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Anzahl gefundene Artikel: 46

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08.05.1996 Schweiz
Helvetische Typographia
Kinder
Personen
Denise Chervet
GDP
Reglement
Volltext
Die Kinderbetreuung - ein Hindernis für aktive Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen? In unserem Land wird die Betreuung von Kindern (noch) vorwiegend als Privatangelegenheit angesehen. Wer Kinder zeugt, soll auch die Verantwortung für sie übernehmen. Infolgedessen werden die Subventionen für Kinderkrippen und ähnliche Einrichtungen bei den geringsten Anzeichen einer Krise immer wieder in Frage gestellt. Es gibt wenige Krippen, und daher werden die Stundenpläne in den Schulstunden nach administrativen und wirtschaftlichen Kriterien festgelegt. Die Folgen einer solchen Politik sind klar erkennbar: Viele Frauen verzichten vorübergehend auf eine bezahlte Tätigkeit oder sie arbeiten Teilzeit. Und wenn sie doch eine bezahlte Arbeit annehmen, ist es für sie schwierig, sich zusätzlich in der Gewerkschaft zu engagieren oder sich beruflich weiterzubilden. Es ist deshalb kein Wunder, wenn es an gewerkschaftlichen Versammlungen und in Gewerkschaftsvorständen nur wenige Frauen hat. Dank den Diskussionen über die Gleichstellung werden sich auch die Männer zunehmend ihrer Verantwortung bei der Erziehung und in der Familie bewusst, und auch sie neigen immer mehr dazu, sich von der Gewerkschaft zu lösen, um ihren Beitrag an die Arbeit in Haushalt und Familie zu leisten - was wir Frauen natürlich sehr begrüssen. Für die Gewerkschaften ist dies indessen ein ernstes Problem. Um den Ansatz zu einer Lösung zu geben, der - sowohl den erzieherischen Pflichten der Mitglieder wie der Entwicklung des (…).Denise Chervet Marshall.
Helvetische Typographia, 8.5.1996.
Personen > Chervet Denise. Frauenkommission. Kinderbetreuung. HT, 1996-05-08.
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15.11.1995 Schweiz
Frauen
GDP
Helvetische Typographia
Personen
Denise Chervet
Frauen
Volltext
GDP-Frauenkommission. Sitzung vom 20. Oktober 1995. Visionen unserer Zukunft. An ihrer Sitzung vom 20. Oktober 1995 hat die Frauenkommission zuerst die verschiedenen Veranstaltungen auf gewerkschaftlicher und frauenspezifischer Ebene zur Kenntnis genommen, an denen sie teilnimmt - sei's mit der Abordnung einer Delegation oder durch aktive Unterstützung der Teilnehmerinnen. 1. Zum 50. Geburtstag des Verfassungsartikels zur Mutterschaftsversicherung am 25. November 1995 werden in der Schweiz verschiedene Kundgebungen stattfinden, unter anderem auch in Bern. Dieses Datum sollten sich alle Männer und Frauen, die jetzt - und nicht erst in zehn oder 20 Jahren - eine Mutterschaftsversicherung wollen, in der Agenda reservieren. 2. Am 19., 20. und 21. Januar 1996 wird in Bern der 5. Frauenkongress zum Thema „Visionen unserer Zukunft“ abgehalten. Dieser Kongress wird Frauen aus allen politischen und kulturellen Lagern vereinigen. Wir wünschen uns sehr, dass von gewerkschaftlicher Seite viele aufmarschieren werden, um den Forderungen der Arbeiterinnen Gehör zu verschaffen und um unsere Überlegungen zur Arbeitsteilung, zur AHV, zu den Sozialversicherungen usw. zu propagieren. Die Gewerkschaft wird die Teilnahmegebühr übernehmen. Die Anmeldefrist läuft am 18. November 1995 ab. Interessierte melden sich bei Denise Chervet Marshall auf dem Zentralsekretariat der GDP. (…).
Denise Chervet MarshalI.
Helvetische Typographia, 15.11.1995.
Personen > Chervet Marshall Denise. GDP-Frauenkommission, 20.10.1995. HT, 1995-11-15.
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18.10.1995 Schweiz
Frauen
Helvetische Typographia
Bettina Kurz
Frauenkongress
Programm
Volltext
Aufruf zum Schweizerischen Frauenkongress. Frauen, geht hin! Vom 19. bis 21. Januar 1996 findet in Bern der 5. Schweizerische Frauenkongress statt. Zu diesem Grossereignis werden mehr als tausend Frauen erwartet. Traditionellerweise war der Schweizerische Frauenkongress eine Veranstaltung der bürgerlichen Frauenbewegung. Nach dem Eklat rund um den 4. Frauenkongress 1975, zu dem die Neue Frauenbewegung einen Gegenkongress veranstaltete, ist nun für den bevorstehenden 5. Frauenkongress eine breite Trägerschaft gefunden worden, und Gewerkschafterinnen sind aktiv an den Vorbereitungsarbeiten beteiligt. Frauenpolitik der Zukunft. Schon frühere Frauenkongresse hatten konkrete politische Auswirkungen. So ist der Gleichstellungsartikel in der Bundesverfassung auf den Kongress von 1975 zurückzuführen. Auch am 5. Schweizerischen Frauenkongress sollen Schwerpunkte für die Frauenpolitik der Zukunft gelegt werden. Die Teilnahme von Gewerkschafterinnen an einem der achtzig Workshops, an den Diskussionen in den Foren und an den Abstimmungen über die Resolutionen ist deshalb sinnvoll und erwünscht. Neben dem politischen Teil bietet der Kongress ein reiches Frauen-Kultur-Programm und Begegnungsmöglichkeiten (siehe unten). Fotowettbewerb für Frauen. Programm: (…).  Bettina Kurz.
Helvetische Typographia, 18.10.1995.
Personen > Kurz Bettina. Frauenkongress 1996. HT, 1995-10-18.
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18.10.1995 Schweiz
GDP
Helvetische Typographia
Personen
Franz Trummer
Resolution
Teuerungsausgleich
Volltext
Vertrauensleuteversammlung vom 14. Oktober 1995 in Bern. Teuerungsausgleich: Drei-Prozent-Forderung. Die Vertrauensleute der GDP vertreten die Beschäftigten in 1‘200 Druckereien. Sie befassten sich an ihrer Mobilisierungstagung mit der Frage des Teuerungsausgleichs. Zu Beginn der Aussprache diskutierten sie über die inoffiziellen Argumente der Unternehmervertreter. Diese gehen offenbar davon aus, dass die wirtschaftliche Lage zurzeit sicher besser ist als vor zwei Jahren. Sie glauben aber, dass im nächsten Jahr die Papierpreise und die Posttarife steigen werden. Deshalb glauben sie auch, von einem Teuerungsausgleich von sage und schreibe nur einem Prozent reden zu müssen! Und schon wieder brennt der Hut! Vor zwei Jahren sind die Gewerkschaften auf den 60-Franken-Deal eingestiegen, um vor allem den SVGU (heute Viscom) nicht ins Abseits zu drängen (Angst vor Mitgliederaustritten). Genützt hat dies, wie es aussieht, wenig oder nichts. Denn schon wieder will man uns, wie man hört, mit dem ungespitzten Zaunpfahl drohen: „Wenn wir die Teuerung voll ausgleichen müssen, treten bei uns, zum Schaden aller, haufenweise Mitgliederfirmen aus.“ Nullnummer und Willkür? Sie reden deshalb davon, nur ein Prozent Teuerung auszugleichen, um von dieser Nullnummer 0,3 Prozent an alle weiterzugeben und 0,7 Prozent an jene auszubezahlen, die es „verdient“ haben. Ausserdem wollen sie, laut Buschtrommeln, für sogenannte bedrängte Regionen (Tessin) eine Sonderklausel in den laufenden GAV einführen. Die Teuerung trifft alle! (…). Franz Trummer.
Helvetische Typographia, 18.10.1995.
GDP > Teuerungsausgleich. HT, 1995-20-18.
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18.10.1995 Schweiz
GDP
Helvetische Typographia
Löhne
Personen
Christian Tirefort
Lohnerhöhungen
Teuerungsausgleich
Volltext
Die jährliche Anpassung der Löhne. Startschuss gefallen! Der neue Gesamtarbeitsvertrag sieht vor, dass die Vertragspartner die Löhne jedes Jahr der Teuerung anpassen müssen. Es gibt also keinen automatischen Ausgleich mehr, aber auch kein Nichtanpassen. Wir müssen demnach kämpfen, um den vollen Teuerungsausgleich zu erhalten. Die Verhandlungspartner hatten vor, nicht mehr mit einem automatischen Ausgleich zu arbeiten, um flexibler zu sein, und um sich den aktuellen Gegebenheiten anpassen zu können. Sie haben auch gesagt, dass die Basis der offizielle Index sein soll, und wenn es keinen Automatismus mehr gebe, geschehe dies im Zugeständnis, dass man einige Jahre lang Opfer bringen könne, während es in gewissen anderen Jahren möglich würde, dem guten Gang der Wirtschaft Rechnung zu tragen. Dieser Einfall ist durchaus lobenswert. Bleibt nur noch zu bestimmen, welches Jahr nun ausschlaggebend ist, um festzustellen, ob das Jahr gut oder schlecht gewesen sei. Man kann nicht sagen, dass es das bevorstehende Jahr sein wird, man kann aber auch nicht sagen, ob das die vergangenen oder kommenden zwei Jahre sein sollen. Um korrekt und objektiv zu sein, muss man sagen, dass das massgebliche Jahr das vergangene ist. Es zählt immer das vergangene Jahr . Dieses vergangene Jahr ist 1994. Man muss sich deshalb auf die Bilanzen von 1994 stützen. Die Ringier- und die Tages-Anzeiger-Gruppe sowie Edipresse, um nur die drei grössten Schweizer Gruppen zu nennen, haben 1994 unglaubliche Gewinne erzielt. Ihre Bilanzen sind durchaus aussergewöhnlich. (…).  Christian Tirefort.,  Helvetische Typographia, 18.10.1995.
Personen > Tirefort Christian. Lohnerhoehungen. HT, 1995-10-18.
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29.03.1995 Schweiz
Frauen
GDP
Helvetische Typographia

Kurs
Sprache
Volltext
Rednerkurs der GDP-Frauenkommission vom 23./24. Februar 1995. Ich stehe auf und ergreife das Wort. Das klingt ja so einfach, aber was da alles dahintersteckt an Herzklopfen, Angstschweiss, Hemmungen usw., das kann man sich nur vorstellen, wenn man dabei war! Aber beginnen wir von vorne. Besammlung war am Donnerstagmorgen, 23. Februar 1995, im schönen Emmental. Das Kurs- und Tagungszentrum Schloss Hünigen in Stalden war für zwei Tage unser Zuhause. In einer angenehmen Atmosphäre versuchten wir, uns gleich in Redestimmung zu versetzen. Barbara Gurtner, Erwachsenenbildnerin, begrüsste uns zehn Kursteilnehmerinnen in einem der „Schonräume“ des Schlosses. Doch von Schonung war nicht die Rede, denn wir mussten uns als erstes vor laufender Videokamera ohne Vorwarnung vorstellen. Da kamen rote Ohren, nervöses Hin- und Hertreten, An-die-Decke-Schauen, Versagen des Durchhaltewillens und ein unbändiges Herzklopfen zum Vorschein. Als wir uns dann auf dem Fernsehbildschirm sahen, drückte manche vor Scham die Augen zu. Man gefiel sich überhaupt nicht: Schiefe Lippen, unmögliche Postur, roter Kopf waren nur einige Bemerkungen. Es fielen viele positive Bemerkungen zur Aufmunterung von Barbara Gurtner und den lieben Kolleginnen, aber auch knallharte Kritik. Es war beruhigend, dass alle, ohne Ausnahme, gelitten hatten. Die einen mehr, die anderen weniger. Nach diesem ersten Schreck durften wir ein ausgezeichnetes (…). Silvia Einfalt, Marianne Lehmann.
Helvetische Typographia, 29.3.1995.
GDP > Frauenkommission. Redekurs. HT, 29.3.1995.
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19.10.1994 Schweiz
GDP
Helvetische Typographia
Personen
Udo Göckler
Frauenkonferenz
GDP
Resolution
Volltext
GDP-Frauenkonferenz, 1.10.1994. Resolution. Die Teilnehmerinnen kritisieren heftig die verschiedenen Versuche wirtschaftlicher und politischer Kreise, die gewerkschaftlichen Errungenschaften zu entwerten und zu zerschlagen. Sie fordern insbesondere, dass rasch ein akzeptabler GAV zwischen dem Schweizerischen Verband Grafischer Unternehmen (SVGU) und den Gewerkschaften abgeschlossen wird. Die vom SVGU gemachten Vorschläge bedeuten eine unannehmbare Verschlechterung des Vertrages. Die Konferenzteilnehmerinnen stellen sich auch gegen die vom SVGU beabsichtigte Herabsetzung der Mindestlöhne. Eine solche Massnahme würde die Schwächsten treffen. nämlich diejenigen, deren Löhne den Mindestansatz nicht überschreiten: Frauen, die Teilzeit arbeiten, Arbeitslosem Hilfspersonal. Ausserdem darf eine Flexibilisierung nur einhergehen mit einer Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. Ausserdem erwarten sie von Arbeitgebern und Gewerkschaften klare Zeichen, dass diese bereit sind, Diskriminierungen zu bekämpfen, unter denen Frauen oft leiden: ungleiche Löhne. sexuelle Belästigung usw. Die GDP-Frauenkonferenz weist nochmals mit Nachdruck auf die Gefahren bin, die von einer landesweiten Politik der Deregulierung ausgehen. Sollte diese in die Tat umgesetzt werden, würde das zu einer Zunahme der Armut in der Schweiz beitragen, was zu sozialen Unruhen führen könnte. (…).
Udo Goeckler.
Helvetische Typographia, 19.10.1994.
Personen > Goeckler Udo. GDP-Frauenkonferenz. Resolution. HT, 1994-10-19.
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16.02.1994 Schweiz
Helvetische Typographia
Personen
Rieder
Arbeitszeitverkürzung
Volltext
Ein Bonus für Arbeitszeitverkürzungen. Vor einem Jahr hat der ABB-Konzernchef Percy Barnewick in einem Moment der Weitsicht die Viertagewoche als Antwort auf die Beschäftigungskrise vorgeschlagen und damit eine breite Diskussion ausgelöst. In der Schweiz wurde allerdings bald klar, dass die hiesigen Unternehmer diese Idee nicht einmal für Sonntagsreden würdig finden: „Wenn schon, dann braucht es längere Arbeitszeiten“, behaupten sie steif und stur. Zur Therapie der Beschäftigungskrise lassen sie nur ein Mittel gelten: ein Wirtschaftswachstum, das durch Deregulierungen stimuliert werden soll. Doch: Das Wachstum wird zu spät kommen und zu klein sein, um die Massenerwerbslosigkeit wesentlich abzubauen. Auch bürgerliche Prognostiker rechnen für 1994 nur mit einem Prozent Wachstum, ab 1995 mit zwei. Weil aber gleichzeitig die Produktivität zunimmt, steigt die Arbeitslosigkeit 1994 weiter an. Ab 1995 wird sie dann jährlich nur, um etwa 10‘000 Personen abnehmen. Das macht es für die Gewerkschaften um so dringlicher, die Perspektive der Arbeitszeitverkürzung zu verfolgen. Das VW-ModelI hat gezeigt, dass massive Verkürzungen zur Verhinderung von Massenentlassungen realisierbar sind. In Italien ist Olivetti dem Beispiel gefolgt. In der Schweiz sind verschiedenenorts solche Lösungen angesagt. (…).
Andi Rieger.
Helvetische Typographia, 16.2.1994.
Personen > Rieder Andi. Arbeitszeitverkürzung. HT, 1994-02-16.
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19.05.1993 Kosovo
Helvetische Typographia


Friedensarbeit für ein Leben nach dem Krieg. Anti-Kriegskräfte im ehemaligen Jugoslawien. Roland Brunner, HT 19.5.1993
18.03.1993 Schweiz
GDP
Helvetische Typographia
Personen
Heinz Thommen
Friedensabkommen
Liberalisierung
Volltext
„Protestzeitung Medien“, Bericht gesamte Schweiz. Vertragliche Partnerschaft mit Füssen getreten . Die Medienbranche ist nach zehn fetten Jahren wirtschaftlichen Aufschwungs in eine hausgemachte strukturelle Krise geschlittert. Weil man an ein unbegrenztes Wirtschaftswachstum glaubte, schuf man Überkapazitäten, deren katastrophale Folgen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer heute mit äusserster Härte zu spüren bekommen. In einer Branche, wo ein Überhang der Produktionsmittel besteht, gehen die Unternehmer in der Regel nicht zimperlich vor, wenn es darum geht, einen Betrieb zu sanieren mit dem einzigen Ziel, auch weiterhin einen maximalen Gewinn zu erwirtschaften. Kalt berechnende Manager schrecken dabei nicht einmal mehr vor erpresserischen Mitteln und offenkundigen Vertragsbrüchen zurück. So werden viele Beschäftigte genötigt, entweder Lohnkürzungen von bis zu zehn Prozent oder noch mehr zu akzeptieren; falls sie dies verweigern, müssen sie damit rechnen, dass sie zum nächsten Kündigungstermin auf der Strasse stehen, und ihnen folglich nur der Gang zum Arbeitsamt bleibt. Es ist klar, dass viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch derartige Unterdrückungsmethoden, die an die Zeit feudalistischer Herrschaft erinnern, mundtot gemacht werden, müssen sie doch zu Recht den Verlust ihrer Existenzgrundlage befürchten. (…).
Heinz Thommen, GDP.
Helvetische Typographia, 18.3.1993.
Personen > Thomen Heinz. Friedenspflicht. HT, 1993-03-18.
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09.09.1992 Schweiz
GDP
Helvetische Typographia
Löhne

13. Monatslohn
Volltext
Neuer Gesamtarbeitsvertrag für die Verpackungs- und Kartonageindustrie sowie Etuifabrikation.Ein neuer Vertrag. 13. Monatslohn endlich erreicht! Nach etlichen Schwierigkeiten haben wir uns mit dem Arbeitgeberverband, der UNIONPAC, auf den Abschluss eines neuen Gesamtarbeitsvertrages einigen können, der vom 1 . Juli 1992 bis 31 . Dezember 1993 gültig ist. Die GDP hatte eine wesentliche Verbesserung der besonders niedrigen Löhne angestrebt - in dieser Industriebranche herrschen die tiefen Löhne vor. Am Ende hat sich unsere Hartnäckigkeit bezahlt gemacht. Anstelle von Gratifikationen, die zwischen 5 und 50 Prozent eines Monatslohnes betragen, wird ein 13. Monatslohn in den neuen GAV aufgenommen, und zwar wie folgt: Eine weitere Verbesserung. Wird ein Arbeitsverhältnis im Laufe des Jahres aufgelöst, muss der Arbeitgeber den Anteil am 13. Monatslohn entsprechend den Beschäftigungsmonaten im laufenden Jahr auszahlen. Bei der Berechnung des 13. Monatslohnes werden die Schichtzulagen berücksichtigt, die Familienzulagen jedoch nicht. Ein Anspruch auf den 13. Monatslohn besteht auch bei Teilzeitbeschäftigung, und zwar entsprechend dem während des Jahres ausgezahlten Durchschnittslohn. Übrige Verbesserungen. Der Ausgleich von Überstunden durch gleich lange Freizeit wird monatlich auf 16 Stunden begrenzt, die innerhalb von 4 Wochen zu beziehen sind. (…).
Helvetische Typographia, 9.9.1992.
GDP > 13. Monatslohn. HT, 1992-09-09.
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23.01.1991 Schweiz
Personen
Helvetische Typographia
Gewerkschaftspresse
Beatrice Weber

Vorschläge. Studie über die Verbandspresse (3). Die Kommission "Gut" empfiehlt am Schluss ihres Berichts spürbare kurz-, mittel- und langfristige Änderungen, welche mit etwas gutem Willen absolut realisierbar sind. Unsere reichliche und dritte Zusammenfassung hält die wesentlichsten der konkreten Vorschläge fest. Beat Weber (Beauftragter der Kommission Gut". HT 23.1.1991
16.01.1991 Schweiz
Personen
Helvetische Typographia
Gewerkschaftspresse
Beatrice Weber

Reminiszenzen. Studie über die Verbandspresse (2). Beim Durchsehen der jährlichen Sammlungen der beiden Zeitungen "Typ" und "Gut" erscheint augenfällig der Wille zum Dialog, der Schutz der Berufe, die Sozialversicherung und die gemeinsamen Forderungen. Es ist paradox, dass ein Gewerkschaftsorgan älter ist, als die Gewerkschaft selbst. Am 15.12.1857 erschien die erste Nummer der "Typ" als Versuch, am 13.2.1858 begann die definitive Erscheinung, also 6 Monate vor der Gründung des deutschschweizerischen Verbandes. Beat Weber. HT 16.1.1991
31.10.1990 Zürich
GDP
Helvetische Typographia
Layoutsatz AG

Entlassungen
Layoutsatz AG
Volltext
Skandalöse Frauenentlassungen bei der Layoutsatz AG in Zürich. Ein Schlag ins Gesicht sind für uns Frauen diese Entlassungen. Drei Entlassungen, eine letzte Verwarnung für die Stiftin. Der Grund: Angebliche dauernde Provokationen und ein einmaliges Zuspätkommen! Wo und wie diese Provokationen stattfanden, ist uns auch nach mehrmaligem Nachfragen unklar. Klar ist, dass wir Layout-Frauen uns sehr gut verstehen. Wir arbeiten, oder leider arbeiteten, gerne da. Wir haben unsere gewerkschaftlichen Rechte wahrgenommen, zum Beispiel Informationen bei GAV-Unklarheiten, Aufhängen von GOP-Informationen. Diese Informationen wurden mit aussergewöhnlicher Regelmässigkeit wieder entfernt. Einen Monat nach der Kündigung wurde uns offiziell verboten, Aushänge ans Anschlagbrett anzubringen. Wir sind der Meinung, dass das Anschlagbrett für alle da ist! Dass wir uns alltäglichen, bekannten Provokationen, auch sexistischen, durch Humor, Ironie und Nichtbeachten entzogen, ist demnach Provokation. In der Layoutsatz AG kommen täglich Männer zu spät. Ohne Folgen, weil dies für den Betrieb, je nach Arbeitsanfall, auch günstiger ist. Diese schriftliche Kündigungsbegründung ist also lächerlich, entbehrt jeglicher Grundlage und verdeckt wirkliche Gründe, unter anderem auch wirtschaftliche. An diesem schwarzen 10. September hatten wir nach Erscheinen am Arbeitsplatz keine Arbeit (oder) für eine Frau gab's sehr wenig. Wieder einmal erleben wir, dass gleiches Recht nicht für alle, sprich Frauen, gilt. (…).
Astrid, Carmen, Christine und Petra. Helvetische Typographia, 31.10.1990.
Typographia Schweiz > Layoutsatz AG. Entlassungen. HT, 1990-10-31.
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10.10.1990 Schweiz
Helvetische Typographia
Personen
SGB
Christine Goll
Präsidium
SGB
Volltext
Ein frauenförderliches SGB-Präsidium. Hearing der SGB-Frauenkommission. Die Führung des 5chweizersichen Gewerkschaftsbundes (SGB) lag bisher in Männerhänden; die Wahlen erfolgten meist kampflos. Ende Oktober haben die Delegierten am SGB-Kongress nun die Wahl zwischen Tiziana Mono, Walter Renschler und Ernst Leuenberger. ln einem Hearing hat sich die SGB-Frauenkommission angehört, wie die drei sich für die Anliegen der Gewerkschafterinnen einzusetzen gedenken. Zum ersten Mal kandidiert eine Frau für das Präsidium des SGB, das Ende Oktober in Interlaken bestellt wird: Grund genug für die SGB-Frauenkommission, erstmals ein Hearing zu frauenspezifischen Fragen durchzuführen. Rita Gassmann, Präsidentin der SGB, Frauenkommission, eröffnete die kurze Selbstdarstellung der drei Kandidierenden mit den Worten: „Wir Frauen sind ungeduldig geworden. Wir möchten gleichberechtigt mitentscheiden und nicht nur Beschlüsse mittragen“. Mona: erste Frau. Tiziana Mona ergriff die Gelegenheit, für einmal ihre Anliegen in französischer Sprache zu vertreten, weil diese ihre Muttersprache Italienisch näherliege. Mit ihrer Kandidatur wolle sie ein jahrzehntealtes Ritual durchbrechen, begann sie. Tatsächlich ist sie nicht nur die erste Frau, die sich für dieses Amt bewirbt, sondern auch die erste Nichtfunktionärin. Ihre gewerkschaftliche Arbeit hat sie immer neben ihrer Berufstätigkeit, „als Hobby“, geleistet. In ihrem langjährigen Engagement sei sie oft „wütend, zuweilen auch gelangweilt“ gewesen. (…).
Christine Goll.
Helvetische Typographia, 10.10.1990.
Helvetische Typographia > SGB. Praesidium. HT, 1990-10-10.
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12.09.1990 Schweiz
GDP
Helvetische Typographia
Personen
Erika Trepp
GDP
Lohnklage
Volltext
Zur „Frauenklage“ gegen die GDP. Klappt es nun doch noch? Die meisten Leute, mit denen wir darüber diskutieren, freuen sich, dass wir mit unserer Klage einen Weg gefunden haben, das Gericht, stellvertretend für den Staat, zu einer Stellungnahme zu zwingen. Verwirrt jedoch, genau genommen sogar undurchschaubar, war das bisherige Verhalten der Verantwortlichen innerhalb der GDP. Wurde uns „vorne durch“ bestätigt, wir hätten mit unserer Klage inhaltlich mehr als recht, schürten unsere Funktionäre hintenherum den Widerstand gegen uns Frauen und erzählen, uns gehe es nicht um die Sache, sondern darum, uns zu profilieren und die Gewerkschaft zu zerstören. Wir blieben ruhig und unsere Geduld schien zu fruchten: Im Sommer beschloss das Zentralkomitee, den GDP-Anwalt zu beauftragen, die Klageantwort beim Gericht auf ein Minimum zu beschränken und auf keinen Fall zum Schaden der betroffenen Frauen zu argumentieren. Doch was dann wirklich passierte, war genau das Gegenteil. Der GDP-Anwalt reichte eine Klageantwort ein, die reaktionärer nicht sein konnte. Es würde zu weit führen, hier all die abstrusen Argumentationen aufzuführen. Eine Kostprobe sei immerhin stellvertretend für alle wiedergegeben: Der GDP-Anwalt bestreitet, dass es überhaupt nötig sei, gleiche Löhne im Gesamtarbeitsvertrag zu verankern. In der Schweiz herrsche nämlich zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften das Prinzip von Treu und Glauben. Die GDP habe also keinen Grund, anzunehmen, dass sich die Arbeitgeberseite (…). Erika Trepp.
Helvetische Typographia, 12.9.1990.
Personen > Trepp Erika. GDP. Lohnklage. HT, 1990-09-12.
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15.08.1990 Schweiz
GDP
Helvetische Typographia

Informatik
Volltext
Weiterbildung
Ganzheitliches Lernen. Informatik ganzheitlich lernen mit Suggestopädie. Dass Computer lernen auch Spass machen kann, haben Kolleginnen an einem eigens für Frauen organisierten Kurs Ende Mai in Bern-Wabern erfahren. Der von der GDP-Frauenkommission empfohlene Kurs „Informatik ganzheitlich lernen mit Suggestopädie“ war denn auch ausgebucht, so dass weitere interessierte Kolleginnen auf eine Wiederholung des Kurses vertröstet werden mussten. Mit den folgenden Berichten möchten zwei begeisterte Teilnehmerinnen zum weiteren Kursbesuch anregen und die GDP-Verantwortlichen auffordern, diese Kursreihe fortzusetzen (z.B. „Word 5.0 Textverarbeitung“). Auch unsern Kollegen wollen wir ganzheitliches Lernen ohne Konkurrenz- und Leistungszwang wärmstens empfehlen. Was hat das Backen einer Omelette mit dem Computer zu tun? Ohne Pfanne und Rezept keine Omelette - ohne CPU und Programm kein Output! Dieser Informatikkurs mit Suggestopädie führt auf spielerische Weise in die Computerwelt ein. Mit Kreuzworträtsel, Memory, Anfassen des Computer-Innenlebens, Spass, Musik und Entspannung kann man/frau auf vergnügliche Weise lernen. In zweieinhalb Tagen kann eine Schwellenangst überwunden werden. In angenehmer, entspannter Atmosphäre, wird vermittelt, dass Informatik keine Hexerei und für jedermann/!jedefrau zugänglich ist. Dieser Kurs richtet sich an (…). Maya Fritz, Elfy Schneider.
Helvetische Typographia, 15.8.1990.
Typographia Schweiz > Informatik. Weiterbildungskurs. HT, 1990-08-15.
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04.07.1990 Europa
EWR
Helvetische Typographia
Personen
Arnold Isler
EWR
Frauen
Volltext
Europäischer Zusammenschluss. Für Frauen ein Gewinn. Margrit Meier, Frauen- und Wirtschaftssekretärin beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB), machte es am diesjährigen Frauenaktionstag an der Universität Bern deutlich: Schweizerinnen können durch einen Beitritt der Schweiz zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) viel gewinnen. In den siebziger Jahren hätten die Frauen eine Einrichtung der Europäischen Gemeinschaft (EG) entdeckt, die ihnen in der Folge viel geholfen habe: den EG-Gerichtshof in Luxemburg. Da in den EG-Verträgen der Grundsatz „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ verankert sei, hätten die Frauen begonnen, die Richter mit Lohngleichheitsprozessen zu beschäftigen. Folge davon: Der EG-Gerichtshof in Luxemburg sei zu einem Pionier der Gleichberechtigung in Lohnfragen geworden. Auch in anderen Bereichen sei die EG-Rechtssprechung bedeutend frauenfreundlicher als die schweizerische, betonte Fachfrau Margrit Meier, die vor ihrer Wahl zur SGB-Sekretärin au1 den 1. Mai dieses Jahres im Eidgenössischen Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) im Integrationsbüro sich intensiv mit Europafragen befasste. In den EG-Richtlinien seien zum Beispiel festgeschrieben: die gesetzliche Gleichstellung von Mann und Frau in der sozialen Sicherheit (AHV, Pensionskassen, Krankenversicherung) ; ein Kündigungsschutz für Frauen, die wegen Lohngleichheit klagen; ein Diskriminierungsverbot für Frauen im Arbeitsleben, so beim Zugang zur Beschäftigung, bei Ausbildung und Aufstieg, (…). Arnold Isler.
Helvetische Typographia, 4.7.1990.
Personen > Isler Arnold. EWR. Frauen. HT, 1990-07-04.
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04.07.1990 Schweiz
Helvetische Typographia
Lehrlingswesen
Personen
Ewald Ackermann
Lehrlingslöhne
Petition
Volltext
Fast 800 Lehrlinge fordern in einer Petition die die Erhöhung der Lehrlingsentschädigungen. Die Gewerkschaft Druck und Papier (GDP) fordert die sofortige Erhöhung der Lehrlingslöhne im grafischen Gewerbe. Grund: die galoppierende Teuerung schraubt auch den Preis für ein Paar Jeans oder für den Pausen-Mac in die Höhe. Mit einer Petition zeigt die Gewerkschaft, dass auch die Lehrlinge selbst hinter dieser Forderung stehen. Kein alltägliches Bild: vor der gewerblichen Fachschule fangen, schwer beladen mit einer Beige Flugblätter, Nicole Bonnemain und Hans Kern von der GDP die Lehrlinge ab, die langsam eintrudeln. Kaum sind sie vom Töffli gestiegen, kriegen sie schon ein Flugi in die Hand gedrückt. Würden sie sonst eher murren, dass der kaum kaffeegeschwängerte Kopf schon so früh am Morgen wieder eine Botschaft entziffern soll, so hellt sich hier ihr Gesicht schnell auf. Schliesslich geht's um die eigene Angelegenheit, denn die GDP ist auf die Barrikaden gestiegen, um den Lehrlingen im grafischen Gewerbe zu jenem kleinen bisschen Mehr an Lohn zu verhelfen, auf das sie Anrecht haben. Die Teuerung muss ausgeglichen werden! Im Gesamtarbeitsvertrag (GAV), den die GDP mit dem Schweizerischen Verband Graphischer Unternehmen (SVGU) abgeschlossen hat, ist festgelegt, dass über die Lehrlingslöhne neu zu verhandeln ist, sobald die Teuerung 10 Prozent übersteigt. Das ist nun der Fall. Die Teuerung beträgt seit dem 1. Januar 1987, dem Zeitpunkt, an dem die heutigen Entschädigungen bestimmt wurden, gut 12,5 Prozent. (…). Ewald Ackermann.
Helvetische Typographia, 4.7.1990.
Personen > Ackermann Ewald. Lehrlingsloehne. Petition. HAT, 1990-07-04.
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09.05.1990 Schweiz
Helvetische Typographia
Personen
SGB
Beat Kappeler
Löhne
Teuerung
Volltext
„Lohn-Preis-Spirale“: Wie bitte? Wo bitte? Alte Gewohnheiten sterben nicht so rasch. Die Bankgesellschaft spricht in ihrem neuesten Konjunkturbericht von der Lohn-Preis-Spirale, die noch bis Mai nach oben gehen dürfte, Dabei hat die gegenwärtige Inflationsperiode mit aller Deutlichkeit gezeigt, dass wir in einer ausgesprochenen Preislohn-Spirale stecken: Zu Beginn letzten Jahres begannen die Zinsen zu steigen, weil das Geld ins Ausland gezogen wurde und der Franken fiel. Dann stiegen die Importpreise. Hernach erhöhten die Banken die Hypothekarzinsen. Sodann zogen die Vermieter mit den Mieten nach. Schliesslich begannen auch die Güter und Dienstleistungen aufzuschlagen und im September/Oktober, als die Löhne verhandelt wurden, war die Inflation auf 3,5 Prozent angelangt. Als die Lohnrunde fast fertig war, aber immer noch die alten Löhne bezahlt wurden, schnellte die Teuerung im November-Index auf über 5 Prozent hoch. Diese Inflation hat nachträglich sogar die etwa zwei Prozent Reallohnerhöhungen aufgefressen. Und da kommen uns die Konjunkturexperten einer Grossbank mit einer „Lohn-Preis-Spirale“! Die ETH belegte übrigens in einer kürzlichen Untersuchung, dass die Löhne in der Schweiz viel schwächer anstiegen als in den meisten Konkurrentenländern. Vielleicht nehmen auch die Banken zur Kenntnis, dass unsere jetzt viel höhere Inflation, als sie Frankreich oder Deutschland kennen, durch Mechanismen des Finanzplatzes und der Geldpolitik in Gang gesetzt worden ist.(...). Beat KappeIer.
Helvetische Typographia, 9.5.1990.
Personen > Kappeler Beat. Teuerung. HT, 1990-05-09.
Ganzer Text
09.05.1990 Schweiz
GDP
Helvetische Typographia
Löhne

Lohnklage
Urabstimmung
Volltext
Die Gewerkschaft Druck und Papier. darf den GAV Buchbinder-Kartonage nicht unterzeichnen! Anlässlich der Urabstimmung vom 9. März 1990 habt Ihr dem Verhandlungsergebnis zur Erneuerung des Gesamtarbeitsvertrages in der Buchbinderbranche bei einer Stimmbeteiligung von 40 Prozent und einem Ja-Stimmen-Anteil von 70,4 Prozent die Zustimmung erteilt. Wie aus dem damals beigelegten Abstimmungsmaterial ersichtlich war, hat Euch die GDP-Frauenkommission im Gegensatz zum Zentralkomitee GDP die Nein-Parole zum Verhandlungsergebnis empfohlen. Dies vor allem darum, weil bei den Mindestlohnansätzen für ungelernte Arbeitnehmerinnen der in der Bundesverfassung verankerte Gleichstellungsartikel nicht erfüllt ist. Da die Frauenkommission befürchtet, dass der GAV Buchbinder nach der Urabstimmung sofort in Kraft gesetzt würde, hat sie durch richterlichen Beschluss die Urabstimmung als nichtig erklären lassen. Dieses Vorgehen hat zur Folge, dass es der Gewerkschaft Druck und Papier unter Androhung von Rechtsfolgen bis auf weiteres verboten ist, den GAV Buchbinder rechtsgültig zu unterzeichnen. Mit dieser durch die GDP-Frauenkommission veranlassten Verfügung soll erreicht werden, dass die Gewerkschaft Druck und Papier gezwungen wird, mit dem Unternehmerverband VBS neue Verhandlungen über die Lohngleichstellung der ungelernten Arbeitnehmerinnen zu führen. (…).
Gewerkschaft Druck und Papier.
Helvetische Typographia, 9.5.1990.
Helvetische Typographia > Lohnklage. Urabstimmung. HT, 1990-05-09.
Ganzer Text
09.05.1990 Deutschland
Schweiz
GDP
Helvetische Typographia
IG Medien

IG Medien
Vertragsverhandlungen
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Tarifauseinandersetzung in der BRD. Kaum begonnen, wurden die Verhandlungen über Lohn, Gehalt und Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden in der Druckindustrie Deutschland ohne eine wirkliche Eintretensdebatte zum Scheitern gebracht. Auf inhaltliche Verhandlungen haben sich die Vertreter des Bundesverbandes Druck nicht eingelassen. Im Gegenteil: Sie liessen die Verhandlungen über Fort- und Weiterbildung sowie die übrigen Forderungen scheitern. Dies ist für die Kolleginnen und Kollegen der Industriegewerkschaft Medien eine ungeheuerliche Provokation, denn in diesen Tarifbereichen ist aufgrund der glänzenden Wirtschaftslage eine dringende Anpassung überfällig. Dieser Angriff der Druckunternehmer auf die berechtigten Forderungen passt in die allgemeine politische Landschaft und die Industriegewerkschaft Medien sieht in diesem Verhalten eine gezielt geplante Verschärfung des Tarifkonflikts. Die Verhandlungskommission kam nach der 4. Verhandlungsrunde am 3. Mai .1990 zu der Einschätzung, dass der Bundesverband Druck einen scharfen Angriff auf die Beschäftigten in der Druckindustrie vorbereitet. Die Kolleginnen und Kollegen der Industriegewerkschaft Medien sind nun nicht mehr an die Friedenspflicht gebunden. Mit einem Streik in der Druckindustrie muss also nun gerechnet werden. Die Gewerkschaft Druck und Papier der Schweiz wird deshalb alles tun, was in ihren Kräften steht, um eventuelle Auslagerungsversuche der deutschen Unternehmer in Betriebe in der Schweiz zu (…).
Helvetische Typographia, 9.5.1990.
Helvetische Typographia > Deutschland. IG Medien. Vertragsverhandlungen. HT, 1990-05-09.
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31.01.1990 Schweiz
Arbeitsgesetz
Helvetische Typographia
Personen
Ewald Ackermann
Arbeitsgesetz
Frauen
Revision
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Frauenorganisationen wehren sich gegen den Entwurf des Arbeitsgesetzes. In der Nacht macht frau keine Karriere. Die Opposition gegen den Entwurf zur Revision des Arbeitsgesetzes wächst. Nach den Gewerkschaften haben nun auch massgebende Organisationen, die ein weites Spektrum der frauenpolitischen Landschaft abdecken, vehement gegen den Revisionsentwurf Stellung bezogen. Wen wundert's - wird doch in diesem Entwurf unter dem Deckmantel der Gleichstellung genau diese demontiert. „Da wird die Gleichstellung pervertiert“, sagte Marie-Therese Sautebin vom Komitee „14. Juni: für eine wirkliche Gleichstellung“. – „Es geht den Arbeitgebern nur darum, aus der Tatsache, dass Frauen tiefe Saläre haben, weniger mobil sind und weniger qualifiziert werden, noch mehr Profit zu schlagen“, meinte Marianne Ebel vom Komitee „Arbeit und Gesundheit“. – „Wir haben genug davon, nur als Sonderfälle und als Anhängsel des Mannes behandelt zu werden“, äusserte sich Sabine Steiger-Sackmann vom Schweizerischen katholischen Frauenbund. – „Wo Bestimmungen gegen sexuelle Belästigungen stehen sollten, gähnt nur ein Loch“, stellte Guite Theurillat-Aubry von der jurassischen Vereinigung der christlichen Gewerkschaften fest. An der Pressekonferenz der „Frauen für Gleichstellung im Arbeitsgesetz“ fielen deutliche und harte Worte. Verschiedene gewichtige Frauenorganisationen haben sich zu diesem Komitee zusammengefunden, um gegen den Vernehmlassungsentwurf zum neuen Arbeitsgesetz zu protestieren. Die Revision sei gestartet worden, um den Frauen in der Arbeitswelt endlich zur (…). Ewald Ackermann.
Typographia Schweiz, 31.1.1990.
Personen > Ackermann Ewald. Arbeitsgesetz. Revision. Frauen. HT, 1990-01-31.
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24.01.1990 Schweiz
Frauenlöhne
Helvetische Typographia
Personen
Erika Trepp
Ursi Urech
Frauenlöhne
GAV
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GDP-Frauenkommission, 10. Januar 1990. An die Geschäftsleitung der GDP. An die Verhandlungsdelegation GDP/SGG. Für einen neuen GAV Buchbinderinnen. Geschätzte Kollegen. Am kommenden Freitag werden die Verhandlungen mit dem VBS neu aufgenommen. Es liegt uns deshalb sehr daran, Euch folgende Punkte nochmals zur Kenntnis zu bringen: 7. Es ist unserer Meinung nach unverantwortlich, wenn die Gewerkschaften bei der Gleichstellungsfrage der Hilfsarbeiterinnen auf eine Stufenlösung mit jährlichen Erhöhungen von Fr. 50.- eintreten bzw. eine solche gar noch selber vorschlagen. Dies unabhängig davon, ob die erste Lohn-Stufe bei Fr. 2‘200.oder Fr. 2‘300.- angesetzt ist. 2. Allein die Tatsache, dass bald keine Wohnung mehr unter Fr. 1000.- zu finden ist, ist Argument genug, um an einem Minimallohn von Fr. 2‘600.- plus Teuerung festzuhalten. Doch bekanntlich steht uns noch ein anderes Argument zur Verfügung, der Bundesverfassungsartikel 4. Es gibt in jeder grösseren Buchbinderei Hilfsarbeiter, die mit dem Besen herumlaufen oder sonstwie einfache Arbeit machen. Ihr Mindestlohn war in der Vergangenheit nicht strittig. Das allein genügt, um die Gleichwertigkeit der Arbeit auf der untersten Qualifikationsstufe nachzuweisen. 3. Der Betrug mit dem Bundesverfassungsartikel hat Zehntausende von Frauen, aber auch viele Männer sensibilisiert. Das Gleiche gilt für den Umstand, dass in unserem Land (…). GDP-Frauenkommission  Erika Trepp, Uschi Urech.
Helvetische Typographia, 24.1.1990.
Typographia Schweiz > GDP-Frauenkommission. Offener Brief. HT, 1990-01-24.
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21.06.1989 Schweiz
GDP
Helvetische Typographia
ILO
Personen
Ursi Urech
Frauenarbeit
Gesundheitsschutz
Nachtarbeit
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Frauen-Nachtarbeit – Von Ursi Urech. Internationales Arbeite- oder Profitamt? Im Juni begann in Genf die Internationale Arbeitskonferenz, die sich mit dem Abkommen Nr. 89 befasste. Das Abkommen 89 verbietet die Nachtarbeit für Frauen in der Industrie. Wie üblich hat sich der Bundesrat auf die Seite der Arbeitgeberorganisationen gestellt, die die Frauen-Nachtarbeit wieder einführen wollen: Zuerst soll die Nachtarbeit für Frauen in der Industrie zugelassen werden, indem man das Abkommen aufkündigt. Danach soll das Arbeitsrecht entsprechend revidiert werden. Achtung: Das ist ein Rückschritt in die Sklaverei! Die zentrale Vereinigung der Schweizerischen  Arbeitgeberorganisationen drückt sich deutlich aus: „Die Flexibilität in der Organisation der Arbeitszeit ist ausschlaggebend für die Wettbewerbsfähigkeit. Grössere Konkurrenz, teure Arbeitskräfte, verkürzte Arbeitszeit,  neue  Marktbedingungen, neue technische und soziale Faktoren, all dies lässt keinen Zweifel daran, dass die Nachtarbeit in Zukunft immer unumgänglicher wird.“ (...). Ursi Urech.

Helvetische Typographia, 21.6.1989.
GDP > Nachtarbeit. Frauen. 21.6.1989.doc.

Nachtarbeit. Frauen. 21.6.1989.pdf

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