Gewerkschaftschronik
 Textverzeichnis minimieren

Sie sind hier: Textverzeichnisse > Stichwort > Coronavirus
Suchen Ortsverzeichnis Kapitelverzeichnis Personenverzeichnis Stichwortverzeichnis  

       
 
   
Anzahl gefundene Artikel: 305

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13
 DatumOrtKapitelPersonenStichworteArtikel
25.02.2021 Schweiz
Armut
Unia Schweiz

Armut
Coronavirus
Löhne
Volltext
Die Covid-Pandemie trifft die sozial Schwächeren hart. Vor dem Coronavirus sind nicht alle gleich. Mehrere Studien belegen jetzt auch für die Schweiz: Die soziale Lage der Menschen spielt eine grosse Rolle. Die Pandemie trifft nämlich die wenig Verdienenden ungleich härter als die Wohlhabenden – sowohl gesundheitlich als auch wirtschaftlich. Die Pandemie trifft Menschen mit tiefen Löhnen und prekären Arbeitsverhältnissen überdurchschnittlich hart. Tausende von Anfragen und Unterstützungsgesuchen von Mitgliedern in Notlage sind für die Unia bereits seit einem Jahr ein deutlicher Beleg dafür. Sozialmedizinische Studien des Basler und des Genfer Unispitals – letztere in Zusammenarbeit mit Forscher*innen der Universität Genf und der ETH Lausanne – liefern jetzt auch den wissenschaftlichen Beweis. Erhöhtes Infektionsrisiko in ärmeren Quartieren. Sowohl in Genf als auch in Basel lag die Infektionsrate in Quartieren mit niedrigen Einkommen und beengten Wohnverhältnissen höher als in bessergestellten Wohngegenden. Die Genfer Studie zeigt auch, dass die Ansteckungscluster in benachteiligten Quartieren länger virulent blieben. Die Basler Studie weist zudem nach, dass wenig Verdiendende oft nicht im Homeoffice arbeiten können und dadurch einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Die Unia fordert seit Ausbruch der Pandemie die strikte Umsetzung und Kontrolle von Schutzkonzepten am Arbeitsplatz. Hier besteht nach wie vor grosser Handlungsbedarf. Die Behörden müssen nun endlich die Ressourcen ausbauen und die Kontrollorgane der Sozialpartner mit einbeziehen. Angesichts der neuen Erkenntnisse fordert die Unia zudem: Personen in Isolation oder Quarantäne müssen über ein eigenes Zimmer verfügen; wenn nötig von den Behörden zur Verfügung gestellt. Die Impfstrategie muss sozio-ökonomische Faktoren einbeziehen; für die Bevölkerung in exponierten Wohnlagen braucht es rasch Impfangebote. Sozial Schwächere stehen am Abgrund. Unabhängig vom Infektionsrisiko trifft die Pandemie die Menschen umso härter, je weniger sie verdienen. Das belegt eine diese Woche publizierte Studie der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich. Besonders hart ist die Situation für Personen aus Haushalten mit einem Einkommen unter 4’000 Franken: Sie haben im Durchschnitt einen Fünftel ihres Einkommens eingebüsst. Nicht weniger als 27% der Menschen in dieser Einkommenskategorie mussten Kurzarbeitsgeld beziehen; 8% wurden gar arbeitslos, was im Schnitt zu einer Halbierung ihrer Einkommen führte. Auch ihre Ersparnisse sind deutlich gesunken und jede/r Neunte musste sich verschulden, um überleben zu können. Demgegenüber konnten die einkommensstärksten Haushalte mehr Geld ansparen. Kein Wunder, sind auch die psychischen Belastungen ungleich verteilt: Je ärmer, desto schlechter der subjektive Gemütszustand seit Ausbruch der Pandemie. Nur eine Strategie der Solidarität kann verhindern, dass aus der Gesundheitskrise eine akute soziale Krise wird. Politische Entscheide müssen sich stärker auf sozio-ökonomische Expertisen abstützen. Die Unia fordert: 100% Lohnersatz bei Kurzarbeit bis zu einem Nettolohn von 5'000 Fr. Sozialhilfebezug darf unabhängig vom Aufenthaltsstatus keinesfalls zu Nachteilen führen. Rückverteilung der zunehmenden sozialen Ungleichheit, z.B. mit einer Solidaritätsabgabe auf Kapitalgewinne.
Für Rückfragen:
Vania Alleva, Präsidentin Unia
Christine Michel, Fachsekretärin Gesundheitsschutz Unia
Leena Schmitter, Mediensprecherin Unia
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 25.2.2021.
Unia Schweiz > Armut. Coronavirus. Unai, 2021-02-25.
Ganzer Text
19.02.2021 Schweiz
Unternehmerverbände
VPOD Schweiz

Coronavirus
Volltext
Für eine Strategie der Solidarität. Weite Teile der Arbeitgeberverbände führen eine Medienkampagne, um die Corona-Schutzmassnahmen so schnell wie möglich zu schleifen, obschon diese Massnahmen erwiesenermassen eine dämpfende Wirkung auf die Zahl der Ansteckungen, auf die Überlastungssituation in den Spitälern und damit auch auf die Anzahl Todesfälle entfalten. Die Situation bezüglich der Pandemie ist jedoch weiterhin mit grossen Unsicherheiten behaftet und es droht eine dritte Welle: Die Impfkampagne dauert viel länger als erwartet, Coronavirus-Mutationen beunruhigen die Wissenschaft und das Gesundheitspersonal ist psychisch und physisch erschöpft wie nie zuvor. In dieser brenzligen Lage verschärfen Krankheiten und Kündigungen den strukturellen Pflegenotstand noch weiter. Mit schlimmen Folgen, denn Arbeitgeber umgehen die Quarantäne ihrer Mitarbeitenden und lassen diese selbst bei positivem Corona-Test weiterarbeiten. Patient*innen wurden in Spitälern und vulnerable Bewohner*innen in Pflegeheimen angesteckt. Es kam zu unnötigen Todesfällen – ein Teufelskreis für ein Gesundheitssystem, das bereits von wiederholten Sparprogrammen geschwächt ist. Der Angriff der Arbeitgeber auf die geltenden Schutzmassnahmen birgt das Risiko einer verheerenden dritten Welle, die nicht nur das Gesundheitssystem, sondern auch ihre eigenen Unternehmen und Mitarbeitenden hart treffen könnte. Kaum vorstellbar, welche Auswirkungen ein solches Szenario auf die Stimmung der Bevölkerung, auf die Gesundheit der Arbeitnehmenden, auf die Sicherheit von Patient*innen und Bewohner*innen von Pflegeheimen und letztlich auf die gesamte Wirtschaft hätte! Es ist allgemein bekannt, dass die Pandemie soziale Ungleichheiten verschärft, vor allem zulasten jener Menschen und Familien, die bereits in sehr prekären Bedingungen leben. Einerseits erleiden sie wirtschaftliche Nachteile in Form von Lohneinbussen bei Kurzarbeit, anderseits sind sie auch gesundheitlich benachteiligt, weil an der Pflege gespart wird. Wir fordern vom Bundesrat eine Strategie der Solidarität, die Arbeitnehmende schützt und unterstützt. Die Gesundheit der Bevölkerung darf nicht gefährdet werden. Konkret fordern wir, dass die Regierung folgende gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Massnahmen trifft: Gesundheitliche Massnahmen. Entscheidungen über Lockerungen dürfen nicht von Arbeitgeberlobbys diktiert werden. Sie sollen auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse getroffen werden und darauf abzielen, die menschlichen Kosten der Pandemie zu minimieren. Wir verlangen in allen Kantonen Schutzkonzepte an sämtlichen Arbeitsstätten sowie strenge Kontrollen der Massnahmen. Mitarbeitende müssen bei der Festlegung und Kontrolle der Schutzmassnahmen zwingend einbezogen werden. Es braucht eine Defizitgarantie der Kantone und des Bundes gegenüber öffentlichen und als gemeinnützig anerkannten Spitälern für die Jahre 2020 und 2021. Spitäler müssen in erster Linie auf die Patientenversorgung statt auf ihren Finanzertrag fokussieren. Die öffentliche Hand muss Investitionspläne für diese Spitäler, sowie für Pflegeheime und Spitexdienste vorlegen, damit der Personalbestand aufgestockt werden kann.Soziale und wirtschaftliche Massnahmen.  100% Kurzarbeitsentschädigung für Löhne bis 5000 Franken netto für alle, sowie Verlängerung der KAE auf 24 Monate. Verlängerter Anspruch auf Arbeitslosengelder, damit die Pandemie nicht zu einer Zunahme der ausgesteuerten Personen führt. Keine Sanktionen für Menschen, die Sozialhilfe in Anspruch nehmen, unabhängig vom Aufenthaltsstatus. Obergrenze für A-fonds-perdu-Beiträge je Betrieb (statt je Unternehmen), um Stellenstreichungen zu verhindern. Verbot von Entlassungen in Unternehmen, die staatliche Hilfen erhalten haben. Kostenübernahme durch die Unfallversicherung bei Corona-Erkrankungen von Mitarbeitenden im Gesundheitswesen.
SGB, 23.2.2021.
Ganzer Text
15.02.2021 Schweiz
Personen
Unia Schweiz
Unternehmerverbände
Vania Alleva
Coronavirus
Volltext
Hobby-Epidemiologie der Arbeitgeberverbände. Für eine Strategie der Solidarität. Seit einem Jahr kämpft die Welt darum, die Zahl der Covid-Ansteckungen und Toten nicht explodieren zu lassen. Doch jetzt naht offenbar Rettung. Die Hobby-Epidemiologen von economiesuisse haben einen „Paradigmenwechse“ in „vier Phasen“ ausgeheckt. Ein klassischer Fall von Wunschdenken. Die Wirtschaftsverbände meinen, den Stein der Weisen entdeckt zu haben. Unter dem Titel „Wieder mehr Eigenverantwortung!“ veröffentlichten sie gestern Sonntag ihre Exit-Strategie aus der Covid-19-Pandemie: Bereits am 1. März seien erste Lockerungen zu beschliessen. Sobald die Risikogruppen geimpft seien, solle die Home-Office-Empfehlung gelockert und stärker auf «Selbstverantwortung» gesetzt werden. Wenn Impfstoffe für alle verfügbar seien, könnten Anlässe ohne Schutzkonzepte durchgeführt werden. Und schliesslich, wenn „Herdenimmunität“ bestehe, seien die verbliebenen Restriktionen aufzuheben. Die Viren werden sich von „mehr Eigenverantwortung“ kaum beeindrucken lassen. Der Bundesrat hoffentlich auch nicht. Er tut besser daran, die Pandemiebekämpfung auf der Basis gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse zu organisieren. Es braucht keine weitere Welle mit Tausenden von vermeidbaren Toten, um das sicherzustellen. Die Lobbyisten von Economiesuisse haben mit ihrem Schlachtr“«Nie wieder Lockdown“ im letzten Herbst schon einmal die rechtzeitige Eindämmung der „zweiten Welle“ behindert. Das darf sich nicht weiderholen. . undheitsschutz am Arbeitsplatz stärken Der „Eigenverantwortungs-Plan“ will die Unternehmen von der Pflicht befreien, für die Umsetzung der Pandemiemassnahmen am Arbeitsplatz zu sorgen. Damit würde auch der dringend nötige Schutz der besonders gefährdeten Arbeitnehmenden geschwächt und Tausende, die heute von der Arbeit freigestellt sind, unabsehbaren Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Das ist inakzeptabel. Die Gesundheitsschutz-Massnahmen am Arbeitsplatz dürfen keinesfalls gelockert werden. Sie müssen vielmehr verstärkt, besser kontrolliert und seriöser durchgesetzt werden, so wie es die Unia seit Beginn der Pandemie von den zuständigen Behörden fordert. Konkret heisst das: 1Der Schutz der besonders gefährdeten Arbeitnehmenden muss bestehen bleiben. Die Homeoffice-Pflicht ist beizubehalten. Alle Betriebe weisen ein Schutzkonzept aus. Dazu werden das Personal und ihr gewerkschaftliche Vertretung vorgängig angehört Es braucht endlich mehr Kontrollen zur Durchsetzung des Gesundheitsschutzes. Weil die Kantone und die Suva zu wenig Ressourcen haben, müssen die Kontrollorgane der Sozialpartner mehr Aufgaben übernehmen. Soziale Spaltung verhindern. Mehr strategische Perspektiven muss der Bundesrat bieten, wenn es um die Bewältigung der sozialen Folgen der Pandemie geht. Denn sie trifft einzelne Branchen und ihre Beschäftigten sowie wenigverdienende Arbeitnehmende und prekäre Bevölkerungsgruppen übermässig hart. Wenn Regierung und Parlament nicht entschiedenere Massnahmen ergreifen, droht die Pandemie die soziale Ungleichheit massiv zu verstärken und die gesellschaftliche Solidarität zu untergraben. Es braucht eine Strategie der Solidarität. Konkret verlangen wir, dass sich der Bundesrat endlich zu den folgenden Zielen bekennt: 100% Lohnersatz bei Kurzarbeit bis zu einem Nettolohn von 5’000 Franken für alle Arbeitnehmenden und Verlängerung auf 24 Monate. . Verlängerung der ALV-Bezugsberechtigung, um eine pandemiebedingte Zunahme der Aussteuerungen zu vermeiden. Keine Nachteile beim Bezug von Sozialhilfe unabhängig vom AufenthaltsstatusPlafonierung der A-fonds-perdu-Beiträge pro Betrieb (und nicht pro Unternehmen) um Arbeitsplatzverluste zu verhindern.
Für Rückfragen:
Vania Alleva, Präsidentin Unia
Leena Schmitter, Mediensprecherin Unia
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 15.2.2021.
Personen > Alleva Vania. Unternehmerverbände. Coronavirus. s, Unia, 2021.02-15.
Ganzer Text
25.01.2021 Schweiz
Gastgewerbe
Gesundheitswesen
Unia Schweiz

Coronavirus
Petition
Volltext
Unia-Delegiertenversammlung des Sektors Tertiär. „Wir zahlen den Preis der Krise nicht!“ . An ihrer heutigen online-Versammlung haben die Delegierten des Sektors Tertiär der Gewerkschaft Unia eine Resolution zur Unterstützung der Angestellten in der Corona-Krise verabschiedet. Als Arbeiter*innen, die seit gut einem Jahr speziell herausgefordert sind, verdienen sie mehr denn je sichere Arbeitsbedingungen sowie einen Lohn und eine Kurzarbeitsentschädigung, die zum Leben reichen. Zudem wurde der „Prix Engagement“ an Unia-Mitglieder verliehen, die sich durch ihr mutiges Handeln ausgezeichnet haben. 2020 war ein intensives und anstrengendes Jahr – gerade für die Angestellten im Dienstleistungssektor. Verkäufer*innen, Pflegepersonal, Logistiker*innen, Mitarbeitende in der Sicherheitsbranche und Kurier*innen arbeiten seit gut einem Jahr pausenlos an vorderster Front. Dies teilweise unter prekären gesundheitlichen Arbeitsbedingungen; oft ist ihr Alltag geprägt von überlangen Arbeitstagen und Stress. Um die gesundheitlichen Folgen einer noch nie dagewesenen Krise einzudämmen, waren viele Angestellte dazu gezwungen, ihre Arbeit einzustellen. Besonders von diesen Unsicherheiten betroffen waren – und sind bis heute – die Angestellten im Hotellerie- und Gastgewerbe. Sie haben Mühe, ihre Rechnungen zu bezahlen und ihre Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Und durch die Lohneinbussen zahlen die Angestellten einen (zu) hohen Preis für die Krise!
Angestellte sind Rückgrat der Wirtschaft. Einstimmig verabschiedeten die Delegierten eine Resolution zur Abfederung dieser Missstände. Die Arbeiter*innen sind das Rückgrat der Wirtschaft – dies gilt es auch entsprechend zu honorieren – gerade während einer Pandemie.
Die Delegierten fordern: 100% Kurzarbeitsentschädigung für Löhne bis 5'000 Franken, Entlassungsstopp bei staatlich unterstützten Unternehmen, Zusätzliche Schutzmassnahmen und mehr Arbeitsplatzkontrollen, um den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz sicherzustellen. Ein garantiertes Schul- und Kinderbetreuungsangebot für alle, welche die Grundversorgung sicherstellen, Verzicht auf jegliche Deregulierungen der Arbeitszeiten, keine Verlängerung der Ladenöffnungszeiten „Prix Engagement“: Gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen. Mit dem „Prix Engagement“ zeichnet die Unia besonders aktive Mitglieder im Sektor Tertiär für ihren beharrlichen Einsatz aus. Für den zu vierten Mal vergebenen Preis trafen heuer so viele Nominationen wie noch nie ein. Der Preis geht dieses Jahr an eine Verkäuferin und Pflegerin, die während der Corona-Pandemie unermüdlich im Einsatz waren, sowie an zwei Kollektive, die sich erfolgreich gegen die geplante Massenentlassung in ihrem Betrieb wehrten. Amandine Barut Jutzeler arbeitet in einem Pflegeheim, ist Mitglied der Personalkommission und setzt sich – gewerkschaftlich und medial – für die Rechte der Pflegenden ein. In einem offenen Brief, der in der Tageszeitung «Le Temps» publiziert wurde, sprach sie über die – medial allzu oft vergessenen – Arbeitsbedingungen in Pflegeheimen während der Corona-Pandemie. Sie kämpft weiter an vorderster Front für die Arbeitsbedingungen in der Langzeitpflege. Clotilde Pinto ist in und ausserhalb der Unia eine bekannte Coop-Mitarbeiter*in und seit Jahren unermüdliche Kämpferin für die Rechte der Verkäufer*innen – über die Kantonsgrenzen hinaus! Läuft irgendwo in der Schweiz ein Referendum gegen die Verlängerung der Ladenöffnungszeiten, zögert sie nicht und steigt in den nächsten Zug, um mit ihren Kolleg*innen Unterschriften zu sammeln. Sie steht immer an vorderster Front, wenn es um die Verteidigung Rechte der Verkäufer*innen geht und steht hin, wenn sie Ungerechtigkeiten sieht. Mitten in der Corona-Krise plante das US-amerikanische Unternehmen Weight Watchers (WW) mit Sitz in Nyon, den grössten Teil der Angestellten im Aussendienst (110 von 170 Angestellten) zu entlassen und die Löhne zu kürzen. Dies führte zu einer Reihe von (online-)Versammlungen, die einen grossen Teil der Belegschaft mobilisierte und eine Welle des gewerkschaftlichen Engagements auslöste: Gemeinsam mit der Unia erreichten die Angestellten, dass ein echtes Konsultationsverfahren durchgeführt wurde und schliesslich ein Sozialplan stand, in dem auf einen Teil der Entlassungen verzichtet wurde. Der Preis geht stellvertretend für die aktiven WW-Mitarbeiterinnen an Virginie Duheme und Stéphanie Bianchi von der Weight Watchers-Personalkommission. XPO Logistics, einer der grössten Logistikkonzerne der Welt, plante in Genf 32 Arbeitnehmende auf die Strasse zu stellen – mitten in der ersten Corona-Welle. Getragen von den Delegierten organisierten die Angestellten während zwei Wochen einen aufsehenerregenden Streik. Damit retteten sie drei Jobs und erkämpften für die anderen einen Sozialplan. Der Preis geht stellvertretend für alle Aktiven an die gewählten Belegschaftsvertreter Clevince C., Marco L. und Amilcar G.

Für Rückfragen:
Mauro Moretto, Co-Leiter Sektor Tertiär Unia
Leena Schmitter, Mediensprecherin Unia

Unia Schweiz, Medienmitteilung, 25.1.2021.
Unia Schweiz > Coronavirus, Tertiärsektor. Unia Schweiz, 2021-01-25.
Ganzer Text
19.01.2021 Schweiz
Pflegeheime
Unia Schweiz

Coronavirus
Pflegeheime
Volltext
Alters- und Pflegeheime vor grosser Gefahr. Besserer Schutz für Personal und Bewohner*innen längst überfällig. Die grosse Mehrzahl aller Corona-Todesfälle ereignet sich in Alters- und Pflegeheimen. Die neue Mutation des Corona-Virus stellt diese nun vor noch grössere Gefahren. Statt die Heime allein zu lassen, sind Bund und Kantone gefordert, griffigere Schutz-massnahmen zu beschliessen: Es braucht regelmässige, flächendeckende Covid-19-Tests in Heimen und infizierte Pflegende müssen sich auch tatsächlich in Isolation begeben können. Dazu braucht es dringend Zusatzpersonal, um die Bewohner*innen in Würde pflegen und schützen zu können. Seit Beginn der Corona-Pandemie sind schweizweit mehr als 4000 Bewohner*innen von Pflegeheimen am Virus verstorben. Das Personal in den Heimen steht seit Monaten massiv unter Druck. Der Mehraufwand in der Pflege, durch Erkrankungen, verschärftem Personalmangel und die Begleitung von sterbenden Pflegebedürftigen, führt zu einer enormen Belastung der Pflegenden. Flächendeckende Test in Heimen längst überfällig. Politik und Gesundheitsbehörden haben zu lange weggeschaut und die Verantwortung an die Institutionen delegiert, die mit manchmal besseren, manchmal schlechteren Schutzkonzepten versucht haben, das Virus aus den Heimen zu halten. Die Mutationen des Virus stellen die Heime vor neue Herausforderungen. Erste Fälle zeigen, mit welch erschreckender Geschwindigkeit sich das neue Virus in den Heimen ausbreiten kann. Die Gewerkschaft Unia fordert von Bund und Kantonen sofortige, griffige Massnahmen. Dazu gehören regelmässig durchgeführte, flächendeckende Corona-Tests von Bewohner*innen und Pflegenden. Positive Testresultate müssen dann insbesondere auch beim Personal zu einer konsequenten Isolation der Betroffenen führen. Heime nicht allein lassen. Das flächendeckende Testen von Mitarbeitenden und Pflegebedürftigen ist personell aufwändig und die Umsetzung einer konsequenten Isolation von erkrankten Pflegenden wird die Personalknappheit noch weiter verschärfen. Bundesrat und Kantone sind daher gefordert, die Heime entsprechend zu unterstützen: Sie müssen einerseits die Kosten für die Tests tragen, andererseits zusätzliches Personal für die Durchführung der Tests und die Pflege bereitstellen – sei dies durch den Aufbau von Personalpools, Zivilschutz- oder Zivildienstleistende oder allenfalls Armeeangehörige. Stellenabbau verhindern. Heime und deren Mitarbeitende müssen aber nicht nur vor Infektionen sondern auch vor den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie geschützt werden. Nebst den zusätzlichen Kosten für die Pandemiebekämpfung führt die aktuelle Situation in vielen Heimen aufgrund weniger Eintritten und Todesfällen zu einer tieferen Auslastung der Betten. Die Finanzierung der Heime und die Stellenschlüssel sind abhängig von der Bettenbelegung. Es besteht die Gefahr, dass diese Kosten und Einbussen auf das Personal überwälzt und Stellen abgebaut werden. Bund und Kantone müssen sofort aktiv werden, die Heime gegebenenfalls finanziell unterstützen und drohende Stellenstreichungen verhindern. Denn die Heime brauchen auch über die Pandemie hinaus genügend, wenn nicht sogar zusätzliches Personal, um eine gute und würdige Pflege zu gewährleisten. Für Rückfragen: Samuel Burri, Co-Branchenverantwortlicher Pflege Unia, Silja Kohler, Mediensprecherin Unia.
Unia Schweiz, Medienmitteilung, Unia Schweiz, 2021-01-19
Unia Schweiz > Altersheime. Coronavirus. Unia Schweiz, 2021-01-19.
Ganzer Text
17.01.2021 Schweiz
Altersheim
Unia Schweiz

Altersheime
Coronavirus
Volltext
Alters- und Pflegeheime vor grosser Gefahr
Besserer Schutz für Personal und Bewohner*innen längst überfällig. Die grosse Mehrzahl aller Corona-Todesfälle ereignet sich in Alters- und Pflegeheimen. Die neue Mutation des Corona-Virus stellt diese nun vor noch grössere Gefahren. Statt die Heime allein zu lassen, sind Bund und Kantone gefordert, griffigere Schutz-massnahmen zu beschliessen: Es braucht regelmässige, flächendeckende Covid-19-Tests in Heimen und infizierte Pflegende müssen sich auch tatsächlich in Isolation begeben können. Dazu braucht es dringend Zusatzpersonal, um die Bewohner*innen in Würde pflegen und schützen zu können. Seit Beginn der Corona-Pandemie sind schweizweit mehr als 4000 Bewohner*innen von Pflegeheimen am Virus verstorben. Das Personal in den Heimen steht seit Monaten massiv unter Druck. Der Mehraufwand in der Pflege, durch Erkrankungen, verschärftem Personalmangel und die Begleitung von sterbenden Pflegebedürftigen, führt zu einer enormen Belastung der Pflegenden. Flächendeckende Test in Heimen längst überfällig. Politik und Gesundheitsbehörden haben zu lange weggeschaut und die Verantwortung an die Institutionen delegiert, die mit manchmal besseren, manchmal schlechteren Schutzkonzepten versucht haben, das Virus aus den Heimen zu halten. Die Mutationen des Virus stellen die Heime vor neue Herausforderungen. Erste Fälle zeigen, mit welch erschreckender Geschwindigkeit sich das neue Virus in den Heimen ausbreiten kann. Die Gewerkschaft Unia fordert von Bund und Kantonen sofortige, griffige Massnahmen. Dazu gehören regelmässig durchgeführte, flächendeckende Corona-Tests von Bewohner*innen und Pflegenden. Positive Testresultate müssen dann insbesondere auch beim Personal zu einer konsequenten Isolation der Betroffenen führen. Heime nicht allein lassen
Das flächendeckende Testen von Mitarbeitenden und Pflegebedürftigen ist personell aufwändig und die Umsetzung einer konsequenten Isolation von erkrankten Pflegenden wird die Personalknappheit noch weiter verschärfen. Bundesrat und Kantone sind daher gefordert, die Heime entsprechend zu unterstützen: Sie müssen einerseits die Kosten für die Tests tragen, andererseits zusätzliches Personal für die Durchführung der Tests und die Pflege bereitstellen – sei dies durch den Aufbau von Personalpools, Zivilschutz- oder Zivildienstleistende oder allenfalls Armeeangehörige. Stellenabbau verhindern. Heime und deren Mitarbeitende müssen aber nicht nur vor Infektionen sondern auch vor den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie geschützt werden. Nebst den zusätzlichen Kosten für die Pandemiebekämpfung führt die aktuelle Situation in vielen Heimen aufgrund weniger Eintritten und Todesfällen zu einer tieferen Auslastung der Betten. Die Finanzierung der Heime und die Stellenschlüssel sind abhängig von der Bettenbelegung. Es besteht die Gefahr, dass diese Kosten und Einbussen auf das Personal überwälzt und Stellen abgebaut werden. Bund und Kantone müssen sofort aktiv werden, die Heime gegebenenfalls finanziell unterstützen und drohende Stellenstreichungen verhindern. Denn die Heime brauchen auch über die Pandemie hinaus genügend, wenn nicht sogar zusätzliches Personal, um eine gute und würdige Pflege zu gewährleisten. Für Rückfragen: Samuel Burri, Co-Branchenverantwortlicher Pflege Unia, Silja Kohler, Mediensprecherin Unia. Unia Schweiz,
Medienmitteilung. Unia Schweiz, 2021-01-17.
Unia Schweiz > Altersheime. Coronavirus. Unia Schweiz,, 2021-01-17
Ganzer Text
11.01.2021 Schweiz
Unia Schweiz

Coronavirus
Querdenker
Volltext
Gefährliche „Querdenker-Aktion“ bringt Arbeitnehmende in die Bredouille. Affront gegen den gesunden Menschenverstand. Eine unbekannte Zahl von Gewerbetreibende stellt sich unter dem Motto „Wir machen auf“ gegen die Massnahmen zur Pandemiebekämpfung. Sie öffnen trotz Verbots ihre Restaurants und folgten damit einem anonymen Aufruf aus deutschen „Querdenker“-Kreisen. Die Unia verurteilt diese Aktion aufs schärfste. Angesichts von jetzt schon über 8'000 Corona-Toten in der Schweiz ist sie ein Affront gegen die Menschlichkeit und den gesunden Menschenverstand. Unia wird Rechte der Angestellte verteidigen. Darüber hinaus bringen die beteiligten Unternehmen ihre Angestellten in eine unhaltbare Situation. Falls sie der Arbeitsaufforderung der Arbeitgeber trotz behördlichem Verbot Folge leisten, machen sie sich nämlich strafbar. Die Mitarbeitenden begehen dann eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbusse bis zu 10'000 Franken geahndet wird. Der Arbeitgeber kann seine Mitarbeitenden nicht zu einer strafbaren und/oder rechtswidrigen Handlung zwingen. Sie können sich daher weigern, zur Arbeit zu gehen bei weiterhin vollem Anrecht auf Gehalt bzw. Kurzarbeitsentschädigung. Allerdings werden in einem solchem Fall viele Arbeitnehmende Repressalien des Arbeitgebers befürchten. Die Unia fordert betroffene Arbeitnehmende darum auf, sich in einem solchem Fall bei ihr zu melden. Die Gewerkschaft wird ihre Rechte wahrnehmen und die fehlbaren Firmen den zuständigen kantonalen Behörden zur Anzeige bringen, welche für die Schliessung der Betriebe gemäss Covid-19-Verordnung zuständig sind. Konfuse Covid-19-Strategie der Regierung ist mitverantwortlich. Dass die verantwortungslose Aktion trotz grassierender Pandemie bei gewissen Arbeitgebern auf Anklang stösst, ist zwar nicht entschuldbar, angesichts der konfusen Corona-Strategie des Bundesrates aber doch keine Überraschung. Schuld daran sind zwei krasse Fehler: Erstens scheint die Regierung die Empfehlungen ihrer eigenen wissenschaftlichen Taskforce nicht ernst zu nehmen, welche seit langem wirksamere Massnahmen zur Senkung der Fallzahlen fordert. Der Bundesrat – und mit ihm die Kantonsregierungen – schaut monatelang passiv zu, wie das erklärte Ziel der Fallzahlen-Senkung wieder und wieder verpasst wird und täglich um die hundert Menschen an Covid-19 sterben. Aber statt entsprechend zu reagieren und die Massnahmen zu verschärfen, sorgen sich die Behörden lieber darum, welche Skilifte vielleicht doch noch geöffnet werden könnten. Solidarität statt finanzpolitische Panikmache. Ebenso grossen Schaden richten die finanzpolitische Panikmache von Bundesrat Maurer und die ideologische Blindheit einiger Arbeitgeberverbände an. Jetzt rächt sich, dass die Schweiz entgegen dem ersten Anschein den notleidenden Betrieben und Arbeitnehmenden eben doch nicht genügend unter die Arme greift. Das unwürdige Geknausere mit Covid-19-Nothilfen muss endlich ein Ende haben. Wer unter der Covid-19-Krise materiell leidet, hat volle Solidarität verdient. Die Unia fordert darum endlich die unbürokratische Auszahlung von À-fonds-perdu-Beiträgen zum Schutz der Arbeitsplätze in den Bereichen, die wegen Lockdowns schliessen mussten oder durch Teil-Lockdown stark eingeschränkt sind; 100 Prozent Kurzarbeitsentschädigung für alle Löhne bis netto 5'000 Franken. Die Schweiz hat das Geld für diese Solidarität – Regierung und Parlament müssen die Mittel jetzt sofort sprechen. Weitere Informationen: Vania Alleva, Präsidentin Unia, Serge Gnos, Leiter Kommunikation Unia Inia Schweiz, Medienmitteilung, 11.1.2021. Unia Schweiz > Querdenker. Coronavirus. Unia Schweiz, 2021-01-11.
Ganzer Text
18.12.2020 Schweiz
Gesundheitsschutz
SGB

Coronavirus
Volltext
Neue Massnahmen gegen die Pandemie. Löhne und Arbeitsplätze sichern – Gesundheit schützen. Ein Erfolgsfaktor bei der Bekämpfung der Corona-Krise war, dass Teil-Schliessungen der Wirtschaft jeweils mit Massnahmen zur Sicherung der Löhne und Arbeitsplätze verbunden waren. Das ist nun nicht mehr der Fall. Die Härtefall-Fonds reichen nicht. Es braucht zusätzliche Mittel und Instrumente sowie Verlängerungen der Taggelder und Rahmenfristen für Arbeitslose. Schliesslich müssen die Gesundheitsschutzregelnd in der Arbeitswelt endlich konsequenter durchgesetzt werden. Die heute vom Bundesrat angeordnete Schliessung des Gastgewerbes und anderer Dienstleistungsbranchen wirft soziale Fragen auf, die leider nur ungenügend beantwortet sind. Bereits heute gibt es in der Branche viel mehr Arbeitslose als offene Stellen. Diese Ausgangslage dürfte sich weiter verschärfen. Die Zahl der Stellensuchenden insgesamt ist im Dezember jedenfalls schon spürbar angestiegen. Es drohen sowohl Entlassungen als auch Aussteuerungen aus der Arbeitslosenversicherung, insbesondere von älteren Arbeitslosen. Für den Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) ist klar: bei den beschlossenen Einschränkungen reicht das bestehende Instrumentarium mit den Härtefallfonds nicht. Es braucht zusätzliche Mittel und Instrumente. Zur Verhinderung von Aussteuerungen müssen die Taggelder und die Rahmenfristen in der Arbeitslosenversicherung wie in der ersten Welle verlängert werden. Der SGB insistiert bereits seit Monaten, dass die Kontrollen und die Durchsetzung des Gesundheitsschutzes und der Schutzkonzepte am Arbeitsplatz endlich intensiviert werden müssen. Bei einem Teil der Behörden, wie beispielsweise beim Seco trafen, die Vorschläge bisher auf wenig Resonanz, so dass viel zu wenig gemacht wird. Das muss sich ändern. Die teilweise enormen Anstrengungen der Arbeitnehmenden und der Betriebe, wirksame Schutzkonzepte einzuführen gilt es in die gesundheitspolitischen Strategien miteinzubeziehen. Mehr Kontrollen- und Beratungstätigkeit sorgt auch dafür, dass die Schutzkonzepte auf bestem Niveau flächendeckend umgesetzt werden. In der aktuellen Lage mit den hohen Ansteckungszahlen muss der Schutz der vulnerablen Personen eine besondere Priorität haben. Leider mussten wir feststellen, dass insbesondere in den Heimen vermehrt Ansteckungen mit schlimmen gesundheitlichen Folgen auftraten. Es ist entscheidend, dass die Heime genügend Personal mit guten Arbeitsbedingungen haben und dass das Personal nicht gezwungen wird, krank arbeiten zu gehen. Der Bundesrat muss dafür sorgen, dass die Kantone entsprechend handeln und auch die entsprechenden finanziellen Mittel zur Verfügung stellen.
Auskünfte:
Daniel Lampart, SGB-Sekretariatsleiter
Urban Hodel, Co-Leiter Kommunikation
SGB, Medienmitteilung, 18.12.2020.
SGB > Coronavirus. Gesundheitsschutz. SGB, 2020-12-18.
Ganzer Text
11.12.2020 Schweiz
Arbeitslosigkeit
SGB

Arbeitslosigkeit
Coronavirus
Volltext
Aufstockung der Härtefallfonds reicht bei weitem nicht. Hinreichende soziale Abfederung der Massnahmen nötig. Die Beschäftigungssituation hat sich in jüngster Zeit wieder verschlechtert. Die Gefahr von weiteren Entlassungen und Einkommenseinbussen ist gross. Die GeringverdienerInnen leiden am stärksten. Für den SGB ist deshalb klar: Die heute vom Bundesrat beschlossene Aufstock¬ung der Härtefallfonds reicht bei weitem nicht. Die Löhne und Arbeitsplätze müssen durch zusätzliche wirtschafts- und sozialpolitische Massnahmen gesichert werden. Die heute vom Bundesrat beschlossenen Massnahmen zum Erhalt von Löhnen und Arbeitsplätzen sind klar ungenügend. Auch um eine negative Spirale bei der Konjunktur zu vermeiden, braucht es jetzt schnelle und unbürokratische Hilfe für Betroffene, insbesondere für Arbeitnehmende in den am härtesten eingeschränkten Branchen. Der SGB fordert einerseits einen 100prozentigen Lohnersatz für Geringverdienende in Kurzarbeit. Andererseits braucht es eine Kompensation für den Wegfall der Umsätze in gesundheitspolitisch eingeschränkten Branchen, damit auch die Fixkosten gedeckt und die Arbeitsplätze erhalten werden können. Der SGB erwartet, dass das Parlament den Vorschlag des Bundesrates verbessert und im Covid-19-Gesetz eine Bestimmung einbaut, welche dem Bundesrat entsprechende Aufträge erteilt. Der SGB begrüsst hingegen, dass die Kulturschaffenden wieder Ausfallentschädigungen beantragen können. Schwierig ist die Lage zudem bei den älteren Arbeitslosen. Die Arbeitslosigkeit in dieser Gruppe stieg im November auf einen Höchststand. Viele der Betroffenen haben nur geringe Chancen, in der Krise eine Stelle zu finden. Es drohen Aussteuerungen. Darum müssen die Rahmenfristen verlängert und die Zahl der Taggelder erhöht werden.
Auskünfte:
Gabriela Medici, stv. Sekretariatsleiterin SGB
Urban Hodel, Co-Leiter Kommunikation SGB
SGB, Medienmitteilung, 11.12.2020.
Ganzer Text
09.12.2020 Schweiz
Gesundheitsschutz
Unia Schweiz

Coronavirus
Volltext
Solidarität statt Laissez-faire. Gesundheitsschutz und ökonomische Sicherheit gehen Hand in Hand. Die Behörden müssen jetzt entschieden eingreifen, um beides zu sichern. Der Zentralvorstand der Unia hat heute ein Paket von Corona-Forderungen diskutiert, welche die Pandemie eindämmen und das Vertrauen in die soziale Sicherheit wiederherstellen sollen. Unabhängig davon, ob der Bundesrat ihn ausrufen will oder nicht – der Notstand ist Tatsache: Bald 6000 Corona-Todesfälle – doch mehr als eine Schweigeminute hat die Politik nicht zu bieten. Immer härtere Einschränkungen von privaten Treffen, aber gleichzeitig möglichst volle Seilbahnen und Läden im Adventsverkauf. Arbeitszwang für Pflegepersonal trotz Corona-Infektion. Zu wenig Personal für die Arbeitsinspektorate zur Kontrolle der Schutzkonzepte am Arbeitsplatz. Keine existenzsichernde Kurzarbeitsentschädigung. Diese realen Probleme drohen im Kompetenz-Hickhack von Politik und Behörden unterzugehen! Stattdessen ist es die grösste Sorge bürgerlicher Parteien und Parlamente, Kosten zu vermeiden. Arbeitgeberverbände lehnen aus rein ideologischen Gründen staatliche Unterstützungsprogramme ab. Die Kantonsbehörden werkeln an Sparprogrammen und der SVP-Finanzminister macht auf Schulden-Panik. Das alles dient lediglich den Interessen einer kleinen Minderheit von Reichen und Superreichen. Gesundheit vor Profit. Die Unia fordert stattdessen einen solidarischen Ausweg aus der sozialen und sanitarischen Krise! Politik und Behörden müssen jetzt entschieden handeln und sofort alle nötigen Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie ergreifen und durchsetzen. Sie müssen auch dafür sorgen, dass nicht die Arbeitnehmenden und die sozial Schwachen die Zeche der Krise bezahlen, sondern jene, die dank steigenden Profiten und Aktienkursen von der Krise auch noch profitieren. Der Unia Zentralvorstand fordert: 100% Kurzarbeitsentschädigung für Löhne bis 5000 Franken netto. Einen ausreichend dotierten nationalen Corona-Hilfsfonds für alle Bevölkerungsgruppen, die von der Krise getroffen sind und keine Kurzarbeit beantragen können. Eine Corona-Prämie für alle Beschäftigten in besonders exponierten Berufen, angefangen beim Personal in der Pflege, im Verkauf und in der Logistik. Eine Verdoppelung der Kontrollen von Schutzmassnahmen in der Arbeitswelt. Keine Sparprogramme, sondern konjunkturwirksame Massnahmen für Investitionen in das Gesundheitssystem, in die Bildung und den ökosozialen Umbau. Mietzinserlasse und weitere Stützmassnahmen für besonders betroffene Branchen, etwa das Gastgewerbe, die Tourismus- und die Kulturbranche. Keine Adventsverkäufe und Massenevents, die zur Verbreitung der Pandemie beitragen. Dafür volle Entschädigung für die betroffenen Unternehmen, Selbständigen und Arbeitnehmenden. Kein Widerspruch zwischen Gesundheitsschutz und wirtschaftlicher Sicherheit. Der von einigen Wirtschaftsexponenten und bürgerlichen Politikern angeführte Widerstand gegen wirksame Pandemiemassnahmen hat uns wieder an den Rand eines Lockdowns geführt. Darunter leiden jetzt auch viele Unternehmen. Die Behörden müssen endlich langfristig denken und von diesem kurzfristigen Profitdenken Abstand nehmen.
Weitere Informationen:
Vania Alleva, Präsidentin Unia, 079 620 11 14
Serge Gnos, Leiter Kommunikation und Kampagnen, 079 378 75 04
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 9.12.2020.
Unia Schweiz > Coronavirus. Gesundheitsschutz. Unia Schweiz, 2020-12-09.
Ganzer Text
05.12.2020 Kuba
Granma

Coronavirus
Medikamente
Volltext
Monoklonaler Antikörper Itolizumab leistet seinen Beitrag gegen COVID-19. Dieses Medikament errang 2014 einen der Nationalpreise der Kubanischen Akademie der Wissenschaften. Der humanisierte monoklonale Antikörper Itolizumab, der 2014 einen der Nationalpreise der Kubanischen Akademie der Wissenschaften (ACC) im Bereich Biomedizin errang, ist seit April Teil des medizinischen Versorgungsprotokolls für COVID-19 in unserem Land. Um aus erster Hand über die Eigenschaften und Indikationen dieses Arzneimittels zu erfahren, das am Zentrum für Molekularimmunologie (CIM) geschaffen und 2015 mit der Goldmedaille der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) ausgezeichnet wurde, sprach Granma mit Frau Dr. Tania Crombet Ramos, Direktorin für klinische Untersuchungen dieser Einrichtung, die der Unternehmensgruppe BioCubaFarma angehört. Was ist der monoklonale Antikörper Itolizumab? Itolizumab ist ein Molekül, das im CIM zur Behandlung von Lymphomen und Leukämien entwickelt wurde. Dieser Antikörper kann die Proliferation und Aktivierung von T-Lymphozyten blockieren und verhält sich daher wie ein Immunmodulator. „Als Teil seines Wirkmechanismus kann es die Sekretion einer Gruppe von Entzündungsmediatoren reduzieren, die als proinflammatorische Zytokine bekannt sind. In unserem Land wurde es erfolgreich bei der Behandlung von Patienten mit rheumatoider Arthritis und Psoriasis eingesetzt. Gerade in den klinischen Studien, die bei diesen Autoimmunerkrankungen (...). das bei
Granma, 12.5.2020
Granma > Coronavirus. Medikamente. Granma, 2020-05-12.2
Ganzer Text
01.12.2020 Schweiz
Pflegepersonal
Unia Schweiz

Arbeitsbedingungen
Coronavirus
Volltext
Covid-19 in der Betagtenpflege. Pflegende fordern von Bund und Kantonen sofortige Massnahmen. An der heutigen digitalen Branchenkonferenz Pflege und Betreuung der Unia berichteten die Teilnehmenden über unhaltbare Zustände während der Corona-Pandemie in Alters- und Pflegeheimen. Sie verabschiedeten eine Resolution, in der sie Bund und Kantone auffordern, ihre Verantwortung endlich wahrzunehmen und sofortige Entlastungmassnahmen zu ergreifen. Die rund 30 Teilnehmenden der heutigen digitalen Branchenkonferenz Pflege und Betreuung waren sich einig: Sie stossen derzeit an ihre Grenzen. Bund und Kantone müssen umgehend Massnahmen ergreifen, um das Pflege- und Betreuungspersonal in der Betagtenpflege zu entlasten. Sie haben dazu eine Resolution verabschiedet. Viele Ansteckungen und Personalausfälle. Während es in der ersten Pandemiewelle vor allem an Schutzmaterial fehlte, ist derzeit der akute Personalmangel das grösste Problem. Die Personalausfälle sind so gravierend, dass in Alters- und Pflegeheimen teilweise sogar positiv getestete Pflegende eingesetzt werden. Sie gefährden damit sich selbst, die Betagten und ihre Arbeitskolleg*innen. Die Teilnehmenden der Branchenkonferenz fordern deshalb von den Kantonen: Pflegende mit einer vermuteten oder nachgewiesenen Covid-19-Infektion dürfen unter keinen Umständen zur Arbeit herangezogen werden. Sie sollen in Isolation bleiben und sich zu Hause auskurieren können. Die Kantone müssen für genügend Personal in der Betagten-Pflege und -Betreuung sorgen: Insbesondere durch heim- und kantonsübergreifende Personalpools oder durch zusätzliche Hilfe von Zivildienstleistenden und dem Militär. Überlastung vorprogrammiert. Das verbleibende Personal häuft derzeit Überstunden an und steht im Dauereinsatz. An freien Tagen trotzdem zur Arbeit zu gehen, ist nicht mehr die Ausnahme, sondern die Norm. So gravierend die aktuelle Situation ist, so wenig überraschend kommt sie. Die Pandemie zeigt, dass die Heime durch ewige Sparmassnahmen und die Ökonomisierung der Pflege bereits vorher am Limit waren. Das Personal aus Pflege und Betreuung fordert deshalb von Bund und Kantonen: ■ Das Pflege- und Betreuungspersonal muss sich nach der Pandemie von den Strapazen erholen können, ansonsten wird die bereits sehr hohe Berufsausstiegsrate dramatische Ausmasse annehmen. Die zukünftige Entlastung der Pflegenden muss jetzt geplant werden! Es braucht nach der Pandemie «Zeit» im Sinne einer Kompensation der Überstunden und einer Arbeitszeitreduktion, „Geld“ in Form einer längst überfälligen Lohnerhöhung sowie zusätzliches Personal durch die Förderung der Aus- und Weiterbildung sowie höhere Stellenschlüssel.
Für Rückfragen:
Samuel Burri, Co-Branchenverantwortlicher Pflege Unia
Silja Kohler, Mediensprecherin Unia
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 1.12.2020.
Unia Schweiz > Pflegepersonal. Arbeitsbedingungen. Unia Schweiz, 2020-12-01
25.11.2020 Schweiz
Gesundheitsschutz
SGB

Coronavirus
Gesundheitsschutz
Volltext
Schutz der Gesundheit und Einkommen: Jetzt braucht es weitergehende Schritte, um die Arbeitnehmenden zu schützen. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist angespannt. Die Zahl der Arbeitssuchenden nimmt zu, und die niedrigsten Einkommen werden durch Kurzarbeit erheblich reduziert. Der Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz wird nach wie vor unzureichend umgesetzt und überwacht. Es braucht weitere Unter-stützungsmassnahmen, damit nicht die Arbeitnehmenden die Hauptlast der Corona-Krise tragen müssen. Die finanziellen Mittel beim Bund für den Erhalt der Arbeitsplätze und die Lohngarantie in dieser Krise sind zweifelsfrei vorhanden. Dies hat der Vorstand des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes festgehalten, der heute anstelle der Delegiertenversammlung tagte, die wegen der Corona Restriktionen verschoben wurde. Anstelle einer Delegiertenversammlung, die aufgrund der Corona-Massnahmen nicht durchgeführt werden konnte, hat heute eine ausserordentliche Sitzung des Vorstands des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds die drängendsten Probleme der Arbeitnehmenden in der aktuellen Corona-Krise beraten. Der SGB-Vorstand stellt fest, dass es grundsätzlich zur Bewältigung der Konzequenzen der zweiten Welle die Wiedereinführung der Abfederungs- und Absicherungsmassnahmen braucht, dank derer im Frühling die Schweiz besser durch die Krise gekommen ist als andere Län-der. Daher hat sich der SGB für die Wiedereinführung von Kurzarbeit für befristete Anstellungen stark gemacht, die der Bundesrat jetzt auch beantragt. Erfreulich ist auch, dass der Härtefallfonds auf den 1. Dezember vorgezogen und mit 1 Mrd. statt 400 Mio. Franken höher dotiert wird. Die Verlängerung der Krisensituation erfordert ein entschiedeneres und schnelleres Handeln. Es gibt viele Arbeitnehmende, die im Jahr 2020 durch die Kurzarbeit einige Monate schmerzhafte Einkommensverluste erfahren mussten. Für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer käme das einer Abschaffung des 13. oder sogar 12. Jahresgehaltes gleich – und einem Abgleiten in finanzielle Notlage. Diese Entwicklung ist umso problematischer, als sie die einkommensschwächsten Ange-stellten überproportional trifft: Gemäss der Sotomo-Studie für die SRG haben Haushalte, die von weniger als 4’000 Franken pro Monat leben, bisher 19 Prozent ihres Einkommens verloren. Dies erfordert wirksame und schnelle Lösungen für alle: Der SGB fordert eine 100prozentige Lohndeckung der Arbeitslosenversicherung für GeringverdienerInnen im Falle von Kurzarbeit. Die Passivität des Bundesrates ist schlicht nicht mehr tragbar, weil damit immer mehr Betroffene in die Existenznot fallen. Die Lage spitzt sich zu: momentan sind gegen 3 Prozent der Beschäftigten (Vollzeitäquivalente) in Kurzarbeit und die Quote der Stellensuchenden ist seit Krisenbeginn um rund 1.5 Prozentpunkte gestiegen (von 4 auf knapp 5.5 Prozent). Um eine weitere Verschlechterung der Situation zu ver-hindern, muss der Zugang zur Kurzarbeit für befristete Verträge reaktiviert werden. Vor allem aber muss der Trend gebremst werden, dass die Zahl der Menschen, die das Ende ihrer Ansprüche erreichen steigt, was vor allem Arbeitnehmer am Ende ihrer beruflichen Laufbahn betrifft. Zu diesem Zweck müssen die Rechte auf Tagegelder und Rahmenfristen erweitert werden. Auch sollte die Inkraftsetzung der Überbrückungsleistung vorgezogen werden: das vorgesehene Datum 1. Juli 2021 ist zu spät und hat zur Folge, dass viele Arbeitslose keine genau auf diese Situation zugeschnittene Leistung erhalten werden. Und schliesslich braucht es zur Stützung der Kaufkraft eine rasche Ausschüttung der übermässigen Krankenkassen-Reserven. Um den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz zu garantieren und die 2. Welle in den Griff zu bekommen, müssen die Ansteckungsgefahren am Arbeitsplatz reduziert werden. Die zögerliche Haltung des Bundesrates und sein Verzicht auf echte Massnahmen sind nicht nachvollziehbar. Der SGB fordert, dass alle Unternehmen verpflichtet werden, Schutzpläne zu haben. Vor allem aber müssen Beratung und Kontrolle massiv verstärkt werden. Der Bund muss von seiner Weisungsbefugnis bezüglich der Anzahl der Inspektionen Gebrauch machen und dafür sorgen, dass die ausführenden Organe die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel mobilisieren.
Der Rückgang der Ansteckungszahlen sollte uns nicht über die Spannungen hinwegtäuschen, die in der Arbeitswelt immer noch herrschen. Wir müssen jetzt durch Einkommensgarantien und Sicherheit für Menschen, die arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind, die Grundlagen für einen sozialverträglichen Weg aus der Krise schaffen.
Auskünfte:
Daniel Lampart, SGB-Sekretariatsleiter, Benoît Gaillard, Co-Leiter Kommunikation SGB
SGB, Medienmitteilung, 25.11.2020.
SGB > Coronavirus. Gesundheitsschutz. SGB, 2020-11-25
20.11.2020 Wallis Kanton
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Coronavirus
Volltext
Wer will, kann. Die Walliser Zeitung „Le Nouvelliste“ hat derzeit etwa doppelt so viele Todesanzeigen wie gewöhnlich. Jeden Tag. Statt einer oder anderthalb Seiten deren drei bis vier. Längst nicht in allen Trauerschreiben steht der Grund für dieses ungebremste Sterben. Doch es hat einen Namen: Corona. Das Wallis ist immer noch trauriger Weltmeister bei den Corona-Infektionen. Der Südkanton liegt, pro 100’000 Bewohnerinnen und Bewohner berechnet, sogar noch vor den USA. Auch bei den Toten. Am 27. Oktober erreichte der Kanton den Peak: dramatische 888 neue Infektionen an einem Tag! Die Regierung zog die Notbremse und verordnete schärfere Schutzmassnahmen. Inzwischen ist die Covid-Kurve massiv abgesunken. Und zeigt: Wer will, kann Corona in den Griff bekommen. Doch die Üsserschwiiz kann das offenbar nicht. Zu früh frohlokt. Noch im Mai frohlockte Gesundheitsminister Alain Berset: „Wir können jetzt Corona!“ Zu früh frohlockt: In der zweiten Welle können wir Corona schlechter als (fast) alle Länder ringsum. Wir sind inzwischen wirklich ein Sonderfall. Ein Corona-Sonderfall! Unsere Nachbarn greifen durch, obwohl sie weit weniger vom Virus heimgesucht sind als die Schweiz. Allen voran Österreich. Dort hat Bundeskanzler Sebastian Kurz kurz¬entschlossen wieder Lockdown angeordnet. Weil die Intensivbetten schon zur Hälfte ausgelastet seien. In 13 Schweizer Kantonen sind sie dies schon längst. Aber zu über 80 Prozent! 60 Ökonominnen und Ökonomen raten dem zerstrittenen Bundesrat jetzt, endlich durchzugreifen. Mit einer Kombination von hartem Lockdown und korrekter Entschädigung für alle Betroffenen. Weil sich das gesundheitlich und ökonomisch am besten bewähre. Selbst der rechtsnationalistische Kanzler Kurz hat offenbar begriffen, dass man eine Pandemie nicht mit marktgläubiger Ideologie bekämpfen kann. Immerhin einen Lichtblick gibt es. Immerhin erreicht uns jetzt Hoffnungsvolles von der Impfstoff-Front. Nach Biontech/Pfizer vermeldet auch die US-Firma Moderna, die ihr Vakzin auch bei der Lonza in Visp produzieren will, einen über¬raschend schnellen Durchbruch: Ihre Impfstoffe schützten zuver¬lässig, seien verträglich, und die Produktion könne anlaufen. Noch sind das Informationen von Firmen, die eine Goldgrube wittern. Doch faszinierend ist das schon, „as plötzlich möglich ist, wenn’s wirklich brennt, wie unsere Technologie-Politik-Rubrik „Rosa Zukunft» freudig zu berichten weiss.
Work, 20.11.2020.
Personen > Kuhn Marie-Josee. Coronavirus. Wallis. Work, 2020-11-20.
Ganzer Text
20.11.2020 Argentinien
Kuba
Granma

Coronavirus
Preisverleihung
Volltext
Henry-Reeve-Brigade erhält Demokratiepreis in Argentinien. Die Brigade teilte sich den Preis, mit dem jene ausgezeichnet werden, die sich Tag für Tag durch ihr Leben und ihre Arbeit für demokratische Werte einsetzen, mit dem Lastesis-Kollektiv aus Chile. Die kubanische Internationale Ärztebrigade Henry Reeve wurde heute hier mit dem vom Kulturzentrum Caras y Caretas verliehenen Preis „Demokratie 2020“ für die herausragende Persönlichkeit Lateinamerikas ausgezeichnet. Das angesehene internationale Kontingent kubanischer Ärzte, die auf Katastrophenfälle und schwere Epidemien spezialisiert sind, hat in diesem Jahr seine edle und unterstützende Arbeit in die am stärksten von der COVID-19-Pandemie betroffenen Gebiete getragen. Gegenwärtig sind 43 Brigaden in 33 Ländern im Einsatz und 2‘523 Fachkräfte kümmern sich um Patienten, die an dieser tödlichen Krankheit leiden, die auf der ganzen Welt verbreitet ist und seit ihrem Auftreten mehr als 40 Millionen Infizierte hervorgerufen hat. Die Brigade teilte sich den Preis, mit dem jene ausgezeichnet werden, die sich Tag für Tag durch ihr Leben und ihre Arbeit für demokratische Werte einsetzen, mit dem Lastesis-Kollektiv in Chile. Nach Angaben der Organisatoren wurden bei dieser 12. Ausgabe auch andere Persönlichkeiten ausgezeichnet, wie zum Beispiel die hervorragende Kämpferin Hebe de Bonafini, Vorsitzende von Madres de Plaza de Mayo, Ehrenpreisträgerin für Menschenrechte. Parallel zu anderen Kategorien wählt der Führungsausschuss des Kulturzentrums Caras y Caretas seit seiner Gründung im Jahr 2009 jedes Jahr die Persönlichkeiten, die mit dem Preis für die herausragende Persönlichkeit Argentiniens und Lateinamerikas ausgezeichnet werden, sowie die Ehrenpreisträger aus. Als Hommage an das Jahr, in dem dieses Land nach der letzten Militärdiktatur (1976-1983) die Demokratie wiedererlangt hat, verleiht der Preis eine vom angesehenen Goldschmied Marcelo Toledo entworfene Statuette.
Granma, 20.11.2020.
Granma > Argentinien. Coronavirus. Granma, 2020-11-20.
Ganzer Text
18.11.2020 Schweiz
Löhne
Regierung Schweiz
SGB

Coronavirus
Löhne
Volltext
Massnahmen des Bundesrats zur Corona-Krise. Positive Stossrichtung des Bundesrats – weitere Massnahmen zur Sicherung der Einkommen dringend nötig. Der SGB begrüsst, dass der Bundesrat Kurzarbeit wieder für befristet Angestellte zulassen und den Härtefallfonds aufstocken will. Die Lage vieler Berufstätiger in der Schweiz ist besorgniserregend. Die Arbeitslosigkeit steigt – insbesondere bei den älteren Arbeitnehmenden. In Krisenbranchen wie beispielsweise der Geschäftshotellerie oder der Maschinenindustrie ist es momentan nahezu aussichtslos, wieder eine Stelle zu finden. Wer in Kurzarbeit ist, hat nur 80 Prozent des Lohns. Vor allem Geringverdienerinnen und Geringverdiener haben immer mehr Mühe, mit dem Geld über die Runden zu kommen. In zahlreichen Fällen haben sie deutlich weniger als 3’000 Franken pro Monat. Davon können sie nicht leben. Um diese Probleme zu lösen, braucht es zusätzliche Massnahmen. Der SGB fordert, dass Geringverdienerinnen und Geringverdiener in Kurzarbeit den vollen Lohnersatz erhalten. Zur Verhinderung von Aussteuerungen müssen die Massnahmen aus der ersten Welle wieder eingeführt werden. Indem damals die ALV-Taggelder und Rahmenfristen verlängert wurden, entgingen Tausende von Arbeitslosen der Aussteuerung. Zudem muss die Überbrückungsleistung für ausgesteuerte ältere Arbeitslose so rasch als möglich in Kraft gesetzt werden. Sie wird so dringend benötigt wie noch nie.
Auskünfte:
Daniel Lampart, SGB-Sekretariatsleiter
Urban Hodel, Co-Leiter Kommunikation SGB
SGB, Medienmitteilung, 18.11.2020
SGB >> Löhne. Bundesrat. SGB, 2020-11118.
Ganzer Text
12.11.2020 Schweiz
Pflegepersonal
Unia Schweiz

Coronavirus
Gesundheitsschutz
Volltext
Pflegepersonal muss dringend geschützt werden. Die Bewohner*innen und das Personal in Alters- und Pflegeheimen sind massiv von der zweiten Corona-Welle betroffen. Die Meldungen von Ansteckungen häufen sich. Pflegende setzen sich täglich der Gefahr einer Ansteckung aus, gleichzeitig steigen die Arbeitsbelastung und die Personalknappheit. Die Unia fordert die Behörden auf, den Schutz des Personals in den Heimen zu priorisieren und Überlastungen zu verhindern. Die zweite Covid-19-Welle trifft die Alters- und Pflegeheime in der Schweiz mit voller Wucht. Nach und nach wird nun das Ausmass sichtbar – so sind im Kanton Neuenburg 14 von 54 Institutionen betroffen, der Kanton Waadt verzeichnete letzte Woche bereits beinahe 350 infizierte Bewohner*innen, das Tessin mehrere Hundert und im Kanton Bern waren knapp 600 Angestellte aus Alters- und Pflegeheimen in Quarantäne oder nach bestätigter Covid-19-Infektion in Isolation. Gleichzeitig wenden sich besorgte Mitglieder an die Unia, die von eklatantem Personalmangel in einzelnen Institutionen und Arbeitsaufgeboten auch bei Covid-19-Verdacht berichten. Während der Fokus von Behörden und Politik auf den Kapazitäten der Intensivstationen und der Situation in den Spitälern liegt, scheinen Alters- und Pflegeheime erneut vergessen zu gehen. Neben den Bewohner*innen müssen insbesondere auch die Pflegenden besser geschützt werden! Die Gewerkschaft Unia als mitgliederstärkste Gewerkschaft in der privaten Langzeitpflege fordert in einem heute publizierten Positionspapier von den zuständigen kantonalen Behörden sofortige Massnahmen. Keine Arbeitsaufgebote bei positivem Testergebnis oder bei Verdacht auf Covid-19. Pflegende, die in Quarantäne sollten und trotzdem zur Arbeit aufgeboten werden, stehen vor einem Gewissenskonflikt – sie wollen niemanden anstecken. Daher ist die verordnete Quarantäne zu respektieren. Die Unia wehrt sich gegen global ausgestellte Bewilligungen für Alters- und Pflegeheime, die ein Arbeitsaufgebot trotz Quarantänepflicht erlauben. Beschäftigte mit Symptomen, die auf einen Test oder ein Testergebnis warten oder sich aufgrund einer nachgewiesenen Covid-19-Infektion in Isolation befinden, dürfen in keinem Fall zur Arbeit herangezogen werden. Insbesondere stellen sich für die Pflegenden auch Haftungsfragen. Bereits während der ersten Welle wurden vereinzelt Covid-19-Patient*innen von den Spitälern in Heime verlegt. Die Gewerkschaft Unia fordert, auf solche Verlegungen zu verzichten: Denn die Heime sind sowohl von der Personalstruktur als auch von der Infrastruktur her nicht für die palliative Pflege terminaler Covid-19-Patient*innen ausgelegt. So eine Verlegung ist umso fahrlässiger, als dass die Bewohner*innen der Heime zur Hochrisikogruppe gehören. Ferner fordert die Unia Behörden und Arbeitgeber auf, eine Überlastung des Personals mit allen Mitteln zu verhindern: Die minimalen Bestimmungen des Arbeitsgesetzes sind jederzeit einzuhalten und dürfen auch zukünftig nicht weiter gelockert werden. Um einen noch massiveren Personalmangel aufzuhalten und bestehende Ausfälle zu kompensieren, müssen die kantonalen Behörden Verantwortung übernehmen und eine überbetriebliche Koordination der Personalressourcen, beispielsweise über Personalpools, gewährleisten.
Für Rückfragen: Samuel Burri, Co-Branchenverantwortlicher Pflege Unia (Deutsch)
Yolande Peisl-Gaillet, Co-Branchenverantwortlicher Pflege Unia (Französisch)
Enrico Borelli, Co-Branchenverantwortlicher Pflege Unia (Italienisch)
Silja Kohler, Mediensprecherin Unia (Deutsch)
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 12.11.2020.
Unia Schweiz > Pflegepersonal. Gesundheitsschutz. Unia 2020-11-12.
Ganzer Text
04.11.2020 Schweiz
Gesundheitsschutz
SGB

Coronavirus
Gesundheitsschutz
Volltext
Es braucht mehr, um Existenznöte zu verhindern. SGB-Kommentar zu den wirtschaftlichen Massnahmen des Bundesrats und fehlenden Unterstützungen. Der SGB begrüsst die vorgezogene Inkraftsetzung des Härtefallfonds. Angesichts der sich zuspitzenden Lage braucht es aber weitere Massnahmen zur Verhinderung von Arbeitslosigkeit und Existenznöten. Prioritär ist die Ausweitung der Kurzarbeit auf befristete Anstellungen und die Aufstockung der Kurzarbeitsentschädigung von GeringverdienerInnen.
Die zweite Corona-Welle hat die Schweiz in einer bereits angespannten Situation getroffen. Zwar hat sich die Beschäftigungssituation über den Sommer etwas verbessert. Doch sind nach wie vor viele Berufstätige in Kurzarbeit oder arbeitslos. Mit den Schliessungen in einigen Kantonen und der Verhaltensänderung der Bevölkerung hat sich die Lage bereits wieder zugespitzt. Die Anmeldungen für Kurzarbeit und die Zahl der Stellensuchenden steigen erneut. In der ersten Welle haben die „Lohngarantien“ über Kurzarbeit und EO zusammen mit den übrigen Massnahmen in der Schweiz schlimmere Entwicklungen wie in den USA verhindert. Das muss auch in der zweiten Welle so sein. Bund und Kantone müssen bereit sein, alles zu tun, um Arbeitsplätze und Löhne zu erhalten. Die Krise trifft Menschen mit tieferen Einkommen besonders stark. Ohne entsprechende Gegenmassnahmen drohen kurz- und mittelfristig grosse soziale Probleme.
Der SGB fordert, dass die bestehenden sozialen Massnahmen konsequent weitergeführt werden. Die Kantone müssen bis Anfang Dezember ihre Härtefallfonds vorbereiten. Zudem braucht es eine Aufstockung der Kurzarbeitsentschädigung für GeringverdienerInnen sowie Kurzarbeit auch für befristete Verträge, insbesondere auch im Hinblick auf mögliche Schliessungen in der Wintersaison.
Der SGB setzt sich dafür ein, dass alle Firmen wirksame Schutzkonzepte gegen die Ausbreitung des Virus haben. Seitens der Behörden muss nun aber rascher gehandelt werden. Die Kantone müssen mehr Kontrollen und Beratungen in den Firmen machen. Und der Bund muss dafür entsprechende Checklisten zur Verfügung stellen.
SGB, Medienmitteilung. SGB, 4.11.2929.
SGB > Coronavirus. Schutzkonzept. SGB, 20201104.
Ganzer Text

27.10.2020 Schweiz
Bauwirtschaft
Gesundheitsschutz
Unia Schweiz

Arbeitsplatzkontrolle
Coronavirus
Volltext
Covid-Schutzmassnahmen in der Arbeitswelt. Wirksame Kontrollen retten Leben und schützen Arbeitsplätze, Seit dem Frühjahr fordert die Unia strengere und flächendeckende Kontrollen, um die Covid-19-Schutzkonzepte in Branchen und Betrieben durchzusetzen. Dies ist heute wichtiger denn je. Sonst steigt das Risiko eines zweiten Lockdowns. Der Zentralvorstand der Gewerkschaft Unia fordert Politik und Behörden zum raschen Handeln auf. Zumindest vorderhand lässt sich das Coronavirus nur eindämmen, indem grundlegende Schutzmassnahmen befolgt werden (Händewaschen und Desinfektion, Hygiene in Gemeinschaftsräumen, Einhaltung eines Sicherheitsabstandes, Tragen einer Maske). Dies gilt im Privatleben genauso wie in der Arbeitswelt. Die mit Hilfe der Gewerkschaften entwickelten Schutzkonzepte in Branchen und Betrieben haben ihre Wirksamkeit unter Beweis gestellt – da wo sie wirklich umgesetzt werden. Ungenügende Umsetzung der Schutzkonzepte. Genau da aber liegt das Problem. Seit dem Abflauen der ersten Corona-Welle im Sommer werden die Schutzkonzepte in immer mehr Betrieben und auf Baustellen nur noch ungenügend umgesetzt. Denn alles kostet Zeit, Mühe und Geld: die tägliche Reinigung der Toiletten, das Arbeiten unter Einhaltung der Sicherheitsabstände, die Organisation von Pausen in Schichten, die Neuorganisation der Teams, die Dosierung der Kundenströme, das Homeoffice für Risikogruppen. Wenn die Betriebe heute die wirksamen Covid-Schutzmassnahmen verschleppen, steigt morgen das Risiko, dass nur ein „Lockdown“ ein Kollaps des Gesundheitswesens zu verhindern mag. Schutzkonzepte anwenden und weiterentwickeln. Der Zentralvorstand der Gewerkschaft Unia hat sich an seiner heutigen Sitzung intensiv mit der aktuellen Situation auseinandergesetzt und fordert: Damit Ansteckungen am Arbeitsplätz die zweite Covid-Welle nicht noch zusätzlich antreiben, müssen die Behörden jetzt dringendst handeln. Die spezifischen Schutzkonzepte und Checklisten für Branchen und Betrieben müssen sofort wieder angewendet werden. Dabei gilt es, auch neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu berücksichtigen, so dass etwa die Ansteckung über Aerosole minimiert werden kann. Und wo eine generelle Maskenpflicht Sinn macht, brauchen die Arbeitnehmenden zusätzliche Pausen, um die Masken zu wechseln und übermässigen Stress zu vermeiden. Die Behörden müssen mehr kontrollieren. Vor allem aber müssen die Suva und die kantonalen Arbeitsinspektorate die Schutzmassnahmen entschieden durchsetzen, d.h. kontrollieren und Verstösse ahnden. Dafür braucht es jetzt sofort zusätzliches Personal. Die Gewerkschaften haben wiederholt vorgeschlagen, dass die Kontrollvereine der Sozialpartner die Behörden in dieser Aufgabe unterstützen können. In einzelnen Kantonen hat die Zusammenarbeit in der Vergangenheit gut funktioniert. Wenn Kantone und Suva die Kontrollen alleine ausführen wollen und auf Unterstützung verzichten, dann müssen sie jetzt nach Auffassung des Unia-Zentralvorstandes den Tatbeweis antreten und rasch die notwendigen zusätzlichen Ressourcen aufbauen. Risikogruppen schützen. In dieser besonderen Situation tragen die Arbeitgeber gegenüber ihren Angestellten auch eine besondere Fürsorgepflicht. Insbesondere Beschäftigte aus Risikogruppen, zu denen nach neuern Erkenntnissen auch Schwangere gehören, haben Anspruch auf besonderen Schutz. Falls dieser nicht gewährt werden kann und falls auch kein Homeoffice möglich ist, sollen sie bei voller Lohnfortzahlung freigestellt werden, bis die aktuelle Ansteckungswelle wieder abgeflaut ist. Weitere Informationen: Nico Lutz, Mitglied der Geschäftsleitung, Christine Michel, Fachsekretärin Gesundheitsschutz, Serge Gnos, Leiter Kommunikation
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 27.10.2020.
Unia Schweiz > Arbeitsplatzkontrolle. Unia Schweiz, 2020-10-27.
Ganzer Text
15.10.2020 Schweiz
Personen
WOZ
Yves Wegelin
Coronavirus
Volltext
Ein politisches Versagen. Die Pandemie sei „unter Kontrolle“, wiederholte Gesundheitsminister Alain Berset Anfang Woche – dabei weiss das ganze Land, dass das nicht stimmt. Die Fallzahlen explodieren, die Spitaleinlieferungen steigen, in vielen Kantonen ist das Contact Tracing bereits heillos überlastet. Und was unternahm der Bundesrat, der die Kompetenzen im Sommer den Kantonen übergeben hatte, letzte Woche dagegen? Er färbte die Schilder seiner Warnkampagne von blau auf orange um. Natürlich sind nicht alle Probleme dem Bundesrat und den kantonalen Regierungen anzulasten. Es gibt kein Zauberkraut gegen dieses Virus, jede Massnahme ist zudem ein Eingriff in das Leben der Menschen und muss verhältnismässig sein. Und dennoch: Erstens hätten die Behörden nun sieben Monate Zeit gehabt, um ein funktionierendes Contact Tracing mit genügend Personal aufzubauen. Der Winter steht erst vor der Tür, und bereits müssen in einigen Kantonen positiv Getestete selber den Menschen hinterhertelefonieren, mit denen sie in den Tagen zuvor Kontakt hatten. Diese Überlastung hätte zweitens mit einer Maskenpflicht etwa in Geschäften entschärft werden können, die viele Kantonsregierungen noch immer nicht einführen wollen. Was so schlimm sein soll, beim Einkaufen ein Stück Stoff vor dem Gesicht zu tragen, bleibt ihr Geheimnis. Der Berner Gesundheitsdirektor Pierre-Alain Schnegg (SVP) wartete trotz Mahnungen von EpidemiologInnen, bis die tägliche Fallzahl bei fast hundert lag, um eine Maskenpflicht in öffentlichen Innenräumen einzuführen. Und nun, da die Fallzahlen durch die Decke gehen, bettelt er beim Bund um Hilfe für sein überlastetes Contact Tracing. Wenn Kantonsregierungen derart versagen, versagt auch der Föderalismus. Drittens hat der Bundesrat trotz dringlicher Warnungen von EpidemiologInnen aus der eigenen Taskforce die Auflagen für Clubs und vor allem für grosse Veranstaltungen nach dem Lockdown im Eiltempo wieder gelockert – auch dann noch, als die Fallzahlen bereits wieder stiegen. Natürlich stehen hier viele Arbeitsplätze auf dem Spiel. Doch statt weiter zu lockern, hätte der Bund die Möglichkeit, mehr Geld in die Hand zu nehmen, um die entsprechenden Branchen zu stützen und vor allem die Löhne zu garantieren. Finanzieren könnte das die Schweiz problemlos: Der Bund rechnet dieses Jahr mit einem Defizit von zwanzig Milliarden Franken. Damit wird die international rekordtiefe Schuld der Schweiz von – laut Internationalem Währungsfonds (IWF) – 40,5 Prozent um nicht einmal 3 Prozentpunkte steigen. Peanuts. Das Steuerparadies Schweiz könnte auch endlich Konzerne und Vermögende angemessen besteuern – etwa durch eine Coronasteuer auf Gewinne, wie sie der Direktor der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich, Jan-Egbert Sturm, vorgeschlagen hat. Dass der Bundesrat so stark gelockert hat, liegt vor allem am Lobbying der Wirtschaftsverbände und an den bürgerlichen Parteien, die mehr Schulden und vor allem höhere Steuern um jeden Preis verhindern wollen. Auch die Stabübergabe an die Kantone dient dazu, die Ausgaben tief zu halten. Denn deren Mittel sind begrenzt. Unter anderem erschwert es ihnen der kantonale Steuerwettbewerb, die Steuern zu erhöhen. Um höhere Schulden und mehr Umverteilung zu verhindern, nehmen Wirtschaftsverbände und Bürgerliche lieber etwas mehr Tote in Kauf. Dieser «schwedische Weg» ist jedoch auch ökonomisch dumm. Wie die Taskforce des Bundes oder der IWF in Studien aufgezeigt haben, bringen staatliche Massnahmen gegen die Ausbreitung der Pandemie nicht nur wirtschaftliche Kosten mit sich – im Gegenteil: Sie sind die Voraussetzung, dass das wirtschaftliche Leben weitergeht. Die aktuelle Ausbreitung der Pandemie wird die ökonomische und damit auch soziale Krise weiter verschlimmern. Auch weil nun schärfere Massnahmen nötig sein werden. Was sich seit dem Sommer hier abspielt, ist ein politisches Versagen. Am Erscheinungstag dieser WOZ hat Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga die Kantone zum Krisengipfel geladen. Bundesrat und Kantone müssen endlich handeln.
ves Wegelin.
WOZ, 15.10.2020.
Personen > Wegelin Yves. Coronavirus. WOZ, 2020-09-15.
Ganzer Text
03.10.2020 Kuba
Gesundheitswesen
Granma

Ärzte
Coronavirus
Volltext
Ärzte wie der Che. Die Fachkräfte aus dem Gesundheitsbereich, die im Verwaltungsbezirk von Mexiko und im Bundesstaat Tabasco Hilfe leisteten, betraten nach erfüllter Pflicht wieder kubanischen Boden und sind nun bereit, andere Aufgaben zu übernehmen. In diesem Geiste begrüsste sie der Premierminister Manuel Marrero Cruz im Namen des Ersten Sekretärs des Zentralkomitees der Partei, Armeegeneral Raúl Castro Ruz, und des Präsidenten der Republik, Miguel Díaz-Canel. Die Gruppe betreute 5.589 Patienten, 5.553 davon mit COVID-19, und heilte 324 Menschen von dieser Krankheit. Raymundo Bravo anerkannte ihren Lernprozess und sagte, sie seien mit der Situation gewachsen und hätten umgehend auf die Anforderungen der epidemiologischen Lage reagiert. Die mexikanischen Behörden würdigten die Leistung der 40 Brigademitglieder, darunter drei elektromedizinische Ingenieure, die 138 Ausrüstungsgegenstände reparierten. In einer Zeit, in der sich das Land an die legendären Guerilleros Ernesto Che Guevara und Camilo Cienfuegos erinnert, bekräftigen die kubanischen Ärzte ihre Überzeugung, sich gleichsam im Schützengraben der Pflicht zu befinden und das Vermächtnis der beiden fortzusetzen.
Granma, 30.10.2020.
Granma > Mexiko. Coronavirus. Granma, 2020-10-30
Ganzer Text
02.10.2020 Kuba
Frauen
Granma

Coronavirus
Die US-Blockade ist die schädlichste Form von Gewalt gegen die kubanischen Frauen
Teresa Amarelle Boué, Generalsekretärin des Kubanischen Frauenverbandes (FMC), prangerte am Donnerstag bei den Vereinten Nationen an, dass die wirtschaftliche, kommerzielle und finanzielle Blockade der Regierung der Vereinigten Staaten gegen Kuba das Haupthindernis für die Verwirklichung der Rechte der kubanischen Frauen und die schädlichste Form von Gewalt gegen sie darstellt Teresa Amarelle Boué, Generalsekretärin des Kubanischen Frauenverbandes (FMC), prangerte am Donnerstag bei den Vereinten Nationen an, dass die wirtschaftliche, kommerzielle und finanzielle Blockade der Regierung der Vereinigten Staaten gegen Kuba, verschärft in Zeiten der Pandemie, aufgrund ihrer negativen Auswirkungen auf das Volk der Insel und insbesondere ihre Frauen das Haupthindernis für die Verwirklichung ihrer Rechte und die schädlichste Form von Gewalt gegen sie darstellt. In ihrer Ansprache in der hochrangigen Tagung der 75. ordentlichen Sitzungsperiode der Generalversammlung der Vereinten Nationen, die aus Anlass des 25. Jahrestages der Erklärung und der Aktionsplattform von Peking der Gleichstellung der Geschlechter und der Stärkung der Rolle der Frau gewidmet war, wies sie darauf hin, dass die von kubanischen Frauen in allen wirtschaftlichen und sozialen Bereichen gewonnenen Räume Ergebnisse des politischen Willens des Staates und der Regierung Kubas sind, die diese Maßnahmen durch die Anwendung von Gesetzen und Programmen unterstützen. Dabei nimmt die neue Verfassung der Republik einen wichtigen Platz ein und bestätigt das Bekenntnis zum Grundsatz der Gleichheit und Nichtdiskriminierung. Sie erläuterte, dass die kubanische Gesellschaft, ohne perfekt zu sein, ein Beispiel für Inklusion sei: „Wir Kubanerinnen erhalten gleiche Löhne für gleichwertige Arbeit. Eine fortgeschrittene Arbeitsgesetzgebung garantiert unsere Rechte im staatlichen und nichtstaatlichen Sektor. Wir haben Zugang zu Programmen der sozialen Sicherheit, kommen in den Nutzen kostenloser und qualitativ hochwertiger Bildungs- und Gesundheitsdienste.“ Amarelle Boué argumentierte, dass beispielsweise kubanische Frauen 49% der Beschäftigten im zivilstaatlichen Sektor stellen und mehr als 80% Facharbeiter oder Hochschulabsolventen sind. Sie gab an, dass Frauen die Mehrheit unter den professionellen Richtern und Staatsanwälten darstellen, 53,5 % der Beschäftigten im Wissenschafts-, Innovations- und Technologiesystem und 69,6% im Gesundheitswesen ausmachen. Sie hob hervor, dass kubanische Frauen Teil der medizinischen Brigaden sind, die Dienstleistungen in verschiedenen Regionen der Welt erbringen, und hob die Rolle hervor, die sie im Kampf gegen das neue Coronavirus, insbesondere in den sogenannten roten Zonen, bei der Entwicklung von Behandlungsprotokollen und auch bei der Erforschung von Impfstoffkandidaten gegen die Krankheit spielen. Der Generalsekretärin des FMC versicherte, dass der Plan für wirtschaftliche und soziale Entwicklung bis 2030 und der Prozess der Gesetzesaktualisierung des Landes den Willen Kubas bekräftigen, alle Formen von Diskriminierung und Gewalt zu beseitigen und die volle Gleichheit von Rechten und Chancen zu erreichen, im Einklang mit der Erklärung und der Aktionsplattform von Peking und dem Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau.
Granma, 2.1o.2020.
Granma > Frauen. Coronavirus. Granma, 2020-10-02
Ganzer Text
13.07.2020 Kuba
Granma

Coronavirus
Ehrungen
Volltext
Wir sind die Kinder Fidels
Wenn die Worte und die Tatsachen Substanz haben, wenn die Medizin aufhört Wissenschaft zu sein und sich einfach nur in Humanismus verwandelt: Die Kamera sucht und findet diesen Moment in einer Hand, die umarmt, in einer beschützenden Geste, in Beinen, die sich nur mit Mühe fortbewegen
Das Szenario war eine riesige überdachte oder auch nicht überdachte Plattform. Das hing, davon ab, wie man es betrachtete, denn das Dach war so hoch, dass es fast in den Himmel reichte und es gab keine Wände sondern nur Säulen aus Eisen. Der Schauplatz ist eine zentral gelegene Zone Turins, eine ehemalige Stahlgiesserei, die man in einen Park verwandelt hat. An diesem Sonntag hatte man einen beträchtlichen Teil davon für ein grosses der Brigade Henry Reeve gewidmetes Abschiedsessen reserviert. 300 Gäste waren geladen, die Behörden der Stadt und der Region, Leitung und Angestellte des Krankenhauses, geheilte und bereits entlassene Patienten, Mitglieder von Freundschaftsorganisationen mit Kuba, die Brigademitglieder und die kubanischen Diplomaten. Es war dies das erste Mal, nach der Notsituation, dass so viele Menschen zusammenkamen. Unsere Epidemiologen halfen dabei, die Tische und die Regeln so aufzustellen, dass sichergestellt war, dass das Virus nicht zu einem weiteren Gast wurde. Die Brigadeteilnehmer und auch der kubanische Botschafter José Carlos Rodríguez kamen mit dem Fahrrad. Sie verliessen das Krankenhaus und fuhren etwa 20 Minuten durch die Strassen Turins. Die an der Spitze hielten die Flaggen Kubas und Italiens. Alle trugen das neue T-Shirt der Brigade. Die Polizei machte den Weg für sie frei.
Granma, 13.7.2020.
Granma > Coronavirus. Ehrung. Granma, 2020-07-13
Ganzer Text
08.07.2020 Kuba
Granma
KP Kuba

Coronavirus
Volltext
Wirtschaft
Raúl leitete Sitzung des Politbüros. Trotz des gegenwärtigen Szenarios wird der 26. Juli eine weitere Gelegenheit für eine verdiente Würdigung der Heldentat von 1953 durch unser gesamtes Volk sein. Unter dem Vorsitz seines Ersten Sekretärs, Armeegeneral Raúl Castro Ruz, trat am Dienstagmorgen das Politbüro des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas zusammen, wo eine Reihe von Massnahmen zur Wiederbelebung unserer Wirtschaft angesichts der durch die COVID-19-Epidemie verursachten Schäden erörtert wurden. Während des Treffens wurde vereinbart, unter Berücksichtigung der Notwendigkeit, keine Aktivitäten durchzuführen, die eine Konzentration von Menschen implizieren, die zentrale Veranstaltung am 26. Juli zum Tag der nationalen Rebellion nicht durchzuführen und stattdessen Aktivitäten entsprechend der epidemiologischen Situation des Landes zu fördern, wie wir es zuletzt zum 1. Mai, dem Internationalen Arbeitertag, getan haben. Trotz des gegenwärtigen Szenarios wird der 26. Juli eine weitere Gelegenheit für eine verdiente Würdigung der Heldentat von 1953 durch unser gesamtes Volk sein.
Granma, 8.7.2020.
Granma > KP Kuba. Coronavirus. Granma, 2020-07-08.
Ganzer Text
06.07.2020 Kuba
Granma

Coronavirus
Volltext
In Kuba hat sich kein von COVID-19 genesener Patient erneut infiziert. Obwohl in unserem Land einige der Patienten, die für das neue Coronavirus Sars-CoV-2 positiv getestet worden waren, nach ihrer klinischer Entlassung erneut ins Krankenhaus eingeliefert wurden, war dies in keinem Fall auf eine erneute Infektion mit COVID-19 zurückzuführen, sondern auf chronische Vorkrankheiten wie obstruktive Lungenerkrankung oder Herzinsuffizienz, erklärte Dr. Francisco Durán, Nationaler Direktor für Epidemiologie im Gesundheitsministerium. Während der Pressekonferenz, auf der täglich über die epidemiologische Situation informiert wird, sagte Durán, dass es weltweit mehrere Fälle von Menschen gegeben habe, die einen Rückfall der Krankheit hatten, nachdem sie zuvor die Symptome überwunden hatten.
Andererseits betonte er, dass es in den kubanischen Gesundheitsprotokollen für Covid-19 eine Behandlung für jede Phase gibt, von dem Moment an, in dem der Patient ein Verdachtsfall oder Kontakt eines bestätigten Falls ist, wenn er als positiv bestätigt wird, und dann entsprechend seiner klinischen Entwicklung. Im Fall des sogenannten Protokolls 5 sei die Neuheit, dass zwischen symptomatischen und asymptomatischen Fällen unterschieden werde. In letzterem Fall werden, wenn es sich um Erwachsene handelt, nur nationale Produkte wie Interferon und Heberferon verwendet, in Abhängigkeit davon, was der Patient benötigt. (…).

Granma 6.7.2020.
Granma > Coronavirus. Granma, 2020-07-06.
Ganzer Text
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13


  
Copyright 2007 by Beat Schaffer   Nutzungsbedingungen  Powered by dsis.ch    anmelden