Gewerkschaftschronik
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10.11.2018 Schweiz
Generalstreik
SGB

Generalstreik
Veranstaltung
Volltext
Rund 1400 Personen gedenken in Olten des Landesstreiks. Grossanlass 100 Jahre später in den damals bestreikten SBB-Werkstätten. Am 10. November vor 100 Jahren beschloss das Oltener Aktionskomitee den landesweiten Generalstreik und bis zum 14. November stand die Schweiz still. Über 250'000 Arbeiterinnen und Arbeiter streikten. Gegen Ausbeutung. Für eine sozialere Schweiz. Und für mehr politische Mitsprache. 100 Jahre danach haben am Samstag in Olten der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB), die SP Schweiz und die Robert-Grimm-Gesellschaft an den Landesstreik erinnert. In den historischen SBB-Werkhallen, die damals auch bestreikt wurden, versammelten sich 1'400 Menschen zu einer grossen Manifestation. Sie erinnerten an die Ereignisse, die den grossen Aufbruch für eine soziale und gerechtere Schweiz einläuteten. In Reden erinnerten SGB-Präsident Paul Rechsteiner, SP-Präsident Christian Levrat, Unia-Präsidentin Vania Alleva und SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga daran, dass dank dem Mut und der Entschlossenheit der Streikenden und trotz des Streikabbruchs nach drei Tagen rasch erste Erfolge erzielt werden konnten. Etwa mit Einführung des 8-Stunden-Tages in den zwei Jahren direkt nach dem Landesstreik ¬- eine Forderung, der sich die Arbeitgeber und bürgerlichen Parteien vehement widersetzt hatten. Oder mit der beschleunigten Einführung des Proporzwahlrechts. Mit dem Landesstreik wurde auch das Fundament für die Einführung der AHV oder des Frauenstimmrechts gelegt. (…).
SGB, 10.11.2018.
SGB > Generalstreik. Veranstaltung. SGB, 2018-11-10.
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02.11.2018 Schweiz
Generalstreik
Personen
Work
Hans-Ulrich Jost
Armee-Einsätze
Generalstreik
Volltext
Darum suchte die Armeeführung die Konfrontation. Generalstab verwechselte Streik mit Krieg. General Ulrich Wille und seine Hardliner-Obersten waren für den Ausbruch des Landesstreiks mindestens mitverantwortlich, sagt der Historiker Hans Ulrich Jost. „Ein Generalstreik ist ein dem Aufruhr gleichzustellendes Verbrechen und darf nur mit Belagerungszustand (Militär) beantwortet werden,“ Dies schrieb 1907 Carl Hilty, Berner Rechtsprofessor und Oberauditor der Militärjustiz. Seine Ansicht war im Bürgertum weit verbreitet. Vor allem im Generalstab der Armee und unter den höheren Offizieren. Der Landesstreik von 1918 war ein solcher Generalstreik. Verantwortlich gemacht für dieses Ereignis wurden allein die Führer der Arbeiterschaft und der Sozialdemokratischen Partei (SP). Endlich mal aufräumen. Während des Ersten Weltkriegs war die Versorgungslage prekär: Kartoffeln und Kohle wurden knapp in der Schweiz. Der Brotpreis verdoppelte sich innert weniger Jahre. Tausende Familien drohten zu verarmen, viele litten Hunger. Gleichzeitig strichen Unternehmer und Aktionäre sagenhafte Renditen ein. Diese scharfen sozialen Gegensätze liessen die Verbitterung unter den Arbeiterinnen und Arbeitern, aber auch unter Angestellten rapid wachsen. Angesichts dieser gespannten sozialpolitischen Lage schuf der Sozialdemokrat Robert Grimm Anfang 1918 das Oltener Aktionskomitee (OAK). Um dem bürgerlichen Bundesrat gegenüber wirkungsvoll aufzutreten, schlug Grimm vor, wenn nötig mit einem Generalstreik zu drohen. Doch mit dem Generalstreik beschäftigte sich nicht nur das Oltener (…). Hans Ulrich Jost.
Work, 2.11.2018.
Personen > Jost Hans Ulrich. Generalstreik. Armee-Einsatz. Work, 2018-11-02.
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02.11.2018 Schweiz
Generalstreik
Personen
Work
Ralph Hug
Generalstreik
Juso
Volltext
Ohne kämpferische Jusos hätte der Generalstreik anders ausgesehen. Die „Jungburschen“ machten Dampf. Die kampfbereiten Jusos verliehen dem Landesstreik Durchschlagskraft. Ein Wink im Chefbüro genügte. und die Fabrik ging zu. Johann Högger, der Präsident der Arbeiterunion Rorschach SG. drohte nämlich: Wenn der Betrieb nicht sofort eingestellt werde. so könne man „wegen der Jungburschen da draussen“ für nichts. garantieren. Die Feldmühle, Rorschachs grösster Industriebetrieb. schloss sofort die Tore. Der Chef befürchtete kaputte Scheiben. die ihm niemand ersetzen würde. Diese Episode mit der Jungburschen-Drohung ist bezeichnend. Mit „Jungburschen“ war die sozialistische Jugend gemeint. Die damaligen Jusos waren revolutionär, antimilitaristisch und zum Teil auch anarchistisch gesinnt. Ihnen ging der Ruf als aktionsbereite Truppe voraus, für die die Überwindung des Kapitalismus nicht bloss Theorie war. Ihr Chef war der spätere Kommunist Willi Münzenberg, ein genialer Propagandist. Münzenberg war aus Deutschland in die Schweiz gekommen. baute in der Weimarer Republik einen linken Medienkonzern auf und geriet dann mit den Stalinisten in Konflikt. Im jungsozialistischen Organ „Freie Jugend“ verdammte er den Kapitalismus und rief zum „Krieg gegen den Krieg“ auf. Z’Frässe vüre. Waren die Jungburschen bei Demos dabei. so konnte sich die Polizei auf „Äkschen“ einstellen. So auch in Biel. Dort spitzte sich im Streikjahr 1918 der Groll der Bevölkerung zu. Und die Jungburschen ergriffen die Initiative. Im Juni 1918 organisierten sie eine Demo vor dem Bieler Rathaus. Man verlangte mehr Lohn (…). Ralph Hug.
Work, 2.11.2018.
Personen > Hug Ralph. Generalstreik. Juso. Work, 2018-11-02.
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02.11.2018 Schweiz
Generalstreik
Personen
Work
Ralph Hug
Falschmeldungen
Generalstreik
Publikation
Volltext
Neues Standardwerk. Bollwerk gege FakeNews. Jetzt ist er da, der neue Klassiker, kiloschwer und schön aufgemacht: „Der Landesstreik. Die Schweiz im November 1918“. 50 Jahre mussten wir warten. Die Studie „Der Landesstreik 1918“ von Willi Gautschi aus dem Jahr 1968 war das Referenzbuch zum Thema. Seither gab es keine neue Gesamtdarstellung dieses epochalen Ereignisses. Diese Lücke schliesst das soeben erschienene Werk der Historiker Roman Rossfeld, Christian Koller und der Historikerin Brigitte Studer. Zusammen mit 15 Autorinnen und Autoren bohren sie in die Tiefe und analysieren den Streik und seine Folgen bis in die Gegenwart. Gautschi machte damals Schluss mit der Mär vom bolschewistischen Umsturz. Das neue Standardwerk ruckt jetzt noch weit stärker die vielfältigen sozialen und politischen Ursachen des Landesstreiks ins Licht. Überraschend. Da ist zum Beispiel der Hunger in der Bevölkerung und die prekäre Versorgung mit Kohle und Milch, aber auch die Wohnkrise in Mn Städten und die fatale Grippe-Epidemie. Bisher unbeleuchtete Aspekte kommen hinzu: das Engagement von Frauen im Streik, die Revolutionsängste des Bürgertums oder die Streikabwehr der Arbeitgeber. Wie die rachsüchtige Militärjustiz urteilte und welche Rolle die paramilitärischen Bürgerwehren spielten - das alles wird transparent. Es gibt auch überraschende Recherchen. Woher stammt die Vorstellung. dass Lenins Agenten den Landesstreik angezettelt hätten? Es waren radikalisierte russische Emigranten. die in den Gazetten von Lausanne und Genf unermüdlich Fake News verbreiteten. Sie hatten vor der Oktoberrevolution (…). Ralph Hug.
Work, 2.11.2018.
Personen > Hug Ralph. Generalstreik. Publikation. Work, 2018-11-02.
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02.11.2018 Schweiz
Generalstreik
Personen
Work
Ralph Hug
Armee-Einsätze
Generalstreik
Reaktion
Volltext
Der Landesstreik: Die Mutter aller Streiks. Suppenküchen, Handgranaten und ein dreifacher Mord. Das hatte die Schweiz noch nie erlebt: Plötzlich herrschte Aufruhr im ganzen Land. Die drei Streiktage im November 1918 veränderten die Schweiz. Für immer. Es war an einem Dienstag. einem grauen Novembertag: 250‘000 Frauen und Männer legten ihre Arbeit nieder. Und stiessen in den Strassen auf die Armee. Am dritten Streiktag erschossen Soldaten im solothurnischen Grenchen die drei Arbeiter Marius Noirjean (17). Fritz Scholl . (21) und Hermann Lanz (29). Von hinten und aus nächster Nähe. Schliesslich blies die Streikführung die Aktion ab. weil ein Bürgerkrieg drohte. War der Landesstreik nun eine Niederlage für die Arbeiterbewegung? Oder doch ein Sieg? Beides. sagt Adrian Zimmermann. Der Historiker spricht von „Geschlagenen. die siegten“. Zu Recht. denn ein Teil der Streikforderungen wurde bald erfüllt. andere erst später. Und so kam es zu diesem ersten Generalstreik in der Schweiz. der sich 2018 zum hundertsten Mal jährt: 1. Hunger und Elend: Während des Ersten iiI Weltkriegs (1914-1918) ging es mit der Versorgung bergab. Kartoffeln und Kohle wurden knapp. Der Brotpreis verdoppelte sich innert weniger Jahre. Während die Löhne stagnierten, stieg die Teuerung unerbittlich an. Wer ins Militär musste. bekam keinen Ausgleich für den Lohnausfall. Tausende Familien drohten zu verarmen. viele litten Hunger. Die Historikerin Maria Meier hat die prekäre Lage im Sommer 1918 am Beispiel von Basel untersucht. Die Stadt musste Suppenküchen einrichten. schnell waren sie überfüllt. Kinder waren unterernährt. (…). Ralph Hug.
Work, 2.11.2018.
Personen > Hug Ralph. Generalstreik. Reaktion. Work, 2018-11-02.
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02.11.2018 Schweiz
Generalstreik
Personen
Vorwaerts
Marino Bodenmann
Generalstreik
Volltext
Ruhmreiche Tage des grossen Streiks. Vom 12. bis 14. November 1918 fand der Landesgeneralstreik statt. Dieser Streik war der grösste und bedeutungsvollste Kampf seit dem Bestehen einer organisierten ArbeiterInnenbewegung in der Schweiz. Während dem Streik fehlte es der ArbeiterInnenklasse jedoch an einer ihr ergebenen und kampfentschlossenen Führung. Der Landesgeneralstreik wuchs aus einer Stimmung der Unzufriedenheit, die die gesamte Arbeiterschaft erfasste. Diese Unzufriedenheit hatte ihre Hauptursache in den ständig sich verschlechternden Lebensbedingungen des werktätigen Volkes. Die Teuerung stieg am laufenden Band, von Juli 1914 bis im Sommer 1918 um mehr als das Doppelte, während der Bundesrat den Schwarzmarkt gewähren liess. Der Reallohn sank immer tiefer. Für Familien mit kleinem Einkommen waren selbst Kartoffeln kaum mehr erschwinglich. Auch die Mietpreise gingen ungehindert in die Höhe. Während grosse Teile des Volkes in eine immer schwierigere Lage gerieten, führten die KriegsgewinnlerInnen und SpekulantInnen ein Prasserleben. Dem Generalstreik gingen eine grosse Zahl von Kampfaktionen voraus. Teuerungsdemonstrationen, halbtägige Generalstreiks mit grossen Kundgebungen in den wichtigsten Städten, Streiks in Zürich, im Tessin, in Genf, in Chippis (VS) und vielen anderen Orten fanden Zustimmung und Sympathie im ganzen Lande. Die Zürcher Frauen marschierten unter der Führung der Genossin Rosa Bloch in einer mächtigen Demonstration (…). Marino Bodenmann.
Vorwärts, 2.11.2018.
Personen > Bodenmann Marino. Generalstreik. Vorwaerts, 2018-11-02.
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01.11.2018 Schweiz
Funke, Der
Generalstreik

Generalstreik
Volltext
Landesstreik und Faschismus. Der Landesstreik hatte bei den Bürgerlichen Angst und Paranoia ausgelöst. Dies trieb Teile des Klein- und Grossbürgertums in den Faschismus. Für diese Entwicklung steht ein Name besonders exemplarisch: Emil Sonderegger. Erdrückt von den Entbehrungen des Ersten Weltkriegs rufen die Zürcher ArbeiterInnen für den 10. November 1918 zu einem Streik zur Feier des ersten Jubiläums der Russischen Revolution auf. Obwohl ein Versammlungsverbot herrscht, finden sie sich am besagten Tag auf dem Fraumünsterplatz ein. Lange wird der Ungehorsam nicht toleriert. Mit Kriegsgerät bewaffnete Truppen laufen auf. Angeführt vom unzimperlichen Emporkömmling Oberst Emil Sonderegger wird die Versammlung mit Drohungen und Warnschüssen aufgelöst. Schon am nächsten Tag wird von Oberst Sonderegger eine Botschaft in Zürich verbreitet, worin er den Zürcher ArbeiterInnen androht, beim nächsten Mal nicht in die Luft, sondern direkt auf streikende ArbeiterInnen zu schiessen. Dieses Ereignis sollte zu einem kritischen Faktor für den späteren Ausbruch des Landesstreiks werden. Sozialdemokratische Parlamentarier brüskieren sich über die ruchlose Art Sondereggers, bürgerliche schützen ihn. Nach dem Streik wird er vom gesamten Bürgertum als «Retter des Vaterlandes» gefeiert. Die Angst vor einem erneuten Aufbegehren der ArbeiterInnen sitzt jedoch tief im bürgerlichen Bewusstsein. In manchen Kreisen sollte sie sich zu einer Paranoia steigern, die Idealvorstellungen eines autoritären Staates Auftrieb gibt. (…). Sonu Sabris.
Der Funke, 1.11.2018.
Funke, Der > Generalstreik. Faschismus. Der Funke, 2018-11-01.
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01.11.2018 Nigeria
Funke, Der
Generalstreik

Generalstreik
Gewerkschaften
Volltext
Generalstreik! Revolution in Nigeria? Während Nigeria in bürgerlichen Medien oft nur im Zusammenhang mit den Verbrechen von Boko Haram genannt wird, toben im Land schon länger heftige Arbeitskämpfe. Die Situation ist angespannt. Viele Menschen fordern tiefgreifende Veränderungen. Ende September kam es in Nigeria zu einem viertägigen Generalstreik. Millionen Menschen gingen auf die Strasse, um der Forderung nach einer lebensnotwendigen Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns Nachdruck zu verleihen. Dieser wurde seit 2011 nicht angepasst, obwohl der nigerianische Naira seit damals eine fast 140% Inflation erlitten hat. Beinahe drei Viertel der Bevölkerung lebt in Armut oder ist akut davon bedroht. Misswirtschaft Nigerias. Die Bevölkerung ist auf Lebensmittelimporte angewiesen, da der Staat die Landwirtschaft jahrelang stark vernachlässigt hat. Nigeria produziert kaum eigene Lebensmittel, was die Situation der Bevölkerung seit Jahren immer weiter verschlechtert. Sowohl der Staat als auch die Privatwirtschaft sind ausschliesslich von der Ausbeutung fossiler Ressourcen abhängig. Beinahe 95% aller Exporte stehen in direktem Zusammenhang mit Erdöl und über 80% der staatlichen Einnahmen werden dadurch generiert. Die Entwicklungskredite des Internationalen Währungsfonds zwangen den nigerianischen Staat zu einer Öffnung des nationalen Marktes für das internationale Kapital. Die Folge davon sind Privatisierungen staatlicher Betriebe, hauptsächlich im Erdölgeschäft. So konzentriert sich immer mehr Profit in (…).
Der Funke, 1.11.2018.
Funke, Der > Nigeria. Generalstreik. Der Funke, 2018-11-01.
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10.10.2018 Zürich
Generalstreik
Gewerkschaftsbund ZH Kanton

Ausstellung
Volltext
Zürich: 100 Jahre Landesstreik. GBKZ-Aktivitäten am 27. Oktober und am 4. November. Im November 2018 jährt sich die grösste Massenstreikbewegung der Schweizer Geschichte zum 100. Mal. Der Erste Weltkrieg hatte die ohnehin schon dramatische, soziale Kluft noch weiter vergrössert. So konnten Gewerkschaften und SP landesweit 250‘000 Arbeiterinnen, Arbeiter und Angestellte zum Generalstreik mobilisieren. Die Armeeführung bot Truppen auf und schoss. Um einer militärischen Niederschlagung zuvor zu kommen, wurde die Aktion nach zwei Tagen abgebrochen, ohne dass die gewerkschaftlichen Forderungen durchgesetzt werden konnten. Doch der Landesstreik vom 12. bis zum 14. November 1918 hatte die Schweiz nachhaltig verändert: Der Achtstundentag wurde eingeführt, es wurden sozialpartnerschaftliche Beziehungen aufgebaut und die Machtdemonstration der Arbeiterbewegung schob auch noch Jahre später soziale Reformen wie die AHV an. Den Ereignissen waren ein Streik der Zürcher Bankangestellten und ein lokaler Generalstreik in Zürich vorausgegangen. Ende Oktober begeben wir uns deshalb bei einer Stadtführung auf eine historische Spurensuche. Und eine Woche später organisieren wir eine Führung durch eine themenbezogene Ausstellung im Landesmuseum. 27. Oktober, 14 Uhr, Stadtführung, Zürich, Rathaus. 4. November, 14 Uhr, Ausstellung, Zürich, Landesmuseum
GBKZ, 10.10.2018.
GBKZ > Generalstreik. Veranstaltungen. GBKZ, 2018-10-10.
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01.10.2018 Schweiz
Generalstreik
Personen
VPOD-Magazin
Adrian Zimmermann
Falschmeldungen
Generalstreik
Volltext
Längst widerlegte Verschwörungstheorien vernebeln bis heute den Blick auf den Landesstreik. Fake News: Bomben aufs Bundeshaus. Der unmittelbare Auslöser des Landesstreiks war der Beschluss des Bundesrats vom 6. November 1918, Zürich und Bern als Präventivmassnahme gegen angebliche Putschpläne militärisch zu besetzen. Die Antwort des Oltener Aktionskomitees auf diese Provokation war der Proteststreik vom 9. November und - nach gescheiterten Verhandlungen mit dem Bundesrat - der Landesstreik vom 12. bis 14. November. Weder damalige polizeiliche Untersuchungen noch die historische Forschung haben je eine Spur irgendwelcher Umsturzpläne gefunden. Nicht Fakten waren es, die Armeeleitung und Bundesrat zu ihrem verhängnisvollen Entscheid bewegten, sondern der mehr oder weniger blinde Glaube an fantasievolle, aber einer seriösen Überprüfung nicht standhaltende Verschwörungstheorien. Einen entscheidenden Anstoss für das Truppenaufgebot gab das Schreiben von General Ulrich Wille vom 4. November 1918 an den Bundesrat. Wille schrieb darin unter anderem, er glaube an die „Möglichkeit eines plötzlichen und unerwarteten Ausbruchs einer Revolution“. Dies schon deshalb, weil er überzeugt sei, dass „in Zimmerwald und Kiental beschlossen worden sei, mit dem Umsturz der staatlichen Ordnung in der Schweiz den Anfang zu machen“. Typisches Beispiel einer unhaltbaren Verschwörungstheorie: Zum einen war an den beiden internationalen sozialistischen Konferenzen im September 1915 und April 1916 nichts Derartiges diskutiert, geschweige denn (…). Adrian Zimmermann.
VPOD-Magazin, 1.10.2018.
Personen > Zimmermann Adrian. Falschmeldungen. Generalstreik. VPOD-Magazin, 2018-10-01.
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31.08.2018 Schweiz
Generalstreik
Personen
Work
Angelica Balabanoff
Ralph Hug
Biografien
Volltext
Angelica Balabanoff mischte im Landesstreik die Schweiz auf. Rebellin, Sozialistin, Feministin. Kaum jemand erinnert sich heute noch an sie: doch Lenins Weggefährtin Angelica Balabanoff war für das Schweizer Bürgertum ein brandrotes Tuch. Zunächst war sie bloss ein „Fräulein“. Dann eine „Anarchistin“, später eine „berühmte Agitatorin“ und schliesslich eine „gefährliche Bolschewistin“. Diese Bezeichnungen widerspiegeln die Karriere von Angelica Balabanoff (1878 bis 1965). Für das Schweizer Bürgertum war sie Staatsfeindin Nummer eins. Im Landesstreik 1918 erreichte die Wut gegen die Russin ihren Höhepunkt. Kurz danach musste Balabanoff die Schweiz verlassen: Ausweisung! Sie habe „mit ihren Umtrieben die Sicherheit des Landes gefährdet“. So der Bundesrat in seinem Beschluss vom 12. November 1918. 14 Tage reichten. Balabanoff war aber nur gerade zwei Wochen in der Schweiz. Im Oktober traf sie mit dem Zug in Zürich ein. In der ¬Tasche einen Diplomatenpass des Roten Kreuzes. Ordentlich meldete sie sich beim Kreisbüro an. Sofort hefteten sich Geheimagenten an ihre Fersen. Die Schlapphüte überwachten sie rund um die Uhr. Im Hotel Central, wo sie ¬logierte, wimmelte es von Spitzeln. Und von Provokateuren. Mehrmals baten sie Unbekannte um Geld: „Ich habe gehört, Sie seien so grosszügig…“. Solche Schnorrereien waren Fallen. Sie sollten den ¬Beweis erbringen, dass die Russin mit einer Menge Geld in die Schweiz gekommen war. Geld für die Revolution. Natürlich fiel Balabanoff nicht (…). Ralph Hug.
Work online, 31.8.2018.
Personen > Hug Ralph. Angelica Balabanoff. Porträt. Work online, 2018-08-31.
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31.08.2018 Schweiz
Generalstreik
Personen
Work
Anne-Sophie Zbinden
Generalstreik
Theater
Volltext
Theaterspektakel 1918.ch in Olten. Tempo, fulminante Bilder, und eine Irritation. Hunger, Kinderarbeit, Streik und Tote. Das ist der Zündstoff, aus dem das Theaterspektakel zum Landesstreik gemacht ist. Eine der Hauptrollen spielt eine grossartige SBB-Halle. „Der Krieg ist vorbei!“ Das singen die Soldaten von den Dächern der alten SBB-Hauptwerkstätte in Olten. So beginnt das Theater „1918.ch – 100 Jahre Landesstreik“, das Regisseurin Liliana Heimberg mit über 100 Laienschauspielenden inszeniert hat. Die riesige alte SBB-Werkhalle macht das Stück erst möglich: Von den Kindern bis zu den Senioren spielen sie vor, hinter, auf und unter der Bühne. Fenster, Stützpfeiler und alte Arbeitsutensilien kommen zum Einsatz. Draussen fahren die Züge im Bahnhof Olten ein und aus. In schnellem Rhythmus wechseln die Szenen, der Chor singt, die Basler Sinfonietta spielt. Dazwischen immer wieder die Helvetia, als Anführerin, als Schlichterin, als Richterin. Der Erste Weltkrieg ist zwar vorbei, der Schweiz jedoch steht die grösste Zerreissprobe seit der Gründung des Bundesstaates bevor. Während General Ulrich Wille in Solothurn von der Regierung ein Festmahl serviert bekommt, darben die Leute. Sie müssen bei den Suppenküchen anstehen. Aus Protest schlagen sie mit den Löffeln auf den Boden. Den Munitionsfabrikanten geht es hingegen gut, der Krieg beschert ihnen ein dickes Geschäft. Die Fabrikarbeit ist hart, lange und schlecht bezahlt – auch Kinder chrampfen dort. In einer scheinbar endlosen Reihe (…). Anne-Sophie Zbinden.
Work online, 31.8.2018
Personen > Zbinden Anne-Sophie. Generalstreik. Theater. Work online, 2018-08-31.
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17.08.2018 Grenchen
Generalstreik
Personen
Work
Ralph Hug
Armee-Einsätze
Generalstreik
Volltext
Soldaten erschossen drei Arbeiter. Von hinten.^Das Trauma der Grenchner. In Grenchen SO endete der Landesstreik blutig. Füsiliere erschossen die drei Uhrmacher Marius Noirjean (17), Hermann Lenz (29) und Fritz Scholl (21) in einer Seitengasse. Von hinten, in Kopf und Rücken. Sie hatten gar nicht aktiv am Streik teilgenommen. Noirjean wollte für seine Mutter Medikamente in der Apotheke holen, Scholl war auf dem Weg in einen Eisenladen, und Lanz war rein zufällig unterwegs. Die drei waren die einzigen Toten des Generalstreiks vom November 1918. Warum ausgerechnet in Grenchen? Explosive Stimmung. Diese Frage trieb Alfred Fasnacht jahrelang um. Denn der Tod der Arbeiter war ein Tabu. Niemand sprach darüber, auch die Linke nicht. Der Bibliothekar, der aus einer Arbeiterfamilie stammt, recherchierte, trug Forschungsresultate, Dokumente und Zeugnisse zusammen. Das alles ist nun nachzulesen in einem sehr aus führliehen Internetartikel {rebrand.Iyjgrenchen}. In Grenchen hatten sich die sozialen Gegensätze extrem zugespitzt, die Stimmung war explosiv. Die skrupellosen Uhrenpatrons hatten viel Geld mit dem Export von Zündern und Uhren an die Kriegsmächte verdient. Streiks und Aussperrungen häuften sich. Arbeiterfamilien verarmten und verzweifelten. So waren die Grenchner Arbeiter besonders kämpferisch, als das Oltener Aktionskomitee am 14.November 1918 den Landesstreik ausrief. Sie legten Fabriken lahm, zwangen Geschäfte zum Schliessen und errichteten Barrikaden auf den Bahngeleisen. (…). Ralph Hug.
Work 17.8.2018.
Personen > Hug Ralph. Generalstreik Grenchen. Work, 2018-07-17.
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04.07.2018 Biel
Generalstreik
Personen
SEV Schweiz
Ernst Jakob
Biografien
Volltext
Ernst Jakob – im Herzen rot. Der Generalstreik von 1918 hatte mehrere Epizentren, darunter die Stadt Biel. Deren Anführer: Der Eisenbahner und Gewerkschafter Ernst Jakob (1879 bis 1950). „Als 17-jähriger Lehrling hatte ich das seltene Glück, am 16. Februar 1896 in Aarau an der ersten Landsgemeinde der Eisenbahner dabei zu sein. (...) Zehn Jahre später, als junger Chauffeur, war ich mitten in der Gewerkschaftsbewegung.“ So sprach Ernst Jakob in einem Zeugenbericht, den seine Urenkelin Gabriela Neubaus, eine Historikerin, veröffentlicht hat. Vor 100 Jahren war der Seeländer eine der Speerspitzen des Generalstreiks von 1918. Jakob kam aus bescheidenen Verhältnissen. Sein Vater stirbt 1882 an Tuberkulose. Seine Mutter beschliesst, mit dem 3-jährigen Ernst und seiner kleinen Schwester nach Lyss zu ziehen. Die Mutter findet eine Stelle in einer Uhrenfabrik mit einem Monatsgehalt von 116 Franken. Der kleine Ernst ist ein guter Schüler. Sein Traum: Lokomotiv-Mechaniker zu werden. 1900 zieht er nach Port und heiratet Bertha Nickles aus Jens. Sie werden fünf Kinder haben. Im selben Jahr wird er Lokomotivführer - vier Jahre später Mechaniker. Hungerrevolte. Herbst 1918. Der erste Weltkrieg ist zu Ende. In vier Jahren Kriegswirtschaft wird die Kluft zwischen Arm und Reich immer grösser. In mehreren Städten, besonders in Biel, organisieren die Menschen Hungerdemonstrationen. Als der Bundesrat beschliesst, Truppen gegen die Demonstranten und Streikenden aufzubieten, eskaliert die Situation. Die Truppen (…). Mohamed Hamdaoui.
Biel-Bienne, 4.7.2018.
Personen > Jakob Ernst. Biografie. Biel-Bienne, 2018-07-04.
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19.06.2018 Schweiz
Generalstreik
Syndicom

Generalstreik
Veranstaltung
Volltext
100 Jahre Landesstreik - Jubiläumsanlass 10. November 2018 in Olten. Rüstet euch! Reserviert den 10. November! 100 Jahre ist es her, seit am 12. November 1918 der Landesstreik in der Schweiz stattfand. Zu diesem Anlass wollen wir uns jenes historischen Ereignisses besinnen und mit dem SGB, der SP und der Robert-Grimm-Gesellschaft gemeinsam am Jahrestag zusammenkommen. Der Jubiläumsanlass bietet neben Reden von SGB-Präsident Paul Rechsteiner, SP-Präsident Christian Levrat, Unia-Präsidentin Vania Alleva und Bundesrätin Simonetta Sommaruga auch Elemente verschiedener Art im Zeichen des Landesstreiks mit musikalischer Umrahmung. Auch Syndicom wird mit einem Stand am Anlass vertreten sein. Unterhaltung, Speis und Trank im historischen Ambiente der alten Fabrikhalle der SBB - ein Reise durch die Zeit von 1918. 100 Jahre Landesstreik, Samstag, 10. November 2018 ab 14 Uhr, Alte Hauptwerkstätte SBB, Gösgerstrasse 46-60 beim Bahnhof Olten. Da die Anzahl Gäste begrenzt ist, solltest du bei Interesse so bald wie möglich den Anmeldetalon ausfüllen. Wenn du mehr erfahren willst, findest du auf der Website zum Landesstreik alles, was du zum Thema oder zum Anlass wissen willst. In diesem Sinne: Rüstet euch! und kommt am 10. November an den Jubiläumsanlass 100 Jahre Landesstreik. Wir würden uns freuen, dich und viele weitere KollegInnen an unserem Stand begrüssen zu dürfen.
Syndicom, 19.6.2018.
Syndicom > Generalstreik. Veranstaltung. Syndicom, 2018-06-21.
Ganzer Text
15.06.2018 Schweiz
Generalstreik
Personen
Work
Hans-Ulrich Jost
Generalstreik
Volltext
Landesstreik 1918: Darum suchte die Armeeführung die Konfrontation. Generalstab verwechselte Streik mit Krieg. General Ulrich Wille und seine Hardliner-Obersten waren für den Ausbruch des Landesstreiks mindestens mitverantwortlich, sagt der Historiker Hans Ulrich Jost. „Ein Generalstreik ist ein dem Aufruhr gleichzustellendes Verbrechen und darf nur mit Belagerungszustand (Militär) beantwortet werden.“ Dies schrieb 1907 Carl Hilty, Berner Rechtsprofessor und Oberauditor der Militärjustiz. Seine Ansicht war im Bürgertum weit verbreitet. Vor allem im Generalstab der Armee und unter den höheren Offizieren. Der Landesstreik von 1918 war ein solcher Generalstreik. Verantwortlich gemacht für dieses Ereignis wurden allein die Führer der Arbeiterschaft und der Sozialdemokratischen Partei (SPS). Endlich mal aufräumen. Während des Ersten Weltkriegs ging es mit der Versorgung bergab: Kartoffeln und Kohle wurden knapp in der Schweiz. Der Brotpreis verdoppelte sich innert weniger Jahre. Während die Löhne stagnierten, stieg die Teuerung unerbittlich an. Wer ins Militär musste, bekam keinen Lohnausfall. Tausende Familien drohten zu verarmen, viele litten Hunger. Gleichzeitig lebten Vermögende in Saus und Braus. Unternehmer und Aktionäre strichen sagenhafte Renditen ein. Exportfirmen mutierten zu «Kriegsgewinnlern». Diese scharfen - sozialen Gegensätze liessen die Verbitterung unter den Arbeiterinnen und Arbeitern, aber auch unter Angestellten rapid wachsen. Angesichts dieser gespannten sozialpolitischen Lage (…). Hans Ulrich Jost.
Work, 15.6.2018.
Personen > Jost Hans Ulrich. Generalstreik. Work, 2018-06-15.
Ganzer Text
01.06.2018 Schweiz
Generalstreik
Personen
VPOD-Magazin
Rosa Bloch-Bollag
Elisabeth Joris
Generalstreik
Nahrungsmittel
Volltext
Frauenproteste und Demonstrationen für bessere Lebensmittelversorgung im Vorfeld des Landesstreiks. Stimmrecht, Kochtopf und Tribüne. Auf der Liste der neun Landesstreik-Forderungen figurierte das Frauenstimmrecht auf dem prominenten zweiten Platz. Rosa Bloch war bei der Gründung des Oltener Aktionskomitees (OAK) allerdings die einzige Frau gewesen. Und bereits wenige Wochen später wurde sie vom Zürcher Fritz Platten abgelöst. Von nun an bis zum Landesstreik im November 1918 war das OAK frauenfrei, und vom Frauenstimmrecht war laut Protokollen ausser am 6. November - unmittelbar vor Ausrufung des Streiks - dann auch nie die Rede. Als Präsidentin der Zentralen Frauenagitationskommission der Sozialdemokratischen Partei zog sich Rosa Bloch nach ihrem Austritt aus dem OAK indes keineswegs zurück. Vielmehr sorgte sie im Sommer 1918 mit der Organisation und der aktiven Unterstützung von Aktionen und Demonstrationen gegen den Hunger für öffentliches Aufsehen. Für die Bevölkerung der grösseren Städte und Industriezentren hatte sich im Laufe des Krieges die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln und unentbehrlichen Konsumgütern wegen der galoppierenden Teuerung zunehmend verschärft. Frauen spürten den Mangel direkt in den Kochtöpfen. Es fehlte an Kartoffeln. Eier waren bald unerschwinglich. Der Milchpreis sollte mit dem Segen der Behörden angehoben werden. (…).
Elisabeth Joris.
VPOD-Magazin, Juni 2018.
Personen > Bloch Rosa. Nahrungsmittel. VPOD-Magazin, 2018-06-01.
Ganzer Text
01.05.2018 Schweiz
Generalstreik
Personen
VPOD-Magazin
Christoph Schlatter
Generalstreik
Volltext
Ewige Wahrheiten. Mit diesem Heft beginnt eine Serie über den Landesstreik. 100 Jahre werden es im November sein, dass die Arbeiterschaft auch in der Schweiz genug hatte von Hunger, Krieg und Kriegsgewinnlern. Einige der Forderungen von 1918 betreffen die politische Partizipation. Die Teilhabe der Frauen gelang bekanntlich erst 1971. Schneller ging es mit der verlangten Proporzwahl: Schon 1919 wurde der Nationalrat nach diesem Verfahren gewählt. Die Sozialdemokratie erhoffte sich von der Umstellung ein stärkeres Gewicht gegen den zuvor übermächtigen Freisinn, der damals auch 6 von 7 Bundesräten stellte. Das Erhoffte trat ein, aber nicht im gewünschten Ausrnass. Die FDP stürzte tatsächlich ab, verlor 40 von bisher 103 Sitzen und stellte noch 60 von 189 Nationalräten. Die Katholisch-Konservativen, die späteren Christlichdemokraten, kamen auf 41 Mandate - minus 1. Die sozialdemokratische Fraktion wuchs von 20 auf 41 Köpfe. (Schmachvoll: Robert Grimm, der Führer des Landesstreiks, verlor seinen Sitz und konnte nur dank dem Verzicht eines Genossen nachrücken.) Die grösste Gewinnerin bei der Wahl 1919 war indes die BG B, die Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei. die später zur SVP mutierte. Sie konnte statt bisher 4 nun 29 Nationalräte nach Bern schicken. Ironie der Schweizergeschichte: Ausgerechnet die heutige Blocher-Partei verdankt ihr erstes Erstarken zumindest zu Teilen jenem (…). Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, Mai 2018.
Personen > Schlatter Christoph. Generalstreik. VPOD-Magazin, 2018-05-01.
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05.04.2018 Port
Schweiz
Generalstreik
Personen
WOZ
Ernst Jakob
Gabriela Neuhaus
Generalstreik
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„Da wir nun einmal das Eisen im Feuer haben…“. Ernst Jakob gehörte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu den PionierInnen der Gewerkschaftsbewegung. Über dreissig Jahre lang amtierte der „rote Lokführer“ auch als Gemeindepräsident einer Berner Landgemeinde. Mittwoch, 13. November 1918. Der zweite Tag des Generalstreiks. Vormittags um halb elf versammeln sich die Bieler Eisenbahner im Café Emch. Die Stimmung ist angespannt: Nach dem erfolgreichen ersten Streiktag sind in der Nacht Soldaten aus der Westschweiz eingetroffen. Sie sollen den Bahnhof besetzen. Der 39-jährige Lokomotivführer Ernst Jakob ergreift das Wort. Die Bieler Eisenbahner haben den bekannten Gewerkschafter und SP-Politiker zu ihrem Streikobmann ernannt. Eben noch hat er mit dem Platzkommandanten Oberst Jordi und dem Berner Regierungsstatthalter verhandelt und erreicht, dass Militär und Justiz vorläufig auf die angedrohten Massnahmen verzichten. Nun appelliert der kleine, drahtige Mann mit dem grossen Schnauz an den Durchhaltewillen seiner Kollegen: „Es geht um das Ganze, es geht um das Wohl unserer Angehörigen, um die zukünftige Besserstellung von unseren Frauen und Kindern! Da wir nun einmal das Eisen im Feuer haben, wollen wir dafür sorgen, dass es auch ausgeschmiedet wird.“ Die Situation der Streikenden ist prekär: Nach vier Jahren Kriegswirtschaft klafft die Schere zwischen Arm und (…). Gabriela Neuhaus.
WOZ, 5.4.2018.
Personen > Jakob Ernst. Biografie. Gabriela Neuhaus. WOZ, 2018-04-05
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21.03.2018 Schweiz
Generalstreik
Personen
SGB
Dore Heim
Generalstreik
Jubiläum
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Landesstreik: forschen, streiten, schauen, hören, hingehen… Ein Überblick zum 100-Jahre-Jubiläum. Gewerkschaften, SP und Robert-Grimm-Gesellschaft organisieren am 10. November dieses Jahres eine gemeinsame Veranstaltung in der alten SBB-Werkhalle am Bahnhof Olten. 100 Jahre zuvor hatte das Oltener Aktionskomitee den unbefristeten Generalstreik beschlossen... Der Landesstreik bleibt aktuell - und treibt die alten Gegner der Gewerkschaften mächtig um: Gleich zum Jahresbeginn hat Christoph Blocher in seiner Berchtolds-Rede eine erste "Würdigung" des Streikführers Robert Grimm unternommen. Sein Versuch der Diffamierung ging aber gründlich daneben, weil Medienleute dank der Historikertagung des SGB vom letzten November schon so gut informiert waren, dass sie seine mangelhaften Fachkenntnisse aufzeigen konnten. Debatte der grossen Fragen. Heute noch debattieren die Fachleute die grossen Fragen des Generalstreiks intensiv. Unter anderem: War es ein Sieg der Arbeiterschaft, obwohl die Forderungen nicht sofort durchgesetzt werden konnten? Oder doch ein Sieg der reaktionären Kräfte, die anschliessend die Geschicke der Schweiz bestimmten? War der Streik das letzte Mittel aus bitterer Notwendigkeit oder parteipolitisches Kalkül der SP-Führung? Hätte es den Streik gar nicht mehr gebraucht, da sich die Versorgungslage entspannt hatte und die Forderung nach stärkerem Einbezug der politischen Linken schon aufgegleist war? Wurden die Gewerkschaften von radikalen Arbeiterunionen zum (…).  Dore Heim.
SGB, 21.3.2018.
Personen > Heim Dore. Generalstreik. Jubiläum. SGB, 2018-03-21.
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01.02.2018 Schweiz
Funke, Der
Generalstreik

Generalstreik
SP Schweiz
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Sozialstaat oder Klassenherrschaft. Der Landesstreik von 1918 prägte den Klassenkampf in der Schweiz. Die Interpretation dieser Ereignisse ist hochpolitisch. ArbeiterInnen feiern die Russische Oktoberrevolution, legen das Land mit einem Generalstreik lahm und werden von Soldaten beschossen. Der Landesstreik von 1918 ist bis heute der wichtigste Klassenkampf der Schweizer Geschichte. Bis in die Gegenwart wirkt die Kraftprobe zwischen Proletariat und Bourgeoisie. Der Klassenkampf eskaliert. Bürgerliche und die Bauern strichen während des Krieges hohe Gewinne ein. Für die Arbeitenden verschlimmerten sich die Bedingungen: Die realen Löhne sanken um ein Drittel. Soldaten und ihre Familien erhielten keinen Wehrpflichtersatz. Der Bundesrat lockerte Arbeitsschutzgesetze und intensivierte Zensur und Überwachung. Die Arbeitenden reagierten mit Streiks und Hungerrevolten. Die Bürgerlichen beobachteten die revolutionäre Bewegung in ganz Europa. Sie nahmen die Gefahr einer sozialistischen Revolution ernst - im Gegensatz zur Leitung von SP und Gewerkschaften. Diese drohten zwar gegen Kriegsende mit einem schweizweiten Generalstreik (Landesstreik), hatten aber nicht ernsthaft vor, ihn durchzuführen. Dementsprechend sassen sie in der Klemme, als das Schweizer Militär am 6. November Zürich besetzte. Diese Provokation konnten die Arbeitenden nicht hinnehmen. Um die Kontrolle zu behalten, riefen SP und der Gewerkschaftsbund SGB über das Oltener Aktionskomitee am 11. November den Landesstreik aus. Mehr als 250'000 (…). 
Der Funke, Februar 2018.
Funke, Der > Generalstreik. SPS. Der Funke, 2018-01-02.
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01.02.2018 Schweiz
Funke, Der
Generalstreik

Generalstreik
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Forderungen zum Landesstreik. Eine Forderung allein! Nein! Einzelne Forderungen zu formulieren ist verlockend, lässt uns im Kampf für den Sozialismus aber auf halber Strecke stehen. Ein erfolgreicher "Generalstreik Reloaded" braucht ein schlagkräftiges Programm. Bei der Ausrufung des Landesstreiks 1918 stellte das Oltener Aktionskomitee neun sozialpolitische Forderungen auf. Anknüpfend an diese Tradition hat die JUSO Schweiz das Projekt "Generalstreik Reloaded" präsentiert. Ziel ist, neun neue Forderungen für die nächsten 100 Jahre aufzustellen. Das Projekt ist cool, aber ein entscheidender Faktor wird vergessen: Mit isolierten Forderungen bleiben wir im Kampf für den Sozialismus auf halber Strecke stehen. Wir brauchen ein Gesamtprogramm! Forderungen im Interesse der 99% sind immer Angriffe auf die Interessen der KapitalistInnen und sie werden mit Drohungen kontern. Entsprechend brauchen wir ein Netz von zusammenhängenden Forderungen, das diese voraussieht und ihnen entgegengestellt werden kann. Voilä, das Programm ist geboren. Revolutionäre Realpolitik. Im Zentrum unserer politischen Arbeit steht immer die Frage, wie wir von unserer aktuellen Situation zum Sozialismus kommen. Entscheidend zur Beantwortung dieser Frage ist das Verhältnis zwischen Re¬form und Revolution, wie Rosa Luxemburg bereits 1899 festhielt. 1938 ging Leo Trotzki noch einen Schritt weiter und erarbeitete die Methode der Übergangsforderungen: Ein Zusammenschluss von Forderungen, die die Brücke zwischen dem (...).
Der Funke, Februar 2018.
Funke, Der > Generalstreik. Forderungen. Der Funke, 2018-02-01.
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01.02.2018 Schweiz
Generalstreik
Oltener Aktionskomitee
Vorwärts

Generalstreik
Oltner Aktionskomitee
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Grundstein des Streiks. Im November 1918 erreichten die sozialen Spannungen der Schweiz im Landesgeneralstreik Ihren Höhepunkt. Der Streik nahm am 4. Februar seinen Anfang, als das „Oltener Aktionskomitee" gegründet wurde. Ein Rückblick. Die beiden Begriffe „Oltener Aktionskornitee“ und „Generalstreik“ lassen sich nicht mehr voneinander trennen. Zu verdanken ist dies einer 50 Jahre anhaltenden bürgerlichen Geschichtsschreibung, welche den „unschweizerischen“ Landesgeneralstreik als revolutionäre und bolschewistische Verschwörung darstellte. Ihr zufolge sei es von Beginn an Ziel und Zweck des Komitees gewesen, den Generalstreik zu organisieren und damit einen revo¬ltionären Umsturz herbeizuführen. Dem ist in der Tat nicht so. Vielmehr bildete der Auslöser zur Gründung des „Oltener Aktionsausschusses“ eine vom Bundesrat geplante Vorlage zur Zivildienstpflicht, die von der Sozialdemokratie bekämpft wurde. Der zufolge sollte der Bundesrat das Recht haben, alle in der Schweiz wohnhaften Personen im Alter zwischen 14 und 60 zu einem zivilen Hilfsdienst aufzubieten. Geplant waren vor allem Arbeiten im Rahmen der Bestellung der von öffentlichen Gemeinwesen bebauten Grundstücke, Einbringung der Ernte und der Durchführungen von Bodenverbesserungen. Die Proteste seitens der Arbeiterschaft blieben nicht aus. Man befürchtete nicht grundlos, dass die Arbeiter auf diesem Wege militarisiert und zwangsweise zu zivilen Arbeiten abkommandiert werden könnten. (…). .Josch Kunz.
Vorwärts, 1.2.2018.
Vorwärts > Generalstreik. Vorwärts, 2018-02-01.
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15.11.2017 Schweiz
Generalstreik
SGB

Generalstreik
Tagung
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Landesstreik als Programm des Fortschritts im 20. Jahrhundert. SGB-HistorikerInnentagung: Auftakt zum Jubiläumsjahr 100 Jahre Landesstreik. Der Landesstreik vom 12.-14. November 1918 gilt als schwerste innenpolitische Krise der Schweiz seit der Gründung des Bundesstaats von 1848. Trotz Streikabbruch und ohne sofortige Erfüllung des Forderungskatalogs, ist der Landesstreik dennoch die entscheidende Weichenstellung in der Geschichte der modernen Schweiz: Die Streikforderungen, darunter die 48-Stunden-Woche, eine Alters- und Invalidenversicherung und das Frauenstimmrecht, wurden zum Programm des Fortschritts im 20. Jahrhundert, wie SGB-Präsident Paul Rechsteiner zum Auftakt der wissenschaftlichen Tagung zum 100. Jahrestag des Landesstreiks erklärte. An der von 260 Interessierten aus allen Landesteilen besuchten Tagung erörteten Historikerinnen und Historiker die zentralen Fragen rund um den Landesstreik. Sie beleuchteten aus verschiedenen Perspektiven die Ursachen, z.B. die katastrophale Ernährungslage breitester Bevölkerungskreise am Ende des 1. Weltkriegs. Sie gaben spannende Einblicke in den unterschiedlichen Verlauf der Streikbewegung in den verschiedenen Landesteilen. Sie zeigten die Konfliktlinien auf und diskutierten die mittel- und langfristigen Folgen des Streiks. Die Liste der Referentinnen und Referenten, alles ausgewiesene SpezialistInnen für die Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Schweiz im 20. Jahrhundert, finden Sie hier auf der Landesstreik-Website. Die vom Schweizerischen (…).
SGB, 15.11.2017.
SGB > Generalstreik. Tagung. SGB, 2017-11-15.
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07.11.2017 Schweiz
Generalstreik
Personen
SEV Schweiz
Adrian Zimmermann
Generalstreik
Interview
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Ein Blick zurück nach 99 Jahren. Der Generalstreik hat die Schweiz durchgeschüttelt. Vom 12. bis 14. November 1918 haben 250‘000 Lohnabhängige die Schweiz lahmgelegt. Wir befragten zu diesem in der Geschichte der Schweiz einzigartigen Streik Adrian Zimmermann; er ist Historiker und Co-Organisator eines Symposiums, das dem Generalstreik von 1918 gewidmet ist. Adrian Zimmermann, welche Dimension hatte der Generalstreik 1918? 250‘000 Personen haben am Generalstreik teilgenommen, das entspricht etwa einem Viertel aller Angestellten. Das Ausmass war also enorm. Häufig waren es die Eisenbahner, die Strassenbahner, die Metall- und Maschinenindustriearbeiter wie auch die Uhrmacher, die den Grossteil der Streikenden ausmachten. Aber auch Arbeiter fast aller andern Wirtschaftszweige haben sich angeschlossen. Am stärksten war die Bewegung in den Städten und Industriegebieten, und im allgemeinen war die Beteiligung in der Deutschschweiz stärker. In der Romandie war die Mobilisierung in der Industrieregion im Jurabogen am stärksten. In den Kantonen Waadt und Genf waren die Leute schwieriger zum Mitmachen zu bewegen als in den grossen Deutschschweizer Städten: August Huggler, Sekretär des Schweizerischen Eisenbahnerverbandes und Mitglied des Oltner Aktionskomitees, musste persönlich nach Lausanne fahren, um die Eisenbahner vom Streik zu überzeugen – mit Erfolg. In den mehrheitlich ländlich, katholisch und konservativ geprägten Kantonen Wallis und Freiburg fand der Streik praktisch nicht statt. In welcher (…).
SEV, 7.11.2017.
Personen > Zimmermann Adrian. Generalstreik. Interview. SEV, 2017-11-07.
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