Gewerkschaftschronik
 Textverzeichnis minimieren

Sie sind hier: Textverzeichnisse > Stichwort > Geschichte
Suchen Ortsverzeichnis Kapitelverzeichnis Personenverzeichnis Stichwortverzeichnis  

       
 
   
Anzahl gefundene Artikel: 255

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11
 DatumOrtKapitelPersonenStichworteArtikel
01.07.2020 Kuba
Geschichte
Granma
Eusebio Leal
Geschichte
Volltext
Der erste Historiker von Havanna. Für Eusebio Leal Spengler, brillanter Fortsetzer des Erbes von Emilio Roig. An diesem 1. Juli 2020 erinnern wir an die Ernennung von Doktor Emilio Roig de Leuchsenring zum Historiker von Havanna vor genau 85 Jahren, ein Ereignis von grösster Bedeutung, nicht nur im Bereich der Kultur und des Kulturerbes der kubanischen Hauptstadt, sondern des gesamten Landes. Zum Zeitpunkt seiner Investitur, die am 1. Juli 1935 erfolgte, war Dr. Roig aufgrund seiner aufrechten nationalistischen und antiimperialistischen Positionen bereits eine anerkannte Persönlichkeit auf dem Gebiet der Gesellschaftswissenschaften, des Rechts und der Geschichtsschreibung Kubas. Ohne Mitglied einer politischen Organisation der Republik zu sein, war Emilio Roig seit seiner Jugend ein Mann linker Ideen. Zeichen dafür sind seine Freundschaft mit Julio Antonio Mella und Rubén Martínez Villena, seine enge Zusammenarbeit mit der kubanischen Aktion Falange und der Gruppe Minorista, von der er als „spiritueller Mentor“ angesehen wurde, sowie seine mutige und offene Opposition gegen die Diktatur Machados. Die Sache des Antiimperialismus war immer eines seiner grossen Themen als Historiker und öffentliche Persönlichkeit. Das Jahr 1935 markierte zwei grosse Ereignisse in der intellektuellen Biographie von Emilio Roig: (…).
Granma, 1.7.2020.
Granma > Geschichte. Granma, 2020-07-01.
Ganzer Text
18.06.2020 Kuba
Geschichte
Granma

Ehrungen
Geschichte
Volltext
Ehre dem Generalmajor und treuen Soldaten. Bei einer einfachen aber tiefempfundenen Ehrung für Máximo Gómez wurde an diesem Mittwoch auf dem Friedhof Necrópolis de Colón der Hauptstadt ein Blumengebinde im Namen des kubanischen Volkes niedergelegt. Vor seiner Grabstätte und in einer Haltung der Ehrfurcht anlässlich des 115. Todestages von Máximo Gómez Báez wurde der Generalissimus erneut nachdrücklich als „treuer Soldat“ bezeichnet, „dessen Erbe an Patriotismus und Internationalismus in unseren patriotischen Werten sehr präsent ist“. Bei der Zeremonie, die von Armeekorpsgeneral Ramón Espinosa Martín, Mitglied des Politbüros der Partei und Vizeminister der Revolutionären Streitkräfte, geleitet wurde, wurde das wertvolle Erbe, das er für die nationale Geschichte hinterlassen hatte, gewürdigt, während die politischen und militärischen Beiträge des Mambí-Führers, die universelle Bedeutung haben, hervorgehoben wurden. Dr. Eduardo Torres Cuevas, Direktor des Büros des Martí-Programms, erinnerte an Meilensteine im Leben von Máximo Gómez, wie zum Beispiel den Aufruf zum Macheten-Angriff, und an seine Intoleranz gegenüber der Existenz von Sklaverei in Kuba, die er 1865 kennenlernte, als er 29 Jahre alt war. (…).
Granma, 18.6.2020.
Granma > Geschichte. Maximo Gomez. Granma, 2020-06-18.
Ganzer Text
18.06.2020 Zürich
NZZ
Personen
WOZ
Daniela Jansen
Geschichte
NZZ
Volltext
Geschichte der NZZ. Die Geister, die sie riefen. Ein neues Buch porträtiert die „Neue Zürcher Zeitung“ kritisch als kauzigen Männerbund. In unterhaltsamen Anekdoten wird aber auch manches weichgezeichnet – etwa der aktuelle Rechtskurs der Zeitung. Und dann zitiert der langjährige NZZ-Mitarbeiter den Bürgerschreck Niklaus Meienberg als spöttischen Gewährsmann. Genauer: Meienbergs „Jagdgespräch unter Tieren“, in dem das Wildschwein Fridolin und das Reh Mirza darüber witzeln, ob sich NZZ-Chefredaktor Fred Luchsinger wohl wieder lächerlich machen werde hinter seinem Jagdgewehr. „Umbruch“ heisst Friedemann Bartus durchaus auch kritisches Porträt der neueren NZZ-Geschichte. Es lebt vom Insiderwissen des Autors, der 35 Jahre lang selber für die NZZ geschrieben hat und bemüht ist, die Idee der Zeitung als freisinniges Weltblatt hochzuhalten. Kleingeist wird in dem Buch aber nicht verschwiegen, etwa dass man eine zentrale Publikation des vormaligen NZZ-Autors Max Frisch wegen ideologischer Grabenkämpfe einfach ignorierte. Freundlich zu den Fröntlern. Neben Frisch hatten auch alle Frauen in der NZZ einen schweren Stand. Eine frühe Frankreichkorrespondentin versteckte man hinter einem Männernamen, der erste Leitartikel einer Frau – über die Revision des Sexualstrafrechts – erschien 1985. Die Grenzen dieser liberalen Welt sind eng, politische Kommentare schreiben in der NZZ bis heute vornehmlich die Männer. Doch statt sich lange bei der Frauenfrage aufzuhalten, gibt Bartu Einblicke r(…). 
WOZ, 18.6.2020.
Personen > Janser Daniela. NZZ. Geschichte. WOZ, 2020-06-18.
Ganzer Text
01.06.2020 Schweiz
Personen
VPOD-Magazin
Christoph Schlatter
Geschichte
Volltext
Geschichte schreiben. Besonders in der Sportberichterstattung ist sie verbreitet, die Wendung, diese oder jener habe «Geschichte geschrieben». Jedes Mal, wenn Roger Federer irgendwo ein Tennisturnier zum gefühlt 385. Mal gewinnt, ist das zu lesen. Angeblich haben auch der Eisschnellläufer Livio Wenger, der Schwimmer Jeremy Desplanches und die Sprinterin Mujinga Kambundji Geschichte geschrieben. Genauso wie der FC Rätia Bludenz, der Turnverein Neue Sektion Winterthur und die Calanda Broncos. Wie dem Internet zu entnehmen ist. Geschichte schreiben? Mir gefällt der Ausdruck nicht. Erstens:  Machen tun die Geschichte wir alle, unentwegt. Schon Brecht ist aufgefallen, dass Caesar den Gallischen Krieg mutmasslich nicht ganz allein gewonnen hat: „Hatte er nicht wenigstens einen Koch bei sich?“ Geschichte machen auch: Intensivpflegerin Susanne, wenn sie den Patienten ans Beatmungsgerät anschliesst. Homeofficerin Erika, wenn sie die Rösti auf den Herd stellt, gleichzeitig mit dem Chef chattet, ihre Grössere das Einmaleins abfragt und den Kleinen zum möglichst ruhigen Legospiel anhält. Coop-Kassiererin Hatice, die heute schon zum 14. Mal von der Kasse aufstehen muss, weil eine Kundin das Gemüse nicht gewogen hat, nein, Fenchel war noch nie per Stück. Und Lastwagenfahrer Enver, wenn er wegen geschlossener Autobahntoiletten an den Strassenrand biselt. (…).
Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.6.2020.
Personen > Schlatter Christoph. Geschichte. VPOD-Magazin, 2020-06-01.
Ganzer Text
21.05.2020 Kuba
Geschichte
Granma

Geschichte
Gründung
Republik
Volltext
An was erinnert uns der 20. ?. An einem 20. Mai, aber im Jahr 1902, wurde die Republik konstituiert. Es wurden formale Rechte proklamiert, aber was bedeutete die Republik tatsächlich für die Kubaner?
Ungerechtigkeit: Viele von denen, die alles auf dem Schlachtfeld gelassen hatten, als sie für die Unabhängigkeit kämpften, wurden ausgeschlossen. Unterwürfigkeit: Nur die Herren wurden ausgewechselt. Repression: Nicht wenige der besten Kubaner, die gegen die Übel der Republik kämpften, verloren ihr Leben. Ausgrenzung und Diktatur: Das, was auf den schönen Postkarten von Havanna nicht zu sehen ist.
Ich sehne mich nicht nach den Leuchtreklamen. Angesichts des Todes von Mella, Guiteras, Jesús Menéndez, Frank, Abel, Echeverría und so vielen anderen gibt es keinen Grund sich zu freuen. Nach ihnen empfinde ich Sehnsucht. Der 20.Mai ist ein Datum, um sich daran zu erinnern, dass es nicht genügt, eine Republik zu haben. Sie haben es genau gesehen, und es hat ihnen nicht genügt. Es ist ein Datum, um sich zu vergegenwärtigen, dass die Republik allein nichts bedeutet. Sie war genau das Gegenteil von dem, was Martí erträumte, der Republikaner, der an einem 19. Mai in Dos Ríos fiel. Martí hat sich nicht damit begnügt, für die Republik einzutreten. Er war Antiimperialist! Ich sage dies ganz laut, damit man es nicht vergisst: Alles, was er tat, war aus diesem Grund. (…).

Granma, 21.5.2020.
Granma > Geschichte. Republik. Granma, 2020-05-21.
Ganzer Text
17.04.2020 Kuba
Granma

Geschichte
Volltext
17. APRIL 1961. Der Vorbote des Sieges. In einer der bewegendsten Chroniken über die Ereignisse von Girón verwandelte der Dichter Jesús Orta Ruiz, Indio Naborí, mit seiner „Elegie der wessßen Schuhe“ eine traurige Passage in Poesie. Der 17. April 1961 war der letzte Tag, an dem Nemesia Rodríguez Montano ihre Mutter lebend sah, eines der ersten Opfer der Söldnerinvasion. „Eine demütige, gutherzige Seele, die keiner Fliege etwas zuleide tun konnte“, erinnert sie sich. Nach dem Überfall der Söldner in den frühen Morgenstunden des 17. April bei Playa Girón wurde Nemesias Familie wie viele andere Bewohner der Region angewiesen, sich nach Jagüey Grande, der nächstgelegenen Stadt des Landungsgebiets, zu evakuieren, um vor allem die Kinder zu schützen. Kurz nach der Abfahrt traf in der Nähe der Ortschaft Soplillar, noch bevor die Verbindungsstrasse nach Jagüey erreicht wurde, ein Flugschrapnell das Fahrzeug, in dem sie unterwegs waren. Es löschte das Leben ihrer Mutter aus und verletzte zwei ihrer Brüder und ihre Grossmutter. In einer der bewegendsten Chroniken über die Ereignisse von Girón verwandelte der Dichter Jesús Orta Ruiz, Indio Naborí, mit seiner „Elegie der weissen Schuhe“ diese traurige Passage in Poesie. Es war nicht die einzige schicksalhafte Geschichte, die in diesem verzweifelten Versuch des Imperiums, das Beispiel der kubanischen Revolution zu ersticken, ausgelöst wurde. Die Invasion brachte vielen anderen kubanischen Familien Leid. (…).
Granma, 17.4.2020.
Granma > Geschichte. Granma, 2020-04-17.
Ganzer Text
28.02.2020 Steinhausen ZG
CIA
Crypta AG
Personen
Work
Clemens Studer
Crypta AG
Geschichte
Überwachung
Volltext
Das müssen Sie wissen. Die Zuger Crypto AG verkaufte während Jahrzehnten an über hundert Staaten Chiffriergeräte mit einer Hintertür. US-Geheimdienste und der Bundesnachrichtendienst (BND) horchten mit. Und besassen die Firma gar – über eine Briefkastenfirma.1952 Der schwedische Ingenieur Boris Hagelin wandert nach vielen Jahren in den USA nach Zug ein und gründet dort die Crypto AG. Er wählt die Schweiz, weil sie neutral ist und – im Vergleich zum ebenfalls neutralen Schweden – eine weniger regulierte Ausfuhrpraxis hat. 1958 Seit Beginn mischen US-Dienste bei der Crypto mit. Erst die NSA über ihren Kryptologen William Friedman. Sechs Jahre nach der Gründung übernimmt die CIA.1970 Boris Hagelin, der Sohn des Firmengründers, stirbt bei einem nie wirklich aufgeklärten Auto¬unfall in der US-Hauptstadt Washington. Ehe¬malige Crypto-Mitarbeiter sind überzeugt, dass der Autounfall eigentlich ein Mord war. Denn ¬Hagelin junior soll gegen den Verkauf an die CIA gewesen sein und vor allem: er wollte nach der Übernahme der Geschäftsleitung keine manipulierten Geräte mehr verka“fen. Das erzählt auch Peter Frutiger, der bis 1977 Chef der Crypto-Entwicklungsabteilung war. Frutiger: „Das war kein Unfall, das war ein Attentat.“ 1970 CIA und BND übernehmen die Crypto AG über eine Liechtensteiner Tarnfirma. Lustig: Diese intransparenten Besitzverhältnisse begründeten Firmenverantwortliche bis 2018 gerne immer damit, man wolle „nicht erpressbar sein“. 1977 Entwicklungsleiter Frutiger verlässt die Crypto. Zuvor dokumentiert er die Manipulationen. Sie sind seine Lebensversicherung. Und: (…).  Clemens Studer.
Work online, 28.2.2020.
Personen > Studer Clemens. Crypto AG. Geschichte. Work online, 2020-02-28.
Ganzer Text
18.10.2019 Schweiz
AVIVO
Personen
Vorwärts
Damian Bugmann
AVIVO
Geschichte
Volltext
Gegen Diskriminierung und Demütigung. Avivo, Vereinigung für Seniorinnen und Senioren, Invalide, Witwen und . Waisen, wurde vor siebzig Jahren ins Leben gerufen, 1949, im gleichen Jahr wie die AHV. Das Ziel einer existenzsichernden AHV, festgehalten in der Bundesverfassung, Ist auch heute noch nicht erreicht. Die Arbeit von Avivo bleibt deshalb wichtig und nötig. Die AHV, eine der Forderungen des Landesstreiks von 1918, wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführt. Die ersten Renten betrugen damals lediglich 40 Franken für Alleinstehende beziehungsweise 70 Franken für ein Ehepaar. Junge politische Aktivisten gründeten damals die Avivo. Vereinigung für Seniorinnen und Senioren, Invalide, Witwen und Waisen, die den Kampf um höhere Renten aufnehmen sollte und inzwischen 31 Sektionen mit über 20‘000 Mitgliedern zählt. Das Ziel einer existenzsichernden AHV ist auch heute noch nicht erreicht, obwohl das laut der Bundesverfassung eigentlich der Fall sein müsste! Mit der Jubiläumsveranstaltung will Avivo bisher Erreichtes feiern, doch werden sie sich weiterhin für ein Alter frei von finanziellen Sorgen, für anständige Invalidenrenten und, solange diese Renten zusammen mit Ergänzungsleistungen nicht existenzsichernd sind, auch für den Ausbau der EL einsetzen. Generationen-Solidarität. (…).
Damian Bugmann.
Vorwärts, 18.10.2019.
Personen > Bugmann Damian. AVIVO. Geschichte. Vorwaerts, 2019-10-18.
Ganzer Text
01.09.2019 Zürich
GDZ
Personen
VPOD-Magazin
Christoph Schlatter
GDZ
Geschichte
Volltext
Luft, Licht und Sex-Anzeigen. In der Zürcher Manegg ist in den letzten Jahren mit der Greencity ein neues Stadtquartier entstanden. Die GDZ AG hat ihren Standort 1988 dorthin verlegt. Jetzt hat sie ihn aufgeben müssen. 1898: Für den Druck des Volksrechts, der sozialdemokratischen Zeitung für Zürich, wird die Genossenschaftsdruckerei gegründet. Ihr erster Standort war an der Waldmannstrasse beim Bellevue. 1906 erwarb man an der Stauffacherstrasse, beim heutigen Ernst-Nobs-Platz, Liegenschaften: 1933 entstand dort ein Neubau in einem etwas klobigen Bauhausstil - heute im Erdgeschoss: das Café Nobs. Eine Festschrift von 1935 feiert die Eröffnung und jubelt, dass einstige Mangelprodukte jetzt vorhanden seien: „Luft, Licht und vor allem genügend Platz.“ Das Herzstück des Komplexes, der auch Redaktion und Administration des Volksrechts beherbergte, war die Rotationsdruckmaschine, eine „48-seitige, vier Platten breite Dreirollen-Maschine mit 2 Falzapparaten“, damals gewiss das Nonplusultra und in der Lage, innerhalb einer Stunde 60‘000 Zwölfseiter oder 13‘500 Achtundvierzigseiter auszuspucken, alles dreimal gefalzt. In der Akzidenzdruckerei wirkte - wiederum laut Festschrift – „gut geschultes Personal, das in technischer und geschmacklicher Beziehung versiert ist“. Das Offsetzeitalter beginnt bei der Genossenschaftsdruckerei 1958, das Computerzeitalter mit dem ersten Satzcomputer 1975. Schon 1974 hatte man sich aus dem Zeitungsdruck verabschiedet. (…). 
Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.9.2019.
Personen > Schlatter Christoph. GDZ. Geschichte. VPOD-Magazin, 2019-09-01.
Ganzer Text
01.07.2018 Schweiz
Personen
Suva
VPOD-Magazin
Paul Rechsteiner
Geschichte
Suva
Volltext
100 Jahre Suva: Ein Blick zurück und ein Ausblick in die Zukunft. Sozialer Leuchtturm. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt Suva ist 100 Jahre alt. SGB-Präsident Paul Rechsteiner, dessen Jubiläumsrede wir leicht gekürzt wiedergeben, rühmt den Erfolg der Sozialpartnerschaft. Und nennt die Felder, wo heute Handeln angesagt wäre. Die Suva ist aus extremer Not entstanden. Die Zahl der berufsbedingten Todesfälle war mit mehr als 1000 Toten pro Jahr gemessen an der Zahl der Beschäftigten 20-mal höher als heute. Jeder Dritte wurde Opfer eines Betriebsunfalls. Todesfall oder Invalidität bedeutete für die Betroffenen und ihre Familien den Absturz in die Armut. Heute ist das zum Glück nicht mehr so - ein gewaltiger sozialer Fortschritt. Die soziale 'Not allein hätte allerdings nicht zum Umdenken geführt. Es brauchte dafür den jahrzehntelangen Druck der Arbeiterbewegung. Aber letztlich wäre die Gründung der Suva auch ohne Unternehmer und bürgerliche Politiker mit einem starken Sinn für soziale Verantwortung nicht möglich geworden. Herausragend: FDP-Nationalrat und später Bundesrat Ludwig Forrer. Heute – 100 Jahre später - können wir eine Erfolgsgeschichte feiern, die nicht selbstverständlich war. Die Geschichte der Katastrophen, wie Mattmark oder Asbest, erinnert uns auch an den kontroversen und schmerzlichen Prozess ihrer Bewältigung. Die Suva spielte eine unersetzliche Rolle. Das Risiko Unfall gehört zu den existenziellen Risiken, denen die Menschen ausgesetzt sind. Die Suva sorgt für eine (…). Paul Rechsteiner.
VPOD-Magazin, Juli 2018.
Personen > Rechsteiner Paul. Suva. Geschichte. VPOD-Magazin 2018-07-01.
Ganzer Text
01.07.2018 Schweiz
APO
Funke, Der

68er-Bewegung
Geschichte
Volltext
Ein Jahrzehnt auf der Suche nach der revolutionären Praxis. Der französische Mai 68 war „nur“ der Startschuss. Das Jahr 1968 läutete in Europa eine 10-jährige Periode des Klassenkampfes ein. Diese Welle von Massenbewegungen dauerte, grob umrundet, vom Ende der 60er Jahre bis zum Niederschlagen des britischen Bergarbeiterstreiks von 1984/85. Dabei kämpften die Lohnabhängigen und Studierenden nicht nur gegen die Bourgeoisie und ihren Staat. Überall wurde die Kampfbereitschaft der ArbeiterInnen und der Jugend von den bestehenden linken Massenorganisationen gebremst. Während dieser Periode entstanden europaweit linke Organisationen, welche die Politik der sozialdemokratischen und stalinistischen Parteien radikal in Frage stellten. Leider lieferten sie keine Antwort, die den Lauf der Geschichte entscheidend ändern konnte. Deshalb stellen sich viele der gleichen Fragen auch heute noch. Während des Nachkriegsbooms hatten sich die Kommunistischen Parteien (KP) in Frankreich und Italien mit dem bürgerlichen Regime abgefunden und wollten darin höchstens noch Parlamentssitze erobern. In Deutschland und der Schweiz integrierten sich die Sozialdemokratie zunehmend in den Staatsapparat. Grundsätzlich hatte ihre Politik die gleichen Mängel: Sie weigerten sich alle, mit der Logik und den Regeln des kapitalistischen Systems zu brechen. Der Generalstreik in Frankreich wurde von der KP beendet - damit die Partei an den Wahlen Ende Juni teilnehmen konnte! (…). Die Redaktion.
Der Funke, Juli 2018.
Funke, Der > 68er-Bewegung. Der Funke, 2018-07-01.
Ganzer Text
29.06.2018 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Elisabeth Joris
Frauenstimmrecht
Geschichte
Volltext
62 Jahre bis zum Frauenstimmrecht: „Man ist nie Mensch. Man ist entweder Mann oder Frau“. Die Geschichte beginnt mit einem Paukenschlag und endet mit einem Trillerpfeifenkonzert. Dazwischen spielen Schubladen die zentrale Rolle. Auf der Forderungsliste des Landesstreiks 1918 belegt das Frauenstimmrecht den zweiten Platz. Die prominente Platzierung schlägt bei den Frauenrechtlerinnen wie «eine Bombe» ein. Ein Paukenschlag. Sofort und per Telegramm empfiehlt die Präsidentin des Schweizerischen Frauenstimmrechtsverbands, Emilie Gourd, dem Bundesrat «wärmstens», das Frauenstimmrecht umzusetzen. Erfolglos. Ebenso erfolglos sind die beiden nationalrätlichen Motionen des Basler Freisinnigen Emil Göttisheim und des Zürcher Sozialdemokraten Herman Greulich. Die Begehren verschwinden in einer Schublade. Wicks Tiraden. Wirkung erzeugt der Paukenschlag aber unter den Frauen. Der Bund Schweizerischer Frauenvereine (BSF, heute Alliance F) setzt 1919 mit einem klaren Bekenntnis zum Frauenstimmrecht ein wichtiges Zeichen. Es folgen Abstimmungen in sechs Kantonen. Sie gehen fast alle auf sozialdemokratische Eingaben zurück. Und alle enden sie mit einem deutlichen Nein der Männer. Auch die Genossen gehören mehrheitlich zur Front der Patriarchen. Einen neuen Anlauf nehmen die Frauen an der Schweizerischen Ausstellung für Frauenarbeit (SAFFA). In Bern (…). Elisabeth Joris.
Work online, 29.6.2018.
Personen > Joris Elisabeth. Frauenstimmrecht. Geschichte. Work online, 2018-06-29.
Ganzer Text
25.04.2018 Serbien
Geschichte
Junge Welt

Antikommunismus
Geschichte
Volltext
Umgeschriebene Geschichte. In den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens soll die Erinnerung an den Sozialismus aus der Öffentlichkeit verbannt werden. Der Geschichtsrevisionismus in Serbien nimmt immer skurrilere Formen an. Am 27. Februar hat der Bürgermeister der Stadt Zrenjanin, Cedomir Janjic, dem Ministerium für öffentliche Verwaltung und lokale Selbstverwaltung den Vorschlag weitergeleitet, seine Stadt in Petrovgrad umzubenennen. Janjic gehört der in Belgrad regierenden Serbischen Fortschrittspartei (SNS) an. Ginge es nach Janjic und seiner SNS, erhielte die Stadt in der Vojvodina, die vor 70 Jahren nach dem Kommunisten und Partisanen Zarko Zrenjanin benannt wurde, den Namen, den sie zwischen 1935 und 1941 getragen hatte. Unterstützt wird das Vorhaben von rechten Gruppen und lokalen Geschäftsleuten. Die Umbenennung von Orten, Strassen und Plätzen ist kein neues Phänomen. Bereits Anfang der 1990er Jahre begannen die neuen Machthaber in den Nachfolgestaaten Jugoslawiens, diejenigen Namen zu ersetzen, die an Sozialismus, Antifaschismus und die Ideale von „Brüderlichkeit und Einheit“ erinnerten. Die Klassenfrage wurde durch die nationale ersetzt. Neue Namensgeber wurden gesucht und gefunden: Figuren aus der Monarchie, der Zeit der Staatsgründungen im 19. Jahrhundert oder sogar aus den Reihen der Kollaborateure während des Zweiten Weltkriegs. Der öffentliche Raum wurde und wird den jeweiligen nationalen Erzählungen und Mythen angepasst. Die neue Geschichtsschreibung soll dabei die (…).
Junge Welt, 25.4.2018.
Junge Welt > Serbien. Geschichte. Junge Welt, 2018-04-25.
Ganzer Text
29.03.2018 Schweiz
Personen
Suva
Work
Christian Egg
Geschichte
Suva
Volltext
Darum ist die Suva eine ganz besondere Versicherung. Wunder wird hundert. Sie muss keine Profite machen und ist nicht privatwirtschaftlich organisiert. Deshalb ist die Suva der Versicherungslobby ein Dorn im Auge. Seit 1918. Der Historiker Hans Ulrich Jost sagt es so: "Es ist das reinste Wunder, dass es den Rechten bisher nicht gelungen ist, die Suva zu privatisieren." Bisher, das heisst seit ihrer Gründung im Jahr 1918. "Eine Pioniertat" unserer Vorfahren sei das gewesen, sagt Nico Lutz. Der Unia-Bauchef ist Arbeitnehmervertreter im Suva-Rat und stellt klar: "Wenn es die Suva nicht gäbe, müsste man sie erfinden". Urschweizer Prinzip. Die Suva ist nicht irgendeine Versicherung. Sie muss keine Profite machen. Jeder Franken, den sie einnimmt, geht in Form von tiefen Prämien oder Unfallprävention wieder an die Versicherten zurück. Und sie funktioniert nach dem Prinzip der genossenschaftlichen Selbstverwaltung: Im Suva-Rat sitzen Vertreterinnen und Vertreter der Sozialpartner und des Bundes. Ein Erfolgsmodell und "ein urschweizerisches Prinzip" nennt es Franz Steinegger. Der Urner FDP-Politiker war 22 Jahre lang Suva-Präsident, nämlich von 1991 bis 2013. Und er hat die Versicherung immer mit Haut und Haaren verteidigt. Warum, verriet er 2008 im Work-Interview: "Ich bin ein Freund des Wettbewerbs. Aber in den Sozialversicherungen funktioniert das nicht." (…). Christian Egg.
Work, 29.3.2018.
Personen > Egg Christian. Suva. Geschichte. Work, 2018-03-29.
Ganzer Text
16.02.2018 Kosovo
Geschichte
Junge Welt

Geschichte
Volltext
Ein scheiterndes Experiment. Vor zehn Jahren erklärte sich das Kosovo für unabhängig. Der Staat ist bis heute eine Art Kolonie des Westens – und ein Hort der Mafia. Hannes Hofbauer ist Historiker und Verleger. Er schrieb an dieser Stelle zuletzt am 1. Dezember 2017 über das Ende des Jugoslawien-Tribunals. Von ihm erschien 2008 im Wiener Pro¬media-Verlag: „Experiment Kosovo. Die Rückkehr des Kolonialismus.“ Am 17. Februar 2018 jährt sich die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo zum zehnten Mal. Die ausländischen Verwalter geben sich nach aussen zufrieden, die einheimische politische Elite feiert und hofft darauf, dass sie der immer näher rückende juristische Bannstrahl wegen ihrer Verstrickungen in die organisierte Kriminalität verschonen möge, die US-Armee beflaggt ihr grosses Militärcamp, und die jungen Einwohner des Kosovo träumen von der Emigration. Kein anderes Land in Europa ist politisch, wirtschaftlich und militärisch so abhängig wie die gewaltsam abgespaltene (ehemalige) serbische Provinz. Kosovos Staatlichkeit war von Anfang an eine überwachte, Personal der Vereinten Nationen und der Europäischen Union hatte sich ebenso wie ausländisches Militär bereits unmittelbar nach dem Rückzug der serbischen Truppen im Juni 1999 festgesetzt. In rasender Geschwindigkeit erfolgte die Errichtung einer wahrhaften Kolonialverwaltung, an der sich auch nach der feierlich verkündeten Unabhängigkeit grundsätzlich nichts geändert hat. Die höchste Autorität im Land bleibt der jeweilige Chef der (…).
Junge Welt, 16.2.2018.
Junge Welt > Kosovo. Geschichte. Junge Welt, 2018-02-16.
Ganzer Text
25.01.2018 Schweiz
Personen
SGB
SRG
Thomas Zimmermann
Geschichte
No Billag
Volltext
Der ewige rechte Traum von der Zerschlagung der SRG. Der neuste Angriff auf die SRG ist nicht das Resultat eines Bierstammtisches bürgerlicher Jungpolitiker, sondern soll einen alten rechten Traum verwirklichen: die Zerschlagung der SRG aus ökonomischen und ideologischen Gründen. Die gerne verbreitete Geschichte um die No-Billag-Initiative geht so: 2013 trifft sich eine Handvoll Jungrechter zum Biertrinken. Dabei kommt ihnen die Idee zur No-Billag-Initiative. Die Aktivisten aus Jungfreisinn, JSVP und der späteren libertären Splittergruppe UP machen sich ans Werk und bringen mit viel Engagement die Unterschriften für ihre radikale Initiative zusammen, obwohl sie weder von relevanten Organisationen noch von ihren Mutterparteien unterstützt werden. Eine beeindruckende „David-gegen-Goliath"-Story - sie ist aber falsch. Doch von Anfang an: Die erste Anti-SRG-Organisation wurde bereits vor vier Jahrzehnten gegründet. Von Walther Hofer, SVP-Nationalrat und kalter Krieger. Seine "Schweizerische Radio- und Fernsehvereinigung" ritt als "Hofer-Club" Angriff um Angriff auf die SRG. Mit dabei ein jungrechter Politiker namens Christoph Blocher. Der "Hofer-Club" blieb nicht lange alleine. Immer neue Organisationen am rechten Rand der politischen Landschaft polemisierten gegen den "linken Staatssender" und sein angebliches Monopol. Neben der Ideologie ging es dabei auch immer ums Geschäft. Während die SRG-Gegner mit ihren inhaltlichen Angriffen wenig Erfolg hatten, konnten sie Mitte (…). Thomas Zimmermann.
SGB, 25.1.2018.
Personen > Zimmerman Thomas. No-Billag. Geschichte. SGB, 2018.01-25.
Ganzer Text
25.01.2018 Schweiz
Personen
SGB
SRG
Thomas Zimmermann
Geschichte
No Billag
Volltext
Der ewige rechte Traum von der Zerschlagung der SRG. Der neuste Angriff auf die SRG ist nicht das Resultat eines Bierstammtisches bürgerlicher Jungpolitiker, sondern soll einen alten rechten Traum verwirklichen: die Zerschlagung der SRG aus ökonomischen und ideologischen Gründen. Die gerne verbreitete Geschichte um die No-Billag-Initiative geht so: 2013 trifft sich eine Handvoll Jungrechter zum Biertrinken. Dabei kommt ihnen die Idee zur No-Billag-Initiative. Die Aktivisten aus Jungfreisinn, JSVP und der späteren libertären Splittergruppe UP machen sich ans Werk und bringen mit viel Engagement die Unterschriften für ihre radikale Initiative zusammen, obwohl sie weder von relevanten Organisationen noch von ihren Mutterparteien unterstützt werden. Eine beeindruckende „David-gegen-Goliath"-Story - sie ist aber falsch. Doch von Anfang an: Die erste Anti-SRG-Organisation wurde bereits vor vier Jahrzehnten gegründet. Von Walther Hofer, SVP-Nationalrat und kalter Krieger. Seine "Schweizerische Radio- und Fernsehvereinigung" ritt als "Hofer-Club" Angriff um Angriff auf die SRG. Mit dabei ein jungrechter Politiker namens Christoph Blocher. Der "Hofer-Club" blieb nicht lange alleine. Immer neue Organisationen am rechten Rand der politischen Landschaft polemisierten gegen den "linken Staatssender" und sein angebliches Monopol. Neben der Ideologie ging es dabei auch immer ums Geschäft. Während die SRG-Gegner mit ihren inhaltlichen Angriffen wenig Erfolg hatten, konnten sie Mitte (…). Thomas Zimmermann.
SGB, 25.1.2018.
Personen > Zimmerman Thomas. No-Billag. Geschichte. SGB, 2018.01-25.
Ganzer Text
30.11.2017 Schweiz
Streik
Unia Schweiz

Geschichte
Publikation
Streikbewegung
Volltext
Publikation des Buches „Streik im 21. Jahrhundert“. Streiks gehören nicht nur der Geschichte an. 2018 sind es 100 Jahre her seit dem Landesstreik in der Schweiz. Doch Streiks existieren auch in der Schweiz nicht nur in den Geschichtsbüchern. Auch im 21. Jahrhundert greifen jedes Jahr Tausende zu diesem Mittel des Arbeitskampfes. Das zeigt das neue Unia-Buch „Streik im 21. Jahrhundert“. Seit dem Jahr 2000 finden gemäss der amtlichen Streikstatistik des Bundesamtes für Statistik jährlich drei bis zehn Streiks mit durchschnittlich über 6‘000 Beteiligten statt. In Realität sind es einige mehr, denn die offizielle Statistik zählt nur ganztägige Arbeitsniederlegungen. Viele Arbeiterinnen und Arbeiter greifen zu diesem Kampfmittel – auch Angestellte in „modernen“ Berufen und Branchen. Blick auf exemplarische Streiks. Im Buch „Streik im 21. Jahrhundert“ zeigen verschiedene Autorinnen und Autoren auf, wie Arbeitskämpfe in der Schweiz seit der Jahrtausendwende eine Renaissance erlebten. Am Beispiel von bekannten Streiks und in Gesprächen mit Gewerkschaftsexponent/innen schildern sie Strategien und Erfolge, aber auch Probleme und Widrigkeiten bei Arbeitskämpfen. So zum Beispiel bei den SBB-Officine in Bellinzona, Novartis in Nyon, Merck Serono in Genf, dem Schauspielhaus in Zürich oder dem landesweiten Baustreik, der zur Einführung der Frühpensionierung mit 60 führte. Kampfmittel der Zukunft. (…).
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 30.11.2017.
Unia Schweiz > Streikbewegung. Geschichte. Unia, 2017-11-30.
Ganzer Text
23.11.2017 Zürich
Geschichte
Personen
Vorwärts
Konrad Farner
Geschichte
Kapitalismus
Volltext
Liberalismus in Reinkultur. Konrad Farner (1903-1974) zeigt in einer Rede zur 600-Jahr-Feler von Zürichs Beitritt zum Eidgenössischen Staatenbund die Klassenkämpfe vom Mittelalter bis heute. Unser Ausschnitt porträtiert den Autokraten Alfred Escher. „Schaffer und Raffe“. Der Kapitalismus akkumuliert sich in Zürich stärker als irgendwo in der Schweiz. Ja, er konzentriert sich hier, er konzentriert sich in Form von Fabriken, Handelsgeschäften, Banken und Verkehrsmitteln. Er konzentriert und repräsentiert sich in der gewaltigsten Persönlichkeit der damaligen Schweiz, in einer Persönlichkeit, die als „Princeps“, wie man ihn nennt, als Fürst und Führer, Stadt und Land tatsächlich beherrscht, in Alfred Escher. Er ist es, der das alte Bürgermeisteramt auch jetzt ausübt: Er ist ein neuer Diktator, ebenso eigenmächtig wie seine Vorgänger, ebenso herrschsüchtig und leidenschaftlich, so begabt und rücksichtslos, so weitblickend, energisch und talentiert. Er ist, um zeitgenössische Worte zu gebrauchen, der „Schaffer und Raffer“, wie ihn Zürich noch nie erlebt: Regierungspräsident, mehrmals Präsident des Nationalrates, einflussreichstes Mitglied der Bundesversammlung, Gründer und Leiter der Kreditanstalt, Präsident der Nordostbahn, Initiant der Gotthardbahn und deren Direktionspräsident. Er ist der „Eisenbahnkönig“ überhaupt - der Konzessionsvertrag der Nordostbahn wird im Jahr 1853 dreifach unterzeichnet: im Namen des Regierungsrates vom Präsidenten Alfred Escher, im Namen der Aufsichtsbehörde der Kantonalbank, (…). 
Vorwärts, 23.11.2017.
Personen > Farner Konrad. Zürich. Geschichte. Vorwärts, 2017-11-23.
Ganzer Text
29.06.2017 Schweiz
AHV
Personen
Work
Ralph Hug
AHV
Geschichte
Volltext
70 Jahre Hass von Rechts. Von Anfang an reden die Rechten die AHV schlecht. Vor 70 Jahren sagte die Schweiz Ja zur AHV. Frappant: Ihre Feinde ziehen heute mit denselben Argumenten gegen das wichtigste Sozialwerk der Schweiz. Am 6. Juli 1947 sagte das Stimmvolk mit überwältigender Mehrheit Ja zur Einführung einer Alters- und Hinterlassenenversicherung (siehe Text unten). Die Abstimmung wurde nötig, weil Wirtschaftskreise zusammen mit Erzföderalisten und Rechtskatholiken das Referendum ergriffen hatten. Damals traten für die AHV noch alle vier Bundesratsparteien ein. FDP-Bundesrat Walther Stampfli hatte die Vorlage ausgearbeitet. Heute steht die FDP an der Spitze der Gegner der Altersvorsorge 2020. Gab es früher noch einen Volksfreisinn mit Sinn fürs Gemeinwohl, gibt es inzwischen nur noch einen Wirtschaftsfreisinn am Gängelband der Arbeitgeber. Letzte Woche beschimpfte ihr Präsident Valentin Vogt am Arbeitgebertag die Altersvorsorge 2020 als «lethargische Scheinreform». Genau gleich tönten die Wirtschaftsverbände schon vor siebzig Jahren. Wer die damaligen Behauptungen der AHV-Feinde mit den heutigen vergleicht, reibt sich die Augen: es sind dieselben. Dass das System AHV auch heute noch tadellos funktioniert, straft die Horrorszenarien der Gegner Lügen. Hier der Beweis in sechs Punkten. Ikonisch: Die Plakate des Künstlers Hans Erni prägten 1947 den Abstimmungskampf um die Einführung der AHV und gehören bis heute zu den bekanntesten politischen Plakaten der Schweizer Geschichte. (…). Ralph Hug.
Work online, 29.6.2017.
Personen > Hug Ralph. Geschichte. Work online, 2017-06-29.
Ganzer Text
01.06.2017 Schweiz
Personen
Work
Hans-Ulrich Jost
Marie-Josée Kuhn
Geschichte
Interview
Statistik
Volltext
Geissenzählen ist hochpolitisch. Historiker Hans Ulrich Jost hat die Geschichte der Schweizer Statistik erforscht. Statistik, das sind nicht nur leere Zahlenhaufen, sagt Hans Ulrich Jost. Statistik erzähle von Machtverhältnissen und heftigen politischen Kämpfen. Als erster hat Jost ein Grundlagenwerk zur Schweizer Statistik geschrieben. Work: Die Schweiz erfasst statistisch zwar jede Geiss, aber sie hat weder eine brauchbare Sterbestatistik nach Berufen noch eine über Berufskrankheiten. Warum? Hans-Ulrich Jost: Tatsächlich hat man dem statistischen Amt lange Zeit den Vorwurf gemacht, vor allem Geissen, Hasen und Kühe zu zählen und alles andere zu vernachlässigen. Das traf früher auch zu, hatte aber seine Gründe. Vor etwa 150 Jahren sprach der Bund der Landwirtschaft erstmals Subventionen zu. Und weil er dieses Geld zielgerichtet einsetzen wollte, musste er mehr über die Landwirtschaft wissen. Deshalb wuchs die Landwirtschaftsstatistik schneller als andere Statistiken. Kommt hinzu, dass der Bauernverband unter seinem König, dem einstigen Direktor Ernst Laur, sehr früh schon eigene Statistiken für seine politischen Interessen einsetzte. Laur bezeichnete Zahlen als Soldaten, die viel besser zuschlagen könnten als alle anderen Argumente. Und so sah sich der Bund denn gezwungen, der privaten und manipulierten Bauernverbandsstatistik eine mehr oder weniger neutrale Landwirtschaftsstatistik entgegenzusetzen. Das führte dazu, dass das Eidgenössische Statistische Büro im Zweiten Weltkrieg sogar (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 1.6.2017.
Personen > Jost Hans Ulrich. Statistik. Interview. Marie-Josée Kuhn. Work, 2017-06-01.
Ganzer Text
22.05.2017 Schweiz
VPOD Schweiz

Geschichte
Volltext
Geschichte und Ausblick. Seit jeher ist es so: Arbeitnehmende und Arbeitgeber sitzen nicht an gleich langen Hebeln. Der VPOD hat eine über 100-jährige Geschichte. Seine Vorläuferorganisationen reichen bis in die 1890er Jahre zurück, als in verschiedenen Schweizer Städten Gemeinde- und Staatsarbeiter Verbände gegründeten. 1896 entstanden die ersten Strassenbahnerverbände in Bern und in Zürich. Als Gründungsdatum des VPOD gilt der 19. November 1905: An jenem Tag wurde im Grütliheim in Zürich der Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter der Schweiz gegründet. Erster Präsident war Herman Greulich, der Vater der Gewerkschaften in der Schweiz. Die frühen Jahre. 1908 wurde ein Zentralsekretariat eröffnet; gleichzeitig erschien – unter dem Titel „Plus haut – Aufwärts – In alto“ die erste Verbandszeitung. 1920 erfolgte dann der Zusammenschluss mit dem Schweizerischen Strassenbahnerverband, 1924 die Namensänderung in Schweizerischer Verband des Personals öffentlicher Dienste VPOD. In den frühen Jahren standen gewerkschaftliche Kämpfe, etwa um die Senkung der Arbeitszeit, einerseits, die Solidarität der Arbeitnehmenden untereinander andererseits im Vordergrund. 1926 führte der Verband eine Arbeitslosenversicherung als Selbsthilfeorganisation ein. In den dreissiger Jahren kämpfte der VPOD gegen Finanzprogramme und Lohnabbau. Zugleich war der Verband für viele Heimstatt und Heimat; während des Zweiten Weltkriegs engagierte er sich unter seinem damaligen Sekretär Hans Oprecht stark für die (…).
VPOD Schweiz, Geschichte, 22.5.2017.
VPOD Schweiz > Geschichte. VPOD Schweiz, Geschichte, 2017-05-22.
Ganzer Text
18.04.2017 Bellinzona
Industriewerke Bellinzon
Personen
SEV Schweiz
Pietro Gianolli
Karin Taglang
Geschichte
Industriewerk Bellinzona
Volltext
SEV fördert Studie über das „Phänomen“ Officine der SBB in Bellinzona. Der Streik als Ausgangspunkt. Eine Studie des Departements für Betriebswirtschaft, Gesundheit und Soziales der SUPSI, die auch vom SEV unterstützt wurde, soll herausfinden, weshalb die Officine der SBB in Bellinzona seit nunmehr fast zehn Jahren immer wieder ein aktuelles Thema ist. Einen Fall wie den der Officine Bellinzona gibt es kein zweites Mal. Dennoch kann man seine Beispiellosigkeit nicht einzig und allein auf den Streik von 2008 zurückführen. Ein besonderes Ereignis. Natürlich war dieser Streik kein alltägliches Ereignis: Seine Dauer, die Entschlossenheit, mit der er geführt wurde, aber auch die grosse Unterstützung und Beteiligung der Bevölkerung, die man zu wecken vermochte, machten den Streik zu einem besonderen Ereignis. Nicht ohne Grund hatte Bundesrat Moritz Leuenberger an der Pressekonferenz, die auf die Einigung am Ende des Streiks folgte, von einem Konflikt gesprochen, der weit über die Grenzen der Unternehmung hinauswirkte und die Notwendigkeit des „nationalen Zusammenhalts“ aufzeigte. Stets wachsam bleiben. Diese aussergewöhnlichen Umstände allein reichen jedoch nicht aus, um das nach zehn Jahren weiterhin grosse Interesse an der „Frage der Officine“ zu erklären. Das Wichtigste ist, dass die Officine immer noch besteht. Die SBB zeigte sich wiederholt optimistisch und machte Zusicherungen, was deren Zukunft betrifft. Trotzdem, innerhalb der Officine ist weiterhin eine besonders aktive (…). Pietro Gianolli, Karin Taglang.
SEV kontakt, 18.4.2017.
SEV > Industriewerke Bellinzona. SEV, 2017-04-18.
Ganzer Text
07.04.2017 Deutschland
Junge Welt
USPD

Geschichte
USPD
Volltext
Die Partei sind wir. Vor 100 Jahren wurde in Gotha die USPD als Folge der Spaltung der Sozialdemokratie gegründet. Ihre Geschichte ist heute nahezu vergessen. Leo Schwarz schrieb an dieser Stelle zuletzt am 19.10.2016 über den Erfurter Parteitag der deutschen Sozialdemokratie. Der liberale britische Historiker Edward Hallett Carr hat neben einer exzellenten, in Deutschland fast unbekannten vielbändigen Geschichte der ersten zehn, fünfzehn Jahre der Sowjetunion auch einige grundlegende Überlegungen zum historiographischen Handwerk hinterlassen. Sein Büchlein „What is History?“ (1961, dt. 1981) ist so etwas wie das rote Tuch konservativer Neorankeaner, die glauben, ein (und zwar ihr eigenes) Arrangement von Aktenstücken und „Fakten“ liefere den jeweils gültigen Begriff, „wie es eigentlich gewesen“ ist. Auch „linke“ Poststrukturalisten mögen Carr überhaupt nicht, denn er hielt die Dinge für erkennbar und Geschichte nicht für eine Konstruktion. Der harte Kern der Geschichtswissenschaft war für Carr Interpretation, nicht aber die Akkumulation prinzipiell unbegrenzt zur Verfügung stehender Fakten – was der Historiker an Material finde, hänge „zum Teil vom Zufall, in der Hauptsache aber doch davon ab, welchen Teil des Ozeans er sich zum Fischen aussucht und welche Angelgeräte er wählt (…). Gewöhnlich erwischt der Historiker die Fakten, die er haben will.“ Schwierige Forschungslage. Nach der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD), die vor 100 Jahren in Gotha gegründet wurde und 1920 mit knapp 900‘000 Mitgliedern und fast fünf Millionen Wählern die zweitgrösste deutsche Partei war, haben (…). Leo Schwarz.
Junge Welt, 7.4.2017.
Junge Welt > USPD. Geschichte. Junge Welt, 2017-04-07.
Ganzer Text
06.03.2017 Schweiz
Frauentag
Vorwärts

8. März
Geschichte
Volltext
Der Kampf um die Zukunft ist auch ein Kampf um die Geschichte. Die Geschichte des 8. März ist politisch. Vor 100 Jahren lösten die Arbeiterinnen Petrograds die Februarrevolution aus und erkämpften sich kurz danach das Stimmrecht. Der 8. März wird in diesem Jahr 100 Jahre alt, wie die zwei Revolutionen in Russland. Die Februarrevolution – sie müsste nach unserem Kalender Märzrevolution heissen – wurde am 8. März durch die demonstrierenden Arbeiterinnen Petrograds, der damaligen Hauptstadt Russlands, ausgelöst. Die Zweite Internationale Konferenz kommunistischer Frauen in Moskau erhob deshalb 1921 diesen Tag zum internationalen Frauenkampftag, was bis heute so geblieben ist. Das Vorhaben, ein gemeinsames Datum für einen internationalen Frauentag festzulegen, bestand seit 1910, als dies die beiden Sozialistinnen Clara Zetkin und Käte Duncker auf der Zweiten Internationalen Frauenkonferenz in Kopenhagen forderten, ohne dabei einem konkreten Datum den Vorzug zu geben. Zentral war Zetkin und Duncker die Stärkung der Frauenbewegung durch einen weltweiten und gleichzeitigen Kampftag. Die internationalen Verbindungen der Frauenorganisationen und der über die Grenzen hinausgehende gemeinsame Kampf könne so den Herrschenden am deutlichsten vor Augen geführt werden. Es zeigte sich in den folgenden Jahren, dass ein internationaler Kampftag ohne fixes Datum die Bewegung vor Probleme stellte. Dies nicht nur, weil es organisatorisch anspruchsvoller war, sondern auch, weil der historische Rückbezug auf vorausgegangene Kämpfe einem Bedürfnis entsprach. 1848. (…).
Vorwärts, 6.3.2017.
Vorwärts > 8. März. Geschichte. Vorwärts, 2017-03-06.
Ganzer Text
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11


  
Copyright 2007 by Beat Schaffer   Nutzungsbedingungen  Powered by dsis.ch    anmelden