Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 14854

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20.08.2019 Schweiz
Frauen
Personen
Regierung Schweiz
Work
Patricia D Incau
Regierung Schweiz
Rentenalter
Volltext
Bundesrätliche AHV-Pläne machen Frauen hässig. Höheres Rentenalter? Ohne uns! Der Bundesrat will die Frauen ein Jahr länger arbeiten lassen. Die machen klar: Nicht mit uns! Da kam er schon wieder auf, der Geist des Frauenstreiks: Als SP-Bundesrat und AHV-Minister Alain Berset am 1.August in Yverdon-les-Bains zu seiner Rede ansetzte, kam es im Publikum zum stillen Protest. Der Grund: Im Juli hatte der Bundesrat seine neuesten AHV-Pläne präsentiert. Und die Frauen damit so richtig hässig gemacht. Denn im Zentrum der Reform steht ·die Erhöhung des Frauenrentenalters. Statt heute bis 64 sollen Frauen künftig bis 65 arbeiten - und damit einen Grossteil der AHV-Sanierung schultern (siehe Kasten). Eine „Ohrfeige für alle Frauen“, finden das die Mitglieder des Basler Streikkomitees. „Eine Frechheit!“ sagen die Zürcherinnen. Und für die Westschweizerinnen ist klar: „On se moque de nous!“, sinngemäss: Wir werden verarscht. Denn: Nicht einmal drei Wochen lagen zwischen dem mächtigen Frauenstreik vom 14.Juni und der bundesrätlichen Pressekonferenz. Alter Wein in neuen Schläuchen. Der Plan des Bundesrates ist da nicht nur ein riesiger Affront. Sondern auch: alter Wein in neuen Schläuchen. Denn schon zweimal haben Regierung und Parlament in den letzten Jahren versucht, das Frauenrentenalter zu erhöhen. Zweimal sagte das Volk Nein. Zuletzt 2017, bei der Abstimmung um die Altersvorsorge 2020. (…).
Patricia D’Incau.
Work online, 16.8.2019.
Personen > D’Incau Patricia. Rentenalter. Regierung Schweiz. Work online, 2019-08-16.
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20.08.2019 Schweiz
Arbeitszeit
Personen
SGB
Ständerat
Yvonne Zimmermann
Meinungsumfrage
Stress
Volltext
Stress am Arbeitsplatz nimmt zu: Kommen Ständeräte endlich zur Vernunft? Geplante Arbeitsgesetz-Revision würde Stress erhöhen und ist zu stoppen - Konsequenzen aus der Gesundheitsbefragung 2017 ziehen. Der Stress am Arbeitsplatz hat zugenommen. Dies zeigt die Schweizer Gesundheitsbefragung 2017, die heute vom Bundesamt für Statistik veröffentlicht wurde. Statt dagegen Massnahmen zu ergreifen, wollen bürgerliche Politiker die Situation mit einer Revision des Arbeitsgesetzes verschlimmern. Sie wollen u.a., dass viele Arbeitnehmenden länger und neu auch an Sonntagen arbeiten müssen. Der Ständerat, der die Gesetzesrevision in der Herbstsession beraten wird, muss nun endlich zur Vernunft kommen und die Vorlage beerdigen. Die Gesundheitsbefragung 2017 spricht eine klare Sprache: 2017 litten 21 Prozent der vom Bundesamt für Statistik befragten Erwerbstätigen an ihrem Arbeitsplatz sehr oft unter Stress. 2012 waren es 18 Prozent gewesen. Die Hälfte von ihnen fühlt sich bei der Arbeit emotional erschöpft und sind damit einem höheren Risiko ausgesetzt, ein Burn-Out zu erleiden. Statt, wie es Arbeitsmediziner und Gewerkschaften verlangen, stressbedingte Krankheiten als Berufskrankheiten anzuerkennen und die wöchentlichen Arbeitszeiten zu reduzieren, wollen die Mehrheiten in den Wirtschaftskommissionen der Eidg. Räte die Lage auf Vorschlag von Ständerat Konrad Graber und der früheren Ständerätin Karin Keller-Sutter noch verschärfen. So sollen die wöchentliche Höchstarbeitszeit auf 67,5 Stunden und die maximale tägliche Überzeitarbeit erhöht und sogar das Sonntagsarbeitsverbot (…). Thomas Zimmermann.
SGB, 20.8.2019.
Personen > Zimmermann Thomas. Stress. Meinungsumfrage. SGB, 2019-08-20.
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16.08.2019 Schweiz
Personen
Steuern
Work
Clemens Studer
Steuerhinterziehung
Unternehmenssteuer
Volltext
Endlich faire Konzernsteuern. Was die Banken dank dem Bankgeheimnis auf individueller Ebene machten, macht die Schweiz auf institutioneller, Beide Geschäftsmodelle liegen im Sterben. Die Eidgenössische Steuerverwaltung darf den französischen Kolleginnen und Kollegen Namen und zusätzliche Informationen zu rund 40‘000 UBS-Konten liefern. Auf diesen Konten liegen grösstenteils wohl unversteuerte Vermögen von 11 Milliarden Franken. Die Anfrage ging im Mai 2016 ein und wurde von der UBS bis vor Bundesgericht bekämpft. Ohne Erfolg. Am 26. Juli 2019 genehmigte das Bundesgericht nun die Datenlieferung. Den Ausschlag gegeben hat ein SVP-Bundesrichter. Weil Spekulanten und Banker damit nicht rechneten, wurde bereits vor dem Votum des letzten Bundesrichters gefeiert, und der UBS-Aktienkurs legte zu, um dann nach dem Votum des SVP-Richters wieder zu tauchen. Nebenwirkung des Urteils: Die SVP zeigt, was sie von der Gewaltenteilung hält, und droht ihrem Parteikollegen mit der Abwahl. Rückzugsgefechte. Die Anfrage der Franzosen wird nicht die letzte sogenannte Gruppenabfrage bleiben. Einige Länder haben schon solche eingereicht, unterdessen auch Italien, wie dieser Tage bekannt wurde. In Paris wurde die UBS wegen Schwarzgeldgeschäften zu einer Milliardenbusse verurteilt. (…).
Clemens Studer.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Studer Clemens, Unternehmenssteuer. Work online, 2019-08-16.
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16.08.2019 Le Lieu
Dubois Dépraz SA
Personen
Unia Schweiz
Work
Ralph Hug
Dubois Dépraz SA
Entlassung
Gewerkschaftsrechte
Volltext
Neuer Fall einer antigewerkschaftlichen Kündigung. Ist Unia-Mann Mickael Béday das letzte Opfer der Brutalo-Chefs? Eine Schande: Die Schweiz stand wegen antigewerkschaftlicher Kündigungen auf der schwarzen Liste der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Das jüngste Opfer ist ein Uhrmacher aus dem Jura. Mickael Béday (28) wollte eine Betriebskommission auf die Beine stellen. Und in der Uhrenfirma Dubois Dépraz SA im Vallée de Joux dafür sorgen, dass der Gesamtarbeitsvertrag auch bei Überstunden korrekt angewendet wird. Aber das missfiel der Direktion. Am 24. Juni entliess sie den Gewerkschafter aus fadenscheinigen Gründen. Für Pierre-Yves Maillard, Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds (SGB), ein klarer Fall von antigewerkschaftlicher Kündigung: „Niemand darf entlassen werden, bloss weil er seine Rechte als Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer wahrnimmt“, kritisierte er Anfang Juli an einer Solidaritätskundgebung. Rund hundert Protestierende verlangten die Wiedereinstellung von Mickael Béday. Die Unia hat inzwischen eine Petition lanciert. Wende in Sicht. Der Fall Béday ist der jüngste in einer langen Geschichte. Denn die Schweiz schützt Arbeitnehmende nur höchst ungenügend vor missbräuchlicher Kündigung. Das ist der Grund, weshalb sie die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) im Mai auf eine schwarze Liste gesetzt hat. Mit dem fehlenden Schutz verstösst die Schweiz gegen die ILO-Konvention Nr. 98, die sie selber unterschrieben (…). Ralph Hug.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Hug Ralph. Dubois Dépraz SA. Entlassung. Work online, 2019-08-16.
16.08.2019 Schweiz
Personen
SBB
Work
Ralph Hug
Betriebsunfall
SBB
Todesfall
Volltext
Einklemmschutz funktionierte nicht: Tragischer Tod von Zugführer Bruno R. Der SEV will umfassende Sicherheitskontrolle. Die Bähnlergewerkschaft SEV machte bei den SBB Druck für eine schnellere Überprüfung der Zugtüren-Sicherheit. Was war verantwortlich für den tödlichen Unfall des Zugbegleiters Bruno R. (54)?. Klar ist bis jetzt nur: Die Türe schloss und klemmte den Arm des Zugführers ein. Dieser konnte nicht mehr einsteigen und wurde vom Zug mitgeschleift. Der Einklemmschutz, der genau solche Unfälle verhindern soll, hat nicht funktioniert. Eine Untersuchung der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle läuft. SBB-Mitarbeitende, aber auch Reisende kennen den Mangel. Laut offizieller SBB-Statistik sind seit 2014 insgesamt 86 Fahrgäste und seit 2016 zehn Zugbegleiter eingeklemmt und teilweise verletzt worden. Kein Risiko. Bruno R.s tragischer Tod hat die Bähnlerinnen und Bähnler tief getroffen, Vor einer Woche stand punkt 13 Uhr im Zürcher Hauptbahnhof alles still. Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen des Verunfallten hielten eine Gedenkminute mit Trillerpfeifen und Zughörnern ab. Ein deutliches Signal für mehr Sicherheit. Gleichzeitig macht die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV Druck. Vizepräsident Manuel Avallone forderte, dass sämtliche 493 Wagen des fraglichen Zugtyps mit fast zweitausend Türen aus dem Betrieb genommen und durchgecheckt werden. Man dürfe kein Risiko eingehen. (…). Ralph Hug.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Hug Ralph. Betriebsunfall. Todesfall. Work online, 2019-08-16.
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16.08.2019 Schweiz
Personen
Work
Martin Jakob
Ratgeber
Volltext
Wohnungswechsel
Wohnungszüglete in Eigenregie: Was Sie beachten müssen. Machen Sie es den Freunden nicht zu schwer. Fleissige Freunde, ein gutes Fahrzeug und eine vorausschauende Planung: Wie Ihr Umzug auch ohne Zügelprofis gelingt. Eine Züglete will gut vorbereitet sein - erst recht, wenn Sie selber Regie führen. Sobald der Termin feststeht, werben Sie also Helferinnen und Helfer an, mieten den Lieferwagen und organisieren genügend Verpackungsmaterial. Vielleicht erhalten Sie Kartons gratis von Freunden, andernfalls können Sie sie im Do-it-yourself-Shop kaufen oder beim Zügelunternehmen mieten. Die Miete ist etwas teurer, hat aber Vorteile: Sie erhalten robuste, gut stapelbare Boxen, und nach Gebrauch werden Sie die Dinger wieder ohne Entsorgungsaufwand los. Erkunden Sie beizeiten auch den Fahrweg und die Auf- und Ablademöglichkeiten möglichst nah bei der Haustür, Es empfiehlt sich, den Hauswarten die Züglete anzumelden und sie allenfalls zu bitten, am Vorabend einen genügend grossen Parkplatz zu reservieren. Gut unterwegs. Wählen Sie einen Lieferwagen mit genügend grossem, gedecktem Ladevolumen. Falls Sie Tiefgaragen befahren müssen, achten Sie auf die maximale Durchfahrtshöhe! Gegen Aufpreis erhalten Sie ein Fahrzeug mit Hebebühne, die schont den Rücken. Achten Sie unbedingt auf eine ausreichende Versicherung. Eine Haftpflichtversicherung für Schäden, die bei einem Unfall Dritten zugefügt werden, muss der Vermieter selbst abschliessen. Die Vollkasko zur Versicherung von Schäden am Mietauto ist dagegen nicht zwingend. Falls sie im Mietpreis nicht enthalten ist, sollten Sie sie dazukaufen,  (…). Martin Jakob.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Jakob Martin. Wohnungszueglete. Ratgeber. Work online, 2019-08-16.
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16.08.2019 BS Kanton
Personen
Unternehmerverbände
Work
Jonas Komposch
Armee-Einsätze
Streik
Volltext
Am 1. August 1919 starben fünf Menschen im Kugelhagel der Armee. Maschinengewehr-Salven gegen Streikende in Basel. Vor hundert Jahren wehrte sich die Basler Arbeiterschaft mit einem zehntägigen Generalstreik gegen Hunger und Elend. Doch Bürgerwehr und Militär antworteten mit brachialer Gewalt. Es geschah in einem Kleinbasler Arbeiterquartier am 1. August 1919. Frieda Nyffeler war gerade mit Hausarbeiten beschäftigt, als es draussen plötzlich krachte. Jugendliche hatten das Pflaster aufgerissen und kleine Strassenblockaden gebaut. Nun kamen Militärcamions herangerast, Soldaten gaben Schüsse ab - auch mit Maschinengewehren. Sofort stürmte Nyffeler hinaus, wo sie ihre Kinder vermutete. Doch kaum war sie aus der Tür getreten, glaubte Oberleutnant Mattes in ihr eine Angreiferin zu erkennen. Er schoss. Am Kopf getroffen, war die dreifache Mutter sofort tot. So steht es in den Akten des Militärgerichts, das den Todesschützen freisprach. Geiziger Färbereibaron. Anlass der Militäraktion war ein Generalstreik, in den die Lohnabhängigen sämtlicher Branchen der Stadt am 31. Juli getreten waren. Es war der erste lokale Generalstreik seit dem Landesstreik im Vorjahr. Denn noch immer mussten 20‘000 Menschen Nothilfe vom Kanton beziehen. Etliche Familien waren obdachlos. Die Arbeitslosigkeit nahm sogar zu. Ebenso die Fälle von Tuberkulose, begünstigt durch chronische Unterernährung. Von der Misere am stärksten betroffen waren die Arbeiterinnen und Arbeiter der Textilindustrie - einer Tieflohnbranche. Am schlechtesten zahlte die Färberei Clavel&Lindenmeyer, ein Schweizer Textilmulti, dessen Chef (…). Jonas Komposch.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Komposch Jonas. Armee-Einsatz. Basel. Work online, 2019-08-16.
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16.08.2019 Schweiz
Arbeitszeit
Personen
Work
Kathrin Ziltener
Arbeitspause
Ratgeber
Volltext
Darf ich für den Spitalbesuch früher gehen? Ich arbeite Im zweiten Lehrjahr als Hotel-Kommunikationsfachmann. Meine feste Freundin Ist schwer erkrankt und liegt seit längerer Zeit Im Spital. Ich habe meine Chefin gefragt, ob Ich einmal pro Woche ein bis zwei Stunden früher gehen könne, um sie zu besuchen. Die Chefin sagte, das gehe leider nicht. Kann Ich noch etwas machen? „Leider ist die Entscheidung zulässig. Das Schweizer Arbeitsrecht ist nicht sehr alltagsfreundlich: Selbst wenn du ein krankes Kind zu Hause hast, kannst du meist maximal drei Tage freinehmen. Wärst du mit einer Freundin verheiratet oder würdet ihr in eingetragener Partnerschaft leben, wäre die Chance grösser: Die Gerichte bejahen heute den Anspruch auf zusätzliche Freizeit für den Besuch kranker Familienangehöriger im Spital. Ich würde dir empfehlen, noch einmal mit deiner Chefin zu reden und ihr den Ernst der Lage klarzumachen. Ausserdem könntest du ihr anbieten, an dem Tag, an dem du früher gehen möchtest, auch früher mit der Arbeit zu beginnen. Ich wünsche dir und deiner Freundin in dieser anstrengenden Zeit auf jeden Fall alles Gute“
Hast auch du eine Frage an die Unla-Jugendsekretärin? Schreib an lehre unla.ch.
Kathrin Ziltener.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Ziltener Kathrin. Arbeitspausen. Ratgeber. Work online, 2019-08-1.
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16.08.2019 Schweiz
Personen
Work
Christian Egg
Gesundheitsschutz
Hitzewelle
Volltext
Hitzewellen nehmen zu: Die Arbeiter kommen ans Limit. „Man denkt nur noch: Schatten, trinken, heim“. Auf der Baustelle und im Gartenbau ist Hitze nicht nur lästig, sondern gefährlich. Die Unia fordert die Firmen zum Handeln auf. Der Gärtner Simon Steinmann sagt es deutlich: „Bei Temperaturen gegen 35 Grad kann man keine Leistung mehr erbringen.“ Der Kreislauf mache nicht mehr mit, der Kopf schmerze, in Gedanken sei man nicht mehr bei der Arbeit, so das 45jährige Unia-Mitglied: „Wenn du drei, vier Stunden an der prallen Sonne gearbeitet hast, denkst du irgendwann nur noch: Wo gibt’s Schatten, wo kann ich was trinken, wann kann ich heim?“ 43 Grad Körpertemperatur. Gleich zwei Hitzewellen überrollten diesen Sommer die Schweiz: In der letzten Juniwoche und gegen Ende Juli. Zweimal sieben Tage lang kletterten die Temperaturen jeweils über 30 Grad. An zahlreichen Orten gab es neue Temperaturrekorde. Und vor allem: Solche Hitzewellen ¬nehmen zu. François Clément von der Unia sagt es so: „Der Klimawandel schafft neue Arbeitsbedingungen.“ Für Bauarbeiter, Gärtner oder Dachdecker, die im Freien arbeiten, ist das lebensgefährlich. Das zeigte sich Ende Juli im Kanton Freiburg dramatisch. Ein 40jähriger portugiesischer Gartenbauer brach bei der Arbeit in brütender Hitze zusammen. Kurz darauf starb er im Spital. Unia-Mann Clément hat mit der Familie des Opfers gesprochen: „Er starb an den Folgen eines Hitzschlags. Als er im Spital ankam, hatte er eine Körpertemperatur von 43 Grad.“(…). Christian Egg.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Egg Christian. Hitzewelle. Gesundheitsschutz. Work online, 2019-08-16.
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16.08.2019 Schweiz
Personen
Work
Christian Egg
Entschädigungen
Hitzewelle
Volltext
Baustopp bei Hitze: Zwei Beispiele, die funktionieren. Im Kanton Waadt war die Bauwirtschaft gut auf die Hitzewellen dieses Sommers vorbereitet: Firmen konnten die Arbeit um 13 Uhr einstellen, bevor die Temperatur unerträglich wurde. Für die finanziellen Einbussen sprang ein Schlechtwetterfonds ein, in den die Sozialpartner und der Kanton einzahlen. Das Pilotprojekt startete vor zwei Jahren und war ursprünglich für den Winter gedacht: Zusammen mit Meteo Schweiz haben die Unia und der kantonale Baumeisterverband genaue Kriterien festgelegt. Sobald Meteo Schweiz das Schlechtwetter bestätigt, wird die Arbeit auf allen Baustellen in der betroffenen Region eingestellt, und der Fonds kommt für die Lohnausfälle auf. Diesen Sommer beschlossen die Sozialpartner erstmals, den Fonds auch bei Hitze zu aktivieren. Schliesst die Baustelle wegen Hitze, bezahlt ein Fonds den vollen Lohn. Im Gegensatz zur Schlechtwetterentschädigung der Arbeitslosenkasse zahlt der Waadtländer Fonds die vollen Löhne der Arbeiter, und zwar ohne Karenztage. Für Unia-Mann François Clément entscheidend: „So entstehen den Arbeitgebern keine Kosten. Deshalb machen sie mit.“ Er fordert: Eine solche Lösung sollte für die ganze Schweiz gelten. Ein anderes Modell hat Österreich: Wenn die Temperatur 32,5 Grad übersteigt, können Firmen den Arbeitern freigeben. (…).  Christian Egg.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Egg Christian. Hitzewelle. Entschaedigung. Work online, 2019-08-16.
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16.08.2019 Schweiz
Personen
Work
Anne-Sophie Zbinden
Kolonialismus
Volltext
Gegen das Vergessen. Manche Fotos sind brutal konkret. Das von Napalm verletzte, nackte, schreiende Mädchen: die Verkörperung des grausamen Vietnamkrieges. Der kleine Junge im roten T-Shirt, der tot am Strand liegt: das unerträgliche Symbol für das Versagen Europas in der Flüchtlingskrise. Weisse Männer, die in herrischen Posen über halbnackten schwarzen Frauen stehen: verstörende Sinnbilder kolonialistischer Ausbeutung und der sexuellen Gewalt des weissen Mannes. Diese Bilder zeigen uns, dass der Reichtum Europas auf Ausbeutung beruht. Besonders die Sklavenwirtschaft hat den europäischen Kapitalismus angetrieben, wie Work-Autor Oliver Fahrni schreibt. Auch die Schweiz war daran beteiligt. So besass etwa der Staat Bern Aktien der britischen „South Sea Company“, die Sklaven verkaufte. 1723 war der mächtigste Staat der Alten Eidgenossenschaft der mit Abstand grösste Aktionär dieser Gesellschaft, noch vor der „Bank of England“ und König George I. Später profitierte der Schweizer Finanzplatz vom internationalen Ruf, der aus Geschäftsbeziehungen im kolonialen Kontext entstanden war. Darauf ist auch der Boom von Schweizer Banken in der weltweiten Vermögensverwaltung nach dem Zweiten Weltkrieg zurückzuführen. Die Sklavenwirtschaft hat den europäischen Kapitalismus angetrieben. Hinschauen. Und das düstere Erbe des Kolonialismus lebt weiter in den Orbáns oder Trumps dieser Welt. In Rassismus und Sexismus. In der Islamfeindlichkeit, welche die Glarners dieser Schweiz(…). Anne-Sophie Zbinden.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Zbinden Anne-Sophie. Kolonialismus. Work online, 2019-08-16.
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16.08.2019 Schweiz
Personen
Work
Christian Egg
Berufsschule
Sexuelle Belästigung
Volltext
Belästigung: Berufsschulen drücken sich. Wie fülle ich eine Steuererklärung aus? Welche Rechte habe ich als Mieterin oder Mieter? Wie verhalte ich mich ökologisch? Solche Dinge und noch viel mehr lernen Stiftinnen und Stifte an der Berufsschule im allgemeinbildenden Unterricht. Zum Thema sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz lernen die meisten: nichts. Das zeigt eine Umfrage von Work bei verschiedenen Deutschschweizer Kantonen. Unverbindlich. Der Kanton Zürich schreibt, es gebe „keine verbindlichen Vorgaben“, ob die Berufsschulen die Lernenden zu diesem Thema informieren müssten. Im Kanton Bern mussten die Schulen zwar ein Konzept erstellen, wie sie sexuelle Belästigung zu thematisieren gedenken. Eine verbindliche Weisung gibt es hier aber auch nicht: „Die Schulen sind frei, wie sie das Thema behandeln wollen.“ Und an der Berufsschule Basel-Stadt ist ein Programm zum Thema erst in Planung. Der Kanton St. Gallen gibt an, sexuelle Belästigung werde im allgemeinbildenden Unterricht behandelt. Doch auch hier: keine verbindliche Vorgabe an die Schulen. Unia-Jugendsekretärin Kathrin Ziltener hat während und nach der Umfrage mit vielen Stiftinnen und Stiften gesprochen. Sexuelle Belästigung als Thema in der Berufsschule? Fast überall Fehlanzeige, sagt sie. Das muss sich jetzt ändern. Ziltener fordert: „Alle Berufsschulen müssen den Lernenden aufzeigen, welche Formen von Belästigung es gibt und wie sie sich dagegen wehren können.“ (…).  Christian Egg.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Egg Christian. Sexuelle Belaestigung. Berufsschulen. Work online, 2019-08-16.
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16.08.2019 Zürich
Personen
Work
Jonas Komposch
Blockade
Klimawandel
Umweltschutz
Volltext
Gewalt und Quälerei: Nach der Bankenblockade vom 8. Juli erheben Klima-Aktivistinnen schwere Vorwürfe gegen die Zürcher Polizei. „Man will uns einschüchtern“. Aus Protest gegen die klimaschädigenden Investitionen der Credit Suisse blockierten Primarlehrerin Bea Keller * (26) und Geographiestudentin Monique Schumacher (25) den Eingang der Grossbank am Zürcher Paradeplatz. Was dann passierte, hätten die beiden Aktivistinnen nie für möglich gehalten. Bea Keller, wie blockiert man eigentlich eine Bank? Keller: Mit Stahlkette, Veloschlössern und einer Handvoll motivierter Leute! Natürlich braucht es auch eine seriöse Vorbereitung, bei der mögliche Szenarien durchgespielt werden. Am Montag um fünf Uhr in der Früh sind wir dann losgezogen. Am Paradeplatz erwartete uns bereits ein Sicherheitsverantwortlicher der Credit Suisse. Die Bank wusste bereits Bescheid? Keller: Ja, wir haben die Aktion ja im voraus öffentlich angekündigt. Trotzdem war der Sicherheitsmann völlig überfordert und aggressiv. Reden konnte man nicht mit dem. Erst als wir ihm erklärten, dass wir die Aktion auch für ihn und seine Kinder machten, hat er sich ein wenig beruhigt. Dennoch hat die Credit Suisse sofort die Polizei gerufen? Schumacher: Ja, und zwar diskussionslos. Nicht weniger als 150 Beamte wurden herangekarrt. Das war eine einzige Machtdemonstration der Polizei, ein Einschüchterungsversuch! Die wussten ja, dass viele von uns eine solche Aktion zum ersten Mal machten. Aber gemäss der NZZ war ein „Dunstkreis (…). Jonas Komposch.
Work online, 16.8.2019.
http://www.textverzeichnisse.ch/Portals/7/Komposch%20Jonas/Komposch%20Jonas.%20Klimawandel.%20Bankenblockade.%20Work%20online,%202019-08-16.pdf
16.08.2019 Schweiz
Personen
Work
Jean Ziegler
Hunger
Volltext
Hunger. Dienstag, 23. Juni, im Konferenzsaal XI des Genfer Völkerbundpalasts: ein Tag der Niederlage für die Vereinten Nationen. Die höchsten Verantwortlichen all jener Spezialorganisationen, die mit dem weltweiten Kampf gegen den Hunger betraut sind, mussten sich vor den Botschafterinnen und Botschaftern und Vertretern der internationalen Zivilgesellschaft rechtfertigen. Denn die Zahl der Hungernden steigt. Und dies auf einem Planeten, der vor Reichtum überquillt. Im holzgetäfelten, klimatisierten Konferenzsaal stellten die Direktorinnen und Direktoren der FAO (der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation), der WHO (der Weltgesundheitsorganisation), der Unicef (des Kinderhilfswerks), des WFP (des Welternährungsprogramms) und der FIDA (der Internationalen Föderation für die Entwicklung der Landwirtschaft) ihren kiloschweren Jahresbericht vor. Sein Titel: „Die Lage der Ernährungssicherheit auf der Welt“. 820 Millionen Opfer. In der Uno-Entwicklungsagenda 2030 heisst es in Artikel 1: „Den Hunger beseitigen“. Aber heute leiden immer noch 820 Millionen Menschen an permanenter, schwerster Unterernährung. Im subsaharischen Afrika, das grossartige, uralte Bauernkulturen und Millionen Hektaren fruchtbaren Bodens besitzt, leidet über ein Fünftel der Bevölkerung an todbringenden Mangelkrankheiten oder Unterernährung. Mangelernährung bedeutet, dass den Menschen Vitamine und mineralische Nährstoffe fehlen. Unterernährte nehmen zu wenig Kalorien zu sich. Hunger ist (…). Jean Ziegler.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Ziegler Jean. Hunger. Work online, 2019-08-16.
Ganzer Text
16.08.2019 USA
Personen
Work
Toni Morrison
Lotta Suter
Nachruf
Volltext
Das Erbe der afroamerikanischen Schriftstellerin Toni Morrison. Hassrede ist Gewalt. Toni Morrison (1931 bis 2019) wusste, wie viel Schaden Hassprediger anrichten. Es gab sie schon vor Trump, den sozialen Medien oder der SVP. Heute ist das Werk der Nobelpreisträgerin aktueller denn je. Toni Morrison hat immer an die Kraft der Sprache geglaubt, an ihre Möglichkeiten und ihre Gefahren. In ihrer Rede anlässlich der Verleihung des Literaturnobelpreises 1993 sagte sie fast schon prophetisch: „Eine Sprache der Unterdrückung stellt Gewalt nicht nur dar; sie ist Gewalt. Sie zeigt nicht nur die Grenzen des Wissens auf; sie begrenzt Wissen. Die verschleiernde Sprache des Staates und die gekünstelte Sprache gedankenloser Medien. Die stolze, aber verkalkte Sprache der akademischen Welt und die auf Gebrauchswert fixierte Sprache der Naturwissenschaften. Die zersetzende Sprache einer Justiz ohne Ethik und auch die Sprache, die eigens für die Ausgrenzung von Minderheiten gemacht ist und ihren rassistischen Plunder mit literarischem Augenzwinkern präsentiert. All diese Sprachen müssen zurückgewiesen, verändert und blossgestellt werden.“ Ein gewaltiges Programm. Toni Morrison würde das laut lachend zugestehen. Von Selbstmitleid und Panikmache will sie hingegen nichts wissen. „Ich will nichts von eurem kleinen Leben wissen, okay.“ So eröffnete Toni Morrison zuweilen ihre Schreibseminare an Universitäten. Das tönt harscher, als es ist. Die berühmte Schriftstellerin hat sich stets für das Leben anderer (…). Lotta Suter.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Suter Lotta. Toni Morrison. Nachruf. Work online, 2019-08-16.
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16.08.2019 Schweiz
Personen
Work
Oliver Fahrni
Kolonialismus
Sklavenhandel
Volltext
Hehlerei fürs Imperium. Heidiland & die Kolonien. Die Schweiz hatte nie Kolonien. Woher kommt dann unser Wohlstand? Von den Kolonien. Wie jetzt? Die Schweizer Sklavenschiffe „Pays de Vaud“, „Ville de Lausanne“ und „Helvétie“ operierten von Marseille aus. Sie gehörten einer Waadtländer Firma und schafften die Sklaven aus der portugiesischen Kolonie Moçambique über den Atlantik. Auf dem Rückweg nahmen die Schiffe die Produkte der Kolonie, etwa Kaffee und Textilien, mit. Dieses Dreieck der Sklavenwirtschaft zwischen Europa, Afrika und Amerika hat dem europäischen Kapitalismus zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert einen mächtigen Schub verliehen und die ökonomischen Grundlagen der Industrialisierung geschaffen. Die wiederum Europas Aufstieg zur Weltmacht einleitete. Auch das Basler Handelshaus Burckhardt verdiente mit eigenen Schiffen gut an der Sklaverei. Aber Sklavenhandel war mühsam, und manchmal starb bei den erbärmlichen Bedingungen im Bauch der Kähne die halbe menschliche Fracht. Also verlegte man sich auf die Finanzierung der Sklaverei und diverse Dienstleistungen. Rund 20 Schweizer Banken versorgten Sklavenhändler in den französischen Städten Nantes und Le Havre, in Holland und Grossbritannien mit Kapital. Praktisch war, dass die Banken gleichzeitig auf den Antillen und bis ins ferne Indonesien an Sklaverei-Plantagen beteiligt waren. Ebenfalls verlegte man sich auf den Handel mit manchen Produkten wie Textilien aus (…). Oliver Fahrni.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Fahrni Oliver. Kolonialismus. Sklavenhandel. Work online, 2019-08-16.
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16.08.2019 Reconvilier
Personen
Swissmetal
Work
Ralph Hug
Besitzverhältnisse
Swissmetal
Volltext
Legendäre Buntmetallfirma in Reconvilier im Berner Jura bleibt bestehen. 160 Jobs bei Swissmetal gerettt. Monatelang mussten die Büezer von Swissmetal zittern. Jetzt ist endlich klar: Sie können ihre Jobs behalten. Eine neue Trägerschaft namens Swissmetallindustries SA hat den Betrieb übernommen. Dahinter steht der Unternehmer Andre Rezzonico mit seiner Firma Lemco Precision SA. Rezzonico fertigt in Monthey und Vionnaz VS Präzisionsdrehteile und ist ein Hauptkunde von Swissmetal. Er hat die Buntmetallfirma mit Standorten in Reconvilier im Berner Jura und in Dornach SO zusammen mit einem pensionierten Banker gekauft. Besitzer war bis anhin der chinesische Baoshida-Konzern. Der neue Verwaltungsratspräsident Xingjun Shang entpuppte sich jedoch als Betrüger: Er verpfändete vor drei Jahren die Gebäulichkeiten in Reconvilier illegal und trieb das Unternehmen damit in die Verschuldung. Der Chinese wurde im Mai zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Der Fortbestand von Swissmetal hing plötzlich von einer kreditgebenden Bank in China ab. Diese hat nun in eine Nachfolgelösung mit Investor Rezzonico eingewilligt. Offene Fragen. gegenüber den beiden Betriebskommissionen hat Andre Rezzonico versichert, er wolle alle Arbeitsplätze erhalten. Auch will er den Gesamtarbeitsvertrag der Maschinenindustrie respektieren, so dass es für die Mitarbeitenden zu keinen Verschlechterungen kommt. Manuel Wyss, Industrieverantwortlicher bei der Unia, sagt: „Damit sind unsere beiden (…). Ralph Hug.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Hug Ralph. Swissmetal. Eigentumsverhaeltnisse. Work online, 2019-08-16.
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09.08.2019 Schweiz
Bildung
Personen
Christine Flitner
Lehrmittel
Volltext
Rollenklischees in Schulbüchern. Schulbücher spielen für Kinder bei der Weitergabe von Männer- und Frauenbildern eine wichtige Rolle. Leider nach wie vor in vielen Fällen eine negative. Zum bevorstehenden Schulanfang würde es sich lohnen, wenn sich Lehrpersonen und Ausbildungsinstitutionen mal wieder mit dem Thema beschäftigen. Wie können Schülerinnen und Schüler ermutigt werden, sich entsprechend ihren Fähigkeiten und Interessen zu entwickeln und nicht gemäss überlieferten Geschlechterbildern? Schulbücher spielen eine wichtige Rolle bei der Weitergabe von Rollenbildern und der Sozialisation von Kindern. Zwei Wissenschaftlerinnen untersuchten im Auftrag der Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten vier Lehrmittel, welche in der Romandie in der Primarstufe eingesetzt werden. Das Ergebnis ist eindeutig: Männliche Figuren sind vorherrschend, die Frauen haben klare und begrenzte Rollen. So werden im Geschichtsbuch für die 5. und 6. Klasse die Männer der Vor- und Frühgeschichte aktiv als Jäger und Fischer, beim Feuermachern, Steine bearbeiten, als Krieger, Musiker oder Archäologen gezeigt, während die Frauen vor allem beim Nähen und der Kleinkinderbetreuung zu sehen sind. Auch im Mathematikbuch werden die Männer in mehr Berufen gezeigt als die Frauen. (…).
Christine Flitner.
VPOD Schweiz, 9.8.2019.
Personen > Flitner Christine. Lehrmaterial. VPOD Schweiz, 2019-08-09.
Ganzer Text
19.07.2019 Schweiz
Ferien
Personen
SGB
Laura Perret Ducommun
Ferienjob
Ratgeber
Volltext
Ferienjobs: das gilt es zu beachten. Tipps zum Arbeitsrecht für SchülerInnen und Studierende. Die Ferien sind da. Und damit für viele Schüler/innen und Student/innen eine Möglichkeit, sich via Ferienjobs Geld zu verschaffen. Wer einen solchen Kurzjob macht, ist Arbeitnehmer/in. Auch für sie gilt das Arbeitsrecht. Das Arbeitsgesetz (ArG) erlaubt Erwerbsarbeit erst ab 15 Jahren. Ab 13 können Jugendliche leichte Arbeiten verrichten. Unter 13 Jahren ist Beschäftigung zulässig in sportlichen und kulturellen Tätigkeiten, dies unter speziellen Bedingungen und mit Bewilligung einer kantonalen Behörde (Art. 30 ArG; Art. 7 ArGV 5). In all diesen Fällen ist die elterliche Einwilligung für die Unterzeichnung des Arbeitsvertrages nötig. Wer darf was (nicht)? Für unter 18-Jährige sind gefährliche Arbeiten verboten, ebenso die Beschäftigung in gewissen Bereichen (Diskotheken, Bars, Nachtlokale, Filmvorführungen, Zirkus und Schaustellerei, vgl. Art. 4 bis 6, ArGV 5). Sonntagsarbeit ist nur zulässig für Jugendliche mit beendeter obligatorischer Schulpflicht, maximal einen Sonntag auf zwei und ausschliesslich im Gastgewerbe (in dem Mindestbeschäftigungsalter 16 herrscht), bei Tierpflegebetrieben und in Bäckereien (ArGV 5, Art 13). In touristischen Zonen ist Sonntagsarbeit möglich in touristisch ausgerichteten Betrieben während der ganzen Dauer der Sommerferien (Art. 15 ArGV 5; Art. 25 ArGV 2). Nachtarbeit ist für unter 18-Jährige verboten, ausser sie sei für die berufliche Grundausbildung unerlässlich (Art. 12 ArGV 5). Wie lange? (…). Laura Perret Ducommun.
SGB, 19.7.2019.
Personen > Perret Ducommun Laura. Ferienjobs. Ratgeber. SGB, 2019-07-19.
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11.07.2019 Schweiz
AHV
Personen
WOZ
Andreas Fagetti
AHV
Reform
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Rentenhysterie. Immer dieses Gejammer. Liest man in diesen Tagen und Wochen das rechtsbürgerliche Leitmedium NZZ, wähnt man sich in einem Endzeitthriller. Die verantwortungslosen Alten führen demnach auf Kosten der Jungen ein lustiges RentnerInnenleben und setzen deren Zukunft leichtfertig aufs Spiel. In dieser Lesart führt nur ein Weg an der Hölle vorbei: rasche Erhöhung des Rentenalters und Rentenkürzungen. Die NZZ unterlegt ihre Endzeitvision gerne mit obskuren „Studien“ der UBS, die, einem Orakel gleich, der AHV eine düstere Zukunft voraussagen Das Mantra, wir würden immer älter, erzeugt dabei den Eindruck, man könne die steigende , Lebenserwartung linear in die Zukunft projizieren. Das ist Blödsinn. Noch ist das ewige Leben nicht erfunden. Vor jeder AHV-Reform schüren die Bürgerlichen rechts der Mitte die Rentenhysterie. Das hat sich in ihre DNA eingeschrieben, seit sie nach dem Zweiten Weltkrieg die von oben nach unten umverteilende AHV akzeptieren mussten. Dieser sozialistische Mechanismus ist bis heute eine offene Wunde. Doch anders als immer wieder beschworen ist das wichtigste Sozialwerk des Landes nicht zusammengebrochen. Und das wird auf absehbare Zeit auch nicht der Fall sein. Die AHV lässt sich mit vergleichsweise moderaten Zusatzfinanzierungen und Übergangshilfen für RentnerInnen stabilisieren. Die reiche Schweiz kann sich das leisten. Es ist eine Frage des politischen Willens. Wer mit der AHV herumspielt und auf Reformverweigerung macht, setzt den sozialen (…). Andreas Fagetti.
WOZ, 11.7.2019.
Personen > Fagetti Andreas. AHV. Reform. WOZ, 2019-07-11.
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10.07.2019 Schweiz
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SEV Schweiz
Vivian Bologna
Vaterschaftsurlaub
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SEV fordert Elternzeit – und eine bessere Regelung der Teilzeitarbeit. Das sagten Vertreter/innen von SGB und SGB-Gewerkschaften am Dienstag an einer Medienkonferenz. So wird die Unia, im kommenden Lohnherbst neben Mindestlöhnen von 4000 Franken (x13) in Branchen mit hohem Frauenanteil generell faire Löhne für Frauen fordern. Auch mehr Zeit und Respekt werden die Gewerkschaften verlangen. Zum Beispiel beim Verkehrspersonal, wo der SEV laut Vizepräsidentin Barbara Spalinger „18 Wochen Mutterschaftsurlaub und 10 bis 20 Tage Vaterschaftsurlaub, wie wir sie mit der SBB vereinbart haben, in allen Unternehmen des öffentlichen Verkehrs“ fordern wird. Spalinger betonte auch, dass eine Elternzeit „überfällig“ ist: „Die Schweiz ist das letzte Land Europas, das sie nicht kennt, das ist ein Armutszeugnis für Politik und Wirtschaft. Wir werden diese Diskussion aktiv mitgestalten.“ Kämpfen will Spalinger zudem für Verbesserungen für Teilzeitarbeitende: „Frauen, die nur kleine Pensen haben, sind dreifach benachteiligt: 1. Ihre Karriere wird gebremst oder verhindert, was sich auf den Lohn auswirkt. 2. Die finanzielle Absicherung im Alter ist völlig ungenügend. Und 3. liegt die grossmehrheitliche Last von Haushalt und Kinderbetreuung damit ‚natürlicherweise‘ bei der Frau. Studien haben nachgewiesen, dass Mütter, die höhere Pensen arbeiten, glücklicher sind, da sich ihre Partner mehr im Haushalt und bei der Kinderbetreuung engagieren, und da diese Frauen gleichzeitig eine höhere finanzielle Unabhängigkeit haben.“
SEV, 10.7.2019.
SEV > Vaterschaftsurlaub. SEV, 2019-07-10.
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09.07.2019 Schweiz
Personen
VPOD Schweiz
Katharina Prelicz-Huber
Programm
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VPOD Schweiz
VPOD-Forderungen zum Frauen*streik vorgelegt. Der Frauen*streik vor knapp einem Monat hat gezeigt: die Frauen* auf der Strasse sind schon viel weiter als die Politik. Nun muss es darum gehen, Massnahmen zur Gleichstellung umzusetzen, auf politischer und auf gewerkschaftlicher Ebene. Heute findet in Bern die SGB-Medienkonferenz statt, an der die Gewerkschaften darlegen, wie die Umsetzung in den Lohn- und GAV-Verhandlungen aussehen soll. VPOD-Präsidentin Katharina Prelicz-Huber stellt die Forderungen des VPOD vor: Löhne/Lohngleichheit. In allen öffentlichen und subventionierten Betrieben verlangen wir regelmässige Lohnüberprüfungen unter Einbezug des VPOD. Dabei muss für gleiche Funktionen bei gleichen Voraussetzungen eine Toleranzschwelle 0 gelten. Und um eine zentrale Problematik bei der Lohnungleichheit zu beheben, fordern wir eine generelle Aufwertung und eine deutlich höhere Lohneinreihung der als klassische Frauenberufe taxierten Tätigkeiten. Dazu zählen sämtliche Berufe, wo sogenannt weibliche Eigenschaften gefragt sind wie Betreuung von Kindern, Kranken, Betagten oder Hilfsbedürftigen. Arbeitszeit/Vereinbarkeit. Vereinbarkeit braucht planbare Arbeitszeiten mit verlässlichen Zeiten und fixen Freitagen,auch bei Teilzeit und Schichtarbeit. Für die Pflege von kranken Kindern oder Angehörigenbraucht es für Notfälle mindestens 3 bezahlte Freitage pro Fall und die Möglichkeit, die Arbeitszeit vorübergehend zu reduzieren, mit einer Rückkehrgarantie auf (…). Katharina Prelicz-Huber.
VPOD Schweiz, 9.7.2019.
Personen > Prelicz-Huber. Katharina. Programm. VPOD Schweiz, 2019-07-09.
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05.07.2019 ZH Kanton
Gewerkschaftsbund ZH Kanton
Personen
Markus Bischoff
Steuersenkungen
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Konzerne profitieren. Der Mittelstand zahlt’s. Gewerkschaftliche Gedanken zur Steuervorlage (SV17). Auf Wunsch eines Journalisten ging ich letzten Dienstag an die Presskonferenz des Zürcher Komitees für die Steuervorlage 17. Die Direktorin der Handelskammer reagierte verärgert, als ich nach der Presskonferenz mit Medienschaffenden sprach. Ihre Reaktion ist verständlich, denn ihr Komitee kocht mit dünnem Wasser: Die Vertreterin und die Vertreter der Gemeinden und der Städte mussten zugeben, dass mit dieser Vorlage erhebliche Steuerausfälle auf die Städte und Gemeinden zukommen und Steuererhöhungen für natürliche Personen in Aussicht stehen. Die Wirtschaft hielt sich zurück, lavierte und verschwieg geflissentlich, dass die Steuern für alle Firmen gesenkt werden. Den Vogel schoss der Präsident des Gemeindepräsidentenverbandes ab: Er verkündete, dass es keine sozialen Ausgleichsmassnahmen in der Vorlage brauche, denn Steuern beinhalten an sich bereits einen sozialen Ausgleich. Doch der Inhalt der Steuervorlage ist einfach und klar: Konzerne profitieren. Der Mittelstand zahlt’s. Steuersenkungen für Banken und Versicherungen! Die Abschaffung der Steuerprivilegien für Holdings, Briefkastenfirmen und gemischte Gesellschaften bringt nur für drei Prozent der Firmen eine Mehrbelastung. Trotzdem will die Umsetzungsvorlage für alle Unternehmen die Steuern senken. Banken und Versicherungen wie CS, UBS, Swiss Re, Swiss Life und Zürich sollen in zwei Schritten 25 Prozent weniger Steuern zahlen. (…).
Markus Bischoff, Präsident Gewerkschaftsbund des Kantons Zürich. GBKZ, 5.7.2019.
Personen > Bischoff Markus. Steuersenkungen. GBKZ, 2019-07-05.
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04.07.2019 Schweiz
Pensionskasse
Personen
Regierung Schweiz
WOZ
Andreas Fagetti
Pensionskassen
Reform
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Der Tabubruch. Die überraschende Einigung zwischen den Sozialpartnern kratzt am Primat der individuellen Vorsorge. Anders als in der AHV gilt in der Pensionskasse nicht das Umlage-, sondern das Kapitaldeckungsverfahren. Solidarische Elemente sind in diesem System nicht vorgesehen. Das könnte sich jetzt ändern, sollte Bundesrat Alain Berset aus dem Reformvorschlag, den die Sozialpartner am Dienstag präsentierten, eine Vorlage bauen. Der Arbeitgeberverband, der Schweizerische Gewerkschaftsbund und Travail Suisse haben sich auf Folgendes geeinigt: eine sofortige Senkung des Umwandlungssatzes von 6,8 auf 6 Prozent ab Inkrafttreten der Reform; die daraus resultierenden erheblichen Rentensenkungen sollen im Wesentlichen durch 0,5 Prozent Lohnabzug gegenfinanziert werden. Damit würde ein Umlageelement in der Pensionskasse installiert. Das heisst: Die sehr gut Verdienenden finanzierten die Pensionskassenrenten der schlechter Verdienenden teilweise mit. Nicht genug damit: Weil die Übergangsgeneration, die demnächst in Pension geht, durch die sofortige Senkung des Umwandlungssatzes nicht mehr zusätzlich Alterskapital ansparen und die Rentensenkung aus eigener Kraft kompensieren kann, erhielte sie in den fünfzehn Jahren ab Inkrafttreten der Reform in Fünf Jahresschritten zusätzlich monatlich 200, dann 150 und schliesslich 100 Franken - und zwar bedingungslos und lebenslang . Für Gutverdienende würde dies die Sicherung der Rentenhöhe, für tiefere und sehr tiefe Einkommen sogar eine spürbare Verbesserung bedeuten. (…). WOZ, 4.7.2019.
Personen > Fagetti Andreas. Pensioskasse. Reform. WOZ, 2019-07-04.
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03.07.2019 Schweiz
Personen
Regierung Schweiz
SGB
Gabriela Medici
Regierung Schweiz
Rentenalter
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Bundesrat gefährdet AHV-Reform ohne Not – SGB lehnt höheres Frauenrentenalter ab. Eckwerte des Bundesrats zur AHV-Reform 21. Vor nicht einmal zwei Monaten hat die Stimmbevölkerung mit der Annahme des AHV-Steuerpakets gezeigt, dass ihr die AHV viel wert ist. Die finanzielle Stabilität der AHV in den nächsten Jahren ist dadurch gewährleistet. Vor nicht einmal einem Monat haben die Frauen in diesem Land mit dem Frauenstreik - der grössten politischen Demonstration der neueren Geschichte - dann ein klares Signal gesendet: es braucht nun echte Fortschritte bei der Gleichstellung und nicht eine falsche Gleichmacherei beim Rentenalter. Mit den heute beschlossenen Eckwerten zur AHV-Reform 21 verschliesst sich der Bundesrat vor diesen Realitäten. Anstatt sich der realen Problematik der ungenügenden Renten anzunehmen, setzt er weiterhin auf eine Erhöhung des Frauenrentenalters. Beides ist aus Sicht des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes inakzeptabel und gefährdet die Arbeit an der Reform ohne Not. Die Delegierten des SGB haben es an der letzten Delegiertenversammlung Ende Mai wiederholt und sich klar gegen die Erhöhung des Frauenrentenalters ausgesprochen. Die im Gegenzug für die Erhöhung des Rentenalters der Frauen vorgeschlagenen Kompensationsmassnahmen stellen keinen Ausgleich dar für die realen Probleme der Frauen. Nicht nur beträgt die Kompensation bloss einen Drittel dessen was die Frauen durch die Erhöhung des Frauenrentenalters an die Reform (…). Gabriela Medici.
SGB, 3.7.2019.
Personen > Medici Gabriela. Rentenalter. Regierung Schweiz. SGB, 2019-07-03.
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