Gewerkschaftschronik
 Textverzeichnis minimieren

Sie sind hier: Textverzeichnisse > Person > Hans Neumann
Suchen Ortsverzeichnis Kapitelverzeichnis Personenverzeichnis Stichwortverzeichnis  

       
 
   
Anzahl gefundene Artikel: 24

1
 DatumOrtKapitelPersonenStichworteArtikel
21.02.1961 Schweiz
Bildungsarbeit
Gewerkschaftliche Rundschau
Personen
SABZ
Bruno Muralt
Hans Neumann
Nachruf
Todesfall
Volltext
Abschied von Hans Neumann. Am 24. Februar haben wir für immer Abschied genommen von Hans Neumann. Ein Abschied, auf den keiner gefasst war. Als er uns in den ersten Januartagen Lebewohl sagte, um sich im Spital einer gründlichen Untersuchung unterziehen zu lassen, da haben wir auch nicht einen Augenblick daran gedacht, es könnte ein Lebewohl für immer sein. Hat er selber es besser gewusst? Es würde uns nicht erstaunen. Nicht dass er geklagt hätte. Aber er sah müde aus, und was uns eigentlich hätte aufhorchen lassen müssen: er gab sich auch kaum Mühe, es zu verbergen. Zum erstenmal schien er sich einem Schicksal zu ergeben, das stärker war als er. Das war ungewöhnlich bei diesem Kämpfer, dem - so schien es jedenfalls - niemand und nichts etwas anhaben konnte: keine körperliche oder geistige Leistung, aber auch keine persönlichen oder beruflichen Enttäuschungen, die ihm nicht erspart geblieben sind. „Noch letztes Jahr hat er mit uns einen Ausflug auf die steile ,Wysse Fluh' (am Rigi) unternommen“, erzählte uns ein Schüler der Arbeiterschule. „Er ist immer an der Spitze marschiert. Es war gar nicht leicht, mit ihm Schritt zu halten.“ Mit diesen Sätzen hat uns unser Kollege vielleicht unbewusst den Schlüssel zu Hans Neumanns Wesen und Wirken vermittelt. Er ist stets an der Spitze marschiert, ohne Rücksicht auf sein Alter oder irgendwelche persönlichen Bedürfnisse oder Schwächen. (…). Bruno Muralt.
Bildungsarbeit, Heft 2, März 1961.
Personen > Neumann Hans. Nachruf Bruno Muralt. Bildungsarbeit, März 1961.
Ganzer Text
01.01.1960 Schweiz
Bildungsarbeit
Personen
Hans Neumann
Arbeiterbildung
Lokal
Volltext
Brief an einen Gewerkschaftsfunktionär. Nun sind die beiden Kursabende um, für die Du mich zur Mitwirkung verpflichtet hast. Die Teilnehmer folgten aufmerksam und sichtlich interessiert. Schade nur, dass sie sich nicht noch aktiver zu Wort gemeldet haben. Man müsste solch ein Thema1 eigentlich studienkreismässig behandeln. Heute schreibe ich Dir aber wegen eines Anliegens, das Dich, wie mir scheint, nicht so sehr bedrängt. Ich meine Euer Kurslokal. Hast Du es überhaupt je einmal mit kritischem Blick betrachtet? In dem nicht sehr geräumigen Lokal stehen drei Spielautomaten, die Wände sind „geschmückt“ mit mächtigen historischen Vereinsphotos, Lorbeerkränzen und dergleichen Siegeszeichen, Bier- und anderer Reklame. Der Boden ist schwärzlich und der Raum erfüllt von Bier- und Tabakdunst. Durch die Faltwand dringt gedämpft der Wirtschaftsbetrieb. Zwischenhinein taucht die Serviertochter auf, verhandelt über Getränke, serviert und stört die Kursarbeit. In dieser trüben Atmosphäre sollen nun die Teilnehmer ihre Gedanken konzentrieren, geistige Arbeit leisten, sich über den Alltag erheben. Glaubst Du, dass das möglich ist? Hier können zwar anspruchslose Leute ihr Bier trinken und einen Jass klopfen, aber eine Bildungsstätte ist das nicht. (…). Hans Neumann.
Gewerkschaftliche Rundschau, Heft 1, Januar 1960.
Bildungsarbeit > Lokal. Einrichtung. Bildungsarbeit, Heft 1, Januar 1960.
Ganzer Text
01.07.1959 Schweiz
Bildungsarbeit
Personen
Frans Masereel
Hans Neumann
Arbeiterbildung
Holzschnitt
Veranstaltung
Volltext
Werbung
Werbung für Bildungsveranstaltungen. Jeder intelligente Ladenbesitzer macht bessere Reklame als die meisten Bildungsausschüsse. Wer wollte die Richtigkeit dieser an einer Bildungskonferenz gemachten Feststellung bestreiten? Nun ist es nicht dasselbe, für Waren Reklame zu machen, die jeder zur Fristung seines Lebens bedarf oder „nun“ Geistesprodukte anzubieten, die mancher glaubt ohne Schaden entbehren zu können. Immerhin, in beiden Fällen geht es darum, die Menschen zu interessieren und sie zu einem Entschluss zu bewegen. In unserem Fall zum Entschluss, sich an einer bestimmten Bildungsveranstaltung zu beteiligen, zum Entschluss, unsere Veranstaltung den vielen andern ebenfalls angebotenen vorzuziehen, Müdigkeit und Trägheit zu überwinden und am Abend noch einmal auszugehen. Wir müssen also das Interesse durch unsere Propaganda wecken. Aber Reklame ist teuer und unsere Kasse mager, wird man uns entgegnen. Wir glauben aber, dass gute Ideen für eine wirksame Propaganda noch viel wichtiger sind als Geld. Wir überlegen uns: Die Veranstaltung wird nach der Reklame beurteilt. Unansehnliche, billig aussehende, vervielfältigte Einladungsschreiben bleiben ohne jede Werbewirkung. Auch derartige Einladungsschreiben müssen sauber ausgeführt sein, einen guten Eindruck erwecken, um werbend wirken zu können. Mit Holzschnitt von Frans Masereel. Hans Neumann
Bildungsarbeit, Heft 4, Juli 1959.
Bildungsarbeit > Arbeiterbildung. Werbung. Bildungsarbeit, Juli 1959.
Ganzer Text
01.05.1959 Schweiz
Bildungsarbeit
Personen
Hans Neumann
Arbeiterschule
Kurs
Volltext
„Schulschluss“. Aus der Schlussansprache an einem Kurs der Schweizer Arbeiterschule. Werte Kollegen! Unsere Kursgemeinschaft löst sich heute auf. Nächste Woche steht ihr wieder auf dem Bauplatz, im Sekretariat oder am Schraubstock in euer Alltagsarbeit. Ihr erwartet darum wohl eine Schlussansprache des Kursleiters. Was soll ich euch sagen? Es taucht die Erinnerung auf an ein Erlebnis, das ich in den dreissiger Jahren hatte. Damals schickte die Arbeiterbildungszentrale hin und wieder einzelne Kollegen. an eine deutsche Volkshochschule. Einmal kam ein junger Plattenleger von solch einem Bildungsgang zurück mit den Worten: „Es war grossartig, jetzt weiss ich alles, nun könnt ihr mich alles [ragen!“ Es wäre meine grösste Enttäuschung, wenn auch nur ein einziger von uns nach diesen acht Wochen so daherreden würde. Wahre Erkenntnis macht bescheiden! Sie lässt uns bewusst werden, wie wenig wir im Grunde wissen und was wir alles wissen sollten, ja, manchmal entmutigt uns dieses Erkennen unserer Bildungslücken geradezu. Aber ich wäre ebenso enttäuscht, wenn der Kurs nicht auch helfen würde, die Minderwertigkeitsgefühle zu überwinden, unter denen fast jeder Arbeiter leidet, die ihn hemmen und unsicher werden lassen. Trotz aller schon zeitmässigen Unzulänglichkeiten habt ihr eine Schulung, oder sagen wir richtiger Weiterbildung genossen, über die heute erst wenige Vertrauensleute verfügen. Diese Ausbildung sollte zu einem gesunden Selbstbewusstsein verhelfen. (…). Hans Neumann.
Bildungsarbeit, Heft 3, Mai 1959.
Bildungsarbeit > Arbeiterschule. Hans Neumann. Bildungsarbeit, Mai 1959.
Ganzer Text
01.07.1958 Schweiz
Bildungsarbeit
Personen
Emil Greber
Hans Neumann
Elternabend
Holzschnitt
Volltext
Am runden Tisch. Es war in einer grösseren Gemeinde des Oberlandes. Das Thema „Elternhaus und Schule“ lag in der Luft und sollte darum vom Bildungsausschuss behandelt werden. Wen wollte man aber als Referenten herholen? Einen Lehrer? Wird er aber nicht die Dinge nur durch seine Lehrerbrille, also einseitig betrachten? Aber auch eine Mutter oder ein Vater, sofern sie sich überhaupt vor einer Zuhörergemeinde zu sprechen getrauten, wären wohl einseitige Redner. Wenn wir aber den Gemeinderat, der das Schulwesen betreut, als Referenten geholt hätten, was weiss er schon von den kleinen Sorgen von Eltern und Lehrern? Er hat den Kopf voller Schulhausprojekte. Nun hätten wir zwar einen kompetenten Pädagogen, einen Mann von Rang und Ruf, kommen lassen können. Aber gerade das wollten wir nicht. Wer getraut sich, wenn solch eine Kapazität geradezu „erschöpfend“ gesprochen hat, in der anschliessenden Diskussion das Wort zu ergreifen, gar eine andere Meinung zu vertreten? Dazu befürchteten wir seinen Honoraranspruch. So beschlossen wir denn, einen „runden Tisch“ durchzuführen. (…). Hans Neumann.
Bildungsarbeit, Heft 4, Juli 1958.
Personen > Neumann Hans. Arbeiterbildung. Elternabend. Bildungsarbeit, Juli 1958.
Ganzer Text
13.04.1958 Schweiz
Personen
SABZ
Volksrecht
Hermann Leuenberger
Hans Neumann
Arbeitsvertrag
Unfallversicherung
Volltext
Weiterbildung
Werbung

Gewerkschaftlicher Wochenkurs. Die SABZ führt ihren zweiten Frühjahrskurs von Sonntag, den 13. April, bis Samstag, den 19. April 1958, im Kurhaus Hasenstrick im Zürcher Oberland durch. Zur Behandlung stehen folgende Themen: (...). Einladung SABZ Schweiz.

 

Volksrecht. Freitag, 14.3.1958.

 

Ganzer Text

01.12.1957 Schweiz
Gewerkschaftliche Rundschau
Personen
SABZ
Hans Neumann
Filme
Filmvorführung
Jubiläum
Volltext
25 Jahre Filmdienst der SABZ. Es sind nun gerade 25 Jahre her, seit die Schweizerische Arbeiterbildungszentrale (SABZ) den Film in ihren Dienst gestellt hat. Zwar hat schon vorher der weise Philosoph August Huggler, damals Sekretär der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz, die Arbeiterorganisationen bereist mit seiner geheimnisvollen, schwarzen, nicht ganz feuersicheren Filmapparatur. Er hat sein Publikum mit spärlichen Dokumentar- und Spielfilmen gut unterhalten und nebenher auch aufgeklärt. Aber vor 25 Jahren begann dann unsere schweizerische Arbeiterbildungsinstitution einen eigenen Bestand von Filmen anzulegen, die in unterhaltsamer Weise belehren und ein belebendes, neues Element in unsere Bildungsveranstaltungen und unser VersammlungsIeben brachten. Schon August Huggler ging die Erkenntnis auf, dass der heutige Mensch nicht so sehr belehrt als durch Bild und Musik unterhalten sein will. So zeigte er den inzwischen klassisch gewordenen Murnau-Film „Der letzte Mann“». In bewegten, dramatischen, aber auch künstlerisch gestalteten Bildern zog da das traurige, ausweglose Schicksal des alt gewordenen Angestellten vor den zahlreichen bildhungrigen Zuschauern vorüber. Da brauchte es keines langen Vortrages mehr, um die Leute von der Notwendigkeit einer AHV zu überzeugen. (…). Hans Neumann.
Gewerkschaftliche Rundschau, Heft 12, Dezember 1957.
SABZ > Filmdienst. Jubiläum. Rundschau, Heft 12, Dezember 1957.
Ganzer Text
01.04.1957 Schweiz
Bildungsarbeit
Gewerkschaftliche Rundschau
Personen
Hans Neumann
Max Weber
Bildungsarbeit
Volltext
Max Weber und die Arbeiterbildung. Mit dem 2. August 1957 hat nun auch Max Weber 60 seiner Lebensjahre hinter sich. Das ist ein erwünschter Anlass für die Schweizerische Arbeiterbildungszentrale, seiner Leistungen für das Arbeiterbildungswesen dankbar zu gedenken. Sie hat dazu gute Gründe. Anfangs des Jahres 1927 begann ein neuer Lebensabschnitt unserer SABZ. Damals wurde Dr. Max Weber als ihr erster halbamtlicher Sekretär gewählt. Zwar hatte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Redaktor des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes ausreichend Werg an der Kunkel. Aber die ganz ungewöhnliche Arbeitskraft und die hohen und vielseitigen geistigen Fähigkeiten, die Max Weber bis auf diesen Tag eigen sind, ließen ihn nun auch in diesem neuen Aufgabengebiet ganze Arbeit leisten. Die SABZ erhielt den Grundriss, auf dem sich seither ihr Aufbau vollzog. Max Weber war, seit er im bewegten Jahre 1919 zur Arbeiterbewegung stiess, ein Lernender, aber auch ein unermüdlich, ja leidenschaftlich Lehrender. Ihm war stets bewusst, dass die Kraft der Arbeiterbewegung nicht allein in hohen Mitgliederzahlen besteht, sondern in der Aufgeklärtheit, der geistigen Reife und dem sittlichen Gehalt ihrer Träger. Gelingen und Stagnation sind auch in der Arbeiterbewegung weitgehend eine Menschenfrage. Wie Max Weber die Arbeiterbildung versteht, hat er bereits im Jahre 1927 in einem Artikel in der „Bildungsarbeit“ dargelegt. (…). Hans Neumann.
Bildungsarbeit, Heft 4, April 1957.
Personen > Weber Max. Gratulation Hans Neumann. Bildungsarbeit, April 1957.
Ganzer Text
01.03.1957 Schweiz
Gewerkschaftliche Rundschau
Personen
Bruno Muralt
Hans Neumann
Arbeiterschule
Gewerkschaftliche Rundschau
Volltext
Zu Hans Neumanns 60. Geburtstag. Am 8. März konnte Hans Neumann seinen 60. Geburtstag feiern. Der Zufall wollte es, dass er ihn nicht zu Hause, sondern im Kreise seiner Schüler an der Schweizer Arbeiterschule „gefeiert“ hat. „L'hasard fait souvent bien les choses“, sagen die Franzosen. Diesmal jedenfalls ist es ein glücklicher Zufall. Denn erstens gäbe es für Hans Neumann keinen bessern Ort, sein 60. Wiegenfest zu begehen, als gerade die Arbeiterschule, die zu einem guten Teil „seine“ Schule ist und für die er immer und immer wieder unermüdlich gekämpft hat. Und zweitens können wir so von seiner Abwesenheit im Sekretariat der Arbeiterbildungszentrale profitieren, um ihm in der „Bildungsarbeit“ ein paar anerkennende Worte zu widmen! Mit gutem Gewissen. Denn keiner, der ihn wirklich kennt, wird ihm diese Anerkennung versagen. 1932 ist Hans Neumann in das Sekretariat der Schweizerischen Arbeiterbildungszentrale eingezogen, als erster vollamtlicher Sekretär. Und ist viel mehr geworden: die Seele und der nimmermüde, stets vorwärtstreibende Motor unserer Arbeiterbildungszentrale. Denn das dürfen wir hier einmal sagen: es brauchte einen starken, unermüdlichen Motor, um bei uns das Gefährt der Arbeiterbildung richtig in Schwung zu bringen. (…). Bruno Muralt.
Gewerkschaftliche Rundschau, Heft 2, März 1957.
Personen > Neumann Hans. 60. Geburtstag. Rundschau, März 1957.
Ganzer Text
01.05.1956 Gersau
Schweiz
Bildungsarbeit
Personen
SABZ
Hans Neumann
Arbeiterschule
Jubiläum
Volltext
Zehn Jahre Arbeiterschule. Nun zählen wir schon zehn Jahre, seit Prof. Max Weber der Schweizerischen Arbeiterbildungszentrale, deren Sekretariat er früher geleitet hat, durch eine grosszügige Spende die Gründung der Schweizerischen Arbeiterschule ermöglichte. Die Spende wurde zum Grundstein der noch im selben Jahr errichteten Stiftung Schweizer Arbeiterschule, welche die neue Bildungsinstitution trägt. Obschon uns ein zweckmässig eingerichtetes Bildungsheim und vollamtliche Lehrkräfte fehlten, ohne die man sich im Ausland eine Arbeiterhochschule kaum denken kann, haben wir ohne Säumen mit der Arbeit begonnen. Der Anfang war, was die äussere Ausrüstung betrifft, recht ärmlich. Eine Wandtafel und zwei Bücherkisten waren so ziemlich alles, was wir in den stillen Winkel im Emmental mitnahmen. Hier, im hinteren Sälchen eines Landgasthofes, besammelten sich vom 6. Mai bis 1. Juni 1946 erstmals eine Schar von 16 wissbegierigen Gewerkschaftsfunktionären und Vertrauensleuten. (…). Hans Neumann.
Bildungsarbeit, Heft 3, Mai 1956.
Bildungsarbeit > Arbeiterschule. Jubiläum. Bildungsarbeit, Mai 1956.
Ganzer Text
01.01.1955 Schweiz
1. Mai Schweiz
Bildungsarbeit
Personen
Hans Neumann
1. Mai Schweiz
Programm
Volltext
Anregungen für Maifeiern. Wir sollten jede Gelegenheit ausnützen, um auf den tiefern Sinn der Arbeiterbewegung hinzuweisen. Wie können wir Treue zur Bewegung erwarten, Opferbereitschaft, ja Begeisterung, wenn dem Einzelnen nicht bewusst ist, dass über Lohnforderungen, Wahlkämpfen und all den andern nicht immer erfreulichen Tagesaufgaben die Arbeiterbewegung weiter gesteckte Ziele verfolgt? Erst die Ueberzeugung, einer Bewegung anzugehören, die kämpft für soziale Gerechtigkeit, für wahre Freiheit, für ein Leben ohne Furcht und bedrückende Existenzsorgen, schafft eine tiefere Bindung. Im normalen Gang des Versammlungslebens ergeben sich verhältnismässig selten Gelegenheiten, den ideellen Gehalt der Arbeiterbewegung aufleuchten zu lassen. Der 1. Mai aber ist der Feiertag der Arbeiterschaft, von dem mehr oder weniger bewusst jeder Arbeiter mehr erwartet als nur eine Rede über Angelegenheiten der Tagespolitik. Es ist wohl die erfreulichste Aufgabe im Jahresprogramm eines Bildungsausschusses, eine gehaltvolle, Geist und Gemüt gleichermassen ansprechende 1.-Mai-Feier durchzuführen. (…). Hans Neumann.
Bildungsarbeit, Heft 1, Januar 1955.
1. Mai Schweiz > Programmgestaltung 1. Mai. Bildungsarbeit, Januar 1955.
Ganzer Text
01.01.1955 Schweiz
Bildungsarbeit
Personen
SABZ
Hans Neumann
Arbeiterschule
Lehrplan
Volltext
Aufgaben und Methoden. Aus der Begrüssungsansprache bei Eröffnung eines Kurses der Schweizer Arbeiterschule. Werte Kollegen! Wir alle sind Mitarbeiter der Arbeiterbewegung. Wir leisten Arbeit und tragen Verantwortung. Wir tun das aus innerem Antrieb, aus einem inneren Verpflichtetsein und Verbundensein mit der Bewegung. Wir möchten noch mehr leisten, Besseres leisten. Wir spüren auch die Gefahr, blosse Routiniers zu werden, „Funktionäre“, die funktionieren, die ihre Aufgabe mit Gewandtheit „schmeissen“, von denen aber keine lebendigen Wirkungen ausgehen und die zur geistigen Orientierung nicht beitragen können, weil sie keinen eigenen Standort haben. Wir sehen ein, dass wir mit blosser Gewandtheit und praktischer Erfahrung allein nicht durchkommen, wenn wir unseren Aufgaben wirklich gewachsen sein wollen. Den Kenntnissen, die wir uns durch die praktische Mitarbeit erwerben, fehlt vielfach die Grundlage. Das fühlt jeder von uns, und er leidet mehr oder weniger bewusst darunter. Die Minderwertigkeitsgefühle, die daraus erwachsen, lassen uns nicht zu voller und ungehemmter Wirksamkeit kommen. Es ist euch vielleicht so gegangen wie mir. (…). Hans Neumann.
Bildungsarbeit, Heft 1, Januar 1955.
Bildungsarbeit > Arbeiterschule. Lehrplan. Bildungsarbeit, Januar 1955.
Ganzer Text
01.09.1945 Schweiz
Gewerkschaftliche Rundschau
Personen
SABZ
Hans Neumann
Arbeiterbildung
Arbeiterschule
Gründung
Volltext
Eine schweizerische Arbeiterschule. Wenn nicht alle Zeichen täuschen, so steht die schweizerische Arbeiterbewegung in einer Periode des Aufschwungs. Innert einiger Jahre haben Zehntausende von Arbeitern die Reihen der Gewerkschaften verstärkt. In bisher unerschlossenen Gebieten entstehen Arbeiterorganisationen. Die Wähler schicken die Vertreter der Sozialdemokratie als stärkste Fraktion in die eidgenössischen Räte. Die Geschichte der letzten 25 Jahre hat allerdings eindrücklich gezeigt, dass hohe Mitgliederzahlen und Wählerziffern noch kein zuverlässiger Gradmesser für die wirkliche Stärke einer Bewegung sind. Der äussere Aufstieg der Arbeiterbewegung muss darum, wenn er dauernd wirksam werden soll, von einer innern Vertiefung gefolgt sein. Noch mehr Mitarbeiter sind nötig, die nicht nur durch ihr Geltungsbedürfnis, sondern durch ihre Gesinnung mit der Arbeiterbewegung verbunden sind. Die komplizierter gewordenen und vermehrten Aufgaben der Arbeiterbewegung verlangen vor allem auch eine bessere geistige Ausrüstung der Vertrauensleute und Funktionäre. Ja, man darf sagen, dass die Arbeiterbewegung nur dann ihre Aufgabe lösen kann, wenn sie ausser der organisatorischen Stärke über genügend geistige Kräfte verfügt. Unsere Bildungseinrichtungen müssen darum besser ausgebaut werden. (…). Hans Neumann.
Gewerkschaftliche Rundschau, No. 9, September 1945.
Personen > Neumann Hans. Arbeiterschule. Programm. Rundschau, Sept. 1945.
Ganzer Text
01.05.1944 Schweiz
1. Mai Schweiz
Gewerkschaftliche Rundschau
Personen
SABZ
Hans Neumann
1. Mai Schweiz
Programme
Veranstaltung
Volltext

Ratschläge für Maifeiern. Anfangs Februar. Ein verspäteter Winter wirbelt die Schneeflocken übers öde Land. Wer wagt von Frühling zu reden? Die Kulturorganisationen der Arbeiterschaft aber beginnen bereits zu rüsten für eine würdige Begehung des 1. Maientages. Der Anbruch eines Völker-Maien kann freilich nicht mit jener kalendermässigen Gewissheit vorausgesagt werden, wie sie für die Natur gilt. Immerhin beginnt trotz all dem Entsetzlichen, das noch immer Tag um Tag auf allen Kriegsschauplätzen geschieht, die Hoffnung durchzubrechen, dass der Friede und nach Ueberwindung der düstern Gewalten auch der Anbruch eines Völkerfrühlings nicht mehr so fern sei. Diese Vorfrühlingsstimmung, gemischt aus Hoffnung und Furcht, Zuversicht und ernster Ueberlegung liegt auch über der Arbeiterschaft unseres Landes. Sie spürt, dass grosse Entscheidungen bevorstehen, die der sozialen Vorwärtsentwicklung auch in unserem Lande neue Kräfte zuführen werden. Aber über diese Zukunftserwartungen ziehen die Wolken drohender Arbeitslosigkeit. In dieser ungewissen Zeitlage müssen die Maifeiern umso mehr zu erhebenden, aufmunternden und die Gesinnung stärkenden Gemeinschaftserlebnissen werden. In den grösseren Orten muss zu dem offiziellen Anlass und Umzug eine Abendfeier. (…). Hans Neumann.

Gewerkschaftliche Rundschau. Bildungsarbeit, Heft 1, Februar 1944.

Personen > Neumann Hans. 1.-Mai-Programme. Bildungsarbeit, Heft 1, Februar 1944.

Ganzer Text

14.02.1941 Biel
Archiv GBLS Biel
Gewerkschaftskartell Biel
Personen
Max Felser
Hans Neumann
Hans Pulver
Ernst Von Ins
Gewerkschaftskartell Vorstand Protokolle
Landesverteidigung
SP Biel
Volltext
Weihnachts-Aktion

Gewerkschaftskartell Biel. Vorstandssitzung 14. Februar 1941

Traktanden: 1. Appell, 2. Protokoll, 3. Korrespondenzen und Mitteilungen, 4. Sekretariatsbericht, Vertrauensmännerkurs vom 30. März, 6. Weihnachtsaktion 1940, Bericht, 7. Unvorhergesehenes

Vorsitz: Präsident Josef Flury. Entschuldigt abwesend sind die Kollegen Voutat wegen Krankheit, Karl Meierhans, Schneiter, Max Felser wegen Sitzungen.

 

1. Appell. Der Präsident begrüsst die Kollegen Sandmeier und Emil Brändli, die aus dem Militärdienst zurück sind. Ebenfalls Kollege Paul Fell, der sich von seiner Krankheit erholt hat. 
2. Protokoll. Nichts.
3. Korrespondenzen und Mitteilungen. Nach einem kurzen Bericht über die Vertrauensmänner-Konferenz in Bern gibt der Präsident Aufschluss über den Verlauf einer Sitzung mit dem Parteivorstand, an der die Kollegen Josef Flury und Jakob Brunner als Vertreter des Kartell-Büros teilgenkommen haben, zwecks Vorbesprechung der stadträtlichen Kommissionswahlen.
 
Kollege Paul Fell verurteilt die Machenschaften der Partei und wie Kollege Emil Brändli der Zutritt in die Geschäftsprüfungs-Kommission entgegen den Absichten des Kartellvorstandes verwehrt worden ist. Er ist der Ansicht, dass Kollege Emil Brändli dennoch das Amt als Fraktionschef hätte annehmen sollen. 

Gewerkschaftskartell Biel. Vorstand. Protokolle 1936-1946. Protokollbuch, gebunden, Handschrift. Archiv GBLS Biel.

Ganzer Text

01.07.1937 Schweiz
Bildungsarbeit
Personen
SABZ
Hans Neumann
Arbeiterbildung
Bildungsarbeit
Volltext

Hat der Arbeiter von heute ein Bildungsbedürfnis? Um diese weitgreifende und wichtige Frage gründlich beantworten zu können, müsste man sich vor allem begrifflich darüber klar werden, was unter Bildung verstanden werden soll. Ist Bildung eine gewisse Gediegenheit des Lebensstils oder ist es das Mass des Wissens? Vielfach betrachtet man beides als Merkmale der Bildung und sieht etwa im Akademiker den Typus des gebildeten Menschen. Vielleicht wurde diese oberflächliche Bewertung durch den Weltkrieg und vor allem durch die Erscheinung des Faschismus erschüttert. In Deutschland haben auch die sogenannten gebildeten Schichten geschwiegen und schweigen heute noch zu sadistischen Menschenquälereien und zur Unterdrückung jeder geistigen Freiheit. „Gebildete“ entwürdigen sich dazu, diesem unmenschlichen Regime pseudowissenschaftliche Rechtfertigungen und Ideologien zu liefern Wenn auch unklar, so fühlt jeder Mensch, dass Bildung und Faschismus in Widerspruch zueinander stehen, dass Bildung eine Bejahung der Geistigkeit bedeutet und eine höhere menschliche Bestimmung in sich schliesst. (…). Hans Neumann,

Bildungsarbeit, Heft 4, Juli 1937.

Personen > Neumann Hans. Arbeiterbildung. Bildungsarbeit, Heft 4, Juli 1937.

Ganzer Text

01.05.1937 Schweiz
Bildungsarbeit
Gewerkschaftliche Rundschau
Personen
SABZ
Hans Neumann
Arbeiterbildung
Bildungsarbeit
Bildungsausschuss
Volltext

Organisatorische Grundlagen der Bildungsarbeit. Das Organisatorische ist sicher nicht das Zentralproblem der Arbeiterbewegung, und ein grosses Organisationsgetriebe täuscht nur zu leicht über einen Mangel an lebendigen Kräften und Fähigkeiten hinweg. Aber ich habe den Eindruck. dass unser Arbeiterbildungswesen nicht an einem Zuviel, sondern eher unter einer Vernachlässigung des Organisatorischen leidet. Für viele Misserfolge mit Bildungsanlässen ist nicht die „Interesselosigkeit“ der Menschen verantwortlich, sondern die mangelhafte organisatorische Vorbereitung. Oft kommen die Bildungsausschüsse nicht zur Geltung, weil ihnen das organisatorische Wurzelwerk fehlt. Vor allem ist es nötig, dass im Bildungsausschuss alle gewerkschaftlichen, kulturellen und politischen Arbeiterorganisationen mitbeteiligt und dadurch mitverantwortlich sind. Ueberdies aber muss der Ausschuss in allen Organisationen und allen grössern Betrieben seine organisatorischen Ausstrahlungen haben, wenn er befriedigend arbeiten will. Die eindrücklichste Agitation wird, wie wir immer wieder erfahren, nicht durch die Druckerpresse und andere Hilfsmittel, sondern durch die persönliche Beeinflussung der Menschen geleistet. (…). Hans Neumann.

Bildungsarbeit, Heft, 3, Mai 1937.

Personen > Neumann Hans. Bildungsarbeit. Bildungsarbeit, Mai 1937.

Ganzer Text

02.07.1936 BS Kanton
Block der Arbeiterbewegungschöre
Personen
Kurt Früh
Hans Neumann
Robert Trösch
Otto Zimmermann
Kurs
Volksbühne Zürich
Volltext
Block der Arbeiterbühnentruppen. Geschäftrsleitung. Basel, den 2. Juli 1936.
An die Mitglieder des Blocks!

Werte Genossen!
Unser Materialvermittlungskurs findet also am kommenden Samstag und Sonntag, den 4. und 5. Juli 1936 in Zürich statt. Lokal: Restaurant Eintracht, Neumarkt 5, Zürich 1.
Kursprogramm: Samstag, 20 Uhr: Aufführung "Hans im Glück" durch die Volksbühne Zürich, Leitung Kurt Früh. Sonntagmorgen: Arbeiterkabarett und Sprechchöre mit Beispielen von Volksbühne und Neuem Chor. Leitung: Robert Trösch. Nachmittag: Chorisches Kabarett. Leitung: Otto Zimmermann.
Wir erwarten Vertreter sämtlicher Kollektive zu diesem Kurs. Die Anmeldungen haben, soweit sie noch nich geschickt wurden, sofort zu geschehen, damit Privatquarteire besorgt werden können. Adresse: Kurt Früh, Turnerstrrasse 26, Zürich 6.
Das Korrespondenzblatt kann vor dem Kurs nicht an die Truppen verschickt werden, da es nicht fertig gestellt werden konnte, weil die Berichte der Kollektive verspätet einliefen. Es wird am Kurs bereit liegen. Künsterischer Ausschuss und Vorstand treffen sich zu einer Sitzung schon am Samstagnachmittag um 15 Uhr im Kurslokal.
Wenn an euren Orten noch bekannt Genossen sind, die sich für unseren Kurs interessieren, so ladet sie noch ein. Genosse Neumann von der SABZ hat seinen Besuch am Kurs auch angemeldet. Un nun rechnen wir auf einen guten Besuch und wünschen dem Kurs vollen Erfolg. Auf Wiedersehen am Samstag!

Für die Geschäftsleitung: Erwin Lüscher.

Original, Maschinenschrift.
Archiv Schaffer
01.05.1936 Olten
Freier Chor Olten
Personen
Fritz Hug
Hans Neumann
Otto Zimmermann
1. Mai
Neuer Chor Biel
Pincette, Die
Volltext

Block der Arbeiterbewegungschöre der Schweiz
An unsere Chöre und Spielgruppen!

 

Der künstlerische Leiter teilt mit:
1. Aus der Arbeit der Chöre:

a) Der Freie Chor Olten führte einen Wochenendkurs in Bad Lostorf durch. Leiter: Otto Zimmermann. Am Kursus nahmen teil Mitglieder der Gruppen Olten, Langenthal, Untersiggenthal. Bei dieser Gelegenheit las Otto Zimmermann neues Material vor, das einer Beurteilung jedes Einzelnen (ohne Fühlungnahme mit anderen) unterworfen wurde. Die Vergleiche der niedergeschriebenen Urteile ergab einen interessanten Einblick in Unterschiede und Übereinstimmungen der einzelnen Chormitglieder. Dieses Verfahren (selbständige Materialprüfung durch die Mitglieder und schriftliche Festlegung der Stellungnahme) ist sehr zu empfehlen.
b). Der Neue Chor Biel führte einen Wochenendkurs unter Otto Zimmermann in Biel durch und bereitete in mehreren Proben mit Otto Zimmermann eine künstlerische Abendfeier vor.
c). An den Maifeier-Veranstaltungen waren aktiv beteiligt: 1. Der Freie Chor Olten mit Unterstützung der Langenthaler in einer „proletarischen Abendfeier“ in Olten mit dem Tonfilm „Die Idee“ und Teilen der Revue „Der wiederentdeckte Mensch“ (chorisch dargeboten).

Freundschaft! Otto Zimmermann.
Original, Maschinenschrift. Archiv Schaffer.

Ganzer Text

28.10.1935 Bern
Personen
SABZ
Hans Neumann
Leitung
Neuer Chor Biel
Schweizerische Arbeiterbildungszentrale Bern
an Sprech- und Bewegungschor Biel
Bern, den 28. Oktober 1935

Werte Genossen,
Herr Hans Nyffeler, Rezitator in Bern, möchte gerne einmal eine Ihrer Proben, die ein Bild von Ihrer Tätigkeit gibt, besuchen. Dürfen wir Sie bitten, uns sofort mitzuteilen, wann und wo Ihre nächsten Proben stattfinden.
Wir nehmen an, dass Sie nichts dagegen haben, wenn Herr Nyffler einer Probe beiwohnt.

Mit Genossengruss
Schweizerische Arbeiterbildungszentrale Berrn
Hans Neumann.

Original, Maschinenschrift. Archiv Schaffer
01.09.1935 Schweiz
Bildungsarbeit
Personen
SABZ
Theater
Hans Neumann
Arbeiterbildung
Arbeitertheater
Bildungsarbeit
Volltext

Warum sollen wir theaterspielen? Natürlich meinen wir nicht jenes „Theater“, mit dem man sich und andere hinters Licht führt und auch nicht Theaterspielerei, wie wir sie etwa von Abendunterhaltungen bis zum Ueberdruss kennen. Was da an tapfern Rittern, gebrochenen Herzen, vom reichen Mann geheirateten armen Mädchen, über die Bretter geht, gehört ins Gebiet der Schundliteratur. Aber wir denken, dass man das allgemein verbreitete Bedürfnis, nämlich an dramatischen Veranstaltungen mitzuwirken, oder Theatervorstellungen anzusehen, in den Dienst der Arbeiterbewegung stellen sollte. Wir haben immer noch zuwenig erkannt, dass die intensivern Formen der Arbeiterbildung, wie Kurse und Vorträge, auf einen kleinen Kreis geistig aktiver Menschen beschränkt sind, und dass daneben für die Massenbildung Mittel angewendet werden müssen, welche sich weniger an den Intellekt als an das Gefühl richten. Es wird immer eine verhältnismässig kleine Elite von Arbeitern sein, die nach dem ermüdenden Tagwerk in der heutigen Atmosphäre der Unsicherheit und Sorge genügend Interesse und geistige Spannkraft aufbringen, um noch aus eigenem Antrieb eigentliche Bildungsveranstaltungen besuchen zu können. Der „Bildungshunger“, den falsche Freunde der Arbeiterschaft so gerne andichten, ist als allgemeine Erscheinung eben nicht vorhanden, kann nicht vorhanden sein. (…). Hans Neumann.

Bildungsarbeit, Heft 5, September 1935.

Bildungsarbeit > Arbeitertheater. Arbeiterbildung. Bildungsarbeit. September 1935.

GanzerText

27.07.1935 BS Kanton
Personen
Rotes Kollektiv Basel
Fritz Burkhalter
Erwin Lüscher
Hans Neumann
Otto Zimmermann
Neuer Chor Biel
SABZ

Erwin Lüscher an Fritz Burkhalter, Biel

Ftan,  27. Juli 1935.

An Genosse Fritz Burkhalter, Biel


Lieber Genosse!
Dein Brief hat mich in den Engadinerbergen erreicht. Ich bin zur Zeit hier in den Ferien.

Über den Schurkenstreich gegen Otto Zimmermann bin ich durch Hans Neumann von der SABZ in Bern orientiert worden. Es scheint von Zürich ausgegangen zu sein. Ich habe angenommen, die Sache sei wegen Mangel an Beweisen eingestellt worden, da bis jetzt alles still war. Nun scheint die Berner Polizei aber doch erwacht zu sein. Sie hätte ruhig noch einige Tage zuwarten können, bis nach dem 1. August, dass Otto von diesen Unmenschlicheiten noch verschont geblieben wäre. Sobald die Basler Polizei die Sache in den Fingern hat, werden wir den Fall (...).

Mit sozialistischen Grüssen auch an die Mitglieder des Neuen Chores Biel
Euer Erwin Lüscher

Original, Handschrift. Archiv Schaffer
01.03.1935 Schweiz
Bildungsarbeit
Personen
Hans Neumann
Arbeiterbildung
Filmvorführung
Volltext

Misserfolge mit Filmveranstaltungen. Im Laufe der letzten Jahre erlebte das Filmwesen in den Arbeiterorganisationen einen ausserordentlich starken Aufschwung. Diese zunehmende Verwertung des Films wurde insbesondere durch das Aufkommen des Schmalfilms begünstigt. Gegenwärtig jedoch können wir ein gewisses Abflauen des Interesses beobachten. Ohne dass man sich darüber klar ist, besteht an vielen Orten eine gewisse Enttäuschung. Es scheint uns nötig, die Ursachen dieser Entwicklung kurz festzustellen: An manchen Orten hat man zuviel vom Film erwartet. Wenn die Versammlungen schlecht besucht waren, so glaubte man, im Film ein Zugmittel für bessern Versammlungsbesuch gefunden zu haben. Dieses Mittel bewährte sich aber nicht auf die Dauer, und die Apparate wurden darum in den Hintergrund gestellt. Gewiss ist ein gut gewählter Film geeignet, mehr Abwechslung und Interesse in eine Versammlung zu bringen, aber er ist nur ein, wenn auch ein wertvolles Mittel der Versammlungsgestaltung. Die Ursachen schlechten Versammlungsbesuches liegen aber meist tiefer und können nicht einfach durch Filmvorführungen behoben werden. Die Einführung des Films kann uns nicht ersparen, sorgfältig nachzuforschen, woher schlechter Versammlungsbesuch rührt. Schlimmer aber als diese Ueberschätzung der Werbekraft des Films ist folgendes: (…). Hans Neumann.

Bildungsarbeit, Heft 2, März 1935.

Bildungsarbeit > Filmvorführungen. Bildungsarbeit, Heft 2, März 1935.

Ganzer Text

28.02.1914 Biel
Archiv GBLS Biel
Gewerkschaftskartell Biel
Personen
Hans Neumann
Gewerkschaftskartell Vorstand Protokolle
Konsumgenossenschaft
Ladenöffnungszeiten
Landesverteidigung
Teuerungsausgleich
Volltext

Gewerkschaftskartell Biel. Vorstandssitzung 28. Februar 1941, 20 Uhr, Volkshaus Zimmer 1

Traktanden: 1. Appell, 2. Protokoll, 3. Korrespondenzen und Mitteilungen, 4. Neuordnung der Konsumwahlen, 5. Angelegenheit VHTL betreffend Teuerungszulagen für das Konsumpersonal, 6. 5-Uhr-Ladsenschluss, Samstag, 7. Bericht über diverse in Aussicht genommene Versammlungs-Veranstaltungen: a) 3. März betreffend Mehranbau und Arbeitseinsatz in der Landwirtschaft, b) 7. März betreffend Reval-Initiative, c) 30. März Vertrauensleutekurs, 8. Unvorhergesehenes.

Vorsitz: Präsident Kollege Josef Flury.

1. Appell. (...).

2. Protokoll. (...).

3. Korrespondenzen und Mitteilungen. Präsident Kollege Josef Flury erstattet kurzen Bericht über eine Konferenz, die von der Freisinnigen Partei einberufen wurde zur Abklärung von Fragen betreffend kantonale Verwaltungsräumlichkeiten. Das Gewerkschaftskartell war vertreten durch die Kollegen Josef Flury und Emil Brändli. Vom Bau- und Holzarbeiter-Verband liegt ein Schreiben vor betreffend WahlkostenBeteiligung. Er wünscht einen Verteiler. Gemäss Beschluss des Vorstandes vom 14. Januar wird kein Verteilschlüssel aufgestellt. Vom Schweizerischen Arbeiterhilfswerk SAH liegt ein Schreiben vor, das auf eine Geldsammlung der Sanitaire Suisse aufmerksam macht, die von der Arbeiterschaft nicht unterstützt werden sollte. Von der Direktion des Inneren liegt ein Schreiben vor betreffend Teuerungszulage zu den Taggeldern der Arbeitslosen. Kollege Emil Rufer gibt hierzu die notwendigen Aufklärungen. Der Telephonangestellten-Verband hat die Mitgliederliste zugestellt und seine Delegierten im Gewerkschaftskartell bezeichnet. 

Gewerkschaftskartell Biel. Vorstand. Protokolle 1936-1946. Protokollbuch, gebunden, Handschrift. Archiv GBLS Biel.

Ganzer Text

1


  
Copyright 2007 by Beat Schaffer   Nutzungsbedingungen  Powered by dsis.ch    anmelden