Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 119

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01.11.2018 Schweiz
Funke, Der
Initiativen Schweiz

Selbstbestimmungs-Initiative
Volltext
Mit Menschenrechten gegen die SVP? Wohl kaum! In den vergangenen 15 Jahren waren ausländerfeindliche Initiativen der SVP immer einer der grössten Radikalisierungspunkte in der Schweiz. Dies ist aktuell erneut der Fall, wo die Selbstbestimmungsinitiative zahlreiche überwiegend junge Leute vor politische Fragen stellt. Sie suchen nach radikalen Antworten, wie denn Flüchtlingskrise, Rassismus und auch die SVP selbst bekämpft werden können. Die SP- und die JUSO-Führung halten der SVP die „Menschenrechte“ und den „Rechtsstaat“ entgegen. Mit ihrer abstrakten und inhaltsleeren Ansicht der Menschenrechte stützen sie ein System, das noch nie weniger in der Lage war, seine grossen Versprechen nach Gleichheit und Menschlichkeit zu erfüllen. Formelle Gleichheit & kapitalistische Realität. Die Menschenrechte sind eng mit dem Aufstieg der bürgerlichen Klasse und ihrem Kampf gegen die alte feudale Welt verknüpft. Aber wir MarxistInnen sind immer an vorderster Front für die Menschenrechte eingestanden. Bereits im kommunistischen Manifest werden die Errungenschaften der bürgerlichen Revolution (u.a. Abschaffung der feudalen Ordnung, zentralisierter Staat, Stimmrecht) betont und seither haben wir immer vehement für Minderheitenrechte, Dekolonialisierung oder das Frauenstimmrecht gekämpft. Doch wir stellen uns energisch gegen die Hochstilisierung der Menschenrechte, gegen deren Darstellung als alleinige Verteidiger von Moral und sozialer Gerechtigkeit. Denn wir erkennen (…).
Der Funke, 1.11.2018.
Funke, Der > Selbstbestimmungs-Initiative. Der Funke, 2018-11-01.
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01.11.2018 Schweiz
Funke, Der
Generalstreik

Generalstreik
Volltext
Landesstreik und Faschismus. Der Landesstreik hatte bei den Bürgerlichen Angst und Paranoia ausgelöst. Dies trieb Teile des Klein- und Grossbürgertums in den Faschismus. Für diese Entwicklung steht ein Name besonders exemplarisch: Emil Sonderegger. Erdrückt von den Entbehrungen des Ersten Weltkriegs rufen die Zürcher ArbeiterInnen für den 10. November 1918 zu einem Streik zur Feier des ersten Jubiläums der Russischen Revolution auf. Obwohl ein Versammlungsverbot herrscht, finden sie sich am besagten Tag auf dem Fraumünsterplatz ein. Lange wird der Ungehorsam nicht toleriert. Mit Kriegsgerät bewaffnete Truppen laufen auf. Angeführt vom unzimperlichen Emporkömmling Oberst Emil Sonderegger wird die Versammlung mit Drohungen und Warnschüssen aufgelöst. Schon am nächsten Tag wird von Oberst Sonderegger eine Botschaft in Zürich verbreitet, worin er den Zürcher ArbeiterInnen androht, beim nächsten Mal nicht in die Luft, sondern direkt auf streikende ArbeiterInnen zu schiessen. Dieses Ereignis sollte zu einem kritischen Faktor für den späteren Ausbruch des Landesstreiks werden. Sozialdemokratische Parlamentarier brüskieren sich über die ruchlose Art Sondereggers, bürgerliche schützen ihn. Nach dem Streik wird er vom gesamten Bürgertum als «Retter des Vaterlandes» gefeiert. Die Angst vor einem erneuten Aufbegehren der ArbeiterInnen sitzt jedoch tief im bürgerlichen Bewusstsein. In manchen Kreisen sollte sie sich zu einer Paranoia steigern, die Idealvorstellungen eines autoritären Staates Auftrieb gibt. (…). Sonu Sabris.
Der Funke, 1.11.2018.
Funke, Der > Generalstreik. Faschismus. Der Funke, 2018-11-01.
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01.11.2018 Nigeria
Funke, Der
Generalstreik

Generalstreik
Gewerkschaften
Volltext
Generalstreik! Revolution in Nigeria? Während Nigeria in bürgerlichen Medien oft nur im Zusammenhang mit den Verbrechen von Boko Haram genannt wird, toben im Land schon länger heftige Arbeitskämpfe. Die Situation ist angespannt. Viele Menschen fordern tiefgreifende Veränderungen. Ende September kam es in Nigeria zu einem viertägigen Generalstreik. Millionen Menschen gingen auf die Strasse, um der Forderung nach einer lebensnotwendigen Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns Nachdruck zu verleihen. Dieser wurde seit 2011 nicht angepasst, obwohl der nigerianische Naira seit damals eine fast 140% Inflation erlitten hat. Beinahe drei Viertel der Bevölkerung lebt in Armut oder ist akut davon bedroht. Misswirtschaft Nigerias. Die Bevölkerung ist auf Lebensmittelimporte angewiesen, da der Staat die Landwirtschaft jahrelang stark vernachlässigt hat. Nigeria produziert kaum eigene Lebensmittel, was die Situation der Bevölkerung seit Jahren immer weiter verschlechtert. Sowohl der Staat als auch die Privatwirtschaft sind ausschliesslich von der Ausbeutung fossiler Ressourcen abhängig. Beinahe 95% aller Exporte stehen in direktem Zusammenhang mit Erdöl und über 80% der staatlichen Einnahmen werden dadurch generiert. Die Entwicklungskredite des Internationalen Währungsfonds zwangen den nigerianischen Staat zu einer Öffnung des nationalen Marktes für das internationale Kapital. Die Folge davon sind Privatisierungen staatlicher Betriebe, hauptsächlich im Erdölgeschäft. So konzentriert sich immer mehr Profit in (…).
Der Funke, 1.11.2018.
Funke, Der > Nigeria. Generalstreik. Der Funke, 2018-11-01.
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01.10.2018 Schweiz
Funke, Der
Kapitalismus

Volltext
Wirtschaftskrise
10 Jahre Krise – und ein neuer Einbruch am Horizont. Zehn Jahre sind vergangen, seit der Zusammenbruch der US- Investmentbank Lehman Brothers die Weltwirtschaft in ihre tiefste Krise seit den 1930er Jahren gestürzt hat. 2008 leitete eine neue Epoche ein. Wir haben zehn Jahre der permanenten Krise hinter uns, zehn Jahre der aggressiven bürgerlichen Krisenpolitik. Die Profite der Reichen wurden gerettet, bezahlen mussten die Lohnabhängigen. Doch selbst mit diesem hohen sozialen Preis: gelöst wurde kein einziges der grundlegenden Probleme. Der Kapitalismus befindet sich in der Sackgasse. Die Zentralbanken hatten als Antwort auf die Krise Milliarden von Franken in die Wirtschaft gepumpt, um diese wieder „anzukurbeln“. Die. Leitzinsen wurden auf ein Rekordtief gesenkt. Dafür musste die massive Verschuldung der Staaten, der Unternehmen und der Haushalte in Kauf genommen werden. Gerade das droht aber einen neuerlichen Einbruch auszulösen. Wann also die Zinsen anheben, wenn nicht jetzt, wo die Wirtschaft sich zumindest oberflächlich gesehen leicht erholt? Aber den aktuellen Weg zu verlassen birgt ebenso das Risiko eines erneuten Einbruchs. Bereits die kleinen Zinserhöhungen durch die US-Notenbank haben die „aufstrebenden“ Schwellenländer in die Krise geschleudert. Ihre Schuldenkrise hat das Potenzial, sich wie ein Flächenbrand auszubreiten. Die Krisenpolitik der letzten zehn Jahre bereitet den Boden für die nächste Krise - und raubt sich dabei auch gleich noch die Instrumente, um gegen sie anzukämpfen. „Doch was sind die Alternativen?“ (…). Die Redaktion.
Der Funke, 1.10.2018.
Funke, Der > Wirtschaftskrise. Der Funke., 2018-10-01.
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01.10.2018 BL Kanton
Funke, Der
Lehrkräfte

Lehrkräfte
Streik
Volltext
Baselland: Streik abgesagt - jetzt erst recht! Der Streik der Staatsangestellten in Baselland wurde abgesagt trotz enormer Zustimmung der Lehrerinnen zum Streik. Hintergrund bilden die jahrelangen Angriffe der Bürgerlichen. Warum kommt es nicht zum Streik und was sind die nächsten Schritte im Kampf gegen die Sparoffensive? „Wenn es zum Streik kommt, machen wir mit. Es reicht langsam“. So tönte es im Juni im Lehrerzimmer in Frenkendorf (BL), wo ich als angehende Lehrperson am Mittagstisch sass. Die Stimmung ist aufgeladen, junge wie alte Lehrpersonen beteiligen sich an den Diskussionen, welche über die Monate immer wütender wurden. Kein Wunder - das Staatspersonal muss schon seit 15 Jahren eine bittere Pille nach der anderen schlucken. Die Abrissbirne schwingt. In Baselland findet seit Jahren ein Kahlschlag auf den Sozialstaat statt. Das Staatspersonal trifft es dabei doppelt. Einerseits durch die allgemeinen Kürzungen von Sozialleistungen und Subventionen" andererseits durch den direkten Angriff auf ihre Arbeitsbedingungen. Alleine im Jahr 2015 wurden 1% Lohnkürzung und 10% Stellenabbau beschlossen. In der Bildung sind die Angriffe besonders spürbar: Das Universitäts- und Kultur-Budget werden um 15 Mio. Franken beschnitten. Auch in den Schulen werden Klassengrössen und Pflichtlektionen stetig erhöht, Sanierungen verweigert und Kulturangebote gestrichen - ein fertiges Rezept für die Aushöhlung der Bildungseinrichtungen. Seit bereits 15 Jahren schwingen die Bürgerlichen die Abrissbirne, um die „roten Zahlen des Kantons auszugleichen". Dass diese das Resultat von mehr als 180 Mio. Franken (…).
Der Funke, 1.10.2018.
Funke, Der > Lehrkräfte BL Kanton. Streik. Der Funke, 2018-10-01.
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01.10.2018 Schweiz
Funke, Der
SVP

Flankiierende Massnahmen
Löhne
Volltext
Flankierende Massnahmen verteidigen ist kein Selbstzweck. Von „Paukenschlag“ und „Eklat“ war in den Medien die Rede, nachdem die Gewerkschaften angekündigt hatten, dem Bundesrat die Verhandlungen zu den flankierenden Massnahmen (FlaM) zu verweigern. Die Gewerkschaften waren klar in ihrer Ansage: Beim Schutz vor Dumping- Löhnen werden sie keinen Schritt zurück machen. Die heute geltenden FlaM wurden 2004 auf Druck der Gewerkschaften errungen. Sie sollten sicherstellen, dass auch nach der Einführung der Personenfreizügigkeit im Rahmen der Bilateralen Verträge mit der EU die in der Schweiz geltenden Lohn- und Arbeitsbedingungen eingehalten werden. In den aktuellen Verhandlungen um ein institutionelles Rahmenabkommen drängt die EU auf die Preisgabe essentieller Bestandteile der FlaM. Auch Teile der Schweizer Bourgeoisie haben zum Angriff auf die flankierenden Massnahmen geblasen. Die Unternehmerfraktion der SVP hatte im Januar 2018 mit ihrer „Kündigungsinitiative“ zur Eliminierung der Personenfreizügigkeit klargemacht, worum es ihr bei ihrer Anti- EU- Rhetorik tatsächlich geht: um die Aufkündigung der FlaM und um die Zurückdrängung der
Der Funke, 1.10.2018.
Funke, Der > Flankierende Massnahmen. Löhne. Der Funke, 2018-10-01
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01.07.2018 Schweiz
APO
Funke, Der

68er-Bewegung
Geschichte
Volltext
Ein Jahrzehnt auf der Suche nach der revolutionären Praxis. Der französische Mai 68 war „nur“ der Startschuss. Das Jahr 1968 läutete in Europa eine 10-jährige Periode des Klassenkampfes ein. Diese Welle von Massenbewegungen dauerte, grob umrundet, vom Ende der 60er Jahre bis zum Niederschlagen des britischen Bergarbeiterstreiks von 1984/85. Dabei kämpften die Lohnabhängigen und Studierenden nicht nur gegen die Bourgeoisie und ihren Staat. Überall wurde die Kampfbereitschaft der ArbeiterInnen und der Jugend von den bestehenden linken Massenorganisationen gebremst. Während dieser Periode entstanden europaweit linke Organisationen, welche die Politik der sozialdemokratischen und stalinistischen Parteien radikal in Frage stellten. Leider lieferten sie keine Antwort, die den Lauf der Geschichte entscheidend ändern konnte. Deshalb stellen sich viele der gleichen Fragen auch heute noch. Während des Nachkriegsbooms hatten sich die Kommunistischen Parteien (KP) in Frankreich und Italien mit dem bürgerlichen Regime abgefunden und wollten darin höchstens noch Parlamentssitze erobern. In Deutschland und der Schweiz integrierten sich die Sozialdemokratie zunehmend in den Staatsapparat. Grundsätzlich hatte ihre Politik die gleichen Mängel: Sie weigerten sich alle, mit der Logik und den Regeln des kapitalistischen Systems zu brechen. Der Generalstreik in Frankreich wurde von der KP beendet - damit die Partei an den Wahlen Ende Juni teilnehmen konnte! (…). Die Redaktion.
Der Funke, Juli 2018.
Funke, Der > 68er-Bewegung. Der Funke, 2018-07-01.
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01.06.2018 Schweiz
Funke, Der
Personen
Rosa Bloch-Bollag
Biografien
Generalstreik
Volltext
Die rote Rosa und 100 Jahre Landesstreik. Sie organisierte Marktdemonstrationen, kämpfte für das Frauenstimmrecht und schrieb die Zeitung „Vorkämpferin“. Rosa Bloch war die wichtigste Schweizer Kämpferin für die Frauenbefreiung und leistete entscheidende Aufbauarbeit für den Landesstreik. Rosa Bloch (geboren Bollag) hatte am eigenen Leib erfahren, dass der Kapitalismus nur wenigen zu Wohlstand verhelfen kann. Weil ihre Familie verarmte, musste sie ihr Jura-Studium abbrechen. Eine Anstellung fand sie in einem Juweliergeschäft an der Zürcher Bahnhofstrasse. weswegen sie in späteren Jahren von der bürgerlichen Presse oft als „Brillantenrosa“ verrufen wurde. Die Missstände, die sie in ihrem Arbeitsalltag beobachtete, trieben sie dazu, sich zu organisieren. 1912 trat sie der Sozialdemokratischen Partei bei. Rosa Bloch war das einzige weibliche Mitglied des 1918 gegründeten Oltener Aktionskomitees (OAK). Ihren Sitz in der Forderungskommission gab sie aber schon nach zwei Monaten auf, noch vor Ausrufung des Landesstreiks. Fritz Platten ersetzte sie. Obschon auch er am linken Rand war, wurde Platten von den anderen Mitgliedern präferiert. Der Schritt war sicher schmerzlich für Bloch, die sich stets für eine aktive Beteiligung von Frauen an der Politik einsetzte. Frauen in der Arbeiterinnenbewegung. Nicht nur Bloch, sondern auch andere Frauen in der sozialistischen Bewegung hatten erkannt, dass sich der Missstand in der Geschlechterfrage innerhalb des Kapitalismus nicht abschliessend lösen (…). Noreen Rice.
Der Funke, Juni 2018.
Personen > Bloch Rosa. Biografie. Der Funke, 2018-06-01.
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01.06.2018 Schweiz
Funke, Der
Sozialversicherungen

Sozialversicherungen
Volltext
Und wer soll dafür bezahlen! Die Sozialwerke gelten als letzte Bastion der Linken - stehen aber konstant unter Beschuss. Wie kämpft man für eine Verbesserung und wie sieht diese aus? Die aggressive Offensive der Bürgerlichen gegen die Sozialwerke entspringt einer materiellen Basis: In Zeiten der Krise hat die Erhaltung der Profite für die KapitalistInnen oberste Priorität. Unter Leitung der SVP wird daher da gespart, wo der Widerstand am schwächsten ist. Die entsprechende Rhetorik bereitet das Feld für ihre Angriffe. Wenn die Linke keine kämpferische Klassenpolitik macht, ist dies eine Leichtigkeit. Der Zweck der Sozialversicherungen. Sozialversicherungen sind Klassenkompromisse; sie konnten nur dann erkämpft werden, wenn ihre Nichteinführung die herrschende Klasse mehr gekostet hätte. Es ist kein Zufall, dass es in der Schweiz oft erzkonservative Kreise, wie die katholische Bourgeoisie waren, die solche Versicherungen forderten. Ziel war beispielsweise, die Gewerkschaften zu umgehen. Zwar hat die Einführung von Sozialversicherungen einen fortschrittlichen Charakter, da sie der ArbeiterInnenklasse erlauben, aus dem nackten Überlebenskampf auszubrechen, ihr Lebensniveau zu heben und sich zu organisieren. Doch deren Ausgestaltung und Funktionsweise müssen wir zwingend kritisieren. Die Zahlungen der Sozialversicherungen sind meist zynisch tief und haben keinesfalls einen befreienden Charakter. Trotz AHV und Ergänzungsleistungen lebt heute jeder vierte Bezüger in (…). Kevin Wolf.
Der Funke, Juni 2018.
Funke, Der > Sozialversicherungen. Der Funke, 2018-06-01.
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01.06.2018 Schweiz
APO
Funke, Der

68er-Bewegung
Volltext
„1968 Schweiz“: 68er verstaubt im Museum! Im Zuge des 50-Jahre-Jubiläums der 68er-Bewegung läuft im Bernischen Historischen Museum die Ausstellung „1968 Schweiz“. Was kann uns diese Ausstellung heute aufzeigen? Ein kritischer Rundgang durch die Ausstellung. Im Korridor zur Ausstellung wird mit Rockmusik aus den 60ern auf die Zeit eingestimmt. Einleitend erzählen im ersten knallfarbigen. fast schon schmerzend bunten Raum zehn Pappfiguren über Lautsprecher episodisch aus ihrer 68er-Zeit. Für einige ging es mit der Veränderungslust los mit den beiden Rockkonzerten (Rolling Stones und Jimi Hendrix), in deren Anschluss die Polizei auf die Jugendlichen ein prügelte. Für Andere ging es zunächst um den Protest gegen diese autoritäre Gesellschaft. Die Ereignisse sorgten aber nicht bei allen für ein Umdenken. Es erinnert sich Michael Dreher (Autopartei, später SVP) an die Zeit und kommt zum Schluss: „Viertes Semester HSG und der erste VW - süsch nüt“, Ich muss lachen und gehe weiter. Hinein in die gute Stube. Der nächste Raum erschlägt mich nahezu mit seiner Biederhaftigkeit. Der konservative Mief hängt in der schrecklichen Tapete. Das Wohnzimmer zeigt einige aufkommende Annehmlichkeiten wie den Fernseher und ein gefülltes Bücherregal: Karl May, Tolstoi, Robinson Crusoe und Winston Churchill. Aus schickem Teegeschirr wurde Tee geschlürft. Auf dem Buffet steht ein Kässeli für die dritte Welt – „nickendes Negerlein“ steht im Kommentar. Im Fernseher zu sehen sind eine Heerschau und die (…). Nils Graf.
Der Funke, Juni 2018.
Funke, Der > 68-Bewegung. Der Funke, 2018-06-01.
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01.04.2018 Schweiz
Funke, Der
Personen
SP Schweiz
Lukas Nyffeler
Generalstreik
Volltext
SP und Gewerkschaften feiern den Landesstreik als historischen Erfolg. Dabei übergehen sie unangenehme Fragen. Streikbruch von oben. Im November 2018 jährt sich der Landesstreik zum 100sten Mal. Anlässlich des Jubiläums wollen der SGB und die SP den Streik als nationales, erfolgreiches Ereignis darstellen – als Gründungsmythos für alle sozialen Errungenschaften. Angesichts ausbleibender realer Reformen suchen SP und Gewerkschaften sich über Vergangenes zu legitimieren. Damit das gelingt, trickst die reformistische Linke. Einerseits hilft eine Kombination aus Aussagen, die nicht umstritten sind, und historischen Details Kontroversen zu vermeiden. Beim 90-Jahre-Jubiläum sprach sie selbstbewusst von Klassenkampf, der grossen Tradition der ArbeiterInnenbewegung, und bezeichnete den Streik als fundamentales Kampfmittel. Heute ist es komplexer: Er sei sowohl Sieg wie Niederlage gewesen. Andererseits präsentiert sie die Geschichte steril. Weder Handlungsmöglichkeiten noch Entscheidungen der damaligen Akteure interessiert sie. Der Verlauf der Ereignisse war alternativlos. Das erreicht sie, indem lediglich über Hintergründe und Folgen des Streiks, nicht aber über die konfliktreiche Entstehung gesprochen wird. Nehmen wir das offizielle Bildungsmaterial von SP und JUSO als Grundlage, um diese Sicht näher zu betrachten. Druck von Unten. Bei den Hintergründen des Streiks (…). Lukas Nyffeler.
Der Funke, April 2018.
Funke, Der > Generalstreik. SP. Der Funke, 2018-04-01.
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01.04.2018 Schweiz
Funke, Der
MEM-Industrie
Personen
Caspar Oertli
GAV
MEM-Industrie
Volltext
Von der Krise gebeutelt trotz GAV. Die Verhandlungen um den drittgrössten Gesamtarbeitsvertrag (GAV) der Schweiz haben begonnen. Werden die Industriearbeiterinnen sich ihre Opfer seit dem Frankenschock zurückkämpfen können? Die Maschinen- Elektro- und Metall-Industrie (MEM) liefert ein Comeback. In den letzten Monaten veröffentlichte der Sektor eine Rekordzahl nach der anderen. Die Umsätze erhöhten sich 2017 um knapp 10%. Im letzten Quartal von 2017 machten die Auftragseingänge einen Sprung von knapp 30% (im Vergleich zum Vorjahresquartal). Das klingt phänomenal, ist es aber nicht so ganz. Aufholjagd im Sprint. Erklärt wird der Aufschwung mit dem konjunkturellen Wachstumszyklus weltweit. Fast zwei Drittel der MEM- Exporte gehen in die EU, 15% in die USA. Die Exporte in beide Regionen sind gestiegen. Die aktuelle Abschwächung des CHF hilft den hiesigen Exporten. Dazu kommt, dass sich die Warenpreise erholen. Gerade die Maschinenindustrie konnte ihre Preise wieder erhöhen. Verbesserung bedeutet noch nicht Erholung. Auch wenn sich die Exportzahlen gegenüber der Periode vor dem Frankenschock erholt haben, befinden sie sich immer noch etwa 15% unter dem Niveau von 2008 (also vor dem Einsetzen der weltweiten Krise). Im gleichen Zeitraum sind 30'000 Stellen, d.h. rund 8%, liquidiert worden. Ab dem Ausbruch der Krise hatte ein rauer Wind geweht in der MEM-Branche. (…).  Caspar Oertli.
Der Funke, April 2018.
Funke, Der > MEM-Industrie. GAV. Der Funke, 2018-04-01.
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01.04.2018 Deutschland
Funke, Der
Personen
Rosa Luxemburg
Reformismus
Volltext
Rosa Luxemburg: Kämpferin gegen den Reformismus. Der Reformismus steht heute nicht nur ohne Reformen da, sondern führt sogar Konterreformen durch. Wir versuchen unter Rückgriff auf Rosa Luxemburgs Klassiker „Sozialreform oder Revolution?“ zu erklären, warum - und wie wir dagegen kämpfen müssen. Am 2. März kündigte SP-Bundesrat Berset an, dass er einen neuen Versuch starten will, den Frauen die Rente zu kürzen. Die SP und Berset sind damit keine Ausnahme: Fast alle reformistischen Parteien haben die ArbeiterInnen in den letzten Jahren direkt angegriffen. Auf den ersten Blick scheint das rätselhaft, denn eigentlich beteuern ja all diese Parteien, dass sie für sofortige Verbesserungen für die 99% arbeiten. Von solchen Reformen fehlt aber in der Realität jede Spur - hingegen Konterreformen wie die AV2020 finden wir überall. Um die Verrate der Sozialdemokratie zu verstehen und zu sehen, was wir tun müssen, damit wir nicht gegen, sondern für die Revolution kämpfen, müssen wir Rosa Luxemburgs Kritik am Reformismus verstehen. Die Entwicklung der SPD. Luxemburg trat 1898 der SPD bei. Diese war in den Jahren seit ihrer Legalisierung 1890 mitsamt den Gewerkschaften stark gewachsen und integrierte sich immer mehr in das bürgerliche System. Darin konnte sie auf der Basis des wirtschaftlichen Aufschwungs dieser Zeit Erfolge feiern. Die deutsche Bourgeoisie, machte nebst den Profiten (…). Flurin Andry.
Der Funke, April 2018.
Personen > Luxemburg Rosa. Reformismus. Der Funke, 2018-04-01.
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01.03.2018 Deutschland
Funke, Der
IG Metall
Personen
Florian Sieber
IG Metall
Streik
Volltext
Tarifabschluss mit gemischten Gefühlen. In der Bundesrepublik Deutschland steht im grössten Arbeitskampf der letzten Jahre ein Abschluss kurz bevor. Doch der in der Metall- und Elektroindustrie erzielte Tarifvertrag ist nicht der grosse Erfolg, als den die Gewerkschaftsführung ihn verkaufen will. Für viele Werktätige bringt er kaum Vorteile und für andere vor allem Nachteile. Den Anfang macht Baden- Württemberg. Im Bundesland, das für den Konflikt zwischen den Unternehmerverbänden und der Gewerkschaft IG Metall (IGM) den Pilotbezirk darstellt, wurde am 6.2. ein Abschluss der Tarifverhandlungen (wie die Verhandlungen für einen Generalarbeitsvertrag in Deutschland heissen) verkündet. Das heisst, dass nun auch in den anderen Tarifbezirken der deutschen Metall- und Elektroindustrie, in der insgesamt 3,9 Millionen ArbeiterInnen tätig sind, Tarifabschlüsse bevorstehen, die sich am Abschluss in Südwesten orientieren. Der Einigung vorangegangen war eine beeindruckende Streikbewegung. Insgesamt 960'000 Werktätige legten allein bei der ersten Warnstreikwelle im Januar die Arbeit nieder. AIs die Gewerkschaft zur nächsten Eskalationsstufe aufrief, beteiligten sich bundesweit sogar 1,5 Millionen ArbeiterInnen an den Warnstreiks, die nun auch ganztägig geführt wurden. Wäre es auch in der jüngsten Verhandlungsrunde zu keiner Einigung gekommen, wäre es in der Gewerkschaftsbasis zu Urabstimmungen über einen unbefristeten Flächenstreik gekommen. Arbeitszeit auf der Agenda. Neben der klassischen (…). Florian Sieber.
Der Funke, März 2018.
Funke, Der > IG Metall. Streik. Der Funke, 2018-03-01.
Ganzer Text
01.03.2018 Schweiz
Abstimmungen Schweiz
Funke, Der

Abstimmung
No Billag
Volltext
Billag oder No-Billag? Beides asozial. Am 4. März kommt eine Vorlage zur Abstimmung, welche die Gemüter in der Schweiz bewegt: die "No- Billag" - Initiative. Um den Charakter dieser Initiative zu verstehen, reicht ein Blick auf das Initiativkomitee. Dessen Vertreterinnen stammen vor allem aus den Gefilden der JSVP oder dem Jungfreisinn. Daneben wird die Initiative von der SVP und dem Schweizerischen Gewerbeverband unterstützt - kurz: Den Rammböcken des Grosskapitals. Ihre Absicht ist nichts anderes, als die Medienlandschaft zu privatisieren und diese somit vollständig dem Prinzip der Profitmaximierung durch private Medienkonzerne zu unterwerfen. Durch die Verfassungsartikel 93.3 und 93.4, wie sie die Initiative vorschlägt, würden die Konzessionen, welche der Bund derzeit an die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) vergibt, an die Meistbietenden versteigert werden und die Finanzierung durch die Billag-Gebühr oder andere Subventionen des Bundes ausgeschlossen. Die SRG (welche sich heute zu 75% mit der Billag finanziert) würde so vollständig zum privaten Medienunternehmen und ihre Position würde zweifellos abgelöst durch die grossen Medienhäuser Tarnedia, Ringier oder Blochers BaZ-Gruppe. Die Vorherrschaft über die öffentliche Meinung würde so total unter den grossen Verlagshäusern aufgeteilt werden. Alle hassen die Billag. (…). Die Redaktion.
Der Funke, März 2018.
Funke, Der > No-Billag. Abstimmung. Der Funke, 2018-03-01.
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01.02.2018 Schweiz
Funke, Der
Generalstreik

Generalstreik
SP Schweiz
Volltext
Sozialstaat oder Klassenherrschaft. Der Landesstreik von 1918 prägte den Klassenkampf in der Schweiz. Die Interpretation dieser Ereignisse ist hochpolitisch. ArbeiterInnen feiern die Russische Oktoberrevolution, legen das Land mit einem Generalstreik lahm und werden von Soldaten beschossen. Der Landesstreik von 1918 ist bis heute der wichtigste Klassenkampf der Schweizer Geschichte. Bis in die Gegenwart wirkt die Kraftprobe zwischen Proletariat und Bourgeoisie. Der Klassenkampf eskaliert. Bürgerliche und die Bauern strichen während des Krieges hohe Gewinne ein. Für die Arbeitenden verschlimmerten sich die Bedingungen: Die realen Löhne sanken um ein Drittel. Soldaten und ihre Familien erhielten keinen Wehrpflichtersatz. Der Bundesrat lockerte Arbeitsschutzgesetze und intensivierte Zensur und Überwachung. Die Arbeitenden reagierten mit Streiks und Hungerrevolten. Die Bürgerlichen beobachteten die revolutionäre Bewegung in ganz Europa. Sie nahmen die Gefahr einer sozialistischen Revolution ernst - im Gegensatz zur Leitung von SP und Gewerkschaften. Diese drohten zwar gegen Kriegsende mit einem schweizweiten Generalstreik (Landesstreik), hatten aber nicht ernsthaft vor, ihn durchzuführen. Dementsprechend sassen sie in der Klemme, als das Schweizer Militär am 6. November Zürich besetzte. Diese Provokation konnten die Arbeitenden nicht hinnehmen. Um die Kontrolle zu behalten, riefen SP und der Gewerkschaftsbund SGB über das Oltener Aktionskomitee am 11. November den Landesstreik aus. Mehr als 250'000 (…). 
Der Funke, Februar 2018.
Funke, Der > Generalstreik. SPS. Der Funke, 2018-01-02.
Ganzer Text
01.02.2018 Schweiz
Funke, Der
Generalstreik

Generalstreik
Volltext
Forderungen zum Landesstreik. Eine Forderung allein! Nein! Einzelne Forderungen zu formulieren ist verlockend, lässt uns im Kampf für den Sozialismus aber auf halber Strecke stehen. Ein erfolgreicher "Generalstreik Reloaded" braucht ein schlagkräftiges Programm. Bei der Ausrufung des Landesstreiks 1918 stellte das Oltener Aktionskomitee neun sozialpolitische Forderungen auf. Anknüpfend an diese Tradition hat die JUSO Schweiz das Projekt "Generalstreik Reloaded" präsentiert. Ziel ist, neun neue Forderungen für die nächsten 100 Jahre aufzustellen. Das Projekt ist cool, aber ein entscheidender Faktor wird vergessen: Mit isolierten Forderungen bleiben wir im Kampf für den Sozialismus auf halber Strecke stehen. Wir brauchen ein Gesamtprogramm! Forderungen im Interesse der 99% sind immer Angriffe auf die Interessen der KapitalistInnen und sie werden mit Drohungen kontern. Entsprechend brauchen wir ein Netz von zusammenhängenden Forderungen, das diese voraussieht und ihnen entgegengestellt werden kann. Voilä, das Programm ist geboren. Revolutionäre Realpolitik. Im Zentrum unserer politischen Arbeit steht immer die Frage, wie wir von unserer aktuellen Situation zum Sozialismus kommen. Entscheidend zur Beantwortung dieser Frage ist das Verhältnis zwischen Re¬form und Revolution, wie Rosa Luxemburg bereits 1899 festhielt. 1938 ging Leo Trotzki noch einen Schritt weiter und erarbeitete die Methode der Übergangsforderungen: Ein Zusammenschluss von Forderungen, die die Brücke zwischen dem (...).
Der Funke, Februar 2018.
Funke, Der > Generalstreik. Forderungen. Der Funke, 2018-02-01.
Ganzer Text
01.11.2017 Schweiz
Funke, Der
Juso

Juso
Redaktion
Volltext
Eine bolschewistische Kandidatur. Ein Revolutionär in der Führung einer Schweizer Partei? Der Funke macht es möglich! Mit dem langjährigen Funke-Unterstützer und Vorstandsmitglied der JUSO Stadt Bern, Lukas Nyffeler, tritt zum erstenmal ein revolutionärer Marxist zur Wahl in die JUSO Geschäftsleitung an. Was kann man sich aus diesem Schritt erhoffen? Noch nie war die sozialistische Umwälzung der Gesellschaft so dringend notwendig wie heute. Gleichzeitig sind die Kräfte des Marxismus so dünn gesät wie nie. Der Anteil der Arbeiterinnenklasse, welcher revolutionäre Ideen verteidigt und auf diesen Umsturz hinarbeitet, ist verschwindend klein. MarxistInnen heute müssen nichts weniger als die Überwindung dieses Widerspruchs zum Ziel haben. Dazu gehört eben gerade auch, seine eigenen Kräfte nicht zu überschätzen. Ist es dann gerechtfertigt, einen Sitz in der Führung einer linken Jungpartei zu beanspruchen? Die Methode, welche Marx und Engels den wissenschaftlichen Sozialismus genannt haben, ist heute so gültig wie eh und je. Nach 75 Jahren stalinistischer Deformierung und zwei Jahrzehnten ideologische Konterrevolution müssen wir dies nun im alltäglichen Widerstand gegen die bürgerliche Politik beweisen. Das kann man nur in den heute wirklich existierenden Bewegungen tun. Hier gilt: Ausserhalb der JUSO gibt es keine linken Organisationen, welche auch nur annähernd die gleiche Verankerung in der Jugend hätten. Das heisst nicht die JUSO zu überschätzen, sondern einen gesunden Blick auf die objektive Situation der Linken (…). Die Redaktion.
Der Funke, November 2017, Nr. 65.
Funke, Der > Juso. Der Funke, 2017-11-01.
Ganzer Text
01.11.2017 Schweiz
Funke, Der
Juso
Personen
Lukas Nyffeler
Interview
Volltext
Die JUSO: Ein Werkzeug der Klasse. Die marxistische Strömung „Der Funke“ kandidiert auf der Delegiertenversammlung der JUSO Schweiz vom 4. November mit Lukas Nyffeler für die Geschäftsleitung. Die Funke-Redaktion hat dem Kandidaten einige Fragen darüber gestellt, wie revolutionäre Politik in der konkreten Praxis aussehen sollte. Was ist der Funke? Was macht er in der JUSO? Der Funke ist die Strömung jener JUSOs, die mit revolutionären Positionen für jetzige und zukünftige Verbesserungen der Lebensbedingungen der Menschen kämpft. Revolutionär darum, weil der Kapitalismus dies nicht bieten kann und wir deshalb bei allen unseren politischen Handlungen den Bruch mit dem kapitalistischen System vor Augen haben. Der Funke arbeitet ernsthaft auf eine Revolution hin und hat eine echte Strategie. Dazu gehört, dass Revolutionäre sich nicht abkoppeln dürfen, sondern den Kampf um die Ausrichtung der Linken auch innerhalb der traditionellen Organisationen führen müssen. Und was bedeutet, dass du für die Strömung kandidierst? Die JUSO hat in den vergangenen Jahren gewaltige Schritte nach links gemacht. Revolutionär-marxistische Ideen finden - auch wegen der Aktivität des Funken - grossen Anklang. In der obersten Leitung der JUSO sind diese Ideen aber immer noch untervertreten. Mit meiner Kandidatur soll dieses Verhältnis verbessert werden. Falls ich gewählt werde, sehe ich es als meine Aufgabe, die revolutionären Ideen auch in der GL einzubringen. Inwiefern werden sich Politik und Ausrichtung der (…).
Der Funke, November 2017.
Funke, Der > Nyffeler Lukas. Interview. Der Funke, 2017-11-01.
Ganzer Text
01.11.2017 Schweiz
Funke, Der
Personen
Florian Sieber
Lieder
Volltext
Das politische Kampflief. Ein Vermächtnis der ArbeiterInnenbewegung. Rote Fahnen und Demonstrationen am 1. Mai gehören zur sozialistischen Bewegung - und mit ihnen das Singen von ArbeiterInnenliedern. Eine kleine Übersicht über die Entstehung und Entwicklung des Liedguts der ArbeiterInnenbewegung. „Die sechzehn Sänger, vorwiegend Mitglieder des Solinger Arbeitergesangsverein, marschierten mit geschulterten Spaten in die Arena, ich selbst an der Spitze in blauem Trainingsanzug mit einem abgebrochenen Spatenstiel als Taktstock. Wir sangen, und bereits bei der zweiten Strophe begannen die fast 1000 Gefangenen den Refrain mitzusummen". So beschreibt der Kommunist Wolfgang Langhoff wie das Lied „Die Moorsoldaten" zum ersten Mal im Emslandlager, einem der ersten KZ im hitlerfaschistischen Deutschland, gesungen wurde. Die Szene zeigt zwei Funktionen des ArbeiterInnenliedes: Für uns, die wir es heute singen, hält es die Erinnerung an die Mitglieder der ArbeiterInnenbewegung wach, die wegen ihrer Überzeugung verfolgt wurden und in den KZ der Faschisten landeten. Für die Betroffenen damals waren Lieder wie „Die Moorsoldaten" Trost und ein Bekenntnis zur proletarischen Bewegung zugleich. Doch es gibt weit mehr Gründe für das Singen von Kampfliedern. Sie sind so vielfältig wie der Liedschatz des Proletariats selbst. Als Instrument des politischen Kampfes wurde der Liedgesang schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts eingesetzt. Während der Napoleonischen Kriege und während den bürgerlichen (…). Florian Sieber.
Der Funke, November 2017.
Funke, Der > Lieder. Der Funke, 2017-11-01.
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01.10.2017 Sowjetunion
Funke, Der

Oktoberrevolution
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An die Bürger Russlands: Die Provisorische Regierung ist gestürzt. „An die Bürger Russlands! Die Provisorische Regierung ist gestürzt. Die staatliche Gewalt ist in die Hände des Organs des Petrograder Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten, des Militärischen Revolutionskomitees übergegangen, das an der Spitze des Proletariats und der Garnison von Petrograd steht.“ Mit diesem Aufruf verkündete das Militärische Revolutionskomitee, ein Ausschuss des Petrograder Sowjets, am 25. Oktober 1917 die Absetzung der bürgerlichen Regierung und die Machtübernahme durch die ArbeiterInnenklasse und die Bauernschaft in Russland. Zum hundertsten Mal jährt sich diesen Herbst dieser gewaltige Umbruch. Mit unserer seit Jahresbeginn laufenden Artikelreihe und den produzierten Materialien zum 100-Jahr-Jubiläum der Russischen Revolution wollen wir klar machen, dass es für uns als MarxistInnen kaum ein wichtigeres Jubiläum zu feiern gibt. 1917 erfolgte zum ersten Mal in der Weltgeschichte der grössere Versuch, eine Gesellschaft aufzubauen, in der die zuvor unterdrückten Schichten und Klassen demokratisch über ihr eigenes Schicksal entscheiden und in der der Gegensatz zwischen AusbeuterInnen und Ausgebeuteten, zwischen UnterdrückerInnen und Unterdrückten aufgehoben ist. Mit dem Zusammenbruch des Russischen Zarentums und der Machteroberung der Arbeiter- und Soldatendeputierten-Sowjets wurden in dem ehemaligen Riesenreich, das fast einen Sechstel der Erdoberfläche umspannte, 130 (…). Die Redaktion.
Der Funke, Oktober 2017.
Funke, Der > Oktoberrevolution. Der Funke, 2017-10-01.
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01.09.2017 BS Kanton
BVB Basler Verkehrsbetriebe
Funke, Der
Personen
Flo Degen
BVB
Sparmassnahmen
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Sparmassnahmen beim öffentlichen Verkehr. Basler Verkehrsbetriebe: „Es kocht!" Bei den Basler Verkehrsbetrieben (BVB) häufen sich Krankheitsfälle, das Vertrauen in die Direktion ist im Keller. Dies ist das direkte Resultat der Sparmassnahmen, die auf dem Rücken der Angestellten umgesetzt werden. Über die Auswirkungen im Berufsalltag und darüber, was sich aus ihrer Sicht ändern muss, haben wir uns mit Angestellten der BVB unterhalten. Die Basler Regierung hat von den BVB Sparmassnahmen in der Höhe von einer Million Franken pro Jahr gefordert. „Um konkurrenzfähig zu bleiben," hat die Direktion und der Verwaltungsrat ein Sparprogramm im Wert von 5 Millionen Franken zu verabschiedet. Für die Beschäftigten ist dies im Alltag unmittelbar spürbar. Drei Drämler (die anonym bleiben wollen) berichten von der Umstellung: „Mit dem neuen Arbeitszeitreglement ist die Motivation, freiwillig Überstunden zu machen im Keller. Neu werden Überstunden ausbezahlt statt kompensiert, Dienste abtauschen ist nicht mehr möglich. Die Fahrer sind jetzt selbst dafür verantwortlich, dass sie die Gesamtarbeitszeit einhalten. Wenn es zu viel Personal hat, werden nur kurze Schichten vergeben, dann hat man zu wenige Stunden und muss am freien Tag arbeiten gehen:' Doch es betrifft nicht nur die Tram- und Busführer. Ein Arbeiter aus der Werkstatt berichtet von der Umstellung auf die Taktfertigung: „Jeden Tag wird ein Modul revidiert. Aber das ist gar keine richtige Revision mehr. Es wird bei der Sicherheit des Rollmaterials gespart:' (…). Flo Degen. 
Der Funke, 1.9.2017.
Funke, Der > BVB. Sparmassnahmen. Der Funke, 2017-09-01.
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01.09.2017 Schweiz
AHV
Funke, Der
Juso
Personen
Michael Wepf
AHV-Revision
Juso
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Rentenreform: Wo steht die JUSO und wohin geht sie? Kurz vor der Abstimmung über die Rentenreform geht es in den Diskussionen hoch her. Eines ist klar: Die AV2020 spaltet die Linke - und dies nachhaltig. Sozialdemokratie und Gewerkschaftsbürokratie haben sich bei den kritischen Linken diskreditiert. Noch fehlt eine linke Kraft, um dieses Vakuum zu füllen. Eine Beurteilung der Rolle der JUSO. In der Westschweiz mobilisierten linke GewerkschafterInnen und kleinere Gruppierungen seit Diskussionsbeginn gegen das „Paquet Berset“ (AV2020). Die Unia-Führung wendete an ihrem Kongress Ende 2016 den Zwang zum Referendum mit bürokratischen Kniffen ab. In der SP zeigte sich wenig Opposition gegen den „eigenen“ Bundesrat im zuständigen Departement des Inneren. In dieser Konstellation wurde die JUSO Schweiz zur wichtigsten Bühne für eine Weichenstellung. An der Jahresversammlung Anfang März beugte sich die Geschäftsleitung, und speziell die Präsidentin, dem Druck des rechten Parteiflügeis. Sie unterstützte eine Resolution, die ein Referendum und den Kampf gegen die Konterreform verhindert hätte. Im Mai wurde der Entscheid korrigiert, doch das Zaudern in der wichtigsten Phase hat Folgen. Die Führung als Hebel. Betrachtet man die Geschichte der Schweizer Sozialversicherungen, stellt man fest, dass offene Angriffe auf ihre Ausgestaltung nur erfolgreich waren, wenn sie von der parlamentarischen oder gewerkschaftlichen Linken kamen. Ein erstes Beispiele dafür sind das anhaltende Bremsen des SGB (…). Michael Wepf.
Der Funke, 1.9.2017.
Funke, Der > AHV-Revision. Der Funke, 2017-09-01.
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01.07.2017 Sowjetunion
Funke, Der
Geschichte

Oktoberrevolution
Sowjetunion
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Trotz wirtschaftlicher Rückständigkeit, Analphabetismus, Krieg und Zerstörung, ergriffen die Arbeiterinnen und Arbeiter Russlands im Oktober 1917 die Initiative, nahmen ihr Schicksal in die eigenen Hände und begannen die Gesellschaft in ihrem Sinn zu gestalten. Ein wahrhaft historisches Ereignis. Heute, 100 Jahre später, steht die Menschheit vor einer ähnlichen Aufgabe. Die kapitalistische Krise offenbart vor aller Augen die zerstörerischen Auswirkungen des alles durchdringenden Kapitalismus. Längst sind die feudalen Strukturen, welche in Russland ein bestimmender Faktor waren, ausgemerzt, die Ausbeutung und Unterdrückung, der Krieg und die Zerstörung, Armut und Arbeitslosigkeit hingegen sind noch immer Realität; sie sind zwingender Teil des kapitalistischen Systems und auf Weltebene allgegenwärtiger als jemals zuvor. Dieses System zu überwinden, wie es die Russische Revolution für einen kurzen Zeitraum vorgemacht hat, ist heute die dringlichste Aufgabe der Menschheit; konkret stellt sich die Frage: Sozialismus oder Barbarei. Angesichts dieser Tatsache erstaunt es kaum, dass die Russische Revolution auch heute noch die Gemüter erhitzt. Während sie von bürgerlichen Medien, KommentatorInnen und HistorikerInnen verteufelt wird, nehmen wir das 100jährige Jubiläum zum Anlass, uns eingehender mit den Ereignissen von damals und ihren Lehren für die revolutionäre Arbeit heute zu befassen. Die internationale marxistische Strömung und der Funke als ihre Schweizer Sektion, verteidigen die Russische Revolution gegen (…). Die Redaktion.
Der Funke, Juli-August 2017.
Funke, Der > Oktoberrevolution. Der Funke, 2017-07-01.
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01.07.2017 Sowjetunion
Funke, Der

Antikommunismus
Oktoberrevolution
Volltext
Die bürgerliche Presse über die russische Revolution. Alternative Fakten in den bürgerlichen Medien. Kaum ein Thema wird in den bürgerlichen Medien so negativ dargestellt wie die Russische Revolution. In ihrer Angst vor dem revolutionären Vorbild werfen sie alle Redlichkeit über Bord. Nacktbaden im Entlebuch (Luzerner Zeitung), seine abschätzige Meinung über die spiessbürgerliche SP (NZZ) und natürlich die Zugfahrt im April 1917: Diese und weitere kuriose Anekdoten finden sich in der Schweizer Presse zuhauf über Lenins Aufenthalt in Bern und Zürich. Die .Darstellung als lächerlicher Kauz passt ins allgemeine Schema: die Oktoberrevolution zu delegitimieren und mit allerlei absurden Argumenten als Wurzel allen Übels des 20. Jh. darzustellen. Revolution oder Putsch. Eine der gängigsten Erzählungen der bürgerlichen Medien ist diejenige der Oktoberrevolution als ein Putsch einer kleinen, verschworenen Gruppe von Revolutionären um Lenin. So wird u.a. in der Aargauer Zeitung von den Bolschewiki als „Minderheitskommunisten" gesprochen. Auch der in bürgerlichen Kreisen gefeierte Osteuropahistoriker Jörg Baberowski bemüht in der NZZ Geschichte (Nr. 8, Januar 2017) die Erzählung eines Putsches, dem jegliche Legitimation gefehlt habe. Erklärungsnotstand. Das Problem der Putsch-These: Wie hätte eine solch kleine Gruppe, ohne jegliche Unterstützung der Bevölkerung, einfach die Macht an sich reissen können? In Wirklichkeit wurde die Absetzung der provisorischen Regierung durch eine überwiegende Mehrheit (…).
Der Funke Juli-August 2017.
Funke, Der > Oktoberrevolution. Medien. Der Funke, 2017-07-01.
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