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Anzahl gefundene Artikel: 6

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09.06.2020 Schweiz
Notime AG
Post
Syndicom

GAV
Notime AG
Volltext
Die Mitarbeitenden von Notime Schweiz AG erhalten einen eigenen GAV. Verbesserte Arbeitsbedingungen.
Das Kurier- und Technologieunternehmen Notime, die Schweizerische Post als Hauptaktionärin, die Gewerkschaft Syndicom und der Personalverband transfair haben sich auf einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) geeinigt. Die rund 580 Mitarbeitenden der Notime (Schweiz) AG erhalten per 1. Oktober 2020 einen eigenen GAV. Die involvierten Partner verständigten sich auf Arbeitsbedingungen, die deutlich über den Mindeststandards liegen. Der neue GAV berücksichtigt insbesondere die Interessen der Teilzeitmitarbeitenden, da er ihnen ein regelmässiges Einkommen sichert. Ab 1. Oktober 2020 sind die Mitarbeitenden von Notime in einem GAV angestellt. Die GAV-Verhandlungen zwischen Notime, der Schweizerischen Post als Hauptaktionärin, Syndicom und Transfair waren geprägt von einer partnerschaftlichen und konstruktiven Zusammenarbeit. Die Verhandlungspartner einigten sich auf einen GAV. Dieser schafft für die rund 580 Mitarbeitenden von Notime, die grossmehrheitlich in der same-day-delivery für Food- und E-Commerce-Produkte arbeiten, verbesserte Arbeitsbedingungen. So wird für regelmässige Sonntagsarbeit ein Lohnzuschlag von 5 Prozent ausbezahlt und die Mitarbeitenden im Monatslohn haben Anrecht auf neun bezahlte Feiertage pro Jahr (bisher sechs Feiertage). Der vereinbarte Mindestlohn liegt über dem branchenüblichen Durchschnittslohn und die Wochenarbeitszeit beträgt 42 Stunden. (…). 
Syndicom, 9.6.2020.
Syndicom > Notime Schweiz AG. GAV. Syndicom, 2020-06-09.
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29.10.2018 Schweiz
Notime AG
Syndicom
Velokurier

GAV
Notime AG
Velokurier
Volltext
Internationale Vereinigung von Kurieren gegründet. An einer Konferenz mit über hundert KurierInnen aus zwölf europäischen Ländern wurde am vergangenen Freitag in Brüssel die „Transnational Cooperation of Couriers“ gegründet. Ziel der Organisation ist es, gemeinsam für Regulierungen des Kurierwesens zu sorgen und damit einen Preiskampf auf dem Buckel der Arbeitnehmenden zu verhindern. International tätige Firmen wie Foodora, Deliveroo und viele andere versuchen, via Scheinselbständigkeit und reinen Stücklöhnen die Geschäftsrisiken auf die Arbeitnehmenden abzuwälzen. In der Schweiz konnte dies bislang verhindert werden. Beispielsweise mussten Firmen wir NoTime ihr Geschäftsmodell in der Schweiz anpassen. NoTime wurde in der Zwischenzeit von der Schweizerischen Post übernommen. Sie sind jedoch noch keinem Gesamtarbeitsvertrag angeschlossen. Syndicom wird weiterhin Druck auf NoTime ausüben, damit sie sich einem GAV anschliessen. Syndicom verhandelt einen GAV für Schweizer Kuriere. Syndicom befindet sich zurzeit in Verhandlungen über einen Gesamtarbeitsvertrag für Kurierdienste. Die Verhandlungen verfolgen das Ziel, faire Regeln für alle zu schaffen. Ein Vertragsabschluss sollte wenn möglich noch vor dem Markteintritt dieser international operierenden Firmen in die Schweiz gelingen. Ansonsten muss befürchtet werden, dass ein Preiskampf auf dem Buckel der Arbeitnehmenden entsteht. Dies gilt es unter allen Umständen und zum Wohle der hier tätigen Kuriere zu verhindern. (...).
Syndicom. Post. Medienmitteilung, 29.10.2018.
Syndicom > Velokuriere. GAV. Syndicom, 2018-10-29.
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15.03.2018 Schweiz
Notime AG
Post
Syndicom

GAV
Notime AG
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Post kauft "NoTime" und muss Verantwortung übernehmen. Heute hat die Post angekündigt, dass sie eine Mehrheit an der Firma "NoTime" kauft. Damit übernimmt die Post auch eine Mitverantwortung, dass dieser weitgehend unregulierte Teil der Logistikbranche in geordnete Bahnen gelenkt wird. Syndicom fordert die baldige Aufnahme von GAV-Verhandlungen. Bereits jetzt steht Syndicom mit dem Arbeitgeberverband SwissMessengerLogistics (SML) in Verhandlungen für einen GAV für Velokuriere und andere Kurierdienste. "NoTime" hat sich bislang geweigert, GAV-Verhandlungen aufzunehmen und ist auch dem Arbeitgeberverband SwissMessengerLogistics (SML) nicht beigetreten. Mit der Übernahme durch die Post muss jetzt ein Umdenken stattfinden. PostLogistics darf nicht konkurrenziert werden. Das Haupttätigkeitsgebiet von "NoTime" ist die Same-Day-Delivery. Damit stösst die Post in ein für sie weitgehend neues Feld vor, was grundsätzlich zu begrüssen ist. Allerdings wird Syndicom darauf pochen, dass keine Arbeit von PostLogistics an "NoTime" ausgelagert wird. Es kann nicht sein, dass die Post ihr Stammhaus mit Unternehmen konkurrenziert, die nicht dem GAV-Post unterstehen. Umgang mit Plattformen klären. Die Übernahme ist für die Post auch ein weiterer Schritt im Rahmen der Digitalisierung. (…).
Syndicom, 15.3.2018.
Syndicom > No-Time. Post. Syndicom, 2018-03-15.
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07.09.2017 Schweiz
Notime AG
WOZ

Arbeitsbedingungen
Velokurier
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Die Tagelöhner des digitalen Kapitalismus. Gegenwärtig werden viele hippe Unternehmen gegründet, es zeichnen sich aber auch neue soziale Kämpfe ab. Europaweit gehen VelokurierInnen, die für Onlineplattformen tätig sind, auf die Barrikaden. Der digitale Kapitalismus boomt: In der jüngeren Vergangenheit sind ungeahnte Geschäftsmodelle entstanden, hippe Unternehmen wie Amazon, Airbnb oder Uber verzeichnen astronomische Wachstumsraten und schaffen ihren KundInnen bequeme und billige Konsummöglichkeiten. Aber das ist nur die eine Seite. Auf der anderen stehen Menschen wie Georgia Palmer – Menschen mit Wut im Bauch. „Heute bringen wir den Protest direkt zur Zentrale von Deliveroo. Ohne uns wären die Büros hier leer, ohne uns würde Deliveroo nicht existieren!“, ruft die junge Frau in ein Megafon. Georgia Palmer lebt in Berlin, wo sie studiert; ihren Lebensunterhalt bestreitet sie als Velokurierin. Gemeinsam mit der anarchistischen Basisgewerkschaft FAU hat sie an diesem heissen Sommertag einige Dutzend ihrer KollegInnen für eine Velodemonstration durch die deutsche Hauptstadt mobilisiert. Der Protest richtet sich gegen die Onlineplattformen Deliveroo und Foodora. Die beiden einstigen Start-ups, die heute international agierende Konzerne sind, liefern sich in Berlin seit Monaten einen harten Verdrängungswettbewerb. Das Geschäftsmodell ist in beiden Fällen dasselbe: KundInnen können via Internet Essen bei mit Deliveroo und Foodora kooperierenden Restaurants ordern, (…). Daniel Hackbarth.
WOZ, 7-9-2017.
WOZ > Velokuriere. Arbeitsbedingungen. WOZ, 2017-09-07.
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06.09.2017 Zürich
Notime AG
Unia Schweiz

Arbeitsbedingungen
Notime AG
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Kurierplattform verweigert Gespräch über Anstellungsbedingungen. Notime-Angestellte protestieren für ihre Rechte. Seit 2015 stellt der Velo-Kurierdienst Notime mehrheitlich junge Menschen als Scheinselbständige an und schickt sie unter grossem Zeitdruck ohne Versicherungsschutz auf die Strasse. Die Fahrer/innen haben sich an die Unia gewandt und der Gewerkschaft ein breites Mandat für Verhandlungen mit Notime gegeben. Doch die Firma verweigert Gespräche. Heute protestieren die Notime-Angestellten in Bern. Beim Kurierdienst Notime herrschen üble Zustände: Über seine Online-Plattform beschäftigt Notime über 400 Personen als Scheinselbständige. Seit über zwei Jahren fahren Kurier/innen für 22-25 Franken pro Stunde ohne Sozialleistungen, ohne Entschädigung für Fahrräder und ohne Unfallversicherung. Sie erhalten auch keine Ferienzulagen, keine Feiertagsentschädigung, keinen Lohn bei Krankheit oder Unfall und keinen 13. Monatslohn. Auf Druck der Öffentlichkeit und der Sozialversicherungen stellt Notime ab 1. Oktober seine Fahrer/innen an. Doch dafür sollen die Angestellten teuer bezahlen: Mit der Unterzeichnung der neuen Verträge sollen sie alle Ansprüche auf ihnen zustehende Leistungen aus der Vergangenheit aufgeben. Schlechte Anstellungsbedingungen. Die von Notime offerierten Arbeitsbedingungen ab 1. Oktober sind zudem ungenügend. Neben der Aufgabe aller Ansprüche sollen die Fahrer/innen neuerlich eine Probezeit absolvieren. Weiterhin gibt es keinen Auslageersatz für private Arbeitsgeräte. Auch die Stundenlöhne (…).
Unia Schweiz, 6.9.2017.
Unia Schweiz > Notime Velokurrier. Arbeitsbedingungen. Unia Schweiz, 2017-09-06.
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19.01.2017 Zürich
Notime AG
Personen
Work
Christian Egg
Notime AG
Selbständigerwerbende
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Velolieferdienst zahlt weder Sozialabgaben noch Unfallversicherung. Wer bei Notime AG nicht brav strampelt, wird geschasst. Notime kümmert sich noch ein bisschen weniger um die Rechtslage als der Dumpingfahrdienst Uber. Ein Ex-Fahrer packt aus. Vier Sätze genügten dem Chef, um Velokurier Marcel Graf* rauszuwerfen. Per Mail liess er diesen wissen: „Leider sehe ich nicht, wie wir in Zukunft zusammenarbeiten können.“ Von einem Moment auf den anderen war Graf den Job los. Ziemlich genau ein Jahr lang hatte der 33jährige für den Velolieferdienst Notime gearbeitet. Das junge Start-up-Unternehmen nahm 2015 in Zürich den Betrieb auf und expandierte rasch nach Basel, Bern, Winterthur, Luzern und St. Gallen. Per Velo liefern die Kurierinnen und Kuriere Waren aus, etwa für das Warenhaus Manor, für die Essensplattform eat.ch, den Elektronikhändler Brack oder die Edel-Confiserie Sprüngli. Laut eigenen Angaben beschäftigt die Firma schon über 300 Fahrerinnen und Fahrer. Gegenüber Work erklärt Notime, sie habe „aktuell“ auch Fahrer mit einem Teilzeitpensum angestellt. Zwei Drittel der Lohnsumme gehen laut der Firma aber an „Freelance-Fahrer“ wie Marcel Graf. Scheinselbständig. Notime konnte Marcel Graf deshalb sofort los werden, weil sie ihn gar nicht richtig angestellt hat. Er und viele andere bekamen nur eine „Rahmenvereinbarung“. Auf dem Papier sind sie „Selbständigerwerbende“. Tönt grossartig, ist aber mies: Die Kurierinnen und Kuriere haben keine Ferien, keine Unfallversicherung. (…). Christian Egg.
Work online, 19.1.2017.
Personen > Egg Christian. Notime AG. Sozialleistungen. Work, 2017-01-19.
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