Gewerkschaftschronik
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25.06.2019 Schweiz
Personen
SEV Schweiz
Vivian Bologna
Nick Raduner
Jubiläum
Pensionierte
Volltext
„Ihr seid das Gewissen und die Geschichte der Gewerkschaft“. Der PV hat seine 100 Jahre am 13. Juni an Bord der „MS Oberland“ gefeiert. Die über 270 Eingeladenen erlebten eine Gourmetfahrt auf dem Thunersee, umrahmt von Ansprachen und Musik. Am Hafen von Thun ist es 15 Uhr. Per Handschlag verabschiedet Zentralpräsident Roland Schwager nach den Feierlichkeiten jeden Gast, der von Bord geht. Allein diese Geste symbolisiert den Geist, der bei den Pensionierten vorherrscht. Er schliesst sich damit den Bemerkungen an, die SEV-Präsident Giorgio Tuti zuvor an Bord der „MS Oberland“ gemacht hat: „SGB-Präsident Pierre-Yves Maillard hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass man diese Freundschaft und Kollegialität im SEV spüre. Wir sind eine grosse Familie und das soll so weitergehen. Wir haben das Privileg, dass wir auf die Unterstützung der Pensionierten zählen können. Euer Engagement ist immens. Die Pensionierten haben das Potenzial, Veranstaltungen zu organisieren, die begrüssenswert sind. Das macht stolz! Die Pensionierten sind ein Leben lang SEV-Mitglied“. Glückwünsche haben auch Andreas Menet (Zentralpräsident ZPV) und Gilbert d’Allessandro (Zentralpräsident VPT) im Namen aller Unterverbände überbracht: „Es ist wertvoll, mit Pensionierten zusammen zu arbeiten, die ihre Interessen entschlossen vertreten“, betonte Menet. D’Allessandro seinerseits hat das Lächeln beim heutigen Wiedersehen hervorgehoben. Für diesen Anlass hatte der grösste Unterverband des SEV mit seinen 13‘000 Mitgliedern keinen Aufwand gescheut. (…). Vivian Bologna, Übersetzung Nick Raduner
SEV, 25.6.2019.
SEV > Pensionierte. Jubilaeum. Ausflug. SEV, 2019-06-25.
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20.06.2019 Schweiz
Frauen
Personen
WOZ
Noemi Landolt
Frauenstreik
Volltext
Schluss mit dem Patriarkater! Die Frauenstreik-Bewegung entwickelte eine Wucht, die man(n) nicht mehr ignorieren kann. Der Satz klingt verrückt, doch in meinem Kopf drehte er an diesem Tag Kreise: „Ich wusste nicht, dass es in der Schweiz so viele Frauen gibt.“ Natürlich weiss ich, dass auch hierzulande, so wie fast überall auf der Welt, gut fünfzig Prozent der Bevölkerung Frauen sind. Nur kriegt man das nicht wirklich mit, nicht im öffentlichen Raum, nicht wenn man die Zeitung aufschlägt oder den Fernseher anschaltet, wenn man ins Parlament hineinschaut, in die Teppichetagen, die Literaturfestivals, überall dort, wo jemand die Klappe aufmacht und etwas vermeintlich Wichtiges zu sagen hat. Seit letztem Freitag, dem Frauenstreik vom 14. Juni 2019, wissen wir, dass es mehrere Hunderttausend Frauen gibt, die wirklich etwas zu sagen haben, die wütend sind, die genug haben von Lohnungleichheit und Sexismus, von prekären Arbeitsbedingungen, der Geringschätzung von unbezahlter Arbeit, von Diskriminierung und sexualisierter Gewalt. Hunderttausende Frauen, die auch solidarisch sind. Es protestierten junge und alte Frauen, wie zum Beispiel jene Frau, die im Rollstuhl an die Demo in Zürich kam und – geschoben von einem Mann – ein Schild in den Händen hielt: „Jahrgang 1929. Es eilt!“ Es kamen Archäologinnen und Hebammen. Katholikinnen, Musliminnen und Anarchistinnen. Busfahrerinnen und Kita-Mitarbeiterinnen. Hausfrauen, Migrantinnen, Bio-Schweizerinnen, Politikerinnen. Mütter, Grossmütter, Enkelinnen, (…). Noemi Landolt.
WOZ, 20.6.2019.
Personen > Landolt Noemi. Frauenstreik. WOZ, 2019-06-20.
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16.06.2019 Schweiz
Frauen
Personen
SGB
Regula Bühlmann
Bilanz
Frauenstreik
Volltext
Deutlich über 500'000 Personen am Frauen*streik 2019 – Starkes Signal für rasche Gangart bei der Gleichstellung. SGB-Bilanz zum Frauen*streik 2019. Der Frauenstreik 2019 hat alle Erwartungen massiv übertroffen. Mit deutlich über 500'000 Teilnehmenden beteiligten sich noch mehr Menschen an diesem Aktions- und Streiktag für die Gleichstellung als am Frauenstreik 1991. Der 14. Juni 2019 geht damit klar als grösste politische Aktion seit dem Generalstreik 1918 in die Schweizer Geschichte ein. Dies zeigt eine Auswertung des Schweizerischen Gewerkschaftsbund aufgrund der definitiven Beteiligungszahlen aus den grossen Städten, die teilweise erst am Freitagabend feststanden. Eine äusserst starke Beteiligung war bereits am Freitagmorgen spürbar. Gegen 100'000 Personen nahmen bis Mittag an ersten Aktionen auf der Strasse oder in Betrieben teil. z.B. in Bern zogen 5‘000 Personen an einer Kinderwagen-Demo durch Berns Gassen. Nicht eingerechnet sind dabei die unzähligen Frauen, die unabhängig von der Teilnahme an einer Aktion, mit Buttons, Foulards oder violett-lila Kleider-Accessoires ihre Unterstützung für die Forderungen des Frauen*streiks signalisierten. Nicht eingerechnet sind auch die unzähligen Frauen, die im Privatleben Zeichen gesetzt haben für mehr Gleichstellung. Ein in der Schweiz noch nie dagewesenes Ausmass erreichte die Beteiligung an den Schlusskundgebungen. Allein in Zürich fand mit gegen 160'000 Menschen die grösste politische Einzeldemo der Geschichte statt. Auch in Lausanne mit gegen 60'000 sowie in (…).
SGB, 16.6.2019.
SGB > Frauenstreik. Bilanz. SGB, 2019-06-16.
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14.06.2019 Schweiz
Frauen
Personen
SGB
Thomas Zimmermann
Frauenstreik
Volltext
Ausrufezeichen für die Gleichstellung - Dutzende Schulen und Kitas bestreikt. „Lohn. Zeit. Respekt.“» - Gleichstellung in der Arbeitswelt, lauten die Forderungen der Gewerkschafter*innen. Überall in der Schweiz fanden zudem bereits hunderte Aktionen im öffentlichen Raum statt. Überall in der Schweiz haben Frauen zum Auftakt des Frauen*streiks 2019 erste Ausrufezeichen gesetzt für die Gleichstellung von Frauen und Männern. In der Westschweiz werden Dutzende Schulen und Kindertagesstätten bestreikt. In Dutzenden von Firmen fanden zum Auftakt des Streik- und Aktionstages Streikkaffees statt. Und in Luzern haben Mitarbeiterinnen einer Reinigungsfirma nach drei Stunden Streik einen vollen Erfolg erzielt: Sie protestierten gegen Gratisarbeit, unbezahlte Reisezeiten sowie für ein besseres Betriebsklima. Der Arbeitgeber hat nun zugesichert, dass Vor- und Nachbearbeitungsarbeiten sowie die Reisezeit ab sofort bezahlt werden. Sie alle setzen sich unter dem Motto „Lohn. Zeit. Respekt.“ ein für mehr Gleichstellung in der Arbeitswelt. Unter anderem fordern sie flächendeckende Mindestlöhne von 4‘000 Fr./Monat und GAV-Abdeckung in Branchen mit hohem Frauenanteil, um Frauen am unteren Ende des Lohngefüges und in «typischen» – und damit schlecht bezahlten – Frauenberufen besser zu stellen. Sie fordern Investitionen in Kinderkrippen, Tagesschulen, Spitex und Betreuungsangebote für erwachsene Pflegebedürftige, um Frauen von unbezahlter Care-Arbeit zu entlasten und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt (…). Thomas Zimmermann.
SGB, 14.6.2019.
Personen > Zimmermann Thomas. Frauenstreik. SGB, 2019-06-14.
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14.06.2019 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Frauenstreik
Volltext
Ein Streik wird wahr! Und Work kommt mit einer Extra-Frauenstreik-Ausgabe. Mit über 60 Frauen auf 18 Seiten. 37 Frauen, die sagen, warum sie am Streik dabei waren: Pflegefachfrauen, Uhrenarbeiterinnen, 1 Regierungsrätin, Serviceangestellte, 1 Bäuerin, Fussballerin Sarah Akanji und die höchste Schweizerin: Nationalratspräsidentin Marina Carobbio Guscetti. Sie unterbrach am 14. Juni die laufende Session im Bundeshaus zwischen 11 Uhr und 11 Uhr 15 für den Frauenstreik. Dies ganz zum Wutanfälleli von SVP-Kläffer Andreas Glarner: „Was für ein Unwort: ‚Frauenstreik‘! Welche normale Frau, meine geschätzten Kolleginnen und Kollegen, will denn streiken? Und wenn ja, wofür?“ Avanti donne alla riscossa!* Work hat aber auch 11 Frauen bei ihren Vorbereitungen für den Frauenstreik über die Schultern geschaut. Den Werkstatt-Team-Frauen des Berner Stadttheaters, die für den Tag aller Tage eine riesige Requisite gebaut haben. Den Kita-Angestellten der Gruppe „Trotzphase“ in Zürich und der Berner Krippeninhaberin Darina Hürlimann. Mit ihren Mitarbeitenden hat sie beschlossen, wirklich zu streiken. A la huelga, mis hermanas!*. Work hat Liliane Valceschini im Vallée de Joux besucht. 1990 träumte die Uhrenarbeiterin von einem -Frauenstreik. Und er wurde wahr: am 14. Juni 1991. Valceschini ist eine bescheidene Heldin der Frauen – und nicht nur sie. Work berichtet auch über die erste Frau beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund. Die „rote Margrit“, Margarethe Faas-Hardegger, war ungestüm, brillant und erfolgreich. Das war den roten SGB-Patriarchen zu anstrengend. Sie stellten sie vor die Tür. (…).  Marie-Josée Kuhn. Work online, 14.6.2019.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Frauenstreik. Work online, 2019-06-14.
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14.06.2019 Schweiz
Personen
Work
Vania Alleva
Frauenstreik
Volltext
Unia-Chefin Vania Alleva zum Frauenstreik: „Heute ist unser Tag!“ Der heutige 14. Juni wird in die Geschichtsbücher eingehen. Als Unia-Präsidentin bin ich deshalb besonders stolz, dass wir Gewerkschafterinnen wieder eine führende Rolle an diesem Frauenstreik- und Aktionstag übernehmen. Wie schon 1991. Damals waren es die Uhrenmacherinnen im Vallée de Joux, die genug hatten von den skandalösen Lohnunterschieden – und einen Frauenstreik wollten. Christiane Brunner boxte ihn dann durch alle Gewerkschaftsgremien. Gegen grimmigen Widerstand. Sie war damals Zentralsekretärin beim Schweizerischen Metall- und Uhrenarbeiterinnenverband (SMUV). Dieser ging später in der Unia auf. Ich bin stolz auf diese, unsere Frauengeschichte. Wir Nachfolgerinnen von Christiane Brunner haben es heute schon weniger schwer: Der Antrag für einen Frauenstreik am 14. Juni 2019 fand in den Gewerkschaften schnell breite Unterstützung. Das ist auch ein Zeichen dafür, dass die Gewerkschaften weiblicher geworden sind. 2019 ist nicht mehr 1991: Seither haben wir unter anderem das Gleichstellungsgesetz, die Mutterschaftsversicherung und die Fristenlösung erkämpft. Doch das reicht nicht. Mit der Lohngleichstellung zum Beispiel geht und geht es nur im Schneckentempo voran. Dabei machen wir seit Jahren Druck. Auf alle erdenklichen Arten: vom freiwilligen Lohngleichheitsdialog über Verhandlungen mit den Arbeitgebern bis hin zur jüngsten Revision des Gleichstellungsgesetzes. (…). Vania Alleva.
Work online, 14.6.2019.
Personen > Alleva Vania. Frauenstreik. Work online, 2019-06-14.
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14.06.2019 Bern
Personen
Stadttheater Bern
Work
Anne-Sophie Zbinden
Frauenstreik
Stadttheater
Volltext
Am 14. Juni ist das Werkstatt-Team des Stadttheaters Bern fast vollständig am Frauenstreik. Frauen ins Rampenlicht! Die Frauen und Männer der Theaterwerkstatt Felsenau haben für den Tag der Tage eine einmalige Requisite kreiert. Work war beim letzten Anstrich dabei. Alte Backsteinmauern, lichtdurchflutete Räume, verwinkelte Gänge: Ein Ort, wie geschaffen für ein Schauspiel. In den Fabrikhallen der ehemaligen Spinnerei Felsenau dreht sich tatsächlich alles ums Theater, doch die Hauptrollen spielen hier Schreinerinnen, Kascheure, Malerinnen und Schlosser. Es ist die Werkstatt des Stadttheaters Bern. Zurzeit arbeiten die 20 Mitarbeitenden am Bühnenbild für die Oper „Der Barbier von Sevilla“. Und an einer ganz aussergewöhnlichen Requisite: einer Faust im Frauensymbol. Dieses Bühnenbild feiert am 14. Juni Premiere. Schreinerin Rose Marie Hintermeister (51) sagt: „Ich war von Anfang an Feuer und Flamme für den Frauenstreik!“ Hintermeister ist die einzige Frau in der Schreinerei. Sie arbeitet seit 10 Jahren in der Theaterwerkstatt und ist mit ihren Arbeitsbedingungen eigentlich zufrieden. Trotzdem: „Ich werde am 14. Juni auf die Strasse gehen, weil es mich nervt, dass man Frauen körperlich weniger zutraut als Männern“, sagt die Frau, die ihre männlichen Kollegen um einen Kopf überragt. Und: „Ich finde es unsäglich, dass das gleiche Verhalten bei Männern als stark angesehen wird und bei Frauen als „hysterisch›.“ Hintermeister und ihre Kolleginnen und Kollegen erstellen pro Jahr 21 grosse und (...). Bühnenbilder. Anne-Sophie Zbinden.
Work online 14.6.2019.
Personen > Zbinden Anne-Sophie. Frauenstreik. Stadttheater. Work online, 2019-06-14.
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14.06.2019 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Patricia D Incau
Frauenstreik
Kinderbetreuung
Volltext
Zürcher Kinderbetreuerinnen im Streik-Endspurt. „Der 14. Juni ist erst der Anfang!“ Am 14. Juni streiken auch Kinderbetreuerinnen in Zürich mit. Work hat die Gruppe „Trotzphase“ an ihrem letzten Vernetzungstreffen besucht. Ein Sommerabend am Sihlquai, rund eine Woche vor dem Frauenstreik: Im Jugendlokal „Planet 5“ laufen die Vorbereitungen für das letzte Treffen. Fünfzehn gelernte Kinderbetreuerinnen sitzen im Kreis. Lorena Campagnoli (28) eröffnet die Runde. Heute sind drei neue Gesichter dabei: Amara, Nina und Stephanie. Alle anderen kennen sich schon länger. Gemeinsam sind sie in der „Trotzphase“ aktiv. Einer Gruppe von Kita-Angestellten, die seit rund drei Jahren für bessere Arbeitsbedingungen kämpft. Seit Monaten arbeiten sie für den Frauenstreik. Lorena fasst zusammen: „Wir sind übernächtigt und mega motiviert.“ Selber machen. Und dann sind schon wieder alle auf den Beinen. Draussen wird das letzte Transparent gemalt. ¬Lorena schüttelt Farbflaschen, Rebecca Lüthi (25) sortiert Scha¬blonen. „DIY“, „Do it yourself“, lautet das Motto. Selbstgemacht sind zum Beispiel auch die Streik-Bandanas. Violette Tücher für ins Haar oder für um den Hals. Hunderte davon haben die jungen Frauen hergestellt und verteilt. „Das war eine riesige Büez“, sagt Rebecca. Und es war bei weitem nicht das einzige. „Wir haben alle Kitas in Zürich angeschrieben und sie über den Streik ¬informiert. Wir gingen (…). Patricia D'Incau.
Work online, 14.6.2019.
Personen > D’Incau Patricia. Frauenstreik. Kinderbetreuerinnen. Work online, 2019-06-14.
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14.06.2019 Schweiz
Personen
Work
Margarethe Faas-Hardegger
Ralph Hug
Biografien
Volltext
Gewerkschafterin Margarethe Faas-Hardegger (1882-1963) forderte die Männer heraus. Die macht einfach, was sie will! Der Gewerkschaftsbund entliess vor 100 Jahren seine erste Arbeitersekretärin. Weil sie eine Frau war. Und rhetorisch brillant, ungestüm, erfolgreich. Durchs Wallis schallte ein Ruf: „Die rote Margrit kommt!“ Schreck für die einen, Freude für die andern. Margarethe Faas-Hardegger war auf Agitationstour. Am 28. Juni 1908 kam sie nach Sitten. Dort referierte sie in der „Auberge des Alpes“ zum Thema „Die Arbeiterbewegung, die Frauenbewegung und der Antialkoholismus“. Es herrschte striktes Alkoholverbot. Trotzdem war der Saal voll. Alle wollten jene Frau hören, die den Gewerkschaftsbund (SGB) aufmischte. Faas-Hardegger war die erste Arbeitersekretärin des SGB, erst seit 1904 im Amt. Eine Sensation, die aber nur fünf Jahre lang währte. Denn es wurde den behäbigen Gewerkschaftern zu bunt: Sie schmissen die rastlose Kollegin raus, die lieber bei den Leuten an der Front war als bei ihnen im Büro sass. Das war im April des Jahres 1909. Neid und Schikanen. Margarethe Faas-Hardegger war jung, ungestüm, gebildet, intellek¬tuell und rhetorisch brillant, erfolgreich. Und die einzige Frau in einem ¬Gewerkschaftsapparat, in dem stets die Männer sagten, wo’s langgeht. „Von Anfang an herrschte dicke Luft auf dem Sekretariat“, schreibt Biographin Regula Bochsler. Die Kollegen deckten die 22jährige Neo-Gewerkschafterin nach Kräften mit Papierkram ein. Sie verwehrten ihr Auftritte, wo es ging, trotz ihrer Top- (…). Ralph Hug.
Work online, 14.6.2019.
Personen > Hug Ralph. Faas-Hardegger Margarerthe. Biografie. Work online, 2019-06-14.
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14.06.2019 Schweiz
Personen
Work
Katrin Bärtschi
Arbeit
Briefträger
Volltext
Die Briefträgerin & die Namen. Ein Vormittag im Bus. „Den kenne ich“, denkt die Briefträgerin und schaut in das Gesicht des stummen, allein sitzenden Fahrgasts mit der Weisswein¬flasche in der Hand. „Rosenweg 21, zweiter Kasten von links – aber wie heisst er schon wieder?“ Die Briefträgerin sieht den Hauszugang vor sich, die Kastenanlage, die Anordnung der Kästen. Sie weiss, dass er einen Stop-Kleber hat. Doch sein Name fällt ihr nicht ein. „Es ist der Mann, der selten Post bekommt und nie ein Wort redet.“ So wie mit ihm erging es ihr schon oft, doch gibt sie das ungern zu. Wer bekennt schon gern die eigene Vergesslichkeit. Kürzlich erst hatte sie einen ¬halben Nachmittag an den beiden frommen Schwestern herumstudiert, die zusammen am Rainweg 14 wohnen. Sich an die Namen zu erinnern kam ihr als Gehirntraining nützlich vor. Auch hier sah sie den Kasten blindlings vor sich, erinnerte sich an die zahllosen Sendungen von wohltätigen Organisationen und Bibelstundevereinen, die sie dort deponierte. Doch die Namen fand sie in ihrem Gedächtnis nicht. „Das darf doch nicht wahr sein!“ dachte die Briefträgerin und ärgerte sich ein bisschen. Dann kam ihr der Kaminfeger in den Sinn, der bei ihr im Einsatz war und seinen Chef am Telefon informierte: „Ich bin beim Schwedenofen an der Jura¬strasse…“. Halbautomatisch. Der Wortlose vom Rosenweg, die Bibelschwestern vom Rainweg. Da ist noch die LP-Sammlerin von der Tag (…). Katrin Bärtschi.
Work online, 14.6.2019.
Personen > Baertschi Katrin. Brieftraegerin. Arbeit. Work online, 2019-06-14.
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14.06.2019 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Bernhard Degen
Herman Greulich
Frauenstimmrecht
Lohngleichheit
Volltext
Historiker Bernard Degen hat's erforscht: Greulich forderte schon 1869 Lohngleichheit. Schon vor 150 Jahren forderte der: spätere Arbeiterführer Herman Greulich Lohngleichheit zwischen Mann und Frau. Auf dem Kongress der Ersten Internationale in Basel. 11. September 1869: Am letzten Tag, einem Samstag, stand die „Gewerkschaftsfrage“ auf der Traktandenliste. Der 4.Kongress der Internationalen Arbeiter-Assoziation (IAA), heute bekannter als Erste Internationale, versammelte damals 78 Delegierte mit Mandaten aus neun Ländern, davon über die Hälfte aus Frankreich und der Schweiz. Man tagte im heutigen Café Spitz am Kleinbasler Brückenkopf der Mittleren Brücke. Zwar existierte der Begriff „Gewerkschaftsfrage“ in den beiden wichtigsten Verhandlungssprachen Deutsch und Französisch noch gar nicht. Man sprach von „Gewerksgenossenschaften“ beziehungsweise „socieétés de résistance“. Einzig im Englischen hatte sich die Bezeichnung Trade Unions (Gewerkschaften) bereits eingebürgert. Aber der Stand der Arbeiterbewegung gab viel zu diskutieren. Seiner Zeit voraus. Da meldete sich ein junger Buchbinder aus Schlesien, der auf seiner Wanderschaft in Zürich angekommen war, zu Wort. Sein Name: Herman Greulich. Sein Votum ist leider nur schlecht überliefert. Klar sind aber zwei von ihm formulierte Postulate. Erstens: Es soll nicht versucht werden, Frauenarbeit zu verhindern! Und zweitens: Frauen (...). Bernhard Degen.
Work online, 14.6.2019.
Personen > Degen Bernhard. Herman Greulich. Frauen. Work online, 2019-06-14.
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14.06.2019 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Christian Egg
Frauenlöhne
Volltext
Ohne die unbezahlte Arbeit der Frauen ginge es uns viel schlechter. Wert pro Jahr: 248 Milliarden Franken. 100-248-1: Nein, das ist kein Postcheckkonto. Es sind drei neue Zahlen zum Wert der Frauenarbeit, die alle kennen sollten. Die Lohndiskriminierung ist enorm: Immer noch verdienen die Frauen rund 20 Prozent weniger als die Männer. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn Frauen leisten darüber hinaus viel mehr unbezahlte Arbeit als Männer. Was das in Franken und Stunden heisst, zeigen jetzt drei neue Zahlen der Organisation Feministische Fakultät. Berechnet hat sie die Ökonomin Mascha Madörin. Sie sagt: „Diese Zahlen sollte jede Frau in der Schweiz auswendig kennen.“ Und natürlich auch jeder Mann. 100 Milliarden Franken. So viel weniger Einkommen haben alle Frauen in der Schweiz im Vergleich zu den Männern. Jedes Jahr. Etwa ein Viertel davon geht aufs Konto des Lohnunterschieds: Pro gearbeitete Stunde verdienen Frauen 19,6 Prozent weniger Lohn als Männer. Der grosse Rest erklärt sich dadurch, dass Frauen viel mehr unbezahlte Arbeit leisten als Männer. So viel, dass sie unter dem Strich (bezahlte und unbezahlte Arbeit zusammen) ziemlich genau gleich viel arbeiten wie Männer. Nämlich rund 47 Stunden pro Woche, wenn sie alleinstehend sind. und 70 Stunden, wenn sie Mütter sind. So viel ist die unbezahlte Arbeit aller Frauen in der Schweiz pro Jahr wert. Das ist mehr als alle Ausgaben von Bund, Kantonen und Gemeinden zusammen. 1 Milliarde Stunden. (…). Christian Egg.
Work online, 14.6.2019.
Personen > Egg Christian. Frauenloehne. Work online, 2019-06-14.
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14.06.2019 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Sandra Künzi
Frauenstreik
Volltext
Für üsi Schwiiz. Hüt geht’s los. Mir streiked! Im Pischi. Ich wollte ja vorher noch schnell die Post holen und hab vor lauter Juhee den Schlüssel i de Wonig vergessen. Mir streiked! Im ganze Land. Sogar in der Urschweiz. Im Schwyzer Parlament sitzen doch glatt 91 Männer zu 9 Frauen. Da haben die Schwyzerinnen allen Grund für „Mehr Frauen in Wirtschaft, Politik und Verwaltung“. Frauen-Viertelstündli. Fribourg: « Mieux qu’un rêve: une grêve! » Es gaat doch nüt über en coole Reim. Aarau: „Wir fordern, dass die Luxussteuer auf Tampons und Binden aufgehoben wird!“ Genau, Tampons werden mit fetten 7,7 Prozent besteuert, Katzenstreu nur mit 2,5 Prozent. Sölli mir öppe Katzestreu i d Underhose tue? Ticino: „Rispetto!“ statt Risotto. „Uns reicht’s!“ ruft Schaffhausen vor dem Equal-pay-Schwumm in der Rhybadi. Luzern: „Ja, wir heis¬sen auch Männer willkommen!“ So härzig! Bern richtet sich da etwas differenzierter an die Adresse streikwilliger Manne: „Stell dich nicht in den Vordergrund, gib keine Befehle!“ Hey, sogar im Parlament wird hüt gstreikt. Von 11.00 bis 11.15 pausiert der Nationalrat. Bravo! Dieses Frauen-Viertelstündli isch ja kein Vergleich zu den zwei Stunden Pause, die anno 2010 beantragt ¬wurden, um einen Fussballmatch zu sehen. Doch hört, hört die ewigen Jammeri: Wenn das Parlament wegen dieser „frustrierten“ furiosen Frauen tatsächlich 15 Minuten nicht schaffen darf, dann soll es bei der Abstimmig über den Zivilschutz (die glatterwiis au grad hüt am 14. Juni stattfindet) doch eifach auch die Frauen zum (…). Sandra Künzi.
Work online, 14.6.2019.
Personen > Kuenzi Sandra. Frauenstreik. Work online, 2019-06-14.
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14.06.2019 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Martin Jakob
Gewalt
Volltext
Info- und Beratungsportal belästigt.ch. Schreiben statt schweigen. Über erlittene sexuelle Gewalt zu reden fällt schwer. Einfacher; ein vertrauliches Mall an belästigt.ch. Fast die Hälfte aller Opfer von sexueller Belästigung oder Gewalt behalten das Vorgefallene für sich - aus Scham, aus Angst, dass dem Bericht nicht geglaubt wird, oder weil sie denken, eine Anzeige mache das Ganze nur noch schlimmer. Auch dies ein Resultat der Umfrage von Amnesty International Schweiz. Zwar gibt es in jedem Kanton Beratungsstellen. So schreibt es das Opferhilfegesetz vor. „Aber das Problem der hohen Hürde ist uns bekannt“, sagt Manuela Giovanoli, Sekretärin Gleichstellungpolitik der Unia. „Vor zwei Jahren haben wir deshalb das Portal belästlgt.ch gestartet, um den ersten Schritt so einfach wie möglich zu gestalten und so anonym, wie es die betroffene Person wünscht.“ Vertrauliches Mail. Das Online-Erstberatungsangebot ist ein Gemeinschaftswerk der Unia, der Stadtzürcher Fachstelle für Gleichstellung, des Schweizer Berufsverbands der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner und der „frauenberatung: sexuelle gewalt zürich“, So funktioniert es: Die betroffenen Personen schreiben im Mail-Formular auf, was ihnen geschehen ist. Das Mail wird verschlüsselt übermittelt. Das Beratungsteam antwortet innerhalb von drei Tagen. Es zeigt mögliche Handlungsoptionen auf und vermittelt Adressen beispielsweise für eine ausführlichere persönliche Beratung Diese gibt's in Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch, Spanisch, (…).“ Martin Jakob.
Work online, 14.6.2019.
Personen > Jakob Martin. Gewalt. Beratungsstelle. Work online, 2019-06-14.
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14.06.2019 Biel
Schweiz
Frauen
Personen
Work
Christian Egg
Frauenhaus
Volltext
Ungenügend: In der Schweiz Ist der Schutz von Frauen und Mädchen, die Opfer von Gewalt wurden, nicht garantiert. Jedes vierte Opfer findet keinen Platz. Frauenhäuser: Chronisch unterfinanziert. Zu wenig Plätze, zu wenig Geld: Bringt die Istanbul-Konvention gegen Gewalt an Frauen nun Besserung? 19 Frauenhäuser gibt es in der Schweiz. Was nach viel klingt, ist viel zu wenig: Immer wieder müssen die Häuser Frauen abweisen, weil sie keinen Platz haben. Letztes Jahr war das bei 478 Frauen der Fall, wie die aktuellen Zahlen der Dachorganisation der Frauenhäuser zeigen. Jede vierte Frau, die Schutz suchte, wurde abgewiesen. Einige der Frauen kamen in einem anderen Frauenhaus unter. Die Mehrheit der abgewiesenen Frauen aber bekam nur einen Platz in einer Notwohnung der Gemeinde oder in einer Pension, wo es kaum fachliche Betreuung und gar keine Schutzmassnahmen gibt. Denn nur bei den Frauenhäusern ist die Adresse geheim. Das Problem: Die Frauenhäuser sind chronisch unterfinanziert. Nur gerade ein Haus wurde 2018 komplett durch den Kanton getragen. Viele werden von der öffentlichen Hand nur pro Fall finanziert - zu Tarifen, die für einen professionellen 24-Stunden-Betrieb bei weitem nicht ausreichen. Sie können nur dank vielen privaten Spenden überhaupt überleben. Noch schlechter steht es um den Schutz von minderjährigen Gewaltopfern. In der Schweiz gibt es nur gerade ein Mädchenhaus. Ein in der Startphase durch Crowdfunding finanziertes Projekt in Biel, das auch (…). Christian Egg.
Work online, 14.6.2019.
Personen > Egg Christian. Frauenhaeuser. Work online, 2019-06-14.
Ganzer Text
14.06.2019 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Christian Egg
Gewalt
Volltext
Häusliche) Gewalt gegen Frauen: Das muss sich ändern! Belästigung, Vergewaltigung, Mord: Die Opfer sexueller Gewalt sind mehrheitlich Frauen und Mädchen. Erstmals zeigen neue Zahlen das Ausmass des männlichen Terrors. Herzogenbuchsee BE. Ende Mai: Ein 78jähriger gibt in seiner Wohnung mehrere Schüsse ab und verletzt dabei seine Frau schwer. Die Rega fliegt sie ins Spital, wo sie auf der Intensivstation behandelt wird. Laut den Nachbarn sei der Mann in den letzten Monaten immer wieder ausgerastet und gegenüber seiner Frau laut geworden. Er habe eine „stattliche“ Waffensammlung, so der „Blick“. Sechs Tage später wird eine 25jährige Frau in La Sarraz VD mit einem Messer schwer am Hals verletzt. In der Wohnung findet die Polizei auch ihren Partner - tot. Das Paar habe eine schwierige Zeit durchlebt, erklärt die Presse: Die Frau habe um eine Auszeit gebeten. Am gleichen Tag tötet ein 60jähriger Schweizer in Zürich seine Ex-Partnerin und ihre Freundin. Danach erschiesst er sich. Schon Wochen vor der Tat hatte die Ex-Freundin bei der Polizei Anzeige gegen den Mann eingereicht. Er habe sie bedroht und genötigt. Im Schnitt stirbt in der Schweiz alle zwei Wochen eine Frau oder ein Mädchen durch häusliche Gewalt. Dazu kommen pro Woche fast hundert Tätlichkeiten und vier Vergewaltigungen. Das alles nur im Rahmen der häuslichen Gewalt, also wenn Täter und Opfer in einer Beziehung sind oder waren. Darüber hinaus gibt es wenig offizielle Zahlen zur Gewalt an Frauen. (…). Christian Egg.
Work online, 14.6.2019.
Personen > Egg Christian. Gewalt. Praevention. Work online, 2019-06-14.
Ganzer Text
14.06.2019 Schweiz
Berufe
Personen
Work
Anne-Sophie Zbinden
Coiffeure/Coiffeusen
Volltext
Coiffeuse Madlen Schär (20): „Ich streike am 14. Juni!“ Madlen Schär aus Bern verhilft ihren Kundinnen und Kunden mit einem neuen Haarschnitt zu einem besseren Lebensgefühl. Ziemlich unattraktiv findet sie aber die Arbeitsbedingungen in ihrer Branche. Deshalb ist sie am Frauenstreik dabei. „Ich wurde Coiffeuse, weil ich in den Ausgang wollte“, sagt Madlen Schär lachend. Die 20jährige hat einen wachen Blick, rosarote Haare, Tattoos. Ihr Vater habe ihr eines Tages gedroht, dass sie am Wochenende zu Hause bleiben müsse, wenn sie sich nicht um eine Lehrstelle bemühe. Also habe sie bei einem Coiffeursalon angerufen – und war nach der Schnupperwoche positiv überrascht. Denn: „Eigentlich wollte ich Theatermalerin oder Fotografin werden.“ Mit der Coiffeur-Lehrstelle habe sie dann „ziemlich Schwein gehabt“, sagt Madlen Schär. Sie habe von Anfang an sehr viel gelernt. Etwa, ihre Gesundheit zu schützen: Mit der richtigen Stuhleinstellung den Rücken zu schonen oder beim Haarewaschen immer Handschuhe zu tragen, um Hautkrankheiten vorzubeugen. Ein Mädchen in ihrer Klasse hatte weniger Glück mit ihrer Lehrstelle. Sie musste als Versuchskaninchen herhalten und im wahrsten Sinne des Wortes Haare lassen. Andere hätten schlicht nichts gelernt. Denn: „Viele Salons haben Lernende nur fürs Prestige, weil es sich halt gut macht, Leute auszubilden. Aber häufig ist dann weder die Zeit noch der Wille da, sich auch entsprechend um die Lernenden zu kümmern“, sagt Schär. Sie selbst habe viel Gefallen am (…). Anne-Sophie Zbinden.
Work online, 14.6.2019.
Personen > Zbinden Anne-Sophie. Coiffeusen. Portraet. Work online, 2019-06-14.
Ganzer Text
14.06.2019 Kosovo
Personen
Sozialversicherungen
Work
Osman Osmani
Sozialversicherungsabkommen
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Zehntausende Rückkehrerinnen und Rückkehrer können aufatmen. Kosovo-Abkommen: Rente gut, fast alles gut. Zehntausende Männer und Frauen aus Kosovo haben jahrelang in der Schweiz gearbeitet - und ihre AHV bezahlt. lhre Rente bekamen sie trotzdem nicht. Das ändert sich jetzt. Nun hat auch noch der Nationalrat grünes Licht für das Sozialversicherungsabkommen zwischen der Schweiz und Kosovo gegeben. Es ermöglicht, dass Kosovo-Rückkehrende ihre AHV-Renten auch in Kosovo beziehen können. Das war die letzten zehn Jahre nicht möglich: 2010 hatte die Schweiz die Zahlungen gestoppt. Eine beispiellose Diskriminierung begann. Gegen kein anderes Land der Welt ging Bern so rüde vor. Betroffen waren rund 112‘000 kosovarische Landsleute. Viele von ihnen hatten hart auf dem Bau gearbeitet. Und nun war ihnen plötzlich im Pensionsalter die Rückkehr in die Heimat verwehrt. Wer trotzdem ging, erhielt schlicht keine AHV-Rente. Und auch keine Familienzulagen oder IV-Leistungen. Auf Wunsch konnten die Betroffenen lediglich die Rückvergütung der AHV-Beiträge verlangen. Eine Regelung, die viele in die Not trieb. Bitteres Schicksal. Zum Beispiel Neshat Gavazajs Mutter: Wegen der nicht ausbezahlten Rente ihres Ehemannes musste die Witwe aus Zhur an der Grenze zu Albanien während zehn Jahren mit monatlich 85 Euro Sozialhilfe zurechtkommen. Ihr Sohn versteht diese Ungerechtigkeit noch heute nicht, er sagt: „(…).
Matta Lento, Osman Osmani.
Work online, 14.6.2019.
Personen > Osmani Osman. Kosovo. Sozialversicherung. Work online, 2019-06-14.
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14.06.2019 Schweiz
Pensionskasse
Personen
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Clemens Studer
Pensionskassen
Rente
Rechte Politiker wollen laufende Renten kürzen: Doch der Nationalrat stoppt (vorerst) die Wackelrenten. Der erste Angriff auf laufende Pensionskassenrenten scheiterte im Nationalrat. Wegen der bevorstehenden Wahlen. Doch der nächste läuft bereits. Wenn rechte Politikerinnen und Politiker von Flexibilisierung reden. meinen sie eigentlich immer den Abbau von Regulierungen zulasten der Lohnabhängigen und Pensionierten. Ihr neuster Plan: Sie wollen die laufenden BVG-Renten kürzen, wenn die Börse crasht oder sich die Pensionskasse anderweitig im Finanzcasino verspekuliert hat. Aus unseren Renten sollen also Wackelrenten werden. Eingebracht hat einen entsprechenden Vorstoss Thomas Weibel. Er ist Mitbegründer der GLP und sitzt seit 12 Jahren im Nationalrat. Und genauso lange profiliert er sich als Sozialabbauer. Mitunterzeichnet hat die ganze GLP-Prominenz. In der zuständigen Kommission wurde das Vorhaben nur ganz knapp abgelehnt. Wegen der rechten Mehrheit im Nationalrat hätte es gute Chancen gehabt, Allerdings verschob sich die Behandlung im Rat immer wieder. Als der Wackelrenten-Vorstoss dann in der laufenden Sommersession zur Debatte stand, verliess viele in der Ratsrechten der Mut. So kurz vor den Wahlen wollte man die Maske nicht fallen lassen. Und: unterdessen sammelt ein ehemaliger Pensionskassenmanager Unterschriften für eine Volksinitiative mit der gleichen Forderung. Fast alle betroffen. Die neue Regelung soll ausschliesslieh für den sogenannten (…). Clemens Studer.
Work online, 14.6.2019.
Personen > Studer Clemens. Pensionskassen. Renten. Work online, 2019-06-14.
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14.06.2019 EU
Schweiz
EU
Personen
Work
Clemens Studer
Flankiierende Massnahmen
Lohnschutz
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Die rote Linie bleibt der Rahmen. Vor ziemlich genau einem Jahr am 12.juni 2018 - griff Aussenminister Ignazio Cassis den Schweizer Lohnschutz öffentlich und frontal an. Im Radio machte er sich über die flankierenden Massnahmen zur Personenfreizügigkeit lustig, diese „fast religiöse Frage“. Die Schweiz müsse die Massnahmen lockern. Damit verletzte er mutwillig die vom Gesamtbundesrat in Übereinstimmung mit den Gewerkschaften definierte rote Linie. Sie heisst: Der Schweizer Lohnschutz ist nicht Teil eines EU-Rahmenabkommens. Was steckt dahinter? Als Nachfolger des freisinnigen Staatsmannes Didier Burkhalter war FDP-Krankenkassenlobbyist Cassis damals noch kein Jahr im Amt. Um Bundesrat zu werden, hatte er sich ebenso schamlos wie offensiv an den rechten Rand rangewanzt. Die SVP zeigte sich mit ihren Stimmen erkenntlich. Martullos Tarif. Im Januar 2018 gab Ems-Milliardärin und SVP-Politikerin Magdalena Martullo-Blocher an einer Medienkonferenz den Tarif durch: Die flankierenden Massnahmen zur Personenfreizügigkeit müssten weg. Denn die FlaM stärken alle Lohnabhängigen unabhängig von ihrem Wohnort vor ausbeuterischen Arbeitgebern. Das passt dem Blocher-Clan nicht, der 57,6 Milliarden Franken mehr Dividenden einsackt, als er allen seinen 3075 Angestellten zusammen an Lohn ausbezahlt. Cassis weiss, wem er seinen Posten verdankt. Und darum wollte er im Auftrag der Schweizer Marktradikalen zusammen mit europäischen (…). Clemens Studer.
Work online, 14.6.2019.
Personen > Studer Clemens. Lohnschutz. Flankierende Massnahmen. Work online, 2019-06-14.
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14.06.2019 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Patricia D Incau
Frauenlöhne
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Das könnte sich Frau leisten, wenn es keine Lohndiskriminierung gäbe: Jedes Jahr Luxusferien für jede erwerbstätige Frau! Jede Berufsfrau wird in ihrem Arbeitsleben um volle 335‘000 Franken Lohn betrogen. Bloss weil sie eine. Frau und kein Mann ist. Das zeigen die Berechnungen, die Work beim Büro BASS in Auftrag gegeben hat. Mit einem kühlen Drink in der Hand unter Palmen liegen, ins türkisblaue Wasser tauchen und den Abend in der privaten Strandvilla ausklingen lassen. Weit weg von zu Hause, auf den Malediven, wo die Sandstrände weiss und die Sonnenuntergänge herrlich sind. Das klingt verlockend und ist kaum bezahlbar. Denn gut 7‘000 bis 8‘000 Franken pro Woche kosten die paradiesischen Ferien schon. Doch genau das könnte sich jede Berufsfrau gönnen, wenn die Lohndiskriminierung endlich beseitigt wäre. Und zwar jedes Jahr! Der Bschiss in Zahlen. Jede erwerbstätige Frau in der Schweiz wird pro Jahr im Schnitt um 7‘800 Franken geprellt. Das zeigen die Berechnungen der Expertinnen des Berner Büros für arbeits- und sozialpolitische Studien (BASS)*. Work wollte von ihnen wissen: Wie viel Lohn fehlt berufstätigen Frauen in der Schweiz, schlicht und einfach weil sie Frauen sind? Herausgekommen sind diese fast unfassbaren Zahlen: Jeder Berufsfrau werden monatlich 650 Franken vorenthalten. Das sind ganze 7‘800 Franken pro Jahr. Auf ein ganzes Frauenarbeitsleben von 43 Jahren umgerechnet, beträgt die Lohnlücke im Minimum 33‘5000 Franken. (…). Patricia D’Incau.
Work online, 14.6.2019.
Personen > D‘Incau Patricia. Lohngleichheit. Work online, 2019-06-14.
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14.06.2019 Schweiz
Personen
Work
Jonas Komposch
Frauenstreik
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Uhrenarbeiterin Liliane Valceschini hatte den Geistesblitz, der die Schweiz veränderte. „Dann träumte ich von einem Frauenstreik“. Der Frauenstreik von 1991 war ihre Idee. Nun verrät Liliane Valceschini (81), wie es dazu kam und was der Streik mit ihrer italienisch-schweizerischen Familiengeschichte zu tun hat. Work: Frau Valceschini, der historische Frauenstreik von 1991 hat seinen Ursprung bei Ihnen im Jura. Wie kam es dazu? Liliane Valceschini: An einem Treffen unserer Gewerkschaftssektion diskutierten wir über die Lohnungleichheit in ¬unserer Branche. Auch wenn eine Uhrenarbeiterin exakt dieselbe Arbeit machte wie ihr Kollege, verdiente sie mit Sicherheit weniger als er. Das beschäftigte uns ungemein. Und dann habt ihr direkt an Streik gedacht? So schnell ging das nicht. Diese Idee hatte ich erst auf dem Nachhauseweg. Moment. Sie ganz alleine sind auf diese Idee gekommen? Ja. Aber wissen Sie, wenn nicht ich diesen Einfall gehabt hätte, wäre vielleicht sonst wer darauf gekommen. Aber Sie wussten, dass die Isländerinnen bereits 1975 einen grossen Frauenstreik organisiert hatten? Nein. Damals gab es ja noch keine sozialen Medien und so. Ich fuhr also mit dem Auto von der Versammlung nach Hause. Während der ganzen Fahrt grübelte ich über Möglichkeiten, um endlich die Lohngleichheit durch¬zusetzen. Plötzlich hatte ich einen Geistesblitz. Ich realisierte, dass es bald genau zehn Jahre her sein würde, seitdem am 14. Juni 1981 die Lohngleichheit in der Bundesverfassung festgeschrieben worden war. Zehn (…). Jonas Komposch.
Work online, 14.6.2019.
Personen > Komposch Jonas. Valceschini Liliane. Frauenstreik. Interview. Work online, 2019-06-14.
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14.06.2019 Schweiz
Frauen
Personen
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Jonas Komposch
Migrantinnen
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Frauen und Migration. Italienerinnen brachten Kitas. Die Einwanderung in die Schweiz hat die Gleichstellung beschleunigt. Auch wenn die SVP das Gegenteil behauptet. Bei den rechten Patriarchen ist es schwer in Mode, Migration als Bedrohung für die Frauenrechte zu verteufeln. Um gegen Geflüchtete und Migranten zu hetzen, ist den Scharfmachern eben jedes Mittel recht. Und so geben sich selbst die reaktionärsten Machos plötzlich als aufrechte Frauenfreunde. Eine neue Studie entlarvt jetzt diese Ausländerfeinde. Die Historikerin Francesca Falk von der Uni Freiburg hat nämlich untersucht, wie die Ein- und Auswanderung die Gleichstellung in der Schweiz beeinflusste. Ihr Fazit lässt aufhorchen: „Migration hat die Frauenemanzipation mass¬geblich vorangetrieben.“ So waren es Russinnen, die in den 1860er Jahren erkämpften, dass Frauen an Schweizer Universitäten studieren durften. Und auch die Vorkämpferinnen für das Frauenstimmrecht waren häufig Schweizerinnen mit Migrationserfahrung. Forscherin Falk hat ausserdem untersucht, wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie mit der italienischen Einwanderung der 1960er und 1970er Jahre zusammenhängt. Falk: „In migrantischen Familien aus der Arbeiterschicht mussten beide Elternteile arbeiten. Ganz im Gegensatz zu den meisten Schweizer Familien.“ Dort sei die Frau ausschliesslich Hausfrau gewesen. Bei vielen Schweizerinnen und Schweizern war die ausserfamiliäre Betreuung sogar verpönt. In Krippen krabbelten deshalb (…). Komposch Jonas.
Work online, 14.6.2019.
Personen > Komposch Jonas. Migrantinnen. Work online, 2019-06-14.
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14.06.2019 Schweiz
Personen
Work
Jonas Komposch
Vaterschaftsurlaub
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Elternzeit. Schweiz ist Schlusslicht. Die Landesregierung kuscht vor dem Arbeitgeberverband und stellt sich gegen jeden Vaterschaftsurlaub. Einen solchen wollen aber 81 Prozent der Bevölkerung. Was der Bundesrat Anfang Monat zum Vaterschaftsurlaub entschied, hat so manchen Familienplanenden den Nuggi rausgehauen. Geht es nämlich nach dem Willen der Landesregierung, soll frischgebackenen Vätern nicht einmal ein Kürzesturlaub zustehen. Der Bundesrat lehnt die äusserst bescheidene Volksinitiative für einen 20tägigen Vaterschaftsurlaub genauso ab wie den auf 10 Tage abgespeckten Gegenvorschlag aus dem Ständerat. Beides sei für Schweizer Unternehmen zu teuer und zu aufwendig. Eine interessante· Begründung. So haben zum Jahresbeginn sogar sämtliche EU-Länder einen Minimalstandard von zwei Wochen Vaterschaftsurlaub beschlossen. Ausserdem beabsichtigen lnitiative wie auch Gegenvorschlag, die anfallenden Kosten über die Erwerbsersatzordnung (EO) abzuwickeln. Und diese wird von Arbeitenden und Unternehmen zu gleichen Teilen bezahlt. Für 20 Tage Papizeit müssten die EO-Abgaben gemäss Bund nur um 0,11 Prozent erhöht werden. Bei einem Bruttolohn von 5‘000 Franken entfielen somit auf Firma und Lohnempfänger gerade mal 2,75 Franken pro Monat zusätzlich. Pipifax also. Bundesexperten. Widersprechen. Kein Wunder, widerspricht selbst eine Bundesstelle der Regierung: Die Eidgenössische Kommission für Familienfragen hat kürzlich aufgezeigt, dass eine gesetzlich  (…).Jonas Komposch.
Work online, 14.6.2019.
Personen > Komposch Jonas. Vaterschaftsurlaub. Work online, 2019-06-14.
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13.06.2019 Schweiz
Frauen
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WOZ
Kaspar Surber
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Wahlbeteiligung
Als die Frauen den Gripen vom Himmel holten. Ohne die Frauen gäbe es kein modernes Eherecht und wären längst neue Kampfflugzeuge angeschafft worden. Doch wie stark ist der Einfluss des Geschlechts auf Wahl- und Abstimmungsergebnisse tatsächlich? Am 7. Februar 1971 war es endlich so weit: In der Schweiz wurde das Stimm- und Wahlrecht für Frauen beschlossen. Wobei nicht das ganze Land dafür war: Hätten nur die Ost- und die Zentralschweiz abgestimmt, so wäre den Frauen weiterhin die Mündigkeit abgesprochen worden. Je katholischer und ländlicher ein Kanton geprägt war, umso höher der Nein-Anteil. Am höchsten war er in Appenzell Innerrhoden. Wenn damals die in einem Kanton dominierenden Wertorientierungen den Entscheid prägten, wie verhält es sich heute mit der Kategorie des Geschlechts? Wählen und stimmen Frauen und Männer anders? Gaben sie bei einzelnen Abstimmungen gar den Ausschlag? Die Frage ist nicht einfach zu beantworten, weil entsprechende Zahlen bei Abstimmungen nicht erfasst werden. „Zwar wäre es rechtlich möglich, dass auf Anordnung des Bundesrats in ausgewählten Gemeinden die Stimmzettel nach den Geschlechtern getrennt erhoben würden. Dies brächte aber eine markante Mehrbelastung der Gemeinden mit sich, weshalb bisher Nachbefragungen bevorzugt wurden“, erklärt Werner Seitz, der bis zu seiner Pensionierung in diesem Jahr die Sektion Politik, Kultur, Medien des Bundesamts für Statistik leitete. Zwar publizieren einzelne kantonale und städtische (…). Kaspar Surber.
WOZ, 13.6.2019.
Personen > Surber Kaspar. Frauen. Wahlen. WOZ, 2019-06-13.
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