Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 30

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02.11.2018 Schweiz
Personen
Work
Patricia D Incau
Arbeitszeit
Volltext
Eric Ducrey (42), Bauarbeiter, alleinerziehend, sagt: „Was die Patrons wollen, ist unmöglich!“ Eric Ducrey ist alleinerziehender Vater. Längere Arbeitstage, wie es die Baumeister wollen, kommen für ihn nicht in Frage. Work hat ihn am Bauprotest in Freiburg getroffen. Freiburg, Dienstagmorgen, 8 Uhr 15: Der Wind pfeift, es schüttet und schneit. Im Festzelt auf der Place Python ist es heiterer. Hunderte Bauarbeiter sitzen auf Holzbänken, es wird geredet und gelacht. In den Kartonbechern dampft der Kaffee, die Proteststimmung steigt. Für Kaffee hatte Eric Ducrey noch keine Zeit. Er steht draussen auf dem Platz. Graue Mütze, blaue Augen, einen schwarzen Faserpelz über die Thermowäsche gezogen. An jedem anderen Arbeitstag sitzt er auf seinem Brecher. Neun Stunden am Tag bedient er die riesige Maschine, mit der altes Baumaterial zu neuem verarbeitet wird. Da wird aus Beton zum Beispiel Kies. Das Rumpeln und Rütteln geht in die Knochen. 300 Gratis-Überstunden. Heute ist Ducrey einer der Protestführer. Zusammen mit rund 550 anderen Bauarbeitern bereitet er sich auf die Demo vor. Wie die Kollegen in Neuenburg, im Wallis und im Jura. Auch dort stehen die Baustellen still. 1500 Arbeiter sind im Ausstand. Ducrey ist schon seit Stunden auf den Beinen. „Um 2 Uhr nachts sind wir los“, ¬erzählt er. Ab da ging alles Schlag auf Schlag: Protestplakate aufhängen, Baustellen abklappern, Kollegen abholen. Dazwischen ein Telefon nach Hause: der Weckruf für seinen 12jährigen Sohn. „Eigentlich steht er schon von selber auf“, sagt Ducrey und lächelt. Aber er rufe eben trotzdem immer noch an. Auch einfach, um ein bisschen (…). Patricia D‘Incau.
Work online, 2.11.2018.
Personen > D‘Incau Patricia. Arbeitszeit. Work online, 2018-11-02.
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02.11.2018 JU Kanton
Initiative
Personen
Work
Patricia D Incau
Initiative
Lohngleichheit
Volltext
Im Kanton Jura steht die erste Lohngleichheits-Initiative. Die Frauen machen Dampf. Per Volksabstimmung kann der Kanton Jura nun endlich die Lohngleichheit durchsetzen. Auch in der übrigen Schweiz weht ein frischer Frauen-Wind. Es geht vorwärts für die Frauen im Jura. Am 24. Oktober hat die Regierung bestätigt: Die kantonale Lohngleichheitsinitiative ist zustande gekommen. Damit hat die jurassische Stimmbevölkerung die Chance, die Lohngleichheit endlich durchzusetzen. Erstmals in der Schweiz! 23 Prozent weniger Lohn. Lanciert wurde die Initiative von der Unia im Jura, Die Gewerkschafterinnen fordern, dass der Kanton festlegt, wie die Lohngleichheit in den Betrieben kontrolliert und die Frauenlöhne an die Männerlöhne angeglichen werden sollen. Das ist auch bitter nötig: Denn obwohl die Lohngleichheit zwischen Mann und Frau bereits seit 37 Jahren in der Bundesverfassung steht, ist sie bis heute nicht umgesetzt. Schweizweit verdienen Frauen nach wie vor rund zwanzig Prozent weniger als Männer. Im Kanton Jura beträgt die Lohndifferenz sogar 23 Prozent. Der Frauenstreik kommt. Das Ziel der Initiative ist deshalb: ein kantonales Gesetz, welches das nationale Gleichstellungsgesetz ergänzt. Dieses wird gerade revidiert. Eigentlich sollte es griffiger werden, aber: National- und Ständerat bewegen sich nur mit Mini-Schrittchen. Und trotzdem laufen SVP und FDP Sturm dagegen. Vorläufiges Fazit: ein zahnloser Beschluss, der Lohnanalysen nur für Betriebe mit über 100 Angestellten vorschreibt. (…). Patricia D’Incau.
Work, 2.11.2018.
Personen > D‘Incau Patricia. Lohngleichheit. Jura Kanton. Work, 2018-11-02.
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31.08.2018 Schweiz
Personen
SDA Schweizerische Depeschenagentur
Work
Patricia D Incau
Entlassungen
Redaktion
Volltext
Roboter statt Journis. SDA-Sportredaktion vor dem Aus. Die Nachrichtenagentur SDA beliefert die Schweiz auch mit Sport-News. Der Medienkonzem Tamedia findet nun: Ein Roboter soll übenehmen. Gerade erst hat die Nachrichtenagentur SDA jede vierte Stelle gestrichen (Work berichtete: rebrand.lyjsda-jobs).jetzt platzt schon die nächste Bombe: Die Sportredaktion steht auf der Kippe. 26 Stellen sind bedroht. Der Grund: Der Zürcher Medienkonzern Tamedia will ab nächstem Jahr keine Sportnachrichten mehr bei der SDA einkaufen. Die Redaktionen „Tages-Anzeiger“, „Bund“. „Basler Zeitung“ usw.) sollen ihre Sportseiten künftig alleine füllen - mit der Hilfe eines Roboters. Roboter. „Tadarn“ heisst das Programm. das nun die Arbeit der Journalistinnen und Journalisten ersetzen soll. Der Roboter durchsucht das Internet automatisch nach Sportresultaten und liefert diese an die Redaktionen. Die meisten Meldungen müssen dort noch immer von Menschen geschrieben werden. dennoch findet die Tarnedia-Leitung. den SDA-Sportdienst brauche es nicht mehr. Unsinnig findet das Marco Geissbühler von der Mediengewerkschaft Syndicom. Er sagt: „Die SDA liefert Analysen, Einordnungen und Hintergründe. Das alles kann ein Roboter nicht.“ Die Entscheidung. den Sportdienst zu künden, haben die Tamedia-Redaktionen offenbar auch nicht ganz freiwillig getroffen. Wie die Basler „Tageswoche“ berichtet. wurde den Verantwortlichen eiskalt gedroht: Wenn sie den SDA-Dienst behielten. müssten sie selber fünf Vollzeitstellen streichen. Für Gewerkschafter (…). Patricia D’Incau.
Work, 31.8.2018.
Personen > D’Incau Patricia. SDA. Redaktion. Work, 2018-08-31.
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17.08.2018 Schweiz
Personen
SDA Schweizerische Depeschenagentur
Work
Patricia D Incau
Entlassungen
SDA
Volltext
SDA-Journalist Mark Theilers Meldung in eigener Sache: „Ich habe meinen Job wieder!“ Massenentlassung, Streik, Schlichtung: Hartnäckig haben sich die Journalistinnen und Journalisten der Nachrichtenagentur SDA gegen den Kahlschlag gewehrt. Mark Theiler (63) ist einer von ihnen. Am 9. Juli wäre mein erster Tag ohne Arbeit gewesen. Der Termin auf dem RAV war schon vereinbart. Doch dann kam der Anruf von der Redaktionskommission. Sie hat die Belegschaft im Schlichtungsverfahren vertreten. Ich erfuhr, dass alle acht Entlassenen über 60 wieder eingestellt werden. Und zwar zum gleichen Lohn, zum gleichen Pensum und am selben Arbeitsort wie vorher. Und: mit Kündigungsschutz. Bis zu unserer Pensionierung können wir Ü60 aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr entlassen werden. Zum Glück bin ich gesessen, als ich das gehört habe. Es hätte mich sonst wohl umgehauen. Eine riesige Überraschung! Erstaunlich. Ich hätte niemals damit gerechnet, wieder eingestellt zu werden. So, wie sich die SDA-Spitze gegenüber dem Personal verhalten hatte. Monatelang mauerten sie. Sie wollten den Kahlschlag ohne Wenn und Aber durchziehen. Warum der Verwaltungsrat bei uns Ü 60 jetzt plötzlich seine Meinung geändert hat? Darüber rätseln wir alle. Vielleicht liegt es daran, dass neben den Entlassenen inzwischen etwa 20 Redaktorinnen und Redaktoren die SDA freiwillig verlassen haben und ein personeller Engpass drohte? Oder daran, dass wir Ältere damit gedroht haben, wegen diskriminierender Kündigung vor Gericht (…). Patricia D'Incau.
Work online, 17.8.2018.
Personen > D’Incau Patricia. sda. Entlassungen. Work online, 2018-08-17.
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17.08.2018 Schweiz
Krankversicherungen
Personen
Work
Patricia D Incau
Krankenversicherungen
Prämien
Volltext
Neue Zahlen zeigen: Sparwut der Kantone bringt immer mehr Haushalte in Not. Hunderttausende verlieren Prämienverbilligungen. Die Krankenkassenprämien steigen Jahr für Jahr. Trotzdem streichen die Kantone immer mehr Versicherten die Prämienverbilligung. Das zeigen neue Zahlen. Seit 2012 haben die Kantone rund 100‘000 Personen die Prämienverbilligung gestrichen. Und das, obwohl die Haushalte immer mehr unter den steigenden Krankenkassenprämien leiden, Das zeigt eine Auswertung des SRF-Nachrichtenmagazins „10 vor 10“. Getroffen hat es vor allem Berufstätige in der unteren Mittelschicht, Alleinerziehende und Familien, Weil die Krankenkassenprämie in der Schweiz für alle Versicherten gleich hoch ist - egal ob arm oder reich - gibt es die Prämienverbilligungen. Darauf haben laut dem Bundesgesetz über die Krankenversicherung alle Anrecht, die „in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen“ leben. Was das genau heisst, kann aber jeder Kanton selber bestimmen - und immer wieder daran rumschrauben. Steuergeschenke. Zum Beispiel der Kanton Luzern: Dort bekam vor einigen Jahren noch Prämien-verbilligung, wer maximal 75‘000 Franken pro Jahr verdiente. Heute liegt die Grenze bei 54‘000 Franken. Der Grund: Luzern hat die Steuern für Unternehmen gesenkt. Das hat ein grosses Loch in die Kantonskasse gerissen. Um es zu stopfen, wird bei den Leistungen gekürzt. Konsequenz: Mehr als der Hälfte der bisherigen Beziehenden strich der Kanton die Prämienverbilligung. Konkret (…). Patricia D’Incau.
Work, 17.8.2018.
Personen > D’Incau Patricia. Krankenversicherungen. Prämien. Work, 2018-08-17.
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15.06.2018 Schweiz
Löhne
Personen
Work
Patricia D Incau
Lohngleichheit
Rechtsschutz
Volltext
Lohngleichheit: Fast die Hälfte der Klagen scheitern. Richter kennen das Gleichstellungsgesetz nicht. Die Hürden für erfolgreiche Lohnklagen sind riesig. Nicht selten deshalb, weil die Gerichte das Gleichstellungsgesetz zu wenig gut kennen. Und das ganze 22 Jahre nach Inkrafttreten. Es ist eine unendliche Geschichte: Schon seit sechs Jahren kämpft Françoise Robert dafür, dass ihr ehemaliger Arbeitgeber endlich geradestehen muss. Dafür, dass er Frauen schlechter bezahlt als Männer. Nur deshalb, weil sie Frauen sind. Robert arbeitete bis 2012 in einem Westschweizer Luxuswarenhaus. Als gelernte Schneiderin mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis kürzte sie dort Hosenbeine, nahm Röcke ein und änderte Blusen. Alles Arbeiten, die sich praktisch nicht von denen ihrer männlichen Kollegen unterschieden. Doch dann erfuhr Françoise Robert per Zufall: Ihre Kollegen verdienten mehr. Sie sprach ihre Vorgesetzten darauf an. Kurz danach erhielt sie die Kündigung. Robert ging vor Gericht und meldete sich bei der Unia. Der Prozess läuft heute noch. Immerhin bestätigt inzwischen ein Gutachten, dass Robert tatsächlich weniger verdient hat als ihre Kollegen. Und zwar zwischen 24 und 33 Prozent. Das ist ein erster Erfolg, aber noch lange kein Sieg. Steiniger Weg. Die Geschichte von Schneiderin Françoise Robert ist keine Ausnahme. Auch bei der Gewerkschaft VPOD kennt man solche „langen Fälle“. VPOD-Gleichstellungsfachfrau Christine Flitner sagt: Für LohnkIagen braucht es einen (…).  Patricia d’Incau.
Work, 15.6.2018.
Personen > D’Incau Patricia. Lohngleichheit. Klagen. Work, 2018-06-15.

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27.04.2018 Zürich
Personen
VPOD Zürich
Work
Patricia D Incau
Kindertagesstätten
Personalbestand
Volltext
Kita-Frau Camilla Carboni (26) ist bereit für den 1. Mai: Die Trotzphase geht auf die Strasse. In Zürich wehren sich Kita-Mitarbeitende gegen Personalmangel, lange Arbeitstage und tiefen Lohn. In der Gruppe „Trotzphase“ haben sie sich organisiert. Work traf Mitgründerin Camilla Carboni. Camilla Carboni hat gerade viel um die Ohren. Der Flyer für die 1.-Mai-Demo muss noch gedruckt werden, die letzten Workshop-Vorbereitungen fürs Zürcher Maifest laufen – und zu Hause stapelt sich die Wäsche. Für Work findet die junge Zürcherin trotzdem Zeit. Klar seien die Tage im Moment etwas anstrengend, sagt Carboni. Aber: „Wenn wir wollen, dass sich etwas ändert, müssen wir selber etwas tun.“ Mit „wir“ meint die 26jährige die „Trotzphase“. Carboni hat die Gruppe zusammen mit Berufskolleginnen und -kollegen gegründet, unterstützt von der Gewerkschaft VPOD. Sie alle sind Fachfrauen und Fachmänner Betreuung (FaBe). Und sie haben genug von den schlechten Bedingungen, mit denen sie an ihrem Arbeitsplatz, in der Kindertagesstätte (Kita), kämpfen. Die „Trotzphase“ ist zwei Jahre alt. Schon länger war Carboni aufgefallen: Gespräche mit Freundinnen, die ebenfalls in der Kita arbeiten, drehten sich häufig um die Probleme im Job: die langen Arbeitstage, den geringen Lohn, den permanenten Personalmangel. Irgendwann fanden sie: „Wir müssen machen statt motzen.“ Besser (…). Patricia D'Incau.
Work online, 27.4.2018.
Personen > D‘Incau Patricia. Kindertagesstätten. Personalmangel. Work, 2018-04-27.
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29.03.2018 Schweiz
Frauen
Personen
Sozialforum
Work
Patricia D Incau
Reportagen
Sozialforum
Volltext
Gewalt gegen Frauen: Das grosse Thema am Weltsozialforum in Brasilien. "Wir alle sind Marielle!" Trauer statt Feststimmung: Der Mord an der linken Politikerin Marielle Franco traf Brasiliens Frauen mitten ins Herz. Auch diejenigen am Weltsozialforum. Es sollte ein freudiges Treffen werden, das 14. Weltsozialforum in Salvador da Bahia. Strahlendes Wetter, Sommersonne im März, Couscous aus Plasticschalen und Tausende Menschen aus aller Welt, die auf dem Universitätscampus über globale Probleme diskutieren, Kontakte knüpfen und politische Energie tanken. Doch das globale "Klassentreffen der Fortschrittlichen" ist kaum einen Tag alt, als die brutale brasilianische Realität einbricht. Mord auf offener Strasse. Es geschah am vergangenen 14. März in Rio de Janeiro. Anderson Pedro Gomes schlängelt sein Auto durch den abendlichen Verkehr. Auf der Rückbank sitzt Marielle Franco, Stadtparlamentarierin von Rio de Janeiro und Mitglied der linken Partei für Sozialismus und Freiheit (PSOL). Plötzlich fallen Schüsse. Die Killer schiessen neun Mal. Vier Schüsse treffen Franco direkt in den Kopf. Die 38jährige ist sofort tot. Auch für ihren Fahrer Gomes kommt jede Hilfe zu spät. Schnell wird klar: Der Mord war minutiös geplant. Als Stadträtin hatte Franco immer wieder Missstände angeprangert. Die Linkspolitikerin war in den Slums aufgewachsen, in den Favelas von Rio, sie war Afrobrasilianerin und alleinerziehend. Sie leitete die (…). Patricia D'Incau.
Work online, 29.3.2018.
Personen > D'Incau Patricia. Sozialforum. Frauen. Work online, 2018-03-29.
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16.02.2018 Schweiz
Personen
SDA Schweizerische Depeschenagentur
Work
Patricia D Incau
Pensionskasse
Sda
Volltext
SDA: Arbeitskampf wirft Schlaglicht auf stossende Versicherungslücke. Ü58 in der Pensionskassen-Falle. Wer im Alter die Stelle verliert, fällt womöglich in ein Pensionskassenloch. Das droht jetzt auch mehreren langjährigen Mitarbeitenden der Nachrichtenagentur SDA. Eiskalt wollte CEO Markus Schwab die Abbaupläne der Verleger umsetzen: Kosten drücken, Stellen streichen, Leute entlassen. Und das alles auf einen Schlag. Der mutige Streik der Angestellten der Schweizerischen Depeschenagentur (SDA) hat ihm aber vorläufig einen Strich durch die Rechnung gemacht. Diese wollen sich nicht einfach abservieren lassen. Sie zwangen Schwab und den Verwaltungsrat an den grünen Tisch. Jetzt laufen Verhandlungen. Lösung im Gesetz? Der Arbeitskampf bei der SDA wirft auch ein Schlaglicht auf ein lange vernachlässigtes Problem der zweiten Säule: Wer mit 58 oder 60 entlassen wird und keine Stelle mehr ¬findet, fällt aus der Pensionskasse. Genau das droht jetzt jenen elf SDA-Mitarbeitenden, die 60 und mehr Jahre alt sind. Kaltblütig will sie Chef Schwab in die Arbeitslosigkeit schicken. RAV statt Rente. Dort können die Betroffenen zwar Arbeitslosengeld beziehen. Doch der Versicherungskonzern Swisslife, bei dem sie ihre Pensionskasse haben, setzt sie vor die Tür, wenn sie den Job verlieren. Sie müssten dann ihr Altersguthaben bis 65 auf einem Freizügigkeitskonto parkieren. Oder die Rente vorbeziehen, mit entsprechend grossen Einbussen. SDA-Redaktor Werner Marti * sagt zu Work: „Uns drohen grosse Verluste bei der Rente.“ Der langjährige (…). Patricia D'Incau.
Work online, 16.2.2018.
Personen > D’Incau Patricia. sda. Pensionskasse. Work online,2018-02-16.
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02.02.2018 Schweiz
Personen
SDA Schweizerische Depeschenagentur
Work
Patricia D Incau
Sda
Streik
Volltext
Der erste Journalistenstreik seit Jahren. Streik Der Agentur. Massenentlassungen für die Angestellten, Millionen für die Aktionäre: Das ist die Logik von SDA-CEO Markus Schwab. Doch der Streik der Journalistinnen und Journalisten könnte ihn kippen. Es ist noch früh an diesem Morgen, als die Nachricht die Runde macht. Redaktionen in der ganzen Schweiz erhalten die Meldung: „Die Schweizerische Depeschenagentur (SDA) wird heute Dienstag bestreikt.“ Eine Bombe: Seit Jahrzehnten haben in der Deutschschweiz keine Medienschaffenden mehr zum Streik gegriffen. Und dies trotz einer nicht abreissenden Welle von Fusionen und Entlassungen. Jetzt trifft es die SDA, die wichtigste Nachrichtenquelle des Landes. Der Streikentscheid fällt deutlich, mit 124 zu 6 Stimmen. Denn es geht um viel: Job, Pensum, Lohn. 36 von 150 Vollzeitstellen will CEO Markus Schwab streichen, betroffen sind 83 Personen. Die Ressorts Inland und Ausland werden zusammengelegt, das Wirtschaftsressort an die Finanznachrichtenagentur AWP ausgelagert, das Kulturressort ganz gestrichen. RAV statt Rente. Diese Hiobsbotschaft erhalten die Journalistinnen und Journalisten am 8. Januar. Per ¬E-Mail. Um 17 Uhr. Seither steht kein Stein mehr auf dem anderen. Rasch wird klar: Der Abbau soll nicht gestaffelt über die nächsten zwei Jahre stattfinden, wie ursprünglich angekündigt, sondern bereits in den kommenden Monaten. Und auch von Frühpensionierung ist keine Rede mehr. Für die älteren Arbeitnehmenden (…).  Patricia D'Incau.
Work online, 2.2.2018.
Personen > D’Incau Patricia. Sda. Streik. Work online, 2018-02-02.
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19.01.2018 Schweiz
Personen
Work
Patricia D Incau
Layout
Volltext
Work
Freude herrscht: Work ganz neu und frisch im Web. Pünktlich zur ersten Ausgabe im neuen Jahr präsentiert Work den rundum erneuerten Webauftritt. Bereits 2003 wagte Work, als eine der ersten Schweizer Zeitungen überhaupt, den Sprung ins Internet. Nach 14 Jahren im Dienst hat der bisherige Webauftritt nun allerdings Staub angesetzt – gestalterisch wie auch technisch. Darum geht er jetzt in den wohlverdienten Ruhestand. Die Nachfolgerin wartet mit mehr Inhalten auf, viel Farbe, grossen Bilder und knalligen ¬Titeln. Auffällig im Stil, klar im Inhalt. Also typisch Work. Das ist neu. Mehrere Monate lang wurde an der neuen Seite getüftelt. Und das nicht nur an der Optik, sondern auch an den Funktionen. Dort hat Work im Netz nun mehr zu bieten. Zum Beispiel: Gesammelte Work-Dossiers: Von der AHV über den Landesstreik bis zu den Abzockern im internationalen Bösencasino – im Work-Dossier werden wichtige Themen, ob historisch oder aktuell, unter die Lupe genommen. Auf der neuen Website sind sämtliche Dossiers nun mit einem Klick abrufbar. Umfassendes Archiv: Ausgabe verpasst? Kein Problem. Ab sofort lässt sich im Work auch nachträglich stöbern. Und zwar Seite für Seite. Denn: Im neuen Onlinearchiv sind alle Ausgaben ab -Januar 2017 als PDF-¬Dateien abrufbar. Rubriken und Kolumnen auf einen Blick: Endo Anacondas SMS an Bankster, Politikerinnen sowie an Cervelat- und andere Promis gehören ebenso (…). Patricia D'Incau
Work online, 19.1.2018.
Personen > D’Incau Patricia. Work. Layout. Work online, 2018-01-19.
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19.01.2018 Schweiz
OVS
Personen
Work
Patricia D Incau
Arbeitsbedingungen
OVS
Volltext
Dicke Luft beim Vögele-Nachfolger. OVS macht Druck auf Personal. Weniger Zeit, mehr Arbeit: Beim Modehändler OVS sind die Angestellten am Limit. «So etwas habe ich noch nie erlebt», sagt Sylvie B* Sie erzählt von Stress, Unsicherheit und Angst. Und meint damit die aktuelle Stimmung bei OVS, der italienischen Modekette, die 2017 die serbelnden Vögele-Läden übernommen hat. Zum Glück für B. schien es damals. Sie konnte den Job behalten. Während am Hauptsitz in Pfäffikon SZ rund 260 Personen entlassen wurden, sollte es in den Filialen keine Kündigungen geben. Im Gegenteil: „Zwischen 150 und 200 Stellen“ wolle er schaffen, sagte OVS-Chef Stefano Beraldo im Juni dem „Blick“. Ernüchterung. Davon ist heute wenig geblieben. B. weiss: Weil die Verkaufszahlen nicht stimmen, spart OVS am Personal. So wurden die Filialleiter im Dezember angewiesen, die Pensen der im Stundenlohn Angestellten zu reduzieren - auf maximal 8 Stunden in der Woche. Was darüber hinausgeht, wird nun auf die Festangestellten verteilt. Sie müssen die Zusatzarbeit - laut B. bis zu 30 Prozent mehr - in der normalen Arbeitszeit leisten. Das ist Stress pur. Denn: Überstunden dürfen keine mehr gemacht werden. Von zusätzlichen Arbeitsplätzen ist kaum mehr die Rede. Zwar wurden neue Stellen ausgeschrieben, doch die Filialleiter mussten plötzlich allen Bewerbern absagen. Auf Geheiss von oben. Furcht. Bei OVS widerspricht man: „Ein genereller Anstellungsstopp wurde nicht ausgesprochen“. Das Unternehmen überprüfe laufend (…). Patricia D’Incau.
Work, 19.1.2018.
Personen > D’Incau Patrizia. OVS. Arbeitszeit. Work, 2018-01-19.
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14.12.2017 Winterthur
Coiffeurgeschäfte-Verband
Personen
Work
Patricia D Incau
Coiffeure/Coiffeusen
Gratisarbeit
Volltext
Monsieur Pierre, es geht auch anders! Ostschweizer Coiffeur lässt Junge gratis arbeiten. Jugendliche ohne Lohn. Das Unternehmen spricht von Ausbildung. Das richtige Wort ist: Ausbeutung. Den ganzen Tag auf den Beinen, lange Arbeitszeiten und wenig Lohn. Der Alltag der Coiffeurangestellten ist hart. Und manchmal sind die Arbeitsbedingungen sogar skandalös. Wie bei der Ostschweizer Coiffeurkette Hairstylist Pierre AG. Denn: Eine Lehrstelle bekommt dort nur, wer zuerst gratis chrampft. Ein Jahr lang müssen die Jungen die firmeneigene P2 Hairacademy besuchen, bevor es den Lehrvertrag gibt – eventuell. Denn eine Garantie, dass sie nach einem Jahr Gratisarbeit eine reguläre Lehre machen können, haben die Schulabgänger nicht. An zwei Tagen pro Woche arbeiten die Praktikantinnen und Praktikanten – meist 15- und 16jährige – im Salon. An echten Kunden, zum Rabattpreis. Einen Lohn bekommen die Jugendlichen nicht. Dafür eine Rechnung: für Arbeitsmaterial wie Scheren und Bürsten sowie Spesen. „Sklaverei“. Die Berner Coiffeur-Legende Gianni Izzo weiss, wie hier gerechnet wird. „Wenn man Nebentätigkeiten wie Bodenwischen, Haarewaschen und Färben an unbezahlte ‚Praktikanten‘ abgeben kann, kann man mehr Kundinnen und Kunden bedienen und verdient entsprechend mehr.“ Zwar, so Izzo, wenden dieses Prinzip die meisten Coiffeurketten an. Dass aber unter dem Vorwand „Ausbildung“ ein ganzes Jahr kein Lohn bezahlt werde, sei doch besonders dreist. Unia-Jugend-Sekretärin Kathrin Ziltener sagt zum (...). Patricia D’Incau.
Work online, 14.12.2017.
Personen > D’Incau Patricia. Coiffeure. Gratisarbeit. Work online, 2017-12-14.
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01.12.2017 Schweiz
Personen
Work
Patricia D Incau
68er-Bewegung
Volltext
Neue Ausstellung in Bern zu den „wilden Sechzigern”. Als die Zwangsjacken platzten. Das Bernische Historische Museum führt durch die Schweiz der 1960er Jahre: eine Zeitreise zu grünen Polstermöbeln und roten Aufständen. Lausanne, April 1960: Ein langer Trauerzug zieht durch die Stadt. Im Sarg,- der von einer Schweizerfahne bedeckt wird, liegt Henri Guisan. General im Zweiten Weltkrieg, bereits zu Lebzeiten mehr Mythos als Mensch. 300‘000 Schweizerinnen und Schweizer sind mit Extrazügen angereist. Männer in Uniform und Zivil salutieren in Achtungsstellung, Frauen in Trauerkleidern weinen wie um einen Familienangehörigen. Der vollständige Bundesrat und die gesamte Armeespitze folgen dem Trauerzug zu Fuss. Im ganzen Land läuten die Kirchenglocken. Die Beerdigung von General Guisan ist der erste TV-Grossevent des Schweizer Fernsehens. Mit sieben Kameras dokumentieren die Journalisten das Staatsbegräbnis. Die Wochenschau sendet später die Bilder in die Haushalte, wo die Daheimgebliebenen mittrauern. In ihren 1950er-Jahre-Stuben, zwischen Blümchentapeten, grünen Polstermöbeln und Mahagonitischen. Gegen die Spiesserhölle. Dort, in dieser „Spiesserhölle“, beginnt heute der Rundgang im Historischen Museum in Bern. „1968 Schweiz“ heisst die Ausstellung, die Reise führt vom Guisan-Abschied bis zur Revolte. Medienberichte, historische Dokumente und sechzehn Zeitzeugen spannen den roten Faden durch die „wilden Sechziger“, an deren Ende junge Menschen die bestehende (…). Patricia D’Incau.
Work, 1.12.2017.
Personen > D‘Incau Patricia. 68er-Bewegung. Work, 1.12.2017.
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16.11.2017 Thun
Meyer Burger AG
Personen
Work
Patricia D Incau
Betriebsschliessung
Meyer Burger AG
Volltext
Jobs weg trotz Steuergeschenken. Solarzulieferer Meyer Burger verlagert die Produktion nach China. Im Meyer-Burger-Werk in Thun droht 250 Mitarbeitenden die Entlassung. Der Konzern will künftig in China produzieren. Obwohl der Kanton Bern das Unternehmen jahrelang steuerlich begünstigte. Jahrelang galt der Solarzulieferer Meyer Burger als Hoffnungsträger. Eine Art Lieblingskind, zu dem man nicht nur in guten Zeiten hält. Sondern auch bei Millionenverlusten, Kursstürzen und Sparprogrammen. Irgendwann muss doch alles irgendwie gut kommen. Doch seit rund zwei Wochen ist klar: Es kommt nicht gut. Am 2. November kündete Meyer Burger an, die Produktion am Thuner Firmenhauptsitz zu schliessen und nach China zu verlegen. Man sei „mit dem Werkplatz in Thun kostenmässig nicht mehr konkurrenzfähig“. 250 Angestellten, darunter 26 Lernenden, droht der Jobverlust. In Thun sollen einzig die Abteilungen Forschung und Entwicklung, Verkauf und Marketing bleiben. Üppige Steuergeschenke. Die Verlagerung ist nicht nur für die Belegschaft ein Schock, sondern auch für Stadt und Kanton. Schliesslich hat Meyer Burger jahrelang von grosszügigen Steuernachlässen profitiert: Grössenordnung 50 Prozent. Der Berner Regierungsrat gewährte den saftigen Steuerrabatt. Als Massnahme zur Wirtschaftsförderung können die Kantone Unternehmen ganz oder teilweise von Steuern befreien. Damit sollen Anreize für neue Arbeitsplätze und Investitionen geschaffen werden. Tatsächlich hatte Meyer Burger vor sieben Jahren noch (…). Patricia D’Incau.
Work online, 16.11.2017.
Personen > D’Incau Patricia. Meyer Burger AG. Betriebsschliessung. Work online, 2017-11-16.
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02.11.2017 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Patricia D Incau
Natascha Wey
Feminismus
Volltext
„Wir müssen weg vom reinen Gleichstellungs-Feminismus!“. Mit Gewerkschafterin Natascha Wey an der Spitze weht bei den „SP Frauen“. Erst 15 Monate im Amt – und schon hat die neue Co-Chefin der „SP Frauen“ ein feministisches Manifest durchgebracht, das sich sehen lässt. Work: Natascha Wey, Sie haben sich während Ihres Studiums an der Uni unter den Linken unwohl gefühlt. Warum? Natascha Wey: An der Uni sind in der Tendenz Leute, deren Eltern auch einen höheren Bildungsgrad haben. Ich hatte das nicht. Ich hatte als erste in meiner Familie die Möglichkeit zu studieren. Es kann einschüchternd sein, wenn man mit so einem Hintergrund an die Uni kommt und auf Personen trifft, vor allem Männer, die Marx gelesen haben und all die grossen linken Denker kennen. Die eloquenter sind und mit einem völlig anderen Selbstverständnis Texte diskutieren. Nach dem Motto: Wer länger schnorret, und das möglichst kompliziert, ist der Gescheitere. Ich war dem nicht so gewachsen. Also probierten Sie es mit den Rechten, mit der NZZ, und machten da ein Volontariat? Ich habe meine NZZ-Zeit in guter Erinnerung. Ich wollte schreiben und musste irgendwie mein Studium finanzieren. Die NZZ war die einzige Zeitung, die damals für ein Volontariat 3‘000 Franken bezahlte. Ich mag es übrigens nicht, wenn man immer so tut, à la: „Was, du warst bei der NZZ? Das ist erstaunlich für eine Linke.“ Was soll denn das? Gibt es vielleicht einen Prototyp der idealen linken Biographie? Muss ich einen Kurs machen, damit ich eidgenössisch diplomierte Trotzkistin bin? ? (…). Patricia D’Incau.
Work, 2.11.2017.
Personen > D’Incau Patricia. Feminismus. Interview. Work, 2017-11-02.
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14.09.2017 Schweiz
FDP
Personen
Work
Patricia D Incau
Oliver Fahrni
Marie-Josée Kuhn
Redaktion
Volltext
Freunde der FDP. „Zürcher Banker sind wieder wer!“ Das vermeldet der „Blick“. Die News hinter dem Juchzer: Der Finanzplatz an der Limmat rangiert wieder in den Top Ten der wichtigsten Finanzplätze. Seinen neuerlichen Aufstieg verdanke der Paradeplatz auch seiner Bedeutung als sicherer Platz. Als sicherer Hafen für allerlei Gelder. Immer noch – und obwohl das Steuerhinterziehungsgeheimnis offiziell längst abgedankt hat. Sicher sind die Zürcher Banken aber auch vor der Politik. 2008 retteten wir Steuerzahlende die crashende UBS mit 60 Milliarden Franken. Nach dieser staatlichen Rettungsaktion versprachen alle Parteien, sie würden die Grossbanken nun an die kurze Leine nehmen. Rein gar nichts davon sei geschehen, schreibt Peter Bodenmann, Work-Autor und Briger Hotelier, in seiner Analyse zur wirtschaftlichen Lage der Schweiz zum Bericht Bodenmann : „Noch immer haftet der Staat für UBS, Credit Suisse & Co. Der Skandal: Sie zahlen keinen müden Rappen für diese staatliche Vollkaskogarantie.“ UBS-Chef Sergio Ermotti räumte 2016 13,7 Millionen Franken Boni und Lohn ab. Dies, obwohl der Reingewinn seiner Bank in diesem Jahr um fast die Hälfte zurückging. Auch Ermotti ist eben wer. (…). In eigener Sache. Seit Jahren prägt Oliver Fahrni Work mit seinen profunden Analysen und Geschichten, mit knusprigen Reportagen, saftigen Portraits und bissigen Kommentaren. Nun geht er in Pension. Das Schöne daran ist: Oliver Fahrni wird uns als Autor weiterhin erhalten bleiben. Gleichzeitig begrüssen wir Patricia D’Incau als neue Redaktorin und Digital-Verantwortliche an Bord. In dieser Ausgabe berichtet sie unter anderem über das drohende Aus für die Gartenbauschule in Hünibach BE. Marie-Josée Kuhn.
Work online, 14.9.2017.
Personen > Kuhn Marie-Josée. FDP. UBS. Work online, 2017-09-14.
Ganzer Text
14.09.2017 Hünibach BE
Gartenbau
Personen
Work
Patricia D Incau
Betriebsschliessung
Gartenbau
Volltext
Bedrohtes Paradies. Gartenbauschule in Hünibach BE vor dem Aus? Der Berner Regierungsrat will die Unternehmenssteuern senken und schnürt deshalb ein Sparprogramm. Mit verheerenden Auswirkungen für die Gartenbau-Lehrwerkstätte am Thunersee. Im Hünibach am Thunersee, hinter niedrigen grauen Mauern, liegt ein Paradies aus tausend Pflanzen. Palmen und Feigenbäume, Bananenstauden und Beerensträucher, Begonien und Frauenherzen. Sie wachsen und ranken sich in der Zufahrt zu den drei Gebäuden, in denen die Gartenbauschule Hünibach (GSH) untergebracht ist. Seit mehr als achtzig Jahren wird hier gegärtnert, angebaut und ausgebildet. Doch jetzt droht der Schule das Aus. Denn: Der Kanton Bern will die Gelder streichen, mit denen er die Lehrwerkstätte bisher unterstützt hat. Zwei Millionen Franken sind das pro Jahr. Die Hälfte des gesamten Schulbudgets. Für Direktorin Marianna Serena ist klar: „Wenn das passiert, können wir hier zumachen.“ 100 Arbeitsplätze, die Hälfte davon Lehrstellen, wären verloren. Serena sitzt in ihrem Büro im Haupthaus der Schule. Ein Bau aus dem vorigen Jahrhundert, mit alten Holztreppen und dünnen Wänden. Es knarzt und rumpelt in den Gängen. Die Direktorin erzählt vom Schulbetrieb, den sie dieser Tage nicht nur leitet, sondern zu retten versucht. „Für mich ist das nicht nur ein Job, sondern eine Herzensangelegenheit.“ Einerseits biete die Gartenbauschule Jugendlichen eine Chance, für die der Einstieg ins Berufsleben sonst schwierig wäre. Andererseits bilde sie ihre Lernenden im (…). Patricia D’Incau.
Work online, 14.9.2017.
Personen > D’Incau Patrizia. Gartenbauschule Hünibach. Work, 2017-09-14.
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17.08.2017 Niederurnen
Personen
Work
Patricia D Incau
Asbest
Entschädigungen
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„Sie sollen sehen, was sie getan haben“. Als Schulbub jobbte er in der Eternit. 35 Jahre später ist Roland Schwarzmann tot. Vom Asbest. Für seine Familie beginnt eine Odyssee. Plötzlich war da ein Druck auf der Brust. Roland Schwarzmann spürt ihn beim Velofahren, beim Tennisspielen, beim Joggen. Das Atmen fällt ihm zunehmend schwer. Während der Ferien auf Zypern wird ihm klar: etwas stimmt nicht. Eine Erkältung vielleicht oder das Herz, denkt Schwarzmann. Zurück in der Schweiz, geht der damals 46jährige zum Hausarzt. Die Röntgenbilder zeigen eine Veränderung der Lunge. Die Diagnose: Brustfellkrebs. Das war 2004. Ohne Mundschutz. Die Nachricht erreicht Ehefrau Elsbeth Schwarzmann am Telefon. Rückblickend sagt sie: „Wenn du so etwas hörst, legt es dich zusammen.“ Sie sitzt in ihrem Wohnzimmer in Näfels, einer Gemeinde mit knapp 4000 Seelen im Kanton Glarus. Neben ihr am runden Tisch sitzt Markus, der Älteste der drei Schwarzmann-Söhne. Er war 19, als sein Vater krank wurde. Sein jüngster Bruder, Robin, erst 13. Die Ärzte geben Roland Schwarzmann noch sechs bis acht Monate. Die Biopsie im Universitätsspital Zürich zeigt: Der Krebs kommt vom Asbest. Vom Asbest in der Eternit in Niederurnen. Im Jahr 1972 arbeitete Schwarzmann während fünf Wochen in der Schmidheiny-Fabrik. Als Schulbub in den Sommerferien. Er ist 14, schleift Eternitplatten – ohne Mundschutz. Der tödliche Asbeststaub dringt in seine Lunge. Die Eternit ist damals eine der grösseren Herstellerinnen von Asbestprodukten. (…). Patricia D’Incau.
Work online, 17.8.2017.
Work > Asbest. Entschädigungen. Work online, 2017-08-17.
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17.08.2017 Niederurnen
Personen
Work
Patricia D'Incau
Vasco Pedrina
Asbest
Interview
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„Wirtschaft muss zahlen“. 35 Jahre hat der ehemalige Unia- Co-Chef Pedrina für die Asbestopfer gekämpft. Work: Was sagen Sie zur Geschichte der Schwarzmanns? Vasco Pedrina: Sie zeigt die menschliche Tragödie der Asbestkatastrophe. Mehr als 1800 Menschen sind bis heute in der Schweiz an Asbest gestorben. Weltweit sind es jedes Jahr 100‘000 Personen. Und das wird so bleiben, mindestens noch für einige Jahrzehnte. Die Geschichte zeigt aber auch, dass es den Opfern nicht nur darum geht, für sich selber zu kämpfen, sondern um die Suche nach einer Lösung für alle Geschädigten. Also um Solidarität. Schwarzmanns wünschen sich immer noch, dass endlich jemand die Verantwortung für ihr Leid übernehme. Verstehen Sie das? Es ist natürlich, dass man nach dem Hauptschuldigen sucht. Die Eternit und ihr ehemaliger Eigentümer Stephan Schmidheiny stehen diesbezüglich immer wieder im Fokus. Ich muss aber sagen, dass nicht nur sie eine Rolle gespielt haben. In den Werkstätten der SBB in Chur gab es mehr Tote als bei der Eternit in Niederurnen. Und 17 Prozent aller Toten stammen aus der Metall- und Maschinenindustrie, wo etwa Turbinenbauer mit Asbestprodukten gearbeitet haben. Auch die Behörden und die Suva hätten früher und härter eingreifen können und tragen so eine gewisse Mitverantwortung. Letztlich hat die gesamte Wirtschaft jahrzehntelang vom Asbest profitiert, auch die Banken. Deshalb soll auch die gesamte Wirtschaft für den Schaden zahlen. Endlich gibt es einen Fonds, (…). Interview: Patricia D’Incau.
Work online, 17.8.2017.
Work > Asbest. Vasco Pedrina. Interview. Work, 2017-08-17.
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18.04.2017 Deutschland
Armut
Junge Welt
Personen
Patricia D'Incau
Armut
Einkommensverhältnisse
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Lagen der Ungleichheit. Armut und Reichtum im Zerrspiegel des am vergangenen Mittwoch vorgestellten Regierungsberichts. Christoph Butterwegge lehrte bis 2016 Politikwissenschaft an der Universität zu Köln. Zuletzt sind seine Bücher „Reichtumsförderung statt Armutsbekämpfung. Eine sozial- und steuerpolitische Halbzeitbilanz der Großen Koalition“ (Springer VS 2016) und „Armut“ (PapyRossa Verlag 2017) erschienen. Wenn eine Bundesregierung, deren führende Mitglieder die oberflächliche Behauptung aufstellen, den Menschen in Deutschland gehe es so gut wie nie, einen Bericht über die Lebenslagen in Deutschland vorlegt, erwartet man keine differenzierte Analyse. Da sich CDU/CSU und SPD in wichtigen Punkten nicht einig waren, kam es zu monatelangen Verzögerungen, bis die Koalitionäre ihren Armuts- und Reichtumsbericht am 12. April im Kabinett verabschiedeten. Meinungsverschiedenheiten. Einwände des Bundeskanzleramtes und des Finanzministeriums, beide von Unionspolitikern geführt, hatten eine Streichung zentraler Aussagen des ursprünglichen Berichts¬entwurfs aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales zur Folge. Beanstandet wurden Passagen, in denen es um die Negativeffekte der sozialen Ungleichheit, die Notwendigkeit einer Minderung der Verteilungsungerechtigkeit, die Möglichkeit der Einflussnahme wohlhabender Bevölkerungsgruppen auf politische bzw. Regierungsentscheidungen und die Beeinträchtigung der politischen Repräsentation durch eine sinkende Wahlbeteiligung armer Bevölkerungsschichten ging. Die grundsätzlichen Überlegungen zum Verhältnis (…). Christoph Butterwegge.
Junge Welt, 18.4.2017.
Junge Welt > Armut. Einkommen. Junge Welt, 2017-04-18.
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09.02.2017 Schweiz
Junge Welt
Personen
Steuern
Patricia D'Incau
Unternehmenssteuer
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Neues aus dem Steuerparadies. Schweizer Regierung will weitere Privilegien für Unternehmen schaffen. Gegner warnen vor „Beschiss“ an Bevölkerung. Es ist die erste Volksabstimmung in diesem Jahr, und es geht um viel. Am kommenden Sonntag entscheiden die Schweizer Stimmberechtigten über eine Vorlage, die weitere Steuerprivilegien für Konzerne schaffen soll. Ein Vorhaben, das die Bevölkerung teuer zu stehen kommen könnte: Zwischen einer und vier Milliarden Schweizer Franken würden Bund, Kantone und Kommunen künftig pro Jahr entgehen, wenn die sogenannte Unternehmenssteuerreform III angenommen wird. Um das Loch im Etat zu stopfen, könnten Kürzungen bei Staatsausgaben oder höhere Einkommenssteuern für Beschäftigte fällig werden. Doch darüber, wer mit welchen Mitteln für die Steuerausfälle aufkommen soll, schweigt sich die Regierung aus. Stattdessen rechtfertigt sie die von ihr ausgearbeiteten Massnahmen als „notwendigen“ Schritt, um allfälligen Sanktionen seitens der OECD und der EU zu entgehen. Jahrelang hatten sie die Schweiz dafür kritisiert, dass sie sogenannte Statusgesellschaften wie etwa Holdings mit Steuergeschenken ins Land locke. Doch anstatt das fragliche Privileg nun ersatzlos zu streichen, haben Regierung und Parlament mit der „Unternehmenssteuerreform III“ eine Vielzahl neuer Instrumente geschaffen, um „wettbewerbsfähig“ zu bleiben. Demnach sollen die Kantone künftig aus einem Katalog mit acht „steuerpolitischen Massnahmen“ ihre neue Praxis zusammenstellen. (…). Patricia D’ Incau.
Junge Welt, 9.2.2017.
Junge Welt > Schweiz. Unternehmenssteuer. Junge Welt, 2017-02-09.
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01.07.2016 Bern
Juso
Personen
Vorwärts
Patricia D'Incau
Tamara Funiciello
Interview
Juso
Programm
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„Eine gewisse revolutionäre Tendenz“. Am 18. Juni hat die Juso ihr neues Präsidium gewählt: Mit Tamara Funiciello steht nun erstmals eine Frau an der Spitze der JungsozialistInnen. Im Interview mit dem vorwärts spricht sie über die geplante Volksinitiative, die Mängel der Mutterpartei und Gewerkschaftsarbeit. Tamara, dein Wahlkampfprogramm trug den Titel: „Zu sagen, was ist, bleibt die revolutionärste Tat“. Ein Zitat von Rosa Luxemburg. Bist du Revolutionärin? Ich bin Reformistin und Revolutionärin. Man muss sich immer bewusst sein, was es im Moment gerade braucht und was im Moment gerade machbar ist. Man muss beides verbinden. Ich kämpfe dafür, dass wir irgendwann andere Machtverhältnisse haben in dieser Gesellschaft, dass wir irgendwann keine Konkurrenzverhältnisse mehr haben, keine Wirtschaft, die sich nach dem Profit orientiert sondern nach den Bedürfnissen der Menschen. Das ist mein Ziel. Und wenn es eine Revolution dazu braucht – dann nehmen wir eben diese Revolution. Was ist denn von den Jungsozialisten mit dir an ihrer Spitze zu erwarten? Ich möchte eine Juso, die breiter vernetzt ist, etwa mit den Gewerkschaften und mit den linken ausserparlamentarischen Blöcken. Es ist nötig, dass man vermehrt zusammenarbeitet. Wir brauchen eine starke Linke, wir brauchen unbedingt linke Strategien. Denn das fehlt diesem Land im Moment. Ich glaube, dass die Juso in diesen zwei Punkten eine entscheidende Rolle spielen kann. Wir haben das im Rahmen der 1:12-Initiative geschafft. Genau so etwas brauchen wir wieder. Und diese Chance bekommen wir mit unserem neuen Projekt. Dieses neue Projekt soll eine Volksinitiative (…). Patricia D’Incau.
Vorwärts, 1.7.2016.
Vorwärts > Funiciello Tamara. Interview. Vorwärts, 2016-07-01.
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01.07.2016 Schweiz
EU
Personen
Vorwärts
Patricia D'Incau
EU
Neoliberalismus
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Goodbye, EU-Mythos. Nach dem vergangenen Wochenende herrscht Katerstimmung. Grossbritannien verlässt die EU. Es sei ein Sieg der Rechten, heisst es. Und ja, natürlich ist er das - denn der Grossteil der Linken hat es bis heute nicht geschafft, gegen das neoliberale europäische Staatenkonstrukt Stellung zu beziehen. Viel zu sehr hat sich der langlebige, vor allem von sozialdemokratischen Kreisen gepflogene und propagierte Konsens „Wer links ist, ist für die EU“ festgekrallt, der sich aus dem Glauben nährt, dass es sich bei der EU um ein friedenstiftendes, „völkerverbindendes“ Projekt handeln würde. Doch hat die EU tatsächlich verhindert, dass es auf europäischem Boden zu keinen kriegerischen Auseinandersetzungen mehr kommt? Der Balkankonflikt in den 90er-Jahren, bei dem auch Deutschland seine Rolle spielte, ist ein blutiger Gegenbeweis. Hat die EU tatsächlich dafür gesorgt, dass nicht mehr einzelne Staaten andere dominieren? Man frage doch einfach mal das vom IWF, der EZB und der Europäischen Kommission ausgepresste Griechenland. Hat die EU tatsächlich für Öffnung gesorgt? Die Zahl der Menschen, die vor der „Festung Europa“ ihr Leben verlieren, weil Frontex nicht zur Aufgabe hat, Leben zu retten, sondern Grenzen zu schützen, spricht eine andere Sprache. Hat die EU verhindert, dass die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinandergeht? Das, liebe LeserInnen, ist eine rhetorische Frage. (…). Patricia D’Incau.
Vorwärts, 1.7.2016.
Vorwärts > EU. Neoliberalismus. Vorwärts, 2016-07-01.
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04.06.2016 Schweiz
Flüchtlinge
Junge Welt
Personen
Patricia D'Incau
Abstimmung
Asylgesetz
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Linke in der Bredouille. Schweiz: Abstimmung über Asylrechtsverschärfung wird zur Wahl des geringeren Übels. Bereits zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren entscheiden die Stimmberechtigten in der Schweiz am Sonntag über Änderungen im Asylgesetz. Im Mittelpunkt steht die Verkürzung von Asylverfahren: So soll zwischen der Ankunft einer schutzsuchenden Person und einem erstinstanzlichen Asylentscheid künftig nur noch rund ein Monat liegen. Die Beschwerdefrist würde den Plänen nach von 30 auf sieben Tage verkürzt werden. Um Zeit und Kosten zu sparen, soll das gesamte Verfahren unter einem Dach - in sogenannten Bundeszentren - abgewickelt werden. Um sicherzustellen, dass die Asylverfahren dennoch „rechtsstaatlich fair und korrekt durchgeführt werden“, sollen alle schutzsuchenden Personen eine unentgeltliche Rechtsvertretung erhalten. „Die europäische Flüchtlingskrise macht deutlich, wie wichtig gerade jetzt rasche Asylverfahren sind“, heisst es seitens der Bundesregierung. Federführend bei der Revision des Asylgesetzes ist die sozialdemokratische Justizministerin Simonetta Sommaruga. Neu wäre die Anwendung von verkürzten Asylverfahren nicht. Bereits im Jahr 2012 hatte das Parlament mittels. „dringlicher Massnahmen“ beschlossen, beschleunigte Asylverfahren in Bundeszentren im Rahmen einer Testphase zu erproben. Damals wurde auch die Möglichkeit, Asylanträge in Schweizer Botschaften im Ausland einzureichen, abgeschafft. Beide Massnahmen sind nur bis Ende 2019 gültig. Mit der aktuellen (…). Patricia D'Incau, Bem.
Junge Welt, 4.6.2016.
Junge Welt > Schweiz. Flüchtlinge. Asylgesetz. Junge Welt, 2016-06-04.
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