Gewerkschaftschronik
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 DatumOrtKapitelPersonenStichworteArtikel
15.08.1990 Schweiz
GDP
Helvetische Typographia

Informatik
Volltext
Weiterbildung
Ganzheitliches Lernen. Informatik ganzheitlich lernen mit Suggestopädie. Dass Computer lernen auch Spass machen kann, haben Kolleginnen an einem eigens für Frauen organisierten Kurs Ende Mai in Bern-Wabern erfahren. Der von der GDP-Frauenkommission empfohlene Kurs „Informatik ganzheitlich lernen mit Suggestopädie“ war denn auch ausgebucht, so dass weitere interessierte Kolleginnen auf eine Wiederholung des Kurses vertröstet werden mussten. Mit den folgenden Berichten möchten zwei begeisterte Teilnehmerinnen zum weiteren Kursbesuch anregen und die GDP-Verantwortlichen auffordern, diese Kursreihe fortzusetzen (z.B. „Word 5.0 Textverarbeitung“). Auch unsern Kollegen wollen wir ganzheitliches Lernen ohne Konkurrenz- und Leistungszwang wärmstens empfehlen. Was hat das Backen einer Omelette mit dem Computer zu tun? Ohne Pfanne und Rezept keine Omelette - ohne CPU und Programm kein Output! Dieser Informatikkurs mit Suggestopädie führt auf spielerische Weise in die Computerwelt ein. Mit Kreuzworträtsel, Memory, Anfassen des Computer-Innenlebens, Spass, Musik und Entspannung kann man/frau auf vergnügliche Weise lernen. In zweieinhalb Tagen kann eine Schwellenangst überwunden werden. In angenehmer, entspannter Atmosphäre, wird vermittelt, dass Informatik keine Hexerei und für jedermann/!jedefrau zugänglich ist. Dieser Kurs richtet sich an (…). Maya Fritz, Elfy Schneider.
Helvetische Typographia, 15.8.1990.
Typographia Schweiz > Informatik. Weiterbildungskurs. HT, 1990-08-15.
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16.07.2019 Schweiz
Postfinance
Syndicom

Löhne
Postfinance
Volltext
Bei PostFinance werden die Lohnmassnahmen 2019 überprüft! Viele Mitglieder von PF haben uns geschrieben, dass sie mit der Lohnerhöhung 2019 nicht zufrieden sind. In unserem Lohnrechnerhaben sie ihre Lohndaten eingegeben und festgestellt, dass sie den Vorschlagswert nicht erhalten haben. Der Vorschlagswert ist nicht zwingend geschuldet, aber eine Abweichung muss begründet werden und nicht alle Begründungen sind zulässig. Dank der Intervention von Syndicom wird das jetzt genauer überprüft. Die Anwendung des Vorschlagswertes erfolgte nicht einwandfrei. Im April hat PostFinance die mit den Sozialpartnern verhandelten GAV-Lohnmassnahmen 2019 umgesetzt. Als Hilfestellung zum Festsetzen der individuellen Lohnerhöhungen haben die Vorgesetzten einen unverbindlichen Vorschlagswert für jeden Mitarbeitenden erhalten. Die Vorgesetzten waren verpflichtet, den Mitarbeitenden die Lohnmassnahme nachvollziehbar zu begründen – insbesondere dann, wenn sie keine Lohnmassnahme erhielten oder die Lohnerhöhung unter dem Vorschlagswert lag. Die Nichtgewährung des Vorschlagswerts setzt eine Begründung voraus, die über die Lage innerhalb der Funktionsstufe und der Lohnhygiene innerhalb des Teams hinaus geht. Rückmeldungen von Mitarbeitenden lassen den Schluss zu, dass dies nicht in allen Fällen geschehen ist. Syndicom und PostFinance haben deshalb beschlossen, diesen Sachverhalt zu überprüfen. (…).
Syndicom, 16.7.2019.
Syndicom > PostFinance. Loehne. Syndicom, 2019-07-16.
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09.05.1990 Deutschland
Schweiz
GDP
Helvetische Typographia
IG Medien

IG Medien
Vertragsverhandlungen
Volltext
Tarifauseinandersetzung in der BRD. Kaum begonnen, wurden die Verhandlungen über Lohn, Gehalt und Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden in der Druckindustrie Deutschland ohne eine wirkliche Eintretensdebatte zum Scheitern gebracht. Auf inhaltliche Verhandlungen haben sich die Vertreter des Bundesverbandes Druck nicht eingelassen. Im Gegenteil: Sie liessen die Verhandlungen über Fort- und Weiterbildung sowie die übrigen Forderungen scheitern. Dies ist für die Kolleginnen und Kollegen der Industriegewerkschaft Medien eine ungeheuerliche Provokation, denn in diesen Tarifbereichen ist aufgrund der glänzenden Wirtschaftslage eine dringende Anpassung überfällig. Dieser Angriff der Druckunternehmer auf die berechtigten Forderungen passt in die allgemeine politische Landschaft und die Industriegewerkschaft Medien sieht in diesem Verhalten eine gezielt geplante Verschärfung des Tarifkonflikts. Die Verhandlungskommission kam nach der 4. Verhandlungsrunde am 3. Mai .1990 zu der Einschätzung, dass der Bundesverband Druck einen scharfen Angriff auf die Beschäftigten in der Druckindustrie vorbereitet. Die Kolleginnen und Kollegen der Industriegewerkschaft Medien sind nun nicht mehr an die Friedenspflicht gebunden. Mit einem Streik in der Druckindustrie muss also nun gerechnet werden. Die Gewerkschaft Druck und Papier der Schweiz wird deshalb alles tun, was in ihren Kräften steht, um eventuelle Auslagerungsversuche der deutschen Unternehmer in Betriebe in der Schweiz zu (…).
Helvetische Typographia, 9.5.1990.
Helvetische Typographia > Deutschland. IG Medien. Vertragsverhandlungen. HT, 1990-05-09.
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09.05.1990 Schweiz
GDP
Helvetische Typographia
Löhne

Lohnklage
Urabstimmung
Volltext
Die Gewerkschaft Druck und Papier. darf den GAV Buchbinder-Kartonage nicht unterzeichnen! Anlässlich der Urabstimmung vom 9. März 1990 habt Ihr dem Verhandlungsergebnis zur Erneuerung des Gesamtarbeitsvertrages in der Buchbinderbranche bei einer Stimmbeteiligung von 40 Prozent und einem Ja-Stimmen-Anteil von 70,4 Prozent die Zustimmung erteilt. Wie aus dem damals beigelegten Abstimmungsmaterial ersichtlich war, hat Euch die GDP-Frauenkommission im Gegensatz zum Zentralkomitee GDP die Nein-Parole zum Verhandlungsergebnis empfohlen. Dies vor allem darum, weil bei den Mindestlohnansätzen für ungelernte Arbeitnehmerinnen der in der Bundesverfassung verankerte Gleichstellungsartikel nicht erfüllt ist. Da die Frauenkommission befürchtet, dass der GAV Buchbinder nach der Urabstimmung sofort in Kraft gesetzt würde, hat sie durch richterlichen Beschluss die Urabstimmung als nichtig erklären lassen. Dieses Vorgehen hat zur Folge, dass es der Gewerkschaft Druck und Papier unter Androhung von Rechtsfolgen bis auf weiteres verboten ist, den GAV Buchbinder rechtsgültig zu unterzeichnen. Mit dieser durch die GDP-Frauenkommission veranlassten Verfügung soll erreicht werden, dass die Gewerkschaft Druck und Papier gezwungen wird, mit dem Unternehmerverband VBS neue Verhandlungen über die Lohngleichstellung der ungelernten Arbeitnehmerinnen zu führen. (…).
Gewerkschaft Druck und Papier.
Helvetische Typographia, 9.5.1990.
Helvetische Typographia > Lohnklage. Urabstimmung. HT, 1990-05-09.
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09.05.1990 Schweiz
Helvetische Typographia
Personen
SGB
Beat Kappeler
Löhne
Teuerung
Volltext
„Lohn-Preis-Spirale“: Wie bitte? Wo bitte? Alte Gewohnheiten sterben nicht so rasch. Die Bankgesellschaft spricht in ihrem neuesten Konjunkturbericht von der Lohn-Preis-Spirale, die noch bis Mai nach oben gehen dürfte, Dabei hat die gegenwärtige Inflationsperiode mit aller Deutlichkeit gezeigt, dass wir in einer ausgesprochenen Preislohn-Spirale stecken: Zu Beginn letzten Jahres begannen die Zinsen zu steigen, weil das Geld ins Ausland gezogen wurde und der Franken fiel. Dann stiegen die Importpreise. Hernach erhöhten die Banken die Hypothekarzinsen. Sodann zogen die Vermieter mit den Mieten nach. Schliesslich begannen auch die Güter und Dienstleistungen aufzuschlagen und im September/Oktober, als die Löhne verhandelt wurden, war die Inflation auf 3,5 Prozent angelangt. Als die Lohnrunde fast fertig war, aber immer noch die alten Löhne bezahlt wurden, schnellte die Teuerung im November-Index auf über 5 Prozent hoch. Diese Inflation hat nachträglich sogar die etwa zwei Prozent Reallohnerhöhungen aufgefressen. Und da kommen uns die Konjunkturexperten einer Grossbank mit einer „Lohn-Preis-Spirale“! Die ETH belegte übrigens in einer kürzlichen Untersuchung, dass die Löhne in der Schweiz viel schwächer anstiegen als in den meisten Konkurrentenländern. Vielleicht nehmen auch die Banken zur Kenntnis, dass unsere jetzt viel höhere Inflation, als sie Frankreich oder Deutschland kennen, durch Mechanismen des Finanzplatzes und der Geldpolitik in Gang gesetzt worden ist.(...). Beat KappeIer.
Helvetische Typographia, 9.5.1990.
Personen > Kappeler Beat. Teuerung. HT, 1990-05-09.
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12.09.1990 Schweiz
GDP
Helvetische Typographia
Personen
Erika Trepp
GDP
Lohnklage
Volltext
Zur „Frauenklage“ gegen die GDP. Klappt es nun doch noch? Die meisten Leute, mit denen wir darüber diskutieren, freuen sich, dass wir mit unserer Klage einen Weg gefunden haben, das Gericht, stellvertretend für den Staat, zu einer Stellungnahme zu zwingen. Verwirrt jedoch, genau genommen sogar undurchschaubar, war das bisherige Verhalten der Verantwortlichen innerhalb der GDP. Wurde uns „vorne durch“ bestätigt, wir hätten mit unserer Klage inhaltlich mehr als recht, schürten unsere Funktionäre hintenherum den Widerstand gegen uns Frauen und erzählen, uns gehe es nicht um die Sache, sondern darum, uns zu profilieren und die Gewerkschaft zu zerstören. Wir blieben ruhig und unsere Geduld schien zu fruchten: Im Sommer beschloss das Zentralkomitee, den GDP-Anwalt zu beauftragen, die Klageantwort beim Gericht auf ein Minimum zu beschränken und auf keinen Fall zum Schaden der betroffenen Frauen zu argumentieren. Doch was dann wirklich passierte, war genau das Gegenteil. Der GDP-Anwalt reichte eine Klageantwort ein, die reaktionärer nicht sein konnte. Es würde zu weit führen, hier all die abstrusen Argumentationen aufzuführen. Eine Kostprobe sei immerhin stellvertretend für alle wiedergegeben: Der GDP-Anwalt bestreitet, dass es überhaupt nötig sei, gleiche Löhne im Gesamtarbeitsvertrag zu verankern. In der Schweiz herrsche nämlich zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften das Prinzip von Treu und Glauben. Die GDP habe also keinen Grund, anzunehmen, dass sich die Arbeitgeberseite (…). Erika Trepp.
Helvetische Typographia, 12.9.1990.
Personen > Trepp Erika. GDP. Lohnklage. HT, 1990-09-12.
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25.03.1994 Schweiz
Öffentlicher Dienst, Der
VPOD Schweiz

Frauenkonferenz
Resolutionen
Volltext
Griffige Quotenregelung verlangt. An der Konferenz wurden - teilweise nach intensiven Debatten - mehrere Anträge und Resolutionen genehmigt. So verlangen die VPOD-Frauen, dass für den Verbandstag 1995 eine umfassende Bilanz über die „prioritären Forderungen zur Chancengleichheit“ gemacht wird. Eine Analyse der Hindernisse soll aufzeigen, warum diese zentrale Forderung in den Sektionen nur schlecht umgesetzt wurde. Mit einer Enthaltung genehmigten die Delegierten auch einen Antrag, der eine griffige Quotenregelung in Geschäftsleitung, Verbandsvorstand und bei den Sektionen - unter Berücksichtigung der jeweiligen speziellen Umstände - fordert. Seit 1988 sind die Frauen mindestens gemäss ihrem Mitgliederanteil in den Gremien vertreten. Neu soll die Quote so definiert werden, dass höchstens noch 60 Prozent dem gleichen Geschlecht angehören dürfen. Wie der geschäftsleitende Sekretär Walter Renschler in seinem Begrüssungsreferat ausführte, dürfte diese Forderung mit der stetigen Zunahme der weiblichen Mitglieder bald eine männerfreundliche Regelung werden. Ein weiterer Antrag verlangte, dass der VPOD einen speziellen Fonds für aktive Mitglieder mit Elternpflichten einrichtet. Wer einen Babysitter bezahlen muss, um an einer Sitzung des Verbandes teilnehmen zu können, würde einen Beitrag aus diesem Solidaritätsfonds erhalten. Grossdemo geplant. (…).
Der öffentliche Dienst, 25.3.1994.
Oeffentlicher Dienst, Der > VPOD-Frauenkonferenz. Resolutionen. OeD, 1994-03-25.
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25.03.1994 Schweiz
Oeffentlicher Dienst, Der
Personen
SGB
Serge Gaillard
Arbeitslosigkeit
Statistik
Volltext
BIGA-Chef Nordmann: Schindluderei mit Arbeitslosenstatistik. Die Arbeitslosenzahlen des Bundesamtes für Industrie. Gewerbe und Arbeit (BIGA) für den Monat Februar weisen im Vergleich zum Vormonat einen Rückgang um 785 Personen aus - bei insgesamt 187‘382 eingeschriebenen Arbeitslosen. Grund genug für BIGA-Direktor Jean-Luc Nordmann, von einer Trendwende auf dem Arbeitsmarkt zu sprechen. Das ist schlicht Schindluderei! Mit seiner „Trendwende“ hat sich Nordmann nun allerdings völlig vergaloppiert. Tatsache ist erstens, dass die Arbeitslosenzahlen im Winter auch bei unveränderter Wirtschaftslage höher sind als im Sommer. Aus saisonalen Gründen gehen deshalb die Arbeitslosenzahlen im Frühling leicht zurück. Dieser Effekt wird sich in den nächsten zwei Monaten noch verstärken. Allein aus saisonalen Gründen ist bis zum Juli ein Rückgang der Arbeitslosenzahlen um rund 15‘000 Personen zu erwarten. Zweitens ist daran zu erinnern, dass der hohe Anteil an Langzeitarbeitslosen zunehmend ausgesteuert wird und aus der Statistik rausfällt. Wie bedeutend dieses Phänomen ist, kann beim BIGA vorerst nicht in Erfahrung gebracht werden. Die Konjunkturforschungsstelle der ETH (KOF) schätzte im Herbst die Zahl der Aussteuerungen auf drei bis viertausend monatlich. In der zweiten Jahreshälfte 1993 betrugen die monatlichen „Abgänge“ aus der (registrierten) Arbeitslosigkeit durchschnittlich mehr als 18‘000 Personen. (…). Serge Gaillard, SGB-Sekretär, verantwortlich für Wirtschaftspolitik.
Der öffentliche Dienst, 25.3.1994.
Personen > Gaillard Serge. Arbeitslosigkeit. Statistik. OeD, 1994-03-25.
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25.03.1994 Schweiz
Frauen
Oeffentlicher Dienst, Der
Personen
Doris Schüepp
Frauenförderung
Volltext
VPOD Schweiz
Frauenförderung AGB. Handeln statt Jammern ist auch beim Thema „Modernisierung und Reform der Gewerkschaften“ gefragt., Dass dabei unspektakuläre Taten wirkungsvoller sind als grosse Worte, zeigt ein aargauisches Beispiel. Seit Januar dieses Jahres ist der VPOD zusammen mit der Gewerkschaft VHTL und dem Aargauischen Gewerkschaftsbund (AGB) am gemeinsamen Projekt „gewerkschaftliche Frauenberatungsstelle“ beteiligt. Schon nach kurzer Zeit erwies sich das Angebot als Marktlücke. Die Gewerkschaftssekretärinnen sind während der Beratungszeit voll in Anspruch genommen, im Hintergrund liefern Kollegen Unterstützungsarbeit. Neben dieser optimalen Arbeitsteilung zwischen weiblichen und männlichen Gewerkschaftsprofis ist auch die gewerkschaftsübergreifende Zusammenarbeit ein Lichtblick. Freude herrscht nicht nur am gemeinsamen Projekt, sondern auch an den gemeinsamen, freundlichen Räumlichkeiten, welche sich AGB, VPOD, VHTL und Lithographenbund neu in Aarau teilen. Nicht nur, dass sich die Zusammenlegung der Infrastruktur aus finanzieller Sicht längerfristig lohnt. Es bedeutet auch ein Heraus aus der Isolation für die Gewerkschaftssekretäre, welche in ihren bisherigen Sektionssekretariaten oft auf sich alleine gestellt waren. Aber selbst bei Schritten wie gemeinsame Projekte und Infrastrukturen gilt es, Widerstände zu überwinden. (…). Doris Schüepp.
Der öffentliche Dienst, 25.3.1994.
Personen > Schüepp Doris. Frauenförderung. AGB. OeD, 1994-03-25.
Ganzer Text
12.04.1988 Schweiz
Berner Tagwacht
Frauen

Frauengewerkschaft
Gründung
Volltext
Am Samstag, 16. April 1988 soll sie gegründet werden: Eine unabhängige und aktive Frauengewerkschaft. „Wir Frauen schliessen uns zusammen, wir setzen uns gemeinsam ein für echte Gleichberechtigung in der Gesellschaft und in der Arbeitswelt. Wir gründen eine Frauengewerkschaft.“ Wir, das sind bis jetzt zwanzig Frauen, aktive Gewerkschafterinnen und politisch Interessierte, die an einer Tagung im Herbst 1987 einmal mehr Bilanz gezogen haben. Die Frauen haben genug. Genug von der Männer-Mehrheit in allen Branchen, auf allen Ebenen der Gewerkschaftshierarchie, die sämtliche Forderungen und Versuche von Frauen abblocken. Genug von der mythischen Grösse „Arbeitsplatz“, die allen Inhalten für eine menschlichere Schweiz gegenübergestellt wird. Genug davon, dass der Frauenanteil im Schweizerischen Gewerkschaftsbund nur 15 Prozent beträgt. „Die Auseinandersetzungen um das Friedensabkommen haben gezeigt, dass längst fällige Neuorientierungen im SGB höchstens ins Programm kommen, aber nicht umgesetzt werden: Die Zusammenarbeit mit Bürgerinitiativen, Grünen und sozialen Volksbewegungen kann nicht stattfinden.“ Die Frauen wollen deshalb spontane und frechere Aktionsformen als dies .bisher der Fall war und so ihre immer und immer wieder diskutierten Utopien durchsetzen. Jedefrau ist angesprochen. Erste öffentliche Versammlung soll am Samstag, 16. April um 14 Uhr im Volkshaus Hotel Bern sein. Und dort, so hofft Christine Dolder, eine der zwanzig Initiantinnen, viele Frauen mit den gleichen Anliegen (…).
Berner Tagwacht, 12.4.1988.
Berner Tagwacht > Frauengewerkschaft. Gruendung. TW, 1988-04-12.
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25.03.1994 Schweiz
Frauen
Oeffentlicher Dienst, Der
VPOD Schweiz

Frauen
Gleichstellung
Verbandskonferenz
Volltext
VPOD-Frauenkonferenz. Gleichstellungsgesetz: zwiespältige Bilanz. Unzufrieden mit dem Resultat der Beratungen des Nationalrates zum Gleichstellungsgesetz sind die zweihundert Delegierten und Gäste der Verbandskonferenz Frauen des VPOD, die am vergangenen Freitag und Samstag im Luzerner Casino stattfand. Die Arbeitgebervertreter und die Rechtsbürgerlichen haben sich in zu vielen Punkten durchsetzen können und damit dem Gleichstellungsgesetz wichtige Zähne gezogen. Die VPOD-Frauenkonferenz zeigt sich befriedigt darüber, dass der Nationalrat am zweiten Beratungstag zumindest dem Verbandsklagerecht zugestimmt hat. Die Möglichkeit zur Verbandsklage für Gewerkschaften und Frauenorganisationen ohne schriftliche Zustimmung von Betroffenen ist ein äusserst wichtiges Instrument, um gegen Diskriminierung zumindest dort vorgehen zu können, wo sie sich voraussichtlich auf mehrere Arbeitsverhältnisse auswirken würde. „Unsere Freude über diesen Entscheid wird jedoch wesentlich getrübt durch die übrigen Entscheide, mit denen der Nationalrat die Kompromissvorlage des Bundesrates verwässert hat“, heisst es jedoch weiter in der Resolution der VPOD-Frauen. Ein umfassendes Diskriminierungsverbot, das war das Herzstück des Gleichstellungsgesetzes. Aus diesem Herzstück hat der Nationalrat einen entscheidenden Teil herausgebrochen. Der Zugang zur Erwerbsarbeit - Stellenausschreibung, Anstellung und Aufgabenzustellung - fällt nicht mehr darunter. (…).
Der öffentliche Dienst, 25.3.1994.
Oeffentlicher Dienst, Der > Verbandskonferenz Frauen. Gleichstellung. OeD, 1994-03-25.
Ganzer Text
19.10.1994 Schweiz
GDP
Helvetische Typographia
Personen
Udo Göckler
Frauenkonferenz
GDP
Resolution
Volltext
GDP-Frauenkonferenz, 1.10.1994. Resolution. Die Teilnehmerinnen kritisieren heftig die verschiedenen Versuche wirtschaftlicher und politischer Kreise, die gewerkschaftlichen Errungenschaften zu entwerten und zu zerschlagen. Sie fordern insbesondere, dass rasch ein akzeptabler GAV zwischen dem Schweizerischen Verband Grafischer Unternehmen (SVGU) und den Gewerkschaften abgeschlossen wird. Die vom SVGU gemachten Vorschläge bedeuten eine unannehmbare Verschlechterung des Vertrages. Die Konferenzteilnehmerinnen stellen sich auch gegen die vom SVGU beabsichtigte Herabsetzung der Mindestlöhne. Eine solche Massnahme würde die Schwächsten treffen. nämlich diejenigen, deren Löhne den Mindestansatz nicht überschreiten: Frauen, die Teilzeit arbeiten, Arbeitslosem Hilfspersonal. Ausserdem darf eine Flexibilisierung nur einhergehen mit einer Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. Ausserdem erwarten sie von Arbeitgebern und Gewerkschaften klare Zeichen, dass diese bereit sind, Diskriminierungen zu bekämpfen, unter denen Frauen oft leiden: ungleiche Löhne. sexuelle Belästigung usw. Die GDP-Frauenkonferenz weist nochmals mit Nachdruck auf die Gefahren bin, die von einer landesweiten Politik der Deregulierung ausgehen. Sollte diese in die Tat umgesetzt werden, würde das zu einer Zunahme der Armut in der Schweiz beitragen, was zu sozialen Unruhen führen könnte. (…).
Udo Goeckler.
Helvetische Typographia, 19.10.1994.
Personen > Goeckler Udo. GDP-Frauenkonferenz. Resolution. HT, 1994-10-19.
Ganzer Text.
25.03.1993 Schweiz
AHV
VHTL-Zeitung
Pietro Cavadini
AHV-Revision
Volltext
10. AHV-Revision im Nationalrat. Rentenalter 64 für Frauen gefährdet die 10. AHV-Revision. Am Vormittag hatte die Bundesversammlung nach viel Ächzen und nur auf Druck Tausender von Frauen aus dem Volk mit Ruth Dreifuss endlich eine Frau In den Bundesrat gewählt. Am Nachmittag präsentierte der Nationalrat den Frauen dafür bereits die Rechnung: Er setzte Ihnen das Rentenalter um zwei Jahre hinauf. Es braucht offenbar noch einmal Druck von unten, um dem Parlament solche Bubenstückchen auszutreiben. Falls der Ständerat die Heraufsetzung· des Rentenalters auf 64 nicht wieder rückgängig macht, werden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger zur 10. AHV- Revision das letzte Wort haben: Das Referendum ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Die Befürworter eines höheren Rentenalters für Frauen gefährden mit ihrer Haltung eine Revision, die alte gewerkschaftliche Forderungen endlich erfüllt. So verlangen die Gewerkschaftsfrauen seit mehr als einem Jahrzehnt, die AHV müsse die verheirateten Frauen wie selbständige Menschen behandeln und deren unbezahlte, aber für die Gesellschaft lebenswichtige Arbeit anerkennen. Mit der Individualisierung der Renten, dem berühmten Splitting, sowie der Einführung von Erziehungs- und Betreuungsgutschriften ist ein erster Schritt zur Erfüllung dieser Forderung gemacht worden. Noch viel älter ist die Forderung der Gewerkschaftsbewegung, die ungenügenden Renten für Frauen, die ohnehin schon durch die ungleichen Löhne und die geringeren Chancen (…). Pietro Cavadini.
VHTL-Zeitung, 25.3.1993.
Personen > Cavadini Pietro. AHV-Revision. VHTL-Zeitung, 1993-03-25.
Ganzer Text
25.03.1993 Schweiz
Personen
VHTL-Zeitung
Emil Haber
Peter Werner Küng
Fotos
Nachruf
Volltext
Emil Haber hat uns verlassen. Völlig unerwartet hat uns die Nachricht vom Tode unseres Kollegen Emil Haber erreicht. ; Er ist am 3. März in seinem, 77. Altersjahr verstorben. Emil Haber ist am 31. Dezember 1978 altershalber vom Amt als Zentralkassier unserer Gewerkschaft zurückgetreten. 1943 war er als Geschäftsstellenleiter der Büchergilde Gutenberg in Bern der VHTL beigetreten. Im Jahre 1958 wurde er als vollamtlicher Sekretär auf unser Sekretariat in Bern berufen, wo er das Handelspersonal betreute. 1963 zog der in Bern tätige Basler nach Zürich, um seine gewerkschaftliche Laufbahn auf dem Zentralsekretariat fortzusetzen. Der Kongress 1966 wählte ihn schliesslich als Nachfolger von Werner Schneiter zum Zentralkassier. In seine 12jährige Amtszeit fiel als „Hauptwerk“ die Schaffung der Stiftung Hilfskasse VHTL, die den weitreichenden Ausbau der bis heute geschätzten Verbandsleistungen ermöglichte: den damals bahnbrechenden beruflichen und ausserberuflichen Verkehrsrechtsschutz und die Hilfe bei Lohnausfällen infolge Konkurs des Arbeitgebers beispielsweise. Über die Grenzen der VHTL hinaus wirkte Emil Haber in verschiedenen Gremien, vor allem in genossenschaftlichen und gemeinnützigen Unternehmungen, auch nach seiner Pensionierung 'bis zu seinem Hinschied aktiv mit. (…).
Peter W. Küng Zentralpräsident VHTL.
VHTL-Zeitung, 25.3.1993.
Personen > Haber Emil. Nachruf Peter W. Kueng. VHTL-Zeitung, 1993-03-25.
Ganzer Text
25.03.1993 Schweiz
Personen
VHTL-Zeitung
Ewald Ackermann
Vertragsverhandlungen
Volltext
Wenig Fortschritte, viel Stagnation. In den Vertragsverhandlungen 1992 waren gewerkschaftliche Erfolge eher selten. Die Abschlusse widerspiegeln deutlich die schlechte Wirtschaftslage. Salopp könnte man sie wie folgt zusammenfassen: Rückschrltt bel den Löhnen, Fortschritte bel den Ferien, Stagnation In allen übrigen Bereichen. Seit einigen Jahren führt der SG B bei den ihm angeschlossenen Verbänden eine Umfrage über die im Vorjahr abgeschlossenen Gesamtarbeitsverträge (GAV) durch. Die , Resultate dieser Umfrage lassen keine genaue Wertung zu. Sie zeigen aber Trends auf. In diesem eingeschränkten Sinn mag gelten: Neue GAVs: wenig durchbrechende Fortschritte. Der Abschluss deutlich besserer GAVs war 1992 selten. Als für die Gewerkschaften positiven Gegentrend kann man den Chemie-GAV bezeichnen und für die immateriellen Forderungen auch die neuen Verträge im Metallgewerbe und in der Glasindustrie. In ersterem wurden 5,5 Prozent mehr Lohn und ein zusätzlicher Ferientag für die 20- bis 6Ojährigen erreicht. Neu finden jährliche Lohnverhandlungen auf Ebene der Vertragspartner - und nicht wie von Arbeitgeberseite zuerst postuliert auf Betriebsebene - statt, wobei im Falle der Nichteinigung die Friedenspflicht erlischt. Eliminiert wurde damit der im alten GAV festgeschriebene automatische Ausgleich der Teuerung. Im Metallgewerbe und in der Glasindustrie konnten SMUV beziehungsweise GBI die Ferien je nach Alterskategorie um zwei bis fünf Tage verlängern. Die insgesamt jedoch (…). Ewald Ackermann.
VHTL-Zeitung, 25.3.1993.
Personen > Ackermann Ewald. Vertragsverhandlungen. VHTL-Zeitung, 1993-03-25.
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04.02.1993 Zofingen
Neue Gewerkschaft
Personen
Trilacolor
Christine Valentin
Trilacolor AG
Volltext
Warnstreik
Die Mitarbeiterinnen der Produktion standen zweieinhalb Stunden in bitterer Kälte vor den Betriebstoren. Warnstreik: Bei der Trilacolor geht es hart auf hart. Während zweieinhalb Stunden standen letzte Woche bei der Trilacolor in Zofingen die Maschinen still. Denn die Firma weigert sich mit fadenscheinigen Begründungen, den seit 47 Jahren existierenden Kollektivarbeitsvertrag (KAV) zu erneuern. Das lassen sich die Arbeitnehmerinnen und ihre Gewerkschaft GBI nicht bieten. Ein ungewohntes Bild bot sich letzte Woche vor den Betriebstoren der Farben- und Lackfabrik Trilacolor in Zofingen. Die in der Produktion beschäftigten ArbeitnehmerInnen weigerten sich praktisch vollzählig, bei Schichtbeginn ihre Arbeit aufzunehmen. Bei bitterer Kälte streikten sie während zweieinhalb Stunden und zeigten damit, dass sie nicht gewillt sind, kampflos eine Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen hinzunehmen. Unterstützt wurden sie bei ihrem Warnstreik von ihrer Gewerkschaft GBI, von Kollegen des ebenfalls in Zofingen ansässigen chemischen Betriebs Siegfried AG und dem Aargauischen Gewerkschaftsbund. Fadenscheinige Begründungen. Grund für den Warnstreik war die Weigerung der Trilacolor den seit 1946 bestehenden KAV mit der Gewerkschaft GBI (früher GTCP) zu erneuern. Die Firma, welche massiv verschuldet ist und seit drei Monaten 20 Prozent Kurzarbeit eingeführt hat, begründet ihre sture Haltung damit, dass sie durch den KAV gegenüber der Konkurrenz benachteiligt sei. (…). Christine Valentin.
Neue Gewerkschaft, 4.2.1993.
Personen > Valentin Christine. Trilacolor AG. Warnstreik. Neue Gewerkschaft, 1993-02-04.
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03.10.1990 Schweiz
Personen
SGB
Walter Renschler
Mitgliederwerbung
SGB
Volltext
Ein Vorschlag zur Begrünung von Gewerkschaftswüsten. Auch die SGB-Gewerkschaften wollen Gewerkschaftswüsten begrünen. Trotz langiährigen, im Zusammenhang mit praktischen Feldversuchen jeweils wieder aufflackernden Diskussionen sind bis heute keine langfristigen, überlebensfähigen Oasen entstanden. Im Zusammenhang mit der Gründung von „efa“ hat nun SGB-Vizepräsident Walter Renschler reagiert: Er schlägt unter anderem die Entwicklung eines gewerkschaftlichen Vorhofes vor: Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) und seine angeschlossenen Gewerkschaften haben gemeinsam ein neues Instrument zu schaffen, das den Weg zur Gewerkschaft für Unorganisierte erleichtert, die bisher den Zugang nicht fanden, weil sie sich hilflos fühlten, weil sie schlecht verdienen und der Gewerkschaftsbeitrag zur finanziellen Hemmschwelle wird, oder weil sie in Branchen und Gegenden arbeiten, wo die gewerkschaftliche Präsenz schwach oder überhaupt nicht vorhanden ist. Ihnen muss neben dem bestehenden Produkt SGB, mit seinen Branchenvarianten ein neues zusätzliches „Produkt“ angeboten werden, das auf ihre Situation und Bedürfnisse ausgerichtet ist: - lockere organisatorische Einbindung, - einerseits individuelle Hilfeleistung und andererseits Förderung des Bewusstseins für die kollektive Interessenwahrung und - bescheidener Beitrag. (…).
Walter Renschler, Vizepräsident des SGB.
Die Gewerkschaft, 3.10.1990.
Personen > Renschler Walter. Mitgliederwerbung. Die Gewerkschaft, 1990-10-03.
Ganzer Text
12.09.1995 Schweiz
Neue Gewerkschaft
Personen
André Kaufmann
Baukader
GAV
Volltext
GAV für Poliere. Positive Teilresultate, gewichtige Differenz. Die Verhandlungen über den Gesamtarbeitsvertrag für die Poliere scheinen auf gutem Weg. An diesem GAV, der bisher zwischen dem Baukaderverband, der Schweizerischen Kader-Organisation und dem Baumeisterverband (SBV) ausgehandelt wurde, sind nach langwierigen Auseinandersetzungen neu auch die Gewerkschaften mit einem Parallel-Vertrag beteiligt. Eines der gewerkschaftlichen Ziele ist, dass der GAV für die Poliere in wesentlichen Punkten dem Landesmantelvertrag für das Bauhauptgewerbe angeglichen wird, scheint es doch unsinnig, dass auf der Baustelle bei den allgemeinen Arbeitsbedingungen zweierlei Recht herrscht. Diese Angleichung erhält einiges Gewicht, wenn man in Rechnung stellt, dass der bisher von den Kaderverbänden „betreute“ Vertrag erhebliche Lücken sowie schlechtere. Regelungen gegenüber dem LMV aufweist. In den laufenden Verhandlungen konnte in dieser Hinsicht bereits in einigen Punkten eine grundsätzliche Übereinstimmung der Positionen erzielt werden. So sollen die Poliere in den Vollzugs-. Bildungs- und Altersfonds einbezogen werden. Das bedeutet unter anderem. dass auch die Poliere in den Genuss von namhaften Beiträgen an die Weiterbildung kommen und an der - erst am Horizont aufscheinenden - Lösung für einen flexiblen Altersrücktritt beteiligt sein werden. Nicht unwesentlich (…).
Andre Kaufmann, Verena Bücher.
Neue Gewerkschaft, 12.9.1995.
Personen > Kaufmann Andre. Poliere. GAV. Neue Gewerkschaft, 1995-09-12.
Ganzer Text
07.03.1991 Schweiz
Frauen
GDP
Personen
Verena Schmid
Lohngleichheit
Prozess
Volltext
Berner Obergericht entschied klar für die GDP-Frauen. Keine Lohndiskriminierung. Ungleiche Löhne für Männer und Frauen in einem zwischen den Sozialpartnern ausgehandelten Gesamtarbeitsvertrag sind verfassungswidrig. Mit diesem klaren Urteil hiess der Appellationshof des Berner Obergerichts jüngst die von 22 Frauen der Gewerkschaft Druck und Papier (GDP) gegen ihren Verband angestrengte Klage vollumfänglich gut. Lohnunterschiede, die mit dem Geschlecht begründet werden, sind eindeutig verfassungswidrig. Verfassungsgrundsätze hätten, so das Berner Obergericht in seiner Urteilsberatung, eine sofortige Wirkung, und zehn Jahre nach Verankerung der Lohngleichheit in der Bundesverfassung sei ein GAV, der ungleiche Mindestlöhne vorsehe, nicht mehr akzeptabel. Dies aber hätte der für die Buchbinderbranche ausgehandelte GAV getan. In der knapp dreistündigen Verhandlung stimmten die drei Richter der 11. Zivilkammer mit den Klägerinnen voll überein. Lohngleichheit ist kein Verhandlungsgegenstand. „Die Diskrepanz, zwischen Worten und Taten hat sich im Fall der GDP deutlich gezeigt“, sagte Rechtsanwältin Elisabeth Freivogel, welche die Klägerinnen vertrat. Sie forderte vom Gericht einen Entscheid, der klar mache, dass die Lohngleichheit kein Gegenstand von Verhandlungen sein darf, sondern rechtlich geschützt ist. Mindestlöhne stellten einen wichtigen Bestandteil des von der GDP ausgehandelten GAVs dar. Überdies habe eine Delegiertenversammlung der (…).  Verena Schmid.
GBH-Zeitung, 7.3.1991.
Personen > Schmid Verena. GDP-Frauen. Prozess. GBH-Zeitung, 1991-03-07.
Ganzer Text
26.02.1991 Schweiz
Berner Tagwacht
GDP
Personen
Verena Bücher
Lohngleichheit
Prozess
Volltext
Heute vor dem Geschworenengericht: Prozess der GDP-Frauen gegen die GDP. Zehn Jahre danach: Ein diskriminierender GAV. Klage der GDP-Frauen gegen ihre eigene Gewerkschaft: Heute fällt im Geschworenengerichtssaal des Berner Amtshauses der Entscheid, ob die Gewerkschaft Druck und Papier (GDP) einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) unterzeichnen darf, der für gleichwertige Arbeit in der Buchbinderbranche einen um 484 Franken tieferen Frauenlohn vorsieht. Die klagenden GDP-Frauen rechnen fest damit, dass sie mit ihrer Klage durchkommen werden. Mit ihrer Klage konnten die 22 Frauen der Gewerkschaft Druck und Papier die Unterzeichnung des GAV vorläufig verhindern. Dieser sah folgendes vor: Ungelernte Frauen in einer Buchbinderei erhalten einen (ohnehin mickrigen) Mindestlohn von 2‘200 Franken im Monat. Für die gleiche Arbeit sollten aber die Männer 2‘684 Franken erhalten. Ausserdem sollten die Frauenlöhne zuerst halbjährlich, dann jährlich um je 50 Franken angeglichen werden. Damit wäre die Lohngleichheit aber erst in fast zehn Jahren erreicht worden. Susanne Wernli, Mitglied der GDP-Frauenkommission, welche für die Klage verantwortlich ist, meint, es handle sich hier um einen Fall, wo die ungleiche Behandlung von Männern und Frauen durch unterschiedliche Löhne schwarz auf weiss festgehalten sei. Es gehe nicht an, dass die Gewerkschaft ein derartiges Papier unterschreibe. „Darum hat die Frauenkommission sich entschlossen, gegen die eigene (…). Verena Bücher.
Berner Tagwacht, 26.2.1991.
Personen > Buecher Verena. GDP-Frauen. Prozess. TW, 1991-02-26.
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11.07.2019 Schweiz
AHV
Personen
WOZ
Andreas Fagetti
AHV
Reform
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Rentenhysterie. Immer dieses Gejammer. Liest man in diesen Tagen und Wochen das rechtsbürgerliche Leitmedium NZZ, wähnt man sich in einem Endzeitthriller. Die verantwortungslosen Alten führen demnach auf Kosten der Jungen ein lustiges RentnerInnenleben und setzen deren Zukunft leichtfertig aufs Spiel. In dieser Lesart führt nur ein Weg an der Hölle vorbei: rasche Erhöhung des Rentenalters und Rentenkürzungen. Die NZZ unterlegt ihre Endzeitvision gerne mit obskuren „Studien“ der UBS, die, einem Orakel gleich, der AHV eine düstere Zukunft voraussagen Das Mantra, wir würden immer älter, erzeugt dabei den Eindruck, man könne die steigende , Lebenserwartung linear in die Zukunft projizieren. Das ist Blödsinn. Noch ist das ewige Leben nicht erfunden. Vor jeder AHV-Reform schüren die Bürgerlichen rechts der Mitte die Rentenhysterie. Das hat sich in ihre DNA eingeschrieben, seit sie nach dem Zweiten Weltkrieg die von oben nach unten umverteilende AHV akzeptieren mussten. Dieser sozialistische Mechanismus ist bis heute eine offene Wunde. Doch anders als immer wieder beschworen ist das wichtigste Sozialwerk des Landes nicht zusammengebrochen. Und das wird auf absehbare Zeit auch nicht der Fall sein. Die AHV lässt sich mit vergleichsweise moderaten Zusatzfinanzierungen und Übergangshilfen für RentnerInnen stabilisieren. Die reiche Schweiz kann sich das leisten. Es ist eine Frage des politischen Willens. Wer mit der AHV herumspielt und auf Reformverweigerung macht, setzt den sozialen (…). Andreas Fagetti.
WOZ, 11.7.2019.
Personen > Fagetti Andreas. AHV. Reform. WOZ, 2019-07-11.
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10.07.2019 Schweiz
Personen
SEV Schweiz
Vivian Bologna
Vaterschaftsurlaub
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SEV fordert Elternzeit – und eine bessere Regelung der Teilzeitarbeit. Das sagten Vertreter/innen von SGB und SGB-Gewerkschaften am Dienstag an einer Medienkonferenz. So wird die Unia, im kommenden Lohnherbst neben Mindestlöhnen von 4000 Franken (x13) in Branchen mit hohem Frauenanteil generell faire Löhne für Frauen fordern. Auch mehr Zeit und Respekt werden die Gewerkschaften verlangen. Zum Beispiel beim Verkehrspersonal, wo der SEV laut Vizepräsidentin Barbara Spalinger „18 Wochen Mutterschaftsurlaub und 10 bis 20 Tage Vaterschaftsurlaub, wie wir sie mit der SBB vereinbart haben, in allen Unternehmen des öffentlichen Verkehrs“ fordern wird. Spalinger betonte auch, dass eine Elternzeit „überfällig“ ist: „Die Schweiz ist das letzte Land Europas, das sie nicht kennt, das ist ein Armutszeugnis für Politik und Wirtschaft. Wir werden diese Diskussion aktiv mitgestalten.“ Kämpfen will Spalinger zudem für Verbesserungen für Teilzeitarbeitende: „Frauen, die nur kleine Pensen haben, sind dreifach benachteiligt: 1. Ihre Karriere wird gebremst oder verhindert, was sich auf den Lohn auswirkt. 2. Die finanzielle Absicherung im Alter ist völlig ungenügend. Und 3. liegt die grossmehrheitliche Last von Haushalt und Kinderbetreuung damit ‚natürlicherweise‘ bei der Frau. Studien haben nachgewiesen, dass Mütter, die höhere Pensen arbeiten, glücklicher sind, da sich ihre Partner mehr im Haushalt und bei der Kinderbetreuung engagieren, und da diese Frauen gleichzeitig eine höhere finanzielle Unabhängigkeit haben.“
SEV, 10.7.2019.
SEV > Vaterschaftsurlaub. SEV, 2019-07-10.
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13.05.1991 Aarau
AGB Aargau
Frauen
Metron AG
Solothurner AZ

Frauenförderung
Metron AG
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AGB stellt besondere Projekte der Frauenförderung in der Wirtschaft vor. Metron Windisch: Frauenförderung heisst Chancengleichheit. Der Aargauische Gewerkschaftsbund (AGB) stellt Projekte der Frauenförderung vor. Heute die Absichten der Metron Windisch: Die Metron in Windisch ist eine aus sechs Tochtergesellschaften bestehende Holdinggruppe, welche im Planungsbereich (Architektur, Raum-, Verkehrs- und Landschaftsplanung) tätig ist. Ihr heutiger Personalbestand beträgt etwa 100 Personen; rund ein Drittel davon sind Frauen. Frauen sind vor allem im administrativen Bereich tätig. Viele Beschäftigte (etwa 60 Prozent) arbeiten Teilzeit (durchschnittlicher Beschäftigungsgrad aller Angestellten: 86 Prozent). Im Gespräch mit Frau U. Vettori, Frau P. Ammann und Herrn K. Zweibrücken haben wir versucht, mehr über die Arbeitsgruppe „Frauenförderung“ bei der Firma Metron zu erfahren. Die wichtigste Voraussetzung zur Gleichstellung von Mann und Frau - die Chancengleichheit - ist auch bei der Firma Metron noch nicht verwirklicht. Ohne Mithilfe der Männer und ohne einen langwierigen Prozess der Bewusstseinsbildung ist sie auch gar nicht so einfach zu erreichen. Die magischen Begriffe, um die sich die Gleichstellungs-Diskussion bei Metron dreht, sind „Teilzeitarbeit“, „Job-Sharing“ und „Kinderbetreuung“. Über weitere für Frauen ebenso wichtige Themen wie zum Beispiel Karriereplanung spricht man wenig. (…).
SoAZ, 13.5.1991.
SoAZ > Metron AG. Frauenförderung. SoAZ, 1991-05-13.
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13.05.1991 AG Kanton
AGB Aargau
Frauen
Solothurner AZ

Gleichstellung
Solothurner AZ
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Frauen wollen endlich Taten sehen. Der Aargauische Gewerkschaftsbund zum Frauenstreik vom 14. Juni 1991. Der Aargauische Gewerkschaftsbund (AGB) und seine Frauenkommission möchten anlässlich des Frauenstreiks und zum 10-Jahr-Jubiläum der Verankerung der Gleichstellungsartikel in der Bundesverfassung eine Bestandesaufnahme der Lohnsituation der Frauen im Aargau machen, Deshalb wendet er sich mit einem Aufruf an alle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, welche die Lohngleichheit zwischen Mann und Frau für gleichwertige Arbeit in ihren Betrieben und an ihren Arbeitsstätten verwirklicht haben, ihm bis Ende Mai möglichst genau mitzuteilen, wie, mit welchen Folgen für die Beteiligten und mit welchen Konsequenzen für die Arbeitszufriedenheit und das Betriebsklima dies geschehen ist, Nachdem in den Medien besonders über negative Beispiele - von zumeist nicht verwirklichter Gleichstellung von Mann und Frau in unserer Gesellschaft berichtet wird - möchte der Aargauische Gewerkschaftsbund alle jene positiven Auswirkungen in der Arbeitswelt des Kantons bekanntmachen, welche es verdienen, als Exempel - mit hoffentlich starker Signalwirkung - für andere Betriebe zu fungieren. Lohngleichheit. Es ist dem AGB klar, dass die Gleichstellung von Mann und Prau in der Arbeitswelt ein relativ komplexes Problem ist; er hat aber wenig Verständnis für die schleppende Umsetzung eines Verfassungsartikels in vielen Betrieben und an vielen Arbeitsplätzen. (…). Aargauischer Gewerkschaftsbund.
SoAZ, 13.5.1991.
SoAZ > Frauenstreik. Gleichstellung. SoAZ, 1991-05-13.
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09.07.2019 Schweiz
Personen
VPOD Schweiz
Katharina Prelicz-Huber
Programm
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VPOD Schweiz
VPOD-Forderungen zum Frauen*streik vorgelegt. Der Frauen*streik vor knapp einem Monat hat gezeigt: die Frauen* auf der Strasse sind schon viel weiter als die Politik. Nun muss es darum gehen, Massnahmen zur Gleichstellung umzusetzen, auf politischer und auf gewerkschaftlicher Ebene. Heute findet in Bern die SGB-Medienkonferenz statt, an der die Gewerkschaften darlegen, wie die Umsetzung in den Lohn- und GAV-Verhandlungen aussehen soll. VPOD-Präsidentin Katharina Prelicz-Huber stellt die Forderungen des VPOD vor: Löhne/Lohngleichheit. In allen öffentlichen und subventionierten Betrieben verlangen wir regelmässige Lohnüberprüfungen unter Einbezug des VPOD. Dabei muss für gleiche Funktionen bei gleichen Voraussetzungen eine Toleranzschwelle 0 gelten. Und um eine zentrale Problematik bei der Lohnungleichheit zu beheben, fordern wir eine generelle Aufwertung und eine deutlich höhere Lohneinreihung der als klassische Frauenberufe taxierten Tätigkeiten. Dazu zählen sämtliche Berufe, wo sogenannt weibliche Eigenschaften gefragt sind wie Betreuung von Kindern, Kranken, Betagten oder Hilfsbedürftigen. Arbeitszeit/Vereinbarkeit. Vereinbarkeit braucht planbare Arbeitszeiten mit verlässlichen Zeiten und fixen Freitagen,auch bei Teilzeit und Schichtarbeit. Für die Pflege von kranken Kindern oder Angehörigenbraucht es für Notfälle mindestens 3 bezahlte Freitage pro Fall und die Möglichkeit, die Arbeitszeit vorübergehend zu reduzieren, mit einer Rückkehrgarantie auf (…). Katharina Prelicz-Huber.
VPOD Schweiz, 9.7.2019.
Personen > Prelicz-Huber. Katharina. Programm. VPOD Schweiz, 2019-07-09.
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