Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 78

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02.11.2018 Schweiz
Initiativen Schweiz
Personen
Work
Christian Egg
Interview
Selbstbestimmungs-Initiative
Volltext
Alt Bundesrichter Niccolò Raselli erklärt, warum die Selbstbestimmungsinitiative der SVP so gefährlich ist: SVP will Gerichte gängeln. Der SVP gehe es gar nicht um „fremde Richter“, sagt alt Bundesrichter Niccolò Raselli. Vielmehr sollen die Schweizer Gerichte auf SVP-Linie gebracht werden. Work: Mit ihrer Initiative kämpft die SVP angeblich gegen „fremde Richter“ in Strassburg… Niccolò Raselli: Das ist ein Etikettenschwindel! Die Initiative richtet sich gegen unsere eigenen Gerichte. Mit der Ausschaffungsinitiative wollte die SVP 2010 per Volksentscheid einen rechtlichen Automatismus einführen: Bei gewissen Delikten sollten Ausländer ausgeschafft werden, ohne dass die Richter den Einzelfall prüfen. Das Parlament sagte dann aber: „Stopp, da gibt es die Europäische Menschenrechtskonvention.“ Deshalb fügte es im Gesetz eine Härtefallklausel ein. Darauf brachte die SVP die Durchsetzungsinitiative, die das Stimmvolk zum Glück ablehnte. Die Selbstbestimmungsinitiative ist jetzt der nächste Versuch der SVP, unsere Richter zu entmachten. Die SVP will erzwingen, dass die Justiz in ihrem Sinn entscheidet? Ja! Christoph Blocher hat dem Bundesgericht einen „Staatsstreich“ vorgeworfen, als ihm ein Urteil nicht passte. Am massivsten ist dieser Druck bei den Richtern, die von der SVP vorgeschlagen wurden, etwa dem Bundesrichter Yves Donzallaz. Er hat im Ausländerrecht einige Urteile mitgetragen, die mit den Forderungen der SVP nicht übereinstimmen. Darauf erschien 2017 ein Artikel in der „Weltwoche“ von SVP-Nationalrat Roger Köppel, der Donzallaz als „grössten Internationalisten“ diffamierte – für die SVP (…).  Christian Egg.
Work online, 2.11.2018.
Personen > Egg Christian. Selbstbestimmungs-Initiative. Interview. Work, 2018-11-02.
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02.11.2018 Schweiz
Löhne
Personen
Work
Christian Egg
Ärzte
Lohngleichheit
Volltext
Nach ihrem Sieg vor Gericht fordert die Ärztin Natalie Urwyler: „Spitäler, lasst eure Löhne durchleuchten!“ Ärztinnen verdienen systematisch weniger als Ärzte, zeigt eine neue Studie. Und zwar fast einen Drittel. Nur dank der Prahlerei der Männer merkte die Ärztin Natalie Urwyler, dass sie deutlich weniger verdiente als ihre männlichen Kollegen. Das erste Mal vor 15 Jahren, als Assistenzärztin am Berner Inselspital. „Beim Feierabendbier merkte ich: Ein Kollege, der gleich alt war und gleich qualifiziert, verdiente mehrere Hundert Franken mehr pro Monat.“ Lohnklage. Als sie beim Spital nachfragte, stellte sich heraus: Sie war irrtümlicherweise zwei Lohnklassen zu tief eingeteilt worden. Das Spital zahlte ihr den Lohn nach. Alles gut also? Nein, sagt Urwyler. Denn später habe sie wieder weniger verdient als ihre Kollegen. Die heute 44jährige errang kürzlich einen Durchbruch: Das Berner Obergericht hob ihre Kündigung durch das Inselspital auf (Work beichtete rebrand.lyjSiegfuerdieFrauen). Noch hängig ist der zweite Teil von Urwylers Klage gegen das Spital. Wegen Lohndiskriminierung. „Die habe ich erlebt und kann sie auch beweisen.“ Jetzt bestätigt eine Studie des Bundesamts für Gesundheit: Ärztinnen verdienen systematisch weniger als Ärzte. Und zwar im Schnitt 29 Prozent, also fast einen Drittel. Auch der Verband der Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte VSAO stellt fest: „Innerhalb der Lohnbänder. wie es sie in vielen Spitälern gibt, bestehen oft Unterschiede, die nicht erklärbar sind.“ (…). Christian Egg.
Work, 2.11.2018.
Personen > Egg Christian. Aerzte. Lohngleichheit. Work, 2018-11-02.
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19.10.2018 St. Moritz
Gastgewerbe
Personen
Work
Christian Egg
Betriebsschliessung
Hotellerie
Volltext
Ausflugsrestaurant Meierei in St. Moritz. Russischer Oligarch dreht Geldhahn zu. 2016 wechselte das Hotel-Bijou die Hand. Dann fehlte plötzlich das Geld für Waren und Löhne. Die Spuren führen zum Schwefel-Milliardär Alexei Fedoritschew aus Russland. Anfang Juni 2018: In einer Woche soll das Hotel und Restaurant Meierei in St. Moritz GR für die Sommersaison eröffnet werden. Die 17 Saisonmitarbeitenden sind soeben angereist, viele von ihnen aus Portugal oder Süditalien. Doch es fehlt an Geld. Auch für ihre Löhne. ¬Kadermitarbeiterin Angelika Tschopp * erinnert sich: „Es war nicht einmal genügend Geld da, um eine Tomate zu kaufen.“ Der Grund: Der Verwaltungsrat der „Meierei“ hat nicht genügend Mittel für den Betrieb überwiesen. Und zwar schon seit Monaten. Die offenen Rechnungen von Lieferantinnen und Handwerkern, aber auch von AHV und Pensionskasse belaufen sich inzwischen auf über 700’000 Franken. Tschopp weiss nicht mehr weiter und ruft die Unia zu Hilfe. Letzte Frist. Für die Gewerkschaft wird sofort klar: So darf man das Hotel nicht öffnen. Sonst riskieren die Angestellten, dass sie ihren Lohn nie sehen. „Meierei“-Mitarbeiterin Tschopp setzt dem ¬Verwaltungsrat eine letzte Frist: Mindestens 500’000 Franken brauche das Hotel innert vier Tagen. Doch es kommen nur 150’000. Tschopp: „Das hätte nicht einmal die Löhne für drei Monate gedeckt. Ganz zu schweigen von den Zutaten für die Küche, der Heizöltank war fast leer, wir hatten nicht einmal Benzin für den Rasenmäher! Und das Elektrizitätswerk drohte, den Strom abzustellen, wenn wir nicht endlich die Rechnungen bezahlen würden.“ Jetzt (...). Christian Egg.
Work online, 19.10.2018.
Personen > Egg Christian. Meierei St. Moritz. Work online, 2018-10-19.
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19.10.2018 Russland
Personen
Work
Christian Egg
Mafia
Vermögen
Volltext
Alexei Fedoritschew: Russen-Mafia am Werk? Zuerst handelte der, Russe Alexei Fedoritschew mit Autoersatzteilen. Oder, laut einer anderen Quelle, mit Eisenbahnschwellen. Auf jeden Fall verdiente er während des Zusammenbruchs der Sowjetunion seine ersten Millionen. Dann stieg er dick ins Geschäft mit Schwefel ein, der in der chemischen Industrie sowie für Dünger verwendet wird. Und wurde immer reicher. Luscher Deal? Das wirkliche Vermögen des 63jährigen (Wohnsitz im Steuerparadies Monaco, verheiratet mit dem Ex-Playboy-Model Uliana Tseytlina) ist nicht bekannt. Er selber sagt, er habe mehr als eine Milliarde allein in der Ukraine investiert. In der aktuellen Liste der reichsten Russen des US-Magazins „Forbes“ taucht der Schwefelhändler aber nicht auf. Dort sind Personen aufgeführt, die mehr als eine Milliarde Dollar besitzen. Möglicherweise ist Fedoritschew also nur ein kleiner Fisch unter den Oligarchen. Klar ist: Noch heute verdient er sein Geld mit Schwefel und Dünger sowie Getreide. Was den Handel mit Gerste angeht, soll seine Firma Fedcom Invest sogar zu den weltgrössten Playern gehören. Mehr als drei Millionen Tonnen pro Jahr liefert die Firma alleine von der Ukraine nach Saudiarabien, weiss die Zeitung „The National“ aus den Arabischen Emiraten zu berichten. Und nicht immer geht bei diesen Deals alles glatt. Dieser Ansicht ist zumindest die ukrainische Antikorruptionsbehörde, in deren Visier Fedoritschew letztes Jahr geriet: Er wurde verdächtigt, 295‘000 Tonnen Gerste gestohlen zu haben. Fedoritschew bezeichnete die Untersuchung der Behörde als „haltlose Schmutzkampagne“. (…). Christian Egg.
Work, 19.10.2018.
Personen > Egg Christian. Mafia. Russland. Work, 2018-10-19.
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31.08.2018 Genf
ILO
Personen
Work
Christian Egg
ILO
Temporärarbeit
Volltext
Ausgerechnet die Internationale Arbeitsorganisation. Die ILO baut in Genf mit „Billig“-Temporären. Ausgerechnet auf der Baustelle der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sind mehr als die Hälfte der Bauarbeiter nur temporär angestellt. Mit weniger Rechten und weniger Lohn. José Sebastiao von der Unia Genf staunte nicht schlecht. Als er und seine Equipe die Baustelle am Hauptsitz der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) kontrollieren, treffen sie ganz viele Maurer an, die nicht regulär angestellt sind. Sondern von einem Temporärbüro. Und zu schlechteren Bedingungen als ihre Kollegen. Sie er¬halten nur den Mindestlohn und ¬werden von der Firma nur aufgeboten, wenn es genug Arbeit gibt. Reklamieren verboten. Das ist zwar legal. Aber die Büezer sind der Firma völlig ausgeliefert. „Bei den Temporären lautet das Motto: Wer reklamiert, kann am nächsten Tag nicht mehr kommen“, sagt Unia-Mann Sebastiao. Es ist die Waadtländer Baufirma Orlatti (800 Angestellte), die hier renoviert. Doch die Kontrolle der Unia im Juli hat gezeigt: Nur gerade 10 der anwesenden Maurer sind von Orlatti regulär angestellt. Weitere 19 hat die Firma von zwei Temporärbüros angefordert. Das hat System. Laut Einsatzplänen, die Work vorliegen, waren seit Beginn der Arbeiten im April fast immer mehr Temporäre vor Ort als Festangestellte. Und das ausgerechnet bei der ILO. Sebastiao sagt: „Die ILO sollte weltweit für faire Arbeitsbedingungen sorgen. An ihrem eigenen Hauptsitz macht sie das Gegenteil.“ Zwar sagt die ILO, sie habe „sofort“ bei Orlatti i(…). Christian Egg.
Work online, 31.8.2018.
Personen > Egg Christian. ILO. Temporärarbeit. Work online, 2018-08-31.
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31.08.2018 Schweiz
Kinder
Personen
Work
Christian Egg
Verdingkinder
Volltext
Bund beschleunigt Verfahren für die Opfer. Verdingkinder sollen schneller ihre Entschädigung erhalten. Endlich: Der Bund setzt jetzt mehr Personal ein, damit Verdingkinder möglichst rasch zu ihrem Geld kommen. Sie wurden aus ihrer Familie gerissen und in ein Heim gesteckt. Oder in eine Strafanstalt. Oder auf einen Bauernhof als billige Arbeitskraft. Sie wurden geschlagen, vergewaltigt, sterilisiert. Über 300‘000 Menschen gelangten im Lauf der Jahrzehnte ins grausame System der „fürsorgerischen Zwangsmassnahmen“ und wurden zu Verdingkindern. Jetzt will der Bund dafür sorgen, dass die Überlebenden rasch die Wiedergutmachung von 25‘000 Franken bekommen, die ihnen das Parlament zugesprochen hat. 9‘000 von ihnen haben bis Ende März 2018 ein Gesuch eingereicht. Aber das Bundesamt für Justiz hat bisher nur gut 2‘300 Gesuche geprüft und nur etwa 2‘000 Menschen die Entschädigung ausbezahlt. Damit es schneller geht, wolle man jetzt mehr Personal einsetzen, um die Dossiers zu bearbeiten, so das Amt gegenüber Radio SRF. Das ist dringend nötig, sagt Work-Kolumnist Jean Ziegler. Er hat mehrfach den Umgang von Politik und Verwaltung mit den Opfern kritisiert, zuletzt in einem eindringlichen Appell am 29.Juni im Work (rebrand.ly/workziegler). „Es ist eine traurige Tatsache, dass die meisten Opfer dieser Verbrechen alt und krank sind“, so Ziegler. „Sie brauchen das Geld dringend, bevor sie sterben“. Jetzt ist Ziegler vorsichtig optimistisch, dass es rascher vorwärtsgeht: (…).
Work, 31.8.2018.
Work > Verdingkinder. Entschädigungen. Work, 2018-08-31.
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17.08.2018 Schweiz
OVS
Personen
Work
Christian Egg
Betriebsschliessung
OVS
Volltext
Meyers verliebten sich bei Vögele. Bei OVS erlebten sie einen Albtraum! Marco und Esther * Meyer verkauften dreissig Jahre lang Kleider bei Vögele. Dann kam der Modegigant OVS und stellte sie auf die Strasse. Sie: „Herr Meyer, Ihr Hemdkragen ist schief!“ Er: „Danke! Das git en Kafi.“ So fing alles an, vor dreissig Jahren. Sie hatten beide neu bei Charles Vögele angefangen, sie, die junge Quereinsteigerin, die nach einer Coiffeuselehre in die Modebranche wechselte, und er, der Vollblutverkäufer. Schnell freundeten sie sich an, dann wurden sie ein Liebespaar. Kommenden Herbst feiern sie ihre silberne Hochzeit. Wieder vorne anfangen. Es ist angenehm schattig auf dem Balkon. Marco Meyer (64) erzählt: „Nach dreissig Jahren haben sie uns einfach den Schuh gegeben.“ Ende Juni erhielten die Meyers die Kündigung, gleich wie alle anderen 1178 Angestellten bei OVS auch. Der italienische Modegigant, der die marode Charles Vögele vor nur anderthalb Jahren übernahm und grosse Versprechen machte, lässt seine Schweizer Tochtergesellschaft schon wieder fallen. Konkurs. Ohne Sozialplan. Es ist die grösste Massenentlassung in der Geschichte des Schweizer Detailhandels. Marco Meyer sagt: „Ich habe es gut. Ich muss keine neue Stelle mehr suchen. Ich habe nur noch drei Monate bis zur Pensionierung.“ Esther Meyer hingegen ist erst 49. Sie muss nun eine neue Stelle finden. Darum will sie auch nicht mit vollem Namen in der Zeitung erscheinen. Zwar hat sie zehn Jahre lang eine Abteilung geleitet. (…). Christian Egg.
Work online, 17.8.2018.
Personen > Egg Christian. OVS. Betriebsschliessung. Work online, 2018-08-17.
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17.08.2018 Schweiz
Personen
Work
Christian Egg
Arbeitsbedingungen
Reinigungspersonal
Volltext
Miese Zustände in den Hotels der Marriott- Kette. Putzfrauen packen aus. Giftige Putzmittel, 19-Stunden-Tage und sexuelle Obergriffe: Ein Report der Unia prangert die miesen Bedingungen der Putzkräfte in den Marriott-Hotels an. Petra" ist Reinigungskraft im Zürcher Sheraton-Hotel. Sie sagt: „Ich würde in diesem Hotelzimmer nicht barfuss herumlaufen.“ Der Grund: Sie und ihre Kolleginnen und Kollegen müssen das ganze Hotelzimmer mit demselben Putzmittel reinigen. „Es ist giftig und sollte eigentlich nur im Badezimmer angewendet und mit viel Wasser abgespült werden. Das wird bei Holzböden und bei den Möbeln natürlich nicht gemacht“. Ein Report der Unia Zürich-Schaffhausen enthüllt jetzt die Zustände in den Zürcher Marriott-Hotels, zu denen auch das Sheraton gehört. Putzfrauen berichten vor allem über brutalen Zeitdruck. Zum Beispiel Moira*, die im Fünfsternehaus Marriott direkt an der Limmat arbeitet: Beim Vorstellungsgespräch wurde ihr gesagt, dass sie fürs Reinigen eines Zimmers 30 Minuten Zeit habe. „Tatsächlich hatten wir dann nur 10 Minuten. Das reicht bei dreckigen Zimmern einfach nicht“. 19-Stunden-Tag. Und selbst dann müssen die Putzfrauen oft bis zum Umfallen chrampfen. In einem Monat, als das Hotel gut belegt war, hätten sie im Durchschnitt 12 bis 13 Stunden pro Tag gearbeitet, an Spitzentagen sogar 19 Stunden, sagen zwei Putzfrauen aus dem „Renaissance Zürich Tower Hotel“ im Trendquartier Zürich West. Ein klarer Verstoss gegen den Gesamtarbeitsvertrag der Reinigung. Die Frauen erleben auch sexuelle (…). Christian Egg.
Work, 17.8.2018.
Personen > Egg Christian. Reinigungspersonal. Work, 2018-08-17.
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29.06.2018 Thun
OVS
Personen
Work
Christian Egg
Betriebsschliessung
OVS
Volltext
Letzte Tage in den OVS-Filialen. Total-Liquidation. Der oberste OVS-Chef ist schon längst über alle ¬Berge, alle Verkäuferinnen verlieren ihre Stellen. Aber sie müssen noch die Filialen aufräumen – und schwitzen dabei Blut und Tränen. Der Laden ist voll. „Total-Liquidation“ steht in gelb-schwarzen Lettern überall: „70% Rabatt auf alles“. Verkäuferin Daniela Friedrich * und ihre Kolleginnen schwitzen. Es ist ihr letzter Tag in der OVS-Filiale an der Einkaufsstrasse Bälliz in Thun. Erst vor knapp einer Woche haben sie erfahren, dass ihr Laden zugehe. Jetzt versuchen sie, den letzten Tag noch zu überstehen. Friedrich sagt: „Unsere Motivation ist im Keller.“ Zwar gehört sie zu den Glücklichen, die bereits eine neue Stelle gefunden haben. Dass OVS so brutal den Stecker gezogen hat, tut ihr trotzdem weh: „Mit den Kolleginnen hier habe ich fast zwanzig Jahre zusammengearbeitet. Ab heute Abend ist Schluss.“ Auch das Verhalten der Kundinnen und Kunden macht Friedrich zu schaffen. Sie erzählt: „Viele lassen Kleider, die sie nicht wollen, einfach am Boden liegen. Die Wertschätzung uns gegenüber ist gleich null.“ Schliessungsbefehl per Internet. Die Schweizer Tochtergesellschaft des italienischen Modegiganten OVS übernahm das serbelnde Modehaus Charles Vögele vor knapp zwei Jahren. Mit rosigen Versprechungen. Doch diese Woche gab sie bekannt: Alle 1180 Angestellten verlieren ihren Job. Das ist die grösste Massenentlassung, die der Schweizer Detailhandel je gesehen hat. Seit Ende Mai ist das Unternehmen in Nachlassstundung und schliesst (…). Christian Egg.
Work online, 29.6.2018.
Personen > Egg Christian. OVS. Betriebsschliessung. Work online, 2018-06-29.
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29.06.2018 Schweiz
Initiativen Schweiz
Personen
Work
Christian Egg
99-Prozent-Initiative
Volltext
99-Prozent-Initiative: Jetzt unterschreiben und die Löhne entlasten. Mehr Steuern für Superreiche. Höhere Steuern auf Kapitalgewinnen als auf Einkommen: Das wollen die JUSO - und sammeln Unterschriften für die 99-Prozent-lnitiative. Eine JUSO-Gruppe zieht nach Meilen an die Zürcher Goldküste und blockiert die Zufahrt zum Haus von Magdalena Martullo-Blocher. „Gib uns unser Geld zurück, Magdalena“, so die unmissverständliche Botschaft an die SVP-Vizepräsidentin. Mit der Aktion lancieren die JUSO ihre 99-Prozent-Initiative: gerechte Steuern auf Kapitaleinkommen. Damit wollen die JUSO der wachsenden Ungleichheit Einhalt gebieten. Denn heute besitzt in der Schweiz das oberste Prozent mehr als die gesamte ärmere Hälfte der Bevölkerung. Der Grund: Die Reichen beziehen ihr Einkommen nicht mehr aus Arbeit, sondern aus Kapital. Aus Dividenden, Börsengewinnen und sonstigen Spekulationen. Diese werden weniger stark besteuert als Löhne oder sogar überhaupt nicht. Umverteilung. Die Forderung der Initiative ist einfach: Kapitaleinkommen soll anderthalbmal so stark besteuert werden wie Arbeit. Der Ertrag - die JUSO rechnen mit 5 bis 10 Milliarden pro Jahr - soll an die 99 Prozent der Bevölkerung zurückfliessen. Entweder durch tiefere Steuern oder als „soziale Wohlfahrt“. JUSO-Präsidentin Tamara Funiciello präzisiert: „Das können Prämienverbilligungen für die Krankenkasse oder Beiträge an die Kinderbetreuung sein.“ Rund die Hälfte der nötigen Unterschriften haben die JUSO bisher gesammelt. Das Echo auf der (…). Christian Egg.
Work, 29.6.2018.
Personen > Egg Christian. 99-Prozent-Initiative. Work, 2018-06-29.
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15.06.2018 Schweiz
IV
Personen
Work
Christian Egg
IV
IV-Renten
Volltext
Wer wenig verdient, wird von der Invalidenversicherung bestraft. IV lässt Coiffeuse Beatrice Zbinden darben. Wäre Beatrice Zbinden früher Pilotin gewesen, bekäme sie jetzt von der IV eine anständige Rente. Doch Zbinden war Coiffeuse und erhält nur 401 Franken pro Monat. Zynisch, aber rechtens. Acht Zentimeter gross war der Tumor, den die Ärzte im Kopf von Beatrice Zbinden feststellten. Das war vor vier Jahren. Die Dia¬gnose und die anschliessende Operation veränderten das Leben der heute 55jährigen aus Niederscherli im Kanton Bern total. Sie sagt: „Ich kann mich nicht mehr lange konzentrieren, etwa bei Schreibarbeiten oder auch in Gesprächen.“ Zudem verträgt Zbinden kein helles Licht und keinen Lärm mehr: „Bei Sonnenschein gehe ich lieber nicht aus dem Haus.“ Schlimm sei auch Zugfahren: Der Geräuschpegel und die vielen Leute machten sie nervös und unsicher. Das halte sie fast nicht aus. Ihren Beruf als selbständige Coiffeuse kann Zbinden nicht mehr ausüben. Das stellten auch die Ärztinnen und Ärzte der IV fest. Nur noch eine „gut überschaubare ¬Tätigkeit ohne höhere Anforderungen“ komme in Frage und nur, wenn sie zwischendurch Ruhepausen einlegen könne. Befanden sie. Und auch dann höchstens vier Stunden am Tag. Gehen wir von einer 42-Stunden-Woche aus, ist Beatrice Zbinden also etwas weniger als 50 Prozent arbeitsfähig. Trotzdem bekommt sie von der IV nur eine Viertelsrente. Exakt 401 Franken pro Monat. Wie kann das sein? Nur Viertelrente. (…). Christian Egg.
Work online, 15.6.2018.
Personen > Egg Christian. IV. Renten. Work, 2018-06-15.
Ganzer Text
15.06.2018 Schweiz
OVS
Personen
Work
Christian Egg
Betriebsschliessung
OVS
Volltext
OVS: 1180 Mitarbeitenden bleibt nichts mehr als Wut. „Wir wurden hintergangen“. Der italienische Modegigant Oviesse (OVS) flüchtet sich in den Konkurs. Und hat so keine Sozialplanpflicht. Verkäufer Gion Lötscher wählt deutliche Worte: „Die OVS-Manager haben uns nach Strich und Faden hintergangen.“ Lötscher ist seit über dreissig Jahren in der Branche und arbeitete seit 2001 bei Charles Vögele. Vor knapp zwei Jahre dann übernahm der Moderiese Oviesse aus Italien die strauchelnde Schweizer Modekette. Lötscher erzählt: „Wir haben uns mit viel Herzblut dafür eingesetzt, dass die Läden mit dem neuen Konzept funktionieren – und jetzt das.“ Ein Skandal. Am 30. Mai zog OVS brutal die Reissleine: Nachlassstundung. Den 1180 Angestellten droht die Kündigung. Das ist eine der grössten Massenentlassungen in der Schweiz in den letzten Jahren. Besonders bitter für die OVS-Verkäuferinnen und -Verkäufer: Es gibt nicht einmal einen Sozialplan. Denn das Sagen hat jetzt ein Sachwalter. Er muss alle Gläubiger gleich behandeln. Gesichert sind immerhin die Löhne bis Ende Kündigungsfrist. Für Arnaud Bouverat von der Unia ist es schlichtweg ein „Skandal“, dass es die OVS-Manager zur Nachlassstundung haben kommen lassen: „Sie hätten die Pflicht gehabt, vorausschauend zu handeln. Und die Warnlampen waren schon seit Monaten auf Rot“, sagt der Gewerkschafter. Konkurs kommt billiger. (…).
Christian Egg.
Work online, 15.6.2018.
Personen > Egg Christian. OVS. Betriebsschliessung. Work online, 2018-06-15.
Ganzer Text
27.04.2018 Schweiz
Arbeitszeit
Personen
Work
Christian Egg
Temporärarbeit
Volltext
Immer mehr Temporäre. Neueste Zahlen zeigen: Temporärarbeit nimmt stark zu. Besonders bei Menschen über vierzig. Seit 2010 ist der Anteil der Temporärangestellten um einen Fünftel gestiegen (von 1,1 auf 1,3 Prozent). Das zeigen die neuesten Zahlen des Bundesamts für Statistik. Besonders bedenklich ist die Zunahme bei den über 40jährigen: In der Altersgruppe 40 bis 54 Jahre hat sich der Anteil von 0,6 auf 1,2 Prozent verdoppelt. Auch in der Altersgruppe 55 bis 64 stieg er von 0,5 auf 0,8 Prozent. Die tatsächlichen Zahlen dürften noch höher liegen. Denn viele Temporärangestellte sind Grenzgängerinnen oder Kurzaufenthalter - und die tauchen in der Statistik des Bundes nicht auf. Über den ganzen Arbeitsmarkt gesehen, beschleunigt sich die Entwicklung. Der Temporärarbeitgeberverband Swissstaffing jubelt, in den letzten 12 Monaten hätten die Einsatzstunden „erstmals“ um mehr als zehn Prozent zugenommen. Kritische Lage. Veronique Polito von der Unia-Geschäftsleitung sieht diese Zahlen dagegen mit Sorge. „Temporärarbeitende haben kein gesichertes Einkommen“, sagt sie. Und: „Sie werden nur bezahlt, wenn sie zu einem Einsatz geschickt werden.“ Oftmals hätten Temporäre Verträge mit mehreren Büros, um ihre Chancen auf einen Einsatz zu erhöhen. Dennoch sind sie zwischen den Einsätzen arbeitslos und zahlen etwa keine Pensionskassenbeiträge, was im Alter zu tieferen Renten führt. Unter (…). Christian Egg.
Work, 27.4.2018.
Personen > Egg Christian. Temporärarbeit. Work, 2018-04-27.
Ganzer Text
27.04.2018 Bangladesh
Personen
Textilindustrie
Work
Christian Egg
Betriebsunfälle
Textilindustrie
Volltext
Schutz der Textilarbeiterinnen: Migros & Co. kümmert’s wenig. „Schweizer Firmen müssen mitmachen“. Sichere Fabriken: Ein Abkommen schützt das Leben von zwei Millionen Näherinnen in Bangladesh. Aber fast alle Schweizer Finnen stehen abseits. Migros, Coop, Manor, Mammut, Zebra, Chicoree: Sie alle lassen Kleider in Bangladesh produzieren. Aber keine dieser Schweizer Finnen hat bisher das Abkommen unterzeichnet, das die Näherinnen vor Gefahren wie Brand oder Einsturz schützt. Mit einem offenen Brief macht jetzt die Organisation Public Eye Druck. Über 1000 Tote. Vor fünf Jahren ereignete sich in der Nähe von Bangladeshs Hauptstadt Dhaka das schlimmste Industrieunglück weltweit seit der Katastrophe von Bhopal 1984: Die fünfstöckige Textilfabrik Rana Plaza stürzte ein und begrub über 3000 Arbeiterinnen und Arbeiter unter sich. Die Chefs hatten sie unter Drohungen zur Arbeit geschickt, obwohl sich bereits Risse im Gebäude gebildet hatten. 1138 Menschen starben. „Nie wieder Rana Plaza“, sagten darauf internationale Gewerkschaften. Schon einen Monat später schlossen sie mit Textilherstellern ein Abkommen, das einzigartig ist: Firmen müssen Sicherheitsrisiken beheben. Und jede der rund 1600 unterstellten Fabriken wird nun alle drei bis vier Monate kontrolliert. „Rund zwei Millionen Beschäftigte profitieren davon“, sagt David Hachfeld von Public Eye. Und: „In den kontrollierten Fabriken ist die Zahl  (…). Christian Egg.
Work, 27.4.2018.
Personen > Egg Christian. Bangladesh. Textilarbeiterinnen. Work, 2018-04-27.
Ganzer Text
27.04.2018 Bangladesh
Personen
Textilindustrie
Work
Christian Egg
Betriebsunfälle
Textilindustrie
Volltext
Schutz der Textilarbeiterinnen: Migros & Co. kümmert’s wenig. „Schweizer Firmen müssen mitmachen“. Sichere Fabriken: Ein Abkommen schützt das Leben von zwei Millionen Näherinnen in Bangladesh. Aber fast alle Schweizer Finnen stehen abseits. Migros, Coop, Manor, Mammut, Zebra, Chicoree: Sie alle lassen Kleider in Bangladesh produzieren. Aber keine dieser Schweizer Finnen hat bisher das Abkommen unterzeichnet, das die Näherinnen vor Gefahren wie Brand oder Einsturz schützt. Mit einem offenen Brief macht jetzt die Organisation Public Eye Druck. Über 1000 Tote. Vor fünf Jahren ereignete sich in der Nähe von Bangladeshs Hauptstadt Dhaka das schlimmste Industrieunglück weltweit seit der Katastrophe von Bhopal 1984: Die fünfstöckige Textilfabrik Rana Plaza stürzte ein und begrub über 3000 Arbeiterinnen und Arbeiter unter sich. Die Chefs hatten sie unter Drohungen zur Arbeit geschickt, obwohl sich bereits Risse im Gebäude gebildet hatten. 1138 Menschen starben. „Nie wieder Rana Plaza“, sagten darauf internationale Gewerkschaften. Schon einen Monat später schlossen sie mit Textilherstellern ein Abkommen, das einzigartig ist: Firmen müssen Sicherheitsrisiken beheben. Und jede der rund 1600 unterstellten Fabriken wird nun alle drei bis vier Monate kontrolliert. „Rund zwei Millionen Beschäftigte profitieren davon“, sagt David Hachfeld von Public Eye. Und: „In den kontrollierten Fabriken ist die Zahl  (…). Christian Egg.
Work, 27.4.2018.
Personen > Egg Christian. Bangladesh. Textilarbeiterinnen. Work, 2018-04-27.
Ganzer Text
29.03.2018 Schweiz
Personen
Suva
Work
Christian Egg
Geschichte
Suva
Volltext
Darum ist die Suva eine ganz besondere Versicherung. Wunder wird hundert. Sie muss keine Profite machen und ist nicht privatwirtschaftlich organisiert. Deshalb ist die Suva der Versicherungslobby ein Dorn im Auge. Seit 1918. Der Historiker Hans Ulrich Jost sagt es so: "Es ist das reinste Wunder, dass es den Rechten bisher nicht gelungen ist, die Suva zu privatisieren." Bisher, das heisst seit ihrer Gründung im Jahr 1918. "Eine Pioniertat" unserer Vorfahren sei das gewesen, sagt Nico Lutz. Der Unia-Bauchef ist Arbeitnehmervertreter im Suva-Rat und stellt klar: "Wenn es die Suva nicht gäbe, müsste man sie erfinden". Urschweizer Prinzip. Die Suva ist nicht irgendeine Versicherung. Sie muss keine Profite machen. Jeder Franken, den sie einnimmt, geht in Form von tiefen Prämien oder Unfallprävention wieder an die Versicherten zurück. Und sie funktioniert nach dem Prinzip der genossenschaftlichen Selbstverwaltung: Im Suva-Rat sitzen Vertreterinnen und Vertreter der Sozialpartner und des Bundes. Ein Erfolgsmodell und "ein urschweizerisches Prinzip" nennt es Franz Steinegger. Der Urner FDP-Politiker war 22 Jahre lang Suva-Präsident, nämlich von 1991 bis 2013. Und er hat die Versicherung immer mit Haut und Haaren verteidigt. Warum, verriet er 2008 im Work-Interview: "Ich bin ein Freund des Wettbewerbs. Aber in den Sozialversicherungen funktioniert das nicht." (…). Christian Egg.
Work, 29.3.2018.
Personen > Egg Christian. Suva. Geschichte. Work, 2018-03-29.
Ganzer Text
29.03.2018 Schweiz
Personalverleih-Branche
Personen
Work
Christian Egg
Arbeitsvermittlung
GAV
Volltext
Personalverleih: GAV-Verhandlungen ausgesetzt. Eclat in der Temporärbranche. Wie es weitergeht ist unklar. "Früher war nicht alles besser", heisst es in einer aktuellen Werbekampagne des Personalverleihverbands Swissstaffing. Er stellt die Temporärarbeit im besten Licht dar: Mitarbeitende seien heute dem GAV unterstellt, haben eine Pensionskasse und ausgezeichnete Weiterbildungsmöglichkeiten. Dumm nur: Genau diesen GAV (Gesamtarbeitsvertrag), der auch die Grundlage ist für die subventionierte Weiterbildung, will Swissstaffing nicht mehr. Der Temporärverband hat kürzlich die laufenden Verhandlungen zur Verlängerung des GAV Personalverleih ab 2019 sistiert. Begründet hat er dies mit der Frage der Arbeitszeit. Die Arbeitszeiten in der Branche sind schon heute stark dereguliert. Veronique Polito von der Unia-Geschäftsleitung: "Erst ab neuneinhalb Stunden pro Tag muss die Überzeit mit Zuschlag ausbezahlt werden. Doch Swissstaffing wollte dies noch weiter aufweichen". Die Gewerkschaften seien offen gewesen, über andere Überzeitmodelle zu diskutieren, so Polito – "wenn wir dafür etwas regeln können, das uns sehr wichtig ist: nämlich, dass die Firma den Lohn für die Arbeitsstunden laut Vertrag auszahlen muss, auch wenn es einmal nicht genügend Arbeit gibt." Das steht zwar so im Gesetz, in der Praxis verstossen die Firmen aber immer wieder dagegen. Deshalb wollten es die (…). Christian Egg.
Work, 29.3.2018.
Personen > Egg Christian. Personalverleih. GAV. Work, 2018-03-29.
Ganzer Text
29.03.2018 Schweiz
Personen
Uber
Work
Christian Egg
Mindestlöhne
Uber
Volltext
Jetzt können Fahrerinnen und Fahrer den Mindestlohn einklagen. Bund stopp Uber-Trick. Das Seco stellt klar: Der Dumping-Fahrdienst Uber und seine Subunternehmen betreiben Personalverleih. Das hat Konsequenzen. Es ist ein wegweisender Entscheid für alle Uber-Fahrerinnen und -Fahrer, die bei Subunternehmen angestellt sind: Sie haben Anrecht auf einen Mindestlohn. Dies geht aus einer neuen Beurteilung des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) hervor. Die Behörde prüfte das neue Konstrukt, mit dem Uber unlängst Schlagzeilen machte: Anstatt die Fahrer direkt zu beschäftigen, operierte der Konzern mit sogenannten Partnerfirmen. Bei diesen sind die Chauffeure angestellt, sie arbeiten aber ausschliesslich für Uber (Work berichtete). Der GAV gilt. Erstmals stellt das Seco jetzt klar: Das ist Personalverleih. Und da gilt der Gesamtarbeitsvertrag der Branche. Er schreibt einen Mindestlohn von 18 Franken 66 pro Stunde vor. Davon waren die Uber-Fahrer bisher weit entfernt. Ihr Verdienst lag teilweise unter 10 Franken. Rund zwanzig von ihnen haben ihre Löhne jetzt vor dem Genfer Arbeitsgericht angefochten. Unia-Mann Roman Künzler: "Der Entscheid des Seco stützt ihre Position entscheidend." Auch wenn sich das Seco-Papier nur auf das Konstrukt mit den Subunternehmen bezieht: es betrifft auch die Fahrerinnen und Fahrer, die direkt für Uber arbeiten. Denn nur wer Arbeitgeber ist, kann Personal ausleihen. Künzler: (…). Christian Egg.
Work, 29.3.2018.
Personen > Egg Christian, Uber. Personalverleih. Work, 2018-03-29.
Ganzer Text
02.03.2018 Schweiz
Löhne
Personen
Uber
Work
Christian Egg
Löhne
Uber
Volltext
Mit dubiosen Subunternehmen will der Dumping-Fahrdienst die Gesetze umgehen. Uber trickst mit erfundenen Löhnen. Der Taxidienst Uber wechselt die Strategie und setzt neu auf Subunternehmer. Drei davon sind jetzt in Genf mit illegalen Praktiken aufgeflogen. Löhne von teils unter zehn Franken pro Stunde, weit über 45 Stunden Arbeitszeit pro Woche und Sozialabgabe-Bschiss in sechsstelliger Höhe: Das ist das neue System, nach dem der amerikanische Dumping-Taxidienst Uber in der Schweiz operiert. Jetzt ist es aufgeflogen, nachdem im Dezember rund zwanzig Uber-Fahrer in Genf gestreikt haben – zum ersten Mal in der Schweiz (Work berichtete). Neue Tricks. Der Hintergrund: Uber sieht seine Fahrerinnen als „selbständige Partner“. Um Kosten zu sparen, weigert sich der US-Gigant, die Fahrer anzustellen oder für sie Sozialabgaben wie AHV oder Pensionskasse zu bezahlen. Nun aber gerät Uber mit diesem Vorgehen immer mehr unter Druck, sagt Roman Künzler, Transportfachmann bei der Unia: „Die Suva und die Schweizer Behörden akzeptieren die Fahrer nicht als Selbständige.“ Also griff das Uber-Management einmal mehr in die Trickkiste: Jetzt arbeitet es mit Schweizer „Partnerfirmen“ zusammen. Diese stellen die Fahrer an. Tätig sind sie aber ausschliesslich für Uber. Allerdings zu noch schlechteren Bedingungen als Fahrer, die direkt mit Uber abrechnen. Drei solche Firmen sind mittlerweile bekannt: Star Limoluxe, Pégase ¬Léman und Diagne Limousine. Alle drei operierten bis vor kurzem in Genf. Und tricksten auch, kritisiert (…). Christian Egg.
Work online, 2.3.2018.
Personen > Egg Christian. Uber. Löhne. Work online, 2018-03-02.
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02.03.2018 Schweiz
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Uber
Work
Christian Egg
Subunternehmen
Uber
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Mit dubiosen Subunternehmen will der Dumping-Fahrdienst die Gesetze umgehen. Uber trickst mit erfundenen Löhnen. Der Taxidienst Uber wechselt die Strategie und setzt neu auf Subunternehmer. Drei davon sind jetzt in Genf mit illegalen Praktiken aufgeflogen. Löhne von teils unter zehn Franken pro Stunde, weit über 45 Stunden Arbeitszeit pro Woche und Sozialabgabe-Bschiss in sechsstelliger Höhe: Das ist das neue System, nach dem der amerikanische Dumping-Taxidienst Uber in der Schweiz operiert. Jetzt ist es aufgeflogen, nachdem im Dezember rund zwanzig Uber-Fahrer in Genf gestreikt haben – zum ersten Mal in der Schweiz Work berichtete). Neue Tricks. Der Hintergrund: Uber sieht seine Fahrerinnen als «selbständige Partner». Um Kosten zu sparen, weigert sich der US-Gigant, die Fahrer anzustellen oder für sie Sozialabgaben wie AHV oder Pensionskasse zu bezahlen. Nun aber gerät Uber mit diesem Vorgehen immer mehr unter Druck, sagt Roman Künzler, Transportfachmann bei der Unia: "Die Suva und die Schweizer Behörden akzeptieren die Fahrer nicht als Selbständige." Also griff das Uber-Management einmal mehr in die Trickkiste: Jetzt arbeitet es mit Schweizer "Partnerfirmen" zusammen. Diese stellen die Fahrer an. Tätig sind sie aber ausschliesslich für Uber. Allerdings zu noch schlechteren Bedingungen als Fahrer, die direkt mit Uber abrechnen. Drei solche Firmen sind mittlerweile bekannt: Star Limoluxe, Pégase ¬Léman und Diagne Limousine. Alle drei operierten bis vor kurzem in Genf. (…). Christian Egg.
Work online, 2.3.2018.
Personen > Egg Christian. Uber. Subunternehmen Work online, 2018-03-02.
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16.02.2018 Schweiz
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Work
Christian Egg
Elektriker
GAV
Vertragsverhandlungen
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Elektrikerchefs ausser Rand und Band: Sie wollen 44-Stunden-Woche. Die Stromerchefs fahren frontal: Gleich am ersten Tag der GAV-Verhandlungen kam es deshalb zum Eclat. Eigentlich wollten Gewerkschaften und Arbeitgeber am 30.Januar zum ersten Mal über den neuen Elektriker-Gesamtarbeitsvertrag (GAV) verhandeln. Der geltende Vertrag läuft Mitte 2019 aus. Doch es kam anders. Unia-Vizechef und Verhandlungsleiter Aldo Ferrari fasst zusammen: „Das Treffen hat nicht lang gedauert. Wir konnten gar nicht richtig verhandeln“. Grund waren die völlig überdrehten Forderungen der Patrons unter Verbandspräsident Michael Tschirky: Er will die Arbeitszeit von 40 auf 44 Stunden ausweiten - ohne auch nur einen Franken mehr Lohn zu bezahlen. Und er will den Mindestlohn nach der Lehre (derzeit 4525 Franken für Elektromonteurinnen und -monteure) abschaffen. Erst nach einem Jahr Berufspraxis solle überhaupt ein Mindestlohn gelten. so die Idee der Arbeitgeber. Bigler lässt grüssen. Unia-Mann Ferrari stellt nun klar: „Auf dieser Basis können wir nicht verhandeln» Aus den Forderungen höre man eindeutig die forschen Töne des Gewerbeverbandes. Im November hatte der oberste Gewerbler. Hans-Ulrich Bigler (FDP), die 50-Stunden-Woche gefordert. Ferrari: „Es war offensichtlich: Die Patrons haben die politische Position des Gewerbeverbands vertreten, anstatt gemeinsam mit den Sozialpartnern die Branche vorwärtszubringen.“ Verhandlungsleiter Tschirky ist schliesslich nicht nur Zentralpräsident des (…). Christian Egg.
Work, 16.2.2018.
Personen > Egg Christian. Elektriker. Vertragsverhandlungen. Work, 2018-02-16.
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02.02.2018 Schweiz
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Work
Zalando
Christian Egg
Lohndumping
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Zalando
Das Zalando-Subunternehmen arbeitet auch für Coop und die UBS. MS Direct: Neue Tricks und faule Ausreden. MS Direct ist berüchtigt als Subunternehmen für den Internethändler Zalando. Jetzt kommt aus: die Firma behandelt auch die Callcenter-Angestellten schlecht. Nur gerade 17 Franken Stundenlohn und exakt 80 Sekunden Zeit, um ein Zalando-Kleidungsstück zu reinigen, korrekt zusammenzufalten und wieder zu verpacken: Unter diesen Bedingungen arbeiten etwa 120 Angestellte in der Ostschweiz (Work berichtete). Ihr Arbeitgeber ist nicht der Internethändler Zalando, sondern die Schweizer Firma MS Direct. Sie betreibt auch Callcenter, etwa für Coop oder die Grossbank UBS. Nach dem Work-Artikel meldeten sich mehrere ehemalige Angestellte des Callcenters in Feldmeilen am Zürichsee. Ihre Berichte zeigen: MS Direct zahlt nicht nur miese Löhne. Die Firma versucht auch mit allerlei Tricks und Ausreden, den Angestellten Lohn vorzuenthalten. Noch 3’400 Franken Lohn. Zum Beispiel Barbara Steck*. Für die Arbeit im Callcenter bekam sie 4150 Franken brutto. Doch nach drei Jahren beschied ihr die Firma, man werde sie künftig nur noch im Stundenlohn beschäftigen. „Sie sagten mir: Entweder du unterschreibst das, oder du kannst gehen.“ Rund 22 Franken verdiente sie ab dann in der Stunde. Ferien- und Feiertagsentschädigung schon mitgerechnet. Aber anders als vorher wurde sie nicht mehr zu hundert Prozent beschäftigt. Oft sei sie schon mitten am Nachmittag heimgeschickt worden, sagt sie zu Work. „Oder ich machte Mittagspause, (…).  Christian Egg.
Work online, 2.2.2018.
Personen > Egg Christian. Zalando. Work online, 2018-02-02.
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19.01.2018 Schweiz
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Velokurier
Work
Christian Egg
Arbeitsvertrag
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Notime-Velokurier Dominique Grimm freut sich: „Endlich sind wir fair angestellt”. Ein Jahr lang mussten sie ringen, doch nun erhalten die Fahrerinnen und Fahrer vom Velokurierdienst Notime einen anständigen Lohn - und nachträglich die Sozialabgaben. „Das ist super, der Einsatz hat sich gelohnt“, sagt Fahrerin Dominique Grimm. Fast ein Jahr lang hat sie dafür gekämpft, dass ihr Arbeitgeber Notime sie regulär und zu guten Bedingungen anstellt. Nun haben Grimm und ihre Kolleginnen und Kollegen mit Notime eine Vereinbarung unterzeichnet, die alle strittigen Punkte klärt. Notime liefert per Velokurier Waren aus, etwa für Manor oder den Onlinehändler Brack. Seit der Gründung 2015 ist die Firma rasch gewachsen und beschäftigt derzeit rund 400 Fahrerinnen und Fahrer. Die meisten davon bis vor kurzem als Scheinselbständige. Das heisst: keine Ferien, keine Unfallversicherung, keinen Lohn, wenn sie krank waren. Und die Firma bezahlte für sie auch keine Sozialabgaben - genau wie der Dumping-Taxidienst Uber. Jetzt zahlt Notime. Damit ist jetzt Schluss. Alle Notime-Beschäftigten haben einen Arbeitsvertrag bekommen. Mehr noch: Die Beiträge der Sozialversicherungen zahlt Notime auch rückwirkend, und zwar den Arbeitgeber- und den Arbeitnehmeranteil. Bis sie die Chefs davon überzeugen konnten, brauchten Dominique Grimm und ihre Mitstreiter viel Ausdauer. Die 20jährige, die sich mit Kurierfahrten ihr ETH-Studium verdient: „Wir mussten die Leute zuerst dazu bringen, dass sie sich überhaupt für diese Fragen interessieren.“ (…). Christian Egg.
Work, 19.1.2018.
Personen > Egg Christian. Velokuriere. Arbeitsvertrag. Work, 2018-01-19.
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19.01.2018 Schweiz
Personen
Velokurier
Work
Christian Egg
Arbeitsvertrag
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Notime-Velokurier Dominique Grimm freut sich: „Endlich sind wir fair angestellt”. Ein Jahr lang mussten sie ringen, doch nun erhalten die Fahrerinnen und Fahrer vom Velokurierdienst Notime einen anständigen Lohn - und nachträglich die Sozialabgaben. „Das ist super, der Einsatz hat sich gelohnt“, sagt Fahrerin Dominique Grimm. Fast ein Jahr lang hat sie dafür gekämpft, dass ihr Arbeitgeber Notime sie regulär und zu guten Bedingungen anstellt. Nun haben Grimm und ihre Kolleginnen und Kollegen mit Notime eine Vereinbarung unterzeichnet, die alle strittigen Punkte klärt. Notime liefert per Velokurier Waren aus, etwa für Manor oder den Onlinehändler Brack. Seit der Gründung 2015 ist die Firma rasch gewachsen und beschäftigt derzeit rund 400 Fahrerinnen und Fahrer. Die meisten davon bis vor kurzem als Scheinselbständige. Das heisst: keine Ferien, keine Unfallversicherung, keinen Lohn, wenn sie krank waren. Und die Firma bezahlte für sie auch keine Sozialabgaben - genau wie der Dumping-Taxidienst Uber. Jetzt zahlt Notime. Damit ist jetzt Schluss. Alle Notime-Beschäftigten haben einen Arbeitsvertrag bekommen. Mehr noch: Die Beiträge der Sozialversicherungen zahlt Notime auch rückwirkend, und zwar den Arbeitgeber- und den Arbeitnehmeranteil. Bis sie die Chefs davon überzeugen konnten, brauchten Dominique Grimm und ihre Mitstreiter viel Ausdauer. Die 20jährige, die sich mit Kurierfahrten ihr ETH-Studium verdient: „Wir mussten die Leute zuerst dazu bringen, dass sie sich überhaupt für diese Fragen interessieren.“ (…). Christian Egg.
Work, 19.1.2018.
Personen > Egg Christian. Velokuriere. Arbeitsvertrag. Work, 2018-01-19.
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14.12.2017 Schweiz
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Tankstellenshops
Work
Christian Egg
GAV
Tankstellenshops
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Endlich gibt’s den Tankstellen-GAV. Verkäuferin Dehlia Gaugaz freut’s. Das wurde auch Zeit. Nach zwei Jahren Wartezeit tritt der Gesamtarbeitsvertrag für Tankstellenshops in Kraft. Ab Februar gelten Mindestlöhne und verbindliche Regeln. Tankstellenverkäuferin Gaugaz ist begeistert: „Darauf mussten wir jetzt lange warten. Endlich ist der GAV da!“ Diese Woche hat der Bundesrat beschlossen, den Gesamtarbeitsvertrag für Tankstellenshops auf den ersten Februar 2018 in Kraft zu setzen – mehr als zwei Jahre nachdem sich die Sozialpartner auf den Vertrag geeinigt hatten. Damit gelten neu verbindliche Mindestlöhne: In den meisten Kantonen 4100 Franken für Beschäftigte mit dreijähriger Berufslehre und 3700 Franken für Ungelernte. In fünf Kantonen mit tieferem Lohnniveau, dar unter das Wallis und der Thurgau, sind die Löhne je hundert Franken tiefer. Nur noch fixe Arbeitszeiten. Unia-Mitglied Gaugaz, die bei Coop Pronto arbeitet, freut sich am meisten über eine weitere Regelung im neuen Vertrag: Demnach haben alle, auch Teilzeitangestellte, Anrecht auf eine fixe wöchentliche Normalarbeitszeit. Ein grosser Fortschritt für sie und ihre Kolleginnen und Kollegen, sagt die 29jährige Walliserin, die in Ramsei BE wohnt: „Bei uns haben alle variable Teilzeitverträge.“ Bei ihr sind es 40 bis 60 Prozent. Das hat Folgen: „Ich weiss nie, wie viel Lohn ich bekomme. Manchmal sind es 500 Franken weniger als im Monat zuvor.“ Es sei auch schon vorgekommen, dass sie, entgegen ihrem Vertrag, 80 Prozent arbeiten musste – etwa ...). Christian Egg.
Work online, 14.12.2017.
Personen > Egg Christian. Tankstellenshops. GAV. Work online, 2017-12-14.
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