Gewerkschaftschronik
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21.01.2021 Schweiz
Postfinance
SGB

Postfinance
Privatisierung
Volltext
Bundesrätliche Vorlage zum Scheitern verurteilt. Postfinance: Privatisierung kommt nicht in Frage! Die heute vom Bundesrat präsentierte Vollprivatisierung der Postfinance ist inakzeptabel. Dieser Entscheid unterminiert nicht nur den Grundversorgungsauftrag im Zahlungsverkehr, sondern er ist ein Frontalangriff auf den Service public im Allgemeinen. Die Gewerkschaften werden diese Vorlage vehement bekämpfen. Die Postfinance ist eine Volksbank mit fast 3 Millionen KundInnen, und gehört – als Teil des Post-Konzerns – der Allgemeinheit. Sie hat im Bereich des Zahlungsverkehrs einen gesetzlichen Grund-versorgungsauftrag zu erfüllen und tut dies seit Jahren mit Erfolg. Der heutige Entscheid des Bun-desrats für eine Vollprivatisierung der Postfinance ist aber nicht nur eine Unterminierung dieses Grundversorgungsauftrags, sondern er würde de facto eine Aufspaltung des gesamten Post-Kon-zerns herbeiführen. Die Post funktioniert heute nur über ihr in sich geschlossenes Geschäftsmodell mit den vielen innerbetrieblichen und finanziellen Verflechtungen, und insbesondere über die Sy-nergieeffekte des Postnetzes. Wenn sich der Bund bzw. die Post nun komplett aus der Postfinance zurückziehen würde, müsste die Grundversorgung im Zahlungsverkehr mit einer Konzessi-onsvergabe sichergestellt werden. Darunter würden sowohl Wirtschaftlichkeit als auch Qualität der Versorgung massiv leiden – und nicht zuletzt auch die Arbeitsbedingungen des Postperso-nals. Die vorgeschlagene Vollprivatisierung der Postfinance ist aber noch mehr, nämlich ein unverhoh-lener Frontalangriff auf den Service public in diesem Land. Gerade die Coronakrise hat gezeigt, wie essenziell die öffentlich organisierten Bereiche der Grundversorgung für ein gutes Funktionie-ren der gesamten Wirtschaft sind. Wie gut diese Aufgaben wahrgenommen werden, zeigt etwa der soeben bekannt gewordene „Päckli-Rekord“ der Schweizer Post eindrücklich: Im Coronajahr 2020 wurden in den Städten, Dörfern und Tälern der Schweiz insgesamt 183 Millionen Pakete ausgeliefert! Das ist so viel wie nie zuvor und fast ein Viertel mehr als im Vorjahr. Diese Aufgabe konnte allerdings nur durch grosse organisatorische Anpassungsfähigkeit und unter enormem Einsatz des Personals bewältigt werden. Um solchen Anforderungen längerfristig kontinuierlich gerecht zu wer-den, braucht es daher vielmehr einen soliden Ausbau des Service public – in diesem Fall der Paket-zustellung. Seit der Finanzkrise muss die Postfinance die für alle Grossbanken geltenden „Too-big-to-fail“-Vor-gaben der Finma einhalten – dies aber ohne im Bereich der Kreditvergabe den geschäftlichen Spielraum einer Grossbank zu haben. Diese von der Finanzlobby seit Jahren verteidigte Situation ist völlig widersinnig. Da die Postfinance dem Bund gehört, müsste er ihr ganz einfach eine Kapi-talgarantie aussprechen (analog der Kantone für ihre Kantonalbanken). Darüber hinaus muss jedoch auch das der Postfinance seit Jahren auferlegte Hypothekarkredit-Vergabeverbot aufgehoben werden. Aber sicher nicht in Kombination mit einer Privatisierung, im Zuge derer sowohl alle bisherigen als auch die zusätzlich generierten Erträge ausschliesslich an private Investoren fliessen würden – statt an die Allgemeinheit. Das ist, wie wenn man jemanden aus einem Wildbach retten würde, um ihn danach den Berg runterzustossen. Auskünfte: Reto Wyss, Zentralsekretär SGB, Urban Hodel, Co-Leiter Kommunikation SGB
SGB, Medienmitteilung, 21.1.1021.
SGB > Postfinance. Privatisierung. SGB, 20212-01-21,
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19.01.2021 Schweiz
Pflegeheime
Unia Schweiz

Coronavirus
Pflegeheime
Volltext
Alters- und Pflegeheime vor grosser Gefahr. Besserer Schutz für Personal und Bewohner*innen längst überfällig. Die grosse Mehrzahl aller Corona-Todesfälle ereignet sich in Alters- und Pflegeheimen. Die neue Mutation des Corona-Virus stellt diese nun vor noch grössere Gefahren. Statt die Heime allein zu lassen, sind Bund und Kantone gefordert, griffigere Schutz-massnahmen zu beschliessen: Es braucht regelmässige, flächendeckende Covid-19-Tests in Heimen und infizierte Pflegende müssen sich auch tatsächlich in Isolation begeben können. Dazu braucht es dringend Zusatzpersonal, um die Bewohner*innen in Würde pflegen und schützen zu können. Seit Beginn der Corona-Pandemie sind schweizweit mehr als 4000 Bewohner*innen von Pflegeheimen am Virus verstorben. Das Personal in den Heimen steht seit Monaten massiv unter Druck. Der Mehraufwand in der Pflege, durch Erkrankungen, verschärftem Personalmangel und die Begleitung von sterbenden Pflegebedürftigen, führt zu einer enormen Belastung der Pflegenden. Flächendeckende Test in Heimen längst überfällig. Politik und Gesundheitsbehörden haben zu lange weggeschaut und die Verantwortung an die Institutionen delegiert, die mit manchmal besseren, manchmal schlechteren Schutzkonzepten versucht haben, das Virus aus den Heimen zu halten. Die Mutationen des Virus stellen die Heime vor neue Herausforderungen. Erste Fälle zeigen, mit welch erschreckender Geschwindigkeit sich das neue Virus in den Heimen ausbreiten kann. Die Gewerkschaft Unia fordert von Bund und Kantonen sofortige, griffige Massnahmen. Dazu gehören regelmässig durchgeführte, flächendeckende Corona-Tests von Bewohner*innen und Pflegenden. Positive Testresultate müssen dann insbesondere auch beim Personal zu einer konsequenten Isolation der Betroffenen führen. Heime nicht allein lassen. Das flächendeckende Testen von Mitarbeitenden und Pflegebedürftigen ist personell aufwändig und die Umsetzung einer konsequenten Isolation von erkrankten Pflegenden wird die Personalknappheit noch weiter verschärfen. Bundesrat und Kantone sind daher gefordert, die Heime entsprechend zu unterstützen: Sie müssen einerseits die Kosten für die Tests tragen, andererseits zusätzliches Personal für die Durchführung der Tests und die Pflege bereitstellen – sei dies durch den Aufbau von Personalpools, Zivilschutz- oder Zivildienstleistende oder allenfalls Armeeangehörige. Stellenabbau verhindern. Heime und deren Mitarbeitende müssen aber nicht nur vor Infektionen sondern auch vor den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie geschützt werden. Nebst den zusätzlichen Kosten für die Pandemiebekämpfung führt die aktuelle Situation in vielen Heimen aufgrund weniger Eintritten und Todesfällen zu einer tieferen Auslastung der Betten. Die Finanzierung der Heime und die Stellenschlüssel sind abhängig von der Bettenbelegung. Es besteht die Gefahr, dass diese Kosten und Einbussen auf das Personal überwälzt und Stellen abgebaut werden. Bund und Kantone müssen sofort aktiv werden, die Heime gegebenenfalls finanziell unterstützen und drohende Stellenstreichungen verhindern. Denn die Heime brauchen auch über die Pandemie hinaus genügend, wenn nicht sogar zusätzliches Personal, um eine gute und würdige Pflege zu gewährleisten. Für Rückfragen: Samuel Burri, Co-Branchenverantwortlicher Pflege Unia, Silja Kohler, Mediensprecherin Unia.
Unia Schweiz, Medienmitteilung, Unia Schweiz, 2021-01-19
Unia Schweiz > Altersheime. Coronavirus. Unia Schweiz, 2021-01-19.
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17.01.2021 Schweiz
Altersheim
Unia Schweiz

Altersheime
Coronavirus
Volltext
Alters- und Pflegeheime vor grosser Gefahr
Besserer Schutz für Personal und Bewohner*innen längst überfällig. Die grosse Mehrzahl aller Corona-Todesfälle ereignet sich in Alters- und Pflegeheimen. Die neue Mutation des Corona-Virus stellt diese nun vor noch grössere Gefahren. Statt die Heime allein zu lassen, sind Bund und Kantone gefordert, griffigere Schutz-massnahmen zu beschliessen: Es braucht regelmässige, flächendeckende Covid-19-Tests in Heimen und infizierte Pflegende müssen sich auch tatsächlich in Isolation begeben können. Dazu braucht es dringend Zusatzpersonal, um die Bewohner*innen in Würde pflegen und schützen zu können. Seit Beginn der Corona-Pandemie sind schweizweit mehr als 4000 Bewohner*innen von Pflegeheimen am Virus verstorben. Das Personal in den Heimen steht seit Monaten massiv unter Druck. Der Mehraufwand in der Pflege, durch Erkrankungen, verschärftem Personalmangel und die Begleitung von sterbenden Pflegebedürftigen, führt zu einer enormen Belastung der Pflegenden. Flächendeckende Test in Heimen längst überfällig. Politik und Gesundheitsbehörden haben zu lange weggeschaut und die Verantwortung an die Institutionen delegiert, die mit manchmal besseren, manchmal schlechteren Schutzkonzepten versucht haben, das Virus aus den Heimen zu halten. Die Mutationen des Virus stellen die Heime vor neue Herausforderungen. Erste Fälle zeigen, mit welch erschreckender Geschwindigkeit sich das neue Virus in den Heimen ausbreiten kann. Die Gewerkschaft Unia fordert von Bund und Kantonen sofortige, griffige Massnahmen. Dazu gehören regelmässig durchgeführte, flächendeckende Corona-Tests von Bewohner*innen und Pflegenden. Positive Testresultate müssen dann insbesondere auch beim Personal zu einer konsequenten Isolation der Betroffenen führen. Heime nicht allein lassen
Das flächendeckende Testen von Mitarbeitenden und Pflegebedürftigen ist personell aufwändig und die Umsetzung einer konsequenten Isolation von erkrankten Pflegenden wird die Personalknappheit noch weiter verschärfen. Bundesrat und Kantone sind daher gefordert, die Heime entsprechend zu unterstützen: Sie müssen einerseits die Kosten für die Tests tragen, andererseits zusätzliches Personal für die Durchführung der Tests und die Pflege bereitstellen – sei dies durch den Aufbau von Personalpools, Zivilschutz- oder Zivildienstleistende oder allenfalls Armeeangehörige. Stellenabbau verhindern. Heime und deren Mitarbeitende müssen aber nicht nur vor Infektionen sondern auch vor den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie geschützt werden. Nebst den zusätzlichen Kosten für die Pandemiebekämpfung führt die aktuelle Situation in vielen Heimen aufgrund weniger Eintritten und Todesfällen zu einer tieferen Auslastung der Betten. Die Finanzierung der Heime und die Stellenschlüssel sind abhängig von der Bettenbelegung. Es besteht die Gefahr, dass diese Kosten und Einbussen auf das Personal überwälzt und Stellen abgebaut werden. Bund und Kantone müssen sofort aktiv werden, die Heime gegebenenfalls finanziell unterstützen und drohende Stellenstreichungen verhindern. Denn die Heime brauchen auch über die Pandemie hinaus genügend, wenn nicht sogar zusätzliches Personal, um eine gute und würdige Pflege zu gewährleisten. Für Rückfragen: Samuel Burri, Co-Branchenverantwortlicher Pflege Unia, Silja Kohler, Mediensprecherin Unia. Unia Schweiz,
Medienmitteilung. Unia Schweiz, 2021-01-17.
Unia Schweiz > Altersheime. Coronavirus. Unia Schweiz,, 2021-01-17
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17.12.2020 Schweiz
MEM-Industrie
Unia Schweiz

Berufsbildung
Volltext
Weiterbildung
MEM-Passerelle 4.0: Lancierung Bildungsangebote zur Neu-Qualifizierung. Die Sozialpartner der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie haben am 11. Dezember 2020 die“e“ MEM-Passerelle 4.0 AG“ gegründet. Ihr Ziel ist es, erwachsenengerechte Qualifizierungsangebote zu entwickeln, um die Arbeitsmarktfähigkeit von berufstätigen Personen in einem sich stark verändernden Arbeitsmarkt zu erhalten. Die Gründungsversammlung wählte Prof. Dr. Stefan Wolter, Professor an der Universität Bern und Direktor Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung, zum Verwaltungsratspräsidenten. Seit Mitte Oktober 2020 läuft am Berufsbildungszentrum IDM Thun ein erster Pilotlehrgang. Die Sozialpartner der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) haben im Gesamtarbeitsvertrag (GAV) die Absicht verankert, gemeinsam neue Angebote für die Re- und Neuqualifikation von berufstätigen Erwachsenen aufzubauen (vgl. Art. 50 Abs.1 GAV MEM). Auf dieser Grundlage haben die Sozialpartner (Swissmem/ASM, Angestellte Schweiz, Unia, Syna, Kaufmännischer Verband und SKO) am 11. Dezember 2020 die «MEM-Passerelle 4.0 AG» gegründet. Ziel dieser Organisation ist es, den Unternehmen der MEM-Industrie die notwendigen Fachkräfte zu erhalten und den Arbeitnehmenden ihre Anschlussfähigkeit sowie Berufsfeldwechsel zu ermöglichen. Die Aufgabe der „MEM-Passerelle 4.0 AG“ ist es, Beratungsangebote für berufstätige Erwachsene aufzubauen. Diese sollen die individuelle Eignung abklären und die Möglichkeiten für die berufliche Weiterentwicklung aufzeigen. Insbesondere werden erwachsenengerechte, modularisierte und berufsbegleitende Bildungsangebote für eine verkürzte und auf den bestehenden Kompetenzen aufbauende Neuqualifizierung entwickelt. Die «MEM-Passerelle 4.0 AG» sucht dafür die Zusammenarbeit mit den zuständigen staatlichen Instanzen sowie mit Kooperations- und Umsetzungspartnern aus allen Bereichen des Bildungssystems.
Bereits Mitte Oktober 2020 ist am Berufsbildungszentrum IDM Thun ein erster Pilotlehrgang in den Fachbereichen Fertigung, Montage/Inbetriebnahme und Instandhaltung gestartet worden. Im Februar 2021 beginnen weitere Ausbildungsmodule, bei denen auch ein Neueinstieg möglich ist. Die Module werden durch Fachpersonen aus der Praxis geleitet. Ab Herbst 2021 sind zusätzliche Pilotlehrgänge in weiteren Regionen geplant. An der Gründungsversammlung der «MEM-Passerelle 4.0 AG» vom 11. Dezember 2020 wurde Prof. Dr. Stefan Wolter, Professor an der Universität Bern und Direktor Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung SKBF, zum Verwaltungsratspräsidenten gewählt. Der übrige Verwaltungsrat ist aus Vertretern der Gewerkschaften, der Angestelltenverbände sowie von Swissmem bzw. deren Mitgliedfirmen zusammengesetzt. Er besteht aus Bernhard Gisler (Schindler Aufzüge AG), Hans Hess (Swissmem/ASM), Claudia Komminoth (PB Swiss Tools), Karin Oberlin (Angestellte Schweiz), Johann Tscherrig (Syna) und Manuel Wyss (Unia). Weitere Informationen: Pilotlehrgang: www.mem-passerelle.ch/angebote,MEM-Passerelle AG: www.mem-passerelle.ch. Für Rückfragen:
Manuel Wyss, Stv. Sektorleiter Industrie Unia, Philipp Zimmermann, Mediensprecher Unia. Unia Schweiz, Medienmitteilung, 17.12.2020.
Unia Schweiz > MEM-Industrie. Berufsbildung. Unia Schweiz, 2020-12-17.
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11.01.2021 Schweiz
Unia Schweiz

Coronavirus
Querdenker
Volltext
Gefährliche „Querdenker-Aktion“ bringt Arbeitnehmende in die Bredouille. Affront gegen den gesunden Menschenverstand. Eine unbekannte Zahl von Gewerbetreibende stellt sich unter dem Motto „Wir machen auf“ gegen die Massnahmen zur Pandemiebekämpfung. Sie öffnen trotz Verbots ihre Restaurants und folgten damit einem anonymen Aufruf aus deutschen „Querdenker“-Kreisen. Die Unia verurteilt diese Aktion aufs schärfste. Angesichts von jetzt schon über 8'000 Corona-Toten in der Schweiz ist sie ein Affront gegen die Menschlichkeit und den gesunden Menschenverstand. Unia wird Rechte der Angestellte verteidigen. Darüber hinaus bringen die beteiligten Unternehmen ihre Angestellten in eine unhaltbare Situation. Falls sie der Arbeitsaufforderung der Arbeitgeber trotz behördlichem Verbot Folge leisten, machen sie sich nämlich strafbar. Die Mitarbeitenden begehen dann eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbusse bis zu 10'000 Franken geahndet wird. Der Arbeitgeber kann seine Mitarbeitenden nicht zu einer strafbaren und/oder rechtswidrigen Handlung zwingen. Sie können sich daher weigern, zur Arbeit zu gehen bei weiterhin vollem Anrecht auf Gehalt bzw. Kurzarbeitsentschädigung. Allerdings werden in einem solchem Fall viele Arbeitnehmende Repressalien des Arbeitgebers befürchten. Die Unia fordert betroffene Arbeitnehmende darum auf, sich in einem solchem Fall bei ihr zu melden. Die Gewerkschaft wird ihre Rechte wahrnehmen und die fehlbaren Firmen den zuständigen kantonalen Behörden zur Anzeige bringen, welche für die Schliessung der Betriebe gemäss Covid-19-Verordnung zuständig sind. Konfuse Covid-19-Strategie der Regierung ist mitverantwortlich. Dass die verantwortungslose Aktion trotz grassierender Pandemie bei gewissen Arbeitgebern auf Anklang stösst, ist zwar nicht entschuldbar, angesichts der konfusen Corona-Strategie des Bundesrates aber doch keine Überraschung. Schuld daran sind zwei krasse Fehler: Erstens scheint die Regierung die Empfehlungen ihrer eigenen wissenschaftlichen Taskforce nicht ernst zu nehmen, welche seit langem wirksamere Massnahmen zur Senkung der Fallzahlen fordert. Der Bundesrat – und mit ihm die Kantonsregierungen – schaut monatelang passiv zu, wie das erklärte Ziel der Fallzahlen-Senkung wieder und wieder verpasst wird und täglich um die hundert Menschen an Covid-19 sterben. Aber statt entsprechend zu reagieren und die Massnahmen zu verschärfen, sorgen sich die Behörden lieber darum, welche Skilifte vielleicht doch noch geöffnet werden könnten. Solidarität statt finanzpolitische Panikmache. Ebenso grossen Schaden richten die finanzpolitische Panikmache von Bundesrat Maurer und die ideologische Blindheit einiger Arbeitgeberverbände an. Jetzt rächt sich, dass die Schweiz entgegen dem ersten Anschein den notleidenden Betrieben und Arbeitnehmenden eben doch nicht genügend unter die Arme greift. Das unwürdige Geknausere mit Covid-19-Nothilfen muss endlich ein Ende haben. Wer unter der Covid-19-Krise materiell leidet, hat volle Solidarität verdient. Die Unia fordert darum endlich die unbürokratische Auszahlung von À-fonds-perdu-Beiträgen zum Schutz der Arbeitsplätze in den Bereichen, die wegen Lockdowns schliessen mussten oder durch Teil-Lockdown stark eingeschränkt sind; 100 Prozent Kurzarbeitsentschädigung für alle Löhne bis netto 5'000 Franken. Die Schweiz hat das Geld für diese Solidarität – Regierung und Parlament müssen die Mittel jetzt sofort sprechen. Weitere Informationen: Vania Alleva, Präsidentin Unia, Serge Gnos, Leiter Kommunikation Unia Inia Schweiz, Medienmitteilung, 11.1.2021. Unia Schweiz > Querdenker. Coronavirus. Unia Schweiz, 2021-01-11.
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18.12.2020 Schweiz
Gesundheitsschutz
SGB

Coronavirus
Volltext
Neue Massnahmen gegen die Pandemie. Löhne und Arbeitsplätze sichern – Gesundheit schützen. Ein Erfolgsfaktor bei der Bekämpfung der Corona-Krise war, dass Teil-Schliessungen der Wirtschaft jeweils mit Massnahmen zur Sicherung der Löhne und Arbeitsplätze verbunden waren. Das ist nun nicht mehr der Fall. Die Härtefall-Fonds reichen nicht. Es braucht zusätzliche Mittel und Instrumente sowie Verlängerungen der Taggelder und Rahmenfristen für Arbeitslose. Schliesslich müssen die Gesundheitsschutzregelnd in der Arbeitswelt endlich konsequenter durchgesetzt werden. Die heute vom Bundesrat angeordnete Schliessung des Gastgewerbes und anderer Dienstleistungsbranchen wirft soziale Fragen auf, die leider nur ungenügend beantwortet sind. Bereits heute gibt es in der Branche viel mehr Arbeitslose als offene Stellen. Diese Ausgangslage dürfte sich weiter verschärfen. Die Zahl der Stellensuchenden insgesamt ist im Dezember jedenfalls schon spürbar angestiegen. Es drohen sowohl Entlassungen als auch Aussteuerungen aus der Arbeitslosenversicherung, insbesondere von älteren Arbeitslosen. Für den Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) ist klar: bei den beschlossenen Einschränkungen reicht das bestehende Instrumentarium mit den Härtefallfonds nicht. Es braucht zusätzliche Mittel und Instrumente. Zur Verhinderung von Aussteuerungen müssen die Taggelder und die Rahmenfristen in der Arbeitslosenversicherung wie in der ersten Welle verlängert werden. Der SGB insistiert bereits seit Monaten, dass die Kontrollen und die Durchsetzung des Gesundheitsschutzes und der Schutzkonzepte am Arbeitsplatz endlich intensiviert werden müssen. Bei einem Teil der Behörden, wie beispielsweise beim Seco trafen, die Vorschläge bisher auf wenig Resonanz, so dass viel zu wenig gemacht wird. Das muss sich ändern. Die teilweise enormen Anstrengungen der Arbeitnehmenden und der Betriebe, wirksame Schutzkonzepte einzuführen gilt es in die gesundheitspolitischen Strategien miteinzubeziehen. Mehr Kontrollen- und Beratungstätigkeit sorgt auch dafür, dass die Schutzkonzepte auf bestem Niveau flächendeckend umgesetzt werden. In der aktuellen Lage mit den hohen Ansteckungszahlen muss der Schutz der vulnerablen Personen eine besondere Priorität haben. Leider mussten wir feststellen, dass insbesondere in den Heimen vermehrt Ansteckungen mit schlimmen gesundheitlichen Folgen auftraten. Es ist entscheidend, dass die Heime genügend Personal mit guten Arbeitsbedingungen haben und dass das Personal nicht gezwungen wird, krank arbeiten zu gehen. Der Bundesrat muss dafür sorgen, dass die Kantone entsprechend handeln und auch die entsprechenden finanziellen Mittel zur Verfügung stellen.
Auskünfte:
Daniel Lampart, SGB-Sekretariatsleiter
Urban Hodel, Co-Leiter Kommunikation
SGB, Medienmitteilung, 18.12.2020.
SGB > Coronavirus. Gesundheitsschutz. SGB, 2020-12-18.
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16.12.2020 Schweiz
Arbeitszeit
Löhne
SGB

Kurzarbeit
Löhne
Volltext
Aufstockung der Kurzarbeitsentschädigung für tiefere Löhne. Endlich eine Lösung für die Geringverdienenden in dieser schwierigen Zeit. Für die Betroffenen ist die Aufstockung des Lohnersatzes bei Kurzarbeit ein Durchbruch. Seit einigen Monaten drängt der Schweizerische Gewerkschaftsbund auf eine Lösung für die schmerzhaften Einkommensverluste der Geringverdienenden in Kurzarbeit. Jetzt hat das Parlament endlich gehandelt: neu werden im Covid-19-Gesetz Löhne bis 3’470 Franken garantiert, und Löhne bis 4’340 Franken erhalten mehr Kurzarbeitsentschädigung als die geltenden 80 Prozent.
Endlich haben National- und Ständerat eine Lösung für die Geringverdienenden bei der Kurzarbeit beschlossen. Sie erhalten neu für Löhne bis 3’470 Franken (Vollzeit) den vollen Lohnersatz, und für Löhne zwischen 3’470 und 4’340 Franken (Vollzeit) mehr Kurzarbeitsentschädigung als die heutigen 80 Prozent. Das ist für die Betroffenen eine grosse Erleichterung. Denn die Geringverdienenden sind von der Corona-Krise besonders stark betroffen. Sie arbeiten im Gastgewerbe, in der Kulturbranche, in der Luftfahrt oder in anderen Branchen, die durch die Corona-Massnahmen und die Verhaltensänderungen der Bevölkerung direkt oder indirekt beeinträchtigt werden. Löhne unter 4’000 Franken sind in diesen Branchen leider immer noch eine verbreitete Realität. Wenn dann in Kurzarbeit nur noch 80 Prozent des Lohnes fürs Leben zur Verfügung steht, wird die bereits in normalen Zeiten schwierige Situation noch schwieriger bis unmöglich. Umso wichtiger ist der Parlamentsentscheid für eine Aufstockung der Kurzarbeitsentschädigung. Zentral ist nun, dass diese Gelder so rasch wie möglich ausbezahlt werden.
SGB, Medienmitteilung, 16.12.2020.
SGB > Kurzarbeit. Löhne. SGB, 2020-12-1-6.
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14.12.2020 Schweiz
Detailhandel
Unia Schweiz

Ladenöffnungszeiten
Petitionen
Volltext
Unia-Petition im Detailhande. Verkäufer*innen verdienen Respekt – mehr denn je! Tausende Angestellte im Detailhandel unterstützen die Forderung der Unia nach einem angemessenen Weihnachtsgeld und einem frühen Ladenschluss am 24. Dezember. Auch einige Detailhändler ziehen mit: Anders als in den vergangenen Jahren werden viele Geschäfte zwischen 16 und 17 Uhr schliessen. Nun müssen sie ihren Angestellten auch eine angemessene Prämie ausrichten – und alle Läden müssen früher schliessen. Die Forderung des Verkaufspersonals, am Abend des 24. Dezembers früher Feierabend zu machen, ist bei einem Grossteil der Arbeitgeber angekommen. Viele Lebensmittelgeschäfte schliessen in der Deutschschweiz an diesem Abend zwischen 16 und 17 Uhr. Die Unia-Petition, die am 25. November lanciert wurde, zeigt also bereits erste Erfolge. Angestellte im Non-Food-Bereich nicht aussen vor lassen Die Weihnachtszeit, die jedes Jahr sehr stressig ist, ist in diesem Jahr durch die Covid-Massnahmen noch herausfordernder für die Angestellten. Darüber hinaus haben einige Kantone und Gemeinden in der Romandie die Ladenöffnungszeiten verlängert – ohne eine Konsultation bei den Sozialpartnern und dem Personal durchzuführen. Die Verkäufer*innen sind erschöpft und haben sich einen freien Abend am 24. Dezember redlich verdient. Die Unia verlangt, dass andere Detailhändler, insbesondere in der französischsprachigen Schweiz und im Non-Food-Bereich, jetzt ebenfalls handeln. Ein wohlverdienter Bonus. Die Verkäufer*innen waren in den letzten Monaten äusserst exponiert – in einer Branche, in der die Löhne grundsätzlich tief, die Arbeitszeiten stark flexibilisiert und die Arbeit der Angestellten zu wenig anerkannt sind. Aufgrund von Kurzarbeit haben in den letzten Monaten viele Angestellte erhebliche Lohneinbussen erlitten. Ein Teil der Arbeitgeber hat mit der Auszahlung einer Prämie oder Gutscheinen zwar gehandelt. Das reicht aber nicht aus. Denn nicht alle Mitarbeitenden profitieren davon. Für die Unia ist klar: Alle Verkäufer*innen haben für ihre wichtige Arbeit ein angemessenes Weihnachtsgeld verdient. Der Gesamtbetrag der Prämie sollte etwa 2'000 Franken für das ganze Jahr betragen. Detailhandel aufwerten!. Für die Unia ist die Durchsetzung ihrer beiden Forderungen ein unverzichtbarer Schritt. Schliesslich braucht es auch längerfristig eine Lohnerhöhung und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Detailhandel – durch flächendeckende Gesamtarbeitsverträge (GAV). Nur mittels GAV können Regeln festgelegt werden, die dem Verkaufspersonal mehr Schutz bieten und ihre Arbeits- und Lohnbedingungen verbessern.
Für Rückfragen:
Anne Rubin, Mitglied Sektorleitung Tertiär
Leena Schmitter, Mediensprecherin Unia

Unia Schweiz, Medienmitteilung, 14.12.2020.
Unia Schweiz > Detailhandel. Ladenöffnungszeiten. Unia Schweiz, 2020-12-14.
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11.12.2020 Schweiz
Arbeitslosigkeit
SGB

Arbeitslosigkeit
Coronavirus
Volltext
Aufstockung der Härtefallfonds reicht bei weitem nicht. Hinreichende soziale Abfederung der Massnahmen nötig. Die Beschäftigungssituation hat sich in jüngster Zeit wieder verschlechtert. Die Gefahr von weiteren Entlassungen und Einkommenseinbussen ist gross. Die GeringverdienerInnen leiden am stärksten. Für den SGB ist deshalb klar: Die heute vom Bundesrat beschlossene Aufstock¬ung der Härtefallfonds reicht bei weitem nicht. Die Löhne und Arbeitsplätze müssen durch zusätzliche wirtschafts- und sozialpolitische Massnahmen gesichert werden. Die heute vom Bundesrat beschlossenen Massnahmen zum Erhalt von Löhnen und Arbeitsplätzen sind klar ungenügend. Auch um eine negative Spirale bei der Konjunktur zu vermeiden, braucht es jetzt schnelle und unbürokratische Hilfe für Betroffene, insbesondere für Arbeitnehmende in den am härtesten eingeschränkten Branchen. Der SGB fordert einerseits einen 100prozentigen Lohnersatz für Geringverdienende in Kurzarbeit. Andererseits braucht es eine Kompensation für den Wegfall der Umsätze in gesundheitspolitisch eingeschränkten Branchen, damit auch die Fixkosten gedeckt und die Arbeitsplätze erhalten werden können. Der SGB erwartet, dass das Parlament den Vorschlag des Bundesrates verbessert und im Covid-19-Gesetz eine Bestimmung einbaut, welche dem Bundesrat entsprechende Aufträge erteilt. Der SGB begrüsst hingegen, dass die Kulturschaffenden wieder Ausfallentschädigungen beantragen können. Schwierig ist die Lage zudem bei den älteren Arbeitslosen. Die Arbeitslosigkeit in dieser Gruppe stieg im November auf einen Höchststand. Viele der Betroffenen haben nur geringe Chancen, in der Krise eine Stelle zu finden. Es drohen Aussteuerungen. Darum müssen die Rahmenfristen verlängert und die Zahl der Taggelder erhöht werden.
Auskünfte:
Gabriela Medici, stv. Sekretariatsleiterin SGB
Urban Hodel, Co-Leiter Kommunikation SGB
SGB, Medienmitteilung, 11.12.2020.
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11.12.2020 Schweiz
Baumeisterverband
Unia Schweiz

Lohnerhöhungen
Poliere
Volltext
Ohne Poliere geht auf dem Bau nichts: Sie planen, motivieren, leiten an.

Baumeister lassen Poliere schon wieder leer ausgehen
Die Lohnverhandlungen für die Baupoliere sind gescheitert. Der Baumeisterverband hat sämtliche Kompromissvorschläge abgelehnt. Diese erneute Nullrunde ist ein Affront für die Poliere und sie verschlimmert den Fachkräftemangel auf den Baustellen.
Ohne Poliere geht nichts auf der Baustelle. Sie planen, motivieren und leiten die Bauarbeiter tagtäglich an. Und während der Coronakrise haben sie Ausserordentliches geleistet, um wo möglich die Baustellen weiterzuführen.
Lohn und Work-Life-Balance im Fokus
Im Zentrum der diesjährigen Verhandlungen standen Verbesserungen bei den Löhnen und im Bereich Work-Life-Balance. Die Arbeitnehmerverbände, also die Gewerkschaften Unia und Syna sowie Baukader Schweiz, forderten für die Poliere neben einer Lohnerhöhung ein Recht auf Teilzeitarbeit sowie eine bezahlte Znüni-Pause.
Keine Lohnerhöhung seit 2013
Seit 2013 haben die Poliere keine generelle Lohnerhöhung mehr erhalten. Wenn es nach dem Baumeisterverband geht, sollen sie auch dieses Jahr leer ausgehen. Die Baumeister lehnten sämtliche Forderungen und Kompromissvorschläge ohne zu verhandeln ab. Sieht so Wertschätzung aus?
Eigentor der Baumeister
Die Haltung der Baumeister ist auch ein Eigentor. Denn gerade bei den Polieren gibt es einen akuten, spürbaren Personalmangel: Bereits heute fehlen Hunderte Baupoliere. In Zukunft wird sich die Situation noch verschärfen, weil viele Poliere ins Pensionsalter kommen. Zudem fehlt es in der Branche an Nachwuchs.
Die Unia unterstützt die Poliere
Die Arbeitnehmerverbände fordern verantwortungsvolle Firmen auf, die Löhne auf Betriebsebene zu erhöhen. Auch sollen sie Mitarbeitenden, die Teilzeit arbeiten möchten, dies zu ermöglichen. Gemeinsam mit den Polieren wird sich die Unia weiter für die Umsetzung dieser Forderungen einsetzen.
Unia Schweiz, 11.12.2020.
Unia Schweiz > Poliere. Baumeisterverband. Unia, 2020-12-11
09.12.2020 Schweiz
Gesundheitsschutz
Unia Schweiz

Coronavirus
Volltext
Solidarität statt Laissez-faire. Gesundheitsschutz und ökonomische Sicherheit gehen Hand in Hand. Die Behörden müssen jetzt entschieden eingreifen, um beides zu sichern. Der Zentralvorstand der Unia hat heute ein Paket von Corona-Forderungen diskutiert, welche die Pandemie eindämmen und das Vertrauen in die soziale Sicherheit wiederherstellen sollen. Unabhängig davon, ob der Bundesrat ihn ausrufen will oder nicht – der Notstand ist Tatsache: Bald 6000 Corona-Todesfälle – doch mehr als eine Schweigeminute hat die Politik nicht zu bieten. Immer härtere Einschränkungen von privaten Treffen, aber gleichzeitig möglichst volle Seilbahnen und Läden im Adventsverkauf. Arbeitszwang für Pflegepersonal trotz Corona-Infektion. Zu wenig Personal für die Arbeitsinspektorate zur Kontrolle der Schutzkonzepte am Arbeitsplatz. Keine existenzsichernde Kurzarbeitsentschädigung. Diese realen Probleme drohen im Kompetenz-Hickhack von Politik und Behörden unterzugehen! Stattdessen ist es die grösste Sorge bürgerlicher Parteien und Parlamente, Kosten zu vermeiden. Arbeitgeberverbände lehnen aus rein ideologischen Gründen staatliche Unterstützungsprogramme ab. Die Kantonsbehörden werkeln an Sparprogrammen und der SVP-Finanzminister macht auf Schulden-Panik. Das alles dient lediglich den Interessen einer kleinen Minderheit von Reichen und Superreichen. Gesundheit vor Profit. Die Unia fordert stattdessen einen solidarischen Ausweg aus der sozialen und sanitarischen Krise! Politik und Behörden müssen jetzt entschieden handeln und sofort alle nötigen Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie ergreifen und durchsetzen. Sie müssen auch dafür sorgen, dass nicht die Arbeitnehmenden und die sozial Schwachen die Zeche der Krise bezahlen, sondern jene, die dank steigenden Profiten und Aktienkursen von der Krise auch noch profitieren. Der Unia Zentralvorstand fordert: 100% Kurzarbeitsentschädigung für Löhne bis 5000 Franken netto. Einen ausreichend dotierten nationalen Corona-Hilfsfonds für alle Bevölkerungsgruppen, die von der Krise getroffen sind und keine Kurzarbeit beantragen können. Eine Corona-Prämie für alle Beschäftigten in besonders exponierten Berufen, angefangen beim Personal in der Pflege, im Verkauf und in der Logistik. Eine Verdoppelung der Kontrollen von Schutzmassnahmen in der Arbeitswelt. Keine Sparprogramme, sondern konjunkturwirksame Massnahmen für Investitionen in das Gesundheitssystem, in die Bildung und den ökosozialen Umbau. Mietzinserlasse und weitere Stützmassnahmen für besonders betroffene Branchen, etwa das Gastgewerbe, die Tourismus- und die Kulturbranche. Keine Adventsverkäufe und Massenevents, die zur Verbreitung der Pandemie beitragen. Dafür volle Entschädigung für die betroffenen Unternehmen, Selbständigen und Arbeitnehmenden. Kein Widerspruch zwischen Gesundheitsschutz und wirtschaftlicher Sicherheit. Der von einigen Wirtschaftsexponenten und bürgerlichen Politikern angeführte Widerstand gegen wirksame Pandemiemassnahmen hat uns wieder an den Rand eines Lockdowns geführt. Darunter leiden jetzt auch viele Unternehmen. Die Behörden müssen endlich langfristig denken und von diesem kurzfristigen Profitdenken Abstand nehmen.
Weitere Informationen:
Vania Alleva, Präsidentin Unia, 079 620 11 14
Serge Gnos, Leiter Kommunikation und Kampagnen, 079 378 75 04
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 9.12.2020.
Unia Schweiz > Coronavirus. Gesundheitsschutz. Unia Schweiz, 2020-12-09.
Ganzer Text
07.12.2020 Lausanne
Uber
Unia VD Kanton

Berufungsgericht
Volltext
Uber verzichtet auf Weiterzug ans Bundesgericht. Uber-Urteil ist rechtskräftig: Fahrer*innen sind Angestellte. Das Urteil war ein Meilenstein in der „Causa Uber“: Das Berufungsgericht des Kantons Waadt stufte dieses Jahr – wie zuvor das Lausanner Arbeitsgericht – einen Uber-Fahrer als Angestellten des US-Taxidienstes ein. Jetzt ist das Urteil rechtskräftig, da Uber auf einen Weiterzug verzichtet hat. Damit ist klar: Die Kantone müssen unverzüglich dafür sorgen, dass Uber seine Arbeitgeberpflichten erfüllt und das Arbeitsgesetz einhält. Das Urteil des Waadtländer Kantonsgerichts vom 23. April 2020 (die ausführliche Begründung datiert vom 10. September 2020) hält fest, dass Uber Arbeitgeber ist. Ein ehemaliger Uber-Fahrer, der auch Unia-Mitglied ist, erhielt eine Entschädigung zugesprochen, weil ihm ungerechtfertigt gekündigt wurde. Rémy Wyler, Anwalt des Fahrers, bestätigt, dass Uber auf einen Weiterzug ans Bundesgericht verzichtet hat und damit die Entscheidung des Gerichts akzeptiert. Die Bedeutung des Urteils geht weit über den individuellen Fall hinaus: Das Gericht wertet die Beziehung des Fahrers zu Uber (bzw. zur Tochtergesellschaft Rasier Operations B.V.) als Arbeitsvertrag. Da sämtliche Uber-Fahrer*innen zu denselben Bedingungen arbeiten und über dieselbe App ihre Anweisungen erhalten, ist diese Beurteilung verallgemeinerbar. Uber begeht Straftaten. Dennoch weigert sich Uber weiterhin, seine Arbeitgeberpflichten wahrzunehmen. Die Fahrer*innen erhalten immer noch nicht den Lohn, der ihnen zusteht. Uber zahlt ihnen keinen Auslageersatz für private Autos und Handys, die für die Arbeit genutzt werden, und keine Ferien – das ist illegal. Uber meldet seine Angestellten auch nicht bei den obligatorischen Versicherungen an (AHV, berufliche Vorsorge, UV, ALV, usw.) – auch das ist ein Straftatbestand. Schluss mit den Ausreden der Politik. Jetzt muss Schluss sein mit den Ausreden der meisten kantonalen Behörden, die bisher immer darauf verwiesen haben, es gebe noch kein rechtkräftiges Urteil in der Frage der Anstellungsverhältnisse bei Uber. Die kantonalen Arbeitsämter sind verpflichtet, das Arbeitsgesetz durchzusetzen; ihre Kontrollorgane müssen, die Einhaltung bei den Unternehmen überprüfen. Weigert sich ein Arbeitgeber, sich den gesetzlichen Vorschriften zu fügen, muss er sanktioniert werden. Dass aktives Handeln der Kantone der richtige Weg ist, zeigt auch ein neues Urteil des Genfer Kantonsgerichts, das am vergangenen Mittwoch publik wurde. Es stützt einen Entscheid der Kantonsregierung, Uber generell als Arbeitgeber zu behandeln und den Dienst zu verbieten, wenn Uber sich nicht an die Regeln hält. Uber muss Hunderte Millionen nachbezahlen. Es geht hierbei nicht nur um rechtsstaatliche Prinzipien, sondern für die Uber-Fahrer*innen auch um viel Geld. Nach Berechnungen der Unia schuldet Uber seinen mehreren Tausend Fahrer/innen in der Schweiz für die Periode 2013-2020 mehrere Hundert Millionen Franken. Diese stehen den Uber-Angestellten auch rückwirkend zu. Die Unia erwartet, dass Uber unverzüglich allen aktuellen und ehemaligen Fahrer*innen Löhne, Auslageersatz und Ferienansprüche rückwirkend vergütet und die Beiträge für die Sozialversicherungen nachbezahlt.
Für Rückfragen:
Roman Künzler, Verantwortlicher Logistik und Transport Unia
Philipp Zimmermann, Mediensprecher Unia
Unia Genf, Medienmitteilung, 7.12.2020.
Unia VD Kanton > Uber. Berufungsgericht. Unia VD Kanton. 2020-12-07.
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08.12.2020 Schweiz
SGB

Arbeitslosenversicherung
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Im November weiter steigende Arbeitslosigkeit bei Älteren. Massnahmen gegen Aussteuerungen a
us Arbeitslosenversicherung dringend. Die Corona-Krise hat zu einem ausserordentlich starken Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt. Während sich die Lage bei den Jüngeren bis November leicht entspannt hat, steigt die Arbeitslosenquote bei den Älteren nach wie vor weiter an. Insbesondere die Gruppe der 60-64jährigen ist stark betroffen. Die Zahl der Arbeitslosen in dieser Altersgruppe war im Oktober 2020 mit 11'397 Betroffenen auf einem historischen Höchststand. Die Aussichten sind düster. Denn die Arbeitslosigkeit ist in denjenigen Branchen besonders stark gestiegen, die wirtschaftlich die grössten Schwierigkeiten haben. Beispielsweise in der Maschinenindustrie, der Gastronomie, der Hotellerie oder der Reisebranche. In der Hotellerie im Kanton Zürich gab es beispielsweise im November gerade noch 17 offene Stellen, dazu weitere 145 in Restaurants. Demgegenüber waren 3’204 Arbeitslose aus dem Gastgewerbe registriert. Die Stellensuche ist insbesondere für viele ältere Arbeitslose zunehmend aussichtslos. Es droht eine Aussteuerung. In der ersten Corona-Welle hat der Bundesrat die Zahl der Taggelder erhöht und die Rahmenfristen verlängert und damit viele Aussteuerungen verhindert. Das ist nun nicht mehr der Fall. Bereits im November wurden über 1’700 Arbeitslose ausgesteuert. Diese Aussteuerungen werden nun noch zunehmen. Denn der Anteil der Langzeitarbeitslosen am Total befindet sich auf einem Höchststand seit der letzten AVIG-Revision im Jahr 2011. Der SGB fordert eine Erhöhung der Anzahl ALV-Taggelder bzw. eine Verlängerung der Rahmenfristen, so dass weniger Arbeitslose ausgesteuert werden, insbesondere bei den älteren Altersgruppen. Zudem muss die Überbrückungsleistung bereits auf Anfang 2021 in Kraft gesetzt werden, damit die Ausgesteuerten ihre Leistungsansprüche bewahren können. Die Überbrückungsleistung ist notwendiger denn je.
Auskünfte:
Daniel Lampart, SGB-Sekretariatsleiter
Urban Hodel, Co-Leiter Kommunikation SGB, 2020-12-08

SGB, Medienmitteilung, 8.12.2020.
SGB > Arbeitslosenversicherung. SGB, 29020-12-08.
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04.12.2020 Genf
General Electric
Unia Genf

General Electric
Stellenabbau
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Stopp der Abbau-Salamitaktik von General Electric. GE hat heute den x-ten Stellenabbau in kurzer Zeit angekündigt. Betroffen wären bis zu 83 Stellen im Bereich Steam Power und beim Tochterunternehmen FieldCore. Während noch die Konsultationsprozesse zu den geplanten Kahlschlägen bei GE Grid (562 Stellen in Oberentfelden) und GE Gas (84 Stellen in Baden) laufen, kommt der nächste Hammer: Wieder will GE bis zu 83 Stellen streichen. Diesmal im Bereich Steam Power und bei der Tochtergesellschaft FieldCore. Beschäftigte wehren sich. Die Personalvertretungen und die Unia verlangen, dass GE Schluss macht mit dieser Salamitaktik des schrittweisen Abbaus auf dem Buckel der Beschäftigten. Sie werden sich in der Konsultation für den Erhalt der Arbeitsplätze einsetzen. Petition und Protest. Schon letztes Jahr forderten GE-Angestellte und die die Bevölkerung in einer Petition, endlich die fortwährenden Personalabbaumassnahmen zu stoppen und an einer sicheren und stabilen Zukunft für die GE-Beschäftigten in der Schweiz zu arbeiten. Am 15. Oktober 2020 demonstrierten zudem rund 300 Beschäftigte gegen den geplanten Abbau in Oberentfelden. Das zeigt, dass die Angestellten von GE nicht mehr bereit sind, solche Affronts hinzunehmen. Zerstörung von Arbeitsplätzen stoppen. Seit 2016 macht GE praktisch jedes Jahr mit grossen Abbauplänen Schlagzeilen. Tausende Industriearbeitsplätze wurden schon vernichtet. Alternative, konstruktive Ansätze in einer industriellen Logik haben beim Management in der Vergangenheit keine ernsthafte Berücksichtigung gefunden. Das muss sich ändern! GE muss transparent darlegen, wie die bestehende Produktion in der Schweiz langfristig erhalten wird.
Unia Genf, 4.12.2020.
Unia Genf > General Electric. Stellenabbau. Unia Genf, 2020-12-04.
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29.11.2020 Schweiz
Abstimmungen Schweiz
SGB

Abstimmung
Konzernverantwortungs-Initiative
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Ablehnung Konzernverantwortungsinitiative. Hochglanzbroschüren werden nicht ausreichen. Der SGB bedauert das knappe Scheitern der Konzernverantwortungsinitiative am Ständemehr. Die GegnerInnen haben im Abstimmungskampf klar die Absichten der Initiative unterstützt und sich lediglich darauf berufen, dass deren Weg falsch sei. Nun werden die Firmen beim Wort genommen, dass sie die abgegebenen Versprechen auch einhalten. Der SGB wird darauf bestehen, dass der nun in Kraft tretende indirekte Gegenvorschlag konsequent umgesetzt, die Umsetzung kontrolliert und die hohe Zustimmung in der Bevölkerung bei der Ausgestaltung der Verordnung berücksichtigt wird. Damit alle Verstösse gegen Menschen- und elementare Arbeitsrechte sowie Umweltstandards öffentlich werden. Der SGB setzt sich weiterhin mit den europäischen und weltweit vernetzten Gewerkschaften für eine gerechte Weltwirtschaft ein. Kinderarbeit, Ausbeutung in Textilfabriken, vergiftete Flüsse beim Rohstoffabbau, Gewalt gegen Gewerkschafts-AktivistInnen müssen verhindert werden. Ziel bleibt, die für viele Arbeitnehmende ausbeuterische Weltwirtschaftsordnung zu verbessern und für gerechte Handelsbeziehungen zu sorgen. Kriegsgeschäfte-Initiative. Der SGB bedauert die Ablehnung der Kriegsgeschäfte-Initiative. Für die betroffenen Institutionen wäre ein Ausschluss von Investitionen in Kriegsmaterial ohne grosse Mehrkosten oder Renditeeinbussen umsetzbar gewesen. Nun sind die bestehenden Hebel für nachhaltigere Anlagen zu nutzten. Viele Stiftungsräte von Pensionskassen mit paritätischer Vertretung der Versicherten setzen sich für eine sozial- und umweltverträgliche Anlagepolitik ein. Dieses Engagement muss nun weitergeführt und verstärkt werden. Viele versicherte Arbeitnehmende wollen mit ihrem Alterskapital keine unethischen Anlagen unterstützen.
Auskünfte:
Urban Hodel, Co-Leiter Kommunikation SGB
SGB, Medienmitteilung, 29.11.2020.
SGB > Konzernverantwortungs-s-Initiative. Abstimmung. SGB, 202o-11-29.
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01.12.2020 Schweiz
Pflegepersonal
Unia Schweiz

Arbeitsbedingungen
Coronavirus
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Covid-19 in der Betagtenpflege. Pflegende fordern von Bund und Kantonen sofortige Massnahmen. An der heutigen digitalen Branchenkonferenz Pflege und Betreuung der Unia berichteten die Teilnehmenden über unhaltbare Zustände während der Corona-Pandemie in Alters- und Pflegeheimen. Sie verabschiedeten eine Resolution, in der sie Bund und Kantone auffordern, ihre Verantwortung endlich wahrzunehmen und sofortige Entlastungmassnahmen zu ergreifen. Die rund 30 Teilnehmenden der heutigen digitalen Branchenkonferenz Pflege und Betreuung waren sich einig: Sie stossen derzeit an ihre Grenzen. Bund und Kantone müssen umgehend Massnahmen ergreifen, um das Pflege- und Betreuungspersonal in der Betagtenpflege zu entlasten. Sie haben dazu eine Resolution verabschiedet. Viele Ansteckungen und Personalausfälle. Während es in der ersten Pandemiewelle vor allem an Schutzmaterial fehlte, ist derzeit der akute Personalmangel das grösste Problem. Die Personalausfälle sind so gravierend, dass in Alters- und Pflegeheimen teilweise sogar positiv getestete Pflegende eingesetzt werden. Sie gefährden damit sich selbst, die Betagten und ihre Arbeitskolleg*innen. Die Teilnehmenden der Branchenkonferenz fordern deshalb von den Kantonen: Pflegende mit einer vermuteten oder nachgewiesenen Covid-19-Infektion dürfen unter keinen Umständen zur Arbeit herangezogen werden. Sie sollen in Isolation bleiben und sich zu Hause auskurieren können. Die Kantone müssen für genügend Personal in der Betagten-Pflege und -Betreuung sorgen: Insbesondere durch heim- und kantonsübergreifende Personalpools oder durch zusätzliche Hilfe von Zivildienstleistenden und dem Militär. Überlastung vorprogrammiert. Das verbleibende Personal häuft derzeit Überstunden an und steht im Dauereinsatz. An freien Tagen trotzdem zur Arbeit zu gehen, ist nicht mehr die Ausnahme, sondern die Norm. So gravierend die aktuelle Situation ist, so wenig überraschend kommt sie. Die Pandemie zeigt, dass die Heime durch ewige Sparmassnahmen und die Ökonomisierung der Pflege bereits vorher am Limit waren. Das Personal aus Pflege und Betreuung fordert deshalb von Bund und Kantonen: ■ Das Pflege- und Betreuungspersonal muss sich nach der Pandemie von den Strapazen erholen können, ansonsten wird die bereits sehr hohe Berufsausstiegsrate dramatische Ausmasse annehmen. Die zukünftige Entlastung der Pflegenden muss jetzt geplant werden! Es braucht nach der Pandemie «Zeit» im Sinne einer Kompensation der Überstunden und einer Arbeitszeitreduktion, „Geld“ in Form einer längst überfälligen Lohnerhöhung sowie zusätzliches Personal durch die Förderung der Aus- und Weiterbildung sowie höhere Stellenschlüssel.
Für Rückfragen:
Samuel Burri, Co-Branchenverantwortlicher Pflege Unia
Silja Kohler, Mediensprecherin Unia
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 1.12.2020.
Unia Schweiz > Pflegepersonal. Arbeitsbedingungen. Unia Schweiz, 2020-12-01
20.11.2020 Wallis Kanton
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Coronavirus
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Wer will, kann. Die Walliser Zeitung „Le Nouvelliste“ hat derzeit etwa doppelt so viele Todesanzeigen wie gewöhnlich. Jeden Tag. Statt einer oder anderthalb Seiten deren drei bis vier. Längst nicht in allen Trauerschreiben steht der Grund für dieses ungebremste Sterben. Doch es hat einen Namen: Corona. Das Wallis ist immer noch trauriger Weltmeister bei den Corona-Infektionen. Der Südkanton liegt, pro 100’000 Bewohnerinnen und Bewohner berechnet, sogar noch vor den USA. Auch bei den Toten. Am 27. Oktober erreichte der Kanton den Peak: dramatische 888 neue Infektionen an einem Tag! Die Regierung zog die Notbremse und verordnete schärfere Schutzmassnahmen. Inzwischen ist die Covid-Kurve massiv abgesunken. Und zeigt: Wer will, kann Corona in den Griff bekommen. Doch die Üsserschwiiz kann das offenbar nicht. Zu früh frohlokt. Noch im Mai frohlockte Gesundheitsminister Alain Berset: „Wir können jetzt Corona!“ Zu früh frohlockt: In der zweiten Welle können wir Corona schlechter als (fast) alle Länder ringsum. Wir sind inzwischen wirklich ein Sonderfall. Ein Corona-Sonderfall! Unsere Nachbarn greifen durch, obwohl sie weit weniger vom Virus heimgesucht sind als die Schweiz. Allen voran Österreich. Dort hat Bundeskanzler Sebastian Kurz kurz¬entschlossen wieder Lockdown angeordnet. Weil die Intensivbetten schon zur Hälfte ausgelastet seien. In 13 Schweizer Kantonen sind sie dies schon längst. Aber zu über 80 Prozent! 60 Ökonominnen und Ökonomen raten dem zerstrittenen Bundesrat jetzt, endlich durchzugreifen. Mit einer Kombination von hartem Lockdown und korrekter Entschädigung für alle Betroffenen. Weil sich das gesundheitlich und ökonomisch am besten bewähre. Selbst der rechtsnationalistische Kanzler Kurz hat offenbar begriffen, dass man eine Pandemie nicht mit marktgläubiger Ideologie bekämpfen kann. Immerhin einen Lichtblick gibt es. Immerhin erreicht uns jetzt Hoffnungsvolles von der Impfstoff-Front. Nach Biontech/Pfizer vermeldet auch die US-Firma Moderna, die ihr Vakzin auch bei der Lonza in Visp produzieren will, einen über¬raschend schnellen Durchbruch: Ihre Impfstoffe schützten zuver¬lässig, seien verträglich, und die Produktion könne anlaufen. Noch sind das Informationen von Firmen, die eine Goldgrube wittern. Doch faszinierend ist das schon, „as plötzlich möglich ist, wenn’s wirklich brennt, wie unsere Technologie-Politik-Rubrik „Rosa Zukunft» freudig zu berichten weiss.
Work, 20.11.2020.
Personen > Kuhn Marie-Josee. Coronavirus. Wallis. Work, 2020-11-20.
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26.11.2020 Schweiz
Detailhandel
Unia Schweiz

Arbeitsbedingungen
Black Friday
Detailhandel
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„Black Friday“ ist ein Höhepunkt der prekären Arbeit. nlinehandel beschert Logistiker*innen einen rabenschwarzen Freitag. Der „Black Friday“ wird erneut zu Rekord-Bestellungen im Onlinehandel führen. Leidtragende dieses von Unternehmen geförderten Konsumrausches sind die Arbeitnehmenden, die die bestellten Produkte unter riesigem Zeitdruck verpacken, transportieren und ausliefern müssen. Die Unia fordert die Einhaltung des Arbeitsgesetzes, eine klare Eingrenzung der atypischen Arbeitsformen, deutlich mehr Kontrollen und allgemein geregelte Arbeitsbedingungen mit fairen Mindestlöhnen. Die Arbeitsbedingungen in der Logistik- und Kurierbranche sind schon im Normalzustand miserabel. Lange Arbeitstage, grosser Zeitdruck, schlechte Entlöhnung und prekäre Arbeitsverträge prägen das Bild. In vielen Betrieben werden Vorschriften des Arbeitsgesetzes reihenweise nicht eingehalten, etwa wenn gearbeitete Stunden nicht erfasst oder Gesundheitsschutzbestimmungen missachtet werden. Viele Unternehmen setzen auf Arbeit auf Abruf, Temporärarbeit, auf Subunternehmerketten oder sogar Scheinselbständigkeit, um den Konkurrenzkampf um noch billigere Preise zu gewinnen. Dies führt systematisch zu unsicheren und belastenden Arbeitsbedingungen und schlechten Löhnen. Dies alles in einer boomenden Branche, welche händeringend versucht, die anfallenden Aufträge bewältigen zu können und 2020 wegen der Corona-Pandemie grosse Extraprofite einfährt und sich langfristig Marktanteile im Detailhandel sichert. „Black Friday treibt Prekarisierung voran. An Tagen wie dem „Black Friday“ steigt das Arbeitsvolumen zusätzlich. Dafür heuern Arbeitgeber kurzfristig zahlreiche Temporär-Arbeitskräfte an, die dann in denselben Logistikzentren arbeiten wie die bestehenden Arbeitnehmenden – Pandemie-Massnahmen wie Mindestabstände können oft nicht mehr eingehalten werden. Lagermitarbeitende, Logistiker*innen und Kurier*innen müssen in kürzester Zeit gewaltige Mengen an Sendungen bearbeiten und ausliefern, was zu massivem Stress, körperliche Überlastung und vielen (auch unbezahlten) Überstunden führt. Fragwürdige Strategie der Detailhändler. Die Strategie der grossen Detailhändler, mit Rabattschlachten und Aktionstagen wie dem «Black Friday» oder dem gleich darauf folgenden „Cyber Monday“ die Umsätze zu steigern, ist für die Arbeitnehmenden verheerend. Zumal die Mehrarbeit und der Preisdruck auf eine Branche überwälzt werden, wo es keine Gesamtarbeitsverträge und kaum Kontrollen der Arbeitsbedingungen gibt. Zudem fördern diese Tage einen Überkonsum und befeuern so die Klimakrise. Es braucht Verbesserungen, Verantwortung der Detailhändler und Kontrollen. Der Prekarität und Gesetzesverletzung in der Logistik- und Transportbranche muss ein Ende gesetzt werden. Dazu braucht es Mindestlöhne von mindestens 4000 Franken (x13), stabile Anstellungen und eine klare Begrenzung von temporären Arbeitsverträgen oder solchen auf Abruf. Auch klare Regeln für Plattformen, eine Einschränkung von Subunternehmerketten, die Solidarhaftung von Generalunternehmen und ein verbesserter Gesundheitsschutz sind nötig. Es braucht ein Ende des unlauteren Wettbewerbs von Dumping-Anbietern und einen starken Gesamtarbeitsvertrag, welcher Arbeitnehmende schützt und für gleich lange Spiesse im Markt sorgt. Der Onlinehandel wird seine Umsätze dieses Jahr um bis zu 50 Prozent steigern. Die grossen Akteure der Branche können sich einen guten Logistik-GAV mit fairen Löhnen leisten. Zusätzlich braucht es dieses Jahr für den ausserordentlichen Stress und Risiko am Arbeitsplatz für alle Arbeitnehmer*innen der Branche eine Corona-Prämie von mindestens 2000 Franken.
Für Rückfragen:
Roman Künzler, Verantwortlicher Logistik und Transport
Anne Rubin, Verantwortliche Detailhandel Unia
Philipp Zimmermann, Mediensprecher Unia.Kontakte zu Arbeitnehmenden aus der Logistik können auf Anfrage vermittelt werden.
Unia Schweiz, :Medienmitteilung, 26.11.2020.
Unoa Schweiz > Detailhandel. Black cFriday. Una Schweiz, 2020-11-26.
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26.11.2020 Freiburg
Grafische Industrie
St-Paul Imprimerie
Syndicom

Stellenabbau
St-Paul Imprimerie
Volltext
St-Paul/media f: Syndicom fordert Rettung von Stellen und einen guten Sozialplan. Erneuter Stellenabbau bei St-Paul/media f. Bereits im November 2017 führte die Freiburger St-Paul-Gruppe eine Reorganisation durch und brachte die vier Druckereien unter das Firmendach der media f, 25 Arbeitsplätze wurden abgebaut. Drei Jahre später sehen sich die Beschäftigten des neu organisierten Unternehmens mit einem erneuten Stellenabbau konfrontiert, weil die Druck-Aktivitäten an einem einzigen Standort in Bulle zentralisiert werden. Die Gewerkschaft Syndicom fordert die St-Paul-Gruppe und media f auf, ihre soziale Verantwortung als Arbeitgeberin wahrzunehmen, indem die Mehrheit der Stellen gerettet und ein guter Sozialplan unter Einbezug der Gewerkschaft verhandelt wird. Bereits 2017 hatten die Mitarbeitenden sowie die Gewerkschaft Syndicom ihre Zweifel und ihre Besorgnis über den von der Geschäftsleitung vorgelegten Plan zum Ausdruck gebracht. Obschon auch in der grafischen Industrie der momentanen Situation durch das Coronavirus Rechnung zu tragen ist, bleibt fragwürdig, ob die Strategie der St-Paul-Gruppe respektive von media f aufgeht. Dass nun erneut 30 Arbeitsplätze gestrichen werden, bestätigt diese Skepsis. Media f trägt eine soziale Verantwortung. Syndicom unterstützt die Mitarbeitenden von media f und fordert vom Unternehmen, dass die Kurzarbeitsentschädigung für die ganze gesetzliche Dauer in Anspruch genommen wird, um möglichst viele Stellen zu retten. Weiter muss media f alle Möglichkeiten prüfen, um Entlassungen zu vermeiden. Obwohl die Printgruppe bereits per Ende 2018 aus dem Branchen-Gesamtarbeitsvertrag (GAV) der grafischen Industrie ausgetreten ist, muss ein guter Sozialplan ausgehandelt werden. Um dies sicherzustellen, ist der Einbezug der Gewerkschaft entscheidend. Die Personalkommission kann dabei auf die volle Unterstützung von Syndicom zählen.
Syndicom, Medienmitteilung, 26.11.2020.
Syndicom > St-Paul Imprimerie. Stellenabbau. Syndicom, 2020-11-26
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25.11.2020 Schweiz
Gesundheitsschutz
SGB

Coronavirus
Gesundheitsschutz
Volltext
Schutz der Gesundheit und Einkommen: Jetzt braucht es weitergehende Schritte, um die Arbeitnehmenden zu schützen. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist angespannt. Die Zahl der Arbeitssuchenden nimmt zu, und die niedrigsten Einkommen werden durch Kurzarbeit erheblich reduziert. Der Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz wird nach wie vor unzureichend umgesetzt und überwacht. Es braucht weitere Unter-stützungsmassnahmen, damit nicht die Arbeitnehmenden die Hauptlast der Corona-Krise tragen müssen. Die finanziellen Mittel beim Bund für den Erhalt der Arbeitsplätze und die Lohngarantie in dieser Krise sind zweifelsfrei vorhanden. Dies hat der Vorstand des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes festgehalten, der heute anstelle der Delegiertenversammlung tagte, die wegen der Corona Restriktionen verschoben wurde. Anstelle einer Delegiertenversammlung, die aufgrund der Corona-Massnahmen nicht durchgeführt werden konnte, hat heute eine ausserordentliche Sitzung des Vorstands des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds die drängendsten Probleme der Arbeitnehmenden in der aktuellen Corona-Krise beraten. Der SGB-Vorstand stellt fest, dass es grundsätzlich zur Bewältigung der Konzequenzen der zweiten Welle die Wiedereinführung der Abfederungs- und Absicherungsmassnahmen braucht, dank derer im Frühling die Schweiz besser durch die Krise gekommen ist als andere Län-der. Daher hat sich der SGB für die Wiedereinführung von Kurzarbeit für befristete Anstellungen stark gemacht, die der Bundesrat jetzt auch beantragt. Erfreulich ist auch, dass der Härtefallfonds auf den 1. Dezember vorgezogen und mit 1 Mrd. statt 400 Mio. Franken höher dotiert wird. Die Verlängerung der Krisensituation erfordert ein entschiedeneres und schnelleres Handeln. Es gibt viele Arbeitnehmende, die im Jahr 2020 durch die Kurzarbeit einige Monate schmerzhafte Einkommensverluste erfahren mussten. Für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer käme das einer Abschaffung des 13. oder sogar 12. Jahresgehaltes gleich – und einem Abgleiten in finanzielle Notlage. Diese Entwicklung ist umso problematischer, als sie die einkommensschwächsten Ange-stellten überproportional trifft: Gemäss der Sotomo-Studie für die SRG haben Haushalte, die von weniger als 4’000 Franken pro Monat leben, bisher 19 Prozent ihres Einkommens verloren. Dies erfordert wirksame und schnelle Lösungen für alle: Der SGB fordert eine 100prozentige Lohndeckung der Arbeitslosenversicherung für GeringverdienerInnen im Falle von Kurzarbeit. Die Passivität des Bundesrates ist schlicht nicht mehr tragbar, weil damit immer mehr Betroffene in die Existenznot fallen. Die Lage spitzt sich zu: momentan sind gegen 3 Prozent der Beschäftigten (Vollzeitäquivalente) in Kurzarbeit und die Quote der Stellensuchenden ist seit Krisenbeginn um rund 1.5 Prozentpunkte gestiegen (von 4 auf knapp 5.5 Prozent). Um eine weitere Verschlechterung der Situation zu ver-hindern, muss der Zugang zur Kurzarbeit für befristete Verträge reaktiviert werden. Vor allem aber muss der Trend gebremst werden, dass die Zahl der Menschen, die das Ende ihrer Ansprüche erreichen steigt, was vor allem Arbeitnehmer am Ende ihrer beruflichen Laufbahn betrifft. Zu diesem Zweck müssen die Rechte auf Tagegelder und Rahmenfristen erweitert werden. Auch sollte die Inkraftsetzung der Überbrückungsleistung vorgezogen werden: das vorgesehene Datum 1. Juli 2021 ist zu spät und hat zur Folge, dass viele Arbeitslose keine genau auf diese Situation zugeschnittene Leistung erhalten werden. Und schliesslich braucht es zur Stützung der Kaufkraft eine rasche Ausschüttung der übermässigen Krankenkassen-Reserven. Um den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz zu garantieren und die 2. Welle in den Griff zu bekommen, müssen die Ansteckungsgefahren am Arbeitsplatz reduziert werden. Die zögerliche Haltung des Bundesrates und sein Verzicht auf echte Massnahmen sind nicht nachvollziehbar. Der SGB fordert, dass alle Unternehmen verpflichtet werden, Schutzpläne zu haben. Vor allem aber müssen Beratung und Kontrolle massiv verstärkt werden. Der Bund muss von seiner Weisungsbefugnis bezüglich der Anzahl der Inspektionen Gebrauch machen und dafür sorgen, dass die ausführenden Organe die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel mobilisieren.
Der Rückgang der Ansteckungszahlen sollte uns nicht über die Spannungen hinwegtäuschen, die in der Arbeitswelt immer noch herrschen. Wir müssen jetzt durch Einkommensgarantien und Sicherheit für Menschen, die arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind, die Grundlagen für einen sozialverträglichen Weg aus der Krise schaffen.
Auskünfte:
Daniel Lampart, SGB-Sekretariatsleiter, Benoît Gaillard, Co-Leiter Kommunikation SGB
SGB, Medienmitteilung, 25.11.2020.
SGB > Coronavirus. Gesundheitsschutz. SGB, 2020-11-25
20.11.2020 Schweiz
Schreinermeister-Verband
Unia Schweiz

GAV
Schreiner
Volltext
Schreinermeister schicken GAV bachab. Schreiner*innen sind bereit, zu kämpfen!. Im Frühsommer haben sich die Sozialpartner des Schreinereigewerbes auf einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) und neu ein Vorruhestandsmodell geeinigt. Jetzt brechen die Schreinermeister ihr Wort und lehnen das Paket ab. Damit provozieren sie, dass die Schreiner*innen stehen ab 2021 ohne GAV dastehen. Gemeinsam mit den Gewerkschaften Unia und Syna werden sie für ein würdevolles Leben im Alter kämpfen! Der aktuelle Gesamtarbeitsvertrag für das Schreinergewerbe ist noch bis Ende Jahr gültig; dann läuft er aus. Die Sozialpartner einigten sich deshalb bereits im Frühsommer, den Gesamtarbeitsvertrag zu erneuern und neu ein Vorruhestandsmodell (VRM) einzuführen. In der Folge haben die Schreiner*innen der Unia und der Syna Anfang Juli dem Paket zugestimmt. Nicht so die Arbeitgeber: Der Verband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten (VSSM) steht offensichtlich nicht zu seinem Wort und lehnt das Verhandlungsergebnis ab. Nun droht für 2021 ein vertragsloser Zustand. Schreinermeister verantworten vertragslosen Zustand. Der Entscheid der Schreinermeister stürzt die Branche in die Krise – die Folgen eines vertraglosen Zustands sind verheerend: Den Arbeitnehmenden droht bei einem vertragslosen Zustand Lohn- und Sozialdumping; und ohne gleich lange Spiesse steigt der bereits hohe Druck aus dem grenznahen Ausland auf die Unternehmen massiv. Mit seinem kurzsichtigen «Nein» zum Verhandlungspaket missachtet der VSSM aber auch den klaren Willen der Branche: Bereits 2018 sprachen sich in einer Umfrage der Sozialpartner Arbeitnehmende und Arbeitgeber grossmehrheitlich für das Vorruhestandsmodell aus. Eine nachhaltige Branchenpolitik zum Wohl aller Beteiligten sieht definitiv anders aus. Die Gewerkschaften Unia und Syna werden den Affront nicht tatenlos hinnehmen; die Schreiner*innen sind bereit, für ein würdevolles Leben im Alter zu kämpfen!
Für Rückfragen:
Kaspar Bütikofer, Mitglied Sektorleitung Gewerbe Unia
Giuseppe Reo, Dossierverantwortlicher Schreiner*innen Unia
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 20.11.2020.
Unia Schweiz > Schreinergewerbe. GAV. Unia Schweiz, 2020-11-20.
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19.11.2020 Schweiz
Fenaco
Löhne
Unia Schweiz

Fenaco
Lohnerhöhungen
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Die fenaco erhöht Lohnsumme um 1,0 Prozent. Die fenaco Genossenschaft erhöht ihre Gesamtlohnsumme für 2021 um 1,0 Prozent. Bei einer erwarteten Minusteuerung entspricht das einer deutlichen Reallohnerhöhung. Es profitieren insbesondere Mitarbeitende im unteren Lohnsegment. Der Vaterschaftsurlaub beträgt neu 15 Tage zum vollen Lohn. Ebenfalls gestartet wurde die Überprüfung der Lohngleichheit zwischen Frau und Mann Die fenaco Genossenschaft hat sich bei den diesjährigen Lohnverhandlungen mit ihren Sozialpartnern, den Gewerkschaften Syna und Unia, unter Mitwirkung der Personalkommission der fenaco, geeinigt. Die Gesamtlohnsumme wird 2021 um 1,0 Prozent angehoben. 0,3 Prozent fliessen in eine generelle Lohnerhöhung von CHF 50 für Mitarbeitende im unteren Lohnsegment. Davon profitiert rund ein Drittel aller Angestellten. Für individuelle Lohnerhöhungen werden 0,5 Prozent der Gesamtlohnsumme zur Verfügung gestellt. 0,2 Prozent stehen für strukturelle Anpassungen im Sinne von ausserordentlichen Lohnerhöhungen wie Beförderungen, Stellen- oder Funktionswechsel während des Jahres zur Verfügung. Die Regelung gilt für alle Mitarbeitenden, die dem GAV fenaco angeschlossen sind. Deutliche Reallohnerhöhung. Das Staatssekretariat für Wirtschaft rechnet sowohl für 2020 (-0,9 Prozent) als auch für 2021 (-0,1 Prozent) mit einer Minusteuerung. Die Erhöhung der Lohnsumme um 1,0 Prozent entspricht somit einer deutlichen Reallohnerhöhung. In den letzten zwei Jahrzehnten gab es bei der fenaco stets eine Lohnrunde, die über der Teuerung und dem nationalen Durchschnitt lag. Vaterschaftsurlaub von 15 Tagen. Neu gewährt die fenaco zudem einen Vaterschaftsurlaub von 15 Tagen zum vollen Lohn. Die fenaco geht damit 5 Tage über das gesetzliche Minimum hinaus und setzt ein Zeichen für familienfreundliche Anstellungsbedingungen. Unter Einbezug der Sozialpartner hat zudem die Überprüfung der Lohngleichheit zwischen Frau und Mann gestartet (sozialpartnerschaftliche Lohngleichheitsanalysen). In diesem Prozess werden die Löhne aller GAV-unterstellten Arbeitnehmenden überprüft. Die letzte Analyse, bei der keine Lohndiskriminierungen festgestellt wurden, geht auf das Jahr 2016 zurück.
Für Rückfragen:
Teresa Dos Santos Lima-Matteo, Branchenleiterin Lebens- und Genussmittelindustrie Unia
Berthold Büscher, Stv. Branchenleiter Lebens- und Genussmittelindustrie Unia,
Philipp Zimmermann, Mediensprecher Unia
Unia Schweiz, 19.11.2020.
Unia Schweiz > Fenaco. Lohnerhöhungen. Unia Schweiz, 2020-11-19.
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18.11.2020 Schweiz
Löhne
Regierung Schweiz
SGB

Coronavirus
Löhne
Volltext
Massnahmen des Bundesrats zur Corona-Krise. Positive Stossrichtung des Bundesrats – weitere Massnahmen zur Sicherung der Einkommen dringend nötig. Der SGB begrüsst, dass der Bundesrat Kurzarbeit wieder für befristet Angestellte zulassen und den Härtefallfonds aufstocken will. Die Lage vieler Berufstätiger in der Schweiz ist besorgniserregend. Die Arbeitslosigkeit steigt – insbesondere bei den älteren Arbeitnehmenden. In Krisenbranchen wie beispielsweise der Geschäftshotellerie oder der Maschinenindustrie ist es momentan nahezu aussichtslos, wieder eine Stelle zu finden. Wer in Kurzarbeit ist, hat nur 80 Prozent des Lohns. Vor allem Geringverdienerinnen und Geringverdiener haben immer mehr Mühe, mit dem Geld über die Runden zu kommen. In zahlreichen Fällen haben sie deutlich weniger als 3’000 Franken pro Monat. Davon können sie nicht leben. Um diese Probleme zu lösen, braucht es zusätzliche Massnahmen. Der SGB fordert, dass Geringverdienerinnen und Geringverdiener in Kurzarbeit den vollen Lohnersatz erhalten. Zur Verhinderung von Aussteuerungen müssen die Massnahmen aus der ersten Welle wieder eingeführt werden. Indem damals die ALV-Taggelder und Rahmenfristen verlängert wurden, entgingen Tausende von Arbeitslosen der Aussteuerung. Zudem muss die Überbrückungsleistung für ausgesteuerte ältere Arbeitslose so rasch als möglich in Kraft gesetzt werden. Sie wird so dringend benötigt wie noch nie.
Auskünfte:
Daniel Lampart, SGB-Sekretariatsleiter
Urban Hodel, Co-Leiter Kommunikation SGB
SGB, Medienmitteilung, 18.11.2020
SGB >> Löhne. Bundesrat. SGB, 2020-11118.
Ganzer Text
16.11.2020 Schweiz
Schreinermeister-Verband
Unia Schweiz

Rentenalter
Schreiner
Vollgeld-Initiative
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Vorruhestandsmodell der Schreiner*innen in Gefahr. Schreinermeister spielen mit dem Feuer Im Frühsommer haben sich die Sozialpartner des Schreinereigewerbes auf einen Gesamtarbeitsvertrag mit neu einem Vorruhestandsmodell geeinigt. Während die Mitglieder der Unia dem neuen Vertrag schnell zugestimmt haben, zögern die Schreinermeister mit ihrem «Ja». Sollten die Patrons den Vertrag morgen ablehnen, droht ein für die Branche verheerender vertragsloser Zustand. Nach langen und harten Diskussionen erzielten die Sozialpartner im Frühsommer einen Durchbruch: Die Verhandlungsdelegationen der Unia und des Schreinermeisterverbandes (VSSM) einigten sich auf ein Paket. Dieses besteht aus einem neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) und der Einführung des Vorruhestandsmodell (VRM) für das Schreinergewerbe. Das neue Frührentenmodell sieht vor, dass ältere Mitarbeitende entweder fünf Jahre vor der ordentlichen Pensionierung das Pensum reduzieren können oder aber zwei Jahre früher in Rente gehen. Sie erhalten eine Überbrückungsrente von 60 Prozent. Die Frührente für Schreiner*innen ist für die Angestellten wichtig und eine Errungenschaft der Branche: Es hilft einerseits, auch ältere Mitarbeitende länger in der Branche zu halten und ermöglicht diesen anderseits, gesund und in Würde in den Ruhestand zu treten. Schreinermeister müssen dem Bekenntnis Taten folgen lassen. Nachdem die Schreiner*innen an der Berufskonferenz der Unia bereits Anfang Juli das Paket angenommen hatte, steht jetzt die Zustimmung des Verbands Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten (VSSM) aus. Diese fällen ihren Entscheid morgen, am 17. November 2020. Nun deutet alles darauf hin, als würde der VSSM einen Rückzieher machen und einem Entscheid über das Paket aus dem Weg gehen oder ablehnen. Die Unia ruft dem VSSM nochmals in Erinnerung, dass der aktuelle GAV 2018-2020 befristet ist und Ende Jahr unwiderruflich ausläuft. Ohne ein bedingungsloses «Ja» zum Paket, bestehend aus neuem GAV und VRM tritt Anfang 2021 unweigerlich der vertragslose Zustand ein. Die Unia ruft die Delegierten des Schreinermeisterverbandes auf, einen vertragslosen Zustand abzuwenden und sich zum gemeinsam verhandelten Ergebnis zu bekennen. Die Schreiner*innen sind bereit, für eine gesundes und würdevolles Leben im Alter zu kämpfen!
Für Rückfragen:
Kaspar Bütikofer, Mitglied Sektorleitung Gewerb
Giuseppe Reo, Dossierverantwortlicher Schreiner*innen
Leena Schmitter, Mediensprecherin Unia
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 16.11.2020.
Unia Schweiz > Schreinergewerbe. Rentenalter. Unia Schweiz, 2020-11-16.
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17.11.2020 Kuba
Geschichte
Granma
Personen
Eusebio Leal
Gedenkfeier
Vollgeld-Initiative
Havanna gedenkt Eusebio Leal
Der Präsident der Republik, Miguel Díaz-Canel, nahm gestern an der Gala zum 501. Jahrestag der Villa de San Cristóbal del La Habana teil, die im Martí-Theater stattfand und bei der die Regierung der Hauptstadt und das Büro des Stadthistorikers Eusebio Leal von Herzen würdigten
Laut dem Twitter-Bericht der Präsidentschaft prägten Schöpfungen des Pianisten und Komponisten José María Vitier, begleitet von der hervorragenden Interpretationskraft von Niurka González auf der Flöte, des Geigers Javier Cantillo und der Sopranistin Bárbara Llanes den Abend. Anschliessend wurde der Dokumentarfilm Leal insuperablemente fiel (Leal: unübertrefflich treu) von Omelio Borroto präsentiert, der das Zeugnis enger Mitarbeiter und Eusebios selbst einfän.
Granma, 17.11.2020.
Granma > Geschichte. Gedenkfeier. Granma, 2020-11-17
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