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Anzahl gefundene Artikel: 102

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26.06.2020 Zürich
Personen
Rassismus
WOZ
Lorenz Nägeli
Rassismus
Volltext
Alltagsrassismus. Spätabends in der S-Bahn. Der öffentliche Raum ist der häufigste Tatort von rassistischer Diskriminierung. Der Fall dreier kurdischer Frauen, die in der S-Bahn von einem Mann angegriffen wurden, ist ein Fall von vielen. Bei den meisten kommt es nicht einmal zu einer Anzeige. Tatort S-Bahn: Am 8. Mai um 22.31 Uhr betreten drei kurdische Frauen im Zürcher Hauptbahnhof die S6 in Richtung Regensdorf. Fatos Cebir, Hülya Emec und eine Freundin, die anonym bleiben will, lassen sich im oberen Stock in einem Viererabteil nieder. Sie unterhalten sich auf Türkisch. Um 22.38 Uhr stoppt der Zug in Zürich Oerlikon. Ein Mann steigt zu, etwa Mitte vierzig, biertrinkend, aber gemäss Emec nicht betrunken. Bereits im ersten Vorbeigehen wendet sich der Mann an die drei Freundinnen: „Ihr seid hier in der Schweiz, hier wird Deutsch gesprochen“, sagt er in aggressivem Tonfall. Doch damit nicht genug. „Er bezeichnete uns als ‹Fotzen›“, ergänzt Cebir. Der Mann geht weiter, pöbelt einen weiteren Fahrgast an. Auch dieser passt mit seiner dunkleren Haut offenbar nicht ins rassistische Bild einer weissen Schweiz: „Als wir das Abteil wechselten, wandte sich der Angreifer erneut uns zu. Er beleidigte uns rassistisch, warf uns arabische Floskeln entgegen, sagte ‚Inschallah‘ und dergleichen.“Zögerliche Polizei. (…).
Lorenz Nägeli.
WOZ, 26.6.2020.
Personen > Naegeli Lorenz. Rassismus. WOZ, 2020-06-26.
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23.06.2020 Kuba
USA
Granma

Faschismus
Rassismus
Volltext
Pompeos „Menschenrechte“. US-Aussenminister Mike Pompeo ist offenbar besorgt, dass auch er verabschiedet werden könnte, wenn sein Chef Donald Trump bei den Präsidentschaftswahlen im November aus dem Weissen Haus geworfen wird, und beschuldigt täglich irgendein Land, eine Regierung oder internationale Institution, die Menschenrechte nicht zu respektieren, was auf seine eigene Nation zutrifft
Er hat die Lüge zu seiner Lieblingskarte und die Manipulation zu seinem Modus Operandi gemacht.
Kuba, Venezuela, Nicaragua, China, Russland, Iran und viele andere „böse“ Länder werden wiederholt beschuldigt, gegen diese Vorschriften zu verstossen, und jetzt ist der UN-Menschenrechtsrat an der Reihe, den er gerade beschuldigt hat, „heuchlerisch“ zu sein, weil er Rassismus und Polizeibrutalität gegen Schwarze in den Vereinigten Staaten verurteilt hat. Er gab sich nicht mit dieser Bezeichnung zufrieden und beschuldigte die Institution, „ein Zufluchtsort für Diktatoren und Demokratien, die sie unterstützen, gewesen und weiterhin zu sein“, weshalb seine Regierung sie 2018 verlassen hat. Und der grösste Witz: „Wenn der Rat ehrlich wäre, würde er die Stärken der US-amerikanischen Demokratie anerkennen“, hat der Yankee-Aussenminister zynisch vorgeschlagen. (…).

Granma, 23.6.2020.
Granma > USA. Rassismus. Granma, 2020-06-23.
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20.06.2020 England
Kuba
USA
Granma
Rassismus

Monument
Rassismus
Volltext
Unbequeme Wahrheiten. Die Proteste gegen den Mord an George Floyd haben in den USA und anderen Ländern einen Konflikt sichtbar gemacht, der oft unbemerkt bleibt: die symbolische Kriegsführung. Die Demonstranten identifizierten starre, sanftmütig erscheinende Feinde aus Bronze oder Marmor und haben sie wütend angegriffen. Die Proteste gegen den Mord an George Floyd haben in den USA und anderem Ländern einen Konflikt sichtbar gemacht, der oft unbemerkt bleibt: die symbolische Kriegsführung. Die Demonstranten identifizierten starre, sanftmütig erscheinende Feinde aus Bronze oder Marmor und haben sie wütend angegriffen. „Es ist eine unangenehme Wahrheit, dass unsere Nation und Stadt einen grossen Teil ihres Reichtums ihrer Rolle im Sklavenhandel verdankt“, sagte der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan in einer Debatte über die Aktionen der antirassistischen Bewegung gegen Ikonen der kolonialen Barbarei.
Am 7. Juni wurde in Bristol, einer Stadt im Südwesten Englands, die Statue des Sklavenhändlers Edward Colston niedergerissen und in den Fluss Avon geworfen. Darstellungen von Robert Milligan und Cecil Rhodes, Kolonisatoren und Sklavenhändler, wurden unkenntlich gemacht. „Sohn der Sklaverei und des kolonialistischen Profits“, wurde in Edinburgh über das Bild von Robert Dundas, dem zweiten Viscount von Melville, geschrieben. (…).

Granma, 20.6.2020.
Granma > Rassismus. Monumente. Granma, 2020-06-19.
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18.06.2020 Kuba
USA
Granma

Faschismus
Rassismus
Volltext
Rassismus und Polizeigewalt sind keine Fehler des Systems, sie sind das System! Die Pandemie hat die sozialen Ungleichheiten verschärft und die Mängel eines Systems aufgezeigt, in dem die Armen und die Minderheiten ungeschützt bleiben, sagte der kubanische Aussenminister Bruno Rodríguez Parrilla
Der kubanische Aussenminister Bruno Rodríguez Parrilla verurteilte diesen Mittwoch von seinem Twitter-Account aus „alle Äusserungen von Rassismus, Rassendiskriminierung und Fremdenfeindlichkeit.“
In seiner Mitteilung über die Teilnahme Kubas an den Debatten der Sitzung 43 des Menschenrechtsrates (HRC) der Organisation der Vereinten Nationen rief der Aussenminister dazu auf, gegen Trennungen nach Hautfarbe und ethnische Zugehörigkeit zu kämpfen und betonte: „22,2% der in den USA von Covid-19 hervorgerufenen Toten sind Afroamerikaner.“„Die Pandemie hat die sozialen Ungleichheiten verschärft und die Mängel eines Systems aufgezeigt, in dem die Armen und Minderheiten ungeschützt bleiben“, stellte der kubanische Aussenminister fest. Während der Wiederaufnahme der Sitzung des HRC am vergangenen Montag schlugen die afrikanischen Länder vor, für diesen Mittwoch eine dringende Debatte über Rassismus und Polizeigewalt im Rahmen der globalen Mobilisierung zu organisieren, die durch den Mord an George Floyd durch einen Polizisten in den USA ausgelöst wurde. (…).

Granma, 18.6.2020.
Granma > Rassismus. Granma, 2020-06-18.
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15.06.2020 Kuba
Faschismus
Granma

Faschismus
Rassismus
Volltext
Ich bekomme keine Luft. Ich muss atmen! Man darf nicht zulassen, dass die Zivilgesellschaft, die Kommunikationsmedien, die Meinungsfreiheit, die Kunst, die Bürgerrechte erstickt werden, dass die Zukunft der Generation dazu verurteilt ist in dieser verhängnisvollen Gegenwart zu leben. Die letzten Worte von George Floyd waren: „Ich kann nicht atmen“. Ich auch nicht. Ich kann auch in diesem Brasilien nicht atmen, das von Militärs (miss)regiert wird, die die demokratischen Institutionen bedrohen und den Staatsstreich verherrlichen, der 1964 zu 21 Jahren Militärdiktatur führte. Sie finden anerkennende Worte für Folterer und Todesschwadrone, etablieren ein System des Gebens und Nehmens mit den berüchtigten Korrupten des nur auf Privilegien ausgerichteten Parteienverbundes, des sogenannten Centrão, sie ahmen ganz offensichtlich die Nazis nach, manipulieren jüdische Symbolen, planen in Ministertreffen, wie man außerhalb der Gesetze agieren kann, bei offiziellen Treffen benutzen sie Kraftausdrücke, als ob sie sich in einer Verbrecherhöhle befänden, sie machen sich über jene lustig, die sich an die Protokolle zur Vorbeugung der Pandemie halten und in völliger Gleichgültigkeit ob der 30‘000 Toten und deren Familien gehen sie auf die Strassen, als ob es so viel Tod zu feiern gelte. (…).

Granma, 15.6.2020.
Granma > Faschismus. Granma. Granma, 2020-06-15.
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12.06.2020 USA
Personen
Rassismus
Work
Marie-Josée Kuhn
Rassismus
Volltext
Am Anfang ist immer Trump. Als der Mauerbauer, Sexprahler und Brandstifter, dieses ungesteuerte Geschoss, im Januar 2017 abging, marschierten in den Strassen von Washington bereits Zehntausende Frauen gegen ihn. Weil er das Rad zurückdrehen will. Auch jetzt wieder benützen er und seine Republikaner die Coronakrise, um das Recht auf Abtreibung in 11 Bundesstaaten einzuschränken. Weil Abtreibungen „nichtessentielle medizinische Eingriffe“ seien. Im Wissen, dass es für die Frauen später zu spät sein würde. Der Coronavirus hat die Ungleichheit zwischen Frau und Mann nicht nur in den USA vergrössert. Wie das Work-Dossier zeigt (Seiten 10 -11). Ist im November endlich Ende Trump? Amerika brennt. Pussyhat-Power, #MeToo-Bewegung und Frauenstreiks: Aus den Anti-Trump-Protesten wurde eine neue Frauenbewegung. Weltweit. Sie brachte am 14. Juni 2019 auch die Schweiz zum Beben. Jetzt, ein Jahr nach dem Frauenstreik, schaut Work zurück und nach vorne. Und lässt auch die Berner Slam-Poetin Sandra Künzi nochmals hart und heftig rocken (Seite 20). Mit ihrer Kolumne „Künzi streikt“ stimmte sie im Work ab Januar 2019 auf den Tag der Tage ein. Und wieder stehen die USA in Flammen: im lichterlohen Floyd-Protest. Der weisse Cop Derek Chauvin drückte dem gefesselten Schwarzen George Floyd sein Knie so lange gegen den Hals, bis er erstickte. Es geschah am helllichten Tag. Cornel West, einer der führenden afroamerikanischen Intellektuellen, nennt den Mord an Floyd einen „Lynchmord“. Er zieht eine direkte (…).
Marie-Josée Kuhn.
Work online, 12.6.2020.
Personen > Kughn Marie-Josée. USA. Rassismus. Work online, 2020-06-12.
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12.06.2020 Brasilien
Granma

Gewalt
Rassismus
Volltext
Brasilien und die Gefahr, schwarz zu sein. In Brasilien sind laut einer Analyse des Brasilianischen Forums für Öffentliche Sicherheit fast acht von zehn Todesopfern der Polizei Afro-Nachkommen. Der Mord an George Floyd in den Vereinigten Staaten hat weltweit eine Welle von Protesten ausgelöst und das Thema Rassismus erneut zur Sprache gebracht. Rassentrennung manifestiert sich heute in allen Aspekten des Alltags. In Brasilien sind laut einer Analyse des Brasilianischen Forums für Öffentliche Sicherheit fast acht von zehn Todesopfern der Polizei Afro-Nachkommen. In Rio de Janeiro ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein junger Schwarzer getötet wird, um 147% höher als beim Rest der Landsleute derselben Generation.
Die neuesten Statistiken der Vereinten Nationen zeigen, dass jedes Jahr fast 23‘000 dunkelhäutige Jugendliche im Land gewaltsam sterben, was einem alle 23 Minuten entspricht. Dies sind Zahlen, die laut der UNO das Gewicht des Rassismus im Gewaltszenario des Landes aufzeigen. Eine Situation, die sich unter der Regierung von Jair Bolsonaro verschlimmert hat. Eine seiner Wahllosungen war bekanntlich, dass die Polizei töten müsse. (…).

Granma, 12.6.2020.
Granma > Brasilien. Rassismus. Granma, 2020-06-12.
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11.06.2020 Schweiz
Rassismus
WOZ

Rassismus
Volltext
Rassismus in der Schweiz. Brutale Normalität. Der Funke der antirassistischen Proteste ist auf die Schweiz übergesprungen. Die Zeit scheint reif für politische Forderungen. Und dann war er da, der Funke, der die angestaute Wut zum Explodieren brachte: Zorn über rassistische Polizeigewalt und ökonomische Benachteiligung, ein Gefühl der Ohnmacht angesichts eines Systems, das auf Ausbeutung und Sklaverei fusst. Am 25. Mai ermordete ein Polizist in Minneapolis den Afroamerikaner George Floyd. Seither kommt das Land nicht mehr zur Ruhe. Millionen machen ihrem Ärger über die ungerechten Verhältnisse lautstark Luft. „No justice, no peace“, skandieren sie. Ohne Gerechtigkeit keinen Frieden. Proteste gegen Polizeigewalt haben eine lange Geschichte. Doch diesmal entwickeln sie eine Schlagkraft, die elektrisiert. Nun haben die Bilder der Riots in US-Städten auch in Europa den Funken gezündet. Am Wochenende nahmen sich Hunderttausende den Raum, von Zürich bis Paris, in Lausanne, Genf, London oder Berlin. Ob als Teil von Aushandlungen in ehemaligen Kolonialstaaten oder als Antwort auf einen diskriminierenden Einwanderungsdiskurs – die Menschen, die sich da Gehör verschaffen, haben endgültig genug. Vereint sind sie in ihrem Kampf um Anerkennung. (…).

WOZ, 11.6.2020.
WOZ > Rassismus. WOZ, 2020-06-11.
Ganzer Text
11.06.2020 Schweiz
Personen
Rassismus
WOZ
Anna Jikatereva
Rassismus
Volltext
Rassismus in der Schweiz. Brutale Normalität. Der Funke der antirassistischen Proteste ist auf die Schweiz übergesprungen. Die Zeit scheint reif für politische Forderungen. Und dann war er da, der Funke, der die angestaute Wut zum Explodieren brachte: Zorn über rassistische Polizeigewalt und ökonomische Benachteiligung, ein Gefühl der Ohnmacht angesichts eines Systems, das auf Ausbeutung und Sklaverei fusst. Am 25. Mai ermordete ein Polizist in Minneapolis den Afroamerikaner George Floyd. Seither kommt das Land nicht mehr zur Ruhe. Millionen machen ihrem Ärger über die ungerechten Verhältnisse lautstark Luft. „No justice, no peace“, skandieren sie. Ohne Gerechtigkeit keinen Frieden. Proteste gegen Polizeigewalt haben eine lange Geschichte. Doch diesmal entwickeln sie eine Schlagkraft, die elektrisiert. Nun haben die Bilder der Riots in US-Städten auch in Europa den Funken gezündet. Am Wochenende nahmen sich Hunderttausende den Raum, von Zürich bis Paris, in Lausanne, Genf, London oder Berlin. Ob als Teil von Aushandlungen in ehemaligen Kolonialstaaten oder als Antwort auf einen diskriminierenden Einwanderungsdiskurs – die Menschen, die sich da Gehör verschaffen, haben endgültig genug. Vereint sind sie in ihrem Kampf um Anerkennung. (…).

Anna Jikhareva.
WOZ, 11.6.2020.
Personen > Jikhareva Anna. Rassismus. WOZ, 2020-06-11.
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05.09.2019 Schweiz
Gewerkschaftsbund ZH Kanton
Personen
Rassismus
Xhafer Sejdiu
Rassismus
Volltext
Rassismus ist... Gewerkschaftliche Gedanken zum Lauf gegen Rassismus. Zugegeben, ich bin nicht besonders sportlich. Ich gehöre nicht zu denen, die man in jeder freien Minute im Fitness oder auf dem Fussballplatz trifft. Als Bauarbeiter bekomme ich im Alltag genug Bewegung und mir reicht der körperliche Einsatz, den ich jeden Tag auf der Baustelle bringe, völlig aus. Trotzdem gibt es jedes Jahr einen Tag im September, wo ich meine Turnschuhe schnüre und mich ins Trikot werfe. Das ist dieses Jahr der 15. September, wenn in Zürich an der Bäckeranlage zum achtzehnten Mal der „Lauf gegen Rassismus“ stattfindet. Der Anlass ist ein fester Termin in meinem Kalender. Auch dieses Jahr unterstütze ich das Unia-Team und laufe mit meinen Kolleg*innen mit. Rassismus hat in Zürich viele Gesichter. Als Kosovoalbaner, der während des Kriegs in Jugoslawien in die Schweiz gekommen ist, kenne ich viele davon persönlich. Rassismus ist, wenn der Schweizer Polier und der Generalunternehmer mit mir oder meinen Arbeitskollegen auf der Baustelle in abgehackten, schiefen „Du machen jetzt“-Sätzen sprechen. Und wenn sich dein Chef gar nicht mal die Mühe macht, sich deinen Namen zu merken, sondern von dir nur als „der Albaner“ spricht, ist das ebenfalls rassistisch. Aber Rassismus gibt es nicht nur auf der Baustelle. Ich kenne Menschen, die im Callcenter arbeiten und dort einen erfundenen schweizerdeutsch klingenden Nachnamen verwenden müssen, wenn sie mit den Kundinnen und Kunden telefonieren. (…). Xhafer Sejdiu. .
Gewerkschaftsbund ZH Kanton, 5.9.2019.
Personen > Sejdiu Xhafer, Rassismus. GBKZ, 2019-09-05.
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01.04.2019 Schweiz
Mietwesen
Personen
Ralph Hug
Mietwesen
Rassismus
Volltext
Ungleiche Chancen. Wer einen fremd klingenden Namen hat, hat es schwerer auf dem Wohnungsmarkt. Das beweist eine neue Studie. Es war immer wieder zu hören. Doch meist fehlt der konkrete Beweis. Als M+W im September 2009 den Fall einer exjugoslawischen Familie aufrollte, die eine Wohnung offenkundig nur wegen ihrer Herkunft nicht bekam, hiess es: Das ist ein Einzelfall! Leider nicht. Jetzt beweist eine Studie, dass es ethnische Diskriminierung auch auf dem Schweizer Wohnungsmarkt gibt. Oder mit anderen Worten: Wer zum Beispiel einen kosovarischen oder türkischen Namen trägt, hat signifikant weniger Chancen, zu einer Besichtigung eingeladen zu werden. Dies ist das Fazit eines Berichts, den das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) bei einem Forscherteam der Universitäten Neuenburg, Lausanne und Genf in Auftrag gegeben hat. Und so ist das Team vorgegangen: Es hat zwischen März und Oktober 2018 über 11'000 Anfragen an gut 5‘700 Vermieterinnen und Vermieter in allen Teilen der Schweiz verschickt. Sowohl in Ballungszentren als auch in eher ländlichen Regionen. Die Anfragen waren natürlich fiktiv, und die anfragenden Personen auch. Wichtig waren nur die Namen. Und die hiessen dann etwa Berisha, Krasniqi und Gashi, um eine kosovarische Herkunft zu signalisieren, oder Celik, Kaya oder Yilmaz, um eine türkische Abstammung anzuzeigen. Dies kontrastierte dann mit anderen Nachnamen aus der Schweiz (z.B. Aebischer, Gerber, Steiner), aus Deutschland (Hoffmann, Schulz, Wagner) oder aus Frankreich (Aubry, Gaillard, Rochat). Die Rückmeldungen der Vermieter wurden verglichen (…). Ralph Hug.
Mieten+Wohnen, Nr. 2, April 2019.
Personen > Hug Ralph. Rassismus. Mietwesen. M+W, 2019-04-01.
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01.04.2019 Schweiz
Mietwesen
Personen
Ralph Hug
Mietwesen
Rassismus
Volltext
Ungleiche Chancen. Wer einen fremd klingenden Namen hat, hat es schwerer auf dem Wohnungsmarkt. Das beweist eine neue Studie. Es war immer wieder zu hören. Doch meist fehlt der konkrete Beweis. Als M+W im September 2009 den Fall einer exjugoslawischen Familie aufrollte, die eine Wohnung offenkundig nur wegen ihrer Herkunft nicht bekam, hiess es: Das ist ein Einzelfall! Leider nicht. Jetzt beweist eine Studie, dass es ethnische Diskriminierung auch auf dem Schweizer Wohnungsmarkt gibt. Oder mit anderen Worten: Wer zum Beispiel einen kosovarischen oder türkischen Namen trägt, hat signifikant weniger Chancen, zu einer Besichtigung eingeladen zu werden. Dies ist das Fazit eines Berichts, den das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) bei einem Forscherteam der Universitäten Neuenburg, Lausanne und Genf in Auftrag gegeben hat. Und so ist das Team vorgegangen: Es hat zwischen März und Oktober 2018 über 11'000 Anfragen an gut 5‘700 Vermieterinnen und Vermieter in allen Teilen der Schweiz verschickt. Sowohl in Ballungszentren als auch in eher ländlichen Regionen. Die Anfragen waren natürlich fiktiv, und die anfragenden Personen auch. Wichtig waren nur die Namen. Und die hiessen dann etwa Berisha, Krasniqi und Gashi, um eine kosovarische Herkunft zu signalisieren, oder Celik, Kaya oder Yilmaz, um eine türkische Abstammung anzuzeigen. Dies kontrastierte dann mit anderen Nachnamen aus der Schweiz (z.B. Aebischer, Gerber, Steiner), aus Deutschland (Hoffmann, Schulz, Wagner) oder aus Frankreich (Aubry, Gaillard, Rochat). Die Rückmeldungen der Vermieter wurden verglichen (…). Ralph Hug.
Mieten+Wohnen, Nr. 2, April 2019.
Personen > Hug Ralph. Rassismus. Mietwesen. M+W, 2019-04-01.
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30.11.2018 Schweiz
Personen
Rassismus
Work
Martin Jakob
Rassismus
Ratgeber
Volltext
Mit Courage gegen jede Form der Ausgrenzung. Die Arbeitswelt ist besonders häufig Tatort rassistischer Diskriminierung. Das können Sie am eigenen Arbeitsplatz dagegen tun, und so können Sie sich als Opfer wehren. „Wir stellen keine Kopftücher ein“, schreibt ein Firmenchef dem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum. Die konkret betroffene Person ist Schweizerin muslimischen Glaubens. Ein Stammgast sagt zum Wirt, laut genug, damit der dunkelhäutige Kellner Aimé es hört: „Hoffentlich ist dein Entrecôte nicht so schwarz wie dein Kellner!“ Zwei Fälle aus der Arbeitswelt, geschildert im Ratgeber „Stopp Rassismus“ der Unia-Jugend. Fälle von rassistischer Diskriminierung. Plump ausgrenzend im Fall der Schweizer Muslimin. Und pseudowitzig im Fall des Kellners Aimé. Wir alle sind schon Zeugen geworden, wie andere wegen ihrer Andersartigkeit ausgegrenzt, verunglimpft oder gar beschimpft wurden. Vielleicht waren Sie auch schon Opfer einer solchen Handlung – oder ¬Täter? Schnell entschlüpft einem eine Bemerkung, die mindestens unterschwellig rassistisch motiviert ist, oder ist ein Witz erzählt, der klar auf Kosten einer anderen Ethnie geht. Tatort Arbeitsplatz. Die Fachstelle für Rassismusbekämpfung des Bundes fühlt der Schweizer Bevölkerung regelmässig den Puls zu ihren Einstellungen gegenüber Menschen anderer Herkunft, anderer Hautfarbe und anderer Kulturen. Die Ergebnisse der jüngsten Umfrage (2016) liefern ein zwiespältiges Bild. Zwar denken 64 Prozent der Befragten, dass die Wirtschaft ausländische Fachkräfte benötigt. Gleichzeitig fühlen sich aber rund ein Drittel durch (…). Martin Jakob.
Work online, 30.11.2018.
Personen > Jakob Martin. Rassismus. Ratgeber. Work online, 2018-11-30.
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16.11.2018 Italien
Personen
Regierung
Work
Oliver Fahrni
Nationalismus
Rassismus
Volltext
Der schnelle Aufstieg des Rechtsradikalen Matteo Salvini. „Demokratischer“ Staatsstreich in Italien. Innenminister Matteo Salvini hat sich mit Rassismus und Pöbeleien gegen Europa zum starken Mann Italiens gemacht. Hilfe bekam er dabei ausgerechnet aus Brüssel. Zuerst holten sie den Bürgermeister, Domenico „Mimi“ Lucano. Dann begannen die Uniformierten von Innenminister Matteo Salvini, die Migrantinnen und Migranten aus dem kalabrischen Dorf Riace in Lager zu deportieren. Mimi Lucanos Verbrechen bestand darin, dass sein Modell funktionierte. Er hatte Hunderte von Flüchtlingen nach Riace eingeladen, um sein sterbendes Dorf wiederzubeleben. Das konnte Salvini nicht zulassen. Denn er baut seine Politik auf die Behauptung, nicht etwa die Mafia sei Italiens existentielle Gefahr, sondern die Immigration. Sie zersetze Christentum und die italienische Nation. Dies, obwohl die Zuwanderungszahlen rückläufig sind. Egal, Salvini handelt nach dem Motto: Ist es kein Problem, so mache ich eines daraus. Er attackiert die abtrünnigen Bürgermeister und die Hilfsorganisationen, zerstört gelungene Integrationsmodelle, schliesst die Häfen, lässt Tausende im Mittelmeer untergehen, verhängt Ausgangsverbote für Migranten, dekretiert die Schliessung ihrer Läden, deckt rassistische Morde und Übergriffe, hebelt die Pressefreiheit aus… Marionettenspieler. Wenn Italien an etwas leidet, dann an der Flucht der Gehirne: Jährlich suchen 50’000 junge Diplomierte ihr Glück (…). Oliver Fahrni.
Work online, 16.11.2018.
Personen > Fahrni Oliver. Italien. Rassismus. Work online, 2018-11-16.
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06.11.2018 Schweiz
Migranten
Personen
SEV Schweiz
Karin Taglang
Rassismus
Tagung
Volltext
„Ich bin kein Rassist, aber…“. „Ich bin nicht rassistisch, aber…“. Wir alle haben schon solche Sätze gehört. Vielleicht haben wir sie sogar selbst gesagt. An der diesjährigen SEV-Migrationstagung, die am 26. Oktober in Olten stattfand, befassten sich die Teilnehmer/innen mit Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Nach mehreren Inputreferaten zum Thema wurde man im Rahmen eines Workshops mit den eigenen Vorurteilen und Privilegien konfrontiert. Rückblick auf eine erfolgreiche und anregende Tagung. Zehn Frauen und Männer stehen mitten im Raum nebeneinander auf einer Linie. Am einen Ende der Reihe hängt ein Blatt Papier mit einem roten Plus, auf der anderen Seite prangert ein Minus – es handelt sich um die sogenannte „Schweizer/innenskala“. Rechts stehen diejenigen Teilnehmenden, die sich am schweizerischsten fühlen, links jene mit dem geringsten Anteil „Swissness“. Kriterien gibt es keine, die Teilnehmenden haben sich dem eigenen Gefühl nach aufgestellt. „Warum stehst du in der Mitte der Skala?“, fragt Lelia Hunziker von Integration Aargau, die den Workshop leitet. Die junge Teilnehmerin erklärt: „Meine Eltern kommen zwar beide aus der Schweiz, aber ich bin trotzdem nicht die typische Schweizerin.“ Ein Teilnehmer stellt sich zuerst ans schweizerischste Ende der Skala, verschiebt sich dann jedoch zurück in Richtung Mitte. „Ich selbst fühle mich zu 100% als Schweizer“, sagt er, „aber andere sehen mich wegen meiner Hautfarbe vielleicht nicht so“. (K)ein Alltagsproblem? Wer fremd ist und wer nicht – diese (…). Karin Taglang.
SEV, 6.11.2018.
SEV > Rassismus. Tagung. SEV, 2018-11-06.
Ganzer Text
28.04.2017 Schweiz
Flüchtlinge
Personen
Work
Clemens Studer
Flüchtlnge
Rassismus
Volltext
Die Schweiz trumpt. Grenzschliessung, Schikanen gegen Geflohene und Totalüberwachung: Bundesräte haben bessere Manieren als US-Präsident Trump. Politisch trumpt’s in unserem Land aber schon länger. Vieles, von dem Trump träumt und twittert, ist in der Schweiz bereits Realität. Sicher, die Schweiz ist anders organisiert, als die USA es sind. Darum braucht es hier auf nationaler Ebene auch mindestens zwei Magistraten für einen Trump. Ueli Maurer (SVP) und Simonetta Sommaruga (SP) bekommen das aber ganz gut hin – und erst noch viel leiser als der US-Präsident. Und auch in vielen Kantonen ist Trump-Politik an der Tagesordnung. Die Beispiele: 1. Grenzen schliessen mit allen Mitteln. Trump will die Grenzen dichtmachen und die Grenze zu Mexiko mit einer Mauer verriegeln. Für die Schweiz keine neue Idee. „Grenzbefestigungsanlagen“ oder vulgärer einfach „Stacheldraht“ gehören zum Standardforderungsrepertoire der SVP und von Bürgerlichen. Dabei ist die Schweiz ohnehin quasi schon abgeriegelt, seit Justizministerin Sommaruga die Abschaffung des Botschaftsasyls durchsetzte und auch seine Wiedereinführung nicht einmal prüfen will. Begründung: „Es bringt zu wenig.“ Dabei wäre das Botschaftsasylverfahren die einzige schnell umsetzbare Möglichkeit, wenigstens einen kleinen Beitrag dazu zu leisten, dass nicht Monat für Monat Tausende Flüchtende im Mittelmeer ertrinken. Als Schengenstaat profitiert das Binnenland Schweiz vom schmutzigen Deal mit dem türkischen (…). Clemens Studer.
Work, 28.4.2017.
Personen > Studer Clemens. Flüchtlinge. Work, 2017-04-28.
Ganzer Text
19.01.2017 Schweiz
SVP
WOZ

Plakat
Rassismus
SVP
Volltext
Burkas und Banken. Warum der rassistische Gehalt der SVP-Plakate und ihr Bezug zur Unternehmenssteuerreform III nicht ignoriert werden sollten. Von Feministinnen haben wir gelernt, den Phallus nicht mit dem Penis, also das Herrschaftssymbol nicht mit dem Symbolisierten zu verwechseln. So etwas in der Art sollte man auch beherzigen, wenn man sich die aktuelle SVP-Propaganda gegen die erleichterte Einbürgerung der sogenannten dritten Generation zumutet. Angeführt durch die Gegenkampagne der Operation Libero, kritisierten Medien, Liberale und Linke, dass die SVP-Propaganda mit falschen „Fakten“ operiere: Die SVP warne vor „unkontrollierter Einbürgerung“ von Burkaträgerinnen. „Faktisch“ stammten jedoch 98,6 Prozent der AusländerInnen der dritten Generation aus Europa. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Burkaträgerin eingebürgert werde, tendiere daher gegen null. Das mag zwar stimmen, verpasst aber den entscheidenden Punkt: Es geht bei der Kampagne nicht primär um die faktisch-soziale Ordnung. Die Fakten zeigen lediglich, dass der rote Pass für europäische AusländerInnen nur in Ausnahmefällen erstrebenswert ist. Denn mit einem EU-Pass lässt sich hierzulande so gut lieben, leben und arbeiten wie mit dem roten. Bei der Kampagne geht es vielmehr um die symbolische Ordnung; um die Frage, wie viel rassistische Stigmatisierung von „Fremden“ die schweizerischen Stimmberechtigten als Teil ihrer demokratischen Kultur zu tolerieren bereit sind. Nimmt man die bisherige Debatte zum Nennwert, stellt man fest: ziemlich viel. (…). Bernhard C. Schär.
WOZ, 19.1.2017.
WOZ > Rassismus. Plakat. SVP. WOZ, 2017-01-19.
Ganzer Text
18.03.2016 Schweiz
Personen
SVP
Work
Marie-Josée Kuhn
Rassismus
SVP
Volltext
Einspruch. Bei Gymi-Schüler Max Kranich stand am Anfang eine Behauptung des Zürcher SVP-Mannes Zanetti. An einem Podium zur SVP-Durchsetzungsinitiative behauptete dieser, das Gleichheitsgebot in der Bundesverfassung gelte nur für Schweizer. Und der Jurist wiederholte die dreiste Lüge wieder und wieder. Wider besseres Wissen. Da hatte Kranich die Nase voll. Der 18jährige erhob sich und las Zanetti die Bundesverfassung. SVPler Zanetti sah danach ziemlich alt aus. Das Video machte im Internet die Runde. Immer mehr Menschen haben genug von der SVP. Von ihrem Allmachtsanspruch. Von ihren Milliarden. Aber vor allem von ihren Aggressionen gegen Ausländer. So auch Johanna Gündel. Die Frau aus Oberwil-Lieli AG forderte SVP-Gemeindeammann Andreas Glarner an der Gemeindeversammlung heraus ¬¬¬¬¬¬¬- und gewann. Glarner, der künftig an der SVP-Spitze das Dossier Migrationspolitik dirigieren wird, wollte Oberwil-Lieli von der Pflicht freikaufen, Asylsuchende aufzunehmen. Das machte die Sprachstudentin „richtig hässig“. Sie sagt: „Er hat das ganze Dorf für seine rechte Politik instrumentalisiert.“ Deshalb mischte Gündel sich ein. Und plant jetzt schon ihren Nächsten Coup. AKW, Armee und Europa: diese Themen haben in der Vergangenheit ganze Generationen politisiert und mobilisiert. Heute sind es Nationalismus und Rassismus. In der Durchsetzungsinitiative fanden diese ihren vorläufigen Höhepunkt. Die Vorlage zielte ganz direkt auch auf die Secondos. Auf die Schweizerinnen und Schweizer ohne Schweizer Pass. Die SVP wollte sie zu Menschen zweiter Klasse stempeln. Unia-Mann Ernesto Casagrande sagt es so: (…). Marie-Josée Kuhn.
Work, 18.3.2016.
Personen > Kuhn Marie-Josée. SVP. Work, 2016-03-18.
Ganzer Text
01.02.2016 Schweiz
Funke, Der

Flüchtlinge
Rassismus
Volltext
Editorial. Das Jahr 2016 hat politisch bereits einige Wellen geschlagen. Im Kanton Zürich fand Mitte Januar der Tag der Bildung statt. Schulen im ganzen Kanton organisierten Aktivitäten, um gegen den massiven Bildungsabbau zu protestieren. Im Vorfeld haben sich an mehreren Mittelschulen SchülerInnen begonnen zu organisieren. Dies zeigt deutlich auf, dass das letzte Wort in dieser Frage noch nicht gesprochen ist. Die JUSO hat sich hier korrekterweise dazu entschieden, den Kampf gegen die Sparmassnahmen im Kanton zum Hauptthema dieses Jahres zu machen und sich an den Schulen zu verankern. Diese Entscheidung muss nun auf nationaler Ebene ebenfalls seinen Ausdruck finden. (…). In Europa nimmt derweilen die Hetze gegen die Flüchtlinge weiter zu. Wir haben im letzten Jahr bereits das Auftreten von faschistischen Schlägerbanden gegen MigrantInnen beobachten können. Die Ereignisse in Köln und die daraus folgende Debatte über vergewaltigende Flüchtlinge haben diesen Elementen neues Selbstbewusstsein gegeben. In Schweden stürmten über hundert vermummte Rechtsradikale den Hauptbahnhof von Stockholm und machten Jagd auf Flüchtlinge. In der Zwischenzeit versucht die rechtsradikale Bewegung PEGIDA auch in der Schweiz Fuss zu fassen. Bis anhin blieben diese Versuche jedoch erfolglos. Dies ist zu einem grossen Teil auf die konsequente Gegenmobilisierung der linken zurückzuführen, welche bereits im Vorfeld zu den Demonstrationen klar zahlenmässige Überlegenheit demonstrieren konnte. (…). Die Redaktion.
Der Funke, Februar 2016, Nr. 47.
Funke, Der > Rassismus. Pegida. Der Funke, 2016-02-01.
Ganzer Text
01.02.2015 Schweiz
Charlie Hebdo
Personen
VPOD-Magazin
Beat Ringger
Anschlag
Charlie Hebdo
Rassismus
Volltext
Gegen den Kulturalismus: Überlegungen nach den Anschlägen auf „Charlie Hebdo“. Rassismus in neuen Schläuchen? Das abscheuliche Attentat auf „Charlie Hebdo“ fordert die europäischen Gesellschaften heraus. Jeglichem kulturell und religiös aufgeladenen Hass muss jetzt entschieden entgegengetreten werden. Die Rolle, die einst der Rassismus innehatte, übernimmt heute der „Kulturalismus“ - ein Rassismus ohne „Rassen“. Es steht ausser Frage: Die Meinungs- und die Pressefreiheit müssen geschützt werden. Für Terror wie denjenigen gegen das Pariser Satireblatt gibt es keine Rechtfertigung. Gerade deshalb muss auch eine Tendenz benannt werden, welche im Attentat selbst ebenso sichtbar ist wie in vielen Reaktionen darauf: der Kulturalismus. Er lädt die gesellschaftlichen Konflikte mit Hass und Gewalt auf. Nach den jüngsten Gewalttaten dürfte er weiter zunehmen. Der Kulturalismus hat viele Färbungen. In Europa ist derzeit die Islamophobie verbreitet, aber auch neuer Nationalismus und generelle Fremdenfeindlichkeit gehören dazu. Kulturalismus besteht im Kern aus der Behauptung, dass das Zusammenleben von Menschen mit verschiedenem kulturellem oder religiösem Hintergrund im gleichen geografischen Raum zu gefährlichen Spannungen führe. Die Angehörigen der „Ursprungskultur“ seien daher berechtigt, sich gegen „Überfremdung“ durch andere Kulturen zur Wehr zu setzen, um die eigene zu bewahren. (…). Beat Ringger.
VPOD-Magazin, Februar 2015.
Personen > Ringger Beat. Charlie Hebdo. Rassismus. VPOD-Magazin, Februar 2015.
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01.10.2014 Schweiz
Initiativen Schweiz
Personen
VPOD-Magazin

Ecopop-Initiative
Rassismus
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Am 30. November: Nein zur schädlichen und unsinnigen Ecopop-Initiative. Arbeitsbedingungen verteidigen - für alle. Die Ecopop-Initiative sieht eine starre Begrenzung der Zuwanderung vor. Das ist schädlich für die Volkswirtschaft, vor allem aber ein Angriff auf die Arbeitsbedingungen aller. Würde die Ecopop-Initiative angenommen, dürfte die Bevölkerung der Schweiz durch Zuwanderung jährlich nur noch 0,2 Prozent wachsen. Bei derzeit 8 Millionen sind das 16' 000 Personen - weniger als ein Viertel der Zugänge von 2012. Die Schweizer Volkswirtschaft ist jedoch auf Migration angewiesen. Im Gesundheitswesen, in der Wissenschaft, im Gastgewerbe, auf dem Bau oder in der Landwirtschaft liefe wenig ohne Zugewanderte. Weil der Initiativtext keine Beschränkung von „Kurzaufenthaltern“ und „Grenzgängern“ vorsieht, könnten und müssten die Unternehmen auf diese Personengruppen ausweichen. Befristete und prekäre Arbeitsverhältnisse würden zunehmen. Es würde (noch) mehr Lohndruck entstehen, von dem auch die einheimischen Arbeitnehmenden erfasst würden. Die Kontingentierung der Einwanderung würde wiederum gegen die bilateralen Verträge mit der EU verstossen, namentlich gegen die Personenfreizügigkeit. Anstatt nach dem 9. Februar Wege zu finden, wie der volkswirtschaftliche und gesellschaftliche Schaden der Annahme der „Masseneinwanderungsinitiative“ möglichst klein gehalten werden kann, würde ein Ja zu Ecopop wohl den endgültigen Gang in die Isolation bedeuten. (…). Johannes Gruber, VPOD-Fachsekretär Migration und interkulturelle Bildung.
VPOD-Magazin, Oktober 2014.
VPOD-Magazin > Ecopop-Initiative. Rassismus. VPOD-Magazin, Oktober 2014.
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22.08.2014 Schweiz
Ecopop
Initiativen Schweiz
Personen
Work
Oliver Fahrni
Ecopop-Initiative
Rassismus
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So ticken die Leute von Ecopop. Ihre braunen Väter. Ecopop zeichnet Menschen als Tiere und verknüpft Null-Zuwanderung mit Umweltschutz. Damit überholt sie sogar noch die SVP rechts. Ein Mann namens David Brower schrieb: „Kinderkriegen sollte ein strafwürdiges Verbrechen gegen die Gesellschaft sein, ausser die Eltern hätten eine staatliche Lizenz dazu.“ Sämtliche Zeugungsfähigen müssten dazu gezwungen werden, „verhütende Chemikalien“ einzunehmen. Brower war durchaus kein Wirrkopf, sondern erster Direktor der amerikanischen Umweltorganisation Sierra Club und Gründer der weltweit agierenden „Friends of the Earth“. Der Slogan: „Global denken, lokal handeln“ stammt von ihm. 1969 gab Brower beim US-Biologen Paul R. Ehrlich ein Buch in Auftrag, das Weltbestseller wurde: „Die Bevölkerungsbombe“. Ehrlich faselte von 27 Milliarden Menschen und erklärte sämtliche ökologischen Probleme mit der „Überbevölkerung“. Das hatte einen schlagenden Vorteil für viele Konzerne und Superreiche, die diese Umweltorganisation kräftig sponserten: Nicht mehr die blindwütige Plünderung der Rohstoffe, die Verschmutzung von Wasser, Boden und Luft durch Fabriken oder die Verhinderung von Umweltmassnahmen durch Konzernlobbies waren die Ursachen der ökologischen Probleme. (…). Oliver Fahrni.
Work, 22.8.2014.
Personen > Fahrni Oliver. Ecopop. Faschismus. Work, 22.8.2014.
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08.05.2014 Schweiz
FdP
Personen
Work
Marco Geissbühler
Faschismus
FdP Schweiz
Rassismus
Volltext
Sind der FdP die Sicherungen durchgebrannt? Work brachte es an den Tag: Die FdP kämpft mit einem antisemitischen Inserat gegen die Mindestlohninitiative. Und stellt sich trotz Rüffel dreist dumm. Hässlich grinst er. Gemein seine Augen. Schwitzend dreht er am Fleischwolf. Der Unia-Mann, wie ihn die FdP sieht: Hakennase, grosse Ohren und dunkle Hautfarbe. In ihrem ganzseitigen Inserat gegen die Mindestlohninitiative bedient sich die FdP antisemitischer Bildsprache. Das kritisieren Historiker scharf. Work deckte auf: So hat auch das nationalsozialistische Wochenblatt „Der Stürmer“ gezeichnet. Der Work-Artikel schlug Wellen. Die „Basler Zeitung“ doppelte nach. Und die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus griff ein. Deren Präsidentin Martine Brunschwig Graf, ebenfalls FdP-Mitglied, hat ihre Partei nun zurückgepfiffen. Begründung: Das Inserat „enthält Elemente, die man als judenfeindlich interpretieren kann“. FdP-Präsident Philipp Müller gab persönlich grünes Licht für das Sujet. Wie reagiert er auf diesen Rassismus-Rüffel aus den eigenen Reihen? Gegenüber der „Basler Zeitung“ bezeichnet er den Hakennasen-Mann mit der dunklen Haut als „eine lustige Karikatur“. (…). Marco Geissbühler.
Work online, 8.5.2014.
Personen > Geissbühler Marco. FdP. Faschismus. Work, 8.5.2014.
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14.03.2014 Schweiz
SVP
Vorwärts

Abschottungs-Initiative
Rassismus
SVP
Volltext

Im Staate der Eidgenossen. Wir sind beliebt! In Europa. Und dies nach all dem Mist, der im Ausland über uns geschrieben wurde. Dorthin (gemeint ist das Ausland) beträgt die grösste Entfernung 270 Kilometer gemessen ab dem geographischen Herzen der Schweiz und das ist bekanntlich die Ällgialp im Kanton Obwalden. Aber von der idyllischen Alp zurück ins Europa des freien Personenverkehrs. Richtiggehend euphorisch und enthusiastisch wurden wir gefeiert. Sogar im Europaparlament, dem wir gar nicht angehören. Krass, nicht wahr? Eine ganz spezielle Ehrung hat die Eidgenossenschaft vom Abgeordneten Mario Borghezio erhalten: Er stürmte während der Ratsdebatte mit einer Schweizer Fahne in die Mitte des Plenarsaals. Dort schwenkte er voller Begeisterung das rote Stofftuch mit dem weissen Kreuz drauf. Er unterbrach lautstark den Kommissar mit Zwischenrufen wie „Freie Schweiz“ oder „Stopp der europäischen Diktatur über seine Völker“. Mario Borghezio, aus der ehemaligen ArbeiterInnenstadt Turin stammend, gehört der separatistischen Lega Nord an. Im Jahre 1993 musste er wegen Nötigung eines marokkanischen Kindes 750‘000 Lire (etwa 380 Euro) Busse bezahlen. Am 19. Oktober 2005 wurde Mario Borghezio zu einer Geldstrafe von 3040 Euro verurteilt, weil er im Jahr 2000 in Turin Zelte von Einwanderern angezündet hatte, die unter einer Brücke schliefen. Und da ist noch ein Radiointerview nach dem Massaker in Norwegen von 2011. (…).

Vorwärts, 14.3.2014.

Vorwärts > SVP. Rassismus. Vorwärts. 2014-03-14.

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09.02.2014 Schweiz
Abstimmungen Schweiz
Emigranten
Personen
WOZ
Susan Boos
Einwanderung
Rassismus
Saisonnierstatut
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Nach der Zäsur. Mit tausend Ideen gegen die Angst. Die Abschottungsinitiative katapuliert uns in eine Schockstarre. „Uns“ meint von links bis bürgerlich alle - mit oder ohne Schweizer Pass -, die nicht in einer Schweiz ohne Ausland leben wollen. Sicher gehören auch noch Tausende dazu, die Ja gestimmt haben, aber gar nicht wollten, dass die Initiative angenommen wird. Sie haben auf Fragen geantwortet, die nicht zur Abstimmung standen. Fragen wie: Wollen wir ungehemmtes Wachstum, masslose Zersiedelung, Lohndumping? Alle, die die Paragrafen gelesen haben, bevor sie ihren Stimmzettel ausfüllten, wussten, dass es eine zutiefst fremdenfeindliche Initiative ist. Die SVP hat sie zudem so schludrig formuliert, dass sie die nächsten Jahre die Politik damit vor sich hertreiben kann. Egal welche Lösungsvorschläge gemacht werden, die SVP wird stets nachbeissen und behaupten, sie entsprächen nicht ihrer Initiative. Es kommen harsche Jahre. Doch die Bürgerlichen müssen nicht klagen. Sie haben mitgetan. Allen voran der Freisinn, der sich von einem Mann führen lässt, der als Fremdenfeind in die nationale Politik gespült wurde. FdP-Präsident Philipp Müller hatte Ende der Neunziger die 18-Prozent-Initiative lanciert. Nun nannte er die SVP-Abschottungsinitiative einen Schildbürgerstreich und rief halbherzig dazu auf, Nein zu stimmen. Er selber hatte einst dasselbe gefordert, nur rigider. Seine Initiative verlangte, „dass der Anteil der ausländischen Staatsangehörigen an der Wohnbevölkerung der Schweiz 18 Prozent nicht übersteigt“.
Susan Boos.

WOZ, 13.2.2014.
WOZ > Einwanderung. Abstimmung. WOZ. 2014-02-13.

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