Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 191

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02.06.2020 Schweiz
Bundesgericht
Personen
VPOD Schweiz
Christoph Schlatter
Bundesgericht
Mitbestimmung
Volltext
Nicht ohne uns – Bundesgericht klärt Mitbestimmung in der Vorsorge. Die zweite Säule ist in der Schweiz paritätisch konzipiert. Beide Parteien, Arbeitgeber und Arbeitnehmende, bestimmen gemeinsam. Auch beim Wechsel der Vorsorgeeinrichtung. Das hat das Bundesgericht endlich klargestellt. Der VPOD begrüsst, dass das Bundesgericht das gesetzlich verankerte Mitbestimmungsrecht der Arbeitnehmenden beim Wechsel der Pensionskasse bestätigt hat (9C_409/2019). Der Entscheid war überfällig: Endlich ist schwarz auf weiss bestätigt: Echte Mitwirkung bedeutet, dass die Wahl der Vorsorgeeinrichtung eine gemeinsame von Arbeitgeber und Arbeitnehmenden ist. Damit sollen einseitig von Arbeitgeberinteressen geleitete Wechsel, die das Personal schlechter stellen, unterbunden werden. Das Bundesgericht verlangt dabei nicht einfach eine kurze Information: „Es reicht nicht, das Personal nur zu orientieren und/oder anzuhören. Vielmehr bedarf es dessen Zustimmung zum Anschlusswechsel“ Die Arbeitnehmenden müssen folglich frühzeitig über die relevanten Kriterien verfügen, um ihr Einverständnis zu geben. Auch für das PK-Netz ist klar, dass das Urteil Signalwirkung hat, denn der Sachverhalt ist keineswegs ein Einzelfall. Im Gegenteil: Der Kampf um echte Mitbestimmung in der zweiten Säule ist aktueller denn je. Die Zeiten sind vorbei, in denen im Regelfall eine betriebseigene Pensionskasse für die Altersvorsorge der Angestellten sorgte. Die Zahl der betrieblichen Kassen sinkt von Jahr zu Jahr. (…). Christoph Schlatter.
VPOD Schweiz, 2.6..2020.
Personen > Schlatter Christoph. Mibestimmung. Bundesgericht. VPOD, 2020-06-02.
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01.06.2020 Schweiz
Personen
VPOD-Magazin
Christoph Schlatter
Geschichte
Volltext
Geschichte schreiben. Besonders in der Sportberichterstattung ist sie verbreitet, die Wendung, diese oder jener habe «Geschichte geschrieben». Jedes Mal, wenn Roger Federer irgendwo ein Tennisturnier zum gefühlt 385. Mal gewinnt, ist das zu lesen. Angeblich haben auch der Eisschnellläufer Livio Wenger, der Schwimmer Jeremy Desplanches und die Sprinterin Mujinga Kambundji Geschichte geschrieben. Genauso wie der FC Rätia Bludenz, der Turnverein Neue Sektion Winterthur und die Calanda Broncos. Wie dem Internet zu entnehmen ist. Geschichte schreiben? Mir gefällt der Ausdruck nicht. Erstens:  Machen tun die Geschichte wir alle, unentwegt. Schon Brecht ist aufgefallen, dass Caesar den Gallischen Krieg mutmasslich nicht ganz allein gewonnen hat: „Hatte er nicht wenigstens einen Koch bei sich?“ Geschichte machen auch: Intensivpflegerin Susanne, wenn sie den Patienten ans Beatmungsgerät anschliesst. Homeofficerin Erika, wenn sie die Rösti auf den Herd stellt, gleichzeitig mit dem Chef chattet, ihre Grössere das Einmaleins abfragt und den Kleinen zum möglichst ruhigen Legospiel anhält. Coop-Kassiererin Hatice, die heute schon zum 14. Mal von der Kasse aufstehen muss, weil eine Kundin das Gemüse nicht gewogen hat, nein, Fenchel war noch nie per Stück. Und Lastwagenfahrer Enver, wenn er wegen geschlossener Autobahntoiletten an den Strassenrand biselt. (…).
Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.6.2020.
Personen > Schlatter Christoph. Geschichte. VPOD-Magazin, 2020-06-01.
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01.06.2020 Ostermundigen
Frauen
Personen
VPOD-Magazin
Bettina Friedrich
Christoph Schlatter
Frauen
Volltext
Bettina Fredrich, Geschäftsführerin der Eidgenössischen Kommission für Frauenfragen, Ostermundigen. Die gefragte Frau. Es ist Tradition, hier jeweils die Geschäftsführerin der Eidgenössischen Kommission für Frauenfragen vorzustellen. Die Neue, Bettina Fredrich, hat zweimal Zwillinge, ein Legislativamt in der Gemeinde, einen sp· und einen VPOD· Mitgliederausweis. Einstweilen sitzt sie im Ostermundiger Homeoffice. Den Start im neuen Job hat sich Bettina Fredrich leicht anders vorgestellt als so: nach wenigen Monaten weitestgehend ins Horneoffice zu zügeln und den Kontakt mit Team und Anspruchsgruppen vorwiegend per Videokonferenz zu halten. Die Eidgenössische Kommission für Frauenfragen EKF wurde ein halbes Leben lang von Elisabeth Keller betreut, die man auch beim VPOD und aus diesen Spalten gut kennt. Die Nachfolgerin wird natur- und altersgemäss da und dort andere Schwerpunkte setzen. Zu tun gibt es genug, gerade jetzt. Aber das Legislaturprogramm kommt - mit einer gleichfalls frisch zusammengesetzten Kommission - coronabedingt eben etwas langsamer in Fahrt als angedacht. Kein individuelles Problem. Von Haus aus ist Bettina Fredrich Geografin. Schon die junge Wissenschaftlerin fragte vor allem nach den Menschen, nach dem Zusammenspiel von Raum, Politik, Macht und Geschlecht. Ein solch interdisziplinärer Ansatz passt ebenso gut in die Fachstelle Sozialpolitik der Caritas, die Fredrich zuvor geleitet hat, wie in die EKF. Auch das Thema Armut, das bei der Caritas ein zentrales war, wird (...). .
VPOD-Magazin, 1.6.2020.
Personen > Schlatter Christoph. Bettina Friedrich. VPOD-Magazin, 2020-06-02.
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01.05.2020 Schweiz
Personen
VPOD-Magazin
Christoph Schlatter
Videokonferenz
Volltext
Verluste. Videokonferenzen sind aufschlussreich. Bin zu Gast in fremden Stuben und Küchen, sehe eigenartige Nippes stehen und seltsame Bilder hängen. Ist das Kunst, oder kann das weg? Wer nachtwandelt da im Pyjama durch den Hintergrund von Kollegin X.? Was hat Kollege Y. für eine lustige Vicky-Leandros-Tasse! Hat Kollegin Z. die vielen Bücher an der Wand alle gelesen? Das nützt ihr jetzt auch nicht viel, denn das steht in keinem Buch der Welt: Wie bekommen wir dieses verfluchte Virus ohne ökonomischen Totalschaden in den Griff? Zunehmend schleicht sich die Verknüpfung von „Wirtschaft“ mit dem rechten, von „Gesundheit“ mit dem linken politischen Spektrum ein. Halb- oder Dreiviertelfaschos in den USA und Brasilien sowie Petra Gössi und ein unkollegialer SVP-Bundesrat stützen diese Sicht: Sie wollen rasch lockern oder am besten gar keinen Lockdown. Vorsicht scheint dagegen der natürliche Standpunkt der Gewerkschaften, weil: Gesundheit hat erste Priorität. Stimmt das? Zunächst einmal sind Gesundheit und Wirtschaft ja keine Gegensätze; ein gutes Gesundheitssystem benötigt eine funktionierende Ökonomie. Und auch Service public ist Wirtschaft. Zweitens sind Güter wie Gerechtigkeit und Freiheit nicht einfach nachrangig. Von wessen Gesundheit ist überhaupt die Rede? Es gibt ja nicht nur Covido19o. Es gibt weiterhin Herz- und Kreislauf- und Krebs- und sonstwie Leidende. Oma, eh eingesperrt, schlurft noch weiter mit dem alten Hüftgelenk herum. Gilt nur die körperliche Befindlichkeit? (…). Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.5.2020.
Personen > Schlatter Christoph. Videokonferenzen. VPOD-Magazin, 2020-05-01.
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02.04.2020 Schweiz
Personen
VPOD Schweiz
Christoph Schlatter
Coronavirus
Sozialbereich
Volltext
VPOD fordert Schutz und Klarheit für den Sozialbereich. Der VPOD ist besorgt über den Umgang mit dem Coronavirus im Sozialbereich. Während das Gesundheitswesen im Fokus von Politik und Medien steht, sehen sich soziale Einrichtungen mit ihren Fragen und Problemen weitgehend alleingelassen – insbesondere im stationären Bereich, wo nicht, wie bei Beratungsdiensten, auf Telekommunikation ausgewichen werden kann. Menschen mit Unterstützungsbedarf müssen auch in Corona-Zeiten weiterhin betreut werden. Man kann sie weder auf die Strasse stellen noch einfach so zu ihren Eltern schicken, zumal wenn diese selbst schon im Grosselternalter sind. Häufig sind Klientinnen und Klienten sozialer Institutionen selbst Angehörige der Corona-Risikogruppen. Dennoch ist die Betreuung ohne körperliche Nähe je nach Art des Handicaps nur schwer oder gar nicht zu erbringen. Im Gegensatz zu den Spitälern, die Knowhow und Routine in solchen Fragen besitzen, fehlt es in sozialen Einrichtungen häufig an allem: an Material wie Schutzkleidung und Masken ebenso wie an Kenntnissen über den richtigen Umgang damit. Dass Personal, das selbst einer Risikogruppe angehört, in diesem Umfeld nicht eingesetzt werden kann, müsste eine Selbstverständlichkeit sein. Der Bundesrat hat aber nach über einer Woche geballten Protests von Arbeitnehmerseite den Artikel 10c der Covid-Verordnung 2 noch immer nicht korrigiert. In ihrer jetzigen Fassung wälzt die Verordnung die Verantwortung für die Einhaltung d (…). Christoph Schlatter.
VPOD Schweiz, 2.4.2020.
Personen > Schlatter Christoph. Coronavirus. Sozialbereich. VPOD Schweiz, 2020-04-02.
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01.04.2020 Schweiz
Personen
VPOD-Magazin
Christoph Schlatter
Coronavirus
Volltext
Was die Pandemie verändert hat - und was sie noch verändern wird. Ein Virus kennt keine Moral. Die Corona-Pandernie hat unser Leben in einer Weise verändert, wie es vor einem Monat noch unvorstellbar war. Eine kleine Liste von Erkenntnissen - wie alles in diesen Tagen ohne Anspruch auf Richtig- und Vollständigkeit. Vieles von dem, was unsere Tage noch bis vor Kurzem bestimmte, existiert nicht mehr. Einige von uns begeben sich erstmals ernsthaft ins Homeoffice und versuchen dort, so etwas wie Routine zu entwickeln. Auch das Feierabendbier wird geskypt. Es ist schwer vorstellbar, wie eine derartige Krise zu bewältigen wäre ohne die Möglichkeiten digitaler Kommunikation, die wir heute besitzen. Was hätten wir vor 25 Jahren getan? Ohne Telearbeit? Ohne WhatsApp? Vermutlich erkennen wir aber je länger je klarer auch die Grenzen der Digitalisierung. Zwar jubeln einige, jetzt komme endlich der lang schon angemahnte digitale Quantensprung. Meine Erfahrung ist eine andere: Es wird sichtbar, was alles digital nicht oder nicht gut geht. Sitzungen via Zoom ersetzen nicht den persönlichen Austausch von Menschen, die an einem Tisch sitzen. Plötzlich ist Geld da. Die Notwendigkeit eines gut ausgebauten Service public war noch selten weniger bestritten als dieser Tage. Jetzt brauchen wir ihn, den starken, den fürsorglichen Staat. Jetzt brauchen ihn auch die Rechten wieder, die ihn zuvor kleingeredet und niedergeschrieben haben. Und plötzlich, schau an, ist auch Geld da. (…). Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.4.2020.
Personen > Schlatter Christoph. Coronavirus. VPOD-Magazin, 2020-04-01.
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05.03.2020 Deutschland
Frauentag
Personen
Christoph Schlatter
8. März
Gründung
Volltext
Alles Gute für Mutti oder: Wie der 8. März in Berlin zu einem Feiertag wurde. Seit vergangenem Jahr ist der 8. März in Berlin als einzigem Bundesland ein regulärer arbeitsfreier Feiertag. Das Datum war allerdings bestritten. In Baden-Württemberg und im Saarland gibt es 12 gesetzliche Feiertage (zu den handelsüblichen kommen Dreikönigstag, Fronleichnam und Allerheiligen). In den meisten (nämlich den katholischen) Gemeinden Bayerns sind es sogar 13, weil auch an Mariä Himmelfahrt frei ist. Noch einen drauf setzt Augsburg, das alljährlich am 8. August des Westfälischen Friedens gedenkt. Der evangelische Norden Deutschlands liegt punkto Feiertage zurück; immerhin gibt es dort seit einiger Zeit den sogenannten Reformationstag am 31. Oktober. Thüringen begeht zusätzlich den Weltkindertag, Sachsen kennt einen Extra-Buss- und Bettag. Und Berlin? Auf schlappe 9 Feiertage brachte man es in der Bundeshauptstadt bis und mit 2018. „Nicht herbeigesehnt“. Der Wille, das zu ändern, bestand länger schon, auch wenn der Regierende Bürgermeister, Michael Müller (SPD), angab, die Debatte über einen zusätzlichen Feiertag „nicht herbeigesehnt“ zu haben. Wirtschaftsverbände stellten sich sofort gegen das Vorhaben; die Industrie- und Handelskammer sprach von einem „ökonomischen Eigentor“ und berechnete die Einbusse im jährlichen Bruttoinlandprodukt Berlins mit 0,3 Prozent. Auch über das Datum und den zu feiernden Anlass entstand Streit. Die evangelische Kirche plädierte für den Reformationstag, der in den umliegenden Bundesländern begangen wird und der sogar in der DDR bis zur Einführung(…).  Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.3.2020.
Personen > Schlatter Christoph. 8. März. Deutschland. VPOD-Magazin, 2020-03-01
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01.09.2019 Zürich
GDZ
Personen
VPOD-Magazin
Christoph Schlatter
GDZ
Geschichte
Volltext
Luft, Licht und Sex-Anzeigen. In der Zürcher Manegg ist in den letzten Jahren mit der Greencity ein neues Stadtquartier entstanden. Die GDZ AG hat ihren Standort 1988 dorthin verlegt. Jetzt hat sie ihn aufgeben müssen. 1898: Für den Druck des Volksrechts, der sozialdemokratischen Zeitung für Zürich, wird die Genossenschaftsdruckerei gegründet. Ihr erster Standort war an der Waldmannstrasse beim Bellevue. 1906 erwarb man an der Stauffacherstrasse, beim heutigen Ernst-Nobs-Platz, Liegenschaften: 1933 entstand dort ein Neubau in einem etwas klobigen Bauhausstil - heute im Erdgeschoss: das Café Nobs. Eine Festschrift von 1935 feiert die Eröffnung und jubelt, dass einstige Mangelprodukte jetzt vorhanden seien: „Luft, Licht und vor allem genügend Platz.“ Das Herzstück des Komplexes, der auch Redaktion und Administration des Volksrechts beherbergte, war die Rotationsdruckmaschine, eine „48-seitige, vier Platten breite Dreirollen-Maschine mit 2 Falzapparaten“, damals gewiss das Nonplusultra und in der Lage, innerhalb einer Stunde 60‘000 Zwölfseiter oder 13‘500 Achtundvierzigseiter auszuspucken, alles dreimal gefalzt. In der Akzidenzdruckerei wirkte - wiederum laut Festschrift – „gut geschultes Personal, das in technischer und geschmacklicher Beziehung versiert ist“. Das Offsetzeitalter beginnt bei der Genossenschaftsdruckerei 1958, das Computerzeitalter mit dem ersten Satzcomputer 1975. Schon 1974 hatte man sich aus dem Zeitungsdruck verabschiedet. (…). 
Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.9.2019.
Personen > Schlatter Christoph. GDZ. Geschichte. VPOD-Magazin, 2019-09-01.
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01.09.2019 Schweiz
Personen
VPOD-Magazin
Christoph Schlatter
Arbeitskleider
Uniformen
Volltext
Zivile Uniformen haben sich im Lauf der Zeit entmilitarisiert und individualisiert. Von der Schlacht auf den Laufsteg. Die Übergänge zwischen Uniform und Berufskleidung verschwimmen zunehmend. Der Trend geht zu flexibleren Lösungen, von der militärischen Anmutung wendet man sich ab. Auch die meisten Mützen fielen. Was ist das eigentlich, eine Uniform? Eine Einheitskleidung, die Angehörige einer (mindestens ursprünglich) staatlichen Einheit in der Öffentlichkeit kenntlich macht. Wobei die „Einheit“ gleich wieder zu relativieren ist: Etwa im Militär sollen ja keineswegs alle tupfengleich aussehen; vielmehr muss die Uniform - anhand von Spaghetti, Nudeln und Eichenlaub - auch den Rang des Trägers sichtbar machen. Oder der Trägerin - aber historisch sind Uniformen eng mit dem männlichen Geschlecht verwachsen. Militär wird Mode. Ein grosser Umbruch in der Geschichte der Militäruniformen geschah um die Wende zum 20. Jahrhundert. Noch im Deutsch-Französischen Krieg I870/7I trugen die Armeen bunte Kleidung, rote Hosen etwa die Franzosen, die Preussen blaue Jacken. Dann erst, kurz nach I900, gingen die Truppen, zunächst in Kolonialkriegen, zu sand-, khaki- oder erdfarbenen Uniformen über, wie sie dann im Ersten Weltkrieg allgemein in Gebrauch waren. Kurz danach kamen die ersten Tarnmuster auf; die Deutsche Reichswehr führte I931 das Splittermuster ein; das ebenfalls häufige Fleckenmuster nennt man nach der Rinde des Baumes auch Platanenmuster. Beim Schweizer Militär, (…). Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.9.2019.
Personen > Schlatter Christoph. Arbeitskleider. VPOD-Magazin, 2019-09-01.
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01.09.2019 Zürich
Personen
VBZ
VPOD-Magazin
Christoph Schlatter
Interview
Uniformen
Volltext
Interview mit Jürg Widmer, Leiter Betrieb und Vizedirektor VBZ. „Niemand mit offenem Hosenknopf“. Mit VBZ-Vizedirektor Jürg Widmer hat sich das VPOD-Magazin über theoretische und praktische Aspekte der neuen Uniform unterhalten. Für den Umgang mit falsch gewaschenen oder infolge Gewichtsveränderung unpassend gewordenen Teilen signalisiert die VBZ Kulanz. VPOD-Magazin: Warum, Jürg Widmer, braucht das VBZ-Fahrpersonal eigentlich überhaupt eine Uniform? Es soll ja nicht in erster Linie schön aussehen, sondern sicher und möglichst pünktlich durch die Stadt fahren. Jürg Widmer: VBZ-Direktor Guido Schoch hat das an der Medienkonferenz sehr gut auf den Punkt gebracht: Es geht um Identifikation des Personals mit dem Betrieb. Es geht aber auch um eine Botschaft gegenüber den Fahrgästen. Eine Uniform zeigt: Diese Person gehärt zur VBZ. Und darauflegen auch unsere Fahrgäste grossen Wert. Der SBB-Lokführer kommt auch in zivil. Der Lokführer steht, anders als der VBZ-Trampilot oder die -Busfahrerin, nicht direkt im Publikum. Zwischen ihm und den Fahrgästen sind einige Tonnen Lokomotive und eine Kupplung. Jene Mitarbeitenden, die direkt mit der Kundschaft zu tun haben, tragen auch bei den SBB eine Uniform. Bei unserem Personal spüre ich vielerorts Stolz: Stolz, die VBZ-Uniform tragen zu dürfen. Und dann gibt es noch jene Mitarbeitenden, die einfach froh darüber sind, dass die morgendliche Frage „Was ziehe ich heute an?“ entfällt. Fälle von verbaler und sogar körperlicher Gewalt gerade (…). Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.9.2019.
Personen > Schlatter Christoph. Uniformen. VBZ. VPOD-Magazin, 2019-09-01.
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01.07.2019 Schaffhausen
Frauen
Personen
VPOD-Magazin
Christoph Schlatter
Frauenstreik
Volltext
Kleine Anfrage betr. Munotglöggli. Über der schönen Stadt Schaffhausen ganz zusserscht usse und änne am Rhy thront der Munot, die gewaltige Rundbastion. Seiner Bestimmung als Wehranlage gemäss hat man ihn nur einmal, 1799 in der sogenannten Franzosenzeit, gebraucht. Das danach stark ramponierte Bauwerk verkam zum Steinbruch. Dann aber trat ein weitsichtiger Zeichenlehrer auf den Plan, der Schaffhausen sein Wahrzeichen und dem Volkslied ein Sujet rettete. Der Turm ist bewohnt. Seit 1589 läutet der Munotwächter jeden Abend um 21 Uhr das Munotglöcklein. 5 Minuten lang. Von Hand. Dann werden die Stadttore geschlossen, und in den Wirtschaften wird der Zapfhahn zugedreht. Ganz so streng geht es heute natürlich auch in Schaffhausen nicht mehr zu. Aber das abendliche Läuten gehört immer noch zu den Pflichten des Munotwächters. Daneben kümmert er sich um das Damwildrudel, das im Munotgraben lebt und dessen Platzhirsch traditionell den Namen des Stadtpräsidenten trägt: Auf Felix folgten Max, Marcel, Thomas. Seit 2015 herrscht Peter. Das Munotamt ist seit 2017 in Frauenhand. Am Frauenstreiktag flatterte drum auf der Zinne nicht die städtische Fahne mit dem Schafbock, sondern eine lilane. Frech: Auch das abendliche Läuten blieb aus am 14. Juni 2019. Damit hat sich die Munotwächterin den Zorn und eine parlamentarische Anfrage von Frau Kobler, SVP, zugezogen: „Ist der Stadtrat nicht auch der Meinung, dass das Munotglöggli nicht für politische Zwecke missbraucht werden soll? Welche Fahnen dürfen auf (…). Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.7.2019.
Personen > Schlatter Christoph. Frauenstreik. Munot. VPOD-Magazin, 2019-07-01.
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01.07.2019 Schweiz
ILO
Personen
VPOD-Magazin
Christoph Schlatter
ILO
Kündigungsschutz
Volltext
Schwarze Liste rauf und runter. Die Normenkommission der ILO pflegt die 25 Länder, die am gröbsten gegen ILO-Kernarbeitsnormen verstossen, auf einer schwarzen Liste zu führen. Es war keine geringe Sensation, als kurz vor Beginn der 108. ILO-Konferenz die Schweiz auf dieser Liste auftauchte, wo man sonst Länder wie Weissrussland oder Sierra Leone findet. Ausgerechnet der Gastgeberstaat der ILO. Und ausgerechnet zum 100-lahr-Iubiläurn. Der Grund ist altbekannt: Die Schweiz hat seit Jahren die von ihr ratifizierte ILO-Konvention 98 nicht umgesetzt, die Arbeitnehmende vor gewerkschaftsfeindlicher Kündigung schützen soll, also etwa gewählte Personaldelegierte oder Vertreterinnen in Pensionskassen davor, dass man sie mit blosser Kündigungsdrohung „gefügig“ macht. Wenn man Organisierte einfach so rausschmeissen kann, lässt sich die Entstehung und/oder die Wirksamkeit von Gewerkschaften schon im Ansatz untergraben. Die Aufforderung der ILO, die Maximalstrafe für missbräuchliche antigewerkschaftliche Kündigung von heute 6 auf wenigstens 12 Monatslöhne heraufzusetzen und in extremen Fällen - analog zum Gleichstellungsgesetz - die Wiedereinstellung vorzusehen, blieb seit Jahren unberücksichtigt, trotz mehrfachen Nachhakens der Gewerkschaften. Der Paukenschlag hatte nun aber Wirkung: Bundesrat Guy Parmelin schlug in der lange hängigen Frage eine Mediation zwischen den Sozialpartnern vor. Aus Sicht von SGB-Zentralsekretär Luca Cirigliano ist der Vorgang ein gutes Beispiel (…).  Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.7.2019.
Personen > Schlatter Christoph. ILO. Kuendigungsschutz. VPOD-Magazin, 2019-07-01.
Ganzer Text
01.07.2019 Schweiz
Personen
SEV Schweiz
VPOD-Magazin
Christoph Schlatter
Jubiläum
SEV
Volltext
Der SEV, Gewerkschaft des Verkehrspersonals, wird 100 Jahre alt. Historische Weichenstellungen. Erst 100 Jahre? Die Frage ist berechtigt, denn die Eisenbahnangestellten hatten sich längst vor 191'9 zu Verbänden zusammengeschlossen. Der Landesstreik brachte die Einheit. Der VPOD gratuliert der Service-public-Schwester herzlich. „Das ist halt historisch so gewachsen.“ Diese Antwort erhält auch im VPOD häufig, wer Sinn oder Unsinn von Strukturen und Ritualen anspricht. Auch der SEV, Gewerkschaft des Verkehrspersonals, ist eine Traditionsgewerkschaft. Vorläuferorganisationen bestanden schon seit den 1870er Jahren. Erst 1919 fanden sich vier Verbände zusammen. In dieser Vorgeschichte liegt etwa auch die Erklärung dafür, dass auch noch im heutigen SEV die Unterverbände ein starkes Eigenleben besitzen. Vergiftetes Geschenk. Zwischen einem Lokführer und einem Rangierarbeiter, zwischen dem Stationsvorstand und dem Heizer bestanden in der Frühzeit der Eisenbahn gewichtige Rang- und Milieuunterschiede - allein schon darin, wie schmutzig die Hände und Hemden bei der Arbeit wurden. Daher brauchte es mehrere Anläufe und letztlich die kollektive Erfahrung des Landesstreiks, (fast) alle Bähnler in einem Verband zusammenzubringen. Denn (fast) alle hatten in jenen Novembertagen 1918 dazu beigetragen, dass die Schweiz stillstand. Die zentrale Figur für die Einigung und für den Beitritt des SEV zum SGB war Emil Düby, Als SP-Vertreter sass Düby ab 1917 in drei(…).
Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.7.2019.
Personen > Schlatter Christoph. SEV. Jubilaeum. VPOD-Magazin, 2019-07-01.
Ganzer Text
01.07.2019 Schaffhausen
Frauen
Personen
VPOD-Magazin
Christoph Schlatter
Frauenstreik
Volltext
Schaffhausen: Ein politisches Bad im kalten Rhein und bewegende Reden. Hühnerhaut und Rosenblätter. Der Frauenstreik war nicht nur in den Zentren. Stellvertretend für viele mittlere und kleinere Orte ein Bericht aus Schaffhausen: Der vom VPOD-Magazin in die alte Heimat entsandte Redaktor wird mit Rosenblättern beworfen und bekommt Hühnerhaut. Cutis anserina, Dermatospasmus oder Piloerektion ist eine vom vegetativen Nervensystem gesteuerte Kontraktion der Haarbalgmuskeln, die ein Aufrichten der Körperhaare bewirkt. Man kennt die Erscheinung als Gänsehaut, in der Schweiz als Hühnerhaut: sie kann körperliche oder psychische Auslöser haben. Wohl vorab körperliche bei den drei Dutzend Frauen, die sich mitsamt ihren Pussyhats mutig ins nur gut I5 Grad warme Wasser des Rheins warfen. Und zwar im Mannehägli der Rhybadi, im oberen Teil der ältesten Kastenbadeanstalt der Schweiz. Die reiferen unter den Schwimmerinnen erinnern sich, dass früher Frauen hier nicht zugelassen waren; sie mussten weiter unten im deutlich kürzeren Frauenhägli im Kiel- und Abwasser der Männer schwimmen. Auch auf dem Fronwagplatz wird des zähen Ringens gedacht, das in der Schweiz jeglichem Fortschritt in der Sache der Frau voranzugehen pflegt, unter anderen von der Schaffhauser VPOD-Präsidentin Nella Marin. Ein Strassentheater illustriert die Historie mit Bildern, Trommelschlägen und Rosenblättern. Punkto Frauenrechte habe unser Land das gesamte 20. Jahrhundert hindurch das (…). Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.7.2019.
Personen > Schlatter Christoph. Frauenstreik Schaffhausen. VPOD-Magazin, 2019-07-01.
Ganzer Text
01.04.2019 Freiburg
Personen
Spitäler
VPOD-Magazin
Christoph Schlatter
Spital
Streik
Volltext
Freiburg: So geht Streik. Die Freiburger Kolleginnen und Kollegen haben die Expertise: Sie haben letztes Jahr im Mai vorgemacht, wie sich im Gesundheitswesen streiken lässt. Wolfgang Müller, Präsident der VPOD-Verbandskommission Gesundheit, schilderte den Hintergrund der Mobilisierung: Das Spitalpersonal sollte aus dem kantonalen Personalrecht ausgestossen werden - Verschlechterung der Arbeitsbedingungen aus Spargründen. Es war nur wenig Zeit, also berief man sofort eine Versammlung ein, zu der 140 Leute erschienen. Streik? Oder eher Aktionstag? Bewusst liess man diese Frage in der Schwebe. Bei manch einer Pflegekraft stösst ja das Wort „Streik“ erst einmal auf Widerstand. „Wir werden doch nicht unsere Patientinnen und Patienten im Stich lassen“, lautet oft die erste Reaktion. Das verlangt auch gar niemand. Um 6 Uhr morgens am fraglichen Tag wurden an allen 6 Standorten des Spitals Freiburg einschliesslich Psychiatrie je zentrale Streikposten eingerichtet, die als Café, als Biwak, als Drehscheibe funktionierten; den ganzen Tag über versammelten sich dort Leute. Um 11.30 Uhr gab's Versammlungen mit Reden vor Ort, am Abend war eine Gesamtdemo in der Innenstadt, auf die allerdings der heftigste Gewitterregen niederprasselte, den Freiburg seit Langem gesehen hatte. Der Wirkung tat das keinen Abbruch. Die Motion, die dem Gesundheitspersonal an den Kragen wollte, wurde im Parlament vertagt. Als sie im November erneut angesetzt war, drohte das Personal mit einem weiteren Streiktag. (...). Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.4.2019.
Personen > Schlatter Christoph. Spital Freiburg. Streik. VPOD-Magazin, 2019-04-01.
Ganzer Text
01.02.2019 Schaffhausen
Personen
Schaffhauser AZ
Stefan Howald
Adrian Knoepfli
Christoph Schlatter
Jubiläum
Schaffhauser AZ
Volltext
Bücher über zwei linke Langzeitüberlebende des Pressesterbens: WOZ und Schaffhauser AZ. Zähe Zeitungen. Die Schaffhauser AZ ist die letzte Vertreterin der Arbeiterpresse. Ihr 100-Jahr-Jubiläum ist Anlass für einen Geschichtsband von Adrian Knoepfli. Die WOZ hat keinen „Runden“; trotzdem erhält auch sie ein Buch: Stefan Howald feiert eine „alternative Erfolgsgeschichte“. Zwei linke Printmedien, denen mehr als einmal das Ende vor Augen stand und die dennoch bis heute existieren: Der Schaffhauser AZ und der WOZ sind kürzlich erschienene Monografien gewidmet. Natürlich kommen in den Büchern von Adrian Knoepfli (AZ) und Stefan Howald (WOZ) auch die markanten Unterschiede zur Sprache. Die AZ wandelte sich von einem täglich erscheinenden Parteiblatt zu einer links-alternativen Wochenzeitung für die Region. Die gesamtdeutschschweizerisch ausgerichtete WOZ war von Anfang an ein „Haus mit vielen Zimmern und Traditionen“, stand aber der „Büezer-Mentalität“ eher fern. Auch sie musste sich mehrfach neu erfinden, produktionstechnisch, sprachlich, optisch, vor allem aber finanziell. Geboren im November 1918. Die Arbeiter-Zeitung ist ein Kind des Generalstreiks: Sie erschien erstmals am 30. November 1918 und war zunächst fast identisch mit dem Zürcher Volksrecht. In den 1920er Jahren allerdings schlug die Schaffhauser Linke einen Sonderweg ein: Die SP trat 1920 - im Gegensatz zur nationalen - praktisch geschlossen in die Dritte Internationale ein. Also wurde auch die Zeitung unter (…). Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.2.2019.
Personen > Schlatter Christoph. Schaffhauser-AZ. Jubiläum. VPOD-Magazin, 2019-02-01.
Ganzer Text
01.12.2018 Schweiz
Generalstreik
Personen
VPOD-Magazin
Christoph Schlatter
Generalstreik
Veranstaltung
Volltext
Die Gewerkschaften feiern in Olten das 100-Jahr-Jubiläum des Landesstreiks auf würdige Weise. Klassentreffen. Das eigentliche gewerkschaftliche Streikjubiläum wurde in einer Werkhalle in Olten gefeiert und war ein grosses Treffen der Arbeiterklasse. Mustergültig war der Proporz bei den Redebeiträgen, spritzig bis anrührend das Rahmenprogramm. Der Ort war gut gewählt: Die historischen SBB-Werkhallen versprühen genau den rauen industriellen Charme, den ein solches Event benötigt. Und sie stehen in Olten, wo am 14. Februar 1918 das Oltener Aktionskomitee gegründet wurde, das später den Landesstreik ausrief und diesen drei Tage später abwürgen musste. Der 10. November, Datum des Jubiläumsfests 2018, war 1918 der Tag der vom Militär aufgelösten Kundgebung auf dem Zürcher Münsterhof, bei dem unter immer noch ungeklärten Umständen (Heckenschuss? Querschläger?) ein Soldat ums Leben kam. Es war auch der Tag, an dem das Oltener Aktionskomitee zum unbefristeten landesweiten Streik aufrief. Nie wieder! Rund 1400 Personen versammelten sich 100 Jahre später an einem Samstagnachmittag, um derer zu gedenken, denen wir heute selbstverständliche soziale Errungenschaften mit zu verdanken haben: jener Viertelmillion Arbeiterinnen und Arbeiter, die mit dem Streik nicht nur versorgungs- und wirtschaftspolitische, sondern auch explizit politische Ziele anstrebten. Dass die Niederlage sich doch noch in einen Erfolg gekehrt hat, betonte in Olten Paul Rechsteiner, SGB-Präsident. (…). Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.12.2018.
Personen > Schlatter Christoph. Generalstreik. VPOD-Magazin, 2018-12-01.
Ganzer Text
25.11.2018 Schweiz
Abstimmungen Schweiz
Personen
SVP
VPOD Schweiz
Christoph Schlatter
Abstimmung
Selbstbestimmungs-Initiative
Volltext
Demokratie ist nicht Diktatur der Mehrheit. Der wichtigste Entscheid des Abstimmungswochenendes: Die „Fremde Richter"-Initiative ist deutlich durchgefallen. Alle, die unter Demokratie nicht einfach die Diktatur der Mehrheit verstehen, atmen auf. Bei den Versicherungsspionen waren die Argumente der Linken nicht ausreichend vermittelbar. Die Bilanz des Abstimmungswochenendes ist, wie so oft, zwiespältig. Am wichtigsten ist ohne Zweifel der erfreuliche Befund, dass die SVP mit ihren grobschlächtigen Initiativen offenbar zunehmend nur noch ihre eigene Klientel erreicht. Trotz üblem, teilweise antisemitisch gefärbtem Kampf in letzter Minute haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger verstanden, dass die Initiative ein direkter Angriff auf die Europäische Menschenrechtskonvention war und nicht nur auf „fremde", sondern auch auf eigene Richter, überhaupt auf die Gewaltenteilung abzielte. Auch wäre die Schweiz durch eine Annahme der Initiative als Vertragspartnerin auf internationaler Ebene als unzuverlässiger Player diskreditiert gewesen. Eine Schweiz, die ausserhalb dieser Welt steht und in der eine Demokratie ohne Grundrechtsschutz gilt, also eine Diktatur einer - aufgehetzten und aufgewiegelten - Mehrheit? Die Stimmberechtigten haben dieser Vision eine überraschend krachende Absage erteilt. Ernüchternd ist das Resultat der Abstimmung über die gesetzliche Grundlage für die Überwachung von Sozialversicherten. (…).
Christoph Schlatter.
VPOD Schweiz, 25.11.2018.
Personen > Schlatter Christoph. Selbsbestimmungs-Initiative. Abstimmung. VPOD, 2018-11-25.
Ganzer Text
01.11.2018 Schweiz
Personen
VPOD-Magazin
Barbara Gysi
Pierre-Yves Maillard
Christoph Schlatter
Interview
Präsidium
SGB
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Nach 20 Jahren mit Paul Rechsteiner: Am 1. Dezember wird das Präsidium des SGB neu besetzt. Wer wird's? Am SGB-Kongress (30.11./1.12., Bern) wird das Präsidium neu vergeben. Vorbehältlich einer Spontankandidatur entscheidet sich das Rennen zwischen Pierre-Yves Maillard und Barbara Gysi. Der VPOD Ist mit 24 zu 5 Stimmen für Gysi. Das VPOD-Magazin hat beide befragt. Die Macht beim SGB-Vorsitz ist wahrscheinlich gar nicht soooo gross (frag Rechsteiner). Warum strebst du dieses Amt an, was möchtest du bewegen? Pierre-Yves Maillard: Es geht im SGB-Präsidium vor allem darum, Vorschläge zu machen und die Leute dafür zu gewinnen. Ich schlage Reformen vor, die wir in meinem Kanton mit Kämpfen und Verhandlungen konkretisiert haben: die Lohnabhängigen davor bewahren, dass sie mehr als 10 Prozent für die Krankenkasse zahlen müssen; den Working Poor und den Alleinerziehenden mit Ergänzungsleistungen helfen; die Jungen, auch diejenigen mit Migrationshintergrund, besser einbeziehen. Neue Realitäten erfordern neue Antworten. Ich bin überzeugt, dass die Gewerkschaften damit konkrete Fortschritte erreichen und neue Kräfte gewinnen. Wie stehen wir Gewerkschaften 2018 in der Schweiz da? Sind wir stark? Oder sind wir schwach? Der SGB ist politisch stark - dank einem guten Draht zu den fortschrittlichen Kräften in der Politik. Aber klar ist auch: Wir brauchen mehr Mitglieder. Beim 100-Jahr-Jubiläum vor 30 Jahren waren wir 100‘000 Köpfe mehr. Um diese Erosion zu stoppen, braucht es auch eine Erneuerung der gewerkschaftlichen Idee. Was heisst es heute, (…). Christoph Schlatter, Interviews.
VPOD-Magazin, 1.11.2018.
Personen > Schlatter Christoph. Interview SGB-Praesidium. VPOD-Magazin, 2018-11-01.
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01.11.2018 Zürich
Personen
VPOD ZH Kanton
VPOD-Magazin
Christoph Schlatter
Jubiläum
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VPOD Zürich Kanton
Der VPOD Zürich Kanton feiert sein 100-Jahr-Jubiläum im Zürcher Neumarkt. Greulichs Erben. Die Sektion VPOD Zürich Kanton ist 100 Jahre alt geworden. Schauplatz des Fests und der Vernissage des Jubiläumsbuchs war der Zürcher Neumarkt, einst ein Zentrum der Arbeiterbewegung. Ferienhalber meldete sich Regierungsrätin Jacqueline Fehr per Videobotschaft; sie leugnete nicht die Arbeitgeberrolle. in der sie sich jetzt befindet. Umso wichtiger seien starke Gewerkschaften: als Ansprech- und Verhandlungspartner. Die anderen Rednerinnen und Redner überbrachten ihre Glückwünsche persönlich. Michele Dünki-Bättig, Präsidentin der feiernden Sektion, hat gute Chancen, zumindest das 100-Jahr-Jubiläum noch zu erleben. Katharina Prelicz-Huber, die den VPOD auf der nationalen Ebene präsidiert, ist überzeugt, dass es die Gewerkschaft auch nach weiteren 100 Jahren noch geben und noch brauchen wird. Nachdenkliche Töne. Sie streute auch nachdenkliche Töne in ihre Rede: Was seinerzeit, auch von VPOD-Kollegen, unterm Stichwort „Eugenik“ im Burghölzli propagiert und betrieben worden sei, sei Anlass zu tiefer Scham. Markus Notter, ehemaliger Regierungsrat, entlarvte in seiner Rede die angebliche Unterlegenheit staatlicher Betriebsorganisation als Märchen. Beispiel Gebäudeversicherung: So gut und günstig machen es die Privaten nicht in jenen Kantonen, wo diese Sparte privatisiert ist. Allerdings müsse auch das öffentliche Personal beweglich bleiben und dürfe sich nicht in einem „Haben wir immer (…). Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.11.2018.
Personen > Schlatter Christoph. VPOD ZH Kanton. Jubiläum. VPOD-Magazin 2018-11-01.
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01.10.2018 Schweiz
Personen
VPOD-Magazin
Paul Rechsteiner
Christoph Schlatter
Flankiierende Massnahmen
Interview
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Interview mit Paul Rechsteiner. SGB-Präsident, über Lohnschutz und unser Verhältnis zur EU. „Im Herzen der Auseinandersetzung“. Die Gewerkschaften halten an den „roten Linien“ fest: Die flankierenden Massnahmen sind nicht verhandelbar. Paul Rechsteiner erklärt dem VPOD-Magazin, wieso. Und was aus Europa werden soll. VPOD-Magazin: Paukenschlag zum Ende der Sommerpause. Der SGB schletzt die Tür beim Dossier „flankierende Massnahmen“ und verabschiedet sich von einem Rahmenabkommen mit der EU. Paul Rechsteiner: Wir sind für die bilateralen Verträge mit der EU. Aber wir machen nicht mit, wenn es darum geht, den Schweizer Lohnschutz mittels 8-Punkte-Programm nach den Anforderungen der EU-Kommission herunterzufahren - und das in substanziellen Teilen, vom (…).
Interview: Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 201810-01.
Personen > Schlatter Christoph. Paul Rechteinher. Interview. VPOD-
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01.10.2018 Schweiz
Personen
SGB
VPOD-Magazin
Paul Rechsteiner
Christoph Schlatter
Präsidium
SGB
Volltext
Paul Rechsteiner. Rechtsanwalt, SP-Ständerat, scheidender SGB-Präsident, St. Gallen. Eingetragene Marke. Vor 20 Jahren hat Paul Rechsteiner das 5GB-Präsidium übernommen; jetzt tritt er zurück. Zeit für eine Bilanz - und-für den (nur beschränkt erfolgreichen) Versuch, den Menschen hinter dem Markenzeichen „Schnauz“ zu ergründen. Bei Paul Rechsteiner gibt sich derzeit die Weltpresse die Klinke in die Hand: NZZ, Financial Times, VPOD-Magazin... Die Nachfrage hat zwei Gründe: Die Weigerung des SGB, an der von Bundesrat Schneider-Ammann betriebenen „Weiterentwicklung“ der flankierenden Massnahmen teilzunehmen, schafft Gesprächsbedarf. Und: Rechsteiner tritt beim Kongress Ende November von seinem Amt als SGB-Präsident zurück. Das Gefühl eines Epochenendes stellt sich nicht allein wegen der langen Amtszeit ein (Rechsteiner präsidiert den Gewerkschaftsbund seit 20 Jahren und liegt damit im ewigen Ranking an zweiter Stelle). Die Aufmerksamkeit beruht auch darauf, dass Rechsteiner nicht nur Marken gesetzt hat, sondern geradezu selber zur Marke geworden ist. Ohne Hausmacht. Er war, als er 1998 in Davos gewählt wurde, der einzige Kandidat. Und er war der erste SGB-Vorsitzende, der nicht als Präsident eines der grossen Mitgliedsverbände ins Amt kam. „Ohne Hausmacht schaffst du das nie“, sei ihm damals zugeraunt worden. Aber der junge Rechtsanwalt machte aus dem vermeintlichen Manko eine Tugend und aus dem SGB eine schlagkräftige Organisation. Es gelang ihm, neue Verbände (…). Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.10.2018.
Personen > Schlatter Christoph. Paul Rechsteiner. Biografie. VPOD-Magazin, 2018-10-01.
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01.10.2018 Schweiz
Emigranten
Personen
VPOD-Magazin
Christoph Schlatter
Einwanderung
Saisonnierstatut
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Die Schweiz und ihre ausländischen Arbeitskräfte. „Quer durch die Arbeiterschaft“. Von 1914 bis zur Jahrtausendwende versuchte die Schweiz, die Zuwanderung nach ihren wirtschaftlichen Bedürfnissen zu steuern - ohne Rücksicht auf Menschenwürde. In diese „Barackenschweiz“ kann niemand zurückwollen. „Gegen die Zuwanderung von Ausländern gibt es nichts einzuwenden. Dies allerdings unter der Voraussetzung, dass sie sich nicht in der Schweiz niederlassen wollen.“ Was der Bundesrat 1924 schrieb, war im Wesentlichen bis in die 1990er Jahre eine Konstante der schweizerischen Politik. Bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs waren Europas Grenzen offen gewesen. Nach 1918 blieb die kriegsbedingte Abschottung bestehen, später unterstützt von der Weltwirtschaftskrise und von nationalistischen und faschistischen Strömungen. Auch als nach dem Zweiten Weltkrieg ein beispielloser Wirtschaftsaufschwung die Schweiz erfasste, wollte man keine dauerhafte, sondern eine „rotierende“ Zuwanderung, die zugleich, wie dann in der Krise der 1970er Jahre, als Konjunkturpuffer diente. Hier arbeiten, nicht hier leben. Ausländische Arbeitskräfte sollten ins Land kommen: zum Arbeiten, nicht zum Leben. Integration wurde unterbunden, namentlich durch das unselige Saisonnierstatut. Dieses war schon 1934 „erfunden“ worden, es entfaltete seine Wirkung aber vor allem zwischen 1951 und 1970, als insgesamt 3 Millionen Saisonnierbewilligungen ausgestellt wurden. Die Zuwanderer, mehrheitlich Männer, kamen aus Italien, später vermehrt auch aus Spanien, Portugal, aus dem damaligen Jugoslawien (…). Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.10.2018.
Personen > Schlatter Christoph. Einwanderung. VPOD-Magazin, 2018-10-01.
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01.06.2018 Schweiz
Baumeisterverband
Personen
VPOD-Magazin
Christoph Schlatter
Baumeisterverband
Rentenalter
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Streit um die Rente mit 60 und um den Landesmantelvertrag. Baustelle Bau. Im Baugewerbe herrscht dicke Luft. Die Auffangeinrichtung BVG hat den Vertrag mit der Stiftung FAR gekündigt: Die Rente mit 60 ist in Gefahr. Die Unia droht einen heissen Herbst an. Es war einer der grössten und wirkungsmächtigsten Streiks der jüngeren Zeit: Im November 2002 legten in der ganzen Schweiz rund 15‘000 Bauarbeiter ihre Arbeit nieder. Am meisten Aufmerksamkeit erregte die Blockade des Baregg-Tunnels, eines der Nadelöhre im Schweizer Strassennetz. Nicht nur der dadurch erzeugte Stau war lang - auch das juristische Nachspiel zog sich hin. Am Ende verurteilte das Bundesgericht mehrere GBI-Leute wegen Nötigung. Zu diesem. Zeitpunkt war aber die politische Ernte längst eingefahren. Der Streik auf dem Bau hatte den entscheidenden Impuls für eine Einigung in der Frage des flexiblen Altersrücktritts gegeben. Es dauerte nach der Baregg-Aktion keine Woche, bis der Vertrag für die Einführung des Rentenalters 60 (Stiftung Flexibler Altersrücktritt FAR) unterzeichnet war. Fast wie bei der AHV. Das ist für die körperlich hart arbeitenden Bauarbeiter eine gewichtige Errungenschaft: dass sie 5 Jahre eher in Pension gehen können und bis zum ordentlichen Pensionierungsalter eine Überbrückungsrente bekommen, die 65 Prozent des letzten Jahreslohns plus 6‘000 Franken Sockelbetrag ausmacht. Rund 18‘000 Personen haben bisher davon profitiert. Wer bezahlt? Gemäss dem FAR-Vertrag erwirtschaftet die Branche selber die Mittel für diese (…). Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, Juni 2018.
Personen > Schlatter Christoph. Rentenalter. Baumeisterverband. VPOD-Magazin, 2018-06-01.
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01.05.2018 Schweiz
Generalstreik
Personen
VPOD-Magazin
Christoph Schlatter
Generalstreik
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Ewige Wahrheiten. Mit diesem Heft beginnt eine Serie über den Landesstreik. 100 Jahre werden es im November sein, dass die Arbeiterschaft auch in der Schweiz genug hatte von Hunger, Krieg und Kriegsgewinnlern. Einige der Forderungen von 1918 betreffen die politische Partizipation. Die Teilhabe der Frauen gelang bekanntlich erst 1971. Schneller ging es mit der verlangten Proporzwahl: Schon 1919 wurde der Nationalrat nach diesem Verfahren gewählt. Die Sozialdemokratie erhoffte sich von der Umstellung ein stärkeres Gewicht gegen den zuvor übermächtigen Freisinn, der damals auch 6 von 7 Bundesräten stellte. Das Erhoffte trat ein, aber nicht im gewünschten Ausrnass. Die FDP stürzte tatsächlich ab, verlor 40 von bisher 103 Sitzen und stellte noch 60 von 189 Nationalräten. Die Katholisch-Konservativen, die späteren Christlichdemokraten, kamen auf 41 Mandate - minus 1. Die sozialdemokratische Fraktion wuchs von 20 auf 41 Köpfe. (Schmachvoll: Robert Grimm, der Führer des Landesstreiks, verlor seinen Sitz und konnte nur dank dem Verzicht eines Genossen nachrücken.) Die grösste Gewinnerin bei der Wahl 1919 war indes die BG B, die Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei. die später zur SVP mutierte. Sie konnte statt bisher 4 nun 29 Nationalräte nach Bern schicken. Ironie der Schweizergeschichte: Ausgerechnet die heutige Blocher-Partei verdankt ihr erstes Erstarken zumindest zu Teilen jenem (…). Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, Mai 2018.
Personen > Schlatter Christoph. Generalstreik. VPOD-Magazin, 2018-05-01.
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