
Barbara Gysi ist Hauptrednerin an 1. Mai. Der Gewerkschaftsbund des Kantons Zürich (GBKZ) hat für den 1. Mai 2019 das Motto #Frauenstreik2019 gewählt. Als eine von zwei Hauptrednerinnen wird an der Schlusskundgebung die PVB-Präsidentin und SP-Vizepräsidentin Barbara Gysi sprechen. Auch in diesem Jahr startet die 1. Mai Demonstration ab 10:00 Uhr auf dem Helvetiaplatz. „Die ökonomische Ungleichheit der Frauen ist gravierend. Ihr Erwerbseinkommen ist um 108 Milliarden Franken tiefer als dasjenige der Männer. Zudem leisten sie zwei Drittel der unbezahlten Carearbeit im Umfang von 400 Milliarden Franken“, erläutert Barbara Gysi das Motto des Umzugs. Auch die gewerkschaftlichen Forderungen hinter dem für den 14. Juni 2019 geplanten Frauenstreik bringt sie auf den Punkt: „Die Lohngleichheit muss endlich umgesetzt werden. Die Löhne in den typischen Frauenberufen müssen erhöht und die oftmals prekären Arbeitsbedingungen verbessert werden“. Für das Zürcher 1.-Mai-Komitee spricht an der Schlusskundgebung Annie Raja von der Indischen Nationalen Frauenvereinigung. Das Komitee mobilisiert zum diesjährigen 1. Mai unter dem Slogan „Frauen kämpfen radikal – hier und überall“. Zur Person: Die in Zürich geborene Gewerkschafterin Barbara Gysi präsidiert seit November 2016 den Personalverband des Bundes (PVB). Im vergangenen Jahr kandidierte sie für das SGB-Präsidium, unterlag jedoch Pierre-Yves Maillard. Die SP-Vizepräsidentin politisiert seit Dezember 2011 für ihre Partei im Nationalrat.
GBKZ, 10.4.2019.
Gewerkschaftsbund ZH Kanton > 1. Mai Zürich. Barbara Gysin. Referat. GBKZ, 2019-04-10.
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01.10.2019 Schweiz
Glencore
Personen
Syngenta
VPOD Schweiz
Johannes Gruber
Konzernverantwortungs-Initiative
Syngenta
Volltext
Jetzt Farbe bekennen für die Menschenrechte! Die Migrationskommission des VPOD unterstützt die Anliegen der Konzernverantwortungsinitiative und kritisiert die Entscheidung des Ständerats vom 26.9.2019, die Entscheidung über einen indirekten Gegenentwurf auf die Zeit nach den Wahlen zu verschieben. Die Manager grosser Konzerne wissen genau, wo ihre Geschäfte mit den Menschenrechten im Konflikt stehen. Doch manche von ihnen gewichten den Unternehmensgewinn höher als den Schutz von Menschen und Umwelt. Glencore vergiftet Flüsse im Kongo und die Luft in Sambia. Der Basler Konzern Syngenta verkauft auf anderen Kontinenten tödliche Pestizide, die bei uns in der Schweiz schon lange verboten sind. Und Schweizer Goldraffinerien beziehen Rohgold, das mithilfe von Kinderarbeit geschürft wurde. Immer wieder verletzen Konzerne mit Sitz in der Schweiz die Menschenrechte in Ländern des Südens und ignorieren dort minimale Umweltstandards. Die Konzernverantwortungsinitiative (KOVI) verpflichtet alle Konzerne, zukünftig die Menschenrechte und Umweltstandards bei ihren Geschäften zu achten und für Menschenrechtsverletzungen zu haften, die sie oder ihre Tochterfirmen verursachen. Die Haftung ist auf Gesellschaften beschränkt, über die ein Konzern tatsächlich die Kontrolle ausübt. Wer verantwortlich wirtschaftet, hat nichts zu befürchten. Viele Länder haben bereits ähnliche Gesetze verabschiedet, beispielsweise gegen Kinderarbeit oder den illegalen Handel mit (…). Johannes Gruber.
VPOD Schweiz, 1.10.2019.
Personen > Gruber Johannes. Konzernverantwortungs-Initiative. VPOD Schweiz, 2019-10-01.
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27.09.2019 Schweiz
Manor
Migros
Personen
Work
Patricia D Incau
Entlassungen
Manor
Migros
Volltext
Fast 800 Stellen weg bei Migros und Manor: Heftiges Erdbeben erschüttert Schweizer Detailhandel. Manor und Migros setzen Hunderte Mitarbeitende vor die Tür. Mit fadenscheinigen Begründungen. 480 Stellen bei. Manor, 300 Stellen bei der Migros Aare: Innerhalb von nur einer Woche haben zwei der grössten Detailhändler der Schweiz einen Mega-Kahlschlag verkündet. Manor schliesst im Januar die Filiale an der Zürcher Bahnhofstrasse. nach einem jahrelangen Streit mit der Vermieterin, der Versicherung Swiss Iife. Die Migros Aare wiederum spricht von „sinkender Rentabilität“ und einer neuen Unternehmensstrategie. Doch das ist nur die halbe Wahrheit, sagt Anne Rubin (50) im Gespräch mit Work. Sie ist bei der Unia verantwortlich für den Detailhandel. Work: Zwei Massenentlassungen erschüttern den Schweizer Detailhandel. Was ist da los? Anne Rubin: In den letzten 10 Jahren wurden rund 23‘000 Stellen gestrichen. Im Detailhandel läuft ein grosser Strukturwandel. Die Arbeit wird verdichtet, und durch die Digitalisierung werden einerseits bestimmte Arbeiten immer mehr automatisiert. Andererseits ist die Konkurrenz durch Onlinehändler wie Zalando und Amazon grösser geworden. Die Unternehmen in der Schweiz haben die Entwicklung des Onlinehandels aber teilweise verschlafen. Manor zum Beispiel wollte noch vor 12 Jahren kein Wort vom Onlinehandel hören. Die Folgen spüren jetzt die Angestellten. Geht es Mjgros und Manor denn finanziell schlecht? Nein, die Migros ist finanziell solid aufgestellt, auch  (…).  Patricia D’Incau.
Work, 27.9.2019.
Personen > D’Incau Patricia. Migros. Entlassungen. Work, 2019-09-27.
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27.09.2019 Schweiz
Arbeitszeit
FDP
Personen
Work
Clemens Studer
Arbeitszeitverlängerung
Volltext
Arbeitszeiterfassung & Arbeitnehmendenschutz: FDP-Angriff abgewehrt. Der Ständerat beerdigt einen Vorstoss, der die Arbeitszeiterfassung radikal aufweichen wollte. Doch der nächste Angriff auf die Gesundheit der Arbeitnehmenden rollt bereits. Die neuste Gesundheitsbefragung des Bundesamtes für Statistik zeigt Erschreckendes: Mehr als jede fünfte Person steht während der Arbeit „meistens oder immer» unter Stress. Noch 2012 waren es erst 18 Prozent. Sogar für 27,1 Prozent ist der Stress bereits im „kritischen Bereich“ angelangt (Work berichtete www.rebrand.lyjworkstress). Trotzdem wollen rechte Parteien und Wirtschaftsverbände den Arbeitnehmendenschutz weiter aufweichen. Jetzt ist immerhin der erste der beiden aktuellsten Angriffe am Widerstand von Gewerkschaften und von Arbeitsmedizinerinnen und Arbeitsmedizinern gescheitert. Eine parlamentarische Initiative der früheren FDP-Ständerätin Karin Keller-Sutter - heute Justizministerin - wollte für weitere Teile der Arbeitnehmenden die Arbeitszeiterfassung abschaffen. Dieses Geschäft hat der Ständerat in der laufenden, Session endlich beerdigt, 67-Stunden-Woche. Weiter auf der Traktandenliste steht allerdings ein gesundheitsgefährdender Vorstoss des abtretenden Luzerner CVP-Ständerats Konrad Graber. In der aktuellsten Formulierung will dieser für einen Drittel der Arbeitnehmenden die wöchentliche Höchstarbeitszeit abschaffen. 67-Stunden-Arbeitstage erlauben, das Sonntags-Arbeitsverbot noch mehr aufweichen und die 67-Stunden-Woche einführen. (…).
Clemens Studer.
Work, 27.9.2019.
Personen > Studer Clemens. Arbeitszeiterfassung. Work, 2019-09-27.
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27.09.2019 Schweiz
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Klimawandel
Volltext
Klima, wir kommen! „Wie könnt ihr es wagen?“ Das ist die Gretchenfrage in der Zornesrede von Greta Thunberg. Am Klimagipfel in New York hat sie sie vor der ganzen Welt wieder und wieder gestellt: „Wie könnt ihr es wagen, zu uns jungen Menschen zu kommen, damit wir euch Hoffnung geben?“ Aus¬gerechnet! „Wo ihr mit euren leeren Worten meine Träume und meine Kindheit gestohlen habt?“ So erbittert scharf hat die Jeanne d’Arc der Klimastreikenden noch nie geredet. Work dokumentiert ihre Rede als ein Element des 7-Seiten-Klima-Schwerpunkts. Greta kämpft für Windmühlen – und gegen die eigenen Tränen. Gegen die Verzweiflung. Und erntet den Hohn der Mächtigen. Des mächtigsten Klimaleugners Donald Trump zum Beispiel. Der 73jährige Geld- und Hasssack kotzte auf Twitter mal schnell über die 16jährige Schülerin runter, die das Aspergersyndrom hat: „Sie wirkt wie ein sehr glückliches junges Mädchen, das sich auf eine strahlende und wunderbare Zukunft freut. So schön zu sehen!“ Das System schlägt zurück, wenn man es in Frage stellt. Gnadenlos. Das erleben auch die Klimaaktivistinnen und -aktivisten der Umweltschutzorganisation Extinction Rebellion (XR), die kürzlich die Limmat in Zürich giftgrün gefärbt haben. Auf ihrer Website präsentieren die Rebels Videos, die Festnahmen von fried¬lichen Klimademonstrierenden zeigen. Ist das nicht abschreckend? Wollte Work von Myriam (37) und Silvio (27) im Interview wissen. Nein, sagt Silvio, denn sie zeigen, „wie gewalttätig (…).  Marie-Josée Kuhn.
Work online, 27.9.2019.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Klimawandel. Work online, 2019-09-27.
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27.09.2019 Schweiz
Gastgewerbe
Personen
Work
Christian Egg
Gastgewerbe
GAV
Volltext
Gastrosuisse trickst bei den Verhandlungen zum neuen GAV: Wirte wollen kantonale Mindestlöhne aushebeln. Mehr und mehr Kantone haben neu einen gesetzlichen Mindestlohn. Den Chefs ist das ein Dom im Auge. Der Verband der Wirte verweigert jetzt deswegen sogar. die GAV-Verhandlungen. Es war ein Durchbruch für Löhne, von denen es sich knapp leben lässt: 2017 gab das Bundesgericht grünes Licht für einen gesetzlichen Mindestlohn von 20 Franken pro Stunde im Kanton Neuenburg. Kurz darauf setzte auch der Kanton Jura dieselbe Marke im Gesetz fest. Und es geht weiter: In Basel und Genf sind Volksinitiativen der Gewerkschaften hängig, die im Minimum 23 Franken pro Stunde für alle fordern. Und im Tessin haben die Stimmenden bereits Ja gesagt zu einem Mindestlohn - gestritten wird noch um seine Höhe. Zwar würden die Gewerkschaften gerne gute Arbeitsbedingungen in Gesamtarbeitsverträgen festlegen. Aber in einigen Bereichen, zum Beispiel im Detailhandel, sträuben sich die Arbeitgeber gegen GAV. Also beschritten die Gewerkschaften den politischen Weg. Im Gastrogewerbe mit seinem allgemeinverbindlichen GAV bezeichnet dies der Wirteverband Gastrosuisse gegenüber Work als „nicht faire Doppelstrategie“. Den Chefs und rechten Politikern sind die kantonalen Mindestlöhne ein Dorn im Auge. Deshalb blasen sie jetzt zum Angriff. Mit einer Motion will zum Beispiel der Urner CVP-Ständerat Isidor Baumann die kantonalen Mindestlöhne aushebeln - ausgerechnet mit den Gesamtarbeitsverträgen. (…).  Christian Egg.
Work, 27.9.2019.
Personen > Egg Christian. Gastrosuisse. GAV. Work, 2019-09-27.
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27.09.2019 Brasilien
Arbeiterpartei
Personen
Work
Jonas Komposch
Arbeiterpartei
Glücksspiele
Volltext
Linker Lotto-Sechser mit Folgen. Mitarbeitende der brasilianischen Arbeiterpartei gewannen umgerechnet 28,5 Millionen Franken. Das brachte das ganze Parlament zum Stillstand. Die Abgeordneten steckten inmitten einer langwierigen Debatte um eine Wahlreform, als in den Rängen des brasilianischen Parlaments plötzlich heftiges Getuschel entstand. Es folgten grelle Jauchzer, Freudensprunge und eine Party-Polonaise bis auf die Strasse hinaus. Was zur Hölle eigentlich los sei, fragte ein ahnungsloser Politiker. Ein Abgeordneter klärte auf: Gerade eben hätten 49 Mitarbeitende der Parlamentsfraktion der Arbeiterpartei (PT) von ihrem Lottosechser erfahren. Die Glücklichen, darunter Reinigungsmitarbeitende, Chauffeure und Sekretärinnen, hätten sich in einer Tippgemeinschaft zusammengetan. Und ihnen winkt nun der dritthöchste Lottogewinn in der Geschichte Brasiliens – umgerechnet 26,5 Millionen Franken. Der Megatreffer vom 19. September warf manche PT-Mitarbeitenden komplett aus der Bahn. So fiel mindestens eine Reinigungsarbeiterin in Ohnmacht und musste von ihrem Genossen, dem ehemaligen Gesundheitsminister Alexandre Padilha, betreut werden. An eine Weiterführung der Reformdebatte war jedenfalls nicht zu denken. Zumal nun Vertreter von Präsident Jair Bolsonaros rechts extremer Partei den Neider gaben und hämische Voten vortrugen. Ob die PT nun immer noch für die Besteuerung hoher Vermögen sei, fragte einer. Und ein anderer Rechtsextremist verlangte von der linken Opposition, die Millionen sofort zu vergesellschaften. Doch die billige Polemik zielte ins Leere. (…).  Jonas Komposch.
Work, 27.9.2019.
Personen > Komposch Jonas. Brasilien. Arbeiterpartei. Lotto. Work, 2019-09-27.
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27.09.2019 Schweiz
Epsilon
Personen
Work
Christian Egg
Epsilon
Lohnnachzahlung
Volltext
Zeitungszustellung
Post-Tochter muss Zeitungsverträgern 600'000 Franken Lohn nachzahlen. „Die Chefs waren richtige Diktatoren“. Illegale Lohndrückerei und Schikanen, das war Alltag bei der Firma Epsilon in Genf. War! Dank dem Mut von Andrès Arciniegas und José Serantes ist jetzt alles besser. Postausträger Andrès Arciniegas (43) lacht und sagt: „Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal dem Personalchef der Post in seinem Büro in Bern gegenübersitzen und auf Augenhöhe mit ihm sprechen würde.“ Aber so war es. Arciniegas war Teil einer Delegation, die mit der Post über die Arbeitsbedingungen bei der Genfer Zustellfirma und Post-Tochter Epsilon verhandelte. Überaus erfolgreich: Alle Zustellerinnen und Zusteller haben jetzt einen Vertrag bekommen, der die kantonalen Mindestlöhne plus Nachtzuschläge einhält. Das war nicht immer so. Vogel friss oder stirb! Arciniegas und sein Kollege José Serantes (45) sind sogenannte Frühzusteller. Mit der Vespa liefern sie jeden Morgen die Zeitungen in die Briefkästen. Um vier Uhr früh fangen sie an, bei schlechtem Wetter früher. Damit sie spätestens um sechs fertig sind. Sie arbeiten zusammen mit rund 80 Kolleginnen und Kollegen. Die beiden berichten von unhaltbaren und gesetzeswidrigen Zuständen, die bei Epsilon geherrscht hatten. So wurde ihre Arbeitszeit nicht erfasst. Dabei sei diese stark vom Wetter abhängig. Im Winter, wenn Schnee liegt, kann eine Tour mehr als doppelt so lange dauern. Doch José Serantes Verdienst war immer der gleiche, nämlich gerade einmal 39 Franken pro Tag, plus 9 Franken f…).
Christian Egg.  Work online, 27.9.2019.
Personen > Egg Christian. Zeitungsvertraeger. Lohnnachzahlung. Work online, 2019-09-27.
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27.09.2019 Schweiz
Personen
Work
Katrin Bärtschi
Briefträgerin
Sprache
Volltext
Die Briefträgerin & der Spielraum. „Äs mönschelet“ – diese Floskel konnte die Briefträgerin schon als Jugendliche nicht leiden. Und sie mag sie auch heute nicht. „Äs mönschelet“ – was soll das heissen? Als Naturgesetz wird beschworen, was allenfalls Kulturgesetz, auf jeden Fall aber Ausrede ist. Dann, wenn damit gesagt werden soll, dass man nichts machen kann. Dass die Menschen eben so sind. Und das meint dieser Satz meistens. Er verzeiht billigend. Manchmal kommt Frau auf einem eigenen Weg zurück zu den Weisheiten der Alten. Doch dasselbe ist dann nicht dasselbe. Zwei Sätze tönen manchmal gleich, meinen aber nicht das gleiche. „Äs mönschelet“ – je älter die Briefträgerin wird, desto dringlicher fragt sie sich, warum viele Menschen so sind, wie sie sind oder sich geben. Warum es Leute gibt, die einfühlsam und grosszügig sind. Und viel mehr Leute, die vor allem an sich selber und die Befriedigung ihrer Machtwünsche denken. Die Briefträgerin weiss darauf weniger denn je eine Antwort. Früher machte sie die Verhältnisse verantwortlich. Das tut sie heute noch, doch die Verhältnisse reichen nicht mehr als Erklärung. Das Sein bestimmt das Bewusstsein. Aber umgekehrt stimmt der Satz auch. „Äs mönschelet“ ist eine nichtssagende, faule Antwort. Was aber, wenn der Satz eine neue Bedeutung erhielte? „Äs mönschelet“ hiesse dann: Es gibt immer einen Spielraum. Es gibt auch in hierarchischen Strukturen Spielräume, die genützt werden können. So oder so. (…).  Katrin Bärtschi.
Work online, 27.9.2019.
Personen > Baertschi Katrin. Brieftraegerin. Sprache. Work online, 2019-09-27.
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27.09.2019 Genf
Personen
SEV
TPG Genf
Yves Sancey
Kündigung
Petition
TPG Genf
Volltext
Unterakkordanz bei den TPG. Ein trojanisches Dumping-Pferd. Seit mehreren Monaten stecken die GAV-Verhandlungen mit den TPG-Unterakkordanten fest, denn die Untervergabe von Leistungen führt zu Sozialdumping und zu schlechteren Arbeitsbedingungen. Ob die Verhandlungen um den GAV der Subunternehmen der Genfer Verkehrsbetriebe (TPG) weitergehen, hängt vom SEV ab. Wenn er es wünscht, bleibt die Blockade bestehen. Seitens der Arbeitgeberschaft sitzt die Gruppe GEST am Verhandlungstisch. Vier Unternehmen beschäftigen insgesamt 300 Fahrer/innen: Globe Limo, RATP Dev (die Schweizer Tochter eines Pariser Verkehrsunternehmens), Genève Tours und Odier (lokale Tochter des spanischen Giganten Alsa). Sie alle kamen nach einer SEV-Aktion bei CRCT zusammen, einer lokalen Behörde für kollektive Arbeitsverhältnisse. «Die Arbeitsbedingungen sind bei diesen Unternehmen wesentlich schlechter als bei den TPG. Ein zentrales Thema ist die Erhöhung der Löhne, die sich in den letzten Jahren kaum verändert haben und die es geben muss, auch wenn die Forderungen des Personals noch viel weiter gehen», erklärt Valérie Solano, die zuständige SEV-Gewerkschaftssekretärin. Man kann sich fragen, warum die TPG überhaupt auf Subunternehmen zurückgreifen und ob nicht genau dieses System zu den aktuellen Blockaden führt. Seit 1995 ist die Unterakkordanz gesetzlich beschränkt auf 10% des gesamten Geschäftsvolumens. (…).  Yves Sancey, Übersetzung: Karin Taglang.
SEV, 9.10.2019.
Personen > Sancey Yves. TPG. Kuendigung. Petition. SEV, 2019-09-27.
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27.09.2019 Schweiz
Personen
SGB
Dore Heim
Energieversorgung
Volltext
Risiko Strommarktöffnung zu hoch: der SGB sagt Nein! Strommarkt braucht hohe Planbarkeit und keine Marktexperimente. Die heute vom Bundesrat angekündigte Marktöffnung bringt uns der Energiewende keinen Schritt näher und sie gefährdet die Versorgungssicherheit. Der Bundesrat versucht womöglich, mit der Strommarktliberalisierung der EU-Kommission ein Signal zu senden. Für die Stromversorgung in der Schweiz ist das ein hohes Risiko! Der SGB lehnt die vollständige Strommarktöffnung ab. Dieser Ablehnung liegen folgende Überlegungen zu Grunde: Strom ist ein unverzichtbares Gut für die Bevölkerung und die Wirtschaft. Er muss jederzeit verfügbar sein, es kann niemand darauf verzichten und dafür braucht es eine hohe Planbarkeit von Nachfrage und Bereitstellung, aber ganz sicher keine Marktexperimente! Die Schweiz hat heute nicht nur eine sehr stabile Stromversorgung, sondern auch moderate, stabile Strompreise. Die Haushalte bezahlen seit Jahren durchschnittlich 21 Rappen pro Kilowattstunde, weniger als in den umliegenden Ländern mit vollliberalisiertem Strommarkt. Der Strompreis setzt sich aus den Kosten für den Strom, aus den Kosten für das Netz und aus Abgaben zusammen. Darin macht der eigentliche Strompreis nicht mal 40 Prozent aus, was rund 8 Rappen pro Kilowattstunde sind. Nur für diesen Teil des Strompreises würde dann der "freie Markt" gelten, denn der Rest bleibt ja reguliert. (…). Dore Heim.
SGB, 27.9.2019.
Personen > Heim Dore. Energieversorgung. SGB, 2019-09-27.
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26.09.2019 Schweiz
Personen
Republik
Corrado Pardini
Nationalratswahlen
Volltext
Unsere Utopie jetzt! Gegen das Selbstmordprogramm der Bürgerlichen. Ich hasse das menschenfeindliche Selbstmordprogramm, das die bürgerliche Mehrheit und ihre irren rechtsextremen Vorbilder Trump, Bolsonaro, Johnson etc. für uns und die Welt fahren. Warum nehmen wir nicht sofort (und ich meine sofort) 10 Milliarden Franken, also gerade 1 (mickriges) Prozent der aufgehäuften 1000 Milliarden Franken Pensionskassengelder, und lancieren damit die grosse ökologische Offensive, erstens durch Gebäudeisolation und zweitens zur Vollelektrisierung aller Fahrzeige des ÖV und der Staatsbetriebe? Und dann gleich weiter... Das Programm könnte in drei Wochen stehen und in sechs Monaten schon massive Wirkungen zeigen. Für die Umwelt. Und für die Jobs. Das ist eigentlich ein Minimum. Warum nehmen wir nicht 50 Milliarden? Die UBS wurde 2008 mit 48 Milliarden gerettet. Ist unser Leben weniger wert? Die Gelder wären sicher und verzinst, die Nationalbank könnte sie garantieren und endlich mal etwas Nützliches für die Schweiz tun. Und wenigstens fünf Prozent unserer Altersvorsorge wären dann vor den Finanzspekulanten geschützt. Mein Programm für den sozioökologischen Umbau der Schweiz habe ich vor zehn Jahren öffentlich vorgeschlagen und 2016 noch einmal (mit einer Motion). Es wurde gelobt und dann verlocht. Das ist das Problem: Nach 40 Jahren Neoliberalismus scheint die Politik handlungsunfähig geworden. Jedenfalls glauben das viele PolitikerInnen. Ich sage ihnen: (…).Corrado Pardini.
Republik, 26.9.2019.
Personen > Pardini Corrado. Nationalratswahlen. Republik, 2019-09-26.
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26.09.2019 Schweiz
Personen
WOZ
Franco Cavalli
Sarah Schmalz
Interview
Volltext
Wie können Sie Maduro noch verteidigen? Franco Cavalli war 1985 zum ersten Mal in Kuba. Bis heute leitet der Arzt medizinische Hilfsprojekte auf der Insel. Auch ins sozialistische Venezuela pflegt er enge Kontakte. Die Menschenrechtsverletzungen im Land bestreitet er nicht. Doch seine Wut richtet sich weiterhin vor allem gegen die USA. WOZ: Herr Cavalli, was halten Sie eigentlich von Ihrem Tessiner Berufskollegen Ignazio Cassis? Franco Cavalli: Wir haben im Tessin zwanzig Jahre auf einen Bundesrat gewartet. Aber Ignazio Cassis ist nicht sehr behebt bei der Tessiner Bevölkerung. Das liegt wohl vor allem an seiner Aussenpolitik. Die Befindlichkeiten sind hier etwas anders als in der restlichen Schweiz. Wir waren 300 Jahre lang praktisch eine Kolonie der deutschen Schweiz. Ist das nicht übertrieben? Vielleicht. Aber es gibt Parallelen: Wie in den Kolonien hat unser Bürgertum von den kleinen Zuwendungen der Mutternation gelebt und selbst nichts zustande gebracht. Es gab im Tessin nie eine richtige Industrie. Viele Tessiner haben deshalb grosse Sympathien für die Kleinen, die sich gegen eine Übermacht . auflehnen. Cassis aber hat sofort einen sehr USA- und israelfreundlichen Kurs eingeschlagen. Das stört viele Tessiner, weil ihre Sympathien bei den Palästinensern und den Kubanern liegen. Reden wir über Ihre eigenen Sympathien. Wann haben Sie sich zum letzten Mal mit der kubanischen Regierung getroffen? Ich reise fast jedes Jahr nach Kuba, zuletzt diesen Mai. Unsere Hilfsorganisation Medicuba i(…). Sarah Schmalz.
WOZ, 26.9.2019.
Personen > Schmalz Sarah. Cavalli Franco. Interview. WOZ, 2019-09-26.
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20.09.2019 Biel
Personen
Vorwärts
Damian Bugmann
Peter Heiniger
Interview
Nationalratswahlen
Volltext
„35 Stunden arbeiten und mit 60 in Rente“. Zwölf Männer und zwölf Frauen stellen sich im Kanton Bern für die Partei der Arbeit zur Wahl. Der. Bieler Berufsschullehrer Peter Heiniger ist einer von Ihnen. Er schätzt es, als Mitglied des Stadtrats in Biel einer Partei ohne Regierungsbeteiligung unabhängig operieren zu können. Genosse Peter im Gespräch mit dem Vorwärts. Skizziere kurz dein politisches Engagement. Ich setze mich für eine gerechte Gesellschaft ein. Eine Gesellschaft, in der alle den gleichen Zugang zu Ressourcen haben. Dazu gehört natürlich auch die Gleichberechtigung, die nach wie vor nicht umgesetzt wurde, obwohl sie seit Generationen eingefordert wird. Zudem ist mir eine intakte Umwelt sehr wichtig. Denn nur in einer gesunden Umwelt kann eine gesunde Gesellschaft leben. Das heisst, dass ich mich für Massnahmen einsetze, welche die C02-Emissionen reduzieren, Projekte im Bereich erneuerbare Energien unterstütze und Einfluss auf die Verkehrspolitik zu nehmen versuche, indem ich fordere den motorisierten Individualverkehr stark einzuschränken. Im Grundsatz setze ich mich für eine gerechte Gesellschaft in einer intakten Umwelt ein! Was gefällt dir an parlamentarischer Politik, was stört dich? Meist ist es spannend, Argumente anderer Parlamentarier*innen anzuhören. Die Unterschiede rausfinden und auch an meinen Argumenten basteln. Meine Aufgabe ist es allerdings nicht, zu Mehrheiten beizutragen, vielmehr andere Parlamentarier*innen von unseren Argumenten zu überzeugen. Mitunter gelingt (…). Damian Bugmann.
Vorwärts, 20.9.2019.
Personen > Bugmann Damian. Peter Heiniger. Interview. Vorwaerts, 2019-09-20.
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20.09.2019 Biel
Partei der Arbeit
Personen
Vorwärts
Sabine Hunziker
Rolf Zbinden
Interview
Nationalratswahlen
Volltext
„Zückerlipolitik für die Frauen* ist passée“. Acht Jahre Im Amt als Stadtrat In Bern liegen hinter Rolf Zbinden - nun geht er für die PdA bei den Nationalratswahlen ins Rennen. Der Kandidat arbeitete bei Themen Immer eng mit der ausserparlamentarischen Basis zusammen und verfügt dank zlg Jahren Aktivismus über viel Erfahrung. „Wahlen sind kein Selbstzweck, sondern ein Mittel, um wahrgenommen zu werden und der arbeitenden Bevölkerung eine Stimme zu geben“ - das schreibt die PdA Bern auf ihrer Seite. Was denkst du dazu? Es ist offensichtlich, dass die Lösung der drängendsten Fragen nicht an Parlamente delegiert werden kann - erst recht nicht an Regierungen. Lassen wir uns von Wahlversprechen nicht einlullen! Von oben herab sind wir noch nie beglückt worden - es braucht eine laute Stimme und heftig Dampf von unten. Der Titel des Wahlprogramms 2019 lautet: „Es braucht einen radikalen Wechsel“. Kannst du mehr darüber erzählen? Der Raubbau an unseren natürlichen Lebensgrundlagen und die Ausplünderung der gesamten Erde zeigen uns auf, dass ein „weiter so“ nicht mehr verantwortet werden kann. Mit einem „Green New Deal“ und ein bisschen „Entwicklungshilfe“ können wir uns nicht freikaufen. Der Wandel muss so radikal sein, dass wir nicht auf altbackene Rezepte zurückgreifen können. Dieser Wandel ist aber nicht zu machen auf der Basis der Profitwirtschaft. Du kandidierst für den Nationalrat: Welche besonderen Arbeiten stehen jetzt für dich persönlich als Kandidat an? Es gibt Flugblätter, Plakate und das (…). Sabine Hunziker.
Vorwärts, 20.9.2019.
Personen > Hunziker Sabine. Rolf Zbinden. interview. Vorwaerts, 2019-09-20.
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19.09.2019 Schweiz
Personen
WOZ
Franco Cavalli
Sarah Schmalz
Gesundheitswesen
Interview
Volltext
Den Notstand ausrufen, ist das nicht utopisch? Franco Cavalli setzt sich als Krebsarzt langsam zur Ruhe. In der Politik aber bleibt die Gesundheitspolitik sein grösstes Anliegen: Sollte er in den Nationalrat gewählt werden, will er für eine Einheitskrankenkasse und gegen die mächtige Krankenkassenlobby kämpfen. WOZ: Franco Cavalli, Ihr Forum Alternativo tritt bei den Wahlen auf einer gemeinsamen Liste mit der SP an. Fürchten Sie nicht, dass Sie damit einfach der SP zu einem Sitzgewinn verhelfen? Franco Cavalli: Die Tessiner Linke war immer zersplittert. Nun treten wir zum ersten Mal mit einer gemeinsamen Liste an - wir, die Grünen, die PDA, die KP und die SP. Nur die Trotzkisten machen nicht mit, aber die grenzten sich ja schon immer von allen ab. Wir sind überzeugt, dass wir geeint jene fünf Prozentpunkte zulegen, die für einen zweiten linken Sitz nötig sind. Sollte die SP diesen Sitz machen, könnten wir damit leben. Aber es ist viel wahrscheinlicher, dass wir ihn gewinnen. Auch weil ich im Tessin als Krebsarzt ein bekanntes Gesicht bin, das hilft in einem so kleinen Kanton. Ich will der Lega diesen Sitz abjagen - das wäre nach der Wahl 1995 schon das zweite Mal. Auch das ist ein bisschen mein Antrieb. Warum denken Sie, dass Sie die Schweizer Politik noch braucht? Mit fast 77 könnte man sich ja auch langsam zur Ruhe setzen. Ich trete schon langsam kürzer. Bis im Juni hatte ich als Arzt eine regelmässiget (…). Sarah Schmalz.
WOZ, 19.9.2019.
Personen > Schmalz Sarah. Cavalli Franco. Gesundheitswesen. WOZ, 2019-09-19.
Ganzer Text
18.09.2019 Schweiz
Arbeitszeit
Personen
SGB
Luca Cirigliano
Arbeitszeitverlängerung
Volltext
Erfolgreicher Widerstand gegen längere Arbeitszeit. Medienmitteilung der Allianz gegen Stress und Gratisarbeit. Der Widerstand der Allianz gegen Stress und Gratisarbeit gegen eine Aushöhlung des Arbeitsgesetzes zeigt endlich Wirkung: Der Ständerat verzichtet darauf, die Arbeitszeiterfassungspflicht für weite Kreise der Arbeitnehmenden abzuschaffen. Damit bleibt ein zentrales Instrument erhalten, das die Arbeitnehmenden vor Gratisarbeit und überlangen Arbeitszeiten schützt. Mit dem Entscheid, eine parlamentarische Initiative der früheren Ständerätin Karin Keller-Sutter zu beerdigen, räumt der Ständerat ein, dass die Pläne für eine weitgehende Deregulierung des Arbeitsgesetzes quer in der Landschaft stehen und auf breiten Widerstand von Gewerkschaften, ArbeitsmedizinerInnen und Kantonen stossen. Die Umsetzung der Initiative Keller-Sutter hätte mit der Arbeitszeiterfassungspflicht das Instrument zerstört, das überhaupt erst die Kontrolle der Höchstarbeitszeiten und Überzeit erlaubt. Gemäss der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung SAKE wären mindestens 26 Prozent der Arbeitnehmenden betroffen gewesen. Dieser Schritt reicht der Allianz aus Gewerkschaften, ArbeitsmedizinerInnen und AssistenzärztInnen aber noch lange nicht. Jetzt müssen der Ständerat und die zuständige Wirtschaftskommission auch die Pläne aufgeben, die Wochen-Höchstarbeitszeit zu erhöhen und das Sonntags-Arbeitsverbot weiter aufz(…).
Luca Cirigliano.
SGB, 18.9.2019.
Personen > Cirigliano Luca. Arbeitszeit. SGB, 2019-09-18.
Ganzer Text
13.09.2019 Kuba
Personen
Postfinance
Work
Jonas Komposch
Postfinance
Volltext
Jetzt macht auch die Postfinance beim Kuba-Boykott mit. Postfinance kuscht vor Tramp. Wer aus der Schweiz Geld nach Kuba überweisen wollte, konnte sich bisher einzig auf die Postfmance verlassen. Damit soll nun Schluss sein. Die medizinische Hilfsorganisation Medicuba schlägt Alarm. Roland Wüest kann es noch immer kaum fassen. Die Postfinance überbrachte dem Zentralsekretär der medizinischen Hilfsorganisation Medicuba Schweiz am 27.August folgende Hiobsbotschaft: Zahlungen nach Kuba werde die Bank ab 1. September nicht mehr abwickeln. Für die Organisation, die seit 1992 über 6 Millionen Franken auf der Karibikinsel investiert hat, ein fataler Entscheid. Denn sämtliche Schweizer Banken tätigen keine Transaktionen mehr nach Kuba, sie haben sich dem Blockadedruck der USA längst gebeugt. Kein Wunder war die Ankündigung der Postfinance, die erst noch extrem kurzfristig kam, für Medicuba-Sekretär Wüest „ein Schock“. Unterdessen ist die neue Regelung in Kraft, wie Postfinance auf Anfrage bestätigt. Immerhin: Für Euroüberweisungen gewährt das Service-public-Unternehmen eine Fristverlängerung bis Ende September. Und als Hilfsorganisation durfte Medicuba einen Antrag auf eine Ausnahmebewilligung stellen. Ob sie diesem aber stattgeben wird, will Postfinance nicht sagen. Kuba aushungern. Mit ihrer abrupten Kehrtwende kommt nun auch die Tochtergesellschaft der Post AG, die immer noch zu hundert Prozent dem Bund gehört, einer neuen Forderung aus den USA nach. Warum (…). Jonas Komposch.
Work, 13.9.2019.
Personen > Komposch Jonas. Kuba. Postfinance. Work, 2019-09-13.
Ganzer Text
13.09.2019 England
Personen
Work
Andreas Rieger
EU
Volltext
Harter Brexit: Wie auf Kohlen sitzen. 300’000 Französinnen und Franzosen, die in London leben, haben langsam, aber sicher Panik vor dem harten Brexit. Zehn Prozent von ihnen planen nun ihre Heimkehr. „Brexode“ nennen sie es. Und nicht nur die Franzosen bangen. Insgesamt 3,7 Millionen EU-Bürgerinnen und -Bürger leben in Grossbritannien. Jetzt plagt sie die Unsicherheit: Werden sie danach noch das Recht haben zu bleiben, solange sie wollen? Sicher ist das nur für die eine Million Menschen, die registriert und seit mehr als 5 Jahren im Land sind. Die andern müssen sich einschreiben lassen und sitzen drum wie auf glühenden Kohlen. Ministerpräsident Boris Johnson spielt mit ihrer Unsicherheit, er benutzt sie als Geiseln für die Verhandlungen mit der EU. Plötzlich Ausländer. Wie auf glühenden Kohlen sitzen auch 1,3 Millionen Britinnen und Briten in verschiedenen EU-Ländern. Wenn sie dort neu als Ausländerinnen und Ausländer behandelt werden, ist es auch mit ihrer Aufenthaltssicherheit vorbei. Die Krankenkasse wird sie ein Mehrfaches kosten. Die Bürgerinitiative „British in Europe“ schreibt dazu äusserst besorgt: „Die 27 Mitgliedstaaten der EU werden genau schauen, wie ihre Bürger im Vereinigten Königreich behandelt werden.“ Und sich allenfalls rächen. Das kümmert Boris Johnson aber nicht. Das alles zeigt, welch zentrales Recht die Personenfreizügigkeit darstellt. Einige Linke behaupten, sie sei vor allem das Recht der Kapitalisten, ohne Hindernisse Leute anzuheuern und auszubeuten.(…).  Andreas Rieger.
Work online, 13.9.2019.
Personen > Rieger Andreas. England. Brexit. Work online, 2019-09-13.
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13.09.2019 Zürich
Personen
Reinigung
Streik
Work
Michael Stötzel
Hotellerie
Reinigung
Streik
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Sheraton Zürich: Nach Reinigungsstreik lenkt Hoteldirektion ein. Ganz unten, aber nicht wehrlos. Sieben Frauen und ein Mann des Putzteams im Hotel Sheraton in Zürich streikten für mehr Respekt und bessere Arbeitsbedingungen. Das Sheraton an der Pfingstweidstrasse im Quartier Zürich West erlebte am 30. August Ausserordentliches: Mehr als die Hälfte seines Putzteams trat in den Warnstreik. Eine der acht Streikenden, nennen wir sie Isabella (29), Portugiesin, sagte den Journalisten: „Ich kann einfach nicht mehr, jetzt muss sich etwas ändern. Wir werden täglich ausgenutzt, wir müssen zu zweit regelmässig 50 bis 60 Zimmer reinigen. Und dann werden wir auch noch absolut respektlos behandelt. Ich bin total am Anschlag und werde am Schluss noch von meiner Chefin angeschrien.“ „Manchmal müssen wir die Gläser mit dem gleichen Material reinigen, mit dem wir das Klo putzen.“ (*Fabienne, Renaissance Zürich Tower Hotel, Juni 2018). Die Chefin nennt sie „Portugiesin“ oder gleich „Scheiss-Portugiesin“. Zum Streik lässt sich Lorraine Burkhard, die Geschäftsleiterin der Reinigungsfirma Burkhard & Partner, von der „Südostschweiz am Wochenend“ zitieren, die Vorwürfe – zu hohe Arbeitsbelastung, kein fester Arbeitsplan, grauenhafte hygienische Bedingungen – träfen alle nicht zu. Einzelne von „der Gewerkschaft aufgestachelte Querulanten“ hätten die Aktion angezettelt. Ihre Firma habe den Auftrag zur Zimmerreinigung im Sheraton seit fünf Jahren, und noch nie habe es Probleme gegeben. Doch genau sie (…). Michael Stötzel.
Work online, 13.9.2019.
Personen > Stoetzel Michael. Reinigung. Streik. Work online, 2019-09-13.
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13.09.2019 Schweiz
Personen
Work
Jean Ziegler
Gold
Konzernverantwortungs-Initiative
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Konzerne töten. Jean-Jacques Rousseau beendete sein wohl wirkungsvollstes Werk, den „Gesellschaftsvertrag“, im Spätherbst 1762. Die gnädigen Herren von Genf liessen das Buch Seite für Seite öffentlich vor dem Rathaus durchlöchern und dann verbrennen. Denn im „Gesellschaftsvertrag“ steht der Satz, den alle Mächtigen hassen. Er heisst: „Zwischen dem Starken und dem Schwachen ist es die Freiheit, die unterdrückt, und das Gesetz, das befreit.“ Die Konzerninitiative. Über 700 transkontinentale Rohstoff-, Agrar- und Finanzkonzerne gibt es in der Schweiz, dank horrenden Steuerprivilegien. Die meisten gehören ausländischen Kapitalisten. Eine breite Allianz zivilgesellschaftlicher und progressiver Organisationen will sie per Verfassungsinitiative zum Respekt der Menschenrechte und der Umwelt zwingen. Die Konzerne, ihre Filialen im Ausland und ihre Zulieferer sollen einer Sorgfaltspflicht unterworfen werden. Wer Schaden anrichtet, wer Menschen vergiftet und tötet und die Umwelt zerstört, soll durch schweizerische Gerichte zu Schadenersatz an die Opfer verurteilt werden. Die helvetischen Oligarchen schreien Zeter und Mordio. Aber der Rückhalt im Land für die Initiative ist stark. Der Nationalrat hat einen Gegenvorschlag erarbeitet, in dem immerhin noch die Sorgfaltspflicht und der schweizerische Gerichtsstand vorkommen. Aber leider: Die Dachorganisation Economiesuisse und die Grossbanken haben folgsame Freundinnen und Freunde im Bundesrat. Beispiel: die Justizministerin Karin Keller-Sutter. Sie will einen (…). Jean Ziegler.
Work online, 13.9.2019,
Personen > Ziegler Jean. Konzernverantwortungs-Initiative. Work online, 2019-09-13.
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13.09.2019 Schweiz
Personen
Unia Schweiz
Work
Marie-Josée Kuhn
Pensionskasse
Rentenalter
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Die grösste Gewerkschaft erhöht-das Rentenalter für Mitarbeitende um ein Jahr. Rentenalter 63 bei der Unia. Die rund 1‘200 Mitarbeitenden der Unia konnten bisher mit 62 in Pension gehen. Jetzt haben diese in einer Konsultativabstimmung der Erhöhung des BVG-Referenzalters auf 63 zugestimmt. 84,4 Prozent aller Unia-Mitarbeitenden haben einer Erhöhung ihres Rentenalters von 62 auf 63 Jahren in der Pensionskasse und einer Erhöhung ihrer Spar- und Risikobeiträge zugestimmt. 14,6 Prozent waren dagegen. Dies bei einer Stimmbeteiligung von 59,2 Prozent. Doch: Warum ist das nötig? Work sprach mit Unia-Vizepräsident Aldo Ferrari. Er ist auch Präsident des paritätisch zusammengesetzten PK-Stiftungsrates, Work: Aldo Perrari, was hat die Unia-Pensionskasse für Probleme? Aldo Ferrarl: Sie musste 2018 auf dem Anlagevermögen Verluste abbuchen. Andererseits machen ihr die langfristig tiefen Zinserwartungen und die steigende Zahl von Pensionierungen in den nächsten zehn Jahren zu schaffen. Wegen der gesunkenen Kapitalerträge muss die Unia auch die Übergangsrente bis zur ordentlichen Pensionierung neu ausrichten. Wer länger bei der Unia arbeitet, erhält eine Übergangsrente bis 65, die haben wir bisher über Kapitalerträge finanziert. Das ist jetzt nicht mehr möglich. Die Zinserträge der Pensionskassen befinden sich schon lange im Fall, das hätte man doch kommen sehen müssen? Die Unia-Pensionskasse weist heute im Quervergleich mit anderen Kassen ein ungünstiges Verhältnis von (…). Marie-Josée Kuhn.
Work, 13.9.2019.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Rentenalter. Unia. Work, 2019-09-13.
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13.09.2019 Schweiz
Frauen
Löhne
Personen
Work
Christian Egg
Frauenlöhne
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Neue Studie zeigt: Frauen verdienen schon beim Erwerbseinstieg weniger. Diskriminiert, nur weil sie Frauen sind. Immer noch verdienen Frauen im Schnitt rund 20 Prozent weniger als Männer. Das hat nicht mit der Arbeitsteilung zu tun, sondern mit dem, was bei den Chefs in den Köpfen ist. 4‘335 Franken im Monat oder weniger für eine Vollzeitstelle: Das ist in der Schweiz ein Tieflohn. Sagt das Bundesamt für Statistik. Und es sagt auch: Vor allem Frauen müssen zu Tieflöhnen chrampfen. Jede sechste Frau in der Schweiz mtuss mit einem Tieflohn auskommen. Der kaum zum Leben reicht. Und immer noch verdienen die Frauen rund 20 Prozent weniger als die Männer. Das zeigen Berechnungen des Büros BASS für arbeits- und sozialpolitische Studien (rebrand.lyjluxusferlen). Pro Jahr macht das für jede erwerbstätige Frau im Schnitt minus 7‘800 Franken aus. „Jaaa. Abe“». sagen jetzt diejenigen, die nichts von Lohndiskriminierung wissen wollen. „Jaaa, aber Frauen bekommen Kinder, arbeiten dann Teilzeit, haben darum weniger Erfahrung als Männer und steigen deshalb im Beruf weniger auf.“ Kurz: Das Kinderkriegen sei der Grund für den Lohnunterschied und nicht die Diskriminierung auf grund des Geschlechts. Das ist falsch, zeigt jetzt eine neue und brisante Studie: Frauen erhalten bereits beim Einstieg in den Arbeitsmarkt generell tiefere Löhne. Diskriminierung von Anfang an. Die Soziologin Benita Combet von der Uni München und ihr Kollege Daniel Oesch, Professor an der Uni Lausanne, haben die Daten von knapp 4‘800 Schweizerinnen und Schweizern ausgewertet. (…).  Christian Egg.. Work, 13.9.2019.
Personen > Egg Christian. Frauenloehne. Work, 2019-09-13.
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13.09.2019 Schweiz
Personen
Work
Mario Comensoli
Michael Stötzel
Nachruf
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Mario Comensoli war Maler und Chronist der Aussenseiter in der Schweiz: der Saisonniers aus Italien, der 68er oder der Punks. Was ist das, ein politischer Maler? Den Tessiner Mario Comensoli kann man nur so bezeichnen. Aufgrund seiner Themen, seiner ständigen Versuche, sich den Zeitproblemen zu stellen, den Zeitgeist in seinen Bildern einzufangen und, klar, aufgrund seiner Freundschaft mit Linken, seiner Verbundenheit zu Gewerkschaftern. Die in diesen Tagen eröffnete neue Ausstellung der Stiftung Comensoli wählte als Motto einen Ausspruch Ezio Canonicas, des ehemaligen Präsidenten des Bau- und Holzarbeiterverbandes (eines Vorläufers der Unia) und des Gewerkschaftsbundes: „Sich vereint fühlen und zusammen kämpfen ist schön.“ Der politische Maler . Nur: War es auch sein Anspruch, ein politischer Maler zu sein? Guido Magnaguagno ist Kunstkritiker, früherer Museumsdirektor in Zürich und Basel und Stiftungsrat der Comensoli-Stiftung. Er erzählt, Comensoli habe ihm einmal erklärt, dass er mit Politik „nichts zu tun“ habe. Magnaguagno hält das allerdings für eine Schutzbehauptung, eine Reaktion auf Lob einerseits, heftige Kritik von links und rechts andererseits, die er nach seiner ersten grossen Einzelausstellung erlebte. Und die dem offenbar höchst dünnhäutigen Mann sehr zusetzte. Das Ende der Lehrzeit. Im Frühjahr 1953 stellte der damals 31jährige im Zürcher Helmhaus eine Serie grossformatiger Bilder aus, die noch ganz in der Tradition seiner Lehrjahre in Paris standen. (…). Michael Stötzel.
Work, 13.9.2019.
Personen > Stoetzel Michael. Comensoli Mario. Nachruf. Work, 2019-09-13.
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13.09.2019 Schweiz
Löhne
Personen
Work
Jonas Komposch
Lohnerhöhungen
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Gewerkschaften fordern 2 Prozent mehr Lohn und zusätzlich 50 Franken pro Monat für die Frauen. Jetzt müssen die Löhne rauf! Rekord-Dividenden und Millionen-Saläre für die oben, sinkende Reallöhne für den Rest. Zugleich steigende Arbeitsproduktivität und eine solide Konjunktur: Das ist die Ausgangslage für den Lohnherbst 2019. Gschämigi Realität. Wie schlecht sind Schweizer Löhne wirklich? Sind nicht existenzsichernde Löhne tatsächlich eine Realität? Work wollte die Beweise schwarz auf weiss und hat in den Unia-Regionen nachgefragt. Skandallöhne belegen? Für die Gewerkschaft kein Problem. Im Nu trafen die Lohnausweise ein. Ob von jungen Frauen oder von jahrzehntelang im selben Betrieb tätigen Männern: sie zeigen 100-Prozent-Löhne zwischen 2‘650 und 4‘118.70 Franken. Brutto! Am krassesten ist der Lohnausweis aus der Tessiner Industrie: 2‘116 Franken netto für eine Vollzeitstelle. Normalerweise lassen Wirtschaftsverbände und Arbeitgeber keine Gelegenheit aus, euphorische Loblieder auf den Schweizer Wirtschaftsstandort zu ¬singen: „Innovation! Wachstum! Chancen!“ tönt es jeweils in den schönsten Klängen. Doch immer gegen Ende Sommer ist das ganz anders. Dann nämlich steht der Lohnherbst vor der Tür, und bei den Arbeitgebern dominiert das Klagelied. Düstere Töne künden plötzlich von schlechten Prognosen und globalen Unsicherheiten. Adressatinnen und Adressaten dieses Katzenjammers sind (…).
Jonas Komposch.
Work online, 13.9.2019.
Personen > Komposch Jonas. Lohnerhoehungen. Work online, 2019-09-13
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