Gewerkschaftschronik
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 DatumOrtKapitelPersonenStichworteArtikel
01.11.1971 Schweiz
Gewerkschaften
Personen
Konrad Farner
René Mahrer
Einheitsgewerkschaft
Gewerkschaftspolitik
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Wo ist dein Bruder? Ueber alle Unterschiede und Streitigkeiten hinweg sei dies die entscheidende praktische Frage, die heute sowohl an die Christen wie an die Marxisten gestellt sei. Zu solchem Schluss kommt Konrad Farner in seinem neuesten Buch „Theologie des Kommunismus?“, das im Stimme-Verlag Frankfurt a.M. erschienen ist. Mit Vehemenz und grosser Sachkenntnis setzt er sich für den Dialog zwischen diesen beiden weltbewegenden Protagonisten ein und ruft sie zu gemeinsamem Handeln zum Wohle des Menschen auf. Wo ist dein Bruder? Es ist unverkennbar, dass diese Frage den von Farner in seinem Buch heraufbeschworenen geschichtlich-philosophischen Rahmen vollgültig zu besetzen vermag. Aber es ist ebenso unverkennbar, dass diese Frage den abgesteckten Rahmen bei weitem sprengt. Sie ist zur Frage unseres Jahrhunderts schlechthin geworden! Ob in den grossen politisch-wirtschaftlichen Bezügen heutigen Weltgeschehens oder in den kleineren unserer täglichen menschlichen Begegnungen: in wachsender Grösse stellt sich diese Frage zwischen uns und fordert unser fundamentales Verständnis für sie heraus. Und dabei - das sei gleich beigefügt - genügt es nicht, dass unser Intellekt diese Frage bewältigt. Es ist unsere Gefühlskraft und deren Intensität, mit der wir die zentrale Bedeutung dieses Anrufes wieder aufgreifen und einholen müssen. (…). Rene Mahrer, Zürich.
Gewerkschaftliche Rundschau, Heft 11, November 1971,
Personen > Mahrer René. Gewerkschaftseinheit. Rundschau, November 1971.
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01.06.1971 Schweiz
Gewerkschaftliche Rundschau
Personen
Philosophie
René Mahrer
Freiheit
Volltext
Das Individuum und seine Freiheit. „Unsere Ordnung ist dem Glück der Menschheit und der menschlichen Selbsterfüllung feind“. Erich Fromm in „Die Furcht vor der Freiheit“. Bald naht das Jahr 2000. Noch immer führen die Menschen im Namen der Freiheit verbissene, blutige Kriege. Immer neue Generationen werden unter dem Aspekt der Freiheit zum Töten angehalten, und es scheint, dass uns die Freiheit umsomehr abhanden kommt, je mehr Menschen in ihrem Namen getötet werden. Es wird im Folgenden versucht, dem Begriff der Freiheit nachzuspüren. Dieser Begriff kann in einem Aufsatz auch nicht annähernd geklärt werden. Aber wenn anhand einiger Aspekte in bezug auf die Freiheit des Individuums der Freiheitsbegriff aus der Verstrickung, in die er geraten ist, etwas herausgelöst und durchschaubarer gemacht werden kann, so ist damit Wesentliches gewonnen. Die Frage nach der Freiheit ist zugleich immer die Frage nach dem Menschen und umgekehrt. Von welcher Seite auch immer dieses Problem angegangen wird, es erhebt sich in jedem Fall die Frage: Freiheit wovon und wozu? Blenden wir kurz in jene Epoche zurück, in der sich der Mensch zum erstenmal als ein Individuum begriff, in die Neuzeit, die das ausgehende Mittelalter ablöste. (…). René Mahrer, Zürich
Verwendete Literatur: Erich Fromm: „Die Furcht vor der Freiheit“.
Gewerkschaftliche Rundschau, Heft 6, Juni 1971.
Personen > Mahrer René. Freiheit. Individuum. Rundschau, Juni 1971.
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01.04.1971 Vietnam
Gewerkschaftliche Rundschau
Personen
Günter Eich
René Mahrer
Folter
Krieg
Volltext
Zwei Menschen. Nein, schlaft nicht, während die Ordner der Welt geschäftig sind. Seid unbequem, seid Sand, nicht das Oel im Getriebe der Welt. Günter Eich. Die Nationalitäten der beiden Menschen sind beliebig auswechselbar. Je nach der Zeitepoche, dem Jahrhundert, dem Jahrzehnt, in die der geneigte Leser die nachfolgenden zwei. Episoden ansiedeln will. Es steht ihm das Recht zu: Namen auszuwechseln, sie durch andere zu ersetzen, sich eine Zeitepoche, ein Jahrhundert, ein Jahrzehnt, oder auch nur eine andere Episode der Geschichte auszusuchen. Die Moral bleibt dieselbe. Ich denke: Sie hätten sich in Paris begegnen können. Auf dem Place de I'Etoile. Beim Arc de Triomphe. Zwei Menschen. Beide im Begriff, mit ihren Kameras den Triumphbogen möglichst vorteilhaft auf den Film zu bannen. Und dabei hätte es geschehen können: Beim einen der beiden (einem grossgewachsenen Amerikaner) hätte in diesem Augenblick mit der Kamera etwas nicht geklappt. Und der andere (ein kleingewachsener Vietnamese), der zufällig mit einer gleichen Kamera daneben stand, hätte dem grossgewachsenen Amerikaner bei der Reparatur der Kamera beigestanden. Und dabei hätten sie ihre gemeinsame Leidenschaft für dieselbe Kamera entdeckt. Und für Paris. Und für die Welt. Und für Begegnungen. (…). Günter Eich.
Gewerkschaftliche Rundschau, Heft 4, April 1971.
Personen > Eich Günter. Zwei Menschen. Rundschau, April 1971.
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01.12.1970 Schweiz
Gewerkschaftliche Rundschau
Personen
Max Frisch
René Mahrer
68er-Bewegung
Bourgeoisie
Volltext
Geld und Geist. In seinem Roman „Stiller“ formulierte Max Frisch vor etlichen Jahren folgenden bemerkenswerten Satz: „Sie hatten Glück, Herr Doktor, dass Hitler damals eure Souveränität und damit euer Geschäft bedroht hat; damit verbot sich die eigene Entwicklung zum Faschismus. Aber Sie glauben doch nicht im Ernst, dass das schweizerische Bürgertum, als einziges in der Welt, kein Gefälle habe zum Faschismus, wenn er einmal ihr Geschäft nicht bedroht, sondern steigert? Die Probe wird nicht ausbleiben, lieber Doktor, ich bin gespannt.“ Diese Probe ist nicht ausgeblieben! Seit jener Bedrohung des schweizerischen Geschäftes durch Hitler sind rund 25 Jahre vergangen. In diesen 25 Jahren konnte sich das Geschäft entwickeln und steigern zur überbordenden, von fiebrigem Gelddenken genährten Hochkonjunktur. Einer Hochkonjunktur, die nicht zuletzt die Folge von blutigen Kriegen ist, die mit brutalen, faschistischen Methoden geführt werden. Unser Volk steht schon längst mitten in jener Probe, auf die Frisch in seinem „Stiller“ hingewiesen hat. Können wir noch gespannt sein, wie diese Probe ausgehen wird? Leider nicht. Es ist evident: Unser vielgepriesener, spezifischer Volkscharakter hat der Verführung durch das klingende Geschäft nicht standgehalten. Dem Heldenmythos von einem besonders charakterstarken Volk von Brüdern (gegen jede Tyrannenmacht!) wurde ein tüchtiger Stoss versetzt - der Todesstoss vielleicht; es sei denn, es geschehe in unserem Lande endlich etwas Tapferes. (…). Rene Mahrer, Zürich.
Gewerkschaftliche Rundschau, Heft 12, Dezember 1970.
Personen > Mahrer René. 68er-Bewegung. Bourgeoisie. Rundschau, Dez. 1970.
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