Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 30

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12.03.1998 Schweiz
Oeffentlicher Dienst, Der
Personen
Stefan Giger
Gütertransport
Schwerverkehrsabgabe
Volltext
Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe. LSVA – ein Kernstück der schweizerischen Verkehrspolitik. Das Referendum gegen die leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) ist offenbar zustandegekommen. Gründe für die LSVA gibt es viele. Als Gewerkschaft im öffentlichen Nahverkehr ist der VPOD aber auch konkret von dieser Frage betroffen. Vor nunmehr mehr als fünf Jahren hat das Schweizer Volk die Mitwirkung im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) knapp abgelehnt und sich damit für den Weg entschieden, der von den EWR-Gegnern i propagiert wurde: Die Schweiz bleibt ausserhalb des EWR und schliesst stattdessen direkte Abkommen mit der Europäischen Union. Dass diese Abkommen für die wirtschaftliche Zukunft der Schweiz zentral sind (nicht aber für die EU), ist eindeutig, denn die EU ist für uns der mit riesigem Abstand wichtigste Handelspartner, und zwar bezüglich Importen wie Exporten. Wenn die Schweiz als Aussenseiterin Zugang zu Europa will, muss auch sie den Zugang zur Schweiz ermöglichen. Schottet sich die Schweiz vollends ab, sind zehntausende von Arbeitsplätzen der Exportindustrie und viele weitere direkt bedroht. Zugang zur Schweiz bedeutet im Verkehrsbereich unter anderem auch Zugang zu den Schweizer Alpenübergängen, und zwar auch für die europäischen 40- Tonnen-Lastwagen. Für die Schweiz kommt der unkontrollierte, allgemeine Zugang der 40-Tönner nicht in Frage, aus Kostengründen (teure Strasseninfrastruktur, Brücken usw.), aber auch (…). Stefan Giger.
Der öffentliche Dienst, 12.3.1998.
Personen > Giger Stefan. LSVA. Referendum. OeD, 1998-03-12.
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15.12.1995 Schweiz
Frauen
Oeffentlicher Dienst, Der
Personen
VPOD Schweiz
Bettina Kurz
Maria Roth-Bernasconi
Mutterschaftsversicherung
Volltext
Mutterschaftsversicherung - wie weiter? Stellungnahme der VPOD-Frauenkommission. Die Frauenkommission des VPOD hat von der Ideenskizze bezüglich Mutterschaftsversicherung der Frauen der Regierungsparteien Kenntnis genommen und darüber in der Sitzung vom 23. November diskutiert. Sie findet es gut, wenn auf allen Ebenen Lösungen gesucht werden, damit das 50jährige Versprechen endlich eingelöst werden kann. Die Gewerkschafterinnen möchten in der weiteren Diskussion miteinbezogen werden, weshalb die Frauenkommission des VPOD auch zu den vorgeschlagenen Ideen Stellung genommen hat. Die Ideenskizze. Der Vorschlag der Regierungsparteienfrauen sieht eine Lösung sowohl für erwerbstätige wie für nichterwerbstätige Mütter vor. Die erwerbstätigen Frauen sollen ein Recht auf einen hundertprozentigen Lohnersatz während 16 Wochen haben, wobei ein Plafond bei einem Einkommen von ungefähr 70‘000 Franken pro Jahr (= maximales rentenbildendes AHV-Einkommen) festgesetzt ist. Die nichterwerbstätigen Mütter sollen während 4 Monaten eine Mutterschaftsleistung in der Höhe der AHV-Minimalrente (= ungefähr 970 Franken) erhalten, mit dem gleichen Plafond wie die Erwerbstätigen, jedoch mit einem eventuellen Zuschlag für mehrere Kinder. Die Finanzierung dieser Mutterschaftsversicherung soll, so der Vorschlag, über die Mehrwertsteuer erfolgen. Priorität Lohnersatzversicherung. (…).
Bettina Kurz, Maria Roth-Bernasconi.
Der öffentliche Dienst, 15.12.1995.
Personen > Kurz Bettina. Mutterschaftsversicherung. OeD, 1995-12-15.
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04.10.1995 Schweiz
Oeffentlicher Dienst, Der
SGB

Einigungsämter
Volltext
Arbeitsstreitigkeiten. Wenig Einigungsverfahren. Den kantonalen Einigungsämtern wurden 1984 insgesamt 22 Kollektivstreitigkeiten unterbreitet; im Vorjahr war die Zahl etwa doppelt so hoch, wie das BIGA berichtet. Dabei sind 19 Vermittlungsverfahren, wovon 16 auf Antrag der Arbeitnehmer, und 3 Schiedsverfahren durchgeführt worden. Die häufigsten Streitgegenstände waren der Lohn (in 11 Fällen) sowie der Abschluss eines Gesamtarbeitsvertrages (9). In 16 Kollektivstreitigkeiten kam eine Einigung zustande. In drei Fällen lehnten die Arbeitgeber den amtlichen Vermittlungsvorschlag ab sowie in einem Fall die Durchführung des Vermittlungsverfahrens. In zwei Fällen erklärte sich das Einigungsamt als nicht zuständig. An den Kollektivstreitigkeiten waren 396 Betriebe und 5470 Arbeitnehmer beteiligt. Die Eidgenössische EinigungssteIle kam im graphischen Gewerbe zum Einsatz. Die Streitigkeit zwischen Gewerkschaft und Arbeitgeberverband betraf den Abschluss eines neuen Gesamtarbeitsvertrages und eines Teuerungsausgleichsabkommens. Der Konflikt konnte beigelegt werden.
SGB.
Der öffentliche Dienst, 4.10.1985.
SGB > Einigungsaemter. OeD, 1985-10-04.
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02.11.1990 Schweiz
Oeffentlicher Dienst, Der
Personen
VPOD Schweiz
Bettina Kurz
Arbeit
Frauen
Volltext
Verbandskonferenz Frauen des VPOD: Arbeit ist mehr als Lohnarbeit. „Aufhebung der Arbeitsteilung zwischen Frau und Mann: Die positivste aller Massnahmen.“ Der Titel der Verbandskonferenz Frauen des VPOD tönt vielversprechend. Was erwartet die Teilnehmerinnen am 30. November und 1. Dezember in Bern? Cristina Karrer hat sich mit der Frauenbeauftragten des VPOD, Bettina Kurz, über Hintergründe, Inhalt und Ziele der sechsten Verbandskonferenz Frauen unterhalten. „Aufhebung der Arbeitsteilung zwischen Frau und Mann“. Kannst Du die Überlegungen skizzieren, die zu diesem Titel führten? Bettina Kurz: An der letzten Verbandskonferenz Frauen vor drei Jahren haben wir zum Thema „Frauen in der Gesellschaft - Frauen in der Gewerkschaft“ Forderungen u.a. für die Bereiche Frauenförderung. Gleicher Lohn und Sexuelle Belästigung diskutiert und verabschiedet. Das sind nach wie vor wichtige Themen, wir setzen uns damit bis heute auseinander. Nur: Bei der Umsetzung dieser Forderungen klemmt es beträchtlich. Wir haben festgestellt, dass wir immer an dieselbe Grenze, die Arbeitsteilung, stossen. Deshalb haben wir beschlossen, den Blickwinkel zu ändern. Einmal nicht die Lohnarbeit ins Zentrum der Überlegungen zu stellen, sondern die Strukturen der gesamtgesellschaftlichen Arbeitsteilung. Wollen wir auf dem Gebiet der Lohnarbeit für Frauen etwas ändern, müssen wir zuerst das anschauen, was Arbeit für Frauen alles bedeutet. Stichwort „unsichtbare Arbeit“. Es geht um die Betreuungsarbeit, die (…).
Der öffentliche Dienst, 2.11.1990.
Öffentlicher Dienst, Der > Verbandskonferenz Frauen. Arbeit. OeD, 1990-11-02.
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21.09.1990 Schweiz
Frauen
GDP
Oeffentlicher Dienst, Der
Personen
Verena Schmid
GDP
Lohngleichheit
Volltext
Lohngleichheit: GDP-Frauen wollen keine Kompromisse mehr eingehen. GDP-Kuhhandel soll verhindert werden. 22 Gewerkschafterinnen haben durch eine richterliche Verfügung einstweilen verhindert, dass ihre Gewerkschaft Druck und Papier (GDP) in der Buchbinderbranche einen Gesamtarbeitsvertrag (GA V) unterzeichnet, der für Frauen tiefere Löhne festschreibt. Über die Klage entscheiden wird voraussichtlich noch dieses Jahr der Appellationshof des Obergerichtes in Bern. Trotz Unterzeichnungsverbot versucht die GDP unterdessen den GAV auf Schleichwegen doch noch in Kraft zu setzen. Über den Stand der Dinge und das weitere Vorgehen informierten die Gewerkschafterinnen in Zürich. Auf juristischer Ebene waren die 22 Gewerkschafterinnen bisher erfolgreich: Auf ihr Ersuchen hin verfügte das Richteramt III in Bern, dass es der GDP verböten sei, den mit dem Verein der Buchbindereien der Schweiz (VBS) und der Schweizerischen Graphischen Gewerkschaft (SGG) ausgehandelten GAV zu unterzeichnen. Dieser sieht für ungelernte Männer einen Mindestlohn von 2‘684 Franken, für Frauen hingegen einen von nur 2‘200 Franken vor. Der Vertrag widerspricht damit klar der in der Bundesverfassung festgeschriebenen Lohngleichheit, wie das Richteramt Bern in seiner Verfügung gegen die Unterzeichnung unmissverständlich festhält. Der von den GDP-Frauen gegen die eigene Gewerkschaft angestrengte Hauptprozess verspricht ebenfalls mit einer Gutheissung der Klage zu enden, wie die Rechtsanwältin Elisabeth (…). Verena Schmid.
Der öffentliche Dienst, 21.9.1990.
GDP > Lohngleichheit. GAV. OeD, 1990-09-21.
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02.02.1990 Schweiz
Arbeitsgesetz
Oeffentlicher Dienst, Der
Personen
Ewald Ackermann
Arbeitsgesetz
Revision
Volltext
Frauenorganisationen wehren sich gegen den Entwurf des Arbeitsgesetzes. In der Nacht macht frau keine Karriere. Die Opposition gegen den Entwurf zur Revision des Arbeitsgesetzes wächst. Nach den Gewerkschaften haben nun auch massgebende Organisationen, die ein weites Spektrum der frauenpolitischen Landschaft abdecken, vehement gegen den Revisionsentwurf Stellung bezogen. Wen wundert's - wird doch in diesem Entwurf unter dem Deckmantel der Gleichstellung genau diese demontiert. „Da wird die Gleichstellung pervertiert“, sagte Marie-Therese Sautebin vom Komitee „14. Juni: für eine wirkliche Gleichstellung“. – „Es geht den Arbeitgebern nur darum, aus der Tatsache, dass Frauen tiefe Saläre haben, weniger mobil sind und weniger qualifiziert werden, noch mehr Profit zu schlagen“, meinte Marianne Ebel vom Komitee „Arbeit und Gesundheit“. – „Wir haben genug davon, nur als Sonderfälle und als Anhängsel des Mannes behandelt zu werden“, äusserte sich Sabine Steiger-Sackmann vom Schweizerischen katholischen Frauenbund. – „Wo Bestimmungen gegen sexuelle Belästigungen stehen sollten, gähnt nur ein Loch“, stellte Guite Theurillat-Aubry von der jurassischen Vereinigung der christlichen Gewerkschaften fest. An der Pressekonferenz der „Frauen für Gleichstellung im Arbeitsgesetz“ fielen deutliche und harte Worte. Verschiedene gewichtige Frauenorganisationen haben sich zu diesem Komitee zusammengefunden, um gegen den Vernehmlassungsentwurf zum neuen (…). Ewald Ackermann.
Der öffentliche Dienst, 2.2.1990.
Personen > Ackermann Ewald. Arbeitsgesetz. Revision. Frauen. OeD, 1990-02-02.
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16.12.1988 Schweiz
Frauen
Gewerkschaftsbund ZH Kanton
Oeffentlicher Dienst, Der

Frauenförderung
Gewerkschaftsbund ZH Kanton
Volltext
Zürich: Die erste Frauenkonferenz des kantonalen Gewerkschaftsbundes ging über die Bühne. Mehr Platz für die Frauen im Beruf und in den Gewerkschaften. An der ersten Frauenkonferenz des Gewerkschaftsbundes des Kantons Zürich GBKZ (64‘000 Mitglieder, 10 Prozent davon Frauen) diskutierten 80 Delegierte engagiert, wie der Gleichheitsartikel in der Bundesverfassung endlich in der Realität durchgesetzt werden kann. In acht Arbeitsgruppen wurden weitere Frauenthemen erörtert. Am Schluss wurde eine 13köpfige Frauenkommission gewählt, die nun versuchen will, aufgrund dieser Diskussionen eine Frauenarbeit innerhalb der GBKZ aufzubauen. Ziel dieser Konferenz war es, über den Frauenkongress des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) zu informieren, der im März 1989 stattfinden wird und an dem hauptsächlich über Frauenförderung in Betrieb und Gewerkschaften sowie über die Nachtarbeit diskutiert wird. Ausserdem sollte eine Frauenkommission gewählt werden, die eine Arbeit auf frauenspezifischen Fragen aufnimmt und diese in die verschiedenen Gewerkschaften einzubringen versucht. Die Geduld der Frauen ist erschöpft. Rita Gassmann, Vizepräsidentin der Frauenkommission des SGB, erklärte in ihrer Begrüssung, dass die Geduld der Frauen in Sachen Gleichstellung jetzt erschöpft sei und dass endlich Taten folgen müssten. Dabei sei es unumgänglich, dass den Männern Macht weggenommen werden müsse. Das gleiche gelte auch innerhalb der Gewerkschaften. Hier müssten die Kollegen Macht abgeben: „Es braucht in den Gewerkschaften eine gezielte Personalpolitik (…).
Der öffentliche Dienst, 16.12.1988.
Oeffentlicher Dienst, Der > GBKZ. Frauenfoerderung. GBKZ, 1988-12-16.
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16.12.1988 Schweiz
Gewerkschaftsbund ZH Kanton
Oeffentlicher Dienst, Der

Frauenförderung
Gewerkschaftsbund ZH Kanton
Tagung
Volltext
Zürich: Die erste Frauenkonferenz des kantonalen Gewerkschaftsbundes ging über die Bühne. Mehr Platz für die Frauen im Beruf und in den Gewerkschaften. An der ersten Frauenkonferenz des Gewerkschaftsbundes des Kantons Zürich GBKZ (64‘000 Mitglieder, 10 Prozent davon Frauen) diskutierten 80 Delegierte engagiert, wie der Gleichheitsartikel in der Bundesverfassung endlich in der Realität durchgesetzt werden kann. In acht Arbeitsgruppen wurden weitere Frauenthemen erörtert. Am Schluss wurde eine 13köpfige Frauenkommission gewählt, die nun versuchen will, aufgrund dieser Diskussionen eine Frauenarbeit innerhalb der GBKZ aufzubauen. Ziel dieser Konferenz war es, über den Frauenkongress des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) zu informieren, der im März 1989 stattfinden wird und an dem hauptsächlich über Frauenförderung in Betrieb und Gewerkschaften sowie über die Nachtarbeit diskutiert wird. Ausserdem sollte eine Frauenkommission gewählt werden, die eine Arbeit auf frauenspezifischen Fragen aufnimmt und diese in die verschiedenen Gewerkschaften einzubringen versucht. Die Geduld der Frauen ist erschöpft. Rita Gassmann, Vizepräsidentin der Frauenkommission des SGB, erklärte in ihrer Begrüssung, dass die Geduld der Frauen in Sachen Gleichstellung jetzt erschöpft sei und dass endlich Taten folgen müssten. Dabei sei es unumgänglich, dass den Männern Macht weggenommen werden müsse. Das gleiche gelte auch innerhalb der Gewerkschaften. Hier müssten die Kollegen Macht abgeben: „Es braucht in den Gewerkschaften eine gezielte Personalpolitik zugunsten (…).
Der öffentliche Dienst, 16.12.1988.
Oeffentlicher Dienst, Der > GBKZ. Frauenfoerderung. GBKZ, 1988-12-16.
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28.10.1988 Schweiz
Arbeitszeit
Oeffentlicher Dienst, Der
Personen
Kurt Kipfer
Arbeitszeitverkürzung
Gesundheitsschutz
Volltext
Dem Menschen unserer Zeit eine Chance: Die 40-Stunden-Woche. Die Leistungsschraube nicht weiterdrehen. Für die Erwerbstätigen und ihre Angehörigen ist Arbeit nach wie vor bestimmendes Lebenselement. Die Art der geleisteten Arbeit, die Arbeitszeit, die Belastung durch die erbrachte Leistung bestimmen die menschliche Existenz; sie bestimmen die persönlichen Entfaltungs- und Entwicklungschancen ; sie entscheiden einschneidend über Gesundheit und Krankheit, über Leistungs- und Genussfähigkeit und Leistungseinbusse; sie stellen Weichen, sie spielen Schicksal - vom einzelnen Menschen kaum zu beeinflussen, ausserhalb des Entscheidungsspielraums des Erwerbstätigen. Übermässige Arbeitsbelastung gefährdet die Gesundheit. Das Arbeitstempo steigt. Die Fremdbestimmung ist nahezu total. Arbeit wird hektischer und fiebriger, konzentrierter und intensiver; Arbeitsabläufe wandeln sich, werden aufgesplittert. unübersichtlich, schwer zu verstehen, Unsicherheiten, Überbelastung und Unterforderung, Arbeits- und Arbeitsplatzwechsel, Wirbel von Einsatzzeiten mit Arbeitsverpflichtungen zur Unzeit werden mit beruflich verursachten oder mitbedingten Gesundheitsschäden erkauft. Und was ist das Leben, was ein Lebensabend wert, wenn vorzeitig chronisches Siechtum, Unfall- und Krankheitsfolgen, Teilinvalidität, ständige ärztliche Behandlung dominieren? Arbeit kann längst nicht mehr hauptsächlicher Lebensinhalt sein. Dafür sind viele Arbeitsaufgaben zu monoton, allzu einseitig, zu strapaziös, den menschlichen Leistungsvoraussetzungen oft widersprechend. Der moderne (…). Kurt Kipter. 
Der öffentliche Dienst, 28.10.1988.
Personen > Kipfer Kurt. Gesundheitsschutz. Arbeitszeitverkürzung. OeD, 1988-10-28.
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28.10.1988 Schweiz
Frauen
Oeffentlicher Dienst, Der

Berufsbildung
Frauen
Volltext
Immer mehr Frauen lernen einen Beruf. Lehrlingszahlen sinken. 1987 begannen 75‘000 Jugendliche, 40‘000 männlichen und 35‘000 weiblichen Geschlechts, eine zwei- bis vierjährige Berufsausbildung. Laut Bundesamt für Statistik (BfS) sind dies 3‘000 weniger als 1984, als die Eintritte den Höchststand erreichten. Die Lehrlinge werden weniger, weil die Zahl der Schulabgänger immer kleiner wird. Der Rückgang in der Berufsbildung trat jedoch später ein und fiel bis jetzt geringer aus als erwartet. Der Grund: Mehr Jugendliche eines Jahrgangs denn je erlernen einen Beruf. „Reserven“ fanden sich vor allem unter den jungen Frauen. Sie verkleinerten im Vergleich zu den Kollegen die „Lücke“ in der Berufsbildung: Nach Schätzungen des BFS verfügen heute 66 Prozent der 20jährigen Frauen über einen Berufsabschluss und 78 Prozent der gleichaltrigen Männer (vor zehn Jahren betrugen die Anteile noch 47 Prozent bzw. 71 Prozent). Die grössere Beteiligung ging nicht zu Lasten anderer Ausbildungen: denn in der gleichen Zeitspanne stieg der Anteil jener, die ein Maturitätszeugnis oder ein Patent für Lehrkräfte erhielten; bei Männern und Frauen beträgt er gegenwärtig 15 Prozent. Berufswahl: Immer noch geschlechtsspezifisch Die Schulabgängerzahlen werden weiter sinken. Einzelne Branchen sorgen sich um den Nachwuchs an Berufsleuten. Schon wird um Lehrlinge gezielt geworben. Der Lehrstellenmarkt entspannt sich zusehends. Ändert sich mithin die Berufswahl der Jugendlichen? Auf den ersten Blick (noch) nicht Der Grossteil der Schulabgänger erlernt, wie seit Jahren, einen Beruf aus den wenigen, zahlenmässig bedeutenden (…).
Der öffentliche Dienst, 28.10.1988.
Oeffentlicher Dienst, Der > Berufsbildung. Frauen. OeD, 1988-10-28.
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10.09.1988 Schweiz
Arbeitslosigkeit
Oeffentlicher Dienst, Der

Alkoholismus
Arbeitslosigkeit
Volltext
Der Griff zur Flasche und zu Tabletten soll Probleme verdrängen. Arbeitslosigkeit fördert Alkoholismus. Wer arbeitslos wird und über längere Zeit keine Stelle findet, versucht häufig, seine Sorgen mit Alkohol zu ertränken. Es ist augenfällig, dass ausserordentlich oft Alkoholprobleme mit Arbeitslosigkeit gekoppelt sind. Seit etwa 1974 ist ein starker Zuwachs von Arbeitslosen mit Alkoholproblemen zu verzeichnen. Und doch war das Interesse der Alkoholismusforschung an diesem Problemkreis bis jetzt klein. Häufig wird noch immer an der seit Jahren vertretenen Auffassung festgehalten, dass die bei Alkoholikern oftmals feststellbare Arbeitslosigkeit ausschliesslich Folge ihrer Alkoholprobleme sei. Die Frage nach der Bedeutung der Arbeitslosigkeit als Ursache oder mitverursachendem Faktor für Alkoholismus wird dabei oft zur Seite geschoben. Diese Feststellung macht Professor Dieter Henkel von der Fachhochschule Frankfurt in einem Bericht in der Fachzeitschrift „Drogalkohol“ der Schweizerischen Fachstelle für Alkoholprobleme SFA, Lausanne. Mit eigenen Forschungsarbeiten hat Professor Henkel versucht, Lücken zu schliessen. Im Zentrum der Untersuchungen stand die Frage, ob sich bestehende Alkoholprobleme während der Arbeitslosigkeit verändern und ob sich diese Veränderungen in der Form und im Schweregrad des Alkoholismus nachweisen sowie auf Effekte der Arbeitslosigkeit (materielle Belastungen, psychosoziale Probleme) zurückführen lassen. Arbeitslose deutlich anfälliger. (…).
OeD, 10.9.1988.
Oeffentlicher Dienst, Der > Alkoholismus. Arbeitslosigkeit. OeD, 1988-09-10.
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19.08.1988 Zürich
Oeffentlicher Dienst, Der
Personen
August Bebel
Todesfall
Volltext
Bestattung in Zürich. August Bebel wünschte in seinem Testament, auf dem Zürcher Zentralfriedhof Sihlfeld bestattet zu werden. Obwohl sie die Nachricht von seinem Tod meist erst kurz zuvor erfahren hatten, warteten am 14. August 1913, einem Donnerstag, viele Menschen vor dem Zürcher· Hauptbahnhof. Sie geleiteten den Leichenwagen zum Volkshaus, wo der Verstorbene bis zur Bestattung aufgebahrt wurde. Bald häuften sich die Kränze zu einer nie gesehenen Fülle, und während zweieinhalb Tagen zogen rund 50‘000 Personen an der Bahre vorbei. Am Sonntag formierte sich vor dem Haus von Bebels Tochter an der Schönberggasse, gleich neben der Universität, um 14 Uhr der wohl grösste Leichenzug, den Zürich bisher gesehen hatte. 10‘000 bis 15‘000 Personen zogen Richtung Sihlfeld, zuvorderst die Stadtmusik „Konkordia“ und die Kranzträgerinnen und Kranzträger, dahinter der Leichenwagen und eine lange Reihe von Wagen mit Angehörigen und persönlichen Freunden, als nächste zu Fuss Vertreter der Sozialistischen Internationale und des deutschen Reichtstages, der Vorstand der . SPD, die Generalkommission der deutschen Gewerkschaften, die SPD-Reichstagsfraktion, Delegationen aus andern Ländern, schweizerische Politiker, Funktionäre und Parlamentarier der SPS, Vertreter des Stadtrates sowie einige auswärtige Delegationen und am Schluss sozialdemokratische Vereine und die langen Reihen der Gewerkschaften mit ihren Fahnen. Der Vorbeimarsch des Trauerzuges dauerte 43 Minuten, während denen die Glocken der St. Jakobskirche ununterbrochen läuteten. (…).
Der öffentliche Dienst, 19.8.1988.
Personen > Bebel August. Bestattung. OeD, 1988-08-19.
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06.05.1988 Afrika
Asien
Frauenarbeit
Kinderarbeit
Oeffentlicher Dienst, Der
Personen
Rita Gassmann
Frauenarbeit
Kinderarbeit
Volltext
IBFG-Frauenseminar: Frauen aller Länder diskutierten Probleme der Gewerkschafterinnen. innerhalb der Organisation. Gleichberechtigung auch in der Gewerkschaft. Über 70 Gewerkschafterinnen aus 40 Ländern trafen sich im März 1988 in Albury-Wodonga zu einem Seminar vor Beginn des Weltkongresses des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften (IBFG) in Melbourne (Australien). Frauen aus Afrika, Asien, aus dem pazifischen Raum, aus Lateinamerika, der Karibik, aus Nordamerika, Australien und aus Europa diskutierten drei Tage lang Probleme der erwerbstätigen Frauen sowie die Probleme der Gewerkschafterinnen innerhalb der Gewerkschaftsorganisationen. Farbenfroh waren nicht nur die Teilnehmerinnen, farbig waren auch ihre Voten. Schilderungen über die Stellung der Frauen in den verschiedenen Ländern, über die Situation, in der Frauen und deren Kinde leben oder leben müssen, hinterliessen grosse und zum Teil erschütternde Eindrücke. Unwürdige Arbeitsbedingungen für Frauen – Kinderarbeit. Von unwürdigen Arbeitsbedingungen und miserabler Entlöhnung berichteten die Teilnehmerinnen vor allem aus Entwicklungsländern. So erzählte eine indische Kollegin, dass die Landarbeiterinnen im Monat 250 Rupien verdienen, das sind ungefähr 30 Dollar, also etwas mehr als 40 Franken im Monat. Tabakpflückerinnen erhalten im Monat 10 Dollar „Lohn“, und sie erzählte, dass etwa 20 Millionen Kinder arbeiten. Eine unter arbeitenden Kindern in Indien durchgeführte Untersuchung habe ergeben, dass 24,7 Prozent der Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren, 48,4 (…). Rita Gassmann.
Der öffentliche Dienst, 6.5.1988.
Personen > Gassmann Rita. Frauenarbeit. Kongress. OeD, 1988-05-06.
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20.11.1987 Schweiz
Arbeit
Oeffentlicher Dienst, Der
Bernhard Degen
Arbeit
Volltext
Die Arbeiter in der Schweiz im 19. Jahrhundert. Unentbehrliches Nachschlagewerk. Vor bald 20 Jahren veröffentlichte Erich Gruner sein umfangreiches Werk über „Die Arbeiter in der Schweiz im 19. Jahrhundert“, in dem er eine Fülle von Informationen zu sozialer Lage und Organisation der schweizerischen Arbeiterschaft vereinigte. Wer allerdings Genaueres über die Zeit nach 1880 - z.B. über die Anfänge der stabilen lokalen und nationalen Gewerkschaften oder der Sozialdemokratischen Partei - wissen will, ist noch immer auf umfangreiche Quellenstudien angewiesen. Dem soll nun abgeholfen werden: Zusammen mit mehreren Doktoranden hat Gruner das dreibändige Werk „Arbeiterschaft und Wirtschaft in der Schweiz 1880-1914“ verfasst. Der erste Band behandelt demographische, wirtschaftliche und soziale Basis und Arbeitsbedingungen, der zweite Gewerkschaften und Arbeitgeber auf dem Arbeitsmarkt - d.h. Streiks usw. - und der dritte Entstehung und frühe Entwicklung der Sozialdemokratie. Im Zürcher Chronos-Verlag ist nun der erste Band erschienen, für den Erich Gruner und Hans-Rudolf Wiedmer zeichnen. Er bietet aufgrund der Volkszählungen zunächst einen Einblick in Bevölkerungsbewegungen. Verstädterung und Wirtschaftsansiedlung. So erfährt man etwa, dass die Schweiz noch in den 1880er Jahren ein Auswanderungsland war, oder dass der Anteil der Frauenarbeit in der Industrie zwischen 1888 und 1910 von 38 auf 33 Prozent zurückging, dass aber in Appenzell-Innerrhoden, (…). Bernhard Degen.
Der öffentliche Dienst, 20.11.1987.
Personen > Degen Bernhard. Arbeit. Nachschlagewerk. OeD, 1987-11-20.
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13.06.1986 Schweiz
Nationalrat
Oeffentlicher Dienst, Der
Personen
Streik
Walter Renschler
Nationalrat
Streikrecht
Volltext
Argumente von Kollege Walter Renschler im Nationalrat für das Streikrecht. Streiken ist zulässig. Es trifft zu, dass das Streikrecht nicht ausdrücklich in der Verfassung verankert ist. Deshalb ist dieses Anliegen auch Gegenstand der parlamentarischen Initiative. Das Streikrecht kann aber vom Artikel 56 BV abgeleitet werden. Er garantiert die Vereinsfreiheit, die auch die Koalitionsfreiheit miteinschliesst, Zur Koalitionsfreiheit gehört ebenfalls das Recht auf Durchführung von Kollektivmassnahmen. Unter Kollektivmassnahmen zur Verteidigung der Arbeitnehmer-Interessen fällt auch das Streikrecht. Dass das Streikrecht gewährleistet ist, lässt sich auch aus den folgenden drei gesetzlichen Bestimmungen ableiten: Nach OR Artikel 357a, Absatz 2, sind Vertragsparteien verpflichtet, den Arbeitsfrieden zu wahren und sich jeder Kampfmassnahme zu enthalten, soweit es sich um Gegenstände handelt, die im Gesamtarbeitsvertrag geregelt sind. Daraus ist abzuleiten, dass Kampfrnassnahmen inklusive Streik zulässig sind, bei Gegenständen ausserhalb eines GA V, oder wenn kein GAV besteht. Das Bundesgesetz über die eidg. Einigungsstelle zur Beilegung von kollektiven Arbeitsstreitigkeiten verpflichtet in Artikel 6 Arbeitgeber/Arbeitnehmer und ihre Verbände, während des Einigungs- oder Schiedsverfahrens den Arbeitsfrieden zu wahren und sich jeder Kampfmassnahme zu enthalten. Aus dieser Verpflichtung ist ebenfalls der Schluss zu ziehen, dass ein Recht auf Kampfrnassnahmen besteht, sonst müsste es für Einigungs- und Schiedsverfahren nicht wegbedungen werden. Artikel 23 des Beamtengesetzes auferlegt den Bundesbeamten (Art. 62 auch (…).
Der öffentliche Dienst, 13.6.1986.
Personen > Renschler Walter. Streikrecht. Nationalrat. OeD, 1986-06-13.
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01.11.1985 Schweiz
Oeffentlicher Dienst, Der
PTT-Vereinigung

Jubiläum
Volltext
50 Jahre PTT-Vereinigung. Die PTT -Vereinigung, der fünf gewerkschaftliche Organisationen des PTT-Personals mit insgesamt rund 44‘000 Mitgliedern angehören, hat kürzlich in Bern ihr 50jähriges Bestehen gefeiert. Drei dieser Organisationen - die PTT-Union, der Verband Schweizerischer Postbeamter (VSPB) und der Verband Schweizerischer Telefon- und Telegrafenbeamter (VSTTB) - sind dem Schweizerischen Gewerkschaftsbund angeschlossen. Die Vereinigung ist ein entscheidender Faktor in der Meinungsbildung im Bereich des PTT - Personals und ermöglicht einheitliches Auftreten aller Berufskategorien der PTT gegenüber den PTT-Betrieben. Erich Widmer, Sekretär der Vereinigung und Generalsekretär der PTT- und Zollbeamtenverbände, bezeichnete in seiner Begrüssungsansprache den Zusammenschluss als „Vernunftehe», die sich positiv ausgewirkt habe. Schon vor 50 Jahren habe es jedoch Bestrebungen zu einer PTT-Industriegewerkschaft gegeben. Der föderativen Lösung „PTT-Vereinigung“ wurde dann aber der Vorzug gegeben. Ihr Präsident, Georges Eggenberger, Generalsekretär der PTT-Union, nahm eine kritische Standortbestimmung vor. Insbesondere gelte es, die derzeitigen Privatisierungsbestrebungen, vor allem im Fernmeldebereich, abzuwehren. Er unterstrich die Erfolge im Bereich der Mitsprache, Mitbestimmung und Urlaubsgewährung für gewerkschaftliche Tätigkeiten. Die PTT-Vereinigung ist mit drei Sitzen im PTT- Verwaltungsrat vertreten. (…).m
OeD, 1.11.1985.
Oeffentlicher Dienst, Der > PTT-Vereinigung. Jubiläum. OeD, 1985-11-01.
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21.12.1927 Schweiz
Oeffentlicher Dienst, Der
Personen
Emmy Klein
Erzählung
Volltext
Traurige Weihnachten oder Zwei Franken. Ein Weihnachtserlebnis von Emmy Klein. Traurig, sehr traurig sind die Erinnerungen an die Weihnachtsfeste meiner Kindheit. Fast jedes Jahr um diese Zeit war der Vater krank; oft schon wochenlang bettlägerig. Am Weihnachtsabend bemühte sich die Mutter ganz besonders um ihn. Sie half ihm mit schwerer Anstrengung aus dem Bett, setzte ihn auf einen bereitgestellten Stuhl, und wir Kinder zogen und schoben ihn dann hinüber in die Stube. Immer um die Weihnachtszeit erinnere ich mich an jene traurigen Tage. Eine dieser traurigen Weihnachten liegt mir ganz besonders im Sinne. Es war um Vortage des Festes. Der Vater lag wieder einmal krank im Bett. Da kam einer unserer Pfarrer, sich nach seinem Befinden zu erkundigen. Der Vater liebte es gar nicht, wenn ihm von dieser Seite Besuche gemacht wurden. Auch an diesem Tage sah er dem Herrn nicht gerade erfreut entgegen und gab auch nur kurze Antworten auf alle Fragen. Nach knapp einer Viertelstunde verabschiedete sich der Pfarrer denn auch wieder. Unter der Türe kehrte er sich nochmals um und wünschte dem Vater nochmals baldige Genesung. „Ist schon recht“, brummte der Vater. „Jetzt mach aber, dass hinaus kommst, du...“ Das andere verschluckte er. AIs der Pfarrer wieder in die Stube trat, sprang die Mutter vom Stuhle auf und liess die Arbeit, die sie gerade in den Händen hatte, fallen. Teilnehmend erkundigte sich der Pfarrherr nun bei ihr nach den Verhältnissen. (…). Emmy Klein.
Der öffentliche Dienst, 21.12.1927.
Personen > Klein Emmy. Weihnachten. Erzählung. OeD, 1927-12-21.
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04.11.1927 Schweiz
Oeffentlicher Dienst, Der
Personen
Jakob Bührer
Staat
Volltext
Ein armer Kerl. In der „National-Zeitung“ schreibt Jakob Bührer: Alle schimpfen über ihn und viele halten ihn zum Narren, nämlich den Staat. Das ist sicher nicht in der Ordnung. Es mag sein, dass er heute ein dummer Kerl ist und vieles verkehrt anstellt; aber muss man ihn deshalb auslachen? Irgendwie ist das offenbar verkehrt. Grundverkehrt. Wir sollen den Staat lieben können. Sollten mit Leib und Seele an ihm hängen. Aber heute tut das niemand. Vielmehr schimpfen alle über ihn - um das zu wiederholen - und viele halten ihn zum Narren, nämlich mit den Steuern und so. Unsere Politiker müssten einmal darüber nachdenken und müssten sich bewusst werden, dass es grundfaul ist, wenn der Patriotismus so in Misskredit gekommen ist, wie es der Fall geworden. Jüngst wollte jemand das Telephon einrichten. Man sagte ihm, in einem Monat werden Sie es haben. - Er . antwortete: „So wirtschaftet der Staat! Wenn der Telephonbetrieb in Privathänden wäre, wie zum Beispiel. in Amerika, so hätte ich morgen das Telephon!“ Ein anderer erzählte: „Ist es nicht komisch, in der Schweiz geben die paar grösseren Städte alljährlich eine Million und noch mehr an ihre Sprechtheater aus und das alles geht in Defiziten flöten. Das hindert aber nicht, dass diese selben Städte jedes Jahr zwei, drei neue Kinotheater konzessionieren, die alle glänzende Geschäfte machen.“ „Aber Sie wollen doch nicht, dass man die Konzession nicht erteilte?“ „O“, sagte der Mann, „ich wollte, dass die Städte mindestens so geschäftstüchtig wären wie jene Kinounternehmer. Nämlich, dass auch sie ein Kinotheater auftäten und mit den Ueberschüssen das (…). Jakob Bührer.
Der öffentliche Dienst, 4.11.1927.
Personen > Buehrer Jakob. Staat. OeD, 1927-11-04.
Ganzer Text
14.10.1927 Zürich
Oeffentlicher Dienst, Der
Strassenbahner-Männerchor

Ausflug
Strassenbahner-Männerchor
Volltext
Zürich- Wien-Zürich mit dem Strassenbahnermännerchor Zürich. Vor zwei Jahren waren die Wiener Strassenbahnersänger in Zürich auf Besuch. Die wenigen Tage des hiesigen Aufenthaltes haben genügt, ein Freundschaftsband zwischen Wiener und Zürcher Sängern, die alle gewerkschaftlich organisiert sind. zu knüpfen, das in der Folge zu regem schriftlichen Gedankenaustausch führte. Bei der Abreise von Zürich baten die Wiener Kollegen die Zürcher um einen Gegenbesuch. Niemand glaubte an eine Erfüllung dieser Einladung. Im Vordergrund stand wohl ein Beschluss für eine mehrtägige Reise, die aber als Schweizerreise geplant war. Die freundschaftlichen Beziehungen der beiden Männerchöre, dazu die begeisterten Mitteilungen über das rote Wien zweier Mitglieder, die ihre Ferien in Wien verbrachten, führten zu dem Beschluss, eine Sängerreise nach Wien auszuführen. Zum vornherein wurde festgelegt, dass die Reise als Freundschaftsbesuch gelten solle, der Teilnehmerkreis auf die Aktiv- und Passivmitglieder mit ihren Angehörigen beschränkt bleibe und hundert Personen nicht übersteigen dürfe. Dieser Beschluss ehrt die Strassenbahnersänger, man wollte nicht in jene Kategorie von Reisegesellschaften eingereiht werden, die als Hauptzweck der Reise namhafte Ueberschüsse für die Vereinskasse machen wollen. Der Strassenbahnermännerchor hat die gesamten Reisekosten auf die unumgänglichsten Ausgaben beschränkt, betrugen doch die zu machenden Einzahlungen der Teilnehmer nur Fr. 132.-, beziehungsweise Fr. 140.- für Passivmitglieder, inbegriffen Fahrt, Unterhalt, Hotel und Eintrittsgebühren. (…). W. Frick.
Der öffentliche Dienst, 14.10.1927.
Oeffentlicher Dienst, Der > Maennerchor Zuerich. Ausflug. OeD, 1927-10-14.
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14.10.1927 Zürich
Oeffentlicher Dienst, Der
Strassenbahner-Männerchor

Ausflug
Strassenbahner-Männerchor
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Zürich- Wien-Zürich mit dem Strassenbahnermännerchor Zürich. Vor zwei Jahren waren die Wiener Strassenbahnersänger in Zürich auf Besuch. Die wenigen Tage des hiesigen Aufenthaltes haben genügt, ein Freundschaftsband zwischen Wiener und Zürcher Sängern, die alle gewerkschaftlich organisiert sind. zu knüpfen, das in der Folge zu regem schriftlichen Gedankenaustausch führte. Bei der Abreise von Zürich baten die Wiener Kollegen die Zürcher um einen Gegenbesuch. Niemand glaubte an eine Erfüllung dieser Einladung. Im Vordergrund stand wohl ein Beschluss für eine mehrtägige Reise, die aber als Schweizerreise geplant war. Die freundschaftlichen Beziehungen der beiden Männerchöre, dazu die begeisterten Mitteilungen über das rote Wien zweier Mitglieder, die ihre Ferien in Wien verbrachten, führten zu dem Beschluss, eine Sängerreise nach Wien auszuführen. Zum vornherein wurde festgelegt, dass die Reise als Freundschaftsbesuch gelten solle, der Teilnehmerkreis auf die Aktiv- und Passivmitglieder mit ihren Angehörigen beschränkt bleibe und hundert Personen nicht übersteigen dürfe. Dieser Beschluss ehrt die Strassenbahnersänger, man wollte nicht in jene Kategorie von Reisegesellschaften eingereiht werden, die als Hauptzweck der Reise namhafte Ueberschüsse für die Vereinskasse machen wollen. Der Strassenbahnermännerchor hat die gesamten Reisekosten auf die unumgänglichsten Ausgaben beschränkt, betrugen doch die zu machenden Einzahlungen der Teilnehmer nur Fr. 132.-, beziehungsweise Fr. 140.- für Passivmitglieder, inbegriffen Fahrt, Unterhalt, Hotel und Eintrittsgebühren. (…). W. Frick.
Der öffentliche Dienst, 14.10.1927.
Oeffentlicher Dienst, Der > Maennerchor Zuerich. Ausflug. OeD, 1927-10-14.
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19.08.1927 BS Kanton
Demonstrationen Basel
Oeffentlicher Dienst, Der
Personen
Sacco und Vanzetti
Demonstration
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Die Sektion Basel und die Demonstration für Sacco und Vanzetti vom 10. August 1927 . Gegenwärtig ist die Basler Arbeiterschaft und namentlich das Staatspersonal einer wüsten reaktionäre Hetze ausgesetzt. Die Arbeiterschaft hat am 10. August demonstriert, und zwar auf eine für die reaktionären Hetzer nicht mehr gewohnte Art. Das hat den Mob verzürnt. Das Gewerkschaftskartell in Verbindung m den beiden politischen Arbeiterparteien ist mit der Parole unter die Massen getreten, es sei eine einstündige Arbeitsniederlegung in allen privaten und öffentliche Betrieben durchzuführen, währenddem die Strassenbahner eine 12minutige Betriebsstillegung erwirke sollen, um das Gewissen der Welt aufzurütteln und für die Gerechtigkeit zu demonstrieren. Seit sieben Jahre schmachten unschuldigerweise zwei Genossen, Sacco und Vanzetti, hinter den Kerkermauern. Die amerikanische Justiz will es so haben. Seit Jahren ist kein grössere Arbeiterversammlung auseinandergegangen, ohne dass nicht die Stimme für die Freilassung der unglückseligen Opfer einer erbärmlichen Justiz erhoben worden wäre. An Maiumzügen wurden Transparente mitgeführt mit der Aufschrift: „Rettet Sacco und Vanzetti“. Der biedere Bürger hörte nichts und der „Richter“ von Massachusetts blieb „fest“. Für die Arbeiterschaft blieb nichts anderes mehr übrig, als zu prüfen, ob vielleicht nicht durch schärfere Mittel als lediglich Versammlungsresolutionen das Rechtsempfinden zu schärfen sei. So ist man denn auch bei uns dazu gekommen, eine befristete (…).
Der öffentliche Dienst, 19.8.1927.
Oeffentlicher Dienst, Der > Sacco und Vanzetti. Demonstration. OeD, 1927-08-19.
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25.03.1927 Schweiz
Oeffentlicher Dienst, Der
Volkshaus

Volkshaus
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Unsere Volkshäuser. Nicht einmal alle Arbeiter wissen, wo alle unsere Volks- und Gewerkschaftshäuser stehen. Lange nicht alle kennen deren Wert und Bedeutung für die Arbeiterbewegung. Zum erstenmal nun sind die Vertreter, die Leiter und Betriebskommissionen der schweizerischen Volkshäuser zusammengetreten, um in gemeinsamer Tagung Erfahrungen auszutauschen und die Zukunft zu besprechen. Es blieben der Gründung und dem Betrieb der Volkshäuser die Kinderkrankheiten nicht erspart. Dem Idealismus, mit dem da und dort ein Volkshaus gebaut, gegründet wurde, stand nicht immer der nüchterne, praktische Sinn zur Seite. Den Anfängen fehlte die Erfahrung. Der Mangel an Fachleuten, die mit den nötigen Kenntnissen gleichzeitig das erforderliche Verständnis für die Eigenart, das Wesen und den Sinn , eines Volkshauses verbanden, rächte sich in manchem Missgriff, manchem Fehlschlag. Noch jetzt, wo schon reichere Erfahrungen ausgetauscht werden können und wo bereits eine erste Garnitur von Geranten vorhanden ist, die Verständnis und Fachkenntnis vereinigen, sind viele Schwierigkeiten vorhanden. Sie gemeinsam zu überwinden, sich gegenseitig mit Rat zu unterstützen - zu diesem Zwecke kamen die Volkshausvertreter zusammen. Ueber ihre Verhandlungen können wir folgenden Bericht geben: Auf Initiative der Volkshauskommission Bern tagte dieser Tage unter dem Vorsitz des Genossen Berner im Volkshaus Bern die Verwalter und Betriebsleiter der schweizerischen Volks- und (…).
Der öffentliche Dienst, 25.3.1927.
Oeffentlicher Dienst, Der > Volkshäuser. OeD. 1927-03-25.
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18.03.1927 Schweiz
Arbeitszeit
Oeffentlicher Dienst, Der

Arbeitszeit
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Fort mit dem Achtstundentag! Es geschahen Zeichen und Wunder! Der deutsche Industrieführer Silberberg erklärte im letzten Herbst, ohne die Arbeiter könne in Deutschland nicht regiert werden. Das Blatt der deutschen SchwerindustrielIen, die „Deutsche Bergwerkzeitung“, verlangt in einem aussergewöhnlich gehaltenen Artikel ehöhte Lohnleistung gegen erhöhte Arbeitsleistung. Sie fordert dazu Hebung der Kaufkraft der Bevölkerung, damit diese sich anständig ernähren, kleiden und behausen könne. Der frühere Stinnes-Generaldirektor Vögler erklärte auf dem Parteitag der deutschen Volkspartei, trotz verkürzter Arbeitszeit sei heute die Arbeitsleistung gegenüber der Vorkriegszeit grösser. Eine Preissenkung sei auf allen Gebieten erforderlich und müsse mit allen Mitteln erstrebt werden. Diese Ausführungen deutscher Wirtschaftsführer über die deutsche Wirtschaftspolitik gelten in. grossen ganzen auch gegenüber der schweizerischen Wirtschaftspolitik. Wenn unter dem Druck der grossen Arbeitslosigkeit in Deutschland die führenden deutschen Wirtschaftskapitäne sich auf Auffassungen einstellen, die die Gewerkschaften seit jeher vertreten haben, so wäre zu erwarten, dass bei der verhältnismässig grossen Arbeitslosigkeit in der Schweiz (wir zählten gegen Ende 1926 rund 20‘000 Arbeitslose) auch unsere Wirtschaftsführer ihre bisherige reaktionäre Einstellung gegenüber der Arbeiterschaft ändern würden. Leider ist dies, wie die jüngste Stellungnahme der schweizerischen Industrie, des schweizerischen Gewerbes und des (…).
Der öffentlicher Dienst, 18.3.1927.
Oeffentlicher Dienst, Der > Arbeitszeit. Achtstundentag. OeD, 1927-03-18.
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27.08.1926 Europa
Oeffentlicher Dienst, Der
Streik

Boykott
Geschichte
Streik
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Zur Geschichte des Streiks. Streikstrategie. (Fortsetzung). Die Bedeutung der politischen Macht zeigte sich aber auch gelegentlich der beiden grossen Streiks der Bergarbeiter in England 1921 und der Tschechoslowakei im Jahre 1922. Der Bergarbeiterstreik in England schlug fehl, während derjenige der Tschechoslowakei, der unter ungefähr den gleichen wirtschaftlichen Verhältnissen ausgefochten wurde, wenigstens keine Niederlage brachte. Und das deshalb, weil die politische Macht der Arbeiterschaft in der Tschechoslowakei einen unglücklichen Ausgang des Streiks dadurch verhinderte, dass rechtzeitig durch eine Intervention des Staates der Konflikt behoben wurde, während in England zur Zeit des grossen Kohlenstreiks der politische Einfluss der Arbeiterschaft noch zu gering war, um etwas Aehnliches durchsetzen zu können. Ein drastisches Mittel, einen Streik zu beenden, wandte seinerzeit der Gouverneur von Saragossa in Spanien an. Die Lehrer waren in Ausstand getreten, weil die schlechte Bezahlung der Schulmänner noch so unregelmässig erfolgte, dass die meisten in bitterem Elend schmachteten. Der Gouverneur beendete den Streik "in seiner Provinz dadurch, dass er erklärte, in Zukunft nur denjenigen Ortschaften die Bewilligung zur Abhaltung von Stierkampjen zu geben, welche nachweisen können, dass sie ihre Lehrer pünktlich bezahlen. Nicht minder interessant und wohl einzig dastehend in der Geschichte der Streiks ist der Streikbeschluss der Pariser Modistinnen im Jahre (…). Mit Gedicht von Martin Drescher.
Der öffentliche Dienst, 27.8.1926.
Oeffentlicher Dienst, Der > Streik. Geschichte. OeD, 1926-08-27.
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13.08.1926 Europa
Oeffentlicher Dienst, Der
Streik

Boykott
Geschichte
Streik
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Zur Geschichte des Streiks. Wer streikt? Der folgende Abschnitt soll zeigen, dass es durchaus nicht nur die „ewig unzufriedenen Arbeiter“ sind, die streiken, sondern dass selbst die „besten Stützen der Gesellschaft“ vor der Anwendung der Streiks nicht zurückschrecken, wenn sie glauben, damit ihre wirtschaftliche oder soziale Stellung verbessern zu können. Ein Unterschied liegt nur darin, dass die Wirkungen der verschiedenen- Streiks für -die Allgemeinheit nicht immer gleich schwere sind. „Alle Räder stehen still“, wenn es der Arbeiter will, nicht aber wenn die Herren Pfarrer oder Professoren streiken. Es gibt heute kaum einen Beruf, der nicht einen Streik aufzuweisen hätte. Im folgenden bringen wir eine Anzahl Streiks zur Kenntnis der Leser, die nicht .gerade alltäglich sind. Man kann daraus ersehen, dass die Zeit vorüber ist, -- wenn es überhaupt jemals eine solche gegeben hat - wo der Streik das Privileg der Arbeiterschaft war. Dass die Fabrikanten drohten, zur „Selbsthilfe“ zu greifen, ist auch schon dagewesen. Ein solch interessanter Vorgang spielte sich im Sommer 1922 in der Stickereiindustrie des sächsischen ,Vogtlandes ab. Dort wurde der sogenannte Garantielohn der Sticker um neun Mark erhöht und in ähnlicher Weise trat auch für das weitere Personal eine Lohnerhöhung ein. Die Lohnstickereien gewährten diese Lohnerhöhungen unter der bestimmten Voraussetzung, dass die Kaufmannschaft auch die Mindeststichpreise erhöhen werde. Als dies nicht der Fall war, erklärte der Verband der sächsischen (…).
Der öffentliche Dienst, 13.8.1926.
Oeffentlicher Dienst, Der > Streik. Geschichte. OeD, 1926-08-13.
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