Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 331

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26.06.2020 Schweiz
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Arbeitslosigkeit
Coronavirus
Volltext
Corona ist nicht schuld. Masken runter, Büros und Beizen auf – ist das Gröbste jetzt überstanden? Bestimmt nicht ökonomisch. Denn nach der Coronakrise fängt die Wirtschaftskrise erst richtig an. In der Schweiz ist die Zahl der Erwerbslosen trotz Kurzarbeit im Vergleich zum Vorjahr um fast 54 Prozent gestiegen. Das ist massiv. Und sie trifft vor allem die Über-55jährigen. SGB-Chefökonom Daniel Lampart hat’s untersucht und ist erschrocken. Doch das ist erst der Beginn: Sämtliche Daten sagen eine grosse Konkurs- und Entlassungswelle für den frühen Herbst voraus. Auch in der Schweiz. Denn die Coronakrise kaschiert eine tiefere Krise des Finanzkapitalismus, die seit 2008 regelmässig zu neuen und immer schärferen Ausbrüchen führt. Das zeigt Work-Autor Oliver Fahrni in seinem Erklärstück. Corona verstärkt den Wahnsinn nur.
Schweinesystem. von Überstanden ist auch das Virus. Gerade noch plante Portugal, mit dem Lockruf „Quasi-Corona-freies-Ferienland“ den Tourismus wieder anzukurbeln. Doch jetzt breitet sich Covid-19 aus wie der Wind. In den Armenvierteln rund um die Hauptstadt Lissabon, dort, wo vor allem schwarze Einwanderer aus den Ex-Kolonien hausen. Kein fliessendes Wasser, kein Geld für Desinfek¬tionsmittel, Wellblechhütten. Jetzt ist auch Lissabon zum Hotspot geworden. (…).
Marie-Josée Kuhn.
Work online, 26.6.2020.
http://www.textverzeichnisse.ch/Portals/7/Kuhn%20Marie-Jos%C3%A9e/Kuhn%20Marie-Jos%C3%A9e.%20Coronavirus.%20Wirtschaft.%20Work%20online,%202020-06-26.pdf
12.06.2020 Schweiz
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Corrado Pardini
Biografien
Demission
Volltext
Unia-Industriechef Corrado Pardini (54): Rücktritt aus der Geschäftsleitung. Unia-Mann Corrado Pardini tritt aus sämtlichen Gremien der Gewerkschaft zurück und übernimmt neu ein Verwaltungsratsmandat bei der Post. Er war die Nummer 8826 in der Berner Druckmaschinenfabrik Wifag: Maschinenschlosse-Stift Corrado Pardini. Sein Vater wollte, dass er eine technische Lehre mache: „Industrie hat Zukunft“, sagte er. Damals, zwischen 1981 und 1985, begann das mit der Industrie und auch das mit den Gewerkschaften. Schon in der Stifti wurde Pardini Mitglied des SMUV, einer Vorgängerin der Unia. Aktives Mitglied. Zu aktiv für den bhäbigen SMUV: Als Pardini schon während der Lehre in den Betriebsrat gewählt wurde, fand der Sekretär, das gehe nicht. Ein Stift unterstehe nicht dem Gesamtarbeitsvertrag. Doch Pardini machte weiter, nicht mit der Maschinenschlosserei, aber bei den Gewerkschaften. Work verriet er einst: „Ich habe den Beruf zwar geliebt. Aber ich wollte keine Nummer bleiben“. Für den Werkplatz Schweiz. Also wurde Pardini Profi-Gewerkschafter. Erst bei der Gewerkschaft Bau und Industrie (GBI) und dann, nach ihrer Fusion zur Unia, dort Seit 12 Jahren (und noch bis Ende Juli) sitzt er nun schon in der Geschäftsleitung der Gewerkschaft. Als Chef des Sektors Industrie. Diesen prägte Pardini entscheidend. Immer wieder wehrte er sich für den Werkplatz Schweiz und gegen die zunehmende Dominanz des Finanzplatzes. So auch im Work-Interview im Juli 2012: „Die Schweiz darf nicht ausschliesslich auf den Finanz- und den  (…).
Marie-Josée Kuhn.
Work, 12.6.2020.
Personen > Kuhn Marie.Joseé. Corrado Pardini. Demission. Work, 2029-06-12.
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12.06.2020 USA
Personen
Rassismus
Work
Marie-Josée Kuhn
Rassismus
Volltext
Am Anfang ist immer Trump. Als der Mauerbauer, Sexprahler und Brandstifter, dieses ungesteuerte Geschoss, im Januar 2017 abging, marschierten in den Strassen von Washington bereits Zehntausende Frauen gegen ihn. Weil er das Rad zurückdrehen will. Auch jetzt wieder benützen er und seine Republikaner die Coronakrise, um das Recht auf Abtreibung in 11 Bundesstaaten einzuschränken. Weil Abtreibungen „nichtessentielle medizinische Eingriffe“ seien. Im Wissen, dass es für die Frauen später zu spät sein würde. Der Coronavirus hat die Ungleichheit zwischen Frau und Mann nicht nur in den USA vergrössert. Wie das Work-Dossier zeigt (Seiten 10 -11). Ist im November endlich Ende Trump? Amerika brennt. Pussyhat-Power, #MeToo-Bewegung und Frauenstreiks: Aus den Anti-Trump-Protesten wurde eine neue Frauenbewegung. Weltweit. Sie brachte am 14. Juni 2019 auch die Schweiz zum Beben. Jetzt, ein Jahr nach dem Frauenstreik, schaut Work zurück und nach vorne. Und lässt auch die Berner Slam-Poetin Sandra Künzi nochmals hart und heftig rocken (Seite 20). Mit ihrer Kolumne „Künzi streikt“ stimmte sie im Work ab Januar 2019 auf den Tag der Tage ein. Und wieder stehen die USA in Flammen: im lichterlohen Floyd-Protest. Der weisse Cop Derek Chauvin drückte dem gefesselten Schwarzen George Floyd sein Knie so lange gegen den Hals, bis er erstickte. Es geschah am helllichten Tag. Cornel West, einer der führenden afroamerikanischen Intellektuellen, nennt den Mord an Floyd einen „Lynchmord“. Er zieht eine direkte (…).
Marie-Josée Kuhn.
Work online, 12.6.2020.
Personen > Kughn Marie-Josée. USA. Rassismus. Work online, 2020-06-12.
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29.05.2020 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Coronavirus
Frauen
Volltext
Machen Frauen es besser? Führen Frauen in der Corona-Krise besser als Männer? Weil sie umsichtiger regieren? Und so sozialisiert sind, dass sie „ökonomisch, medizinisch und sozial vorausschauender“ sind als Männer? Das fragte kürzlich die britische Tageszeitung „The Guardian“. Und verglich die Zahl der Corona-Toten in verschiedenen Ländern. Und tatsächlich: In den vor¬bildlichsten Ländern mit bisher wenig Corona-Opfern regieren durchs Band Regierungs¬chefinnen. Allen voran Jacinda Ardern, die Premierministerin von Neuseeland. Sie reagierte früh und entschieden auf den Virus. Und wandte sich dann regelmässig mit „Bleiben Sie zu Hause und retten Sie Leben!“-Videobotschaften vom heimischen Sofa aus via Facebook an die Nation. Mahnte zu Vor- und Rücksicht und zur Solidarität. Sie hat sich damit viele Fans geschaffen. Aber auch Dänemark, Island, Taiwan, Norwegen und Finnland sind von Frauen regiert und schneiden bei der Corona-Bewältigung gut ab. Junge Frauen regieren die Länder mit den wenigsten Corona-Toten. America first. Anders die USA und Brasilien. Sie werden von Macho-Grossmäulern und Corona-Lügnern angeführt. Donald Trumps «America first» bewahrheitet sich jetzt ausgerechnet bei den Corona-Todesfällen. Die USA sind tragische Weltspitze, dicht vor Jair Bolsonaros Brasilien. Im grössten lateinamerikanischen Land verbreitet sich inzwischen nicht nur der Virus hemmungslos, sondern auch der Hunger. Wie die work-Reportage aus der grössten Stadt, São Paulo, eindrücklich zeigt. (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 29.5.2020.
Personen > Kugn Marie-Josée. Frauen. Coronavirus. Work online, 2020-05-29.
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15.05.2020 Schweiz
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Coronavirus
Volltext
Corona-Hirn. Kaum hatte der Bundesrat grünes Licht für die Coiffeursalons gegeben, setzte er sich auch schon in mein Ohr: „Bim Coiffeur bini gsässe vor em Spiegel – luege dry!“ Ja, der Mani Matter. „Und gseh dert drinn e Spiegel wo ar Wand isch vis-à-vis.“ Und kaum gab der Bundesrat grünes Licht für die Wiederöffnung der Beizen, näselte er los im andern Ohr, der Peter Bichsel. „Das isch nümme mini Beiz!“ jammerte er. Logisch nicht, mit all diesen Corona-Massnahmen: mit diesen Stellwändchen, den maskierten Kellnern, all diesem Abstand und der Desinfiziererei. Bichsel sagt jetzt, mit den Hygienevorschriften verlören die Beizen sogar ihre Seele. Und schon buttert mir Jim Morrison seinen Alabama-Song ins Ohr: „Show me the way / to the next whiskey bar / oh, don’t ask why / oh, don’t ask why!“ Irgendwie schräg, aber wahr: Seit Corona führt sich mein Hirn auf wie eine Jukebox. Sorry, das ist jetzt kein Edito wie sonst. Ohrwürmer. Eine Assoziation genügt: und schon lassen sie es jazzen. Ay! Corona! (statt Ay! caramba!) Corona-Paloma. Paloma Ade! Und schon spielt mein rechtes Ohr aus der tiefsten Kindheit auf. Mireille Mathieu mit dem Bubikopf: „La Paloma, ade / wie die wogende See / so ist das Leben ein Kommen und Gehen / und wer kann es je verstehen?“ Ja, wer kann das bloss verstehen? Ich, ehrlich gesagt, grad nicht. Gerade in diesen Corona-Zeiten nicht. Wo die Zukunft ein unbekannter Planet. Und das Hier und Jetzt nur so über uns hereinrollt. Rockt und rollt. Und NeinNeinNein, Ohren! ich will kein „Rock (…).  Marie-Josée Kuhn.
Work online, 15.5.2020.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Coronavirus. Beizen. Work online, 2020-05-15. 
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30.04.2020 Schweiz
USA
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Coronavirus
Präsident
Volltext
Klassenunterschiede. Jetzt haben wir weltweit wieder zwei Corona-Spezialisten mehr. Der eine ist Herr Doktor Donald Trump, der von sich sagt, er habe eine Begabung für medizinisches Wissen. Und der es „interessant“ fände, wenn man Menschen direkt Des¬infektionsmittel spritzen würde gegen Corona. Und der andere ist eine Spezialistin: Frau Doktor Magdalena Martullo-Blocher. Die sich selber zur maskierten Expertin kürt, wegen „ihrer Erfahrungen und Kontakte“. Und jetzt den sofortigen Exit aus dem Lockdown fordert. Weil: Jeder Todesfall sei zwar „tragisch“, aber nicht wirklich zu vermeiden. Trump & Martullo: zwei Führungspersönlichkeiten, die über Leichen gehen. Grotesk und toxisch zugleich. „Seuchensozialismus“. Corona hat die Blocher-Partei auf dem linken Fuss erwischt. Ganze drei Wochen lang blieb sie stumm. Jetzt kommt sie aus der Versenkung raus und dreht im Roten. Ein typischer Fall von „Hurrlibueb“-Politik, weist Work nach. Die SVP schiesst scharf gegen den Bundesrat und seine Corona-Politik. Behauptet, die Corona-Krise sei ausgeblieben. Behauptet, der Lockdown habe die Wirtschaft zugrunde gerichtet. Und fordert: „Stopp Lockdown jetzt!“. Work hat die SVP-Behauptungen an der Realität gemessen. Punkt für Punkt. Und kommt zum Schluss: Was die Partei wirklich will, ist weniger Sozialstaat in der Krise. Oder wie es der hartrechte NZZ-Chefredaktor Eric Gujer auszu¬drücken pflegt: weniger „Seuchensozialismus“. Und damit mehr Arbeitslose, mehr Konkurse und mehr Tote. Mehr von dem, was in der Corona-Krise gerade kläglich versagt: der Markt. Work-Autor Ralph Hug zeigt das Versagen des Kapitalismus e? (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 30.4.2020.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Donald Trump. Work online, 2020-04-30.
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09.04.2020 Schweiz
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Coronavirus
Volltext
Ein winziger Virus. Covid 19 ist nur ein Virus. Zehntausendmal kleiner als ein Mensch. Hat keinen Stoffwechsel, benötigt keine Nahrung, atmet nicht. Dennoch ¬zittern wir vor ihm. Wir hier im hochindustrialisierten Norden, wir dachten, wir hätten Infektionskrankheiten längst im Griff. Jetzt belehrt uns dieser winzige Virus rabiat eines Besseren. Wir haben weder Medikamente noch einen Impfstoff. Bisher. Mehr noch: Die Pharmamultis Roche und Novartis haben ihre Impfstoff-Abteilungen verkauft: zu wenig rentabel (Seite 14). Und obschon die Armee jedes Jahr Milliarden verpulvert, haben ihre ehemaligen SVP-Chefs Ogi, Schmid, Maurer und Parmelin all die Jahre keine Depots mit Schutzmasken, Schutzanzügen und Beatmungsgeräten angelegt. Derzeit grassiert weltweit eine regelrechte Schutzmasken-Piraterie (Seite 8). Der Schwarzmarkt blüht. Und die Mafia blüht auf. Auch das lehrt uns dieser winzige Virus: Wo kein Staat ist, übernehmen die Clans. Korruption und Dunkelheit. Durch die Krise tragen uns jetzt nicht die mit den Boni. COVID 19 ist nur ein Virus. Covid 19 ist nur Virus. Zehntausendmal kleiner als ein Mensch. Dennoch zittern wir vor ihm. Was marktgläubige Regierungen mit starrem Blick auf den Profit in den letzten Jahrzehnten sparten und schleiften, fehlt uns jetzt in der Krise. Zu wenig Gesundheitswesen, zu wenig Service public, zu wenig Solidarität kann tödlich sein. Wer eine allgemeine Krankenversicherung als Kommunismus abtat, kommt jetzt brutal auf die Welt. Wer sich dazu noch von einem testosterongesteuerten hartrechten Maniaco regieren lässt, erst Recht. Donald Trump in Washington, Boris Johnson in London(…).  Marie-Josée Kihn. Work online, 9.4.2020.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Coronavirus. Work online, 2020-04-09.
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27.03.2020 Schweiz
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Coronavirus
Volltext
Frühlingserwachen Frühling in Corona-Zeiten, ein seltsamer Kontrast. Hier neues Spriessen, Aufblühen und Wachsen. Das Leben, halt. Dort Angst, Krise und Krankheit. Der Tod. Und alles, was der Frühling so macht: einen rausziehen, einen ausziehen, einen ranziehen, sollten wir derzeit besser nicht tun. Doch träumen, das ist zwar auch ansteckend, aber das können wir. Der Kirschbaum im Garten ist jetzt noch schöner als andere Jahre. Der Blütenzauber noch zauberhafter. Augen mit Frühling füllen. Augen dann schliessen. Von diesem Frühlingserwachen handelt auch unsere Frontseite. Ein Bild gegen den Virus-Koller. Ein Vexierbild, das aber auch die Corona-Krise zeigt. Man sieht den Virus nicht, man riecht ihn nicht – und doch ist er da. Und dominiert alles. Mittlerweile schlägt er bereits in 169 Ländern zu (Stand 25. März). Mit verheerenden gesundheitlichen, sozialen, ökonomischen und politischen Folgen. Work widmet der Corona-Krise deshalb die ganze Zeitung. Weil es so wichtig ist, sie zu sehen und zu verstehen. Zuerst Aufsteller. In der chinesischen 11-Millionen-Metropole Wuhan gab es am 19. März erstmals keine neuen Ansteckungen mehr. China hat die Seuche mit viel Technologie und der eigenen Geschichte bezwungen. Dann der Alarm. Hunderte von ¬Firmen pfeifen auf den Corona-Schutz. Work dokumentiert. Und Unia-Chefin Vania Alleva fordert den „technischen Stop für nichtessentielle Arbeite“. Der Corona-Ratgeber. (…).
Marie-Josée Kuhn.
Work online, 27.3.2020.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Coronavirus. Work online, 2020-03-27.
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28.02.2020 Steinhausen ZG
CIA
Crypta AG
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Crypta AG
Überwachung
Volltext
Die Vergangenheit lebt immer noch. „Ausgerechnet ich habe für den CIA gearbeitet!“ Das sagt Franziska Flury  (61), ehemalige Programmiererin bei der Dechiffriermaschinenfabrik Crypto AG in Steinhausen ZG. „Es war ein super Job, es herrschte ein offener Umgang“, erinnert sich die Gewerkschafterin, die damals auch als Kandidatin der Revolutionären Marxistischen Liga (RML) für den Zuger Regierungsrat kandidierte. Flury kann die Crypto-Affäre, die nun dank einem CIA-Papier definitiv aufgeflogen ist, immer noch nicht ganz fassen. Und sie ist nicht allein: Work hat mit einem Dutzend Gewerkschaftsmitgliedern und ehemaligen Crypto-Mitarbeitenden geredet – und alle sind sie schockiert bis verärgert. Was? Ihre ehemalige Arbeitgeberin eine Spionage-Bude! Wie? Seit 1970 war sie im Besitz der CIA und des westdeutschen Geheimdienstes BND! Und, hä? Beide Geheimdienste hatten die Crypto AG benutzt, um über 100 Länder auszuspionieren. Und plötzlich werden aus Ahnungen von früher Gewissheiten von heute (siehe „Jetzt reden die ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeite““). Cryptoleaks: ein wahnwitziges Stück Schweizer Geschichte!. VIlliger & Co. Spätestens seit 1977 wussten auch die Schweizer Behörden über die Vorgänge in der Crypto AG Bescheid. Die Dechiffriermaschinen hatten ein geheimes Hintertürchen, damit CIA & BND mithören konnten. Crypto-Geräte waren 1970 auch beim blutigen Militärputsch in Chile im Einsatz. Als die CIA die demokratisch gewählte Regierung von Sozialist Salvador Allende wegputschen liess und dem faschistischen General Augusto Pinochet auf den Thron half.(…).  Marie-Josée Kuhn.
Work online, 28.2.2020.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Crypto AG. Work online, 2020-02-28.
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28.02.2020 Steinhausen ZG
CIA
Crypta AG
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Crypta AG
Überwachung
Volltext
Jetzt reden die ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In der Dechiffriermaschinenfabrik Crypto AG in Steinhausen ZG arbeiteten auch Mitglieder der Industriegewerkschaft SMUV und später der Unia., Work hat mit einem Dutzend von ihnen gesprochen. „Haarsträubend“, „sehr unangenehm“, „erschütternd“: die ehemaligen Mitarbeitenden der Dechiffriermaschinenherstellerin Crypto AG sind wütend. Alle. Auf „die Oberen“, die uns „nach Strich und Faden belogen“ haben. Aber einige auch auf die Medien, die „ihre“ ehemalige Arbeitgeberin jetzt „durch den Dreck ¬ziehen“. Zwar tauchten in der Vergangenheit immer wieder Artikel auf, wonach in der Crypto AG etwas lusch sei. Dass dort Geheimdienste mitmischen würden. Aber erst jetzt sind auch die letzten Details klar. Dank einem Dokument des US-¬Geheimdienstes CIA, das verschiedenen Medien zugespielt wurde. Die Dechiffriermaschinenfabrik Crypto AG gehörte seit dem 4. Juni 1970 den Geheimdiensten der USA und Deutschlands, der CIA und dem BND. Sie benutzten die Firma, um jahrelang ¬Länder wie Iran, den Irak, Ägypten oder Libyen auszuspionieren (siehe ¬„Und die Schweiz war mittendrinn“). „Dass das jetzt hat auffliegen müssen“, sagt Rosemarie Jenny * (66), das mache ihr schon zu schaffen. Neun Jahre lang arbeitete sie im Hausdienst der Crypto. Sie staubte auch die Dechiffriermaschinen im Morseraum ab. Der war im 4. Stock – und nur einem inneren Kreis zugänglich. Die Kryptologen und Techniker hatten alle einen Spezial-Badge. Jenny: „Da ging ich immer nur rein, wenn sie mich riefen. Dann sprachen sie plötzlich englisch. Ich hörte nicht hin, ich sah  (…).  Marie-Josée Kuhn.
Work online, 28.2.2020.
http://www.textverzeichnisse.ch/Portals/7/Kuhn%20Marie-Jos%C3%A9e/Kuhn%20Marie-Jos%C3%A9e.%20Crypto%20AG.%20Arbeitsbedingungen.%20Work%20online,%202020-02-28.pdf
14.02.2020 Schweiz
Detailhandel
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Detailhandel
Volltext
Shopping-Harakiri. Der Verkauf ist in der Krise. Manor schliesst Filialen. Und die Migros verkauft Globus an einen vorbestraften Tiroler Gewerkschaftsfresser. Derweil die Möbel-Pfister-Gruppe und ein Teil der Interio-Läden kürzlich vom österreichischen Möbelkonzern XXXLutz über¬nommen wurden. Der Schweizer Detailhandel hat richtig die Krise. So wie wir manchmal beim Shoppen. Zu heiss, zu eng, zu schrill: Joghurt-Türme, Kleiderberge, Parfuminvasionen und Black-Friday-Krieg. Ein kalter Schweissausbruch – und wir verlieren die Nerven. Und erst die Verkäuferinnen und Verkäufer! Sie müssen nicht nur uns aushalten, sondern chrampfen auch noch permanent am Limit. Weil die Chefs „Stunden sparen“. Das zeigt die Work-Umfrage bei 10 Verkäuferinnen von Aldi bis Migros. Und es ist gewollt. Denn Filialleiterinnen und Filialleiter machen ihre Einsatzpläne nach den zu erwartenden Umsatzzahlen. Dazu passen Arbeit auf Abruf und unterirdische Arbeitsverträge. Wie bei Esprit-Verkäuferin Nadine Schmid: Sie ist „0 bis 100 Prozent“ angestellt. Das heisst, Esprit kann sie nach Belieben einsetzen. Oder auch nicht. Sonntag, ade!. Der Detailhandel ist eine Frauen- und eine Tieflohnbranche. Und der Markt ist gesättigt. Das erklärt Unia-Chefin Vania Alleva im Work-Interview. Sie ist eine der besten Kennerinnen des Schweizer Detailhandels. Wachstum für einzelne Anbieter sei nur noch durch Verdrängung anderer möglich. Durch zusätzliche Verkaufsflächen und Mammut-Ladenöffnungszeiten. Der Coop-Laden im Berner Bahnhof hat inzwischen von 6 bis 23 Uhr geöffnet. 17 Stunden lang. 7 Tage die Woche. Ich konsumiere, (...). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 14.2.2020.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Detailhandel. Work online, 2020-02-14.
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31.01.2020 Schweiz
Arbeitszeit
Coop
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Arbeitszeit
Ladenöffnungszeiten
Volltext
Laden des Lächelns. Coop verstösst regelmässig gegen das Arbeitsgesetz. Und wird nicht gebüsst. Das enthüllte der „Blick“, und Work zeigt das interne Dokument, das den Skandal belegt. Und auch wenn Coop-Personalchef Luc Pillard nun alles runterspielt („Wir bewegen uns auf tiefem Niveau“), bleibt es doch ein Skandal. Denn Work weiss: Bereits 2014 machte Coop in derselben Sache Negativschlagzeilen. Und versprach damals, künftig „Nulltoleranz“ walten zu lassen. Offenbar ein leeres Versprechen. Mehr noch: Solche Verstösse werden wohl noch zunehmen. Nicht nur bei Coop. Denn die Ladenöffnungszeiten im Detailhandel werden immer länger, aber der Personalbestand wächst nicht mit. Unia-Mann Arnaud Bouverat sagt im Work-Interview: „Es ist offensichtlich: Die Coop-Verantwortlichen kalkulieren mit zu wenig Personal.“ Feudal geht es im Detailhandel zu. Lächeln, lächeln, lächeln, auch wenn Arbeitslast und Zeit drücken. Das verlangen die Chefs von den Verkäuferinnen. Auf der schiefen (Konkurrenz-)Bahn gegen den Onlinehandel gebe es schliesslich keinen Halt. Dann sollen sie halt auch noch die andere Backe hinhalten, wenn die Kundschaft flucht und tobt! Und das tut sie häufig, wie ein neuer Forschungsbericht der Uni Bern belegt (rebrand.ly/forschungs¬bericht). Kein Respekt, kein Anstand, nicht mal ein Gruss, weil Mann und Frau selbst an der Kasse die Soundstöpsel nicht rausnehmen. Als wären die Verkäuferinnen gar nicht da. (…).
Marie-Josée Kuhn.
Work online, 31.1.2020.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Coop. Arbeitszeit. Work online,, 2020-01-31.
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17.01.2020 Iran
USA
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Klimawandel
Krieg
Volltext
Buschbrände und Brandstifter. Das neue Jahr beginnt, wie das alte aufgehört hat: In Australien brennt das Buschland. Seit letztem Oktober frassen die Flammen in Down Under zweieinhalb Mal die Fläche der Schweiz. Und immer noch ist Australiens reaktionärer Premier Scott Morrison Klimaleugner. In bester Gesellschaft übrigens. Auch Bauer Marcel Dettling, der im Rennen ums SVP-Präsidium als Favorit gilt, nimmt das Wetter, wie es kommt: „Egal, ob es zu viel regnet oder zu wenig Schnee hat – immer soll gleich der Klimawandel verantwortlich sein!“ So mault einer (in der NZZ), der schon vor zwei Jahren für Klima-Schlagzeilen sorgte. Weil er sagte, für die Klimaerwärmung sei „eine höhere Macht“ verantwortlich. Glauben versetzt halt Berge. Blöd nur, dass sich diese tatsächlich bewegen: Obenabä! Denn schon droht im Aostatal am Mont-Blanc ein Gletscherabbruch. Das neue Jahr beginnt, wie das alte aufgehört hat. Blondes Gift. Nur einem brennt’s und bröckelt’s auf diesem Planeten noch nicht genug. Dem blonden Gift im Weissen Haus. Deshalb liess Donald Trump schnell einen iranischen General liquidieren. Das ist einmalig in der ganzen gewalttätigen Geschichte der Menschheit. Eine Kriegserklärung ohne Krieg. Die uns an den Rand eines Krieges bringt, wie work-Autor Oliver Fahrni analysiert. Denn: „Soleimanis Liquidierung ist nur die bisher letzte einer langen Reihe von katastrophalen westlichen Interventionen, die ungezählte Kriege und einen scharf radikalisierten politischen Islam hervorgebracht haben.“ Wer aber stoppt Brandstifter Trump? (…).  Work online, 17.1.2020.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Iran. USA. Work online, 2020-01-17.
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17.01.2020 Schweiz
Personen
WEF
Work
Marie-Josée Kuhn
Volltext
WEF
Das World Economic Forum spürt den Greta-Effekt . Der doppelzüngige „Davos Man“. Seit es das WEF gibt, huldigt dieser Privatclub der Weltenherrscher dem Raubtierkapitalismus. Damit soll nun fertig sein. Verkündet das neue Manifest zum 50. Geburtstag. Adieu, Milton Friedman! Gute Nacht, Chicago-Boys! Im neuen „Davos Manifesto“ zu seinem 50. Geburtstag rechnet das WEF mit dem Shareholder-Kapitalismus der neoliberalen Denkschule ab. Deren Profitmaximierungs-Ideologie sei nicht nachhaltig genug. Das ist die brisante, aber späte Einsicht von WEF-Gründer Klaus Schwab „“Ich bin der Chef-Zweifler der Welt“), 12 Jahre nach Beginn der grössten Kapitalismuskrise seit 1929. Etliche Immobilien-, Banken-, ¬Finanz- und Eurokrisen später kommt die „Ideologiefabrik der internationalen Geldsäcke“ (Jean Ziegler) zum Schluss: Der rein profitgetriebene Shareholder-Kapitalismus habe ausgedient. Adieu, Aktionäre! Guten Morgen, Stakeholder! Der Stakeholder-Kapitalismus, der allen was bringe, auch der Gesellschaft und nicht nur den Aktionären, sei „die beste Antwort auf die sozialen und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit“. So das Davos-Manifest (rebrand.ly/wef-manifest). Diese Einsicht setze sich langsam auch weltweit durch. Unter anderem wegen des Greta-Effekts: „Die junge schwedische Klimaaktivistin hat uns daran erinnert, dass das derzeitige Wirtschaftssystem künftige Generationen um ihre Zukunft betrügt.“ Das dürfe nicht sein. Konkret fordert WEF-Schwab: Unternehmen sollen ihren fairen (…).  Marie-Josée Kuhn.
Work online, 17.1.2020.
Personen > Kuhn Marie-Josée. WEF. Work online, 2020-01-17.
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13.12.2019 Schweiz
Personen
Regierung Schweiz
Work
Marie-Josée Kuhn
Bundesratswahlen
Volltext
Helvetisches Pathos-Theater. Das war wieder mal eine feine Machtdemonstration des Rechtsblocks von GLP über CVP bis FDP/SVP: diese Erneuerungswahl des Bundesrates ohne Erneuerung. Dafür mit umso mehr helvetischem Pathos-Theater vor der Wahl. Selbst die unsichere „geopolitische Lage“ musste herhalten gegen die grüne Sprengkandidatin Regula Rytz (bei FDP-Fraktionschef Beat Walti). Und die Wirtschaftsprognosen, die bedrohlich eindunkeln (bei SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi). Geschweige denn unsere Compatriots aus der Schweizer Sonnenstube: Nein, mit der Abwahl des Tessiners Ignazio Cassis könne man diesen armen Grenzkanton jetzt nicht brüskieren! Konkordanz sei schliesslich keine „mathematische Grösse“ (Walti again). Und deshalb zähle im Moment nur eins: Stabilität Stabilität Stabilität (alle im Chor). Denn es brauche einen Bundesrat „wie ein Fels in der Brandung“ (Walti zum dritten). Waltis & Aeschis. Keine Veränderung also, nur schnöder Machterhalt. Dies, obwohl am 20. Oktober Historisches geschah: Noch nie seit 1919 wurde eine Partei so gestärkt wie die Grünen. Ins Bundeshaus getragen von zwei bewegungspolitischen Tsunamis, dem Frauenstreik und der Klimabewegung. Beide ebenfalls historisch: Mehr als eine halbe Million Frauen (und Männer) protestierten am 14. Juni für mehr Frauenpower und weniger toxische Männlichkeit. Und fast 100’000 Menschen machten sich am 22. September für die sofortige Klimawende stark (siehe Work-Jahresrückblick. Ihnen allen und dem Klima haben die Waltis & Aeschis unter der goldenen Bundeshauskuppel nun gezeigt, wie ernst sie sie (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 13.12.2019.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Bundesrtatswahlen 2019. Work online, 2019-12-13.
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29.11.2019 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Frauen
Volltext
Wahlen
Zum ersten Mal. Die Greta-Wahlen haben uns Frauen ganz schön viele Zum-ersten-Mal-Erlebnisse beschert: Zum ersten Mal haben wir im Nationalrat 84 von 200 Sitzen. Und 12 Ständerätinnen, davon 11 neue. Zum ersten Mal schicken sieben Kantone eine Frau nach Bundesbern. Obwalden und Zug hatten dort überhaupt noch nie eine. Baselland, Freiburg, Tessin, Wallis und Uri noch nie eine Ständerätin. Das ändert sich jetzt schlagartig. Dank der Schubkraft des Frauenstreiks. Mehr noch: Zum ersten Mal sind die Frauen in den Bundeshausfraktionen der Grünen und der SP in der Mehrheit. Und selbst die grösste Macho-Partei hat neuerdings einen Frauenanteil von 24 Prozent in ihrer Fraktion. Wiewohl die SVP im Stöckli zu 100 Prozent testosterongesteuert bleibt. Der Cassis-Angriff ist politologisch. Grüne Bundesrätin. So viele „zum ersten Mal“ – und das im Jahr 2019! Nicht grad ein Pionierdatum für etwas, das selbstverständlich sein sollte: für die politische Gleichstellung der Frau. Fortschrittliche Frauen fordern diese schon seit mehr als 100 Jahren. Doch das Frauenstimmrecht kam erst 1971 in die Schweiz. Und mit ihm betraten erstmals elf Nationalrätinnen und eine Ständerätin das Bundeshaus. Erst 1974 kam die erste Bundesrichterin (Margrith Bigler-Eggenberger). Erst 1977 kam die erste Nationalratspräsidentin (Elisabeth Blunschy, CVP). Erst 1983 kam die erste Regierungsrätin (Hedi Lang in Zürich, SP). Erst 1984 kam die erste Bundesrätin (Elisabeth Kopp, FDP). Erst 1987 kam die erste Bundeshaus- (…).  Marie-Josée Kuhn.
Work online, 29.11.2019.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Nationalratswahlen. Work online, 2019-11-29.
Ganzer Text
15.11.2019 Schweiz
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Fichen-Affäre
Staatsschutz
Volltext
Wenn Mauern fallen. Selbst Max Frisch hatten die Schlapphüte von der Schnüffelpolizei im Visier. Überwachen den Schriftsteller und notieren fleissig: wohin er reist, mit wem er verkehrt, was er unterschreibt und: dass sich seine Tochter „im Kreise der ‹Progressiven Mittelschüler CH›“ tummelt. Selbst im grossen Frisch, diesem Patrioten und Demokraten, sieht der Schweizer Staatsschutz einen Staatsfeind. Es herrscht der Kalte Krieg. Und ätzender Antikommunismus. Auf dem rechten Auge blind, fichieren die Schnüffler blindwütig vor allem Linke, Gewerkschafterinnen, Journalisten, soziale Bewegungen und Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International. Ein Drittel aller in der Schweiz lebenden Ausländerinnen und Ausländer sind erfasst, als der Fichenskandal 1989 auffliegt. Eine parlamentarische Untersuchungskommission war bei ihrer Arbeit auf ein bisher geheimes politisches Überwachungssystem bei der Bundesanwaltschaft gestossen. Diese hat Fichen von 900’000 Menschen angelegt. Die Schweiz erbebt im Schock. Und der 78jährige Frisch ist so was von stinksauer. Mit Schere und Leim macht er sich mehr als ein Jahr danach über seine Staatschutzakte her. Zerschneidet dieses „Dokument der Ignoranz, der Borniertheit, der Provinzialitä“, klebt die Schnipsel auf ein neues Blatt und kommentiert sie hämisch bis harsch. Mit diesem „verluderten“ Überwachungsstaat verbinde ihn nichts mehr ausser dem Reisepass „den er nicht mehr brauchen werde“, tippt er wütend in die Tasten. Drei Wochen später ist er tot. (…).
Marie-Josée Kuhn.
Work online, 15.11.2019.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Fichenskandal. Work online, 2019-11-15.
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15.11.2019 Schweiz
Personen
SGB
Work
Marie-Josée Kuhn
Pierre-Yves Maillard
Interview
SGB
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Sechs Monate SGB-Chef Pierre-Yves Maillard: Eine Zwischenbilanz . „Wir können nach dem Frauenstreik doch nicht mit Frauenrentenalter 65 kommen!“ Die Überbrückungsrente für Ausgesteuerte angestossen, den BVG-Kompromiss aufgegleist und ein Treffen mit dem Obergegner des Schweizer Lohnschutzes organisiert: Das und mehr hat SGB-Präsident Pierre-Yves Maillard schon vorzuweisen. Work: Pierre-Yves Maillard, wie gefällt Ihnen Ihr Job als SGB-Chef? Pierre-Yves Maillard: Am Anfang musste ich mich, ich gestehe es, ein wenig daran gewöhnen, dass ich jetzt nicht mehr im Zehnminutentakt Entscheide fällen muss. So wie vorher als Regierungsrat. Entscheidungen beim SGB treffen wir gemeinsam, nach intensiven Diskussionen. Das bedeutet, ich habe jetzt weniger Stress als vorher und mehr Zeit für Gespräche. Ich reise viel an Delegiertenversammlungen der lokalen Sektionen, und wir haben auch die Kontakte mit den europäischen Gewerkschaften intensiviert. Jetzt komme ich grad aus Paris, wo wir bei CGT, CFDT und FO waren. Es ist eine spannende Arbeit. Sie werden auch Zeit brauchen für Ihr Nationalratsmandat. Im Kanton Waadt haben Sie das beste Resultat gemacht, vor allen Bürgerlichen. Warum sind Sie so beliebt? Es stimmt eben nicht, was gewisse Medien nach den Wahlen behauptet haben, dass Gewerkschafter unpopulär seien! Ich habe sicher auch deshalb so gut abgeschnitten, weil ich fünfzehn Jahre lang Waadtländer Gesundheits- und Sozialminister war und unter mir die Krankenkassenprämien für 100‘ 000 Leute sanken, weil wir die Prämienverbilligung erhöhten. Der Kanton Waadt ist (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 15.11.2019.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Maillard Pierre Yvest. Interview. Work online, 2019-11-15.
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01.11.2019 Schweiz
Nationalratswahlen
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Corrado Pardini
Nationalratswahlen
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Abwahl von Corrado Pardini: Die Reaktionen von links bis rechts. „Kämpfer mit Gestaltungswillen. Acht Jahre kämpfte Corrado Pardini im Bundeshaus für die Sache der Arbeitnehmenden. Jetzt ist er nicht wieder gewählt. Das ist ein herber Verlust“, sagt Unia-Chefin Vania Alleva. Und nicht nur sie. Die schlechte Nachricht am späteren Abend des Wahlsonntags wirkte erst mal wie ein Schock: Unia-Industriechef Corrado Pardini hat seine Wiederwahl in den Nationalrat nicht geschafft. Dies als schweizweit bekannter, rührigeloquenter, linker Politiker und Gewerkschafter. Als Kämpfernatur. Dies, obwohl er persönlich ein besseres Resultat erzielte als noch 2015. Seine ehemalige Nationalratskollegin Susanne Leutenegger Oberholzer sagt: „Noch mag ich es kaum glauben“. Und sie ergänzt: „Seine Abwahl ist die Folge der SP-Verluste und der getrennten Berner SP-Listen.“ Pardinis Nichtwiederwahl ist hart. Für die Gewerkschaften, die ihren „führenden Industriegewerkschafter“ (Ex-SGB-Chef und SP-Ständerat Paul Rechsteiner) in Bundesbern verlieren. Sie gewinnen im Nationalrat zwar den neuen SGB-Chef Pierre-Yves Maillard dazu, die wiedergewählte VPOD-Chefin Katharina Prelicz-Huber sowie die grüne Tessiner Transfair-Gewerkschafterin Greta Gysin. Und wer weiss, vielleicht wird der Präsident des Walliser Gewerkschaftsbundes, Mathias Reynard, der auch für den Ständerat kandidiert, am 3. November noch ins Stöckli gewählt. Trotzdem: „Die Abwahl ist ein herber Verlust“, sagt Unia-Chefin Vania Alleva: „Corrado Pardini wird uns fehlen“. Er habe sich im Parlament „überzeugend“ für die  (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 1.11.2019
Personen > Kuhn Marie-Josée. Pardini Corrado. Nationalratswahlen. Work online, 2019-11-04.
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01.11.2019 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Nationalratswahlen
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Neue Frauen. Neue Politik. Mit ihrem Song sang sie sich mitten ins Herz der Frauenbewegung: „Neue Männer braucht das Land!“ Keine Frauendisco, keine Frauendemo, an denen Ina Deter nicht losgeschmettert hätte: „Ich sprüh’s auf jede Wand: Neue Männer braucht das Land!“ Das war in den 1980ern. Und nun, Jahrzehnte später, können wir jubeln: Neue Frauen hat das Land! Und wie: Allein von rot-grüner Seite ziehen 19 neue Frauen ins Bundeshaus ein. Und es könnten noch mehr werden. Nach den zweiten Wahlgängen für den Ständerat: In Zürich, in Bern, in Basel-Land, in Genf und in der Waadt haben Frauen gute Chancen, den Sprung ins Stöckli zu schaffen. So, wie es in Neuenburg schon die 34jährige Grüne Céline Vara geschafft hat. Auf Anhieb! Die Überfliegerin flog schnell und hoch. Und wer weiss, vielleicht macht es ihr ihre Parteichefin Regula Rytz bald schon nach – und fliegt in den Bundesrat. Endlich weggefegt: die harte rechte Macho-Mehrheit! Und wie die neuen Nationalrätinnen strahlen! Fotos zum Küssen: Die Tessiner Gewerkschafterin Greta Gysin hebt vor lauter Juhu fast ab mit ihrem grünen Schirm. Und die Zürcherin Marionna Schlatter-Schmid muss sich regelrecht am Schämpis-Glas festhalten. Ein wunder¬bares Schauen! Und ein ganz anderes als in den letzten vier Jahren harter rechter Macho-Mehrheit im Bundeshaus. Endlich ist sie weggefegt. Und die Linke und die Gewerkschaften sind gestärkt, wie Work-Autor ¬Clemens Studer in seiner Wahl¬analyse zeigt. Dies trotz der bitteren Nicht-Wiederwahl von Unia-Industriechef Corrado Pardini. Gestärkt dank der Klima-bewegung. (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 1.11.2019.
Personen > Kuhn Marie-Josée Kuhn. Frauen. Nationalratswahlen. Work online, 2019-11-01.
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18.10.2019 Schweiz
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Klimawandel
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Avanti popolo! Die Debatte ist eröffnet I. In der letzten Ausgabe präsentierte Work exklusiv den grossen ökosozialen Klima-Umbauplan in 19 Schautafeln. Er zeigt ganz konkret auf, technisch und politisch, dass eine CO2-neutrale Schweiz möglich ist. Und zwar nicht erst ab 2050, wie das der Bundesrat will. Sondern schon ab 2030. Mit dieser Pionierleistung haben wir der Klimadebatte Schub verliehen. Das zeigen auch die engagierten Reaktionen unserer Leserinnen und Leser. Und wir befeuern sie in dieser Nummer noch, indem wir Rot-Grün in den Klima-Schwitzkasten nehmen. Pünktlich zum Wahlwochenende stellen wir Grünen-Chefin Regula Rytz und SP-Chef Christian Levrat 10 heisse Fragen zum ökosozialen Umbau der Schweiz, den die Grünen etwas schneller haben möchten als die Roten. Die CO2-Netto-Null fordert Rytz ab 2030. Levrat „so bald wie möglich, aber allerspätestens 2050“. Die Debatte ist eröffnet II. Die Klimakrise ist untrennbar mit der sozialen Frage verbunden. Das sagt nun auch ganz offiziell die Klimabewegung. Weil die Ausbeutung des Menschen und die Ausbeutung der Erde in ein und derselben auspresserischen Wirtschaftslogik betrieben werde. „System Change, not Climate Change!“ heisst denn auch einer ihrer pointiertesten Slogans: Kapitalismusschmelze statt Gletscherschmelze. Und dafür hätten die Klimabewegten nun gerne die Unterstützung der Gewerkschaften. Für einen gemeinsamen Massenstreik am 15. Mai 2020. Schliesslich trifft die Klimakrise zuerst die Lohnarbeitenden: (…).  Marie-Josée Kuhn.
Work online, 18.10.2019.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Klimawandel. Work online, 2019-10-18.
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27.09.2019 Schweiz
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Klimawandel
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Klima, wir kommen! „Wie könnt ihr es wagen?“ Das ist die Gretchenfrage in der Zornesrede von Greta Thunberg. Am Klimagipfel in New York hat sie sie vor der ganzen Welt wieder und wieder gestellt: „Wie könnt ihr es wagen, zu uns jungen Menschen zu kommen, damit wir euch Hoffnung geben?“ Aus¬gerechnet! „Wo ihr mit euren leeren Worten meine Träume und meine Kindheit gestohlen habt?“ So erbittert scharf hat die Jeanne d’Arc der Klimastreikenden noch nie geredet. Work dokumentiert ihre Rede als ein Element des 7-Seiten-Klima-Schwerpunkts. Greta kämpft für Windmühlen – und gegen die eigenen Tränen. Gegen die Verzweiflung. Und erntet den Hohn der Mächtigen. Des mächtigsten Klimaleugners Donald Trump zum Beispiel. Der 73jährige Geld- und Hasssack kotzte auf Twitter mal schnell über die 16jährige Schülerin runter, die das Aspergersyndrom hat: „Sie wirkt wie ein sehr glückliches junges Mädchen, das sich auf eine strahlende und wunderbare Zukunft freut. So schön zu sehen!“ Das System schlägt zurück, wenn man es in Frage stellt. Gnadenlos. Das erleben auch die Klimaaktivistinnen und -aktivisten der Umweltschutzorganisation Extinction Rebellion (XR), die kürzlich die Limmat in Zürich giftgrün gefärbt haben. Auf ihrer Website präsentieren die Rebels Videos, die Festnahmen von fried¬lichen Klimademonstrierenden zeigen. Ist das nicht abschreckend? Wollte Work von Myriam (37) und Silvio (27) im Interview wissen. Nein, sagt Silvio, denn sie zeigen, „wie gewalttätig (…).  Marie-Josée Kuhn.
Work online, 27.9.2019.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Klimawandel. Work online, 2019-09-27.
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13.09.2019 Schweiz
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Lobbysmus
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Wer regiert die Schweiz? Politik ist käuflich. Das wissen wir schon seit Hans Tschänis Grundlagenwerk über die Schweizer Filzokratie von 1983. Aber erst jetzt wissen wir ein bisschen mehr über die Dimensionen in Franken: Alleine die Versicherungen, Krankenkassen und der Finanzplatz erkaufen sich ihre Bundeshaus-Politikerinnen und -Politiker mit geschätzten 6,5 Millionen Franken pro Jahr. Ein Mandat von einer Krankenkasse schenkt mit 12’839 Franken ein. Eines in der Finanzbranche mit fetten 63’427 Franken. Und Mann (Frauen sind da weniger gefragt) muss ja nicht nur ein Mandat haben: In den Wandelhallen wandeln richtige Pösteli-Jäger. So kommt es denn, dass die wieseligsten unter ihnen jährlich bis zu 143 Prozent Zusatzeinkommen generieren. Zusätzlich zur Entschädigung für ihre Arbeit im Parlament von durchschnittlich 130’000 bis 150’000 Franken. Zum Beispiel Heinz Brand, SVP und Präsident des Krankenkassenverbands Santésuisse (plus geschätzte 100’000 Franken). Oder Lorenz Hess, BDP, er hat grad einen ganzen Chratten voller Visana-Mandate (plus geschätzte 142’300 Franken). Und Josef Dittli, FDP und Präsident beim Krankenversicherer Curafutura (plus geschätzte 166’000). Oder Jean-René Marcel Lucien Fournier, CVP und bei der Helvetia-Gruppe im Solde (plus geschätzte 144’117 Franken). Plus plus noch etwas Münz (geschätzte 72’000) von der Credit Suisse, wo der Walliser als Senior (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 13.9.2019.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Lobbysmus. Work online, 2019-09-13.
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13.09.2019 Schweiz
Personen
Unia Schweiz
Work
Marie-Josée Kuhn
Pensionskasse
Rentenalter
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Die grösste Gewerkschaft erhöht-das Rentenalter für Mitarbeitende um ein Jahr. Rentenalter 63 bei der Unia. Die rund 1‘200 Mitarbeitenden der Unia konnten bisher mit 62 in Pension gehen. Jetzt haben diese in einer Konsultativabstimmung der Erhöhung des BVG-Referenzalters auf 63 zugestimmt. 84,4 Prozent aller Unia-Mitarbeitenden haben einer Erhöhung ihres Rentenalters von 62 auf 63 Jahren in der Pensionskasse und einer Erhöhung ihrer Spar- und Risikobeiträge zugestimmt. 14,6 Prozent waren dagegen. Dies bei einer Stimmbeteiligung von 59,2 Prozent. Doch: Warum ist das nötig? Work sprach mit Unia-Vizepräsident Aldo Ferrari. Er ist auch Präsident des paritätisch zusammengesetzten PK-Stiftungsrates, Work: Aldo Perrari, was hat die Unia-Pensionskasse für Probleme? Aldo Ferrarl: Sie musste 2018 auf dem Anlagevermögen Verluste abbuchen. Andererseits machen ihr die langfristig tiefen Zinserwartungen und die steigende Zahl von Pensionierungen in den nächsten zehn Jahren zu schaffen. Wegen der gesunkenen Kapitalerträge muss die Unia auch die Übergangsrente bis zur ordentlichen Pensionierung neu ausrichten. Wer länger bei der Unia arbeitet, erhält eine Übergangsrente bis 65, die haben wir bisher über Kapitalerträge finanziert. Das ist jetzt nicht mehr möglich. Die Zinserträge der Pensionskassen befinden sich schon lange im Fall, das hätte man doch kommen sehen müssen? Die Unia-Pensionskasse weist heute im Quervergleich mit anderen Kassen ein ungünstiges Verhältnis von (…). Marie-Josée Kuhn.
Work, 13.9.2019.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Rentenalter. Unia. Work, 2019-09-13.
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30.08.2019 Brasilien
Landwirtschaft
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Faschismus
Präsident
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Die Brandstifter. In Brasilien lodert der Amazonas-Regenwald. Nicht etwa wegen Trockenheit und Dürre, sondern wegen illegaler Brandrodungen. Wenn er Präsident werde, prahlte Jair Bolsonaro im Wahlkampf, werde es „keinen einzigen ¬Quadratzentimeter mehr“ Umweltschutzgebiet geben. Und Bolsonaro wurde Präsident. Ein lärmiger, hemdsärmeliger und zulangender Präsident. Jetzt können Agrar- und Bergbauunternehmen wieder leichter Wälder abholzen. Denn Bolsonaro hat die einst vorbildliche Überwachung des Regenwaldes aus dem All finanziell ausgehungert und den Chef der Behörde entlassen. Die Abholzung hat sich fast verdoppelt. Eine Bedrohung für die ganze Welt.Erst gegen Frauen, Farbige und Fremde, dann gegen den Regenwald. Derweil in den USA: Seit zwanzig Jahren darf man im „Tongass National Forest“ in Alaska keine Bäume mehr fällen. Die Umweltschutzgesetze verbieten in diesem riesigen Regenwald auch Strassen-, Bergbau- und Energieprojekte. Doch nun will Donald Trump das ändern. Und den Wald für Holzfirmen öffnen. Auch Trump ist ein lärmiger, hemds¬ärmeliger und zulangender Präsident. Wie Bolsonaro sonnt er sich in seiner Vergewaltigermentalität. Er könne die Frauen sogar zwischen den Beinen grapschen, prahlte er. Und Bolsonaro erklärte einer linken Kongressabgeordneten, er würde sie nie vergewaltigen, sie sei zu hässlich. Zuerst holzen sie gegen Frauen, Farbige und Fremde, dann fackeln sie die Wälder ab. Trump & Bolsonaro: Schon erstaunlich, wie sich hartrechte bis rechtsextreme Politiker ähneln. Sie sind hemmungslose Sexisten und Rassisten.  (…).  Marie-Josée Kuhn.
Work online, 30.8.2019.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Brasilien. Landwirtschaft. Work online, 2019-08-30.
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