Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 13

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01.07.1976 England
Gewerkschaften
Personen
J. W. Brügel
Inflation
TUC
Volltext
Labourregierung und englischer Gewerkschaftsbund im Kampf gegen die Inflation. Dem bedrohlichen Ausmass der Inflation, an der Grossbritannien leidet und litt, wurde im Vorjahr erfolgreich Zügel angelegt durch eine von der damaligen Regierung Wilson aufgenommene Initiative aus Gewerkschaftskreisen: Lohnerhöhungen zur Abgeltung von Preiserhöhungen wurden einheitlich mit 6 Pfund pro Woche nach oben begrenzt, ob es sich nun um einen Bankdirektor oder einen Hilfsarbeiter handelte, während Leute mit einem Jahreseinkommen von mehr als 8500 Pfund jede Aufbesserung versagt blieb. Das hat die Inflationsrate halbiert, wenn auch nicht dem Wertverfall des Pfundes Einhalt geboten. Es war ein Segen für die schlechtbesoldeten Kategorien der ungelernten Arbeiter, für die eine Zulage von 6 Pfund naturgemäss viel mehr bedeutet als für einen leitenden Beamten. Aber es fand bei Verbänden, die qualifizierte Arbeiter vertreten (etwa Lokomotivführer) und für diese an einem gewissen Vorsprung im Einkommen interessiert sind, naturgemäss wenig Gegenliebe. Immerhin ist der Regelung von 1975 vom vorjährigen Gewerkschaftskongress im September im Verhältnis 2:1 zugestimmt worden, und bei der Duchführung gab es kaum Schwierigkeiten. Das starre Sechs-Pfund-Prinzip war nur für ein Jahr gedacht, aber eine neue Form des „Sozialkontrakts“ zwischen Regierung und Gewerkschaften musste für die Zeit vom August 1976 an gefunden werden, sollte das Gewonnene nicht wieder zerrinnen. Der Schatzkanzler der Labourregierung Denis Healey überraschte die Öffentlichkeit mit einem ungewöhnlichen (…). J. W. Brügel.
Gewerkschaftliche Rundschau, Heft 7-8, Juli-August 1976.
Gewerkschaftliche Rundschau > England. Gewerkschaften. Inflation. Rundschau, Juli 1976.
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01.06.1976 Schweiz
EGB Europäischer Gewerkschaftsbund
Gewerkschaftliche Rundschau
Personen
J. W. Brügel
EGB Europäischer Gewerkschaftsbund
Gründung
Volltext
Der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) konsolidiert sich. 1973 ist nach langen Vorbereitungen der Europäische Gewerkschaftsbund ins Leben getreten, der ein neuartiges Experiment darstellte. Er ging aus der bestehenden Organisation der freien Gewerkschaften aus den sechs „ursprünglichen“ Ländern des Gemeinsamen Marktes hervor. Die damals erfolgte Erweiterung des Kreises um Grossbritannien, Dänemark und Irland hat man zum Anlass genommen, die Zusammenfassung der Gewerkschaften der Länder der Europäischen Gemeinschaft nach verschiedenen Richtungen zu erweitern. Man wollte sie ausbauen zu einer Organisation aller nichtdiktatorischen europäischen Länder, ohne Unterschied, ob sie zum Gemeinsamen Markt, zur EFTA oder nirgendswohin gehörten, und man wollte sie offen halten für Organisationen, die ausserhalb des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften stehen. Die geographische Erweiterung stiess auf keine besonderen Schwierigkeiten - der Schweizerische Gewerkschaftsbund hatte ja schon vorher der 1967 aufgelösten Europäischen Regionalorganisation des IBFG angehört. Keine ernstliche Schwierigkeit schuf auch der Anschluss der christlichen Verbände, die in ihrer Internationale (die sich jetzt Weltverband der Arbeit nennt) und in deren grössten Organisation in Frankreich die Marke „christlich“ abgestreift hatten. Um ihnen entgegenzukommen, haben die freien Gewerkschaften auf das Wort „frei“ Organisation verzichtet, d Die heikelste Frage war die Zulassung kommunistisch-orientierter Organisationen. (…). J. W. Brügel.
Gewerkschaftliche Rundschau, Heft 6, Juni 1976.
Gewerkschaftliche Rundschau > EGB. Gründung. Rundschau, Juni 1976.
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01.02.1976 England
Gewerkschaften
Gewerkschaftliche Rundschau
Personen
J. W. Brügel
Arbeitsgerichte
Einigungsämter
Schlichtungsverfahren
Volltext
Der neue britische Schlichtungsdienst. Immer wieder hört man oder liest man von schwer oder überhaupt nicht beilegbaren Arbeitskonflikten auf der britischen Insel, dass es angezeigt scheint, ein paar Worte über eine neue Einrichtung zu sagen, die in ihrer wenig mehr als einjährigen Wirksamkeit auf dem Wege der Schlichtung von Arbeitskonflikten einiges Positives zu leisten in der Lage war - unbemerkt von der breiteren Öffentlichkeit. Es handelt sich um eine Institution, die im September 1974 zwar als Folge der von der Labourregierung Wilson im Unterhaus durchgesetzten Abschaffung des die gewerkschaftliche Tätigkeit hemmenden „Gesetzes über Arbeitsbeziehungen“ der früheren konservativen Regierung Heath ins Leben trat, aber selbst im Anfang ohne jede gesetzliche Unterlage zu funktionieren begann; man wollte diese Möglichkeit erst in der Form einer freiwilligen Einrichtung ausprobieren, ehe man sie offiziell in das System des britischen Arbeitsrechtes eingliederte. Es handelt sich um den „Advisory, Conciliation and Arbitration Service“ (Beratungs-, Schlichtungs- und Schiedsgerichtsdienst), abgekürzt ACAS genannt, der auf Grund einer gewerkschaftlichen Initiative verwirklicht wurde. Auf ihn waren die früheren Aufgaben der Schlichtungsabteilung übergegangen, die es vorher im Rahmen des britischen Arbeitsministeriums gegeben hatte. Obwohl Bemühungen um friedliche und schiedsgerichtliche Schlichtung von Arbeitskonflikten in England eine lange Tradition haben, war mit ACAS ein ganz neuartiger Versuch (…). J. W. Brügel.
Gewerkschaftliche Rundschau, Heft 2, Februar 1976.
Gewerkschaftliche Rundschau > England. Arbeitsgerichte. Rundschau, Februar 1976.
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01.10.1975 England
Gewerkschaftliche Rundschau
Personen
TUC
J. W. Brügel
EU
TUC
Volltext
Der britische Gewerkschaftskongress setzt Schwerpunkte. In den letzten Jahren war der immer in der ersten Septemberwoche von Montag früh bis Freitagmittag tagende Kongress des Britischen Gewerkschaftsbundes (TUC) von zwei Verhandlungsgegenständen beherrscht: neben der selbstverständlichen Sorge um die Lohn- und Wirtschaftspolitik der Gewerkschaften stand immer die Frage der britischen Mitgliedschaft in der Europäischen Gemeinschaft (EG) in Brüssel im Vordergrund meist leidenschaftlicher Auseinander-setzungen. Mit Hilfe der Blockstimmen der grossen Gewerkschaften sind alljährlich „europafeindllche“ Resolutionen mit grosser Mehrheit angenommen worden, 1973 und 1974 sogar verschiedene Resolutionen, die einander widersprachen. Das erste britische Referendum vom 5. Juni, bei dem sich die Wählerschaft im Verhältnis 2:1 für ein Verbleiben des Landes in den europäischen Institutionen ausgesprochen hat, befreite den Gewerkschaftskongress in Blackpool von den früheren Europa-Diskussionen. Es wurde ein Antrag angenommen, das Ergebnis des Referendums zu akzeptieren und den bisherigen Boykott des Wirtschafts- und Sozialausschusses der EG aufzugeben. Der TUC wird nunmehr die ihm dort vorbehaltenen acht Sitze einnehmen. Als Rückzugsgefecht war ein Zusatzantrag vorgelegt worden, demzufolge der Bildung einer „Europäischen Union“ eine weitere Volksbefragung vorangehen solle. (…). J. W. Brügel.
Gewerkschaftliche Rundschau, Heft 10, Oktober 1975.
Gewerkschaftliche Rundschau > England. Gewerkschaften. EU. Rundschau, Oktober 1975.
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01.02.1974 England
Gewerkschaftliche Rundschau
Personen
TUC
J. W. Brügel
Interview
Kongress
TUC
Volltext
Interview mit dem Generalsekretär des Britischen Gewerkschaftsbundes. Am letzten Kongress des Britischen Gewerkschaftsbundes TUC - wir verweisen auf den Bericht von J.W.Brügel in der „Gewerkschaftlichen Rundschau“, Heft 10/1973- wurde Lionel Murray zum neuen Generalsekretär des TUC gewählt. Len Murray hat dem Chefredaktor der Monatsschrift des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften (IBFG) ein sehr aufschlussreiches Interview gewährt. Es wurde Im Novemberheft 1973 der „Freien Gewerkschaftswelt“ publiziert. Mit einigen Kürzungen übernimmt die „Gewerkschaftliche Rundschau“ dieses Interview, das Aufschluss gibt über die Persönlichkeit des neugewählten TUC-Generalsekretärs und über wichtige Aufgaben der britischen und der internationalen Gewerkschaftsbewegung. Redaktion „Gewerkschaftliche Rundschau“. Frage: Kollege Murray, würden Sie unseren Lesern erklären, was Sie im Augenblick als die wichtigsten Aufgaben für den TUC und seinen Generalsekretär ansehen? Murray: Ich möchte drei Hauptaufgaben herausgreifen; davon ist allerdings keine neu. Erstens wird der TUC seine Bemühungen fortsetzen, die Regierung über die Realitäten des Lebens aufzuklären. Es ist jetzt die Regel, dass uns die Regierung in wichtigen wirtschaftlichen und sozialen Fragen zu Rate zieht. (…). J. W. Brügel, Interview.
Gewerkschaftliche Rundschau, Heft 2, Februar 1974.
Gewerkschaftliche Rundschau > England. TUC. Kongress. Rundschau, Februar 1974.
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01.09.1972 Schweiz
Gewerkschaftliche Rundschau
IBFG
Personen
J. W. Brügel
IBFG
Kongress
Volltext
Der Londoner Kongress der Gewerkschaftsinternationale. London war der Ort, an dem im Dezember 1949 der Internationale Bund Freier Gewerkschaften (IBFG) gegründet wurde, nachdem der Versuch, demokratische und andere Gewerkschaften in einer gemeinsamen Gewerkschaftsinternationale zusammenzufassen, gescheitert war. Nach fast 23 Jahren war nun der IBFG wieder nach London gekommen, um an seinem 10. Kongress vom 10. bis 14. Juli 1972 Rückschau zu halten und die zukünftige Taktik festzulegen. Die zurückliegenden Jahrzehnte waren Zeiten grosser Erfolge, aber auch mancher Enttäuschungen. Der IBFG ist heute eine in allen Weltteilen fest verankerte Organisation, die für Demokratie und sozialen Fortschritt auf der ganzen Welt kämpft. An seinem Londoner Kongress fand sich wieder eine sehr grosse Anzahl farbiger, vor allem schwarzer Delegierter ein, die die beglückende Tatsache unterstrichen, dass hier ein Forum geschaffen worden ist, vor dem sich im Zeichen der internationalen Solidarität arbeitende Menschen aus reichen wie aus armen Ländern, aus hochentwickelten Industriestaaten und aus Entwicklungsländern zu gemeinsamer Arbeit auf gleichberechtigter Basis zusammenfinden. Dem IBFG gehören jetzt 113 Organisationen aus 89 Ländern mit einer Gesamtmitgliedszahl von fast 52 Millionen an, und die gute Hälfte dieser Mitglieder lebt ausserhalb Europas. Diesen positiven Dingen stehen aber auch viele negative gegenüber. (…). J. W. Brügel.
Gewerkschaftliche Rundschau, Heft 9, September 1972.
Gewerkschaftliche Rundschau > IBFG. Kongress. Rundschau, Sept. 1972.
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01.04.1972 Schweiz
Gewerkschaftliche Rundschau
IGB Internationaler Gewerkschaftsbund
Personen
J. W. Brügel
Geschichte
IGB Internationaler Gewerkschaftsbund
Volltext
Glück und Ende des allumfassenden „Weltgewerkschaftsbundes“. Julius Braunthals „Geschichte der Internationale“ liegt nun mit dem dritten Band, der die Nachkriegszeit behandelt, abgeschlossen vor 1) und ein Rezensent hat das ganze Werk mit Recht „die sozialdemokratische WeItgeschichte der Gegenwart“ genannt, denn es ist weit mehr als eine Geschichte der Sozialistischen Internationale, deren Sekretär der heute 81jährige Autor von 1949 bis 1956 war. Es handelt sich bei dem dritten Band um eine vom Standpunkt des demokratischen Sozialismus gesehene Darstellung der Nachkriegsgeschichte unter besonderer Berücksichtigung der sozialistischen und der kommunistischen Bewegung. Der grosse Vorzug des Buches ist, dass es sich nicht auf die Betrachtung der Vorgänge in Europa beschränkt, sondern Sozialismus und Kommunismus in Asien in allen Einzelheiten zum ersten Male zusammenfassend - gegründet sowohl auf persönliche Erfahrung wie auf ein eifriges Studium der Literatur - in deutscher Sprache beschreibt. Natürlich kommen in dem Buch auch die Probleme des Neuaufbaus der gewerkschaftlichen Organisationen nach dem Zweiten Weltkrieg im innerstaatlichen und im internationalen Bereich nicht zu kurz. Mit grosser Eindringlichkeit wird besonders die Eroberung der Gewerkschaftsbewegung in Frankreich und Italien durch die Kommunisten geschildert, die zur Auflehnung der nichtkommunistischen Gewerkschafter gegen eine von den Kommunisten dirigierte und nach ihren taktischen Bedürfnissen agierende Einheitsorganisation führt. (…). J. W. Brügel.
Gewerkschaftliche Rundschau, Nr. 4, April 1972.
Gewerkschaftliche Rundschau > IGB. Geschichte. Rundschau, April 1972.
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01.04.1971 Ceylon
Gewerkschaften
Gewerkschaftliche Rundschau
Personen
J. W. Brügel
Arbeiterbewegung
Gewerkschaftsbund
Volltext
Die ceylonesische Gewerkschaftsbewegung. Wenig ist in Europa darüber bekannt, dass es im fernen Ceylon eine zahlenmässig recht starke frei gewerkschaftliche Bewegung gibt, die in einem von sozialen und nationalen Gegensätzen erschütterten Entwicklungsland einen schweren Kampf für die Rechte der arbeitenden Menschen ohne Unterschied der nationalen Zugehörigkeit führt. Der Ceylonesische Gewerkschaftsbund (Ceylon Workers' Congress) wurde 1939 gegründet, als Ceylon noch eine britische Kolonie war, und hiess anfangs Indian National Congress. Das bringt zum Ausdruck, dass der, Gewerkschaftsbund eine Gründung von ausschliesslich tamilischen Arbeitern war, das heisst Angehörigen des Volkes der Tamilen, deren grösster Teil im südöstlichen Indien lebt. Die tamilische Bevölkerung Ceylons besteht aus Nachkommen von Einwanderern aus Indien, aber das trifft auf die gesamte Bevölkerung der Insel zu. Freilich vollzog sich die Einwanderung in Etappen. Zuerst kamen die Singhalesen, die die Bevölkerungsmehrheit unter den zwölf Millionen Bewohnern von Ceylon stellen, dann kam die erste Gruppe von Tamilen, deren Nachkommen ungefähr zwei Millionen Menschen ausmachen, und schliesslich wurden vor zwei oder drei Generationen weitere Tamilen als Zwangsarbeiter von den englischen Kolonialherren auf die Insel gebracht. Die Zahl ihrer Nachkommen beträgt ungefähr 1‘100‘000. Dass der Gewerkschaftsbund eine Gründung von tamilischen Arbeitern ist, ist nicht unlogisch, da die Tamilen einen verhältnismässig grösseren Anteil an den Lohnarbeitern der Insel stellen als die Singhalesen. (…). J. W. Brügel, London.
Gewerkschaftliche Rundschau, Heft 4, April 1971.
Gewerkschaftliche Rundschau > Ceylon. Gewerkschaftsbund. Rundschau, April 1971.
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01.11.1970 England
Gewerkschaftliche Rundschau
Personen
TUC
J. W. Brügel
Reaktion
TUC
Volltext
Britischer Gewerkschaftsbund gegen konservative Regierung. Dem ersten Kongress des Britischen Gewerkschaftsbundes nach dem Wahlsieg der Konservativen wurde mit besonderem Interesse entgegengesehen, da die Haltung der britischen Gewerkschaften zu der neuen konservativen Regierung eine Tatsache von grosser politischer Bedeutung ist. Bei aller Verbundenheit der meisten britischen Gewerkschaften mit der Labour Party und den offenen Sympathien, die der Gewerkschaftsbund der Arbeiterpartei entgegenbringt, hatte es zwischen der Regierung Wilson, die von 1964 an im Amte war, und den Gewerkschaften doch sehr ernste Schwierigkeiten und Auseinandersetzungen gegeben. Trotzdem war man sich im gewerkschaftlichen Lager immer dessen bewusst, dass eine Labourregierung, was immer man an ihrer Politik auszusetzen haben sollte, eine im Grunde den gewerkschaftlichen Interessen entsprechende Linie verfolgen würde. Die konservativen Regierungen der Vorkriegszeit hatten sich durch eine sozialreaktionäre Linie notorisch gemacht, die seit je einen offenen und niemals auch nur notdürftig überbrückten Konflikt mit den Gewerkschaften mit sich brachte. Als 1951 die Konservativen wieder zum Zuge kamen, waren sie weit vorsichtiger als in der Vorkriegszeit und hüteten sich, die Gewerkschaften offen zu reizen. (…). J. W. Brügel, London.
Gewerkschaftliche Rundschau, Heft 11, November 1970.
Gewerkschaftliche Rundschau > England. Gewerkschaften. Rundschau, Nov. 1970.
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01.05.1969 Tschechoslowakei
Gewerkschaften
Gewerkschaftliche Rundschau
Personen
J. W. Brügel
Mitbestimmung
Volltext
Wandlungen in der tschechoslowakischen Gewerkschaftsbewegung. In dem „Prager Frühling“ von 1968 hatte die Gewerkschaftsbewegung, die freilich damals diesen Namen nicht verdiente, einen hervorragenden Anteil. Bis dahin waren die sogenannten Gewerkschaften nichts als Handlanger des allseits verhassten Regimes Novotny gewesen, in denen die Mitglieder nicht das Geringste zu sagen hatten. Im Frühjahr 1968 hat sich das mit einem Schlag geändert. Die empörten Arbeiter vertrieben die bisherigen, durch die Zusammenarbeit mit dem zusammenbrechenden Regime kompromittierten Funktionäre und ersetzten sie meist durch unbelastete Menschen. Das gelang nicht durchwegs und vor allem nicht an der Spitze: Zum Vorsitzenden der Gewerkschaftszentrale schwang sich der Metallarbeiterfunktionär Karel Polacek auf, der im Bewusstsein der tschechischen Arbeiter vor allem als KP-Funktionär und Minister in der Novotny-Aera bekannt war. Es gab gegen seine Ernennung Proteste, die sich aber nicht durchsetzen konnten. Seither hat Polacek, wie zugegeben werden muss, eine Politik betrieben, die auf eine selbständige Stellung der Gewerkschaftsbewegung hinzielt, die sich nicht mehr zum ausführenden Organ der Kommunistischen Partei erniedrigen lassen will. (…).
J. W. Brügel, London.
Gewerkschaftliche Rundschau, Heft 5, Mai 1969.
Gewerkschaftliche Rundschau > Tschechoslowakei. Gewerkschaften. Rundschau, Mai 1969.
Ganzer Text
01.10.1968 England
Gewerkschaftliche Rundschau
Personen
TUC
J. W. Brügel
Kongress
TUC
Volltext
Britischer Gewerkschaftskongress und Labourregierung. Es war der 100. Gewerkschaftskongress, der in der ersten Septemberwoche in Blackpool tagte, aber von Jubiläumsstimmung war wenig zu spüren. Teilweise war das darauf zurückzuführen, dass den Jubiläumsfeierlichkeiten eine eigene gesamtstaatliche Veranstaltung in Manchester, dem Gründungsort des Britischen Gewerkschaftsbundes, im Juni gewidmet war - wir haben darüber in der Juli-August-Nummer der „Gewerkschaftlichen Rundschau“ berichtet. Aber der Grund für das Fehlen jeder Jubiläumsstimmung ist vor allem darin zu suchen, dass die britischen Gewerkschaften im Augenblick vor sehr ernsten Problemen stehen, in deren Bewältigung sie ganz aufgehen. Darüber, wie man mit diesen Problemen fertig wird, besteht keine Einigkeit: die verschiedensten, einander widersprechenden Ansichten wurden auf dem Kongress laut. Aber mit einer Mehrheit von 7:1 hat sich der Kongress gegen die Lohn- und Preispolitik der Regierung Wilson ausgesprochen. Das ist keine Kleinigkeit, wenn man bedenkt, dass das nun zum zweitenmal der Fall ist - der vorjährige Gewerkschaftskongress ist zu den gleichen Ergebnissen gekommen - wenn auch nicht mit einer so grossen und eindeutigen Mehrheit. (…). J. W. Brügel, London.
Bildungsarbeit, Heft 10, Oktober 1968.
Gewerkschaftliche Rundschau > England. Gewerkschaften. Rundschau, Oktober 1968.
Ganzer Text
01.07.1968 England
Gewerkschaftsbund
Personen
J. W. Brügel
Gewerkschaftsbund
Jubiläum
Volltext
100 Jahre Britischer Gewerkschaftsbund. Im Juni 1868 fand in Manchester eine gesamtstaatliche gewerkschaftliche Konferenz statt, die beschloss, dass von nun an alljährlich ein britischer Gewerkschaftskongress abgehalten werden soll. Mit bedeutungslosen Ausnahmen wurde dieser Beschluss seither buchstabengetreu eingehalten. Von der Tagung in Manchester im Jahre 1868 leitet sich die Geburt des Britischen Gewerkschaftsbundes her, der ältesten und grössten europäischen Gewerkschaftszentrale. (Nur die amerikanische AFL-CIO hat mehr Mitglieder im Internationalen Bund Freier Gewerkschaften.) Das hundertjährige Jubiläum des Bundes wird feierlich begangen durch eine Vielfalt von Veranstaltungen, in deren ganzem Charakter sich der grosse Wandel der letzten hundert Jahre ausdrückt. Als die britischen Gewerkschafter im Juni 1868 in Manchester zusammenkamen, waren es alles in allem 34 Delegierte, die eine Gesamtmitgliedschaft von 118‘000 vertraten. Mit der rühmlichen Ausnahme des liberalen „Manchester Guardian“ hat damals keine Zeitung über die Tagung auch nur mit einer einzigen Zeile berichtet; es wurde nicht als wichtig genug angesehen. (…). J. W. Brügel, London.
Gewerkschaftliche Rundschaum Heft 7-8, Juli-August 1968.
Gewerkschaftliche Rundschau> England. Gewerkschaftsbund. Rundschau, Juli-August 1968.
Ganzer Text
01.06.1968 Tschechoslowakei
Gewerkschaften
Gewerkschaftliche Rundschau
Personen
J. W. Brügel
Gewerkschaft
Strukturreform
Volltext
Gewerkschaftlicher Frühling in der Tschechoslowakei? Man muss sich sowohl davor hüten, die letzten aufsehenerregenden Ereignisse in der Tschechoslowakei zu überschätzen, wie auch, sie unterzubewerten. Es ist natürlich nicht so, dass jetzt die Freiheit ausgebrochen ist und dass die Herrschenden sich bemühen, eine Synthese zwischen Freiheit und Kommunismus zu finden (der dann eben kein Kommunismus mehr wäre). Die Kommunistische Partei hat nach wie vor das Heft in der Hand, wenn auch vieles höchst programmwidrig verlief - so haben Studenten öffentlich verlangt, die Tschechoslowakei möge eine Politik nach dem Muster der schweizerischen und schwedischen Neutralität betreiben. Die allgemeine Unzufriedenheit mit dem kommunistischen Regime hat sich, lange zurückgestaut, elementar geäussert, nachdem zuerst die Schriftsteller im Vorjahr dem Regime den Fehdehandschuh hingeworfen hatten. Der inzwischen sowohl als Parteiführer als auch als Staatsoberhaupt verdrängte Antonin Novotny und seine Gruppe haben versucht, die ganze Unzufriedenheit als eine Angelegenheit bloss der Intellektuellen abzutun und die Arbeiter gegen die „Reformer“ mit dem Argument aufzuhetzen, es gehe den weltfremden Intellektuellen darum, die Arbeiter ihrer Errungenschaften zu berauben und sie zu grösserer Anstrengung zu zwingen. (…). J. W. Brügel, London.
Gewerkschaftliche Rundschau, Heft 6, Juni 1968.
Personen > Brügel J.W. Gewerkschaften. Tschechoslowakei. Rundschau, Juni 1968.
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