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Anzahl gefundene Artikel: 17

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30.11.2018 Frankreich
Personen
Wohnungsbau
Work
Oliver Fahrni
Reportagen
Volltext
Wohnungsbau
Einstürze und Aufstände: Frankreich brennt. „Das ist kein Unglück, das ist Politik“. Das haben die Regierenden nicht kommen sehen: Seit mitten in Marseille acht Menschen unter den Haustrümmern sterben mussten, macht sich grosser Zorn breit in der Hafenstadt. Die Reportage. An jenem Morgen weckten ihn seltsame Geräusche. Abdel¬ghani Mouzid sah offene Schränke und frische Risse in der Wand. Die Zimmertür klemmte. Er nahm sein Handy und filmte. Dann eilte er aus seiner Wohnung in der Rue d’Aubagne 65 in Marseille, um beim Verwalter Alarm zu schlagen. Im Korridor lagen Gipsbrocken. Als er gerade unten in die Rue de Rome einbog, sackten die Häuser 65 und 63 krachend in sich zusammen. Die oberen Etagen der Nummer 67 fielen etwas später. Ouloume, Mouzids komorische Nachbarin, hatte weniger Glück. Am Morgen brachte sie ihren kleinen Sohn zur Schule. Abends wartete El Amine vergeblich auf seine Mutter. Acht Menschen starben beim Häusereinsturz. Acht Tode, die man leicht hätte verhindern können. Der Zustand der Häuser war bekannt. Benoît Gilles, der Chefredaktor des lokalen Internetmediums „Marsactu“, hatte die Gefahr im Februar 2016 ausführlich beschrieben. Haus Nummer 65 wurde kürzlich notgeräumt, aber auf Betreiben der Wohnungsbesitzer am 18. Oktober wieder für sicher erklärt. Gaudin hinter Gitter! In Trümmern liegt nun auch die Herrschaft von Bürgermeister Jean-Claude Gaudin, 79. Seit bald einem Vierteljahrhundert regiert der „faule König“ (ein Lokalblatt) Marseille. Am Morgen des 5. November konnte er noch hoffen, das Desaster würde als schlimmer Unfall schnell (…). Oliver Fahrni.
Work online, 30.11.2018.
Personen > Fahrni Oliver. Frankreich. Wohnungsbau. Work online, 2018-11-30.
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16.11.2018 Katar
Personen
Work
Patricia D Incau
Reportagen
Volltext
Work unterwegs in Katar, wo sich Scheichs von Migranten ein neues Land bauen lassen. Die im Schatten stehen in der tödlichen Sonne. Katar erfindet sich gerade neu. Als Sport-Emirat, als Touristen-Hochburg, als Kunst-Mekka. Eine Work-Reportage. Der Stau löst sich. Naseem* gibt Gas. Mit 50, 80, 100 Kilometern pro Stunde jagt das Auto über den Asphalt. Der Teer ist so dunkel, als wäre er erst gestern gelegt worden. Vor dem Fenster fliegt die Welt vorbei: kleine Pärke, die Strandpromenade, der Hafen. Herausgeputzt und ausgestorben. «Die Hitze», erklärt Mila*, eine Filipina, Stadtführerin für einen Tag. 36 Grad sind es draussen, selbst im Herbst. Die Sonne brennt, das Atmen fällt schwer. Im Freien ist nur, wer muss. Naseem biegt ab. Zwischenstop: Al Bidda und Westbay, Katars Schaltzentrale. In der Mitte: der Doha Tower, Spitzname: Phallus-Turm. Mila lacht: „Schau, es ist eindeutig.“ Im Herzen Katars steht ein 232 Meter hoher, 46stöckiger Penis. Wo vor wenigen Jahren noch Wüste war, geschäften heute Ministerien und Banken, Immobilienkonzerne und Handelsorganisationen. Katar hält Anteile an der Credit ¬Suisse und der Deutschen Bank. Am Rohstoffunternehmen Glencore und der russischen Ölgesellschaft Rossneff. An VW, Porsche und Siemens. Auch Schweizer Luxushotels stehen auf der Liste: Der „Bürgenstock“ in Luzern und der „Schweizerhof“ in Bern. Katar ist viermal kleiner als die Schweiz, aber überall dabei: 320 Milliarden Dollar soll der katarische Staatsfonds weltweit investiert haben. Das (…). Patricia D'Incau.
Work online, 16.11.2018.
Personen > D’Incau Patricia. Katar. Reportage. Work online, 2018-11-16.
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16.11.2018 Katar
Personen
Work
Patricia D Incau
Haushalthilfen
Reportagen
Volltext
Arm, hungrig und missbraucht: Migrantinnen und Migranten in Katar erleben den Horror. Aber ein neues Gesetz gibt Hoffnung. Der stille Aufstand der mutigen philippinischen Hausangestellten. „Meine Schwiegertochter ist als Hausangestellte hier. So wie ich. Ich mache mir grosse Sorgen um sie! Ihre Madame schreit sie an, die Kinder schlagen sie. Und an ihrem freien Tag wird sie in ein anderes Haus gebracht, um zu arbeiten. Zu einer Schwester der Madame. Dort muss sie putzen, waschen, bügeln. Stundenlang. Sie ruft mich an und sagt: ‚Mama, kannst du mir Essen bringen? Ich bin so müde und hungrig.‘ Um 1 Uhr nachts! Die Küche wird abgeschlossen, damit sie sich nichts zu Essen holen kann. Es ist schrecklich. Vor kurzem hatte sie einen Unfall. Sie war müde, hatte wenig gegessen, es war heiss. Sie wurde ohnmächtig. Durch den Sturz hat sie sich das Steissbein geprellt. Nach ein paar Stunden im Spital wurde sie zurück ins Haus geschickt. Nur mit einem Panadol und einer Salbe. Sie musste sofort wieder arbeiten. Sie hatte keine Wahl. Weil die Schmerzen geblieben sind, habe ich sie zu einem Privatdoktor gebracht. Das hat mich 350 Riyal gekostet – ich verdiene 1500 Riyal (rund 400 Franken) im Monat. Aber das war es mir wert. Ich wollte wissen, was los ist. Bis jetzt hat meine Schwiegertochter keine Gesundheitskarte und keine Identitätskarte. Die Madame hat sie ihr einfach nicht gegeben. Das ist sehr gefährlich. Denn: Wer ohne ID in eine Polizeikontrolle gerät, wird bestraft. Wie (…). Patricia D'Incau.
Work online, 16.11.2018.
Personen > D’Incau Patricia. Katar. Hausangestellte. Work online, 2018-11-16.
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29.03.2018 Schweiz
Frauen
Personen
Sozialforum
Work
Patricia D Incau
Reportagen
Sozialforum
Volltext
Gewalt gegen Frauen: Das grosse Thema am Weltsozialforum in Brasilien. "Wir alle sind Marielle!" Trauer statt Feststimmung: Der Mord an der linken Politikerin Marielle Franco traf Brasiliens Frauen mitten ins Herz. Auch diejenigen am Weltsozialforum. Es sollte ein freudiges Treffen werden, das 14. Weltsozialforum in Salvador da Bahia. Strahlendes Wetter, Sommersonne im März, Couscous aus Plasticschalen und Tausende Menschen aus aller Welt, die auf dem Universitätscampus über globale Probleme diskutieren, Kontakte knüpfen und politische Energie tanken. Doch das globale "Klassentreffen der Fortschrittlichen" ist kaum einen Tag alt, als die brutale brasilianische Realität einbricht. Mord auf offener Strasse. Es geschah am vergangenen 14. März in Rio de Janeiro. Anderson Pedro Gomes schlängelt sein Auto durch den abendlichen Verkehr. Auf der Rückbank sitzt Marielle Franco, Stadtparlamentarierin von Rio de Janeiro und Mitglied der linken Partei für Sozialismus und Freiheit (PSOL). Plötzlich fallen Schüsse. Die Killer schiessen neun Mal. Vier Schüsse treffen Franco direkt in den Kopf. Die 38jährige ist sofort tot. Auch für ihren Fahrer Gomes kommt jede Hilfe zu spät. Schnell wird klar: Der Mord war minutiös geplant. Als Stadträtin hatte Franco immer wieder Missstände angeprangert. Die Linkspolitikerin war in den Slums aufgewachsen, in den Favelas von Rio, sie war Afrobrasilianerin und alleinerziehend. Sie leitete die (…). Patricia D'Incau.
Work online, 29.3.2018.
Personen > D'Incau Patricia. Sozialforum. Frauen. Work online, 2018-03-29.
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29.06.2016 Marseille
Personen
Work
Oliver Fahrni
Marseille
Reportagen
Volltext
Die südfranzösische Hafenstadt zwischen Multikulti, Rebellion und Pastis. Oh, dieses „pütäng de Marseille“! Work-Redaktor Oliver Fahrni schreibt über eine alte Liebe: seine neue Heimat Marseille. Fotos: Michel Setboun. Der Weg zur Erkenntnis beginnt mit einem Pastis. Die Möbel sind hochgetragen, man trocknet den Schweiss im Café unter Platanen. Golden funkelt der Anisschnaps. Pastis, „le Pastaga“ sagen sie hier, bedeutet auf provenzalisch „Mischung“: Fünf Teile Wasser dazu, wie es die Regel will, und das transparente Gold im Glas kippt in ein trübes, milchiges Weiss. Frankie („Froonky“ ausgesprochen) grinst: „Der Pastis ist wie Marseille. Gerade noch hast du geglaubt, du hättest den Durchblick. Doch plötzlich ist alles undurchsichtig geworden. So geht es allen.“ Frankie ist Kubaner, Chirurg, ein feiner Kopf. Seine Papiere sind in Ordnung, aber die Behörden lassen ihn nicht als Mediziner arbeiten, nicht einmal als Pfleger. Also schleppt er Umzugskartons, macht Botengänge oder andere Handreichungen. Frankie mag diese Stadt. Willst du dich in Marseille über Wasser halten, musst du die Verhältnisse nicht verstehen, sagt er: „Du musst sie in Bewegung halten.“ Immer wissen, wer mit wem gerade etwas hebelt. Beziehungen pflegen. Gefälligkeiten einfordern. Und tauschen. Dafür braucht man „Tchatche“ (ein verführerisches Mundwerk). Geschriebene Regeln gelten wenig. Die ungeschriebenen aber umso mehr. Sie sind verbindlicher als das Gesetz. Zuverlässiger auch. Dass dir ein Kubaner verrät, was du über die älteste und zweitgrösste Stadt Frankreichs wirklich wissen solltest, gehört dazu. Es hätte auch eine alte Vietnamesin sein können, (…). Oliver Fahrni.
Work online, 29.6.2016.
Personen > Fahrni Oliver. Marseille. Work online, 2016-06-29.
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08.05.2014 Erfurt
Personen
Work
Zalando
Michael Stötzel
Günter Wallraff
Reportagen
Versandhandel
Volltext
Zalando
Bei Zalando schreien sie vor Unglück. Arbeitshetze weit über die Schmerzgrenze, Kontrolle auf Schritt und Tritt, Missachtung des Arbeitsgesetzes: Die Journalistin Caro Lobig hat all dies als Undercover-Angestellte im Logistikzentrum von Zalando erlebt. Achtzehn, zwanzig Kilometer lief Zalando-Angestellte Caro Lobig in ihrer Acht-Stunden-Schicht durch die Hallen des Zalando-Logistikzentrums in Erfurt im Osten Deutschlands. An Spitzentagen waren es sogar bis 27 Kilometer. In der Hand einen Scanner, der sie durch die Tausende Regalreihen auf vier Ebenen lotste. Auf dem Weg zu einem von etwa sieben Millionen Produkten, das eine Kundin, ein Kunde online bestellt hatte. Dabei war Lobig stets überwacht von einem „Mentor“, einer „Teamleiterin“ oder einem „Abteilungsleiter“. Auf deren Bildschirm übertrug der Scanner laufend Lobigs jeweilige Position und ihre Arbeitsgeschwindigkeit. Datenschutzrechtlich sind solche allumfassenden Kontrollen verboten. Doch bei der Onlinehändlerin Zalando mit ihrem milliardenschweren Umsatz herrscht nicht nur in diesem Fall eigenes Recht. Acht Stunden, ohne sich zwischendurch mal auszuruhen. Immer in Bewegung zu sein, das verlangt das Unternehmen von seinen Leuten. Und auf keinen Fall dürfen sie sich schon in der Nähe ihrer Pausenräume aufhalten, bevor die Sirene ertönt. (…). Michael Stötzel.
Work online, 8.5.2014.
Personen > Stötzel Michael. Versandhandel Zalando. Work, 8.5.2014.
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08.05.2014 Schweiz
Personen
Work
Michael Stötzel
Günter Wallraff
Interview
Reportagen
Volltext
„Ich wünsche mir Nachfolger“. Undercover-Rechercheur Günter Wallraff (71) fuhrt neu ein Team junger Journalistinnen und Journalisten, deren verdeckte Recherchen beim Privatsender RTL laufen. Interview Michael Stötzel. Work: Ihr Team Wallraff recherchiert verdeckt bei Zalando oder bei Burger King. Und berichtet dann darüber beim Privatsender RTL, der von der Werbung solcher Unternehmen lebt. Wie passt das zusammen? Günter Wallraff: Ich bin bewusst zu RTL gegangen, weil dort weniger Bürokratie als bei den öffentlichrechtlichen Fernsehanstalten herrscht. Zudem erreiche ich dort Zuschauerinnen und Zuschauer, die ich in anderen Fernsehformaten gar nicht erreichen kann. Vor allem auch Menschen, die unter ähnlichen Bedingungen arbeiten müssen, wie wir sie schildern. Und schliesslich ist der Sender auch juristisch mutiger. Es gibt in unseren Berichten Szenen, die ein Öffentlichrechtlicher nie zu bringen gewagt hätte. RTL hat sich auch sofort eingeschaltet, als Zalando Klage gegen die Undercover-Reporterin Caro Lobig erhob, die im Erfurter Logistikzentrum des Onlinehändlers recherchiert hatte. Und Sie fürchten nicht, dass der Sender, der schliesslich von Werbeeinnahmen abhängig ist, doch noch einen Rückzieher macht? (…). Michael Stötzel.
Work online, 8.5.2014.
Personen > Wallraff Günter. Reportagen. Work. 8.5.2014.
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19.07.1988 Bern
Berner Tagwacht
PTT

Betrieb
Reportagen
Schanzenpost
Volltext
^Die Schanzenpost und ihr Innenleben diese Woche in der Berner Tagwacht. Roter Kleber – eine Stunde Zustell-Zeit. Hektisch geht es kurz nach dem Mittag beim Eilzustellamt der Berner Schanzenpost zu und her. Flinke Hände stempeln und sortieren die soeben von der Bahnpost gebrachten oder abgeholten Briefe und Pakete mit den roten Aufklebern. Um zwei schwärmen 15 Expressbotinnen und -boten auf Mofas und in gelben Autos in die ganze Region Bern aus. Sie müssen wie jeden Nachmittag die Vorgabe ihres Chefs Heinrich Stettler erfüllen: Innert einer Stunde muss jede eilige Sendung - vom eingeschriebenen Brief bis zum Telegramm - beim Adressaten eingetroffen sein. Heidi Sieber ist seit einem Jahr bei der Eil- und Telegrammzustellung. Die 20jährige Postbotin ist eine von sechs Frauen, die für diesen 24-Stunden-Service in der Berner Schanzenpost arbeitet. Sie und ihre 40 männlichen Kollegen sorgen dafür , dass rund um die Uhr die durchschnittlich 3200 eiligen Sendungen pro Tag in der Stadt Bern und 14 Orten der Region (Bolligen, Bremgarten, Gümligen, Ittigen, Köniz, Liebefeld, Muri, Niederwangen, Ostermundigen, Schliern, Spiegel, Stettlen, Wabern und Worblaufen) rasch an ihren Bestimmungsort kommen. An diesem Juli-Nachmittag hat sie für die Tour im Gebiet Egghölzli-Brunnadernl Ostring nur ein Paket und elf Briefe, davon drei eingeschriebene. „Das ist im Vergleich zu Nicht-Ferien-Zeiten wenig.“ Bevor sie ins gelbe PTT-Auto steigt, ordnet Heidi Sieber die Briefe. „Wo finde ich die Firma X.?“, fragt sie den „Abfertiger“, den Abfertigungsbeamten, der die Touren zusammenstellt und die Eilsendungen möglichst gleichmässig (…).
Berner Tagwacht, 19.7.1988.
TW > Schanzenpost. Betrieb. Reportage. TW, 1988-07-19.
Ganzer Text
01.01.1986 Zürich
Limmat-Verlag
Personen
WOZ
Al Imfeld
Res Strehle
Literatur
Reportagen
Fabrikbesichtigungen. Reportagen von Monique Laederach, Al Imfeld, Laure Wyss, Alberto Nessi, Gaston Cherpillod, Isolde Schaad, Mario Macias, Res Strehle, Alexander J. Seiler, Beat Sterchi. 206 Seiten, kartoniert. Limmat-Verlag/Wochenzeitung, Zürich 1986
01.07.1967 Biel
Mörigen
SBHV
Strandhaus Mörigen

Reportagen
Strandhaus Mörigen
Volltext
Beim SBHV am Bielersee. Wo Zelte sich erheben, da ist ein freies Leben… Warum der Bielersee so berühmt ist, darüber streiten sich die GeIehrten. Die einen sehen den Grund in historischen Fakten, darin nämlich, dass das sanfte Nidauerufer, wie zahlreiche Pfahlbauten beweisen, zu den ältesten Wohngebieten der Schweiz gehört, ferner weil ganz in der Nähe sich noch Spuren einer hier vorbeiführenden wichtigen alten Römerstrasse vorfinden. Andere wieder glauben, das Renommee des Bielersees sei eher kulturellen Belangen zuzuschreiben, nämlich dem Umstand, dass sich im Jahr 1765 der Aufklärer Jean Jacques Rousseau auf der Petersinsel aufgehalten hat. Eine dritte Gruppe schliesslich billigt diesen Tatsachen zwar, eine gewisse Bedeutung zu, hält jedoch dafür, dass es kulinarische Gründe sind, die dem Bielersee zu seinem weltweiten Ruf verholfen haben. Sie denken dabei an den Twanner und andere bekannte Weine, die hier gezogen und gepflegt werden. Es gibt auch hier die Qual der Wahl. Noch ist nicht entschieden, welchem der Gründe die höchste Ehre gebührt. Die Landschaft kommt noch vor dem Twanner. (…). Mit zahlreichen Fotos.
Schweizerische Bau- und Holzarbeiter-Zeitung, Nr. 30/31, 1967.
Unia Biel Seeland > Strandhaus Mörigen. Bericht. SBHV-Zeitung, Nr. 30-31, 1967.
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01.01.1961 Nepal
Gewerkschaftliche Rundschau
Personen
Regina Kägi
Fotos
Reportagen
Volltext
Nepal. Wir leben in einer merkwürdigen, äusserst widersprüchlichen Welt. Es ist heute ein Gemeinplatz geworden, dass die Welt zusammengeschrumpft sei. Wir fliegen in 50 Stunden zu unseren Antipoden auf der anderen Hälfte der Erdkugel. Gleichzeitig ist die Welt aber auch grösser geworden: Der unförmige, fast monolithische Block Afrika stellt sich heute als ein Kontinent mit hundert farbigen Facetten dar. Da gibt es nicht mehr nur Nordafrika, Südafrika, Zentralafrika, sondern zwei Kongostaaten, Sudan, Nigeria, Ghana, Kenia, Njassaland, Algerien, Aegypten, Basutaland, und viele andere Staaten treten als mehr oder weniger starke nationale Persönlichkeiten in das Bewusstsein der Menschen. Ganz Aehnliches erleben wir mit Asien; wir hören heute nicht mehr nur von Vorder- oder Hinterindien, von Persien, China oder Indonesien; der riesige Kontinent blättert sich in eine farbige Vielheit von staatlichen Gebilden auf, die ihn unermesslich viel grösser und mannigfaltiger als früher erscheinen lässt. Afrika, Asien, Südamerika - so rufen uns jeden Tag Radio und Zeitungen entgegen. Das sind Sammelnamen, die ebensowenig oder ebensoviel über diese Kontinente aussagen wie das Wort Europa. (…). Mit Foto. Regina Kägi-Fuchsmann, Zürich.
Gewerkschaftliche Rundschau, Heft 1, Januar 1961.
Personen > Kägi-Fuchsmann Regina. Nepal. Reportage. Rundschau, Januar 1961.
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13.07.1923 Sowjetunion
Gemeinde- und Staatsarbeiter, Der
Personen
Max Winiger
Reportagen
Sowjetunion
Volltext
Eindrücke aus Sovietrussland. Anfangs November. In Moskau werden die letzten Handreichungen getan, um die Stadt auf den 5. Jahrestag der russischen Revolution und für den Empfang der Delegierten und Gäste des 4. Weltkongresses der Kommunistischen Internationale zu schmücken. Ueberall erinnern Plakate und Inschriften an die vergangenen und an die Aufgaben der kommenden Zeit. Selbst die Eisenbahn wird in den Dienst der Propagandatätigkeit gestellt. Wir hatten gerade das Glück, bei unserer Abfahrt nach Tscheljabinsk (Sibirien) einen solchen Propagandazug benützen zu können. Mehrere Wagen davon sind mit Bildern aus der Arbeiterbewegung bemalt. Der Tender der Lokomotive z.B; zeigt recht anschaulich den Kampf der Pariser Arbeiter in der französischen Revolution, ein anderer Wagen zeigt wieder Bilder aus der Tätigkeit der russischen Kirche, wie sie ständig zur Unterdrückung des Volkes beigetragen. Auf diese Art wird die Propaganda in die entlegensten Eisenbahnstationen hinausgetragen und die Verkehrsmittel wirken als gute Propaganda für die kommunistischen ldeen. Die russischen Eisenbahnen sind für die Fahrten längerer Dauer sehr praktisch eingerichtet. Die Schnellzüge können nur nach den vorhandenen Plätzen durch Ausgabe von Platzkarten belegt werden, gleichzeitig ist für jeden Sitzplatz auch Schlafplatz dabei, und zwar indem durch eine einfache Vorrichtung die Banklehnen hochgezogen werden und so drei Mann übereinander und drei Mann nebeneinander, (…). Max Winiger.
Der Gemeinde- und Staatsarbeiter, 13.7.1923.
Personen > Winiger Max. Sowjetunion. Reportage. Gemeindearbeiter, 1923-07-13.
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22.06.1923 Sowjetunion
Gemeinde- und Staatsarbeiter Zürich
Personen
Max Winiger
Reportagen
Sowjetunion
Volltext
Eindrücke aus Sovietrussland. Den sichtbar grössten Vorteil aus der Revolution hat momentan sicher die Jugend. Wer die Verhältnisse unter dem Zarentum im Schulwesen, in der Jugendfürsorge, im Lehrlingswesen etc. kannte oder gar miterlebte, der weiss den jetzigen Zustand zu schätzen. Ueber 80 Prozent Analphabeten unter dem Väterchen Zar, das sagt zur Genüge, was früher für die Jugenderziehung, für das Volk getan wurde. Die proletarische Regierung hat auf dem Gebiete der Volksbildung schon Riesiges geleistet. Mit der Umwälzung schossen wie Pilze die Schulen, Kinderheime, Kinderkrippen und Kinderfürsorgeanstalten aus dem Boden. Jedes Bauerndörfchen war stolz auf seine eigene Schule, die vielfach unter Leistung von unbezahlter Arbeit gebaut wurde. In Moskau war ich gar oft Gast im internationalen Kinderstädtchen. An der Peripherie Moskaus liegen im Wald zerstreut kleine Sommerhäuschen, früher der Aufenthaltsort der Moskauer Kapitalisten, jetzt bevölkert mit lebensfrohen Kindern von drei bis sechzehn Jahren. Das Kinderstädtchen, das nach dem Namen der kommunistischen Internationale benannt ist, ist wohl eine der besten Kinderkolonien in ganz Russland, Die von der Kolonie verpflegten 800 Kinder sind eingeteilt in erster Linie nach ihrer Entwicklung, wobei das Alter weniger eine Rolle spielt. Jedes Kind wird nach seiner Aufnahme in der allgemeinen Abteilung acht Wochen auf seine Fähigkeiten und Charaktereigenschatten von guten Pädagogen beobachtet und nachher (…). Max Winiger.
Gemeinde- und Staatsarbeiter, 22.6.1923. .
Gemeinde- und Staatsarbeiter, Der > Sowjetunion. Reportage. Gemeindearbeiter, 1923-06-22.
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01.06.1923 Sowjetunion
Gemeinde- und Staatsarbeiter, Der
Personen
Sozialismus
Max Winiger
Reportagen
Sowjetunion
Volltext
Eindrücke aus Sovietrussland. Wie schon erwähnt, macht das Industrieproletariat einen kleinen Teil der Gesamtbevölkerung Russlands aus. So zählt z.B. heute Petrograd 120‘000, Moskau 150‘000, das Uralgebiet 340‘000, das Donezbecken 126‘000 Fabrikarbeiter. Vor dem Krieg war ein Drittel des gesamten Industriekapitals im Auslande investiert. Bei dem Ausbruch der Revolution trat natürlich eine noch viel grössere Kapitalflucht ins Ausland ein, der erst die Nationalisierung der Banken im Dezember 1917 und die Nationalisierung der Privatindustrie im Juni 1918 ein Ende bereitete. Der Beschluss der Sovjets der Volkskommissäre lautete: „Zwecks entschlossenen Kampfes mit der Zerrüttung in der Wirtschaft und im Verpflegungswesen und zur Festigung der Diktatur der Arbeiterklasse und der armen Bauern hat der Soviet der Volkskommissäre beschlossen, die unten genannten Industrie- und Handelsunternehmungen mit all ihrem Kapital und Gütern, worin sie auch bestehen mögen, als Eigentum der russischen sozialistischen Föderativ-Sovietrepublik zu erklären." Mit der Ausführung dieses Dekretes wurden natürlich der Sovietregierung ungeheure Aufgaben überbunden. Die im Solde der Kapitalisten stehenden Techniker, Ingenieure, Bankbeamten etc, traten zum grössten Teil in Ausstand oder sabotierten, und es waren einfache, ungeschulte Arbeiter, die die Betriebe leiten mussten. Ferner glaubte ein Teil der Arbeiterschaft, dass mit der Absetzung der Vorgesetzten und der Wahl von Betriebsräten ihr Ziel (…). Max Winiger.
Der Gemeinde- und Staatsarbeiter, 1.6.1923.
Personen > Winiger Max. Sowjetunion. Reportage. Gemeindearbeiter, 1923-06-01.
Ganzer Text
25.05.1923 Sowjetunion
Gemeinde- und Staatsarbeiter, Der
Personen
Sozialismus
Max Winiger
Reportagen
Sowjetunion
Volltext
Eindrücke aus Sovietrussland. Es war wohl das denkbar schlechteste Erbe, das die russische Arbeiterschaft nach dem Sturze des Zarismus' im Jahre 1917 unter der Leitung der Menschewiken (Koalitionsregierung) im November 1917 unter den Kommunisten (rein proletarische Regierung) antreten musste. Russland ist ein ausgesprochener Agrarstaat. Von den zirka 160 Millionen Einwohnern sind höchstens etwa 40 Millionen Industriearbeiter. Trotz Aufhebung der Leibeigenschaft im Jahre 1861 wurde der Bauer niemals frei. Wirtschaftlich vollständig abhängig von den Kulaken (Grossgrundbesitzer), denen er für seine Freiheit ein solch grosses Lösegeld bezahlen musste; dass er nie aus den Schulden herauskam, verarmte der russische Bauer immer mehr. Eine Folge davon war ein steter Rückgang der Anbaufläche, die in den Jahren 1865 bis 1891 nach staatlichen Erhebungen in den einzelnen Provinzen bis zu 45 Prozent betrug. Bauernaufstände und Hungersnot waren ständige Begleiterscheinungen der zaristischen Herrschaft. Durch den vierjährigen Weltkrieg führte diese Misswirtschaft zu einem vollständigen Chaos. Was der Bauer noch hatte an Vieh und Nahrung, wurde zum grössten Teil requiriert. Anstatt die Aecker zu bebauen, musste auch hier der Landmann am Völkermord teilnehmen. Die Maschinenindustrie wurde umgestellt auf die Kriegsindustrie. Das Verkehrswesen vollständig von der Armee in Anspruch genommen, was zur Folge hatte, dass nach Beendigung des Weltkrieges (…). .
Der Gemeinde- und Staatsarbeiter, 25.5.1923.
Personen > Winiger Max. Sowjetunion. Reportage. Gemeindearbeiter, 1923-05-25.
18.05.1923 Sowjetunion
Gemeinde- und Staatsarbeiter, Der
Personen
Max Winiger
Reportagen
Sowjetunion
Volltext
Eindrücke aus Sovietrussland. Wir gedenken, als Feuilleton, das mehrere Nummern umfassen soll, einen Bericht unseres Mitarbeiters Gen. Winiger zu veröffentlichen, in der Hoffnung, unseren Verbandsmitgliedern damit nicht nur Unterhaltung, sondern ebenso sehr Belehrung bieten zu können. Genosse Winiger, der, wie bekannt, vom Verband beurlaubt war, um sich während eines Jahres dem Dienst der internationalen Arbeiterhungerhilfe zu widmen, hat in den verschiedenen Gegenden Russlands und unter verschiedenen Bevölkerungskreisen lebend, reiche Eindrücke sammeln können. Sie mögen, wie alle derartigen Schilderungen auf subjektiven, persönlichen Erfahrungen beruhen, bieten aber als Ganzes ein gutes und, wir dürfen dies behaupten, möglichst unparteiisches Bild der Verhältnisse im einzigen Staat, der bisher eine durchgreifende soziale Umgestaltung versucht hat. „Im April 1922 reiste ich im Dienste der internationalen Arbeiterhilfe nach Russland. Die Fahrt, die mich durch Deutschland, Polen, Littauen, Lettland über Riga nach Moskau führte, zeigte fast überall dasselbe Bild. Den Ein- und Austritt in ein anderes Land spürte man lediglich an dem Befehl des Zollbeamten: „Bitte, Pässe vorweisen und Koffer öffnen!". Und nachdem man pflichtbewusst immer seinen, Tribut geleistet und dem Staat seine Steuer entrichtet, konnte man weiterfahren, eine Zeitlang begleitet von den Klagen der Reisenden, die beim Geldumwechseln soundsoviel eingebüsst oder denen der Zollbeamte irgend eine Kleinigkeit, weil eben (…). Fortsetzung folgt..
Der Gemeinde- und Staatsarbeiter, 18.5.1923.
Personen > Winiger Max. Sowjetunion. Gemeindearbeiter, 1923-05-18.
Ganzer Text
18.05.1923 Lettland
Sowjetunion
Personen
Max Winiger
Reportagen
Volltext

Eindrücke aus Sovietrussland. Wir gedenken, als Feuilleton, das mehrere Nummern umfassen soll, einen Bericht unseres Mitarbeiters Genosse Max Winiger zu veröffentlichen, in der Hoffnung, unseren Verbandsmitgliedern damit nicht nur Unterhaltung, sondern ebenso sehr Belehrung bieten zu können. Genosse Winiger, der, wie bekannt, vom Verband beurlaubt war, um sich während eines Jahres dem Dienst der internationalen Arbeiterhungerhilfe zu widmen, hat in den verschiedenen Gegenden Russlands und unter verschiedenen Bevölkerungskreisen lebend, reiche Eindrücke sammeln können. (...). Fortsetzung folgt. Max Winiger.

Der Gemeinde- und Staatsarbeiter, 1923-05-18.
Personen > Winiger Max. Sowjetunion. 1923-05-18.doc.

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