Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 241

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02.11.2018 Schweiz
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Paul Rechsteiner
Interview
Präsident
SGB
Volltext
Paul Rechsteiner war 20 Jahre lang SGB-Präsident. Wie er wurde, was er ist. Nach 20 Jahren an der Spitze des Gewerkschaftsbundes tritt Paul Rechsteiner zurück. Höchste Zeit für ein etwas persönlicheres Bilanz-Gespräch. Work: Paul Rechsteiner, 66, geboren in St. Gallen, Mutter Putzfrau, Vater Hilfsarbeiter, katholische Schule, Ministrant, dann Anwalt, mit 34 SP-Nationalrat, mit 46 Chef des ¬Gewerkschaftsbundes, seit 2011 Ständerat. Habe ich was vergessen? Paul Rechsteiner: Lassen wir das mal so stehen. Sie haben eine Blitzkarriere hinter sich, sind Schnellredner, immer auf Draht. Laufen Sie eigentlich der Zeit weg, oder läuft die Zeit Ihnen weg? Die Zeit ist endlich, das ist so, auch meine. Und was das Sprechtempo anbelangt: ich kann auch getragener reden, je nachdem, wo und mit wem ich rede. Gehen wir mal in der Zeit ganz zurück, in Ihre Jugend. Wie wird man ein roter Paul im schwarzen St. Gallen? Wie bei allen anderen hat auch bei meiner Politisierung das Milieu eine Rolle gespielt, in das ich hin-eingeboren worden bin. Ich wurde sehr früh dafür sensibilisiert, was Machtverhältnisse sind. Aber, für eine Politisierung braucht es nicht nur das Sein, sondern auch das Bewusstsein. Es war eine Aufbruchszeit, damals in den 1960er Jahren. Wir erlebten die erste Mondlandung, die Bürgerrechtsbewegung in den USA, all das war prägend. Erstmals gab es mehr Studierende als Bauern. Das war, soziologisch gesehen, ein grosser Umbruch. 1968 war ich sechzehn: Ich sehe noch die Bilder der beiden 200-Meter-Läufer John Carlos und Tommie Smith, wie sie an der Siegerehrung an der Olympiade die (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 2.11.2018.
Personen > Rechsteiner Paul. Interview Marie-Josée Kuhn. Work online, 2018-11-02.
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02.11.2018 Schweiz
Initiativen Schweiz
Personen
Work
Christian Egg
Interview
Selbstbestimmungs-Initiative
Volltext
Alt Bundesrichter Niccolò Raselli erklärt, warum die Selbstbestimmungsinitiative der SVP so gefährlich ist: SVP will Gerichte gängeln. Der SVP gehe es gar nicht um „fremde Richter“, sagt alt Bundesrichter Niccolò Raselli. Vielmehr sollen die Schweizer Gerichte auf SVP-Linie gebracht werden. Work: Mit ihrer Initiative kämpft die SVP angeblich gegen „fremde Richter“ in Strassburg… Niccolò Raselli: Das ist ein Etikettenschwindel! Die Initiative richtet sich gegen unsere eigenen Gerichte. Mit der Ausschaffungsinitiative wollte die SVP 2010 per Volksentscheid einen rechtlichen Automatismus einführen: Bei gewissen Delikten sollten Ausländer ausgeschafft werden, ohne dass die Richter den Einzelfall prüfen. Das Parlament sagte dann aber: „Stopp, da gibt es die Europäische Menschenrechtskonvention.“ Deshalb fügte es im Gesetz eine Härtefallklausel ein. Darauf brachte die SVP die Durchsetzungsinitiative, die das Stimmvolk zum Glück ablehnte. Die Selbstbestimmungsinitiative ist jetzt der nächste Versuch der SVP, unsere Richter zu entmachten. Die SVP will erzwingen, dass die Justiz in ihrem Sinn entscheidet? Ja! Christoph Blocher hat dem Bundesgericht einen „Staatsstreich“ vorgeworfen, als ihm ein Urteil nicht passte. Am massivsten ist dieser Druck bei den Richtern, die von der SVP vorgeschlagen wurden, etwa dem Bundesrichter Yves Donzallaz. Er hat im Ausländerrecht einige Urteile mitgetragen, die mit den Forderungen der SVP nicht übereinstimmen. Darauf erschien 2017 ein Artikel in der „Weltwoche“ von SVP-Nationalrat Roger Köppel, der Donzallaz als „grössten Internationalisten“ diffamierte – für die SVP (…).  Christian Egg.
Work online, 2.11.2018.
Personen > Egg Christian. Selbstbestimmungs-Initiative. Interview. Work, 2018-11-02.
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01.11.2018 Schweiz
Personen
VPOD-Magazin
Barbara Gysi
Pierre-Yves Maillard
Christoph Schlatter
Interview
Präsidium
SGB
Volltext
Nach 20 Jahren mit Paul Rechsteiner: Am 1. Dezember wird das Präsidium des SGB neu besetzt. Wer wird's? Am SGB-Kongress (30.11./1.12., Bern) wird das Präsidium neu vergeben. Vorbehältlich einer Spontankandidatur entscheidet sich das Rennen zwischen Pierre-Yves Maillard und Barbara Gysi. Der VPOD Ist mit 24 zu 5 Stimmen für Gysi. Das VPOD-Magazin hat beide befragt. Die Macht beim SGB-Vorsitz ist wahrscheinlich gar nicht soooo gross (frag Rechsteiner). Warum strebst du dieses Amt an, was möchtest du bewegen? Pierre-Yves Maillard: Es geht im SGB-Präsidium vor allem darum, Vorschläge zu machen und die Leute dafür zu gewinnen. Ich schlage Reformen vor, die wir in meinem Kanton mit Kämpfen und Verhandlungen konkretisiert haben: die Lohnabhängigen davor bewahren, dass sie mehr als 10 Prozent für die Krankenkasse zahlen müssen; den Working Poor und den Alleinerziehenden mit Ergänzungsleistungen helfen; die Jungen, auch diejenigen mit Migrationshintergrund, besser einbeziehen. Neue Realitäten erfordern neue Antworten. Ich bin überzeugt, dass die Gewerkschaften damit konkrete Fortschritte erreichen und neue Kräfte gewinnen. Wie stehen wir Gewerkschaften 2018 in der Schweiz da? Sind wir stark? Oder sind wir schwach? Der SGB ist politisch stark - dank einem guten Draht zu den fortschrittlichen Kräften in der Politik. Aber klar ist auch: Wir brauchen mehr Mitglieder. Beim 100-Jahr-Jubiläum vor 30 Jahren waren wir 100‘000 Köpfe mehr. Um diese Erosion zu stoppen, braucht es auch eine Erneuerung der gewerkschaftlichen Idee. Was heisst es heute, (…). Christoph Schlatter, Interviews.
VPOD-Magazin, 1.11.2018.
Personen > Schlatter Christoph. Interview SGB-Praesidium. VPOD-Magazin, 2018-11-01.
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01.11.2018 Schweiz
Post
Syndicom

Autobusbetriebe
Direktion
Interview
Volltext
Drei Fragen an Christian Plüss, den neuen CEO von PostAuto AG. Syndicom: Sie betonen in ihrer Antrittsrede vor den Medien, dass für sie vertrauensbildende Massnahmen für die Mitarbeitenden höchste Priorität geniessen – was planen sie genau? Christian Plüss: In der kommenden Woche machen wir mit der Geschäftsleitung eine Tour de Suisse. Wir besuchen alle Regionen von PostAuto. Die Mitarbeitenden sind zum Gespräch eingeladen, ja gar aufgefordert. Das Vertrauen in die Marke PostAuto und in die Führung von PostAuto wiederherstellen, betrachte ich als meine erste grosse Aufgabe. Zuerst werden wir – das neue Management und ich – uns persönlich in den Regionen und somit beim Personal vorstellen. Anschliessend sind wir offen für einen Dialog mit den Mitarbeitenden. Syndicom: Was erwarten Sie vom Personal? Christian Plüss: Ich bin sehr gespannt, was uns das Personal vortragen wird. Ich vertraue auf die Offenheit der Mitarbeitenden. Sie sollen mir ihre Anliegen mitteilen. Ich will wissen: was läuft gut, was weniger, wo braucht es Veränderung. Meine Erfahrung ist: Wenn man zuhört und vor allem zuhören will, dann hört man sehr viel. Syndicom: Es liegen Forderungen des Fahrpersonals aus der Vergangenheit auf dem Tisch. Dabei geht es um die Rückzahlung von Zulagen und Spesen. Herr Baur hatte versichert, diesen Sachverhalt aufzuarbeiten. Können sie dem Personal garantieren, dass dieses Versprechen eingelöst werden? Christian Plüss: Ich kann nichts versprechen, ohne dass ich den Sachverhalt und die (…).
Syndicom, Medienmitteilung, 1.11.2018.
Syndicom > Postautobetriebe, Direktion. Interview. Syndicom 2018-11-01.
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19.10.2018 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Christiane Brunner
Marie-Josée Kuhn
Interview
SGB
Volltext
SGB: Frauenstreik-Ikone Christiane Brunner (71) fordert ein starkes Frauenministerium: „Ob Gysi oder Maillard, ist nicht der springende Punkt“. Sie war die erste und bisher letzte Frau an der Spitze des Gewerkschaftsbundes. Und sie organisierte den ersten Frauenstreik von 1991. Jetzt fordert Christiane Brunner vom SGB: mehr Geld und Ressourcen für den zweiten Frauenstreik. Work: Christiane Brunner, Sie waren von 1994 bis 1998 Co-Präsidentin des Gewerkschaftsbundes. Wie hatten Sie das damals geschafft? Christiane Brunner: Ach wissen Sie, das war eine ganz andere Zeit. Ich war Co-Präsidentin, zusammen mit Vasco Pedrina. Ich als Chefin der Gewerkschaft SMUV, er als Chef der Gewerkschaft GBI. Und es ging damals um eine historische Zusammenführung der beiden Antipoden-Gewerkschaften, auch im Hinblick auf die geplante Fusion zur grossen Unia. Vasco und ich beendeten die langjährigen Kriegereien: Ich habe die Phantasie in die Gewerkschaftsarbeit gebracht. Und Vasco kennt sich mit der Theorie aus und wusste, wie man die Ideen umsetzt. Wir beide ergänzten uns perfekt. Das war der politische Hintergrund dieses Co-Präsidiums – und nicht, dass ich als Frau dem SGB vorstehen sollte. Am SGB-Kongress vom 30. November / 1. Dezember tritt der oberste Gewerkschaftschef Paul Rechsteiner zurück. Seine Nachfolge antreten möchten die St. Galler SP-Politikerin und Gewerkschafterin Barbara Gysi und der Waadtländer SP-Regierungsrat und Gewerkschafter Pierre-Yves Maillard. Sind Sie mit der Auswahl zufrieden? Wir haben zwei gute Kandidaturen, beide bringen sie politische Erfahrung, Engagement (…).  Marie-Josée Kuhn.
Work online, 19.10.2018.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Brunner Christiane. Interview. Work online, 2018-10-19.
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01.10.2018 Schweiz
Personen
VPOD-Magazin
Paul Rechsteiner
Christoph Schlatter
Flankiierende Massnahmen
Interview
Volltext
Interview mit Paul Rechsteiner. SGB-Präsident, über Lohnschutz und unser Verhältnis zur EU. „Im Herzen der Auseinandersetzung“. Die Gewerkschaften halten an den „roten Linien“ fest: Die flankierenden Massnahmen sind nicht verhandelbar. Paul Rechsteiner erklärt dem VPOD-Magazin, wieso. Und was aus Europa werden soll. VPOD-Magazin: Paukenschlag zum Ende der Sommerpause. Der SGB schletzt die Tür beim Dossier „flankierende Massnahmen“ und verabschiedet sich von einem Rahmenabkommen mit der EU. Paul Rechsteiner: Wir sind für die bilateralen Verträge mit der EU. Aber wir machen nicht mit, wenn es darum geht, den Schweizer Lohnschutz mittels 8-Punkte-Programm nach den Anforderungen der EU-Kommission herunterzufahren - und das in substanziellen Teilen, vom (…).
Interview: Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 201810-01.
Personen > Schlatter Christoph. Paul Rechteinher. Interview. VPOD-
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31.08.2018 Schweiz
Löhne
Personen
Work
Vasco Pedrina
Clemens Studer
Interview
Personenfreizügigkeit
Volltext
Ex-Unia-Co-Chef Vasco Pedrina warnt: „Ohne Lohnschutz ist der bilaterale Weg tot“. Gewerkschafter Vasco Pedrina (68) ist im Unruhestand. Als erster hat er die neuere Migrationspolitik der Schweiz aufgearbeitet. Work: Sie zeichnen in Ihrem neuen Buch den Weg der Schweiz nach, von der alten Personenfreizügigkeit über die Kontingentspolitik zur neuen Personenfreizügigkeit mit der EU. Welches System diente oder dient den Lohnabhängigen am meisten? Vasco Pedrina: Die neue Personenfreizügigkeit mit den flankierenden Massnahmen zum Schutz der Schweizer Arbeitsbedingungen und der Schweizer Löhne. Sie ist nämlich eine Erfolgsgeschichte. Grundsätzlich ist Personenfreizügigkeit im Interesse der Lohnabhängigen. Damit sie aber nicht von Arbeitgebern missbraucht wird, braucht es flankierende Massnahmen. Wir müssen diese nicht nur verteidigen, sondern auch weiterentwickeln. Momentan läuft von rechts ein neuer Frontalangriff auf Personenfreizügigkeit, flankierende Massnahmen und die Bilateralen. Nicht nur die SVP will zurück zur Kontingentswirtschaft. Offensichtlich nehmen auch Teile der Arbeitgeberverbände und der FDP einen solchen Systemwechsel in Kauf. Sehr stossend, denn das Kontingentssystem mit all seinen menschenfeindlichen Auswüchsen ist grandios gescheitert. Keines ihrer Ziele haben seine Urheber erreicht. Weder wurde die Zuwanderung gebremst, was die Absicht war; noch wurden die Arbeitsbedingungen und die Löhne der Schweizer Lohnabhängigen geschützt, was man versprochen hatte.(…). Clemens Studer.
Work online, 31.8.2018.
Personen > Studer Clemens. Vasco Pedrina. Interview. Work online, 2018-08-31.
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28.08.2018 Schweiz
Personen
SEV Schweiz
Françoise Gehring
Gesundheitsschutz
Interview
Volltext
Interview mit der Psychologin Liala Cattaneo, Spezialistin für psychosoziale Beschwerden am Arbeitsplatz. Wenn die Arbeit zum Leiden wird. Zahlreiche nationale und europäische Studien bestätigen es: Am Arbeitsplatz kommt es zu immer schwereren gesundheitlichen Beschwerden, als Folge von Stress, Burnout, Konflikten und psychologischen Belastungen. Eine Studie des Seco, die am 21. Juni erschienen ist, bestätigt die Ernsthaftigkeit von psychosozialen Risiken am Arbeitsplatz. Was sehen Sie in Ihrem beruflichen Alltag? Aufgrund der Studie des Seco und anderer Untersuchungen, die in den letzten Jahren in der Schweiz und ganz Europa durchgeführt wurden, kann ich nur bestätigen, dass sich auch in unseren Breitengraden immer stärker psychosomatische Beschwerden zeigen, die auf Stress, Burnout, Konflikte und psychologische Belastungen zurückzuführen sind. Die psychische und physische Gesundheit hängt von vielen persönlichen und sozialen Kriterien ab. Die Arbeit ist ein wichtiger Bestandteil unseres Alltags hinsichtlich der persönlichen Entwicklung, der Selbstverwirklichung und der Befriedigung der eigenen Bedürfnisse. Allerdings hat eine Reihe von wichtigen Veränderungen im sozio-ökonomischen Bereich in den letzten Jahrzehnten dazu geführt, dass gewisse Arbeitsumstände unser Wohlbefinden und die Gesundheit belasten. Übertriebene Arbeitsbelastung, hoher Rhythmus, Arbeitsplatzunsicherheit, variable Einsatzzeiten, wenig persönlicher Spielraum und Konflikte sind nur einige der Faktoren, denen (…). Françoise Gehring
SEV, 28.8.2018.
Personen > Gehring Françoise. Gesundheitsschutz. SEV, 2018-08-28.
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28.08.2018 EU
Schweiz
Personen
SEV Schweiz
Giorgio Tuti
Flankiierende Massnahmen
Interview
Volltext
Europäische Union und flankierende Massnahmen. „Rote Linien“ nicht antasten. Die Gewerkschaften werden an den Verhandlungen mit der EU zu den Flankierenden Massnahmen für den freien Personenverkehr nicht teilnehmen. Erläuterungen von Giorgio Tuti, Präsident SEV. Aus welchem Grund lehnen es die Gewerkschaften ab, an den Verhandlungen zu den Flankierenden Massnahmen (FlaM) teilzunehmen? Giorgio Tuti: Der Abbau des Arbeitnehmerschutzes ist nicht verhandelbar! Der Bundesrat hat bei der Frage der FlaM immer eine „rote Linie“ als nicht verhandelbar deklariert. Und auf einmal erklärt Aussenminister Ignazio Cassis im Juni, dass er für eine Lockerung dieser Massnahmen einsteht. Im Anschluss haben wir ein Arbeitsdokument von Johann Schneider-Ammanns Wirtschaftsdepartement (WBF) erhalten, das den Lohnschutz gesamthaft infrage stellt. Natürlich ist die EU eine Liberalisierungsmaschinerie, doch es sind diese beiden FDP-Bundesräte, die nun an den Flankierenden Massnahmen rütteln. Wer die „rote Linie“ zerstört, betreibt Verrat an unseren Arbeitnehmenden. Der Lohnschutz ist nicht mehr garantiert. Das ist indiskutabel! Der SGB nimmt deshalb nicht an den Verhandlungen teil. Um welche Massnahmen handelt es sich konkret? Es gibt die besagte „8-Tage-Regel“, die nun hinterfragt wird. Diese verpflichtet ausländische Unternehmen, ihre in der Schweiz tätigen Mitarbeitenden acht Tage vor deren Einsatz zu melden. Diese Frist braucht es, (…). Yves Sancey, chf.
SEV, 28.8.2018.
Personen > Tuti Giorgio. Flankierende Massnahmen. SEV. 2018-08-28.
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17.08.2018 Schweiz
Löhne
Personen
Work
Vania Alleva
Clemens Studer
Flankiierende Massnahmen
Interview
Volltext
FDP-Bundesräte greifen unsere Löhne frontal an. Die Gewerkschaften lassen die Gespräche über Verhandlungen um ein Rahmenabkommen mit der EU platzen. Unia-Chefin Alleva erklärt, warum. Work: Vania Alleva, die Gewerkschaften nehmen nicht an den von Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann organisierten Verhandlungen über die flankierenden Massnahmen teil. Warum diese Gesprächsverweigerung? Vania Alleva: Weil Abstriche bei den Arbeitnehmerrechten für uns nicht verhandelbar sind. Wir haben diesen Entscheid nicht leichtfertig gefällt. Er hat eine längere Vorgeschichte. Erzählen Sie! Der Bundesrat hat für die Verhandlungen mit der EU über ein Rahmenabkommen eine rote Linie definiert und versprochen, dass er nicht über die flankierenden Massnahmen diskutieren wird. Denn sie garantieren, dass in der Schweiz Schweizer Löhne bezahlt werden müssen. Doch FDP-Aussenminister Ignazio Cassis brach dieses Versprechen im Frühsommer, als er in einem Radiointerview die sogenannte 8-Tage-Regel lächerlich machte – eine wichtige Voraussetzung für die Durchsetzung des Lohnschutzes auch bei Entsendebetrieben. Übrigens: Bei der Einführung der 8-Tage-Regel zählten wir 90’000 Entsendungen, heute sind es 240’000. Das ist die grösste Zahl pro Kopf europaweit. Sekundiert wurde Cassis von seinem FDP-Kollegen Johann Schneider-Ammann. Wir haben daraufhin beim Bundesrat interveniert, und dieser hat vor den Sommerferien nochmals seine roten Linien (…). Clemens Studer.
Work online, 17.8.2018.
Personen > Alleva Vania. Flankierende Massnahmen. Interview. Work online, 2018-08-17.
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09.08.2018 Schweiz
AHV
Personen
WOZ
Regula Rytz
Sarah Schmalz
AHV
Interview
Volltext
„Hochproblematisch“. Die SP-Spitze hat den AHV-Steuer-Deal gefeiert, Grünen-Präsidentin Regula Rytz jubelt nicht und fordert eine Trennung der Vorlagen. WOZ: Frau Rytz, die Sanierung der AHV und ein neues Steuerrecht sollen zu einem Päckchen geschnürt werden. Dieser Kompromiss sei alternativlos, sagen die Befürworter. Regula Rytz: Zwingend ist nur die Abschaffung des kantonalen Sondersteuermodells. Bei der Ausgestaltung der Steuerreform gibt e natürlich verschiedenste Modelle. Wer hier von Alternativlosigkeit spricht, greift die demokratischen Gestaltungsmöglichkeiten an. Es geht aber auch um die AHV. Die linken Befürworter des Deals sagen, man habe das Beste herausgeholt - bei beiden Vorlagen. Genau das kritisiere ich! 2017 wurde die Unternehmenssteuerreform III an der Urne trotz des damals schon immensen Drucks der OECD abgelehnt. Es wurde nicht goutiert, dass die Reform zu enormen Steuerausfällen geführt und den nationalen und internationalen Wettbewerb weiter angeheizt hätte. Aus meiner Sicht verschenkt die Linke diesen Abstimmungserfolg gerade. Der Deal bringt auf der Steuerseite lediglich kleinste Anpassungen. Die vom Bundesrat gewollte Anhebung der Dividendenbesteuerung in den Kantonen wird weitgehend eliminiert. Natürlich ist die Stabilisierung der AHV zentral, aber man kann dafür doch nicht das Ziel der Steuergerechtigkeit opfern. Sie fordern in einem Vorstoss in der nationalrätlichen (…).
Interview Sarah Schmalz.
WOZ, 9.8.2016.
Personen > Schmalz Sarah. Regula Rytz. Interview. WOZ, 2018-08-09.
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16.07.2018 Schweiz
SBB-Cargo
SEV Schweiz
Markus Fischer
Philipp Hadorn
Interview
SBB-Cargo
Stellenabbau
Volltext
„Dieser Abbau kann und muss gestoppt werden“. Am 29. Juni informierte SBB Cargo die Sozialpartner im Begleitausschuss über den Stand des im Februar vom SBB-Verwaltungsrat abgesegneten Abbaus von Arbeitsplätzen und Bedienpunkten: Die Zahl der Mitarbeitenden soll von rund 2200 im Februar 2018 auf noch rund 1400 im Jahr 2023 fallen. Und von den aktuell übrig gebliebenen rund 340 Bedienpunkten soll die Hälfte überprüft werden. Kontakt.sev hat beim zuständigen SEV-Gewerkschaftssekretär Philipp Hadorn nachgefragt, wo der Abbau zurzeit steht und ob sich dieser noch stoppen lässt. Kontakt.sev: Welche Infos hat SBB Cargo dem Begleitausschuss vom letzten Freitag zum Abbau gegeben? Haben schon Mitarbeitende die Stelle verloren oder sind über den Verlust ihrer Stelle orientiert worden? Philipp Hadorn: Das Reorganisationsprogramm Struko (Reduktion der Strukturkosten) ist aus Sicht von SBB Cargo auf Kurs. Von 674,5 Vollzeitstellen (FTE) 2015 sind Ende April 2018 noch 474,6 ordentlich besetzt. Bis Ende Jahr folge noch der Abbau von weiteren knapp 23 FTE. Ebenfalls für 23 Mitarbeitende konnte keine geeignete Lösung gefunden werden. Sie wurden ans Arbeitsmarktcenter (AMC) übergeben. Auch Frühpensionierungslösungen mussten erarbeitet werden. Die Überprüfung der Bedienpunkte im Hinblick auf erste Schliessungen auf den Fahrplanwechsel 2018/2019 ist in voller „Talfahrt“, was wohl der „Rückzugs- und Optimierungspolitik“ von SBB Cargo entspricht. (…). Fragen: Markus Fischer
SEV, 16.7.2018.
Personen > Hadorn Philipp. SBB-Cargo. Stellenabbau. SEV, 2018-08-16.
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29.06.2018 Schweiz
EU
Personen
Work
Paul Rechsteiner
Clemens Studer
Interview
Löhne
Volltext
Lohnschutz: SGB-Präsident Paul Rechsteiner über den Sololauf des Aussenministers. „Cassis hat sich diskreditiert“. FDP-Bundesrat Ignazio Cassis will den Lohnschutz aufweichen, um zu einem Rahmenabkommen mit der EU zu kommen. Dabei verletze er die roten Linien von Bundesrat und Gewerkschaften, warnt Paul Rechsteiner. Work: Paul Rechsteiner, Aussenminister Ignazio Cassis stellte in einem Radiointerview die Meldefrist von 8 Tagen für ausländische Firmen in Frage, die in der Schweiz arbeiten wollen. Paul Rechsteiner: Wenn Bundesrat Cassis die 8-Tage-Regel als „fast religiöse Frage“ lächerlich macht, verletzt er die vom Bundesrat im Einklang mit den Gewerkschaften definierte rote Linie. Mit seinen Aussagen und seinem Vorgehen hat er alle seit zwanzig Jahren geltenden und respektierten Regeln gebrochen. Sie haben gesagt, mit Cassis’ Vorschlag sei der Zug der Verhandlungen über ein Rahmenabkommen entgleist. Wie meinen Sie das? Die flankierenden Massnahmen zum Schutz von Schweizer Löhnen und Schweizer Arbeitsbedingungen sind die Bedingung dafür, dass die Gewerkschaften die ¬bilateralen Verträge inklusive Personenfreizügigkeit mittragen. Dank den flankierenden Massnahmen sind die Bilateralen in den Volksabstimmungen jeweils durchgekommen. Gegen den harten Widerstand der nationalistischen Rechten. Wenn Cassis jetzt die flankierenden Massnahmen zur Disposition stellt, untergräbt er die Basis der bilateralen Verträge und fügt den Schweizer (…). Clemens Studer.
Work online, 29.6.2018.
Personen > Studer Clemens. Interview Paul Rechsteiner. Work online, 2018-06-29.
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21.06.2018 Schweiz
Personen
SGB
Suva
Ewald Ackermann
Vasco Pedrina
Interview
Suva
Volltext
„Die Suva muss heraus aus der strategischen Falle!". Ex-Suva-Verwaltungsrat, Ex-Unia- und SGB-Co-Präsident Vasco Pedrina zum 100-Jahr-Jubiläum. 100 Jahre SUVA - diesen Erfolg darf man feiern, meint Vasco Pedrina, ehemaliger Suva-Verwaltungsrat und Unia-Co-Präsident. Doch die SUVA muss raus der strategischen Falle und in neue Felder vorstossen. SGB: Vasco Pedrina, du hast dein ganzes Berufsleben mit der Suva zu tun gehabt. Was sind die drei grossen Herausforderungen für die Zukunft der Suva? Vasco Pedrina: Zunächst einmal: die Suva stellt eine Erfolgsstory dar. Das liegt an ihrer Form als öffentlich-rechtlichen Unternehmen, gemeinsam von den Sozialpartnern gesteuert. Kommen dazu der gute Produktemix mit den drei Bereichen Prävention, Versicherung und Rehabilitation sowie sehr gute Mitarbeitende, die echt stolz sind, für ein solches Sozialwerk zu arbeiten. Die Suva ist heute kerngesund, Ihre Zukunft jedoch ist gefährdet. Wenn die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Suva nicht ändern, dann schnappt die strategische Falle, die ihr gesteckt wurde, auch zu. Strategische Falle? In der Revision der Unfallversicherung 1984 kam es zu einem Deal zwischen den Gewerkschaften und den Bürgerlichen. Der ging so, dass der Unfallversicherung neu alle Arbeitnehmenden unterstellt wurden und dass die Versicherung weiterhin sehr gute Leistungen garantierte, etwa Renten von 90 Prozent des letzten Lohnes, was europäisch einen Spitzenwert darstellt. Gleichzeitig wurde auch einer (…). Ewald Ackermann.
SGB, 21.6.2018.
Personen > Ackermann Ewald. Suva. Vasco Pedrina. Interview. SGB, 2018-06-21.
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15.06.2018 Schweiz
MEM-Industrie
Personen
Work
Oliver Fahrni
Corrado Pardini
GAV
Interview
MEM-Industrie
Volltext
Freude in der Industrie: Industriechef Pardini über den neuen Metaller-Vertrag. „Erster echter GAV der MEM-Industrie“. Fünf Jahre lang gab es Zank, harte Konflikte, sogar einen Prozess. Doch nun steht ein neuer GAV mit automatischem Teuerungsausgleich, Kündigungsschutz für Ältere und Weiterbildungsoffensive. Wie ging das? Work: Sie haben gerade die GAV-Verhandlungen in der Maschinen-, Elektro- und Metall-industrie abgeschlossen. Die Arbeitgeber… Corrado Pardini: Lassen Sie mich zuerst eine Bemerkung machen. Dieser GAV steht erst, wenn ihm die Delegierten der Branchenkonferenz zustimmen. Ich kann es ihnen mit ganzer Überzeugung empfehlen. Es ist ein guter Vertrag. Die Arbeitgeber wollten die 42-Stunden¬Woche. Wie hat die Unia das abgewendet? Corrado Pardini: Wir haben uns geweigert, über das Thema auch nur zu sprechen. Alles, was wir dazu zu sagen hatten, war: Mit 42 Stunden gibt es keinen Gesamtarbeitsvertrag. War das eine glaubwürdige Position? Ohne Frage. Wir wären nie auf die längere Arbeitszeit eingestiegen. Swissmem wusste das. Sie haben uns ernst genommen. Geholfen hat, dass wir 2013 aufgestanden sind und die Verhandlungen abgebrochen haben. Erst nach der Mediation durch den Bundesrat kam damals ein GAV zustande. Mit der Einführung von Mindestlöhnen, wie wir gefordert hatten. Es gab Gerüchte, Swissmem wolle diesmal einen GAV ohne die Unia abschliessen. War das nicht ein hohes Risiko? Ich denke nicht. Richtig ist: Mindestens zwei der anderen (…). Oliver Fahrni.
Work online, 15.6.2018
Personen > Pardini Corrado. MEM-Industrie. Interview. Work, 2018-06-15.
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15.06.2018 Schweiz
Baumeisterverband
Personen
Work
Nico Lutz
Clemens Studer
Baumeisterverband
Interview
Rentenalter
Volltext
Ärger auf dem Bau: Bauchef Lutz über respektlose Baumeister und hässige Arbeiter. „Die Büezer sind zum Streik bereit!“. Der Baumeisterverband greift die Rente 60 frontal an und will die Arbeitsbedingungen auf dem Bau verschlechtern. Doch die Bauarbeiter werden sich beides nicht gefallen lassen. Die Streikbereitschaft liegt bei über 90 Prozent. Work: Nico Lutz, wie ist die Stimmung auf den Baustellen? Nico Lutz: Die Bauleute sind hässig und empört. Das merken wir jeden Tag. Derzeit laufen auf den Baustellen die Streikabstimmungen. Von den gegen 15‘000, die bis jetzt abgestimmt haben, sagen über 90 Prozent Ja zum Streiken, wenn die Baumeister nicht endlich ihre Verweigerungshaltung aufgeben. Und ihre Frontalangriffe auf Rente 60, Arbeitszeit und Kündigungsschutz einstellen. Was macht die Büezer besonders hässig? Der Angriff auf die Rente 60. Sie empfinden das zu Recht als respektlos. Wer die Rente 60 angreift, greift die Würde der Bauarbeiter an. Das merken die Leute. Sie krümmen während Jahrzehnten ihre Rücken für ihre Firmen, und jetzt das. Die meisten haben ab 50 gesundheitliche Beschwerden und erleben dann, wie man sie in die prekäre Temporärarbeit abschiebt oder in die Arbeitslosigkeit. Tendenz steigend. Für den Baumeisterverband ist der flexible Altersrücktritt (FAR), also die Rente 60 auf dem Bau, eine „Luxuslösung“. Das ist eine Frechheit! Tatsache ist: Heute schleppen sich viele Baubüezer zum Teil unter prekären Bedingungen bis zum 60. Geburtstag und gehen dann in Rente. Dafür verzichten (...). Clemens Studer.
Work online, 15.6.2018.
Personen > Lutz Nico. Baumeisterverband. Rentenalter. Work, 2018-06-15.
Ganzer Text
12.06.2018 Schweiz
Arbeit
Personen
SEV Schweiz

Digitalisierung
Interview
Volltext
Zukunft der Arbeit. „Ich bin wachsam“. Die SEV-Frauenbildungstagung 2018 nimmt mit dem Thema „Veränderung – Digitalisierung – Flexibilisierung“ eine aktuelle Debatte auf. kontakt.sev hat sich bereits im Voraus mit Referentin Ute Klotz über die Zukunft der Arbeit unterhalten. Was die Forschung klar macht: wir wissen etwas, aber wenig Genaues, was viel Unsicherheit und Ängste hervorruft. Auch der Grundtenor von Prof. Klotz ist zurückhaltend. Kontakt.sev: Sie forschen insbesondere zum Thema Arbeit und Digitalisierung. Was sind die Schwerpunkte und wo liegen die wichtigsten Erkenntnisse? Prof. Ute Klotz: Das Forschungsthema heisst „Zukunft der Arbeit“. Ein grosses Thema ist beispielsweise die Flexibilisierung, dann auch Homeoffice-Themen. Aber auch die ganze Entwicklung von einzelnen Berufen, das interessiert uns alle. Was erst neu dazukommt, ist die virtuelle Schwarzarbeit. Arbeiten Sie über Plattformen, auf selbständiger Basis, dann zahlen Sie möglicherweise keine Steuern oder Sozialabgaben. Wir reden hier zwar von minimen Kleinbeträgen – diese summieren sich aber. Und die Gesellschaft muss möglicherweise dann auch für die Sozialversicherungen stärker aufkommen. Die Meinungen gehen hier stark auseinander und sind teils noch nicht gemacht. Denn das Thema wird erst langsam aktuell; mit den ganzen Geschäftsmodellen wie Airbnb, Uber oder Crowdworking. Ein neues Projekt sind die Arbeitsformen. Wie und in welchem Angestelltenverhältnis arbeiten wir künftig? Was bedeutet das für (…). Chantal Fischer.
SEV, 12.6.2018.
Personen > Fischer Chantal. Interview Ute Klotz. Digitalisierung. SEV, 2018-06-12.
Ganzer Text
16.05.2018 Schweiz
Personen
SVP
WOZ
Andreas Fagetti
Interview
SVP
Volltext
Wahlen
Die Niederlagen der SVP. „Auf soziale Fragen hat die SVP keine Antwort“. Die SVP verliert in Kantonen, Städten und Gemeinden eine Wahl nach der anderen. Die Politologin Line Rennwald sagt, ein negativer Trend sei erkennbar, warnt aber vor übereilten Schlüssen. In Europa feiern populistische, rechte und rechtsextreme Parteien und Bewegungen Wahlsiege. In den USA regiert Donalds Trump. Die Schweiz hat diese Entwicklung mit der SVP vorweggenommen, die alles rechts von ihr aufsog. Vor zehn Jahren erreichte sie, was vorher keiner Partei gelungen war, sie holte bei den nationalen Wahlen einen WählerInnenanteil von nahezu dreissig Prozent, und diesen Erfolg konnte sie bei den letzten Wahlen sogar übertreffen. Seither verliert sie nicht nur Abstimmungen, in den bisherigen Wahlen in den meisten Kantonen - Ausnahmen sind St, Gallen, Thurgau und Schaffhausen - und nun auch in Gemeinden ist sie auf der Verliererstrasse. Die schwersten Verluste fuhr sie im vergangenen Jahr in Neuenburg ein. Dort musste sie fast die Hälfte ihrer Sitze im Kantonsparlament hergeben. Bei den jüngsten Wahlen hat dieser Trend angehalten. In der Stadt Zürich und in Winterthur setzte es eine heftige Niederlage ab. Bei den Zürcher Gemeindewahlen musste sie selbst in Agglo- und Landgemeinden Verluste hinnehmen. In Genf ist sie mit einem Verlust von drei Prozent WählerInnenanteil ebenfalls stark in die (…). Interview Andreas Fagetti.
WOZ, 16.5.2018.
Personen > Fagetti Andreas. SVP. Wahlen. WOZ, 2018-05-16.
Ganzer Text
04.05.2018 Deutschland
Junge Welt
Mietwesen

Hausbesetzung
Interview
Volltext
„Der Wohnungsmarkt ist für Reiche ausgelegt“. Stuttgart: Viel Leerstand, aber kaum bezahlbare Wohnungen. Besetzungsaktion schafft Abhilfe. Ein Gespräch mit Adriana Rossi. Sie besetzt zusammen mit ihrer Familie seit vergangenen Samstag eine leerstehende Wohnung in Stuttgart-Heslach. Sie haben zusammen mit Ihrer Familie eine neue Wohnung in Stuttgart-Heslach bezogen, ganz ohne Mietvertrag. Wie kam es dazu? Diese Wohnung stand leer, wie so viele andere Häuser hier in Stuttgart – und auch bundesweit. Es ist offensichtlich, dass es sich bei diesem Leerstand nicht um „Einzelfälle“ handelt. Das hat System. Und da haben wir uns gedacht, dass wir uns die Wohnung jetzt eben einfach nehmen und dann Mietverträge fordern. Wir wollen hier nicht umsonst wohnen, sondern sind auch bereit, dafür zu zahlen. Ist die neue Wohnung schon gemütlich eingerichtet? Es ist sehr nett hier, man kann hier wohnen. Wir fühlen uns wohl. Die Wohnung war in einem guten Zustand, sanieren mussten wir nichts. Boden und Wände sind super. Ganz wie man sich eine gute Wohnung vorstellt. Auf dem Wohnungsmarkt war für Sie nichts zu bekommen? Wie in allen anderen Grossstädten Deutschlands ist es auch in Stuttgart sehr schwierig etwas zu bekommen. Ich hatte bereits während meiner Schwangerschaft begonnen, eine Wohnung zu suchen, meine Tochter ist jetzt eineinhalb Jahre alt. In den zwei Jahren war es uns unmöglich, etwas zu (…).
Junge Welt, 4.5.2018.
Junge Welt > Hausbesetzung. Junge Welt, 2018-05-04.
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03.05.2018 Deutschland
Junge Welt
Personen
Karl Marx
Gedenkfeier
Interview
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“Die Stadt will Kapital aus Marx schlagen“. Trier vermarktet den 200. Geburtstag ihres grössten Sohnes mit grossem Aufwand. Nicht alle finden das gut. Ein Gespräch mit Konni Kanty, aktiv bei DKP und SDAJ. Am 5. Mai jährt sich der Geburtstag von Karl Marx zum 200. Mal. Trier möchte seiner gedenken und hat dazu eine Menge aufgefahren. Was ist da eigentlich los? Das wird ein grosser Bahnhof werden. Wahrscheinlich dürfte soviel los sein, wie seit 50 Jahren nicht mehr, als die Stadt den 150. Geburtstag von Marx beging. Die SPD kommt zu einem Bundeskongress zusammen, zu dem nahezu die gesamte Parteispitze anrücken wird. Ex-Ministerpräsident Kurt Beck eröffnet als Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung die erneuerte Dauerausstellung des Karl-Marx-Hauses und Günther Jauch wird zu diesem Anlass die Geburtsurkunde von Karl Marx verlesen, die Jauchs Ur-Ur-Ur-Urgrossvater als zweiter Bürgermeister von Trier 1818 unterschrieben hat. Im Mittelpunkt steht aber am Samstag ein Bürgerfest zur feierlichen Enthüllung der Marx-Statue, die von der Volksrepublik China gestiftet worden ist. Dabei sollen auch der Vizeminister des chinesischen Informationsministeriums, der chinesische Botschafter aus Berlin und Bildhauer Wu Weishan anwesend sein. Um die Statue gab es Streit. Wie ist der ausgegangen? Im Stadtrat wurde heftig darüber debattiert. Rechte Fraktionen hatten einen Antrag auf eine deutliche Verkleinerung dieser Statue (...)
Junge Welt, 3.5.2018.
Junge Welt > Marx Karl. Gedenkfeier. Junge Welt, 2018-05-03.
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27.04.2018 Schweiz
Personen
Work
Ralph Hug
Marie-Josée Kuhn
Karl Marx
Interview
Volltext
Exklusiv: Das grosse Work-Interview mit Karl Marx. "Jetzt rede ich!". Zu seinem 200. Geburtstag gelang es work, ein Interview mit dem deutschen Philosophen, Kapitalismuskritiker und Revolutionär Karl Marx zu führen. Exklusiv! Das war möglich, weil wir seine Schriften studierten und das Interview gleich selber schrieben.* Work: Karl Marx, wir dachten, Sie seien schon lange tot?! Karl Marx: Es ist nicht das Bewusstsein der Menschen, das ihr Sein bestimmt, sondern umgekehrt. Bitte? Nicht das Bewusstsein bestimmt das Leben, sondern das Leben bestimmt das Bewusstsein … Soll das heissen, so wie wir leben, müssen wir Sie für tot erklären? … deshalb sind die herrschenden Ideen einer Zeit stets nur die Ideen der herrschenden Klasse. Moment, Moment: Könnten Sie sich uns zuerst kurz vorstellen? Viele Jüngere. wissen doch gar nicht, wer Sie sind. Ich bin am 5. Mai 1818 in Trier geboren, studierte Philosophie und musste später nach London ins Exil, weil mich der preussische Staat verfolgte. Mein Hauptwerk heisst "Das Kapital". Darin erkläre ich, wie der Kapitalismus funktioniert. Und dass er dereinst an seinen inneren Widersprüchen zugrunde gehen wird. Es kommt der Zeitpunkt, an dem das Proletariat die Macht übernimmt und eine klassenlose Gesellschaft ohne Unterdrückung realisiert. Denn die Geschichte aller bisherigen Gesellschaften ist die Geschichte von Klassenkämpfen. (…). Ralph Hug, Marie-Josée Kuhn,
Work online, 27.4.2018.
Personen > Marx Karl. Interview. Work, 2018-04-27.
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16.03.2018 Deutschland
IG Metall
Personen
SPD
Work
Michael Stötzel
Interview
SPD
Volltext
Metallgewerkschafter Hans-Jürgen Urban zur GroKo: "Wenn sich die Sozialdemokratie nicht an Umverteilung heranwagt, wird sie scheitern". Die neue deutsche Regierung packt nicht das an, was für das Land notwendig wäre. Meint Hans-Jürgen Urban vom Vorstand der deutschen Industriegewerkschaft Metall. Seine erstarkte Organisation will Berlin auf die Sprünge helfen. Work: Fast ein halbes Jahr nach den Bundestagswahlen hat Deutschland endlich eine neue Regierung. Was halten Sie von der Neuauflage der Grossen Koalition? Hans-Jürgen Urban: Sie ist nicht das Wunschergebnis der Gewerkschaften. Man sieht es ja schon daran, wie schwer die Regierungsbildung war, dass es sich um eine ausgesprochen vertrackte Situation handelt. Insofern sind wir der Auffassung, dass ohne gesellschaftlichen Druck keine allzu positiven Ergebnisse zu erwarten sind. Immerhin hat Ihre IG Metall bei der Koalitionsvereinbarung Bereiche genannt, die für Arbeitnehmende positiv sind: Renten, Weiterbildung, Arbeitnehmerrechte in den Betrieben und die Europapolitik. Es kommt immer darauf an, mit welchem Massstab man den jetzt ausgehandelten Koalitionsvertrag misst. Geht man eher pragmatisch ran und fragt, was angesichts des Wahlergebnisses realistisch war, dann lassen sich in diesem Vertrag durchaus Elemente finden, auf die sich die Gewerkschaften beziehen können. In diesen Punkten haben die sozialdemokratischen Vertreterinnen und Vertreter nicht schlecht verhandelt. Bemisst man den Vertrag aber an dem, was (…). Michael Stötzel.
Work online, 16.3.2018.
Personen > Stötzel Michael. IG Metall. SPD. Work online, 2018-03-16.
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02.02.2018 Schweiz
Personen
Work
Dominik Gross
Ralph Hug
Interview
Vermögen
Volltext
Die Ungleichheit war noch nie so gross wie heute. Weshalb ist die Welt so ungerecht? Inzwischen besitzt das reichste Prozent der Weltbevölkerung mehr als die anderen 99 Prozent zusammen. Daran schuld ist auch Finanzminister Ueli Maurer, sagt Globalisierungsexperte Dominik Gross. Work: Dominik Gross, die Ungleichheit wird weltweit immer extremer. Das zeigt der neue Bericht der globalen Entwicklungsorganisation Oxfam. Wie reagieren Sie auf diese News? Dominik Gross: Mich empört die absolute Gleichgültigkeit der grossen Mehrheit in der Schweizer Politik auf diesen Skandal. Das ist manchmal schwer auszuhalten. Gigantische Vermögen konzentrieren sich in immer weniger Händen. Was treibt diese Entwicklung an? Vor allem die Deregulierung der Finanzmärkte. Seit den 1970er Jahren kann das Kapital frei zirkulieren und sich vermehren, ohne dass noch eine produzierende Fabrik im Spiel ist. Heute macht die Mehrheit der Konzerne an der US-Börse die Gewinne nicht mit der Produktion, sondern mit Finanzanlagen. Weiter können gewaltige Daten¬mengen in Sekundenschnelle verarbeitet werden. Die Kapitalvermehrungsmaschine lief in den letzten vierzig Jahren immer schneller. Woran sieht man das? Die grossen Konzerne bilden mittlerweile quasi Parallelstaaten. Sie bestimmen die Preise für ihre Güter selbst. 60 bis 80 Prozent des Welthandels erfolgen gar nicht mehr zwischen eigenständigen Unternehmen, sondern innerhalb von Konzernen mit ihrem globalen Firmennetz. Von einem echten Markt kann (…). Ralph Hug.
Work online, 2.2.2018.
Personen > Hug Ralph. Vermögen. Interview. Work online, 2018-02-03.
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01.02.2018 Schweiz
SDA Schweizerische Depeschenagentur
Vorwärts

Interview
Sda
Stellenabbau
Volltext
Auf Kosten der Qualität. Die vom Stellenabbau bedrohten Mitarbeitenden der Nachrichtenagentur SDA leisten Widerstand. Gespräch mit Theodora Peter, langjährige MItarbeiterIn bei der SDA und frühere BlattmacherIn bel der Tageszeitung „Der Bund“. Wie haben Sie die Fusion zwischen der Schweizerischen Depeschenagentur (SDA) und der Bildagentur Keystone erlebt? Theodora Peter: An sich ist die Idee recht verführerisch: Gleichzeitig journalistische und fotografische Sachkenntnisse in derselben Agentur zu haben, könnte den Service verbessern, den wir den Medien und Behörden liefern. Aber in der Realität hat uns dies unter noch mehr Druck gesetzt als zuvor. Der gewaltsame Einstieg der österreichischen APA mit der neuen Körperschaft hatte zur Folge, dass man bei uns nicht mehr nur Kostendeckung verlangte, sondern wirtschaftliche Rentabilität auf Kosten der Qualität der Arbeit. Haben die Beschlüsse, die die Geschäftsführung der SDA Anfang Januar kommuniziert hat, Sie überrascht? Wir haben schon gespürt, dass eine Restrukturierung in der Luft liegt, aber wir haben nicht einen derartigen Schlag erwartet gegen diejenigen, die den Kern unserer Arbeit leisten. Der Gedanke, dass wir die gleiche Qualität mit einer um 25 Prozent kleineren Belegschaft erbringen könnten, ist lächerlich. Zusätzlich wird es das Tessin und die Westschweiz schlechter stellen, die für ihre Verhältnisse die grösseren Mühen haben, sich zu finanzieren.Die Redaktion würde gern mit der Direktion in Verhandlungen treten, um das gegenwärtige (…). Bernard Borel.
Vorwärts, 1.2.2018.
Vorwärts > sda. Stellenabbau. Vorwärts, 2018-02-01.
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19.01.2018 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Anita Fetz
Sabine Reber
Interview
Lohngleichheit
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Lohngleichheit: Bundesrat macht Mini-Schritte. Warum geht es nicht schneller, Frau Fetz? Firmen mit mehr als 50 Angestellten sollen Lohnanalysen machen müssen. Doch FDP, SVP und Wirtschaftsverbände laufen Sturm. Ein Riesenaffront, sagt SP-Ständerätin Anita Fetz. Work: Das neue Rating des britischen Wirtschaftsmagazins „The Economist“ zeigt einmal mehr: die erwerbstätigen Frauen haben es hierzulande schwer. In Sachen Kinderbetreuung, aber auch punkto Lohngleichheit fällt die Schweiz hinter den Durchschnitt der OECD-Staaten zurück. Warum? Anita Fetz: Die Schweiz ist immer noch konservativ, ausser in den grösseren Städten. Das Rollenbild der Mutter, die zu Hause bleibt oder maximal Teilzeit arbeitet, ist enorm hartnäckig und tief verankert – auch bei vielen Frauen selbst. Und unser Steuersystem diskriminiert die verheirateten, erwerbstätigen Frauen, indem es fast ihren ganzen Verdienst wegbesteuert. Wenigstens bei der Lohngleichheit geht nun etwas. Firmen mit mehr als 50 Angestellten sollen Lohnanalysen machen müssen. So will es der Bundesrat. Es sind zahme Forderungen: Wer sie nicht erfüllt, muss keine Sanktionen befürchten. Trotzdem leisten FDP und SVP jetzt schon erbitterten Widerstand. Kommen wir eigentlich nie voran? Sollte das Gleichstellungsgesetz in der ständerätlichen Kommission nicht durchkommen, wäre das ein Riesenaffront für die Frauen. Ein Nichteintreten wäre ein verheerendes Zeichen. Zugleich ist es schwierig, für dieses schwache Gesetz zu mobilisieren: es bietet schlicht zu wenig, als (…). Sabine Reber
Work online, 19.1.2018.
Personen > Reber Sabine. Lohngleichheit. Interview. Work, 2018-01-19.
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