Gewerkschaftschronik
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01.10.1976 Türkei
Gewerkschaftliche Rundschau
Personen
Regierung
Alfred Joachim Fischer
Grundbesitz
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Türkische Bodenreform auf totem Gleis. In der Euphorie über zwei hervorragende Weizenernten, 1975 und 1976, nach mehreren Jahren der Dürre, beteuert der türkische Landwirtschaftsminister Korkut Özal „Allah ist mit uns“. Wahrscheinlich glaubt dieses Mitglied der ultraislamischen „Nationalen Heilspartei“ tatsächlich an göttliche Fügung. Für 1976 ist ein Gesamtrekordertrag von 14 Millionen Tonnen Weizen vorausgesagt worden. Allerdings haben Prognosen aus Ankara die traditionelle Eigenschaft, überoptimistisch zu sein. Laute Propagandatrommeln sollen eine weniger erfreuliche Tatsache übertönen: Die überfällige Bodenreform im ersten Versuchsgebiet von Urfa dürfte aller menschlichen Voraussicht nach ein gezielter Fehlschlag sein. Auch die grosse Werbereise des Staatspräsidenten Fahri Korutürk durch diesen südostanatolischen Bezirk kann daran kaum noch etwas ändern. Freilich ist er als ehemaliger Admiral wie die meisten Militärs für diese schon zu Atatürks Zeiten geplante Reform. Nur haben sich die feudalistischen Gegenkräfte bisher immer als stärker und einflussreicher erwiesen. Nach dem zweiten Militärputsch von 1971 war am 19. Juli 1973 endlich ein dreizehntes „Boden- und Agrarreformgesetz“ vom Parlament verabschiedet worden. Durch 147 Zusätze, sprich Verwässerungen, hatte es seinen ursprünglich fortschrittlichen Charakter schon weitgehend eingebüsst. Dennoch wollten verschiedene türkische Parteien seine Durchführung vereiteln. (…).
Alfred Joachim Fischer.
Gewerkschaftliche Rundschau, Heft 10, Oktober 1976.
Gewerkschaftliche Rundschau > Türkei. Bodenreform. Rundschau, Oktober 1976.
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01.10.1975 Iran
Gewerkschaften
Gewerkschaftliche Rundschau
Personen
Alfred Joachim Fischer
Gewerkschaften
Iran
Volltext

Irans Gewerkschaften. Wie ein Veilchen, das im Verborgenen blüht, toleriert der Iran eine Art Gewerkschaftsbewegung. Gleich allen politischen und sozialen Organisationen wird sie nach patriarchalischen Traditionen vom Staat gelenkt. Vorerst ist an eine echte Machtentfaltung nicht zu denken. Vielmehr spielen auch die Gewerkschaften in dem kunstvoll geknüpften „Teile-und-Herrsche-Netz“ des Schahs als uneingeschränktem Herrscher nur genau die ihnen zugedachte Rolle. Da aber die Industrialisierung dieses „westasiatischen Japan“ überraschend schnell fortschreitet, könnten die Geister, die man rief, über ihre heute schwächliche Position eines Tages geradezu zwangsläufig hinauswachsen. Unter Mohammed Mossadeq, Ministerpräsident und Inspirator der „Nationalen Front“ existierte eine „Zentrale Arbeiterföderation“. Da der meist vom Bett aus im Pyjama regierende und seine Besucher durch Tränenströme in Verlegenheit bringende Regierungschef für viele Massnahmen die Unterstützung der kommunistischen Tudeh- oder Massenpartei und anderer Linkskreise brauchte, verfolgte er auch den Gewerkschaften gegenüber. eine wohlwollende Haltung. Mit Hilfe des CIA kam es 1953 zu seiner Absetzung. An erster Stelle war sie einer völlig verfehlten Ölstrategie zuzuschreiben. Der Schah kehrte aus seinem neuntägigen Exil zurück. Seither steht er allen marxistischen und überhaupt sozialistischen Ideen noch negativer gegenüber als zuvor. (…). Alfred Joachim Fischer.
Gewerkschaftliche Rundschau, Heft 10, Oktober 1975.
Gewerkschaftliche Rundschau > Iran. Gewerkschaften. Rundschau, Oktober 1975.
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