Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 6

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02.06.2016 Schweiz
Landwirtschaft
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Ideologie
Landwirtschaft
Volltext
Bauernart. Editorial von Marie-Josée Kuhn, Chefredaktorin Work. Die Schweiz vergoldet ihre Bauern. Erstens erhalten sie von Bund, Kantonen und Gemeinden pro Jahr gut 4 Milliarden Franken Subventionen in Form von Direktzahlungen. Zweitens führen hohe Abschottungszölle zu hohen Preisen. Das macht rund 8000 Franken direkte und indirekte Subventionen pro Hektare aus. Doch zu viel ist offenbar nicht genug: Jetzt wollen sie auch noch ihre Grundstückverkäufe steuerfrei tätigen können. Die rechte Mehrheit im Nationalrat hat ihnen dieses 400-Millionen-Geschenk gerne gemacht. Als Dankeschön, dass die Bauernvertreter für die Unternehmenssteuerreform III stimmten. Ob so viel Unverfrorenheit lupft es auch SGB-Chefökonom Daniel Lampart den Hut. „Die Bauern leben auf unsere Kosten“, seien aber nicht einmal dem Arbeitsgesetz unterstellt, sagt er. Auch hätten sie Gesamtarbeitsverträge und Mindestlöhne immer bekämpft. Lampart: „Der Staat muss die Bauern endlich zu einem guten GAV zwingen.“ Gut gebrüllt, Kollege Lampart! Höchste Zeit, schlagen auch die Gewerkschaften in Sachen Käserei in der Vehfreude schärfere Töne an. Denn: Bodigt der Ständerat das bäuerliche 400-Millionen- Steuergeschenk nicht, wird es ein 200-Millionen-Loch in die AHV reissen. Jährlich! Die Schweiz war noch nie ein Arbeiter-und-Bauern-Staat. Schon die BGB, Vorläuferin der SVP, marschierte stramm rechts. Meinem dicken Seeland-Bauern-Götti war mein Uhrenarbeiter-Vater stets ein Dorn im Auge gewesen. (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 2.6.2016.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Ideologie. Landwirtschaft. Work online, 2016-06-02.
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18.02.2011 Schweiz
Jugend
Personen
Work
Oliver Fahrni
Ideologie
Jugendarbeitslosigkeit
Volltext

Die verlorene Generation. Sei alles, nur kein Opfer! Oliver Fahrni. Unter Jugendlichen kursiert eine merkwürdige Beleidigung: „Opfer!“. Das ist stärker als „Arsch2,  „Wichser“ oder „Bitsch“. „Du bist Opfer!“ sagt man nur seinem ärgsten Feind. Das „Opfer“ hat weder Mitgefühl noch Hilfe zu erwarten, es wird als Verlierer abgeschrieben. Opfer sind selbst schuld. Angst. Daraus spricht nackte Angst. Die Angst, selbst Opfer zu werden. Rushit sagt im Film „Moi c'est moi“: „Entweder hast du Freunde, oder du bist einfach Opfer.“ In diesem Satz steckt die ganze Brutalität der Verhältnisse. Fast die Hälfte jener, die in der Schweiz um Sozialhilfe betteln müssen, sind jünger als 25. Mehr als die Hälfte von ihnen haben kein anderes Einkommen. Offiziell sind nur 4 Prozent der Jugendlichen arbeitslos. (...).

Work. Freitag, 2011-02-18.

Fahrni Oliver. Jugend. 2011-02-18.pdf

24.05.2007 Schweiz
Gurtenmanifest
Personen
Work
Matthias Preisser
Gurtenmanifest
Ideologie
Volltext

Der „dritte Weg“ hat abgedankt Die Website des Gurtenmanifests gibt es längst nicht mehr. Doch die Konzepte von Simonetta Sommaruga und Konsorten holen auch SP-Mitglieder immer wieder gerne aus der Mottenkiste. Weiter nach rechts, Hinwendung zur Mittelschicht, „ideologischen Ballast“ abwerfen, Abschied vom Klassenbegriff, Globalisierung akzeptieren, mehr Markt und Wettbewerb, weniger Staat – was die Politauguren der SP nach der Niederlage bei den Zürcher Wahlen raten, ist weder neu noch besonders erfolgreich. Sondern unter dem Begriff „dritter Weg“ entweder bereits gescheitert oder gerade dabei abzudanken. Nämlich in Grossbritannien, wo Labour-Chef Tony Blair, einer der Vorreiter des „dritten Wegs“, Ende Monat geht. Blairs Partei- und Gesinnungsgenosse Gerhard Schröder hatte in Deutschland schon Zahltag und wurde als Bundeskanzler abgewählt. (...). Mattthias Preisser.

Work online, 24.5.2007.
Personen > Preisser Matthias. Gurtenmanifest. Work. 2007-05-24.

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01.05.1950 Schweiz
Bildungsarbeit
Personen
Otto Zimmermann
Ideologie
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Die Gefahr der inneren Armut. Eine Bewegung ist dann keine Bewegung mehr, wenn sie nicht fliesst, wenn der Strom nicht wächst, wenn sie sich darauf beschränkt, in Erstarrung das Erreichte zu erhalten. Unsere Bewegung hat es mit Menschen zu tun, Menschen, die auch Herzen, Sehnsüchte, seelische Triebkräfte haben. Eine Bewegung, die nicht den ganzen Menschen erfasst, ist seiner auch nicht sicher. Das haben uns die Katastrophen der letzten beiden Jahrzehnte in den Ländern ringsum zur Genüge bewiesen. Die Ausnahme in einem kleinen Lande beweist nichts Gegenteiliges. Wer die Verantwortung für die Weiterentwicklung der Arbeiterbewegung fühlt und mittragen will, wird immer wieder die Richtigkeit ihrer Grundsätze, auch die der Arbeiterbildung, überprüfen helfen. „Wie arm ist unser kulturelles Leben im Vergleich zu unserem politischen Sektor!“ sagte mir kürzlich ein Kollege, der resigniert beiseite steht. Er fügte noch hinzu: „Und wie reich sind doch ihre Möglichkeiten, wenn man sich ihrer nur bedienen wollte!“ Solche Stimmen dürfen nicht leichtfertig überhört werden, sie müssen auf ihre Berechtigung hin immer wieder überprüft werden. Ist es denn wirklich so, dass der innere Reichtum, der der Arbeiterbewegung zur Verfügung steht, nicht allenthalben in Anspruch genommen wird? (…).Otto Zimmermann.
Bildungsarbeit, Heft 4, Mai 1950.
Personen > Zimmermann Otto. Ideologie. Bildungsarbeit, Mai 1950.
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01.03.1942 BS Kanton
Bildungsarbeit
Personen
Otto Zimmermann
Ideologie
Malerei
Volltext
Hat die Masse recht? Die allgemeinen Grundlagen und Richtlinien für sittliche und politische Entscheidungen in einem demokratischen Staatswesen werden durch das Mittel der Abstimmungskämpfe, zuweilen auch durch andere Aeusserungen der öffentlichen Meinung, bestimmt, massgebend ist also das Urteil der Mehrheit. Hat diese Masse immer recht? Eine Gewissensfrage, vor die sich ein Demokrat oft gestellt sieht, besonders dann, wenn diese Masse einmal entgegen seiner persönlichen Auffassung entscheidet. Hat nicht ein aussergewöhnlicher kluger einzelner oft richtiger geurteilt und regiert als ein ganzes Volk selbst? Es kann nichts schaden, wenn immer und immer wieder die Methoden der Demokratie auf ihre Richtigkeit hin untersucht werden - vor allem auch im Lichte aktueller Vorkommnisse. Ein Beispiel aus dem Alltag: In Basel wurde kürzlich in der Nacht von unbekannten Tätern das neue Wandbild des 60jährigen Malers Pellegrini, das an öffentlichem Platze das neue Casinogebäude ziert, mit roter Farbe verschmiert. Das Bild, anlässlich seiner kürzlichen Enthüllung von Kunstsachverständigen und von der Presse begeistert besprochen, hat zum Thema die Huldigung der Musen an Apoll. Der junge Gott selber und die Musen sind unbekleidet dargestellt. (…).
Otto Zimmermann.
Bildungsarbeit, Heft 2, März 1942.
Personen > Zimmermann Otto. Ideologie. Bildungsarbeit, Heft 2, März 1942.
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30.07.1915 Schweiz
Personen
Strassenbahner-Verband
Strassenbahner-Zeitung
Fritz Lanz
Ideologie
Klassenkampf
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Herrschaftsprinzip und soziales Prinzip (Schluss). Heute wird viel von Imperialismus gesprochen. Wir wollen diesen auf Kosten des  Proletariates  betätigten  Machtfaktor nicht definieren; aber etwas ableiten von diesem Wort, nämlich: Das Proletariat ist zu wenig imperialistisch! Es begnügt sich mit dem, was man ihm gnädigst gibt, es  kommt ihm  nicht in den Sinn,  sich wenigstens das zu nehmen, was ihm gehört. Nein, es gibt sich mit einem Almosen zufrieden und überlässt  einer Minderheit der  Menschheit  den ihm  zukommenden Teil.  Ich habe das Vorstehende betitelt: „Herrschaftsprinzip und soziales Prinzip“. Aus dem, was ich bis jetzt geschrieben habe, geht deutlich hervor: Das Proletariat vertritt  noch  viel  zu  wenig  das  soziale Prinzip,  findet sich in diesem noch nicht zurecht.  Das Herrschaftsprinzip ist im Fühlen, Denken und Handeln noch so tief im Arbeiterleben eingegraben,  dass es furchtbar schwer hält, der Masse der Ausgebeuteten klar zu machen, dass es noch ein anderes System gibt als nur dasjenige von Herr und Knecht. (...).

Schweizerische Strassenbahner-Zeitung, 30.7.1915.

Herrschaftsprinzip und soziales Prinzip. 30.7.1915.doc

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