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Anzahl gefundene Artikel: 159

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 DatumOrtKapitelPersonenStichworteArtikel
01.07.2019 Schaffhausen
Frauen
Personen
VPOD-Magazin
Christoph Schlatter
Frauenstreik
Volltext
Kleine Anfrage betr. Munotglöggli. Über der schönen Stadt Schaffhausen ganz zusserscht usse und änne am Rhy thront der Munot, die gewaltige Rundbastion. Seiner Bestimmung als Wehranlage gemäss hat man ihn nur einmal, 1799 in der sogenannten Franzosenzeit, gebraucht. Das danach stark ramponierte Bauwerk verkam zum Steinbruch. Dann aber trat ein weitsichtiger Zeichenlehrer auf den Plan, der Schaffhausen sein Wahrzeichen und dem Volkslied ein Sujet rettete. Der Turm ist bewohnt. Seit 1589 läutet der Munotwächter jeden Abend um 21 Uhr das Munotglöcklein. 5 Minuten lang. Von Hand. Dann werden die Stadttore geschlossen, und in den Wirtschaften wird der Zapfhahn zugedreht. Ganz so streng geht es heute natürlich auch in Schaffhausen nicht mehr zu. Aber das abendliche Läuten gehört immer noch zu den Pflichten des Munotwächters. Daneben kümmert er sich um das Damwildrudel, das im Munotgraben lebt und dessen Platzhirsch traditionell den Namen des Stadtpräsidenten trägt: Auf Felix folgten Max, Marcel, Thomas. Seit 2015 herrscht Peter. Das Munotamt ist seit 2017 in Frauenhand. Am Frauenstreiktag flatterte drum auf der Zinne nicht die städtische Fahne mit dem Schafbock, sondern eine lilane. Frech: Auch das abendliche Läuten blieb aus am 14. Juni 2019. Damit hat sich die Munotwächterin den Zorn und eine parlamentarische Anfrage von Frau Kobler, SVP, zugezogen: „Ist der Stadtrat nicht auch der Meinung, dass das Munotglöggli nicht für politische Zwecke missbraucht werden soll? Welche Fahnen dürfen auf (…). Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.7.2019.
Personen > Schlatter Christoph. Frauenstreik. Munot. VPOD-Magazin, 2019-07-01.
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01.07.2019 Schweiz
Frauen
Personen
VPOD-Magazin
Annette Hug
Frauenstreik
Volltext
Streiken, um streiken zu können. In den Tagen nach dem Streik kommen die wirklich schönen Fotos auf den digitalen Pinnwänden von Freundinnen. Die ersten Eindrücke werden gefiltert, wir ziehen ein Fazit. Nicht alle dasselbe. Fast jede Zeitung versucht sich an der historischen Einordnung. Das Beste: Gleich nach dem Frauenstreik beginnt die Umsetzung in verschiedensten Gremien. Kaum eine Entscheidung, die irgendetwas mit Frauen und Männern zu tun hat, bleibt unberührt von der Wucht dieses Aufruhrs. So kann daraus Macht werden. Und während in Parlamenten, Vorständen, in Personalkommissionen und GAV-Verhandlungen die konkreten Konsequenzen aus dem Streik formuliert und hoffentlich gezogen werden, geht das Sammeln von Bildern weiter. Denn ganz verstanden, was da abgegangen ist, haben wir noch nicht, ich jedenfalls bin noch etwas in der Schwebe. Wie schon 1991 ist ätzend oft die Frage aufgetaucht, ob das, was Frauen da machen, überhaupt ein richtiger Streik sei. Die Frage ist ärgerlich, aber nicht blöd. Sie hat System, das heisst, sie verrät viel über das System, aus dem sie stammt. Das erste Mal, als mir etwas von diesem System aufging, war in den Jahren vor dem ersten Frauenstreik. An den Schulen mobilisierten wir für die Abschaffung der Schweizer Armee. In diesem „Wir“ gab es Helden, und das waren nur Männer. Sie sassen damals noch Gefängnisstrafen von zwei bis fünf Monaten ab, wenn sie den Militärdienst verweigerten und keine psychische Krankheit vorschoben. Weil Frauen (…). Anette Hug.
VPOD-Magazin, 1.7.2019.
Personen > Hug Anette. Frauenstreik. VPOD-Magazin, 2019-07-01.
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01.07.2019 Schaffhausen
Frauen
Personen
VPOD-Magazin
Christoph Schlatter
Frauenstreik
Volltext
Schaffhausen: Ein politisches Bad im kalten Rhein und bewegende Reden. Hühnerhaut und Rosenblätter. Der Frauenstreik war nicht nur in den Zentren. Stellvertretend für viele mittlere und kleinere Orte ein Bericht aus Schaffhausen: Der vom VPOD-Magazin in die alte Heimat entsandte Redaktor wird mit Rosenblättern beworfen und bekommt Hühnerhaut. Cutis anserina, Dermatospasmus oder Piloerektion ist eine vom vegetativen Nervensystem gesteuerte Kontraktion der Haarbalgmuskeln, die ein Aufrichten der Körperhaare bewirkt. Man kennt die Erscheinung als Gänsehaut, in der Schweiz als Hühnerhaut: sie kann körperliche oder psychische Auslöser haben. Wohl vorab körperliche bei den drei Dutzend Frauen, die sich mitsamt ihren Pussyhats mutig ins nur gut I5 Grad warme Wasser des Rheins warfen. Und zwar im Mannehägli der Rhybadi, im oberen Teil der ältesten Kastenbadeanstalt der Schweiz. Die reiferen unter den Schwimmerinnen erinnern sich, dass früher Frauen hier nicht zugelassen waren; sie mussten weiter unten im deutlich kürzeren Frauenhägli im Kiel- und Abwasser der Männer schwimmen. Auch auf dem Fronwagplatz wird des zähen Ringens gedacht, das in der Schweiz jeglichem Fortschritt in der Sache der Frau voranzugehen pflegt, unter anderen von der Schaffhauser VPOD-Präsidentin Nella Marin. Ein Strassentheater illustriert die Historie mit Bildern, Trommelschlägen und Rosenblättern. Punkto Frauenrechte habe unser Land das gesamte 20. Jahrhundert hindurch das (…). Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.7.2019.
Personen > Schlatter Christoph. Frauenstreik Schaffhausen. VPOD-Magazin, 2019-07-01.
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28.06.2019 Schweiz
Frauenstreik
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Frauenstreik
Nationalratswahlen
Volltext
Wieder Alltag, Schwestern. „Gell, es war so, dass man jetzt fast nicht mehr in den Alltag zurück¬findet“, sagte Geschichtsprofessorin Caroline Arni ein paar Tage nach dem Frauenstreik zu mir. Als ich sie fragte, ob sie für Work den Frauenstreik analysieren könnte. Denn noch ist wenig darüber nachgedacht worden, was am 14. Juni 2019 eigentlich passiert ist. Wie war dieser gigantische Tag möglich? Und was bedeutet er? Perspektivwechsel. Arni dachte nach, und nicht nur sie: In diesem Work ziehen drei feministische Forscherinnen aus drei Generationen Bilanz. Neben Arni (49) die Soziologieprofessorin Claudia Honegger (71) und die Genderforscherin Fleur Weibel (35). Als „einen Akt des zivilen Ungehorsams“ wertet Honegger den Frauenstreik. Ein Akt, der zeige, „dass Öffentlichkeit herstellbar ist und gerade in diesen Zeiten der Fragmentierung in den sozialen Medien hergestellt werden kann und muss“. Weibel ortet eine der Wurzeln dieses historischen Streiks in einem feministischen Bewusstseinsschub. Plötzlich wurde der Frauenstreik von 1991 Thema und wie lange es ging bis zum Frauenstimmrecht oder zur Mutterschaftsversicherung. Weibel: „Und vor allem auch viele junge Frauen sahen sich auf einmal als Teil der Frauengeschichte der Schweiz.“ Aha-Erlebnis und Initiationsritus also. Oder wie es Arni formuliert: „Für einen Moment haben sich sehr viele Frauen in der Schweiz zum politischen Subjekt erhoben. Sie haben sich angemasst, die Welt, in der sie leben, aus der Perspektive der Frauen anzuschauen.“ Und alle anderen  (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 28.6.2019.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Nationalratswahlen. Work online, 2019-06-28.
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28.06.2019 Bern
Personen
Work
Patricia D Incau
Frauenstreik
Volltext
Der historische 14. Juni 2019: Alle Erwartungen übertroffen! Jede Dimension gesprengt! Gross, grösser, grossartig: So war der Frauenstreik. Über eine halbe Million Frauen strömten am 14. Juni 2019 auf Strassen und Plätze der Schweiz. Mit grenzenloser Kreativität und unbändiger Macht. Der Frauenstreik war die grösste politische Demonstration der neueren Geschichte. Die Work-Redaktion war mittendrin und hat die Aufbruchstimmung eingefangen. Die lila Welle kommt über Nacht. Die Gerechtigkeitsgasse wird zur Frauen*streikgasse, die Spitalgasse zur Care-Arbeit-Gasse, am Bahnhof grüsst ein Transparent: „Nächster Halt: Gleichstellung“. Oben rollen die Züge, unten wirbeln die Frauen. Mit ¬Besen und Staubsauger, quer durch die Bahnhofshalle. Rund 20 sind es. Mit violetten Tüchern im Haar, dem Staubwedel in der Hand und dem Wäschekorb unter dem Arm. Typische Hausarbeit, mitten im Pend¬lerinnenstrom. Weil (Gratis-)Hausarbeit noch immer als Frauenarbeit gilt und meistens unsichtbar ist. 200 Verkäuferinnen entrollen ein langes Forderungsband. Rebellinnen. Schmuckverkäuferin Marcia eilt aus der Ladentür hinaus in die Marktgasse. Eine violette Streikfahne in der einen Hand, ein gelbes Streikfähnchen in der anderen. Dann reiht sie sich ein in die lange Frauenkette, die sich durch die ganze Strasse zieht: Rund 200 Verkäuferinnen halten eine hundert Meter lange Stoffbahn. Darauf stehen ihre Forderungen: keine Sonntagsarbeit, längerer Elternurlaub. Und endlich rauf mit den Löhnen! (…). Patricia D’Incau.
Work online, 28.6.2019.
Personen > D’Incau Patricia. Frauenstreik Bern. Work online, 2019-06-28.
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28.06.2019 Zürich
Personen
Work
Jonas Komposch
Frauenstreik
Volltext
Zürich bebt. „What the hell is going on here?“ prustet es aus einem US-amerikanischen Touristen, als er mit zwei Rollkoffern aus dem Zürcher Hauptbahnhof tritt: „Was zum Teufel ist denn hier los?“ Was er sieht, ist ein Meer von lauten, selbstbewussten, ja euphorischen Frauen. Die Strassen sind verstopft. An einen Touri-Bummel ist nicht zu denken, viel eher an Revolution. Schliesslich sind es so viele Frauen, dass sämtliche Zählmethoden schlichtweg versagen. Selbst die Stadtpolizei kapituliert und belässt es bei einer vagen Schätzung von „mehreren Zehntausend“. Das lokale Streikkomitee wiederum kommt Handgelenk mal Pi auf 160‘000. Tatsächlich dürften es über Hunderttausend sein. Und das ist historisch: die grösste politische Demonstration, die Zürich jemals gesehen hat. Es kracht um Mitternacht. Seinen Anfang nimmt der Mega-Event am Goldbrunnenplatz in Zürich Wiedikon. Um punkt Mitternacht versammeln sich dort Quartierbewohnerinnen mit Trommeln und Pfannendeckeln und lärmen den Streik in die Nacht. Wenig später krachen Raketen im Kreis 4 und 5, wo zudem ein schier endloser Autocorso mit Frau am Steuer den Streik einhupt und den Verkehr lahmlegt: Statt Trams rollen nun lila beflaggte VW-Büssli, Cabrios und sogar Traktoren. Bald füllen sich Gassen und Plätze auch mit Frauen. Und die führen so einiges im Schild: Mitten auf der Hardbrücke etwa taucht plötzlich eine überdimensionale Klitoris auf, an der Uni „fraulenzen“ Wissenschafterinnen auf Liegestühlen, und am Idaplatz werden für ein währschaftes Bäuerinnen¬zmorge (Hühner-)Eier zerschlagen. (…). Jonas Komposch.  Work online, 28.6.2019.
Personen > Komposch Jonas. Frauenstreik Zuerich. Work online, 2019-06-28.
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28.06.2019 Le Sentier VD
Personen
Work
Anne-Sophie Zbinden
Frauenstreik
Volltext
Das Vallée de Joux hallt. «Oli, oli, oli, ola, 14 juin nous y voilà», klingt’s durch das Vallée de Joux. Das ¬Juratal liegt zwar etwas abseits, aber beim Frauenstreik mittendrin. Rund 500 Uhrenarbeiterinnen haben sich in Le Sentier VD zu einer verlängerten Mittagspause versammelt. Trotz Regen und frostigen Temperaturen erhitzen sich die Frauengemüter: für gleiche Löhne, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, mehr Frauen in Kaderpositionen. Löhne rauf. Elsa (22) und ihre Freundin Virginie (41) sind seit frühmorgens auf den Beinen. Die beiden Arbeiterinnen haben ihre Kolleginnen mobilisiert und sich die Nägel lila lackiert. Elsa sagt: „In der Uhrenbranche beträgt der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen sogar 25 Prozent.“ Ihre Freundin Virginie doppelt nach: „Die Löhne müssen jetzt endlich rauf! Wir sind wütend, aber das heute, das ist ein Fest!“ Und weiter geht’s im Takt, oli, oli, ola… Wo alles begann. Da ruft Unia-Frau Camille Golay in die Menge: „Auch Liliane Valceschini war wütend. Und wir sind wütender denn je!“ Tosender Applaus, Hunderte Frauenfäuste recken in die Luft. Denn Liliane, Frauenstreikerin der ersten Stunde, ist eine von ihnen. Die Frau, die 1991 den ersten Frauenstreik ins Rollen brachte (Work berichtete), war ebenfalls Arbeiterin im Tal der Luxusuhren. Im Valée de Joux hat vor 28 Jahren alles begonnen. Und deshalb ist heute auch Unia-Chefin Vania Alleva hier. Um am Tag der Tage diesen symbolischen Ort zu würdigen, wie sie sagt. Und: „Wir müssen weiterkämpfen!“ (...). Anne-Sophie Zbinden.
Work online, 28.6.2019.
Personen > Zbinden Anne-Sophie. Frauenstreik Vallée de Joux. Work online, 2019-06-28.
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28.06.2019 BS Kanton
Personen
Work
Christian Egg
Frauenstreik
Volltext
Basel platzt. In Basel fängt der Frauenstreik schon am Abend vorher an: Riesig projizieren Aktivistinnen das Streiklogo mit der Faust auf den Roche-Turm, das höchste Haus der Schweiz. Am Morgen dann tragen die Verkäuferinnen der Kosmetikkette Lush in der Freien Strasse Pink. Vor dem ¬Laden hängt die Streikfahne, neben der Kasse liegen Streikbändeli. Sie selber hätten ja keinen Grund zum Streiken, sagen die Frauen. Ihre Löhne seien deutlich besser als sonst im Detailhandel. Aber dass sie am Streiktag solidarisch seien und Farbe bekennten, das sei Ehrensache. Die Kosmetik-Verkäuferinnen bekennen Streikfarbe. Superheldinnen*Gasse. „Stop!“ ruft eine Frau um halb zwölf am Messeplatz. Und noch eine und noch eine. Es ist der Tanz-Flashmob gegen Gewalt gegen Frauen. Mit Youtube-Videos haben sie vorher geübt, jetzt tanzen etwa 50 Frauen gemeinsam und kraftvoll. Dann verteilen sie pinkige Schirme mit der Streikfaust und dem Slogan: «Gewalt ist nie privat». Vor dem Kunstmuseum stehen Baubaracken. Auch sie sind mit Streikfahnen und einem Transparent geschmückt. Gleich dahinter haben Frauen die Rittergasse in Superheldinnen*gasse umbenannt. Weniger Schwachsinn. Am Theaterplatz sind schon am Mittag mehrere Tausend Frauen da. Auf einem T-Shirt steht „More Feminism, less Bullshit“: Mehr Feminismus, weniger Schwachsinn. Um halb vier, anderthalb Stunden vor Demostart, ist der Platz schon viel zu klein. (…). Christian Egg.
Work online, 28.6.2019.
Personen > Egg Christian. Frauenstreik Basel. Work online, 2019-06-28.
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28.06.2019 St. Gallen
Personen
Work
Ralph Hug
Frauenstreik
Volltext
St. Gallen rappt. Der Demozug will nicht enden. 5‘000 sind es mindestens. Wieder und wieder hallt ein Ohrwurm durch die Gassen: „Ufe mit de Frauelöhn, abe mit de Boni!“ Dieser Slogan hat Evergreen-Qualität. Vor allem, weil sich das „Boooni“ beim Marsch so schön in die Länge ziehen lässt. Queerfeministisch. Jetzt ist das Kollektiv „Die Leiden der jungen Bertha“ am Zug. Das sind fünf clevere junge Frauen. Sie nennen sich queerfeministisch. Will heissen: Das Geschlecht spielt keine Rolle, denn es hat viele Gesichter und kann sich wandeln. Die Berthas stehen mit Megaphonen bewaffnet auf der Bühne. Sie üben mit den Demonstrierenden das Parolenrufen ein: „Uufe mit de Frauelöööhn, aabee mit de Booooni!“ Die Berthas sind in Fahrt. Sie legen auch noch eine Performance hin. Eine feministische Polit-Performance direkt unter den Augen von Vadian, dem Stadtheiligen. Einen solchen Aufstand der Weiber hat der Reformator noch nie gesehen. Die Berthas rappen rhythmisch ins Megaphon: „Wir stören, was uns stört!“ Sie haben farbige Perücken aufgesetzt. Da explodiert die Kreativität einer neuen Generation. Gallus-Frauenpower. Und dieser legt die Stadt lahm. Nichts läuft mehr in der Innenstadt, die Polizei kapituliert. Alles steht still, wenn Frau will. Auf Facebook schreiben die Berthas zwei Tage später: „Bertha weiss, dass das Gras grüner ist auf der anderen Seite.“ Tausende andere wissen es jetzt auch.
Ralph Hug.
Work online, 28.6.2019.
Personen > Hug Ralph. Frauenstreik St. Gallen. Work online, 2019-06-28.
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28.06.2019 BS Kanton
Frauenstreik
Kunstmuseum
Personen
Work
Jonas Komposch
Entlassungen
Frauenstreik
Museum
Volltext
Kunstmuseum muss Frauenstreikerinnen wieder einstellen. Sieg der Frauen-Solidarität. Das Kunstmuseum Basel stellte zwei Frauenstreik-Teilnehmerinnen fristlos auf die Strasse. Doch dieser Schuss ging nach hinten los. Damit haben die Herren aus der Chefetage des Basler Kunstmuseums wohl nicht gerechnet: Als sie nach dem Frauenstreik zwei Aufseherinnen fristlos entliessen, schlug ihnen die geballte Macht der Solidarität entgegen. Zunächst entlud sich im Internet ein regelrechter Shitstorm über die „völlig verstaubte“ Museumsleitung unter Josef Helfenstein und seinem Marketingchef Wolfgang Giese. Dieser hatte den Rausschmiss äusserst unbeholfen verteidigt: Die beiden Mitarbeiterinnen hätten ihre Streikteilnahme einfach zu spät angekündigt und seien halt noch in der Probezeit gewesen, weshalb man „das Vertrauen in sie verloren“ habe. Die Kündigungen waren nach fünf Tagen vom Tisch. Boykott. Solche Aussagen liess sich die Basler Frauenstreikbewegung nicht bieten. Stattdessen forderte sie die sofortige Wiedereinstellung der rausgeworfenen Aufseherinnen. Verschiedene Stimmen verlangten auch den Rücktritt der Museumsleitung und riefen zum Boykott der berühmten Kulturinstitution auf. Das Basler Frauenstreikkollektiv demonstrierte vor dem Museum. Und innert zweier Tage unterschrieben fast 4‘000 Leute eine Onlinepetition für die Rücknahme der Kündigungen. Unter dem Druck der Öffentlichkeit schaltete sich zu guter Letzt auch noch Elisabeth Ackermann ein. Die (…). Jonas Komposch.
Work online, 28.6.2019.
Personen > Komposch Jonas. Kunstmuseum Basel. Frauenstreik. Work, 2019-06-28.
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28.06.2019 Bern
Frauenstreik
Personen
Work
Katrin Bärtschi
Briefträger
Frauenstreik
Volltext
Die Briefträgerin & der Frauenstreik. Der 14. Juni 2019 ist Geschichte. Er ist Geschichte! Die Briefträgerin hatte in der Bude im Vorfeld nicht gross agitiert und diskutiert. Sie hatte den Ansteckknopf getragen, und sie hatte die Plakate mit der violetten Dreifaltigkeit aufgehängt. Und Flugblätter im Pausenraum verstreut. Am Montag danach hingen die Plakate noch. Und am Dienstag auch. Und auch bei Redaktionsschluss immer noch. Grad eso! Der Chef fragte die Briefträgerin: „Wie war’s am Freitag?“ Sie antwortete überrumpelt: „Es war genial!“ Und dann berichtete sie von barbusigen Amazonen auf dem Traktor, die sie leider nicht live gesehen habe. Nun war der Chef überrascht. „Grad eso?“ „Grad eso!“ lachte die Briefträgerin. Die Arbeit liess keinen Raum für weitere Gespräche. Später, auf dem Heimweg, gingen ihr noch viel mehr Impressionen durch den Kopf. 70’000 waren in der Stadt Bern gewesen. Junge, selbstbewusste Frauen und alte ebensolche, Bäuerinnen, Kirchenfrauen, Inländerinnen und Ausländerinnen, mit Papieren und ohne. Auch Verhüllte. „Uns braucht man nicht zu sehen, nur zu hören.“ So habe eine ihrer Parolen gelautet, erfuhr die Briefträgerin von anderen Kundgebungsteilnehmerinnen. Die Briefträgerin mag keine Kleidervorschriften, egal, von wem sie erlassen werden. Im Beruf mögen sie gelten, sie dienen der Kenntlichkeit und der Arbeitssicherheit. Aber sonst: „Kein offen getragenes Haar!“, „Keine Hosen im Sommer!“ – solche Sittlichkeitsvorschriften hat sie als Mädchen noch erlebt. (…). Katrin Bärtschi.
Work online, 28.6.2019.
Personen > Baertschi Katrin, Brieftraegerin. Work online, 2019-06-28.
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28.06.2019 Schweiz
Frauenstreik
Personen
Work
Sandra Künzi
Frauenstreik
Volltext
Für ä grächti Gschicht. 14. 6. Wir haben Geschichte geschrieben. Also nicht so ein mickriges Leserbriefli, sondern einen fetten Eintrag fürs Geschichtsbuch: der grosse zweite Schweizer Frauenstreik 2019. Dammi Siech, wie guet war das denn? Ich hab mindestens fünfmal grännet und öppe gleich viel Bier getrunken, was chli blöd war wegen de WC, aber egal. Sogar Schagge hatte Tränen in den Augen: „Als SP-Badran weinen musste!“ Dann schrie -Tamara „Wir wollen kein Stück vom verschimmelten Kuchen, sondern die ¬ganze verdammte Bäckerei“, und wir rissen uns kollektiv die verweinten Oberteile vom Leib. Ich weiss nid, warum das nicht in den Medien kam. Ich meine 70’000 fröhliche blutte Frauen ist doch nicht nichts, oder? Gut, vielleicht waren es nicht ganz alle, aber ömmel genug, um Spass zu haben. Obwohl es ja nicht um Spass ging, sondern um richtige, ernste Probleme. Sonst brauchte es ja nicht zwei Frauenstreiks, oder? Wenn wir was gelernt haben in den letzten Jahren: Das mit Freiwillig chasch vergässe! 16. 6. Frauenlauf Bern mit 12‘500 Läuferinnen (also nicht wegen dem Streik). 19. 6. Der Ständerat legt es bizzli Frauenquoten für Börsenunternehmen fest (vermutlich wegen dem Streik). 20. 6. Und grad nomal Ständerätli: Es isch plötzlich für zwei herzige Wochen Vaterschaftsurlaub (wegen dem Streik). 21. 6. Hey CVP, du alte Socke, du anerkennst die Ehe für alle. 22. 6. Das Kunstmuseum ¬Basel kündigt zwei Mitarbeiterinnen, weil sie am Frauenstreiktag um 15.24 Uhr ihre Arbeit niederlegten. (…). Sandra Künzi.
Work online, 28.6.2019.
Personen > Kuenzi Sandra. Frauenstreik. Work online, 2019-06-28.
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28.06.2019 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Patricia D Incau
Frauenstreik
Programm
Volltext
Nach dem Streik ist vor dem Frauentag: „Wir machen weiter!" Am 14. Juni haben sie Geschichte geschrieben. Jetzt wollen die Frauen dafür sorgen, dass ihre Forderungen tatsächlich umgesetzt werden. Hunderttausendfach war es am 14.Juni zu hören: Schluss mit Sexismus, Gewalt und Diskriminierung! Schluss damit, dass Frauen noch immer rund 20 Prozent weniger verdienen als Männer, rund 37 Prozent weniger Rente haben und nach wie vor den Grossteil der unbezahlten Care-Arbeit erledigen. Jetzt liegen die Forderungen auf dem Tisch. Doch die Streikorganisatorinnen wissen: Damit sie auch tatsächlich erfüllt werden, muss Frau dranbleiben. Und das ist jetzt beschlossene Sache. Mehr Druck machen. Unia-Frau Corinne Schärer sagt: „Wir machen weiter!“ Sie ist Mitglied der nationalen Streikkoordination. Diese .hat am 24.Juni entschieden, ihre Arbeit fortzuführen. Vertreten darin sind Frauen aus den regionalen und kantonalen Streikgruppen sowie den Gewerkschaften. Sie haben in den vergangenen Monaten eng zusammengearbeitet und sich ausgetauscht. Schärer sagt: „Diese breite Vernetzung war zentral für die überwältigende Mobilisierung am 14.Juni.“ Das soll nun unbedingt beibehalten werden, denn: „Das ist, was Druck macht aufs Parlament.“ Das sieht auch Lirija Sejdi von der Berner Streikkoordination so. Sie sagt: „Wenn wir jetzt aufhören, sind unsere Forderungen nach einem halben Jahr schon wieder verpufft“ Selbst wenn es im Bundeshaus gerade Vorstösse zu Streikthemen hagelt. (…). Patricia D’Incau.
Work online, 28.6.2019.
Personen > D’Incau Patricia. Frauenstreik. Programm. Work online, 2019-06-28.
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20.06.2019 Schweiz
Frauen
Personen
WOZ
Noemi Landolt
Frauenstreik
Volltext
Schluss mit dem Patriarkater! Die Frauenstreik-Bewegung entwickelte eine Wucht, die man(n) nicht mehr ignorieren kann. Der Satz klingt verrückt, doch in meinem Kopf drehte er an diesem Tag Kreise: „Ich wusste nicht, dass es in der Schweiz so viele Frauen gibt.“ Natürlich weiss ich, dass auch hierzulande, so wie fast überall auf der Welt, gut fünfzig Prozent der Bevölkerung Frauen sind. Nur kriegt man das nicht wirklich mit, nicht im öffentlichen Raum, nicht wenn man die Zeitung aufschlägt oder den Fernseher anschaltet, wenn man ins Parlament hineinschaut, in die Teppichetagen, die Literaturfestivals, überall dort, wo jemand die Klappe aufmacht und etwas vermeintlich Wichtiges zu sagen hat. Seit letztem Freitag, dem Frauenstreik vom 14. Juni 2019, wissen wir, dass es mehrere Hunderttausend Frauen gibt, die wirklich etwas zu sagen haben, die wütend sind, die genug haben von Lohnungleichheit und Sexismus, von prekären Arbeitsbedingungen, der Geringschätzung von unbezahlter Arbeit, von Diskriminierung und sexualisierter Gewalt. Hunderttausende Frauen, die auch solidarisch sind. Es protestierten junge und alte Frauen, wie zum Beispiel jene Frau, die im Rollstuhl an die Demo in Zürich kam und – geschoben von einem Mann – ein Schild in den Händen hielt: „Jahrgang 1929. Es eilt!“ Es kamen Archäologinnen und Hebammen. Katholikinnen, Musliminnen und Anarchistinnen. Busfahrerinnen und Kita-Mitarbeiterinnen. Hausfrauen, Migrantinnen, Bio-Schweizerinnen, Politikerinnen. Mütter, Grossmütter, Enkelinnen, (…). Noemi Landolt.
WOZ, 20.6.2019.
Personen > Landolt Noemi. Frauenstreik. WOZ, 2019-06-20.
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20.06.2019 Schweiz
Frauen
WOZ

Frauenstreik
Volltext
Darf ein echter Streik so lustvoll sein? War der Frauenstreik überhaupt ein richtiger Streik? Begriffsanalysen und andere Relativierungen in Schweizer Zeitungen. Klar ist: Der Frauenstreik hat solche Dimensionen angenommen, dass er medial nicht ignoriert werden konnte. Sogar die „Weltwoche“ schrieb sich die Finger wund und verwendete, wie die WOZ das offizielle Logo des Frauenstreiks. Grosse internationale Zeitungen wie die „New York Times“ und „The Guardian“ schickten sogar extra Reporterlnnen, um über Demonstrationen zu berichten. Obwohl gewisse Schweizer Zeitungen erstaunlich differenzierte Artikel zum Thema veröffentlicht haben, war ein skeptisches Motiv immer wieder anzutreffen: Für viele schien es eine drängende Frage zu sein, ob der Frauenstreik nun wirklich ein Streik ist oder nicht. So schrieb der „Tages-Anzeiger“ eine gute Woche vor dem Streiktag, dass der Frauenstreik „bis zur Unendlichkeit entschärft“ werde. Der männliche Autor des Textes betonte dann sogleich auch, wie ein wahrer Streik aussehe: nämlich so wie der erste Streik, den Zürich je erlebt habe - von Schmiedegesellen. vor über 600 Jahren. Falscher Zeitpunkt. Die NZZ konfrontierte in ihrer Samstagsausgabe nach dem Streik die Historikerin Elisabeth Joris - quasi stellvertretend für die streikenden Frauen - mit ähnlichen Vorurteilen, wie sie im „Tages-Anzeiger“ zu lesen waren: Ein richtiger Streik sei doch nicht so „lustvoll“, (…). Valerio Meuli.
WOZ, 20.6.2019.
WOZ > Frauenstreik. WOZ, 2019-06-20.
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17.06.2019 Schweiz
Frauen
Junge Welt

Frauenstreik
Volltext
Die Schweiz trägt Lila. Frauenstreik: Hunderttausende beteiligen sich an Protesttag. Grossdemonstrationen im ganzen Land. Schon am frühen Freitagmorgen wird das Bundeshaus, Sitz des Schweizer Parlaments, zum Schauplatz politischer Auseinandersetzungen. Doch die finden diesmal nicht in den Ratshallen statt, sondern vor dem Gebäudeeingang. Bereits gegen neun Uhr haben sich Hunderte Frauen auf dem Bundesplatz vor dem Parlament versammelt. Immer wieder machen sich Gruppen auf, das Gebäude zu verzieren. Im Blick haben sie dabei die beiden Statuen, die den Eingang flankieren. Die Werke des Künstlers Maurice Reymond sollen den „Geschichtsschreiber der Vergangenheit“ und jenen der Gegenwart darstellen. Doch weil eine nur von Männern verfasste Historie nicht vollständig sein kann, montieren die Frauen an diesem Morgen lila Fahnen an den Statuen. Das macht dem Sicherheitsdienst des Parlaments zu schaffen, der solche Ergänzungen nicht zulassen will. Einige Stunden später ist das Ringen entschieden: Auf dem übervollen Bundesplatz drängen sich die Menschen, der Sicherheitsdienst hat sich ins Gebäudeinnere zurückgezogen. Die Statuen tragen nun Schilder, Transparente und rote Plastiklippen. Am Ende des Tages sind beide Figuren schliesslich sogar mit lila Farbe übergossen. Anlass für die Proteste in Bern war der von einem breiten Bündnis landesweit organisierte Frauenstreik in der Schweiz, an dem sich Hunderttausende beteiligten. (…).
Jakob Roth.
Junge Welt, 17.6.2019.
Junge Welt > Schweiz. Frauenstreik. Junge Welt ,2019-06-17.
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16.06.2019 Schweiz
Frauen
Personen
SGB
Regula Bühlmann
Bilanz
Frauenstreik
Volltext
Deutlich über 500'000 Personen am Frauen*streik 2019 – Starkes Signal für rasche Gangart bei der Gleichstellung. SGB-Bilanz zum Frauen*streik 2019. Der Frauenstreik 2019 hat alle Erwartungen massiv übertroffen. Mit deutlich über 500'000 Teilnehmenden beteiligten sich noch mehr Menschen an diesem Aktions- und Streiktag für die Gleichstellung als am Frauenstreik 1991. Der 14. Juni 2019 geht damit klar als grösste politische Aktion seit dem Generalstreik 1918 in die Schweizer Geschichte ein. Dies zeigt eine Auswertung des Schweizerischen Gewerkschaftsbund aufgrund der definitiven Beteiligungszahlen aus den grossen Städten, die teilweise erst am Freitagabend feststanden. Eine äusserst starke Beteiligung war bereits am Freitagmorgen spürbar. Gegen 100'000 Personen nahmen bis Mittag an ersten Aktionen auf der Strasse oder in Betrieben teil. z.B. in Bern zogen 5‘000 Personen an einer Kinderwagen-Demo durch Berns Gassen. Nicht eingerechnet sind dabei die unzähligen Frauen, die unabhängig von der Teilnahme an einer Aktion, mit Buttons, Foulards oder violett-lila Kleider-Accessoires ihre Unterstützung für die Forderungen des Frauen*streiks signalisierten. Nicht eingerechnet sind auch die unzähligen Frauen, die im Privatleben Zeichen gesetzt haben für mehr Gleichstellung. Ein in der Schweiz noch nie dagewesenes Ausmass erreichte die Beteiligung an den Schlusskundgebungen. Allein in Zürich fand mit gegen 160'000 Menschen die grösste politische Einzeldemo der Geschichte statt. Auch in Lausanne mit gegen 60'000 sowie in (…).
SGB, 16.6.2019.
SGB > Frauenstreik. Bilanz. SGB, 2019-06-16.
Ganzer Text
14.06.2019 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Frauenstreik
Volltext
Ein Streik wird wahr! Und Work kommt mit einer Extra-Frauenstreik-Ausgabe. Mit über 60 Frauen auf 18 Seiten. 37 Frauen, die sagen, warum sie am Streik dabei waren: Pflegefachfrauen, Uhrenarbeiterinnen, 1 Regierungsrätin, Serviceangestellte, 1 Bäuerin, Fussballerin Sarah Akanji und die höchste Schweizerin: Nationalratspräsidentin Marina Carobbio Guscetti. Sie unterbrach am 14. Juni die laufende Session im Bundeshaus zwischen 11 Uhr und 11 Uhr 15 für den Frauenstreik. Dies ganz zum Wutanfälleli von SVP-Kläffer Andreas Glarner: „Was für ein Unwort: ‚Frauenstreik‘! Welche normale Frau, meine geschätzten Kolleginnen und Kollegen, will denn streiken? Und wenn ja, wofür?“ Avanti donne alla riscossa!* Work hat aber auch 11 Frauen bei ihren Vorbereitungen für den Frauenstreik über die Schultern geschaut. Den Werkstatt-Team-Frauen des Berner Stadttheaters, die für den Tag aller Tage eine riesige Requisite gebaut haben. Den Kita-Angestellten der Gruppe „Trotzphase“ in Zürich und der Berner Krippeninhaberin Darina Hürlimann. Mit ihren Mitarbeitenden hat sie beschlossen, wirklich zu streiken. A la huelga, mis hermanas!*. Work hat Liliane Valceschini im Vallée de Joux besucht. 1990 träumte die Uhrenarbeiterin von einem -Frauenstreik. Und er wurde wahr: am 14. Juni 1991. Valceschini ist eine bescheidene Heldin der Frauen – und nicht nur sie. Work berichtet auch über die erste Frau beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund. Die „rote Margrit“, Margarethe Faas-Hardegger, war ungestüm, brillant und erfolgreich. Das war den roten SGB-Patriarchen zu anstrengend. Sie stellten sie vor die Tür. (…).  Marie-Josée Kuhn. Work online, 14.6.2019.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Frauenstreik. Work online, 2019-06-14.
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14.06.2019 Schweiz
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Work
Vania Alleva
Frauenstreik
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Unia-Chefin Vania Alleva zum Frauenstreik: „Heute ist unser Tag!“ Der heutige 14. Juni wird in die Geschichtsbücher eingehen. Als Unia-Präsidentin bin ich deshalb besonders stolz, dass wir Gewerkschafterinnen wieder eine führende Rolle an diesem Frauenstreik- und Aktionstag übernehmen. Wie schon 1991. Damals waren es die Uhrenmacherinnen im Vallée de Joux, die genug hatten von den skandalösen Lohnunterschieden – und einen Frauenstreik wollten. Christiane Brunner boxte ihn dann durch alle Gewerkschaftsgremien. Gegen grimmigen Widerstand. Sie war damals Zentralsekretärin beim Schweizerischen Metall- und Uhrenarbeiterinnenverband (SMUV). Dieser ging später in der Unia auf. Ich bin stolz auf diese, unsere Frauengeschichte. Wir Nachfolgerinnen von Christiane Brunner haben es heute schon weniger schwer: Der Antrag für einen Frauenstreik am 14. Juni 2019 fand in den Gewerkschaften schnell breite Unterstützung. Das ist auch ein Zeichen dafür, dass die Gewerkschaften weiblicher geworden sind. 2019 ist nicht mehr 1991: Seither haben wir unter anderem das Gleichstellungsgesetz, die Mutterschaftsversicherung und die Fristenlösung erkämpft. Doch das reicht nicht. Mit der Lohngleichstellung zum Beispiel geht und geht es nur im Schneckentempo voran. Dabei machen wir seit Jahren Druck. Auf alle erdenklichen Arten: vom freiwilligen Lohngleichheitsdialog über Verhandlungen mit den Arbeitgebern bis hin zur jüngsten Revision des Gleichstellungsgesetzes. (…). Vania Alleva.
Work online, 14.6.2019.
Personen > Alleva Vania. Frauenstreik. Work online, 2019-06-14.
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14.06.2019 Bern
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Stadttheater Bern
Work
Anne-Sophie Zbinden
Frauenstreik
Stadttheater
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Am 14. Juni ist das Werkstatt-Team des Stadttheaters Bern fast vollständig am Frauenstreik. Frauen ins Rampenlicht! Die Frauen und Männer der Theaterwerkstatt Felsenau haben für den Tag der Tage eine einmalige Requisite kreiert. Work war beim letzten Anstrich dabei. Alte Backsteinmauern, lichtdurchflutete Räume, verwinkelte Gänge: Ein Ort, wie geschaffen für ein Schauspiel. In den Fabrikhallen der ehemaligen Spinnerei Felsenau dreht sich tatsächlich alles ums Theater, doch die Hauptrollen spielen hier Schreinerinnen, Kascheure, Malerinnen und Schlosser. Es ist die Werkstatt des Stadttheaters Bern. Zurzeit arbeiten die 20 Mitarbeitenden am Bühnenbild für die Oper „Der Barbier von Sevilla“. Und an einer ganz aussergewöhnlichen Requisite: einer Faust im Frauensymbol. Dieses Bühnenbild feiert am 14. Juni Premiere. Schreinerin Rose Marie Hintermeister (51) sagt: „Ich war von Anfang an Feuer und Flamme für den Frauenstreik!“ Hintermeister ist die einzige Frau in der Schreinerei. Sie arbeitet seit 10 Jahren in der Theaterwerkstatt und ist mit ihren Arbeitsbedingungen eigentlich zufrieden. Trotzdem: „Ich werde am 14. Juni auf die Strasse gehen, weil es mich nervt, dass man Frauen körperlich weniger zutraut als Männern“, sagt die Frau, die ihre männlichen Kollegen um einen Kopf überragt. Und: „Ich finde es unsäglich, dass das gleiche Verhalten bei Männern als stark angesehen wird und bei Frauen als „hysterisch›.“ Hintermeister und ihre Kolleginnen und Kollegen erstellen pro Jahr 21 grosse und (...). Bühnenbilder. Anne-Sophie Zbinden.
Work online 14.6.2019.
Personen > Zbinden Anne-Sophie. Frauenstreik. Stadttheater. Work online, 2019-06-14.
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14.06.2019 Schweiz
Frauen
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Work
Patricia D Incau
Frauenstreik
Kinderbetreuung
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Zürcher Kinderbetreuerinnen im Streik-Endspurt. „Der 14. Juni ist erst der Anfang!“ Am 14. Juni streiken auch Kinderbetreuerinnen in Zürich mit. Work hat die Gruppe „Trotzphase“ an ihrem letzten Vernetzungstreffen besucht. Ein Sommerabend am Sihlquai, rund eine Woche vor dem Frauenstreik: Im Jugendlokal „Planet 5“ laufen die Vorbereitungen für das letzte Treffen. Fünfzehn gelernte Kinderbetreuerinnen sitzen im Kreis. Lorena Campagnoli (28) eröffnet die Runde. Heute sind drei neue Gesichter dabei: Amara, Nina und Stephanie. Alle anderen kennen sich schon länger. Gemeinsam sind sie in der „Trotzphase“ aktiv. Einer Gruppe von Kita-Angestellten, die seit rund drei Jahren für bessere Arbeitsbedingungen kämpft. Seit Monaten arbeiten sie für den Frauenstreik. Lorena fasst zusammen: „Wir sind übernächtigt und mega motiviert.“ Selber machen. Und dann sind schon wieder alle auf den Beinen. Draussen wird das letzte Transparent gemalt. ¬Lorena schüttelt Farbflaschen, Rebecca Lüthi (25) sortiert Scha¬blonen. „DIY“, „Do it yourself“, lautet das Motto. Selbstgemacht sind zum Beispiel auch die Streik-Bandanas. Violette Tücher für ins Haar oder für um den Hals. Hunderte davon haben die jungen Frauen hergestellt und verteilt. „Das war eine riesige Büez“, sagt Rebecca. Und es war bei weitem nicht das einzige. „Wir haben alle Kitas in Zürich angeschrieben und sie über den Streik ¬informiert. Wir gingen (…). Patricia D'Incau.
Work online, 14.6.2019.
Personen > D’Incau Patricia. Frauenstreik. Kinderbetreuerinnen. Work online, 2019-06-14.
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14.06.2019 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Sandra Künzi
Frauenstreik
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Für üsi Schwiiz. Hüt geht’s los. Mir streiked! Im Pischi. Ich wollte ja vorher noch schnell die Post holen und hab vor lauter Juhee den Schlüssel i de Wonig vergessen. Mir streiked! Im ganze Land. Sogar in der Urschweiz. Im Schwyzer Parlament sitzen doch glatt 91 Männer zu 9 Frauen. Da haben die Schwyzerinnen allen Grund für „Mehr Frauen in Wirtschaft, Politik und Verwaltung“. Frauen-Viertelstündli. Fribourg: « Mieux qu’un rêve: une grêve! » Es gaat doch nüt über en coole Reim. Aarau: „Wir fordern, dass die Luxussteuer auf Tampons und Binden aufgehoben wird!“ Genau, Tampons werden mit fetten 7,7 Prozent besteuert, Katzenstreu nur mit 2,5 Prozent. Sölli mir öppe Katzestreu i d Underhose tue? Ticino: „Rispetto!“ statt Risotto. „Uns reicht’s!“ ruft Schaffhausen vor dem Equal-pay-Schwumm in der Rhybadi. Luzern: „Ja, wir heis¬sen auch Männer willkommen!“ So härzig! Bern richtet sich da etwas differenzierter an die Adresse streikwilliger Manne: „Stell dich nicht in den Vordergrund, gib keine Befehle!“ Hey, sogar im Parlament wird hüt gstreikt. Von 11.00 bis 11.15 pausiert der Nationalrat. Bravo! Dieses Frauen-Viertelstündli isch ja kein Vergleich zu den zwei Stunden Pause, die anno 2010 beantragt ¬wurden, um einen Fussballmatch zu sehen. Doch hört, hört die ewigen Jammeri: Wenn das Parlament wegen dieser „frustrierten“ furiosen Frauen tatsächlich 15 Minuten nicht schaffen darf, dann soll es bei der Abstimmig über den Zivilschutz (die glatterwiis au grad hüt am 14. Juni stattfindet) doch eifach auch die Frauen zum (…). Sandra Künzi.
Work online, 14.6.2019.
Personen > Kuenzi Sandra. Frauenstreik. Work online, 2019-06-14.
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14.06.2019 Schweiz
Personen
Work
Jonas Komposch
Frauenstreik
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Uhrenarbeiterin Liliane Valceschini hatte den Geistesblitz, der die Schweiz veränderte. „Dann träumte ich von einem Frauenstreik“. Der Frauenstreik von 1991 war ihre Idee. Nun verrät Liliane Valceschini (81), wie es dazu kam und was der Streik mit ihrer italienisch-schweizerischen Familiengeschichte zu tun hat. Work: Frau Valceschini, der historische Frauenstreik von 1991 hat seinen Ursprung bei Ihnen im Jura. Wie kam es dazu? Liliane Valceschini: An einem Treffen unserer Gewerkschaftssektion diskutierten wir über die Lohnungleichheit in ¬unserer Branche. Auch wenn eine Uhrenarbeiterin exakt dieselbe Arbeit machte wie ihr Kollege, verdiente sie mit Sicherheit weniger als er. Das beschäftigte uns ungemein. Und dann habt ihr direkt an Streik gedacht? So schnell ging das nicht. Diese Idee hatte ich erst auf dem Nachhauseweg. Moment. Sie ganz alleine sind auf diese Idee gekommen? Ja. Aber wissen Sie, wenn nicht ich diesen Einfall gehabt hätte, wäre vielleicht sonst wer darauf gekommen. Aber Sie wussten, dass die Isländerinnen bereits 1975 einen grossen Frauenstreik organisiert hatten? Nein. Damals gab es ja noch keine sozialen Medien und so. Ich fuhr also mit dem Auto von der Versammlung nach Hause. Während der ganzen Fahrt grübelte ich über Möglichkeiten, um endlich die Lohngleichheit durch¬zusetzen. Plötzlich hatte ich einen Geistesblitz. Ich realisierte, dass es bald genau zehn Jahre her sein würde, seitdem am 14. Juni 1981 die Lohngleichheit in der Bundesverfassung festgeschrieben worden war. Zehn (…). Jonas Komposch.
Work online, 14.6.2019.
Personen > Komposch Jonas. Valceschini Liliane. Frauenstreik. Interview. Work online, 2019-06-14.
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14.06.2019 Luzern
Reinigung
Unia Zentralschweiz

Frauenstreik
Gratisarbeit
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Frauen*streik mit erstem konkreten Erfolg. Reinigungsfrauen streiken erfolgreich gegen Gratisarbeit in Luzern. Mit einem rund dreistündigen Streik haben sich Mitarbeiterinnen der A&M Duraes Reinigung+Hauswartung GmbH gegen Gratisarbeit, unbezahlte Reisezeit und ein schlechtes Betriebsklima gewehrt. Ihr gemeinsamer Kampf war ein voller Erfolg: In der Zwischenzeit konnte mit dem Inhaber eine Lösung vereinbart werden. Die A&M Duraes Reinigung+Hauswartung GmbH sei laut Eigenwerbung „eines der beliebtesten Reinigungsunternehmen der Zentralschweiz“. Weniger beliebt ist die Unternehmung aber bei ihren Mitarbeiterinnen: Gratisarbeit, unbezahlte Reisezeiten sowie ein Betriebsklima, in dem Belästigung und Beleidigungen zum Alltag gehören, prägen die Luzerner Unternehmung. Die rund 24 Mitarbeiterinnen müssen jeweils je eine Viertelstunde unbezahlt das für den Tag nötige Material vor- und nachbereiten und Aufträge ausserhalb von Luzern werden erst bezahlt, wenn die Mitarbeiterinnen vor Ort angekommen sind. Die Reisezeit – obwohl im Auftrag der Unternehmung – bleibt unbezahlt. Anlässlich des heutigen Frauen*streiks sind deshalb heute Morgen die Mitarbeiterinnen der Luzerner Unternehmung in Streik getreten. Gemeinsam mit der Gewerkschaft Unia forderten sie ein Ende der Gratisarbeit, bezahlte Reisezeit nach Arbeitsgesetz sowie ein Betriebsklima, das von gegenseitigem Respekt geprägt ist. Streik zeigt Wirkung. (…).
Unia Zentralschweiz, 14.6.2019
Unia Zentralschweiz > Reinigung. Frauenstreik. Unia Zentralschweiz, 2019-06-14.
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14.06.2019 Schweiz
Frauen
Personen
SGB
Thomas Zimmermann
Frauenstreik
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Ausrufezeichen für die Gleichstellung - Dutzende Schulen und Kitas bestreikt. „Lohn. Zeit. Respekt.“» - Gleichstellung in der Arbeitswelt, lauten die Forderungen der Gewerkschafter*innen. Überall in der Schweiz fanden zudem bereits hunderte Aktionen im öffentlichen Raum statt. Überall in der Schweiz haben Frauen zum Auftakt des Frauen*streiks 2019 erste Ausrufezeichen gesetzt für die Gleichstellung von Frauen und Männern. In der Westschweiz werden Dutzende Schulen und Kindertagesstätten bestreikt. In Dutzenden von Firmen fanden zum Auftakt des Streik- und Aktionstages Streikkaffees statt. Und in Luzern haben Mitarbeiterinnen einer Reinigungsfirma nach drei Stunden Streik einen vollen Erfolg erzielt: Sie protestierten gegen Gratisarbeit, unbezahlte Reisezeiten sowie für ein besseres Betriebsklima. Der Arbeitgeber hat nun zugesichert, dass Vor- und Nachbearbeitungsarbeiten sowie die Reisezeit ab sofort bezahlt werden. Sie alle setzen sich unter dem Motto „Lohn. Zeit. Respekt.“ ein für mehr Gleichstellung in der Arbeitswelt. Unter anderem fordern sie flächendeckende Mindestlöhne von 4‘000 Fr./Monat und GAV-Abdeckung in Branchen mit hohem Frauenanteil, um Frauen am unteren Ende des Lohngefüges und in «typischen» – und damit schlecht bezahlten – Frauenberufen besser zu stellen. Sie fordern Investitionen in Kinderkrippen, Tagesschulen, Spitex und Betreuungsangebote für erwachsene Pflegebedürftige, um Frauen von unbezahlter Care-Arbeit zu entlasten und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt (…). Thomas Zimmermann.
SGB, 14.6.2019.
Personen > Zimmermann Thomas. Frauenstreik. SGB, 2019-06-14.
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