Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 165

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14.06.2020 Schweiz
Frauen
Streik
Unia Schweiz

Frauenstreik
Gleichstellung
Volltext
Frauenstreik und violette Woche. Die Schweiz mobilisiert für Gleichstellung. Heute, am 14. Juni, und während der ganzen letzten Woche haben sich die Frauen der Unia mit zahlreichen Aktionen für Respekt, mehr Lohn und mehr Zeit eingesetzt! Denn trotz dem überwältigenden Frauenstreik vom letzten Jahr tippelt die Schweiz in Sachen Gleichstellung nur mit kleinsten Schritten vorwärts. Unia fordert deshalb eine generelle Aufwertung aller Frauenlöhne sowie Prämien für diejenigen Frauen, die während der Pandemie an vorderster Front unsere Grundversorgung sicherstellten. Die Frauen haben mehr verdient: Respekt, mehr Lohn und mehr Zeit. Vor einem Jahr haben die Frauen in der ganzen Schweiz mit der grössten politischen Mobilisierung seit Jahrzehnten ihre Kraft und die Entschiedenheit unter Beweis gestellt. Und doch hat sich seither viel zu wenig getan. Lohndiskriminierung, Doppel- und Dreifachbelastung und Respektlosigkeiten prägen den Alltag der Frauen in der Schweiz. Aus diesem Grund finden heute – am Jahrestag des Frauenstreiks – in der ganzen Schweiz Aktionen statt. Schon im Verlauf dieser Woche, seit Montag, 8. Juni, haben sich die Frauen der Unia mobilisiert. In Neuenburg wurde eine Schandmauer erbaut und anschliessend abgerissen, um das Ende von Sexismus und Diskriminierung zu symbolisieren. In Olten wurde eine Statue in Violett gekleidet. In Delsberg haben die Frauen den Mahnfinger für Gleichstellung erhoben. Anlässlich des Frauenstreikjubiläums publiziert die Unia auch ihr Buch“Die Schweiz bebt. (…).
Unia Schweiz, Medienmitteilung. 14.6.2020.
Unia Schweiz > Frauenstreik. Gleichstellung. Unia Schweiz, 2020-06-14.
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14.06.2020 Schweiz
Frauen
Gewerkschaftsbund ZH Kanton
Personen
Fanin Elisabeth
Mara Rikli
Frauenstreik
Interview
Volltext
Frauenstreik: „Klar hat sich etwas bewegt“. Mamablog-Interview mit GBKZ-Vizepräsidentin Elisabeth Fannin. Wenn Frau will, steht die Welt still: Das hat der Frauenstreiktag vor einem Jahr gezeigt. Was das verändert hat und wie sich Corona auf die Forderungen der Frauen auswirkt, sagt Elisabeth Fannin. Heute vor einem Jahr leuchtete die Schweiz in Violett und Lila. Am 14. Juni 2019 gingen alleine in Zürich 160’000 Teilnehmerinnen, schweizweit gar über eine halbe Million Menschen für den Frauenstreiktag auf die Strassen. Sie tanzten und marschierten, hielten Transparente in die Höhe, fuhren Klitoris-Velos und schrien in pinkfarbene Mikrofone. Unterschiedlichste Frauen liefen Hand in Hand, für einmal unabhängig von ihrer Partei, ihren Altersklassen, Religionen und Hautfarben, und machten damit auf Diskriminierung und Gewalt, auf Chancenungleichheiten, finanzielle Benachteiligungen und politische Missstände aufmerksam. Fast alle, die an diesem Tag in den Massen unterwegs waren, erinnern sich mit Gänsehaut und Wehmut an die einmalige Energie und Stimmung zurück. Freundinnen, Arbeitskolleginnen, Schwestern, Mütter und Grossmütter feierten danach gemeinsam und waren voller Hoffnung, ihre Anliegen würden bald umgesetzt.
Heute, ein Jahr später, ist die Euphorie vorbei. Der Corona-Lockdown riss viele der Frauen vorerst in ein anderes Leben, feministische Anliegen mussten hintenanstehen. Elisabeth Fannin, Gewerkschaftssekretärin bei Syndicom und Vizepräsidentin des Zürcher Gewerkschaftsbundes, hat (…).
GBKZ, 14.6.2020.
http://www.textverzeichnisse.ch/Portals/7/Personen/Fanin%20Elisabeth.%20Frauenstreik.%20Interview.%20GBKZ,%202020-06-14.pdf
13.06.2020 Schweiz
Frauen
SGB

Frauenstreik
Gleichstellung
Volltext
Ein Jahr Frauenstreik: Forderungen noch lange nicht eingelöst. Gleichstellung von Mann und Frau. Morgen Sonntag 14. Juni jährt sich der historische Frauenstreik 2019. Vor einem Jahr waren mehr als 500'000 Frauen* auf den Strassen, um Lohn, Zeit und Respekt zu fordern. Doch Frauen bekommen immer noch tiefere Löhne und Renten als Männer und übernehmen mehr Betreuungsarbeit. Dies muss dringend korrigiert werden. Während der violetten Woche haben die SGB-Gewerkschaften dies betont und am Jahrestag des Streiks werden die Frauenstreikkomitees schweizweit mit Aktivitäten nachlegen.
Frauen verdienen fast ein Fünftel weniger als Männer. Über die Hälfte der erwerbstätigen Frauen verdient nicht einmal 4000 Franken pro Monat, bei den Männern sind es bloss 16 Prozent. Auch wenn ein Teil dieser Unterschiede durch Faktoren wie Berufswahl, Ausbildungsdauer oder Erwerbspensum erklärt werden kann, gilt: Die Arbeit von Frauen ist gegenüber derjenigen von Männern massiv unterbewertet. Nach einer dreijährigen Lehre verdienen Einsteigerinnen in Frauenberufe wie Coiffeuse oder Kleinkinderbetreuerin zwischen 3'900 und 4'500 Franken, junge Dachdecker oder Maurer verdienen dank GAV 1000 Franken mehr. Dramatische Rentensituation der Frauen. Die Arbeit der Frauen, die sich als zentral für das Funktionieren der Gesellschaft während der Krise erwiesen hat, ist nicht nur schlecht entlöhnt, sie führt auch zu unwürdigen Altersrenten – im Schnitt einen Drittel tiefer. Nur die AHV berücksichtigt nicht bezahlte …).
SGB, Medienmitteilung, 13.6.2020.
SGB > Frauenstreik. Gleichstellung. SGB, 13.6.2020.
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12.06.2020 Schweiz
Personen
Work
Sandra Künzi
Frauenstreik
Volltext
Im Dunkeln. Schagge, der Corona ist ein Zeichen. Jetzt müsst ihr streiken!» Moll sicher, grad als alle Schiss hatten vor der ersten Welle, dann ein Streik. Weisch wie? Schagge schafft in der Pflege, und 90 Prozent aller Pflegenden sind Frauen. Aber ebe. Fraue sind eifach zu nett. Die nützen eine ¬gesellschaftliche Notlage nicht aus, sondern machen brav ihre schlechtbezahlte Arbeit. Klar ich würd auch niemanden ersticken lassen, nur für -fairere Löhne, gerechte Arbeitsbedingungen und so … wobei …Im Corona-Krisenstab, hat’s genau zwei Frauen auf zwölf Männer. Dabei ist es doch eine systemrelevante Krise. Weil systemrelevant sind ja all die unterbezahlten Frauenberufe. Da frag ich mich schon, was der alte weisse Eidgenoss überlegt? Stab = Stäbe, oder was? Gleichstellungs-Gstabis dünkt mi. Ja klar, seit dem Streik sind historische 42 Prozent Frauen im Schweizer Parlament! Aber im Kanton Uri, nume Bischpil, hat’s keine Frau in der Regierung und nur 25 Prozent Frauen im Parlament. Von einem Kanton, der ernsthaft noch eine Busstation namens „Mohrenkopf“ führt (Erstfeld), kann man natürli nicht erwarten, dass er Frauen in der Regierung hat. Weisch, was ich denke? Die wollen einfach nicht. Drum bin i voll für Quote. Moll sicher. Saftiger Streik. Es isch wie bi dem Witz, wo einer was im Dunkeln verliert, aber unter der Laterne sucht, weil er dort mehr sieht. Quote heisst: Du darfst ab jetzt nur noch dort suchen, wo du es verloren hast. Ja, d  (…).
Sandra Künzi.
Work pnline, 12.6.2020.
Personen > Kuenzi Sandra. Frauenstreik. Work online, 2020-06-12.
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04.10.2019 Schweiz
1. Mai Schweiz
SGB

1. Mai Schweiz
Frauenstreik
Volltext
Mehr zum Leben! Aufruf des SGB zum 1. Mai 2019. Wenn wir Arbeitnehmende zusammenstehen und unsere Interessen gemeinsam vertreten, können wir viel erreichen. Zum Beispiel im Betrieb: Mit einem Streik hat die Redaktion der Schweizer Nachrichtenagentur SDA die Direktion gezwungen, die Kündigungen aller über 60jährigen RedaktorInnen rückgängig zu machen. Zusammenstehen lohnt sich auch in einer ganzen Branche: Mit einer vorbildlichen Mobilisierung und Warnstreiks gelang es den Bauarbeitern nicht nur, ihr Rentenalter 60 zu retten und abzusichern, sondern gleichzeitig auch noch eine seit langem verdiente Lohnerhöhung zu erkämpfen. Auch in der Politik können wir Arbeitnehmende viel bewegen, wenn wir solidarisch für unsere gemeinsamen Interessen einstehen: Nur dank dem harten Auftreten der Gewerkschaften steht in der Debatte über das Rahmenabkommen Schweiz-EU endlich die Sicherung des Lohnschutzes, die Sicherung der Flankierenden Massnahmen im Zentrum. Angriffe auf den Lohnschutz. Doch wir wissen genau: Vielen aus Arbeitgeberkreisen, der Wirtschaft und der Politik war Lohnschutz schon immer ein Dorn im Auge. Sie stellen sich heute auf die Seite der süddeutschen Gewerbler und der Ideologen in der EU-Kommission, die unseren Lohnschutz abbauen und die schwachen EU-Regeln durchsetzen wollen. Wir Gewerkschaften stehen ein für die Personenfreizügigkeit. Sie ist eine Errungenschaft und schützt die Arbeitnehmenden, woher auch immer sie kommen vor Diskriminierung. Aber nur, wenn sie an einen starken Lohnschutz gekoppelt ist. Wir wollen Löhne statt Grenzen (…).
SGB, 10.4.2019.
SGB > 1. Mai Schweiz. Aufruf. SGB, 2019-04-10.
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04.10.2019 Schweiz
1. Mai Schweiz
SGB

1. Mai Schweiz
Frauenstreik
Volltext
Mehr zum Leben! Aufruf des SGB zum 1. Mai 2019. Wenn wir Arbeitnehmende zusammenstehen und unsere Interessen gemeinsam vertreten, können wir viel erreichen. Zum Beispiel im Betrieb: Mit einem Streik hat die Redaktion der Schweizer Nachrichtenagentur SDA die Direktion gezwungen, die Kündigungen aller über 60jährigen RedaktorInnen rückgängig zu machen. Zusammenstehen lohnt sich auch in einer ganzen Branche: Mit einer vorbildlichen Mobilisierung und Warnstreiks gelang es den Bauarbeitern nicht nur, ihr Rentenalter 60 zu retten und abzusichern, sondern gleichzeitig auch noch eine seit langem verdiente Lohnerhöhung zu erkämpfen. Auch in der Politik können wir Arbeitnehmende viel bewegen, wenn wir solidarisch für unsere gemeinsamen Interessen einstehen: Nur dank dem harten Auftreten der Gewerkschaften steht in der Debatte über das Rahmenabkommen Schweiz-EU endlich die Sicherung des Lohnschutzes, die Sicherung der Flankierenden Massnahmen im Zentrum. Angriffe auf den Lohnschutz. Doch wir wissen genau: Vielen aus Arbeitgeberkreisen, der Wirtschaft und der Politik war Lohnschutz schon immer ein Dorn im Auge. Sie stellen sich heute auf die Seite der süddeutschen Gewerbler und der Ideologen in der EU-Kommission, die unseren Lohnschutz abbauen und die schwachen EU-Regeln durchsetzen wollen. Wir Gewerkschaften stehen ein für die Personenfreizügigkeit. Sie ist eine Errungenschaft und schützt die Arbeitnehmenden, woher auch immer sie kommen vor Diskriminierung. Aber nur, wenn sie an einen starken Lohnschutz gekoppelt ist. Wir wollen Löhne statt Grenzen (…).
SGB, 10.4.2019.
SGB > 1. Mai Schweiz. Aufruf. SGB, 2019-04-10.
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01.07.2019 Schaffhausen
Frauen
Personen
VPOD-Magazin
Christoph Schlatter
Frauenstreik
Volltext
Kleine Anfrage betr. Munotglöggli. Über der schönen Stadt Schaffhausen ganz zusserscht usse und änne am Rhy thront der Munot, die gewaltige Rundbastion. Seiner Bestimmung als Wehranlage gemäss hat man ihn nur einmal, 1799 in der sogenannten Franzosenzeit, gebraucht. Das danach stark ramponierte Bauwerk verkam zum Steinbruch. Dann aber trat ein weitsichtiger Zeichenlehrer auf den Plan, der Schaffhausen sein Wahrzeichen und dem Volkslied ein Sujet rettete. Der Turm ist bewohnt. Seit 1589 läutet der Munotwächter jeden Abend um 21 Uhr das Munotglöcklein. 5 Minuten lang. Von Hand. Dann werden die Stadttore geschlossen, und in den Wirtschaften wird der Zapfhahn zugedreht. Ganz so streng geht es heute natürlich auch in Schaffhausen nicht mehr zu. Aber das abendliche Läuten gehört immer noch zu den Pflichten des Munotwächters. Daneben kümmert er sich um das Damwildrudel, das im Munotgraben lebt und dessen Platzhirsch traditionell den Namen des Stadtpräsidenten trägt: Auf Felix folgten Max, Marcel, Thomas. Seit 2015 herrscht Peter. Das Munotamt ist seit 2017 in Frauenhand. Am Frauenstreiktag flatterte drum auf der Zinne nicht die städtische Fahne mit dem Schafbock, sondern eine lilane. Frech: Auch das abendliche Läuten blieb aus am 14. Juni 2019. Damit hat sich die Munotwächterin den Zorn und eine parlamentarische Anfrage von Frau Kobler, SVP, zugezogen: „Ist der Stadtrat nicht auch der Meinung, dass das Munotglöggli nicht für politische Zwecke missbraucht werden soll? Welche Fahnen dürfen auf (…). Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.7.2019.
Personen > Schlatter Christoph. Frauenstreik. Munot. VPOD-Magazin, 2019-07-01.
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01.07.2019 Schweiz
Frauen
Personen
VPOD-Magazin
Annette Hug
Frauenstreik
Volltext
Streiken, um streiken zu können. In den Tagen nach dem Streik kommen die wirklich schönen Fotos auf den digitalen Pinnwänden von Freundinnen. Die ersten Eindrücke werden gefiltert, wir ziehen ein Fazit. Nicht alle dasselbe. Fast jede Zeitung versucht sich an der historischen Einordnung. Das Beste: Gleich nach dem Frauenstreik beginnt die Umsetzung in verschiedensten Gremien. Kaum eine Entscheidung, die irgendetwas mit Frauen und Männern zu tun hat, bleibt unberührt von der Wucht dieses Aufruhrs. So kann daraus Macht werden. Und während in Parlamenten, Vorständen, in Personalkommissionen und GAV-Verhandlungen die konkreten Konsequenzen aus dem Streik formuliert und hoffentlich gezogen werden, geht das Sammeln von Bildern weiter. Denn ganz verstanden, was da abgegangen ist, haben wir noch nicht, ich jedenfalls bin noch etwas in der Schwebe. Wie schon 1991 ist ätzend oft die Frage aufgetaucht, ob das, was Frauen da machen, überhaupt ein richtiger Streik sei. Die Frage ist ärgerlich, aber nicht blöd. Sie hat System, das heisst, sie verrät viel über das System, aus dem sie stammt. Das erste Mal, als mir etwas von diesem System aufging, war in den Jahren vor dem ersten Frauenstreik. An den Schulen mobilisierten wir für die Abschaffung der Schweizer Armee. In diesem „Wir“ gab es Helden, und das waren nur Männer. Sie sassen damals noch Gefängnisstrafen von zwei bis fünf Monaten ab, wenn sie den Militärdienst verweigerten und keine psychische Krankheit vorschoben. Weil Frauen (…). Anette Hug.
VPOD-Magazin, 1.7.2019.
Personen > Hug Anette. Frauenstreik. VPOD-Magazin, 2019-07-01.
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01.07.2019 Schaffhausen
Frauen
Personen
VPOD-Magazin
Christoph Schlatter
Frauenstreik
Volltext
Schaffhausen: Ein politisches Bad im kalten Rhein und bewegende Reden. Hühnerhaut und Rosenblätter. Der Frauenstreik war nicht nur in den Zentren. Stellvertretend für viele mittlere und kleinere Orte ein Bericht aus Schaffhausen: Der vom VPOD-Magazin in die alte Heimat entsandte Redaktor wird mit Rosenblättern beworfen und bekommt Hühnerhaut. Cutis anserina, Dermatospasmus oder Piloerektion ist eine vom vegetativen Nervensystem gesteuerte Kontraktion der Haarbalgmuskeln, die ein Aufrichten der Körperhaare bewirkt. Man kennt die Erscheinung als Gänsehaut, in der Schweiz als Hühnerhaut: sie kann körperliche oder psychische Auslöser haben. Wohl vorab körperliche bei den drei Dutzend Frauen, die sich mitsamt ihren Pussyhats mutig ins nur gut I5 Grad warme Wasser des Rheins warfen. Und zwar im Mannehägli der Rhybadi, im oberen Teil der ältesten Kastenbadeanstalt der Schweiz. Die reiferen unter den Schwimmerinnen erinnern sich, dass früher Frauen hier nicht zugelassen waren; sie mussten weiter unten im deutlich kürzeren Frauenhägli im Kiel- und Abwasser der Männer schwimmen. Auch auf dem Fronwagplatz wird des zähen Ringens gedacht, das in der Schweiz jeglichem Fortschritt in der Sache der Frau voranzugehen pflegt, unter anderen von der Schaffhauser VPOD-Präsidentin Nella Marin. Ein Strassentheater illustriert die Historie mit Bildern, Trommelschlägen und Rosenblättern. Punkto Frauenrechte habe unser Land das gesamte 20. Jahrhundert hindurch das (…). Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.7.2019.
Personen > Schlatter Christoph. Frauenstreik Schaffhausen. VPOD-Magazin, 2019-07-01.
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28.06.2019 Schweiz
Frauenstreik
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Frauenstreik
Nationalratswahlen
Volltext
Wieder Alltag, Schwestern. „Gell, es war so, dass man jetzt fast nicht mehr in den Alltag zurück¬findet“, sagte Geschichtsprofessorin Caroline Arni ein paar Tage nach dem Frauenstreik zu mir. Als ich sie fragte, ob sie für Work den Frauenstreik analysieren könnte. Denn noch ist wenig darüber nachgedacht worden, was am 14. Juni 2019 eigentlich passiert ist. Wie war dieser gigantische Tag möglich? Und was bedeutet er? Perspektivwechsel. Arni dachte nach, und nicht nur sie: In diesem Work ziehen drei feministische Forscherinnen aus drei Generationen Bilanz. Neben Arni (49) die Soziologieprofessorin Claudia Honegger (71) und die Genderforscherin Fleur Weibel (35). Als „einen Akt des zivilen Ungehorsams“ wertet Honegger den Frauenstreik. Ein Akt, der zeige, „dass Öffentlichkeit herstellbar ist und gerade in diesen Zeiten der Fragmentierung in den sozialen Medien hergestellt werden kann und muss“. Weibel ortet eine der Wurzeln dieses historischen Streiks in einem feministischen Bewusstseinsschub. Plötzlich wurde der Frauenstreik von 1991 Thema und wie lange es ging bis zum Frauenstimmrecht oder zur Mutterschaftsversicherung. Weibel: „Und vor allem auch viele junge Frauen sahen sich auf einmal als Teil der Frauengeschichte der Schweiz.“ Aha-Erlebnis und Initiationsritus also. Oder wie es Arni formuliert: „Für einen Moment haben sich sehr viele Frauen in der Schweiz zum politischen Subjekt erhoben. Sie haben sich angemasst, die Welt, in der sie leben, aus der Perspektive der Frauen anzuschauen.“ Und alle anderen  (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 28.6.2019.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Nationalratswahlen. Work online, 2019-06-28.
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28.06.2019 Bern
Personen
Work
Patricia D Incau
Frauenstreik
Volltext
Der historische 14. Juni 2019: Alle Erwartungen übertroffen! Jede Dimension gesprengt! Gross, grösser, grossartig: So war der Frauenstreik. Über eine halbe Million Frauen strömten am 14. Juni 2019 auf Strassen und Plätze der Schweiz. Mit grenzenloser Kreativität und unbändiger Macht. Der Frauenstreik war die grösste politische Demonstration der neueren Geschichte. Die Work-Redaktion war mittendrin und hat die Aufbruchstimmung eingefangen. Die lila Welle kommt über Nacht. Die Gerechtigkeitsgasse wird zur Frauen*streikgasse, die Spitalgasse zur Care-Arbeit-Gasse, am Bahnhof grüsst ein Transparent: „Nächster Halt: Gleichstellung“. Oben rollen die Züge, unten wirbeln die Frauen. Mit ¬Besen und Staubsauger, quer durch die Bahnhofshalle. Rund 20 sind es. Mit violetten Tüchern im Haar, dem Staubwedel in der Hand und dem Wäschekorb unter dem Arm. Typische Hausarbeit, mitten im Pend¬lerinnenstrom. Weil (Gratis-)Hausarbeit noch immer als Frauenarbeit gilt und meistens unsichtbar ist. 200 Verkäuferinnen entrollen ein langes Forderungsband. Rebellinnen. Schmuckverkäuferin Marcia eilt aus der Ladentür hinaus in die Marktgasse. Eine violette Streikfahne in der einen Hand, ein gelbes Streikfähnchen in der anderen. Dann reiht sie sich ein in die lange Frauenkette, die sich durch die ganze Strasse zieht: Rund 200 Verkäuferinnen halten eine hundert Meter lange Stoffbahn. Darauf stehen ihre Forderungen: keine Sonntagsarbeit, längerer Elternurlaub. Und endlich rauf mit den Löhnen! (…). Patricia D’Incau.
Work online, 28.6.2019.
Personen > D’Incau Patricia. Frauenstreik Bern. Work online, 2019-06-28.
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28.06.2019 Zürich
Personen
Work
Jonas Komposch
Frauenstreik
Volltext
Zürich bebt. „What the hell is going on here?“ prustet es aus einem US-amerikanischen Touristen, als er mit zwei Rollkoffern aus dem Zürcher Hauptbahnhof tritt: „Was zum Teufel ist denn hier los?“ Was er sieht, ist ein Meer von lauten, selbstbewussten, ja euphorischen Frauen. Die Strassen sind verstopft. An einen Touri-Bummel ist nicht zu denken, viel eher an Revolution. Schliesslich sind es so viele Frauen, dass sämtliche Zählmethoden schlichtweg versagen. Selbst die Stadtpolizei kapituliert und belässt es bei einer vagen Schätzung von „mehreren Zehntausend“. Das lokale Streikkomitee wiederum kommt Handgelenk mal Pi auf 160‘000. Tatsächlich dürften es über Hunderttausend sein. Und das ist historisch: die grösste politische Demonstration, die Zürich jemals gesehen hat. Es kracht um Mitternacht. Seinen Anfang nimmt der Mega-Event am Goldbrunnenplatz in Zürich Wiedikon. Um punkt Mitternacht versammeln sich dort Quartierbewohnerinnen mit Trommeln und Pfannendeckeln und lärmen den Streik in die Nacht. Wenig später krachen Raketen im Kreis 4 und 5, wo zudem ein schier endloser Autocorso mit Frau am Steuer den Streik einhupt und den Verkehr lahmlegt: Statt Trams rollen nun lila beflaggte VW-Büssli, Cabrios und sogar Traktoren. Bald füllen sich Gassen und Plätze auch mit Frauen. Und die führen so einiges im Schild: Mitten auf der Hardbrücke etwa taucht plötzlich eine überdimensionale Klitoris auf, an der Uni „fraulenzen“ Wissenschafterinnen auf Liegestühlen, und am Idaplatz werden für ein währschaftes Bäuerinnen¬zmorge (Hühner-)Eier zerschlagen. (…). Jonas Komposch.  Work online, 28.6.2019.
Personen > Komposch Jonas. Frauenstreik Zuerich. Work online, 2019-06-28.
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28.06.2019 Le Sentier VD
Personen
Work
Anne-Sophie Zbinden
Frauenstreik
Volltext
Das Vallée de Joux hallt. «Oli, oli, oli, ola, 14 juin nous y voilà», klingt’s durch das Vallée de Joux. Das ¬Juratal liegt zwar etwas abseits, aber beim Frauenstreik mittendrin. Rund 500 Uhrenarbeiterinnen haben sich in Le Sentier VD zu einer verlängerten Mittagspause versammelt. Trotz Regen und frostigen Temperaturen erhitzen sich die Frauengemüter: für gleiche Löhne, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, mehr Frauen in Kaderpositionen. Löhne rauf. Elsa (22) und ihre Freundin Virginie (41) sind seit frühmorgens auf den Beinen. Die beiden Arbeiterinnen haben ihre Kolleginnen mobilisiert und sich die Nägel lila lackiert. Elsa sagt: „In der Uhrenbranche beträgt der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen sogar 25 Prozent.“ Ihre Freundin Virginie doppelt nach: „Die Löhne müssen jetzt endlich rauf! Wir sind wütend, aber das heute, das ist ein Fest!“ Und weiter geht’s im Takt, oli, oli, ola… Wo alles begann. Da ruft Unia-Frau Camille Golay in die Menge: „Auch Liliane Valceschini war wütend. Und wir sind wütender denn je!“ Tosender Applaus, Hunderte Frauenfäuste recken in die Luft. Denn Liliane, Frauenstreikerin der ersten Stunde, ist eine von ihnen. Die Frau, die 1991 den ersten Frauenstreik ins Rollen brachte (Work berichtete), war ebenfalls Arbeiterin im Tal der Luxusuhren. Im Valée de Joux hat vor 28 Jahren alles begonnen. Und deshalb ist heute auch Unia-Chefin Vania Alleva hier. Um am Tag der Tage diesen symbolischen Ort zu würdigen, wie sie sagt. Und: „Wir müssen weiterkämpfen!“ (...). Anne-Sophie Zbinden.
Work online, 28.6.2019.
Personen > Zbinden Anne-Sophie. Frauenstreik Vallée de Joux. Work online, 2019-06-28.
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28.06.2019 BS Kanton
Personen
Work
Christian Egg
Frauenstreik
Volltext
Basel platzt. In Basel fängt der Frauenstreik schon am Abend vorher an: Riesig projizieren Aktivistinnen das Streiklogo mit der Faust auf den Roche-Turm, das höchste Haus der Schweiz. Am Morgen dann tragen die Verkäuferinnen der Kosmetikkette Lush in der Freien Strasse Pink. Vor dem ¬Laden hängt die Streikfahne, neben der Kasse liegen Streikbändeli. Sie selber hätten ja keinen Grund zum Streiken, sagen die Frauen. Ihre Löhne seien deutlich besser als sonst im Detailhandel. Aber dass sie am Streiktag solidarisch seien und Farbe bekennten, das sei Ehrensache. Die Kosmetik-Verkäuferinnen bekennen Streikfarbe. Superheldinnen*Gasse. „Stop!“ ruft eine Frau um halb zwölf am Messeplatz. Und noch eine und noch eine. Es ist der Tanz-Flashmob gegen Gewalt gegen Frauen. Mit Youtube-Videos haben sie vorher geübt, jetzt tanzen etwa 50 Frauen gemeinsam und kraftvoll. Dann verteilen sie pinkige Schirme mit der Streikfaust und dem Slogan: «Gewalt ist nie privat». Vor dem Kunstmuseum stehen Baubaracken. Auch sie sind mit Streikfahnen und einem Transparent geschmückt. Gleich dahinter haben Frauen die Rittergasse in Superheldinnen*gasse umbenannt. Weniger Schwachsinn. Am Theaterplatz sind schon am Mittag mehrere Tausend Frauen da. Auf einem T-Shirt steht „More Feminism, less Bullshit“: Mehr Feminismus, weniger Schwachsinn. Um halb vier, anderthalb Stunden vor Demostart, ist der Platz schon viel zu klein. (…). Christian Egg.
Work online, 28.6.2019.
Personen > Egg Christian. Frauenstreik Basel. Work online, 2019-06-28.
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28.06.2019 St. Gallen
Personen
Work
Ralph Hug
Frauenstreik
Volltext
St. Gallen rappt. Der Demozug will nicht enden. 5‘000 sind es mindestens. Wieder und wieder hallt ein Ohrwurm durch die Gassen: „Ufe mit de Frauelöhn, abe mit de Boni!“ Dieser Slogan hat Evergreen-Qualität. Vor allem, weil sich das „Boooni“ beim Marsch so schön in die Länge ziehen lässt. Queerfeministisch. Jetzt ist das Kollektiv „Die Leiden der jungen Bertha“ am Zug. Das sind fünf clevere junge Frauen. Sie nennen sich queerfeministisch. Will heissen: Das Geschlecht spielt keine Rolle, denn es hat viele Gesichter und kann sich wandeln. Die Berthas stehen mit Megaphonen bewaffnet auf der Bühne. Sie üben mit den Demonstrierenden das Parolenrufen ein: „Uufe mit de Frauelöööhn, aabee mit de Booooni!“ Die Berthas sind in Fahrt. Sie legen auch noch eine Performance hin. Eine feministische Polit-Performance direkt unter den Augen von Vadian, dem Stadtheiligen. Einen solchen Aufstand der Weiber hat der Reformator noch nie gesehen. Die Berthas rappen rhythmisch ins Megaphon: „Wir stören, was uns stört!“ Sie haben farbige Perücken aufgesetzt. Da explodiert die Kreativität einer neuen Generation. Gallus-Frauenpower. Und dieser legt die Stadt lahm. Nichts läuft mehr in der Innenstadt, die Polizei kapituliert. Alles steht still, wenn Frau will. Auf Facebook schreiben die Berthas zwei Tage später: „Bertha weiss, dass das Gras grüner ist auf der anderen Seite.“ Tausende andere wissen es jetzt auch.
Ralph Hug.
Work online, 28.6.2019.
Personen > Hug Ralph. Frauenstreik St. Gallen. Work online, 2019-06-28.
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28.06.2019 BS Kanton
Frauenstreik
Kunstmuseum
Personen
Work
Jonas Komposch
Entlassungen
Frauenstreik
Museum
Volltext
Kunstmuseum muss Frauenstreikerinnen wieder einstellen. Sieg der Frauen-Solidarität. Das Kunstmuseum Basel stellte zwei Frauenstreik-Teilnehmerinnen fristlos auf die Strasse. Doch dieser Schuss ging nach hinten los. Damit haben die Herren aus der Chefetage des Basler Kunstmuseums wohl nicht gerechnet: Als sie nach dem Frauenstreik zwei Aufseherinnen fristlos entliessen, schlug ihnen die geballte Macht der Solidarität entgegen. Zunächst entlud sich im Internet ein regelrechter Shitstorm über die „völlig verstaubte“ Museumsleitung unter Josef Helfenstein und seinem Marketingchef Wolfgang Giese. Dieser hatte den Rausschmiss äusserst unbeholfen verteidigt: Die beiden Mitarbeiterinnen hätten ihre Streikteilnahme einfach zu spät angekündigt und seien halt noch in der Probezeit gewesen, weshalb man „das Vertrauen in sie verloren“ habe. Die Kündigungen waren nach fünf Tagen vom Tisch. Boykott. Solche Aussagen liess sich die Basler Frauenstreikbewegung nicht bieten. Stattdessen forderte sie die sofortige Wiedereinstellung der rausgeworfenen Aufseherinnen. Verschiedene Stimmen verlangten auch den Rücktritt der Museumsleitung und riefen zum Boykott der berühmten Kulturinstitution auf. Das Basler Frauenstreikkollektiv demonstrierte vor dem Museum. Und innert zweier Tage unterschrieben fast 4‘000 Leute eine Onlinepetition für die Rücknahme der Kündigungen. Unter dem Druck der Öffentlichkeit schaltete sich zu guter Letzt auch noch Elisabeth Ackermann ein. Die (…). Jonas Komposch.
Work online, 28.6.2019.
Personen > Komposch Jonas. Kunstmuseum Basel. Frauenstreik. Work, 2019-06-28.
Ganzer Text
28.06.2019 Bern
Frauenstreik
Personen
Work
Katrin Bärtschi
Briefträger
Frauenstreik
Volltext
Die Briefträgerin & der Frauenstreik. Der 14. Juni 2019 ist Geschichte. Er ist Geschichte! Die Briefträgerin hatte in der Bude im Vorfeld nicht gross agitiert und diskutiert. Sie hatte den Ansteckknopf getragen, und sie hatte die Plakate mit der violetten Dreifaltigkeit aufgehängt. Und Flugblätter im Pausenraum verstreut. Am Montag danach hingen die Plakate noch. Und am Dienstag auch. Und auch bei Redaktionsschluss immer noch. Grad eso! Der Chef fragte die Briefträgerin: „Wie war’s am Freitag?“ Sie antwortete überrumpelt: „Es war genial!“ Und dann berichtete sie von barbusigen Amazonen auf dem Traktor, die sie leider nicht live gesehen habe. Nun war der Chef überrascht. „Grad eso?“ „Grad eso!“ lachte die Briefträgerin. Die Arbeit liess keinen Raum für weitere Gespräche. Später, auf dem Heimweg, gingen ihr noch viel mehr Impressionen durch den Kopf. 70’000 waren in der Stadt Bern gewesen. Junge, selbstbewusste Frauen und alte ebensolche, Bäuerinnen, Kirchenfrauen, Inländerinnen und Ausländerinnen, mit Papieren und ohne. Auch Verhüllte. „Uns braucht man nicht zu sehen, nur zu hören.“ So habe eine ihrer Parolen gelautet, erfuhr die Briefträgerin von anderen Kundgebungsteilnehmerinnen. Die Briefträgerin mag keine Kleidervorschriften, egal, von wem sie erlassen werden. Im Beruf mögen sie gelten, sie dienen der Kenntlichkeit und der Arbeitssicherheit. Aber sonst: „Kein offen getragenes Haar!“, „Keine Hosen im Sommer!“ – solche Sittlichkeitsvorschriften hat sie als Mädchen noch erlebt. (…). Katrin Bärtschi.
Work online, 28.6.2019.
Personen > Baertschi Katrin, Brieftraegerin. Work online, 2019-06-28.
Ganzer Text
28.06.2019 Schweiz
Frauenstreik
Personen
Work
Sandra Künzi
Frauenstreik
Volltext
Für ä grächti Gschicht. 14. 6. Wir haben Geschichte geschrieben. Also nicht so ein mickriges Leserbriefli, sondern einen fetten Eintrag fürs Geschichtsbuch: der grosse zweite Schweizer Frauenstreik 2019. Dammi Siech, wie guet war das denn? Ich hab mindestens fünfmal grännet und öppe gleich viel Bier getrunken, was chli blöd war wegen de WC, aber egal. Sogar Schagge hatte Tränen in den Augen: „Als SP-Badran weinen musste!“ Dann schrie -Tamara „Wir wollen kein Stück vom verschimmelten Kuchen, sondern die ¬ganze verdammte Bäckerei“, und wir rissen uns kollektiv die verweinten Oberteile vom Leib. Ich weiss nid, warum das nicht in den Medien kam. Ich meine 70’000 fröhliche blutte Frauen ist doch nicht nichts, oder? Gut, vielleicht waren es nicht ganz alle, aber ömmel genug, um Spass zu haben. Obwohl es ja nicht um Spass ging, sondern um richtige, ernste Probleme. Sonst brauchte es ja nicht zwei Frauenstreiks, oder? Wenn wir was gelernt haben in den letzten Jahren: Das mit Freiwillig chasch vergässe! 16. 6. Frauenlauf Bern mit 12‘500 Läuferinnen (also nicht wegen dem Streik). 19. 6. Der Ständerat legt es bizzli Frauenquoten für Börsenunternehmen fest (vermutlich wegen dem Streik). 20. 6. Und grad nomal Ständerätli: Es isch plötzlich für zwei herzige Wochen Vaterschaftsurlaub (wegen dem Streik). 21. 6. Hey CVP, du alte Socke, du anerkennst die Ehe für alle. 22. 6. Das Kunstmuseum ¬Basel kündigt zwei Mitarbeiterinnen, weil sie am Frauenstreiktag um 15.24 Uhr ihre Arbeit niederlegten. (…). Sandra Künzi.
Work online, 28.6.2019.
Personen > Kuenzi Sandra. Frauenstreik. Work online, 2019-06-28.
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28.06.2019 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Patricia D Incau
Frauenstreik
Programm
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Nach dem Streik ist vor dem Frauentag: „Wir machen weiter!" Am 14. Juni haben sie Geschichte geschrieben. Jetzt wollen die Frauen dafür sorgen, dass ihre Forderungen tatsächlich umgesetzt werden. Hunderttausendfach war es am 14.Juni zu hören: Schluss mit Sexismus, Gewalt und Diskriminierung! Schluss damit, dass Frauen noch immer rund 20 Prozent weniger verdienen als Männer, rund 37 Prozent weniger Rente haben und nach wie vor den Grossteil der unbezahlten Care-Arbeit erledigen. Jetzt liegen die Forderungen auf dem Tisch. Doch die Streikorganisatorinnen wissen: Damit sie auch tatsächlich erfüllt werden, muss Frau dranbleiben. Und das ist jetzt beschlossene Sache. Mehr Druck machen. Unia-Frau Corinne Schärer sagt: „Wir machen weiter!“ Sie ist Mitglied der nationalen Streikkoordination. Diese .hat am 24.Juni entschieden, ihre Arbeit fortzuführen. Vertreten darin sind Frauen aus den regionalen und kantonalen Streikgruppen sowie den Gewerkschaften. Sie haben in den vergangenen Monaten eng zusammengearbeitet und sich ausgetauscht. Schärer sagt: „Diese breite Vernetzung war zentral für die überwältigende Mobilisierung am 14.Juni.“ Das soll nun unbedingt beibehalten werden, denn: „Das ist, was Druck macht aufs Parlament.“ Das sieht auch Lirija Sejdi von der Berner Streikkoordination so. Sie sagt: „Wenn wir jetzt aufhören, sind unsere Forderungen nach einem halben Jahr schon wieder verpufft“ Selbst wenn es im Bundeshaus gerade Vorstösse zu Streikthemen hagelt. (…). Patricia D’Incau.
Work online, 28.6.2019.
Personen > D’Incau Patricia. Frauenstreik. Programm. Work online, 2019-06-28.
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20.06.2019 Schweiz
Frauen
Personen
WOZ
Noemi Landolt
Frauenstreik
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Schluss mit dem Patriarkater! Die Frauenstreik-Bewegung entwickelte eine Wucht, die man(n) nicht mehr ignorieren kann. Der Satz klingt verrückt, doch in meinem Kopf drehte er an diesem Tag Kreise: „Ich wusste nicht, dass es in der Schweiz so viele Frauen gibt.“ Natürlich weiss ich, dass auch hierzulande, so wie fast überall auf der Welt, gut fünfzig Prozent der Bevölkerung Frauen sind. Nur kriegt man das nicht wirklich mit, nicht im öffentlichen Raum, nicht wenn man die Zeitung aufschlägt oder den Fernseher anschaltet, wenn man ins Parlament hineinschaut, in die Teppichetagen, die Literaturfestivals, überall dort, wo jemand die Klappe aufmacht und etwas vermeintlich Wichtiges zu sagen hat. Seit letztem Freitag, dem Frauenstreik vom 14. Juni 2019, wissen wir, dass es mehrere Hunderttausend Frauen gibt, die wirklich etwas zu sagen haben, die wütend sind, die genug haben von Lohnungleichheit und Sexismus, von prekären Arbeitsbedingungen, der Geringschätzung von unbezahlter Arbeit, von Diskriminierung und sexualisierter Gewalt. Hunderttausende Frauen, die auch solidarisch sind. Es protestierten junge und alte Frauen, wie zum Beispiel jene Frau, die im Rollstuhl an die Demo in Zürich kam und – geschoben von einem Mann – ein Schild in den Händen hielt: „Jahrgang 1929. Es eilt!“ Es kamen Archäologinnen und Hebammen. Katholikinnen, Musliminnen und Anarchistinnen. Busfahrerinnen und Kita-Mitarbeiterinnen. Hausfrauen, Migrantinnen, Bio-Schweizerinnen, Politikerinnen. Mütter, Grossmütter, Enkelinnen, (…). Noemi Landolt.
WOZ, 20.6.2019.
Personen > Landolt Noemi. Frauenstreik. WOZ, 2019-06-20.
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20.06.2019 Schweiz
Frauen
WOZ

Frauenstreik
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Darf ein echter Streik so lustvoll sein? War der Frauenstreik überhaupt ein richtiger Streik? Begriffsanalysen und andere Relativierungen in Schweizer Zeitungen. Klar ist: Der Frauenstreik hat solche Dimensionen angenommen, dass er medial nicht ignoriert werden konnte. Sogar die „Weltwoche“ schrieb sich die Finger wund und verwendete, wie die WOZ das offizielle Logo des Frauenstreiks. Grosse internationale Zeitungen wie die „New York Times“ und „The Guardian“ schickten sogar extra Reporterlnnen, um über Demonstrationen zu berichten. Obwohl gewisse Schweizer Zeitungen erstaunlich differenzierte Artikel zum Thema veröffentlicht haben, war ein skeptisches Motiv immer wieder anzutreffen: Für viele schien es eine drängende Frage zu sein, ob der Frauenstreik nun wirklich ein Streik ist oder nicht. So schrieb der „Tages-Anzeiger“ eine gute Woche vor dem Streiktag, dass der Frauenstreik „bis zur Unendlichkeit entschärft“ werde. Der männliche Autor des Textes betonte dann sogleich auch, wie ein wahrer Streik aussehe: nämlich so wie der erste Streik, den Zürich je erlebt habe - von Schmiedegesellen. vor über 600 Jahren. Falscher Zeitpunkt. Die NZZ konfrontierte in ihrer Samstagsausgabe nach dem Streik die Historikerin Elisabeth Joris - quasi stellvertretend für die streikenden Frauen - mit ähnlichen Vorurteilen, wie sie im „Tages-Anzeiger“ zu lesen waren: Ein richtiger Streik sei doch nicht so „lustvoll“, (…). Valerio Meuli.
WOZ, 20.6.2019.
WOZ > Frauenstreik. WOZ, 2019-06-20.
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17.06.2019 Schweiz
Frauen
Junge Welt

Frauenstreik
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Die Schweiz trägt Lila. Frauenstreik: Hunderttausende beteiligen sich an Protesttag. Grossdemonstrationen im ganzen Land. Schon am frühen Freitagmorgen wird das Bundeshaus, Sitz des Schweizer Parlaments, zum Schauplatz politischer Auseinandersetzungen. Doch die finden diesmal nicht in den Ratshallen statt, sondern vor dem Gebäudeeingang. Bereits gegen neun Uhr haben sich Hunderte Frauen auf dem Bundesplatz vor dem Parlament versammelt. Immer wieder machen sich Gruppen auf, das Gebäude zu verzieren. Im Blick haben sie dabei die beiden Statuen, die den Eingang flankieren. Die Werke des Künstlers Maurice Reymond sollen den „Geschichtsschreiber der Vergangenheit“ und jenen der Gegenwart darstellen. Doch weil eine nur von Männern verfasste Historie nicht vollständig sein kann, montieren die Frauen an diesem Morgen lila Fahnen an den Statuen. Das macht dem Sicherheitsdienst des Parlaments zu schaffen, der solche Ergänzungen nicht zulassen will. Einige Stunden später ist das Ringen entschieden: Auf dem übervollen Bundesplatz drängen sich die Menschen, der Sicherheitsdienst hat sich ins Gebäudeinnere zurückgezogen. Die Statuen tragen nun Schilder, Transparente und rote Plastiklippen. Am Ende des Tages sind beide Figuren schliesslich sogar mit lila Farbe übergossen. Anlass für die Proteste in Bern war der von einem breiten Bündnis landesweit organisierte Frauenstreik in der Schweiz, an dem sich Hunderttausende beteiligten. (…).
Jakob Roth.
Junge Welt, 17.6.2019.
Junge Welt > Schweiz. Frauenstreik. Junge Welt ,2019-06-17.
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16.06.2019 Schweiz
Frauen
Personen
SGB
Regula Bühlmann
Bilanz
Frauenstreik
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Deutlich über 500'000 Personen am Frauen*streik 2019 – Starkes Signal für rasche Gangart bei der Gleichstellung. SGB-Bilanz zum Frauen*streik 2019. Der Frauenstreik 2019 hat alle Erwartungen massiv übertroffen. Mit deutlich über 500'000 Teilnehmenden beteiligten sich noch mehr Menschen an diesem Aktions- und Streiktag für die Gleichstellung als am Frauenstreik 1991. Der 14. Juni 2019 geht damit klar als grösste politische Aktion seit dem Generalstreik 1918 in die Schweizer Geschichte ein. Dies zeigt eine Auswertung des Schweizerischen Gewerkschaftsbund aufgrund der definitiven Beteiligungszahlen aus den grossen Städten, die teilweise erst am Freitagabend feststanden. Eine äusserst starke Beteiligung war bereits am Freitagmorgen spürbar. Gegen 100'000 Personen nahmen bis Mittag an ersten Aktionen auf der Strasse oder in Betrieben teil. z.B. in Bern zogen 5‘000 Personen an einer Kinderwagen-Demo durch Berns Gassen. Nicht eingerechnet sind dabei die unzähligen Frauen, die unabhängig von der Teilnahme an einer Aktion, mit Buttons, Foulards oder violett-lila Kleider-Accessoires ihre Unterstützung für die Forderungen des Frauen*streiks signalisierten. Nicht eingerechnet sind auch die unzähligen Frauen, die im Privatleben Zeichen gesetzt haben für mehr Gleichstellung. Ein in der Schweiz noch nie dagewesenes Ausmass erreichte die Beteiligung an den Schlusskundgebungen. Allein in Zürich fand mit gegen 160'000 Menschen die grösste politische Einzeldemo der Geschichte statt. Auch in Lausanne mit gegen 60'000 sowie in (…).
SGB, 16.6.2019.
SGB > Frauenstreik. Bilanz. SGB, 2019-06-16.
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14.06.2019 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Frauenstreik
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Ein Streik wird wahr! Und Work kommt mit einer Extra-Frauenstreik-Ausgabe. Mit über 60 Frauen auf 18 Seiten. 37 Frauen, die sagen, warum sie am Streik dabei waren: Pflegefachfrauen, Uhrenarbeiterinnen, 1 Regierungsrätin, Serviceangestellte, 1 Bäuerin, Fussballerin Sarah Akanji und die höchste Schweizerin: Nationalratspräsidentin Marina Carobbio Guscetti. Sie unterbrach am 14. Juni die laufende Session im Bundeshaus zwischen 11 Uhr und 11 Uhr 15 für den Frauenstreik. Dies ganz zum Wutanfälleli von SVP-Kläffer Andreas Glarner: „Was für ein Unwort: ‚Frauenstreik‘! Welche normale Frau, meine geschätzten Kolleginnen und Kollegen, will denn streiken? Und wenn ja, wofür?“ Avanti donne alla riscossa!* Work hat aber auch 11 Frauen bei ihren Vorbereitungen für den Frauenstreik über die Schultern geschaut. Den Werkstatt-Team-Frauen des Berner Stadttheaters, die für den Tag aller Tage eine riesige Requisite gebaut haben. Den Kita-Angestellten der Gruppe „Trotzphase“ in Zürich und der Berner Krippeninhaberin Darina Hürlimann. Mit ihren Mitarbeitenden hat sie beschlossen, wirklich zu streiken. A la huelga, mis hermanas!*. Work hat Liliane Valceschini im Vallée de Joux besucht. 1990 träumte die Uhrenarbeiterin von einem -Frauenstreik. Und er wurde wahr: am 14. Juni 1991. Valceschini ist eine bescheidene Heldin der Frauen – und nicht nur sie. Work berichtet auch über die erste Frau beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund. Die „rote Margrit“, Margarethe Faas-Hardegger, war ungestüm, brillant und erfolgreich. Das war den roten SGB-Patriarchen zu anstrengend. Sie stellten sie vor die Tür. (…).  Marie-Josée Kuhn. Work online, 14.6.2019.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Frauenstreik. Work online, 2019-06-14.
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14.06.2019 Schweiz
Personen
Work
Vania Alleva
Frauenstreik
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Unia-Chefin Vania Alleva zum Frauenstreik: „Heute ist unser Tag!“ Der heutige 14. Juni wird in die Geschichtsbücher eingehen. Als Unia-Präsidentin bin ich deshalb besonders stolz, dass wir Gewerkschafterinnen wieder eine führende Rolle an diesem Frauenstreik- und Aktionstag übernehmen. Wie schon 1991. Damals waren es die Uhrenmacherinnen im Vallée de Joux, die genug hatten von den skandalösen Lohnunterschieden – und einen Frauenstreik wollten. Christiane Brunner boxte ihn dann durch alle Gewerkschaftsgremien. Gegen grimmigen Widerstand. Sie war damals Zentralsekretärin beim Schweizerischen Metall- und Uhrenarbeiterinnenverband (SMUV). Dieser ging später in der Unia auf. Ich bin stolz auf diese, unsere Frauengeschichte. Wir Nachfolgerinnen von Christiane Brunner haben es heute schon weniger schwer: Der Antrag für einen Frauenstreik am 14. Juni 2019 fand in den Gewerkschaften schnell breite Unterstützung. Das ist auch ein Zeichen dafür, dass die Gewerkschaften weiblicher geworden sind. 2019 ist nicht mehr 1991: Seither haben wir unter anderem das Gleichstellungsgesetz, die Mutterschaftsversicherung und die Fristenlösung erkämpft. Doch das reicht nicht. Mit der Lohngleichstellung zum Beispiel geht und geht es nur im Schneckentempo voran. Dabei machen wir seit Jahren Druck. Auf alle erdenklichen Arten: vom freiwilligen Lohngleichheitsdialog über Verhandlungen mit den Arbeitgebern bis hin zur jüngsten Revision des Gleichstellungsgesetzes. (…). Vania Alleva.
Work online, 14.6.2019.
Personen > Alleva Vania. Frauenstreik. Work online, 2019-06-14.
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